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27 Juli 2009

Brasilianische Börse im Aufwärtstrend

Der BOVESPA-Index stieg heute um 0,17 % und schloß mit 54.548,99 Punkten; ein Wert, der seit dem 1.9.2008 nicht mehr erreicht worden war. Damit steht die Börse da, wo sie vor der Krise, die durch den Zusammenbruch der Lehman Brothers am 15.9.08 eingeläutet wurde, war. Im Juli stieg der Index damit um 6 %, im Jahr sogar um 45,3 %. Dafür fiel der US$ weiter, der kommerzielle Kurs nahm heute um 1,11 % ab und betrug nur 1,876 R$.

26 Juli 2009

Brasilien braucht Abfälle

Und das so nötig, dass das Land seit Januar 2008 mehr als 223.000 to davon importiert und dafür 257,9 Mio. US$ ausgegeben hat. Nach Meinung von Fachleuten hätte Brasilien in dieser Zeit 12 Mrd. US$ verdienen können, wenn man den Abfall selektiv eingesammelt und wieder aufbereitet hätte. Das geschieht aber nur mit 22 % der Abfälle und deshalb dieser befremdend anmutende Müllhunger.

Ein Beispiel dafür ist die Textilindustrie, die Kunstfasern braucht. Mehr als 40 % der wiederaufbereiteten PET-Flaschen werden in Textilen verwandelt, aber da wir 50 % dieser Flaschen eher in unseren Flüssen schwimmend wiedersehen, als in einem dafür bestimmten Müllbehälter, importierten wir im vergangenen Jahr 14.000 to gebrauchte PET-Flaschen und anderes Plastikmaterial. Hier die Zahlen für das 1. HJ 2009:

Abfallart, Import 2009 per Juni (kg)
  • Aluminium 21.865.738
  • Kupfer 39.555
  • Plastik 3.919.798
  • Papier 4.311.709
  • Holz 17.294.462
  • Batterien und Elektromaterial 5.881
  • Gummi 183.698
  • Asche 30.750
  • Glas 49.350
Diese Importe nutzen skrupellose "Müllhändler" dazu, unter diese Exporte nach Brasilien toxische Abfälle zu mischen, um diese auf diesem Wege still und heimlich zu entsorgen. Ursprungsländer sind z.B. Italien, Spanien und die USA.

Die Exportschwerpunkte Brasiliens verschieben sich

Die Industrie verlor im ersten Halbjahr 2009 gegenüber dem Vorjahresvergleichsraum Terrain, während Vale auf den ersten Platz der Exporteursliste rutsche:

Exporteur, Export 1. HJ 2009 in Mrd. US$ (%uale Änderung gegenüber 1. HJ 2008):
  1. VALE 5,467 (+ 7,7)
  2. PETROBRÁS 3,823 (- 55,5)
  3. BUNGE ALIMENTOS 2,534 (+ 10,9)
  4. EMBRAER 2,023 (- 25,8)
  5. ADM 1,751 (+ 27,2)
  6. CARGILL 1,393 (+ 16,4)
  7. SADIA 0,872 (- 21,4)
  8. LOUIS DREYFUS 0,862 (- 16,4)
  9. VOLKSWAGEN 0,742 (- 22,7)
  10. BRASKEN 0,736 (+ 24,4)
  11. AMAGGI 0,694 (+ 68,7)
  12. ARCELORMITTAL 656 (+ 91,7)
  13. SAMARCO 0,598 (- 27,1)
  14. BERTIN 0,546 (- 2,5)
  15. MERCEDES-BENZ 0,538 (- 37,3)
  16. PERDIGÃO 0,534 (0)
  17. ALUNORTE 0,485 (- 14,4)
  18. SEARA 0,455 (- 16,1)
  19. ARACRUZ 0,448 (- 18,7)
  20. SUZANO 0,440 (- 21,5)
Vale wurde durch zwei Dinge begünstigt, zum einen war es der wieder erstarkende Eisenerzbedarf Chinas und zum anderen die langsamen Verhandlungen über die Lieferverträge. Denn während dieser Verhandlungen, die sich sehr in die Länge zogen, stiegen die Preise wieder an. Dadurch konnten Verträge mit 28 % niedrigeren Preisen anstelle der erwarteten - 40 % abgeschlossen werden. Petrobrás hatte dieses Glück nicht, ihre Exportgüter mußten sinkende Preise und weniger Nachfrage im Ausland verkraften. Das reichte, um die Firma vom ersten Listenplatz zu verdrängen, den sie seit 2001 einnahm.

Industriemultis wie Embraer, VW und Mercedes blieben unter der ersten 20 Exporteuren, aber mußten erhebliche Rückgänge ihres Exportes hinnehmen. Wichtig ist die Tatsache, dass nur noch drei metallverarbeitende Industrieunternehmen auf der Liste stehen, im ersten Halbjahr 2008 waren es noch sieben gewesen. Das bestärkt die Rollenverteilung unter den BRIC-Ländern, die Brasilien als Rohstofflieferanten der Welt sieht.

Ford, vorher auf Platz 19, und GM, vorher auf Platz 13, sind aus obiger Liste verschwunden und liegen irgendwo zwischen Platz 30 und 40, weil die Nachfrage nach Autos in ihren den Hauptexportmärkten extrem zurückgegangen ist:
  • - 80 % Venezuela
  • - 50 % Chile
  • - 34 % Argentinien
  • - 30 % Mexiko
Aber es wird immer wieder Morgen, also warten wir's ab!

25 Juli 2009

Neues Atomkraftwerk in Brasilien

Die brasilianische Regierung ist zwar links, aber läßt sich trotzdem nicht von deutschen "Genossen" beeinflussen, denn sie hat den Weg für Angra III freigemacht. Im September sollen die Bauarbeiten begonnen und im Dezember 2014 beendet werden. Dann kann das neueste Atomkraftwerk, welches so neu nicht ist, weil die aus Deutschland stammenden Komponenten seit vielen Jahren eingemottet sind, 1.350 MW generieren. Angra II schafft genau so viel, während Angra I nur auf 650 MW kommt. Alle drei Atomkraftwerke basieren auf einem Abkommen mit Deutschland von 1975, als die Atomkraft den deutschen Umweltaktivisten noch kein Dorn im Auge war.

Angra I und II im Bundesstaat Rio de Janeiro


23 Juli 2009

Leitzins wieder gesenkt

Gestern wurde der brasilianische Leitzins das fünfte Mal in ununterbrochener Folge gesenkt, diesmal um 0,5 Prozentpunkte. Damit ist er bei 8,75 % pro Jahr angekommen, wo er wohl bis 2010 stehen bleiben wird, obwohl Industrie und Handel auf weitere Zinssenkungen drängen. Aber um diese Realität werden zu lassen, muss den Verantwortlichen erst die Inflationsangst genommen werden. Und die sitzt tief in Brasilien, wo die die Inflation zu Zeiten, als Sarney der erste nicht militärische Präsident des Landes nach der Diktatur war, schon knapp über 80 % im Monat gelegen hat.

22 Juli 2009

Der Wechselkurs € - R$ stabilisiert sich auf Werte vor DER KRISE

Brasilien bald fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt?

Das glaubt unser Präsident und viele Industrielle Brasiliens sind seiner Meinung und arbeiten hart, um dieses Ziel zu erreichen. Laut Weltbank steht Brasilien heute auf dem achten Platz der Weltrangliste, wenn man das BIP von 2008 zum Maßstab nimmt. Der fünfte Platz wird heute von Frankreich eingenommen. Davor stehen USA, Japan, China und Deutschland.

Der Zucker versüßt Brasiliens Handelsbilanz

Denn im Gegensatz zu den meisten anderen commodities stieg sein Wert im ersten Halbjahr 2009 und trug dadurch mit 22 % zum Handelsbilanzüberschuß per Ende Juni bei. Der Zuckerexport wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 wertmäßig um 53 % und erreichte 3,18 Mrd. US$. Wenn man Ethanol und Zucker zusammenzählt, kommt man auf 27 % des Handelsbilanzüberschusses. Der Alkoholexport ist allerdings im betrachtenen Zeitraum von 1,97 Mrd. Liter per Ende Juni 2008 auf 1,45 Mrd. Liter im ersten Habjahr 2009 gefallen. Rußland war der größte Zuckerabnehmer mit 1,7 Mio. to, gefolgt von Indien mit 1,6 Mio. to, Bangladesh mit 600.000 to, sowie Vereinigte Arabische Emirate und Nigeria mit je 500.000 to. Hauptgrund für den Erfolg Brasiliens war der Produktionsrückgang Indiens von 27 Mio auf 14,5 Mio. to, das Land war auf einmal zum Import gezwungen. Deshalb wird Brasilien 42 % der aktuellen Zuckerrohrernte 2009/2010 der Produktion von Zucker widmen. Cosan, der größte Zucker- und Alkoholproduzent der Welt, wird sogar 55 % von 56 Mio. to Zuckerrohr (vorige Ernte: 44 Mio. to) zu Zucker verarbeiten.

Rekordabwertung des Dollars zum Real

Die jährliche akkumulierte Kursveränderung des Dollars zum Real hat mit - 18,52 % am 21. Juli 2009 einen neuen Rekordwert, was die Abwertung angeht, erreicht! Wer in die Zukunft schauen kann, hat hier die besten Möglichkeiten, Geld ohne Mühe zu verdienen. Da aber niemand in die Zukunft sehen kann, wird die Mühe durch Angst ersetzt, denn man sich ja auch irren! Hier sehen Sie den Kursverlauf US$ zum Real der letzten fünf Jahre:

São Paulo unter den ersten 10 Modestädten der Welt

2008 lag die Stadt noch auf dem 33. Platz, aber laut GLM - Global Language Monitor hat sie jetzt einen großen Sprung gemacht und ist auf Platz 8 gelandet:
  1. Milan
  2. New York
  3. Paris
  4. Rom
  5. London
  6. Los Angeles
  7. Hong Kong
  8. São Paulo
  9. Sidney
  10. Las Vegas
  11. Dubai
  12. Tokyo
  13. Miami
Wobei ich als gebürtiger Berliner schon etwas beleidigt bin, meine Heimatstadt in dieser Liste nicht zu finden!

Petrobrás löst Boom im Schiffsbau aus

Insgesamt wird mit Investitionen nur bis 2010 von 17 Mrd. US$ gerechnet, bis 2014 können es sogar 40 Mrd. US$ werden. Die Einzelprojekte liegen zwischen 100 Mio. US$ und 1 Mrd. US$. Noch sind die Ausschreibungen dazu nicht entschieden, aber schon heute liegt Brasilien beim Auftragsbestand auf dem 5. Platz der Weltrangliste mit bis zu 17 neuen Werften. Damit ist die lange Durststrecke von 20 Jahren endlich überwunden und die virtuellen Werften werden reale. Vor einigen Jahren wollte ein deutscher Unternehmer in den hiesigen Schiffsbau investieren und blitzte ab, man war an seinem Geld nicht interessiert, weil man nicht die Absicht hatte, Schiffe zu bauen, sondern - wie der Unternehmer verärgert verkündete - nur an billige Staatskredite heranwollte, ohne die Absicht zu haben, diese jemals zurückzuzahlen. Diese Zeiten sind vorbei, was durch die Worte des Präsidenten von Transpetro, Sérgio Machado, bekräftigt wird, der 26 neue Tanker bauen lassen will. 18 werden bereits verhandelt, 8 werden innerhalb der nächsten 60 Tage ausgeschrieben. Außerdem werden zum ersten Mal in Brasilien Bohrsonden gebaut, insgesamt 28, die in der Tiefsee eingesetzt werden sollen. Dazu kommen 146 Schiffe, die Hilfsaufgaben übernehmen, 24 werden gerade in Auftrag gegeben.

Brasilien verliert die Führung

und das ist gut so! Denn wir sind nicht mehr das Land mit den höchsten Realzinsen der Welt, die eigentlich schon irreal waren. Nachdem unsere Zentralbank sich dazu durchgerungen hat, den Leitzins zu senken und heute eine weitere Reduzierung um mindestens 0,5 Prozentpunkte erwartet wird, kämen wir auf diese Rangreihenfolge, bei der die Ersten wie in der Bibel die Letzten sein werden:
  • 7,1 % China
  • 5,6 % Ungarn
  • 5,5 % Thailand
  • 4,9 % Argentinien
  • 4,4 % Brasilien
  • 3,3 % Taiwan
  • 3,1 % Philippinen
  • 3,0 % Indonesien
  • 2,6 % Portugal
  • 2,4 % Türkei
  • 2,1 % Belgien
Quelle: Jason Vieira von UP Trend

19 Juli 2009

1.739 Besucher der EUROLATINA - Homepage aus 43 Ländern vom 22.2.09 - 6.7.09



Germany (DE) 855
Brazil (BR) 486
Switzerland (CH) 106
Austria (AT) 88
United States (US) 61
Ireland (IE) 28
France (FR) 15
Venezuela (VE) 12
Portugal (PT) 10
Europe (EU) 7
United Kingdom (GB) 7
Italy (IT) 7
Argentina (AR) 6
Spain (ES) 5
Colombia (CO) 5
Australia (AU) 3
China (CN) 3
Netherlands (NL) 3
Turkey (TR) 3
Luxembourg (LU) 2
Belgium (BE) 2
South Africa (ZA) 2
Canada (CA) 2
Vietnam (VN) 2
Dominican Republic (DO) 1
Czech Republic (CZ) 1
Malaysia (MY) 1
India (IN) 1
Russian Federation (RU) 1
Sweden (SE) 1
Uruguay (UY) 1
Slovakia (SK) 1
Mexico (MX) 1
Liechtenstein (LI) 1
Puerto Rico (PR) 1
Croatia (HR) 1
Ecuador (EC) 1
Romania (RO) 1
Bolivia (BO) 1
Greece (GR) 1
Thailand (TH) 1
Algeria (DZ) 1
Pakistan (PK) 1

Drei Wochen war der Frosch so krank, jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank!

Das sagte Wilhelm Busch und würde heute damit voll daneben liegen, was die politische Korrektheit angeht. Bei der Petrobrás hat es nicht drei Wochen, sondern volle fünf Monate gedauert, bis sie einen finanziellen Engpaß überwunden und wieder angefangen hat, im großen Stil zu investieren. Und Sie können GROSSEN STIL sagen, denn bis 2013 hat der halbstaatliche Erdöl- und Erdgasförderer vor, 174,4 Mrd. US$ für Investitionen auszugeben!!! Da will natürlich jeder mitmischen bzw. liefern und das geht zur Zeit nur, wenn man zu Opfern bereits ist, d.h. dem Einkäufer von Petrobrás riesige Preisnachlässe gewährt. Marcelo Veneroso, der Chef der brasilianischen Niederlassung von Neuman & Esser, dem deutschen Kompressorhersteller mit lokaler Fabrikation in Belo Horizonte seit 1997, der 1985 in São Paulo anfing, kennt diese Probleme. Ausgelöst wurden sie nicht nur durch die krisenbedingte weltweite Kreditknappheit, sondern auch durch den Preisverfall des Rohöls, der einen globalen Investitionsstopp bei den Erdölfördergesellschaften bewirkte. Trotzdem will Veneroso im August um einen Großauftrag der Petrobrás über 13 Kompressoren, die bis zu 180 Mio. R$ kosten können, kämpfen. Seine Gegenspieler kommen aus den USA und der EU, haben aber Fabriken in China und Indien, also geht es letztendlich um einen Wettstreit unter den BRIC-Staaten ohne Russland. Wie stark die Preise für Maschinen und Ausrüstungen zurückgegangen sind, zeigt diese Aufstellung (Rückgang des kg-Preises in % für importierte Güter Mai 2009 gegenüber Juli 2008):
  • - 14 %: Industrielle Ventile
  • - 33 %: Bewässerungselemente
  • - 41 %: Holzbearbeitungsmaschinen
  • - 37 %: Lastbewegungsmaschinen
  • - 32 %: Lackieranlagen
  • - 26 %: Textilmaschinen
  • - 23 %: Maschinen für die Lebensmittelindustrie
  • - 15 %: Maschinen und Ausrüstung für die Kunststoffindustrie
Wer vorher schon keine Luft mehr hatte, ist jetzt sicher ein Lieferant mit akuter Atemnot. Die kann eventuell beseitigt werden, wenn man sich mit brasilianischen Maschinenherstellern zusammentut. Denn diese leiden unter den Preisnachlässen der Exporteure und verkaufen noch weniger als früher. Im September 2008 vor dem Ausbruch DER KRISE betrug der Importanteil am Einkaufsvolumen für Maschinen der brasilianischen Industrie "nur" 39,4 %, im Mai 2009 waren es aber schon 51,4 %! Per Mai 2009 ist der Umsatz der lokalen Kapitalgüterindustrie um 19,7 % zurückgegangen.

Ein Beispiel von vielen: Der Industrieventilehersteller RTS hat einen Petrobrásauftrag im vergangenen Monat an die Konkurrenz aus Indien verloren, die 50 % billiger angeboten hatte. RTS musste 20 % der Mitarbeiter entlassen und arbeitet jetzt nur noch im Einschichtbetrieb.

Wir, d.h. meine Firma Eurolatina, haben diese Entwicklung zum Anlass genommen, unsere Kunden in Deutschland mit ihrer hiesigen Konkurrenz zusammenzubringen und dieser zu empfehlen, die eigenen Produkte aufzugeben und dafür deutsche als CKD- oder SKD-Bausätze zu beziehen und in Brasilien zu montieren.

17 Juli 2009

Hochgeschwindigkeitszug Rio - São Paulo bestätigt Erfahrung

Nämlich die, dass jeder Kostenvoranschlag für ein Regierungsgrossprojekt immer viel zu niedrig ausfällt. In diesem Fall sind im PAC, dem berühmten Wachstumsbeschleunigunsprogramm unserer Regierung, 11 Mrd. US$ vorgesehen, das sind 21,23 Mrd. R$. Kosten soll das Projekt jetzt aber 34,6 Mrd. R$, "nur" 63 % mehr. Aber in Zeiten, in denen Firmen wie GM das Handtuch werfen müssen, darf man sich nicht über mangelnden Sachverstand in einer Regierung auslassen, wenn diese als Notretter für Firmen einspringen müssen, deren Führung offensichtlich noch weniger Sachverstand aufweist. Noch dieses Jahr sollen die nötigen Gewerke ausgeschrieben werden, die Inbetriebnahme ist für 2014 (Fußballweltmeisterschaft) vorgesehen. Und dann haben wir endlich unseren eigenen Shinkansen! Und brauchen nicht mehr eine Stunde vor Abflug am Flughafen zu erscheinen und dann unnützt zu warten.

Der Hochgeschwindigkeitszug soll bereits im ersten Jahr 6,4 Mio. Passagiere zwischen São Paulo und Rio de Janeiro befördern; heute wählen jährlich 3,9 Mio. Passagiere das Flugzeug, 960.000 das Auto und 865.000 den Omnibus. Die Expressreise ohne Zwischenstopp von Campo de Marte in São Paulo nach Barão de Mauá in Rio wird 1 Stunde und 33 Minuten dauern, also fast doppelt so lange wie der Flug. Wenn man die Wartezeit am Flughafen einkalkuliert, ist die Zugfahrt allerdings eindeutig schneller. Es wird aber auch einen langsamere Verbindung von Campinas nach Rio geben, die Haltestellen an den Flughäfen Viracopos und Guarulhos vorsieht, und über Volta Redonda und Barra Mansa im Flughafen Galeão endet. Eine dritte kurze Linie ist die von Campinas nach São José dos Campos über São Paulo und den Flughafen Guarulhos.

Bei Inbetriebnahme sollen bereits 42 Züge eingesetzt werden. Der Expresszug soll in jeder Richtung alle 20 Minuten fahren.

Im Zuge der Bauarbeiten muss ein Tunnel von mindestens 16 km Länge gebaut werden, der bis zu 25 km lang sein kann, wenn die gewählte Streckenführung dies erfordert. Alleine der Tunnelbau wird bis zu 33 Mrd. R$ kosten. Eine gute Chance für deutsche Technologie, die mit einer Tunnelvortriebsmaschine (die demnächst "pensioniert" werden soll) hier schon gut vertreten ist.

14 Juli 2009

Brasilien exportiert Kraftstoffalkohol nach Japan

COSAN hat es geschafft, der erste Exportvertrag mit Japan ist unter Dach und Fach. Er sieht mehr als 80 Mio. Liter jaehrliches Exportvolumen vor. Der Partner in Japan ist Mistubishi, vielen nur als Autofabrikant bekannt.

COSAN ist die weltgroesste Zucker-Alkohol-Gruppe mit einer Produktionskapazitaet von 2,3 Mrd. Litern im Jahr. Im Erntejahr 2008/2009 (bei uns ist die heisseste Zeit waehrend des Jahreswechsels) wurden 456,4 Mio. Liter Alkohol in die USA, die EU und nach Asien verkauft. In Asien wurde der Alkohol bisher fast ausschliesslich industriell benutzt, nicht als Treibstoff fuer Fahrzeuge. Japan speziell erwartet sich eine Reduzierung des Kohlendioxidausstosses von der neuen Anwendung.

Brasilianer investieren in der Krise - aber im Ausland!

Die André Maggi - Gruppe, die nichts mit der gleichnamigen Wuerze zu tun hat, uebernahm gerade 51 % der norwegischen Denofa S/A, nachdem man 2008 bereits ein Buero in Rotterdamm eroeffnet hatte. Denofa ist ein Sojaverarbeiter mit einer Kapaziaet von 430.000 Jahrestonnen. 49 % gehoeren der Norgrain. Maggi will mit dem Firmenerwerb die Praesenz im Markt von nicht gentechnisch veraenderten Sojaprodukten erhoehen und in Europa kundennah taetig werden.

São Paulo weniger gefaehrlich


Gute Nachrichten fuer die Einwohner des Bundesstaates São Paulo und fuer leicht verschreckbare Besucher ebenso, die Mordrate geht staendig zurueck. Die linke Graphik zeigt die Anzahl der Waffenkontrollen, die staendig ansteigt, die mittlere die Anzahl der dabei beschlagnahmten Waffen. Der erwartete Effekt trat tatsaechlich ein, wie die rechte Graphik verdeutlicht, die Anzahl der Morde pro 100.000 Einwohner ging stark zurueck. Wir sind zwar immer noch nicht auf europaeischem Niveau gelandet, aber immerhin entfernen wir uns von Suedafrika oder Kolumbien. Allerdings stieg die Zahl der Morde pro 100.000 Einwohner 2009 wieder etwas und liegt per erstem Vierteljahr bei 11, was mit der Wirtschaftskrise begruendet wird. Einige Staedte haben uebrigens mit einer radikalen Massnahme grossen Erfolg bei der Bekaempfung von Kapitalverbrechen erzielt, in dem sie Jugendlichen eine abendliche Ausgangssperre verordneten und Bars und Kneipen zwangen, vor Mitternacht zu schliessen. Was nicht fuer unsere Jugend spricht und noch viel weniger fuer die Eltern und Lehrer. Es werden schon Befuerchtungen geaeussert, dass zwischen 2015 und 2025, wenn eine ueberproportional grosse Bevoelkerungsgruppe das kritische Alter von 15 bis 24 Jahren erreicht, die Verbrechenszahl wieder steigen wird. Verwunderlich, dass man trotzdem unbeirrt an der Strafmuendigkeit mit 18 Jahren festhaelt. Der Brasilianer glaubt eben doch an das Gute im Menschen. Das macht ihn sympathisch, aber weist auch ein wenig auf Weltfremdheit hin.

13 Juli 2009

Vor der Präsidentenwahl 2010 läuft nichts mehr in Brasilien?

Das wurde mir heute jedenfalls als Hinweis, nicht als Frage, aus Deutschland gesagt. Hier wird das anders gesehen und zwar nicht aufgrund "verläßlicher Informationen", sondern aufgrund von Zahlen. Und die sagen, dass die ausländischen Multis in Brasilien ihr Investitionsprogramm wieder voll aufgenommen haben. Per Mai 2009 sind bereits 11,2 Mrd. US$ in das Land geflossen, der zweithöchste Wert des Jahrzehnts. Und dieses Geld wurde nicht an der Börse angelegt, sondern in die Aktivitäten unseres Handels, des Dienstleistungssektors, der Landwirtschaft und der Industrie gesteckt. Weitere Informationen finden Sie bei der Sociedade Brasileira de Estudos de Empresas Transnacionais e da Globalozação Econômica - SOBEET, deren Präsident Luís Afonso Lima die in der Überschrift gestellte Frage vehement verneint. Aber leider auch darauf hinweisen muss, dass die 11,2 Mrd. US$ immer noch 19,7 % unter dem Vorjahresvergleichswert liegen. Das liegt aber daran, dass die lokalen Niederlassungen ihren Mütter am Jahresanfang "Unterstützungsgelder" in Form von Gewinntransfer schickten, der niedriger ausgefallen gewesen wäre, wenn diese Mütter nicht dringend Geld gebraucht hätten. Und wer lässt schon seine Mutter hängen, vor allem, wenn diese nicht bittet, sondern anordnet. SOBEET wird übrigens von Firmen wie Siemens, ThyssenKrupp und Basf unterhalten, der Präsident des Beirates ist der pensionierte Siemens - Chef in Brasilien, Hermann Wever.

Also zurück zur Überschrift. Bei den ausländischen Multis läuft alles beinahe wie gehabt, bei den brasilianischen noch nicht, die investieren tatsächlich noch zurückhaltend.

11 Juli 2009

Wachstum 2008 ausländischer Firmen in Brasilien

Der operative Umsatz der börsennotierten Firmen in Brasilien entwickelte sich nach Herkunftsland gegenüber 2007 so:
  • + 25 % Holland
  • + 18,1 % Frankreich
  • + 8,7 % Schweden
  • + 8,5 % Mexiko
  • + 7,8 % Japan
  • + 4,3 % Deutschland
  • + 3,9 % Brasilien
  • + 1,9 % Spanien
  • + 1,5 % Italien
  • + 0,5 % USA
  • - 2,4 % Schweiz
  • - 2,7 % Portugal
  • - 3,1 % England

09 Juli 2009

Brasilien empfängt mehr Geld aus dem Ausland als es wegschickt

Der Juni war der dritte Monat in unmittelbarer Folge, in dem der Dollarzugang den -abgang übertraf. Der Überschuß betrug im Juni 1,07 Mrd. US$. Im Site (durch Klicken kommen Sie in den englischen Teil) der brasilianischen Zentralbank findet man ausführliche Informationen dazu. Ein weiteres Indiz für ein Abklingen DER KRISE wenigstens bei uns in Brasilien.

Neuigkeiten aus dem Stahlbereich

Unser Präsident hat sich immer, vor allem im Wahlkampf, dafür stark gemacht, dass die Petrobrás ihre Plattformen im eigenen Lande bauen soll. Aber Reden ist eine Sache, Machen eine andere. Der Logistikarm der Petrobrás, die Firma Transpetro, baut zwar im Rahmen der ersten Stufe des Programmes zur Modernisierung und Erweiterung der Flotte - Promef 26 Schiffe, kaufte aber das Grobblech dazu zu 60 % aus China und der Ukraine. Insgesamt werden 80.000 to benötigt, die von 11 Lieferanten im Rahmen einer Ausschreibung angeboten wurden. Usiminas, der einzige nationale Hersteller von Blechen für die Nautikindustrie, war angeblich 60 % teuer als die Chinesen.

Wenn man sich die Statistiken des IBS - Instituto Brasileiro de Siderurgia ansieht, sieht man, dass dies kein Einzelfall ist. Von Januar bis Mai diesen Jahres wuchs der Stahlimport gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 5,6 % auf 927.900 to. Wen man nur die Maiwerte vergleicht, nahm der Stahlimport sogar um 18,2 % zu. Usiminas machte die hohe Steuerlast brasilianischer Produkte für die nicht konkurrenzfähigen Preise verantwortlich.

Trotzdem plant Usiminas eine Produktionsausweitung, nach dem bereits Gerdau und CSN angekündigt hatten, stillgelegte Hochöfen wieder in Betrieb zu nehmen. In der Usina Intendente Câmara, von deren drei Hochöfen zwei seit Ende letzten Jahres nicht mehr arbeiten, soll ein zweiter Hochofen wieder produzieren. Seit Januar hat Usiminas in diesem Stahlwerk 1.100 Mitarbeiter entlassen, weitere 1.600 verloren ihren Arbeitsplatz bei Zulieferbetrieben und Dienstleistern. Für den wiederanzufahrenden Hochofen werden ca. 60 Mitarbeiter benötigt. Wenn dieser Hochofen in ca. 20 Tagen wieder produziert, werden nur noch drei von den vierzehn Hochöfen Brasiliens außer Betrieb sein. Von Januar bis Mai arbeiteten unsere Stahlwerke nur mit 49,7 % ihrer Kapazität, die 41 Mio. to beträgt - damals waren sechs Hochöfen gleichzeitig stillgelegt.

Der Stahlexport zieht zur Zeit etwas an und die Preise stiegen im letzten Monat von 430 auf 520 US$ pro to warmgewalztes Blech. Außerdem wird die Inlandsnachfrage weiterhin durch die IPI-Reduzierung bzw. -aussetzung für Weisse Ware, Autos und Baumaterialien, die 80 % der internen Stahlnachfrage ausmachen, unterstützt.

Der Stahlhandel sitzt im Augenblick auf 905.000 to, die für 3,2 Monate reichen. Normal wäre eine Bestandsreichweite von 2,5 Monaten, die im August wieder erreicht werden soll. Im Dezember 2008, auf dem Höhepunkt DER KRISE, betrug die Reichweite sogar 6,4 Monate.

Die spürbare Besserung der Lage im Stahlsektor veranlasste Goldman Sachs den Kauf von Stahlaktien zu empfehlen, in Lateinamerika insbesondere von Usiminas und der argentinischen Ternium.


Aussenhandel Brasiliens im Vergleich 1. HJ 2008 / 2009

Quelle: Aussenhandelsabteilung des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Aussenhandel

Wie man sieht, hat der Aussenhandel durch DIR KRISE einen ziemlichen Rückschlag erlitten, sowohl beim Export als auch beim Import. Die Rückgänge sind doch sehr beachtlich. Auch beachtlich ist, dass die Anzahl der Exporteure zurückging, die der Importeure aber anstieg. Das Ministerium hat dafür keine Erklärung, weist aber darauf hin, dass vermehrt Importe im Wert von unter 100.000 US$ getätigt werden, was bedeuten könnte, das vermehrt kleine Importeure versuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch ausländische Güter zu steigern. Die zweite Tabelle ist leider noch nicht für 2009 verfügbar, zeigt aber, dass Export nichts für die Kleinen ist.

08 Juli 2009

Schlagzeilen

Brasilien eröffnet Saab-Kampfjet neuen Horizont


BRIC: Klub mit gewissen Stärken

Brasilien bleibt geschlossen

Das sagt wenigstens das Weltwirtschaftsforum, welches eine Rangliste seiner Mitgliedsländer nach dem wirtschaftlichen Öffnungsgrad erstellt hat. In dieser Liste landete Brasilien auf der 87. Position, nicht gerade schmeichelhaft und dazu unbequem:

1. Singapur
2. Hong Kong
3. Schweiz
4. Dänemark
5. Schweden
6. Kanada
10. Holland
12. Deutschland
14. Australien
16. USA
17. Frankreich
19. Chile
20. Großbritannien
24. Japan
25. Taiwan
26. Südkorea
27. Spanien (37?)
45. Italien
49. China
61. Südafrika
74. Mexiko
76. Indien
87. Brasilien
97. Argentinien
109. Rußland
119. Venezuela

Man beachte Chinas Position im Vergleich zu Brasilien. Unsere Sozialisten haben wohl härtere Schädel als die Chinas?

Robustes Erholungssignal

Die Nutzung der installierten Kapazität in der weiterverarbeitenden Industrie wuchs im Mai den vierten Monat in Folge und erreichte 79,8 %. Allerdings liegt dieser Wert immer noch 3,3 Prozentpunkte unter der Auslastung vom Mai 2008, die 83,1 % betrug. Aber immerhin, man nähert sich!

Eine weitere gute Meldung, seit seiner Schaffung in meinem Geburtsjahr 1944 zeigte der Inflationsindex IGP-DI für das erste Halbjahr 2009 zum ersten Mal eine Deflation an! Danach gingen die von ihm gemessenen Preise um 1,04 % zurück.

Steuerlast drückt Brasilianer

Zwei Zahlen sagen alles: 2008 wuchs das BIP Brasiliens um 5,1 %, das Steueraufkommen aber um 8,3 %. Das BIP-Wachstum betrug 140 Mrd. R$, das Steueraufkommen stieg aber um fast 80 Mrd. R$, d.h. 57 % des BIP-Wachstums wurden weggesteuert. 1999 betrug der Anteil des Steueraufkommens am BIP übrigens nur 29,5 %.

Diese Tabelle zeigt einen Vergleich der OECD-Staaten bezüglich der Steuerlast in % des BIP:
  1. Mittelwert OECD-Staaten: 36,1
  2. Japan: 18,4
  3. Mexiko: 19,8
  4. USA: 28,3
  5. Südkorea: 28,7
  6. Kanada: 33,3
  7. Brasilien: 34,7
  8. Deutschland: 36,2
  9. Großbritannien: 36,6
  10. Spanien: 37,2
  11. Frankreich: 43,6
Wenn man sich die Zusammensetzung des brasilianischen Steueraufkommens ansieht, versteht man, warum hier die Arbeitgeber zögern, das zu tun, was ihre Bezeichnung andeutet, nämlich Arbeitswilligen Arbeit zu geben, aber mit registrierter Anstellung und nicht innerhalb der Schattenwirtschaft. Und so sieht die prozentuale Aufteilung des Steueraufkommens von 2008 aus:
  1. Besteuerung von Einkünften: 20,45 %
  2. Besteuerung von Lohn- und Gehaltszahlungen: 22,45 %
  3. Besteuerung von Eigentum: 3,18 %
  4. Besteuerung von Gütern und Dienstleistungen: 48,44 %
  5. Besteuerung von Finanztransaktionen: 2,04 %
  6. Sonstiges: 3,44 %
Dass die Lohn- und Gehaltszahlungen einer Firma mit 22,45 % belastet werden, beeinträchtigt unsere Wettbewerbsfähigkeit und fördert die Schattenwirtschaft. Das hat sogar die Regierung erkannt und sagt, dass sie diesen Wert noch dieses Jahr verkleinern will. Hier ist eine Beispielrechnung, was die Einstellung eines Mitarbeiters den Arbeitgeber kostet:

Entgelt für den ARBEITNEHMER:
Bruttogehalt.............10.000,00 R$
Sozialversicherung..........354,08 R$
Lohnsteuer................1.989,68 R$
Nettogehalt...............7.656,23 R$

Damit werden die

Lohnkosten für den ARBEITGEBER:
Bruttogehalt.........................10.000,00 R$
Garantiefond..............................427,22 R$
Sozialversicherung...................3.081,67 R$
13. Gehalt anteilig.......................833,33 R$
Urlaubsgeld anteilig...................1.111,11 R$
.....................................
50 % Strafe Garantiefond............213,61 R$
Kündigungsankündigung............833,33 R$
Sozialversicherung......................215,00 R$
Garantiefond................................70,83 R$
.....................................
ANSTELLUNGSKOSTEN...16.786,11 R$

Die zweite Rubrik betrifft die Rückstellung für die gesetzliche Abfindung bei einer eventuellen Auflösung des Arbeitsvertrages.

Aus den 10.000 R$ Bruttoentgelt werden also ohne die Abfindungsrückstellung Lohnkosten von 15.453,33 R$. Und wenn Sie diese Rechnung für eine werdende Mutter machen, wird es noch teurer.

06 Juli 2009

Venezuela hat keine Devisen...

...und deshalb ist es schwer, Exportaufträge auch bezahlt zu bekommen. Oder liegt der eigentliche Grund tiefer?
Dieses Foto erhielt ich von unserem Eurolatinachef in Venezuela, es zeigt ein Spezialfahrrad, wie es nach seinen Worten zur Körperertüchtigung von Managern in diesem Land benutzt wird. In Brasilien würde das Faß wahrscheinlich Pinga enthalten.

Auf sie mit Gebrüll!

Ob das das Motto der Stadtverwaltung von São Paulo ist, wenn diese an die bösen Raucher denkt? Um unser Antirauch(er)gesetz durchzusetzen, sollen 35.000 Restaurants überwacht werden, 27.000 Kondos (davon 5.000 kommerzielle), 20.000 Bars, 2.000 Nachtbars, 289 Kinos, 120 Theater, 49 Einkaufszentren, 88 Museen und 33.000 Taxis. Für diese Sisyphosarbeit werden 522 Prüfer im Bundesstaat São Paulo, 200 davon in der seiner Hauptstadt, eingesetzt. Und um den Überwachungsstaat zu vervollständigen, werden Denunzianten Telefonnummern zur Verfügung gestellt, die 5.000 Beschwerden/Hinweise/Anschwärzungen täglich ermöglichen.

Ich bin übrigens Nichtraucher.

Glück muss man haben...

...können die Firmen sagen, die kräftig Dollarschulden angehäuft und keine Kurssicherung durch hedging gemacht haben. Darunter besonders die, die umgerechnet mehr als eine Milliarde R$ zurückzahlen müssen wie diese hier (gerundete Werte, Stichtag 31.3.09):
  • Petrobrás 47 Mrd. R$
  • Vale 33 Mrd. R$
  • Gerdau 19 Mrd. R$
  • Eletrobrás 17 Mrd. R$
  • VCP 11 Mrd. R$
  • CSN 9 Mrd. R$
  • Braskem 9 Mrd. R$
  • Aracruz 7 Mrd. R$
  • Sadia 5 Mrd. R$
  • Usiminas 5 Mrd. R$
Das Glück besteht darin, dass der US$ im letzten Vierteljahr den höchsten Wertverlust seiner Geschichte in Brasilien hinnehmen musste, er fiel um 15,7 %! Am 31.3.09 betrug die konvertierte Dollarverschuldung der brasilianischen offenen Kapitalgesellschaften 231,8 Mrd. R$, am 30.6.09 waren es nur noch 195,4 Mrd. R$. Wer weint, sind unsere Exporteure. Wer von Brasilien aus Dienstleistungen oder Waren in's Ausland verkauft, hat zur Zeit auch allen Grund dazu.