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23 September 2009

Moody's zieht nach...

...und vergibt zum ersten Mal den INVESTMENTGRAD an ein Land während der internationalen Finanzkrise. Damit wird Brasilien jetzt von S&P, Fitch und Moody's identisch eingestuft.

Gleichzeitig - wie passend - rutschte der US$ unter 2 R$ und schloss gestern mit 1,7980 R$. Der € - Kurs liegt ebenfalls noch auf einem Niveau, welches den deutschen Exporteur erfreut:
Wenn man sieht, wo er Ende 2008 gelegen hat, kann man nur sagen "sic transit gloria mundi".

19 September 2009

Gute Nachrichten über Brasilien



Hoffen wir, dass die hier gezeigten Tendenzen auch für 2009 gelten.

Brasilien setzt auf "pré-sal"

Damit ist die Exploration und spätere Förderung der Erdöl- und Erdgasvorkommen unter der Salzschicht des Atlantiks vor Brasilien gemeint - in ca. 7 km Tiefe! Dafür ist eine besondere Technik nötig, die z.T. noch entwickelt werden muss. Das Problem ist unsere Regierung, die der Petrobrás Exklusivität bei der Förderung garantieren will und damit den technologischen Fortschritt behindert. Die Informatik kam in Brasilien auch erst zum Durchbruch, nachdem das Informatikgesetz, welches die Beschäftigung mit Digitaltechnik nur brasilianischen Firmen genehmigte, fiel.

Hier eine Aufstellung der größten Erdölvorräte der Welt in Milliarden barrels:
  1. 264,1 Saudi-Arabien
  2. 137,6 Iran
  3. 115,0 Irak
  4. 101,5 Kuwait
  5. 99,4 Venezuela
  6. 79,0 Russland
  7. 43,7 Libyen
  8. 39,8 Kasachstan
  9. 36,2 Nigeria
  10. 30,5 USA
  11. 28,6 Kanada
  12. 27,3 Katar
  13. 15,5 China
  14. 14,7 Brasilien
  15. 13,5 Angola
  16. 12,2 Algerien
  17. 11,9 Mexiko
Immerhin erscheint Brasilien schon in dieser Liste, ist aber noch am unteren Ende und bisher weiss niemand, ab welchem Ölpreis sich die sehr schwierige Förderung der pré-sal - Vorräte lohnen wird. Trotzdem stehen die Lieferanten der Petrobrás schon in der Warteschlange, denn hier sind viele Milliarden US$ - Investitionen angesagt! Und Präsident Lula schwelgt in Phantasien, die ihn jetzt dazu brachten, die Vorhersage zu wagen, dass Brasilien in 15 Jahren die dritt-, viert- oder fünftgrösste Wirtschaftsmacht unseres Planeten sein wird. Aber wer keine Visionen hat und sich nur kleine Ziele setzt, macht auch nur kleine Schritte.

Zum Schluß noch der Hinweis, dass Deutschland auf obiger Liste den Platz 54 einnimmt.

18 September 2009

Interessante Entwicklungen in Brasilien nach der Krise

Das Steueraufkommen sackte ab und erholt sich wieder:
Der Real wird immer stärker, der Dollar damit schwächer, die Devisenreserven stiegen:
Der Anteil der Rohstoffe an den Exporten übersteigt seit vielen Jahren wieder den der Industrieerzeugnisse:

VALE läßt nicht locker und zeigt der Regierung, was eine Harke ist


Lula hat mit seiner Kritik an Vale diese offensichtlich schwer verärgert, denn jetzt erschien eine zweite Anzeige, mit dem Leser gezeigt wird, dass Vale der größte private Investor Brasiliens ist. Die hier dargestellten Fakten:
  • Vale investiert in die Suche nach Naturgas
  • Dafür investiert sie mehr als 2,4 Mrd. R$
  • Und benutzt 26 Explorationsblöcke in vier Bundesstaaten (bzw. in deren Küstenregion)
Ob der Präsident mit seiner öffentlich verkündeten "Leseunlust" dies zu sehen bekommt, ist fraglich.

Leseprobe "Wirtschaftsboom am Zuckerhut"










17 September 2009

Wirtschaftsboom am Zuckerhut




Mein Buch können Sie jetzt auch als eBook erwerben und einfach downloaden.

Der (brasilianische) Spruch des Tages

  • Lutar? Sempre! - Kämpfen? Immer!
  • Ganhar? Às vezes! - Gewinnen? Manchmal!
  • Desistir? Nunca! - Aufgeben? Nie!
Das ist die Einstellung, die man hier braucht, um zu überleben. Gut, dass sie weitverbreitet ist.

Quelle des Spruchs: Aufkleber auf Autorückscheibe (auch gerne hinten auf LKWs aufgepinselt)

Brasiliens Privatwirtschaft weiter auf Internationalisierungskurs

Die Nachricht des Tages betrifft die Gruppe JBS/Friboi, die es geschafft hat, den zweitgrößten Hühnerproduzenten (Kann man eigentlich bei Tieren von Produktion sprechen?) der USA zu übernehmen und mit der Bertin S/A zu fusionieren. Die Gruppe, die vorher schon der weltgrößte Rinderfleischproduzent war, ist jetzt der weltgrößte Verarbeiter von tierischen Proteinen. Ihr Nettoumsatz beträgt 28,7 Mrd. US$, fast zweieinhalb mal so viel wie der der Brasil Foods, wie die fusionierten Firmen Sadia und Perdigão jetzt heißen.

Das ist die Weltrangliste der Verarbeiter von tierischen Proteinen (Nettoumsatz in Mrd. US$):
  1. JBS + Bertin + Pilgrim's Pride: 28,7
  2. Tyson: 28,1
  3. Vion: 12,7
  4. Smithfield: 12,4
  5. Brasil Foods: 12,0
  6. Nippon Meat: 10,4
  7. Danish Crown: 9,4
  8. Homel: 6,7
Die Zahlen sind gewaltig, der neue Weltmarktführer schlachtet z.B. täglich 90.400 Rinder, das sind 8 % der Rinder, die weltweit für einem im menschlichen Sinne guten Zweck ihr Leben geben. Diese Erfolgsgeschichte begann in den 50er Jahren in Goiás mit einem Schlachterladen, aus dem JBS hervorging, die zusammen mit der neuen Hauptstadt Brasília wuchs.




Diese Fotos zeigen Ihnen, was meine Tochter aus dem edelsten Fleischstück der brasilianischen Küche, der Picanha, unter Verwendung eines Salzmantels macht.

16 September 2009

NRW-Delegationsreise der IHK Essen nach Lateinamerika

Die Trägerorganisation des Firmenpools Brasilien/Mercosur kommt wieder nach nach Lateinamerika. Die IHK Essen hat die Reise organisiert, nächste Woche kommen die Teilnehmer zuerst nach Brasilien. Wenn Sie wissen möchten, wer dabei ist, klicken Sie in den Link!

Die freie Wirtschaft schafft Arbeitsplätze

Die Regierung natürlich auch, aber das ist eher mit dem Aufblasen eines Ballons zu vergleichen, denn unsere öffentliche Verwaltung ist jetzt schon zu aufgebläht und von zu viel Nepotismus durchdrungen, wobei man hier Nepotismus durchaus mit Vetternwirtschaft übersetzen kann. Diese Vettern (und Ehefrauen, Tanten, Cousinen, Söhne und Töchter und deren Freunde), die von Richtern, Abgeordneten und Senatoren (zur Verschleierung auch gerne über Kreuz) beschäftigt werden, erscheinen vielfach überhaupt nicht zur Arbeit, höchstens, um ihren Scheck abzuholen.

Aber immer hin hat die Privatwirtschaft (die nur 3.305 der Öffentlichen Verwaltung wurden hier einfach vereinnahmt) im August 242.000 neue offielle Arbeitsplätze geschaffen, die der Grauzone zugeordneten Wirtschaft, die ihre Angestellten nicht registriert, blieb dabei unberücksichtigt. Die Fakten stammen vom CADED - Cadastro Geral de Empregados e Desempregados (Allgemeines Register der Beschäftigten und Arbeitslosen). Die verkündete Zahl ist die beste des Jahres, seit sieben Monaten wächst die Zahl der neuen Arbeitsplatzbesetzungen in ununterbrochener Folge. Damit ist der durch die Krise entstandene Arbeitsplatzverlust ausgeglichen, wozu vor allem São Paulo (Bundesstaat) mit 78.000 Neueinstellungen beigetragen hat.

Lula war mal wieder schlecht informiert, denn er forderte die Wirtschaft zur Investition und Schaffung neuer Arbeitplätze auf, wobei er von 150.000 neuen Arbeitsplätzen im August sprach. Wahrscheinlich spricht er nicht mit seinem Arbeitsminister Carlos Lupi, der ihn aber in Schutz nahm und sagte, dass der Präsident nur die Zahlen bekommen hat, die am 7.9 vorlagen, man aber die letzten Daten erst heute erhalten hätte.

Wo Licht ist, ist auch Schatten; 1,45 Mio. Neueinstellungen standen 1,21 Mio. Entlassungen gegenüber. Damit ist der Saldo besser als der vom August 2008, als er 239.123 Stellen betrug.

Per August 2009 wurden 680.034 Arbeitsplätze geschaffen, per August 2008 waren es aber 1,803 Mio., in den letzten 12 Monaten sogar 328.509 Arbeitsplätze. Zwischen November 2008 und Januar 2009 gingen fast 800.000 registrierte Arbeitsplätze verloren.

Der Dienstleistungssektor legte im August 2009 am meisten zu, 85.568 Arbeitsplätze, + 0,66 % gegenüber dem Juli. Danach kam die verarbeitende Industrie mit 66.564 Arbeitsplätzen, + 0,92 %. Die Lebensmittelindustrie schaffte 22.614 Arbeitsplätze, die Textilindustrie 9.238, die Schuhindustrie 8.974 und die Metallverarbeitung 5.982. Der Handel registrierte 56.813 neue Arbeitsplätze, die Bauwirtschaft 39.957 und die Öffentliche Verwaltung 3.305! Nur Landwirtschaft- und Viezucht schufen weniger Arbeitsplätze als sie schloss. Der Saldo beträgt - 11.249. Allein der Kaffeeanbau verlor 29.000 Arbeitsplätze.

15 September 2009

Verbraucherzinsen auf dem niedrigsten Stand seit 1995

Tolle Nachricht, die Zinsen für den Verbraucher in Brasilien betragen nur noch 7,08 %! Was sich für uns gut anhört, lässt den Bankkunden in Deutschland kalt, mit solchen Konditionen lockt man keinen Hund hinter dem Ofen vor. Und wenn der unkundige Verbraucher im fernen Deutschland sich klarmacht, dass dieser Zinssatz pro Monat gilt, dann läuft ihm wahrscheinlich ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Und da ist es kein Trost, wenn juristische besser als natürliche Personen behandelt werden, denn Firmen wird nur ein Zinsatz von 3,98 % im Monat zugemutet. Im Januar betrug dieser noch 4,44 % und der für natürliche Personen 7,57 %. Und jetzt versuchen Sie mal, hier ein fremdfinanziertes Geschäft aufzubauen! Die vielen positiven Beispiele für ein solches Unterfangen zeigen, dass man gute Geschäfte in Brasilien machen kann, wenn man sich auskennt, Mut und Augenmass hat und vor allem Geduld und auch Glück.

14 September 2009

BOVESPA erreicht höchsten Jahreswert

Heute stieg der Bovespa-Index auf 58.867,55 Punkte, das ist bisher der höchste Wert in diesem Jahr. Das letzte Mal, als der Index über diesem Wert lag, war am 31.7.2008, als er 59.505,17 Punkte erreichte. In diesem Jahr betrug der Wertzuwachs der börsennotierten Aktien 56,77 % im Jahr und 4,21 % im Monat.

AKTUALISIERUNG VOM 16.9.09:
Der Bovespa-Index kletterte jetzt auf 60.097,28 Punkte. Das ist das erste Mal seit dem 21.7.08, dass er die 60.000 Punkte - Marke überschreiten konnte. Der Dollar fiel und der kommerzieller Kurs liegt bei nur 1,80 R$, der € bei 2,646 R$ zur Freude der brasilianischen Importeure.

Das Imperium schlägt zurück

Das ist die Antwort von VALE auf die Vorwürfe Lulas, die Firma hätte sich in der Krise nicht patriotisch verhalten und Investitionen zurückgestellt und Leute entlassen:
Heute wurde die obige Anzeige veröffentlicht. Darin steht:

VALE zieht vier Megaprojekte des Stahlsektors nach Brasilien an:
  • Aços Laminados do Pará
  • Companhia Siderúrgica do Atlântico - Rio de Janeiro
  • Companhia Siderúrgica de Ubu - Espírito Santo
  • Companhia Siderúrgica de Pecém - Ceará
Dafür sind 31,2 Mrd. R$ Investitionen nötig und es werden mehr 80.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

VALE. Die Privatfirma, die am meisten in Brasilien investiert.

Das hat die Regierung mit ihrem PAC bis heute nicht fertig gebracht. Dass bei einer solchen Firma Eike Batista, der reichste Mann Brasiliens, gerne mitmischen würde, ist klar. Zu seiner EBX-Gruppe würde VALE gut passen, aber leider will ihm die Banco Bradesco ihren Anteil nicht verkaufen. Und so weiß Eike Batista wahrscheinlich nicht, was er mit den 5,5 Mrd. US$ (Ob es nach der Krise noch so viel sind?) machen soll, die er durch den teilweisen Verkauf seiner MMX-Beteiligung an Anglo American erlöst hat. Und mit 52 Jahren ist er noch zu jung, um Däumchen zu drehen.

PS: Ich hatte übrigens irrtümlich geglaubt, dass Eike Batista schon an Vale beteiligt sei, aber diesen Zahn hat mir heute Holger Brandt gezogen! Denn wer bei Vale das Sagen hat, ist ihr Präsident Roger Agnelli, der auf eine lange Bradesco-Karriere zurückblicken kann.

13 September 2009

Trau schau wem!

Was ist schlimmer, ein Wolf im Schafspelz oder ein Schaf im Wolfspelz oder sogar ein Schaf im Schafspelz? Auf seine Exzellenz Lula passt wohl eher der Wolf im Schafspelz, denn er versucht ganz ungeniert und unter Einsatz seiner bewährten Demagogie den Staatsanteil an Brasiliens Wirtschaft wieder höher zu schrauben. Und die Opposition schlüpft in die Rolle des Schafes im Schafsfell und hat dem ausser einem kläglichen Blöken nichts entgegenzusetzen. Und selbst wenn das Schaf in den Wolfspelz schlüpft, bleibt die Opposition ein Papiertiger.

Was sind die Fakten? Für den Bergbau wird eine neue Agentur geschaffen, die die Termine für den Abschluss von Untersuchungen und die Inbetriebnahme von Bergwerken überwachen soll. Es wird künftig schwieriger werden, für solche Untersuchungen (sprich Prospektionen) und den anschliessenden Abbau der gefundenen Bodenschätze eine Genehmigung zu bekommen und die Zeitspanne für die Ausbeutung soll kürzer werden. Das bedeutet außerdem mehr Kosten und - wahrscheinlich viel - mehr Bürokratie. Die VALE ist besonders im Visier des Präsidenten, weil sie während der Krise vorsichtig mit ihren Mitteln umging und Investitionen zurückstellte. Die Firma soll nach den Vorstellungen Lulas mehr auf die Regierung hören (bald haben wir wohl Fünfjahrespläne unseligen Angedenkens) und selber vermehrt Stahlwerke betreiben und weniger Eisenerz exportieren. Im Erdöl- und Erdgasbereich wird die teilprivatisierte Petrobrás eine dominierende Rolle einnehmen, d.h. unverblümt, dass sie die einzige Firma sein wird, die die so genannten pré - sal - Vorkommen direkt ausbeuten darf und mindestens 30 % an jedem Konsortium haben wird, welches in diesem Gebiet tätig werden will. Außerdem wird es einen neuen Staatsbetrieb geben (irgendwo her müssen ja die Gelder und Posten für unsere Politiker kommen), die Petro-Sal, die ebenfalls an allen Konsortien teilhaben wird und diesen sagt, wo es lang geht. Und da Petrobrás Firmen wie Petroquímica Triunfo und Suzano Petroquímica kauft oder sich an ihnen beteiligt, wird die so erfolgreiche Privatisierung teilweise wieder rückgängig gemacht. Die Elektrizitätswirtschaft ist ebenfalls betroffen. Eletrobrás und die von ihr kontrollierten Firmen nehmen intensiv an den Versteigerungen der Konzessionen für die Generierung und Weiterleitung elektrischer Energie teil und die EPE - Empresa de Pesquisa Energética hat die Kontrolle über die Planung und Ausweitung des Sektors an die Regierung zurückgegeben. Bei den Banken hat es die staatliche Banco do Brasil schon geschafft, den Platz als größte Bank, den ihr die Itaú - Unibanco abgenommen hatte, zurückzuerobern. Sie soll die Privatbanken durch aggressive Zinssenkungen zwingen, auch ihre Kreditbedingungen zu verbessern, was meine volle Unterstützung hat. Bleibt noch der Telekommunikationssektor, der einst von der Telebrás beherrscht wurde, mit all den Nachteilen wie mehrjährige Wartezeiten auf Telefonlinien oder Abkürzung dieser durch Zahlung von umgerechnet tausenden von Euro. Diesem weißen unfähigen Elefanten soll die Verwaltung einer öffentlichen Internet - Breitbandverbindung anvertraut werden, unter Nutzung der Glasfaserkabel von Petrobrás und Furnas Centrais Elétricas. Sie soll außerdem investieren, um eine Internetanbindung in unterentwickelten Regionen Brasiliens zu gewährleisten und für den Datenverkehr der Regierung verantwortlich zeichnen.

Unser Wolf im Schafspelz hat bisher folgende Staatsbetriebe geschaffen:
  • CaixaPar - eine Tochter der Caixa Econômica Federal
  • EPE für Energieforschung
  • EBC/TV BRasil - Empresa Brasil de Comunicação e TV pública de comunicação
  • Ceitec - Centro Nacional de Tecnologia Eletrônica Avançada
  • Hermobrás
  • Banco Popular do Brasil - eine Tochter der Banco do Brasil
  • BB Administradora de Consórcios
  • PetroBio - Petrobrás Biocombustível
Auf dem Programm steht die Schaffung weiterer Staatsbetriebe: Posttransportlogistikfirma, Eximbank als Tochter der BNDES zur Exportfinanzierung, Petro-Sal, Staatseisenbahn, Bergbauregulierungsagentur. Lenin läßt grüßen! Und dabei haben wir dich schon "Good bye, Lenin" gesagt, oder?

Täglich 3 Maultiere in São Paulo verhaftet!

Man sagt bei uns auch mulas und dann weiß jeder, was gemeint ist. Nämlich keine vierbeinigen Kreuzungsergebnisse der Paarung von Pferd und Esel, sondern Menschen, die am oder im Körper versteckt Rauschgift schmuggeln und sich selbst wohl, wenn sie erwischt werden, als Esel bezeichnen. Und erwischt werden im Schnitt die oben erwähnten drei mulas alleine im Internationalen Flughafen Cumbica in Guarulhos, der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates São Paulo, die an die Stadt São Paulo angrenzt und diese mit ihren ungeklärten Abwässern verseucht, die sie in den Rio Tietê einleitet. In diesem Jahr wurden per August bereits 313 Personen auf dem Flughafengelände festgenommen, die versucht hatten, an Bord eines Flugzeuges mit ihrer versteckten Rauschgiftladung zu gelangen. 2007 hatten es 173 Rauschgiftschmuggler vergeblich versucht, 2008 waren es 221 und dieses Jahr bei linearer Hochrechnung werden es 470 sein. Keine schönen Aussichten.

Unter den am Flughafen verhafteten 313 Personen waren zehn Nationalitäten besonders stark vertreten:
  1. Spanier
  2. Südafrikaner
  3. Rumänen
  4. Bolivianer
  5. Nigerianer
  6. Bulgaren
  7. Angolaner
  8. Portugiesen
  9. Thailänder
  10. Paraguayer
262 Ausländern stehen 51 Brasilianer gegenüber, 188 Männer und 125 Frauen waren es, die in Handschellen abgeführt wurden. Das Ziel dieser mulas waren Flughäfen in den Hauptabnehmerländern des Rauschgiftes (hauptsächlich Kokain) aus Kolumbien, Peru und Bolivien, nämlich
  • London
  • Brüssel
  • Madrid
  • Barcelona
  • Lissabon
  • Paris
  • Zürich
  • Dakar
  • Rom
  • Istanbul
  • Lagos
  • Dubai
  • Luanda
  • Johannesburg
Haben Sie Frankfurt und München auch vergeblich gesucht? Da kann man mal wieder sagen "Ich bin stolz, Deutscher zu sein", oder? Aber vorher gehen Sie lieber durchs Bahnhofsviertel unserer deutschen Großstädte, das bewahrt einen davor, Pharisäer zu werden.

Einen weiteren Kommentar hierzu gebe ich lieber nicht ab. Und was bringt das Ganze für die mulas? Bis zu 5.000 US$, wenn das Rauschgift im Körper geschmuggelt wird, oder den Tod, wenn sich der Inhalt der Päckchen in das Körperinnere ergießt oder einige Jahre Gefängnis, wenn man erwischt wird. Und die Jahre in einem brasilianischem Gefängnis zählen doppelt, allerdings nur, wenn man die Verhältnisse mit einer deutschen Strafvollzugsanstalt vergleicht. In Paraguay oder Angola sind die Gefängnisse wahrscheinlich kaum besser als unsere.

Leider kommen in diese aber nur die mulas und nicht ihre Auftraggeber. Wobei darüber zu philosophieren wäre, was ein angemessener Ort für die Rauschgiftkonsumenten wäre, die oft der so genannten Mittel- und Oberschicht angehören und dafür sorgen, dass skrupellose "Großhändler" eine Industrie aufziehen konnten, die ganze Länder wie Kolumbien oder Afghanistan fest im Griff hält und deren BIP durchaus mit dem der legitimen Industrie mithalten kann. Wobei bereits ein nicht zu vernachlässigender Teil dieser legitimen Industrie so legitim nicht ist, weil er mit blütenweiss gewaschenen Narkodollars finanziert wurde. Und als Europäer muss man dazu die EU nicht verlassen, um Beispiele zu finden.

Weltweite BIP-Veränderung im zweiten Vierteljahr 2009 gegenüber dem ersten

  1. China + 7,9 %
  2. Indien + 6,0 %
  3. Brasilien + 1,9 %
  4. Japan + 0,9 %
  5. Frankreich + 0,3 %
  6. Deutschland + 0,3 %
  7. Kanada - 0,1 %
  8. USA - 0,3 %
  9. Chile - 0,4 %
  10. Italien - 0,5 %
  11. Vereinigtes Königreich - 0,8 %
  12. Spanien - 1,0 %
  13. Mexiko - 1,1 %
  14. Russland - 10,9 %!!! Und das will ein BRIC-Staat sein?

11 September 2009

Brasiliens BIP steigt und das Land sagt der Rezession ade

Oder schreibt man Ade oder Adé? Oder adé? Ich habe alle Varianten gefunden, vielleicht gibt es einen klugen Germanisten, der mich erleuchten kann?

Aber zurück zum Thema, im zweiten Vierteljahr 2009 wuchs das brasilianische Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem ersten um 1,9 %:



Verglichen mit dem zweiten Vierteljahr 2008 war allerdings ein Rückgang von 1,2 % zu verzeichnen. Aber immerhin, die so genannte "technische" Rezession ist für uns vorbei, weil die Bevölkerung - unterstützt durch die Steuervergünstigungen der erschreckten Regierung - kräftig weiter konsumierte. Dieser Konsum stieg im zweiten Vierteljahr 2009 um 2,1 %, während die Staatsausgaben um 0,1 % fielen. Der Export wuchs um 14,1 % und der Import um 1,5 %.

Wenn man die Situation mit dem zweiten Vierteljahr 2008 vergleicht, fällt auf, dass nur der Dienstleistungssektor wuchs, um 2,4 %. Die Industrie musste einen Rückgang ihres BIP um 7,9 % und Landwirtschaft und Viehzucht um 4,2 % hinnehmen. Also ganz ungeschoren sind wir nicht davongekommen! Schlimm ist der Rückgang der Investitionen um 17 %, das ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufschreibungen in 1996. Und der Export ging um 11,4 % und der Import um 16,5 % zurück, das muss erst wieder aufgeholt werden. Und wir wissen noch nicht, wie es weitergeht, wenn die Steuervergünstigungen abgelaufen sind.

Aber unsere Gewerkschaften meinen schon, es sei alles gut und lassen die Automobilfabriken bestreiken. Auch unser Präsident wies lautstark darauf hin, dass die Überwindung der Krise vor allem eine Grosstat des einfachen Volkes sei und kritisierte Firmen wie Vale wegen ihrer vorübergehenden Investitionszurückhaltung. Hier ist ein ähnliches Verständnis von Privateigentum zu spüren, wie es auch deutsche Regierungsmitglieder und Gewerkschaftler äußerten, als sie GM vorschreiben wollten, was die Firma mit Opel zu tun habe. Wobei ich den deutschen Wirtschaftsminister ausdrücklich vom Verdacht des Nichtverstehens der Rolle eines Unternehmers ausnehmen will.

08 September 2009

Was macht die Fachhochschule Flensburg in Namibia?

So transparent ist das Internet und so täuschend können Besucherstatistiken sein, denn ich nahm natürlich an, dass sich jemand in Namibia, welches ich ausführlich bereiste, als ich noch in Südafrika wohnte, für Brasilien interessiert:
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Domain Name (Unknown)
IP Address 193.175.191.# (Fachhochschule Flensburg)
ISP DFN Verein
Location
Continent : Africa
Country : Namibia (Facts)
State/Region : Windhoek
City : Windhoek
Lat/Long : -22.57, 17.0836 (Map)
Distance : 6,457 kilometers
Language German
de
Operating System Microsoft WinXP
Browser Internet Explorer 7.0
Mozilla/4.0 (compatible; MSIE 7.0; Windows NT 5.1; InfoPath.2; .NET CLR 2.0.50727; FH Flensburg WS2008/2009; FH Flensburg; FH Flensburg WS2008/2009)
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Wenn Agatha Christie noch schreiben würde...

...müsste sie und auch ihr zeitgenössischer Kollege Edgar Wallace sich heute ein anderes Land aussuchen, wenn es um flüchtige Schurken geht, die dem Empire den Rücken zukehren müssen. Denn bis dato ist Brasilien, in den Büchern beider Autoren oft als sicherer Hafen und letzte Zuflucht erwähnt, selbst für einen Ronald Biggs tatsächlich, wenn auch nicht für immer, eine zweite sichere Heimat geworden. Damit soll jetzt Schluß gemacht werden, das Programm Fim de Linha wird dafür sorgen, dass Verbrecher, die nach Brasilien flüchten, hier schnell identifiziert werden und das dass dann das Ende der Fahnenstange für selbige ist. Letztes Jahr wurden 42 Ausländer ausgeliefert, die ihre Verbrechen nicht in Brasilien begingen und deshalb hofften, hier Unterschlupf zu finden.

11,5 % der Festgenommenen waren Deutsche, Argentinier und Italiener, 9 % Portugiesen, 7 % Uruguayer, 3,5 % Franzosen, Spanier, US-Amerikaner und Norweger, 69 % gehörten anderen Nationen an. Fragen Sie mich bitte nicht, nach welchen Kriterien diese Zahlen zusammengefasst wurden, das weiss nur die Bundespolizei und die Zeitung O Estado de São Paulo, der ich sie entnahm. 30 % der Festnahmen geschahen im Bundesstaat São Paulo, 23 % in Rio de Janeiro und 47 % in anderen Bundesstaaten. Das deckt sich mit der Erwähnung des letzten Zufluchtortes in den Krimis der erwähnten britischen Autorenberühmtheiten. Grund für die Festnahme war zu 33 % Rauschgifthandel, 15 % Mord, 10 % Betrug, 7 % Kinderschändung, 5 % Raub, 3,5 % Geldwäsche und Menschenhandel und 26,5 % entfielen auf nicht spezifizierte Verbrechen. Ich nehme mal an, dass die Zahl der Festgenommenen höher als die der Ausgelieferten ist, sonst wären solche Prozentangaben bei nur 42 Personen etwas niedrig - aber es kann auch sein, dass man sich auf die Auslieferungen von 2007, 2008 und 2009 bis jetzt bezieht.

La Grande Nation rüstet das von Gott gesegnete Land auf

Und zeigt seinem engsten Verbündeten in Europa, wie man Geschäfte macht. Es reicht nämlich nicht, wenn der deutsche Wirtschaftsminister nach Brasilien reist, um im Schulterschluss mit hiesigen Politikern Einheit und Harmonie zu beschwören und keine Geschäfte macht. Aber wenn ein Sarkozy für weniger als einen Tag nach Brasilien kommt, um den Unabhängigkeitstag an der Seite seines Kollegen Lula zu feiern, werden Geschäfte für 37,5 Mrd. R$ bzw. 12,5 Mrd. € abgeschlossen. Brasilien wird nämlich von Dassault 36 Rafale-Jagdflugzeuge für 10,6 Mrd. R$ bzw. 4 Mrd. € kaufen und lässt mit diesem Höhenflug Boeing und Saab mit hängenden Flügeln auf der Erde hocken. Im Gegenzug wird Frankreich Transportflugzeuge von der Embraer beziehen und die Technologie der Kriegsgerätelieferung weitgehend offenlegen. Zu dieser Lieferung gehören auch Hubschrauber für 1,8 Mrd. € und U-Boote für 6,7 Mrd. US$. Damit ist Brasilien seinem Ziel, ein atomgetriebenes Unterseeboot zu besitzen, um sein Erdöl zu schützen, nähergekommen. Und die Deutschen stehen wie begossene Pudel dar, unsere konventionellen U-Boote waren nicht gut genug und den Nuklearantrieb haben wir nicht und werden wir auch nicht bekommen, denn 65 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges ist uns der Zugang zu dieser Technologie immer noch verboten. Auch mit unserer Beteiligung am Aufbau von Angra III und weiteren 25 (!) Atomkraftwerken sieht es düster aus, denn Lula und Sarkozy haben auch für diesen Bereich eine enge Zusammenarbeit verabredet, während wir uns in Deutschland aus dieser Technologie zurückziehen. Und damit es nicht nur bei Sonntags- bzw. Montagsreden bleibt, kommt heute die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde mit Vertretern von 16 Firmen nach São Paulo, um Nägel mit Köpfen zu machen. Sie soll dafür sorgen, dass der vergleichsweise geringe Außenhandel zwischen Brasilien und Frankreich ausgebaut wird und französische Firmen vermehrt in Brasilien investieren. Und uns bleibt die Hoffnung, dass der Schnellzug von Campinas über São Paulo nach Rio mit deutscher Magnetschwebebahntechnologie gebaut wird, die ja so gut ist, dass selbst unsere eigenen Politiker sich nicht dazu durchringen konnten, sie im Lande anzuwenden. Lassen wir uns überraschen, bis zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien vergeht ja noch einige Zeit und Sie wissen ja, kommt Zeit, kommt Rat! Übrigens konnte Sarkozy nicht das von Lula versprochene Churrasco genießen, denn die temperierten Glasscheibe über der Churrasqueira hielt die Hitze nicht aus und zersprang genau über dem fast fertigen Fleisch. Wie gut dass die erste Dame Brasiliens eine Moqueca mit Feijoão Tropeiro in der Hinterhand hatte!

06 September 2009

Jung gefreit hat nie gereut

Es sei denn, man ist der Vater der schönen Tochter und muss tief in die Tasche greifen. Dieser Griff setzt in Brasilien jährlich unglaubliche 10 Mrd. R$ frei, denn das ist die Summe, die der Heiratsmarkt hier umsetzt. Und das Heiraten scheint entweder immer mehr in Mode zu kommen oder der Brautvater lässt sich immer weniger lumpen, denn in den letzten 7 Jahren wuchs dieser Wert um 400 %. Da kann man aus Sicht derer, die mit einer Hochzeit ihren Lebensunterhalt (und etwas mehr) verdienen, nicht vom verflixten siebten Jahr sprechen. In Brasilien wird 900.000 mal jährlich geheiratet, alleine in der Stadt São Paulo werden im Jahr 66.000 Hochzeiten gefeiert! Im Mittel kostet eine brasilianische Hochzeit also 11.111,11 R$, wobei die Bandbreite aber gross ist, denn ich kenne Hochzeiten, die 500.000 R$ und mehr gekostet haben.

Und auf der Checklist der Brautpaare sind 85 Punkte zu kontrollieren, wobei einer der wichtigsten das Brautkleid ist. Eine durchschnittliche Hochzeit gibt direkt und indirekt 343 Personen Lohn und Brot, da kann ein solches Fest durchaus als volkswirtschaftlich bedeutend gewürdigt und sollte entsprechend gefördert werden.

Das erwähnte Hochzeitskleid verschlingt 10 % der Ausgaben für eine Hochzeit, der Festsaal und die Musik erfordern je 8 %, Einladungen und Erinnerungsgeschenk für die Gäste schlagen mit nur 3 % zu Buche. Die leibliche Verpflegung ist deutlich teurer, 30 % der Gesamtausgaben entfallen auf gutes Essen und Trinken. Für die Dekoration müssen 15 % beiseite gelegt werden und für den Fotografen - schließlich lebt der Mensch nicht vom Brot allein, sondern auch von seinen Erinnerungen - 12 %. Die restlichen 5 % entfallen auf unvorhergesehene Ausgaben.

Übrigens kamen früher brasilianische Bräute aus Deutschland nach São Paulo, um hier ihr Brautkleid zu kaufen - preiswert und gut. Heute kaufen brasilianische Bräute, die noch in Brasilien wohnen, ihr Brautkleid in New York, wenn sie etwas auf sich halten. Ein Hinweis, in der Rua São Caetano in São Paulo, die auch Strasse der Braut - Rua da Noiva - genannt wird, findet selbige alles, was sie zum Heiraten braucht, vor allem ein schönes Brautkleid.

05 September 2009

DIE KRISE ist in Brasilien nur noch die Krise

Und das ist der Beweis: Der Einkaufsleiterindex liegt wieder über 50! An dieser 50 scheiden sich nämlich die Geister, unterhalb schrumpft die Industrieaktivität, darüber wächst sie. Der Index wird PMI genannt, was für Indíce Gerentes de Compras steht, und wurde von der HSBC-Bank veröffentlicht. Sein Verlauf zeigt deutlich den Beginn der Krise im September vor einem Jahr und korrespondiert mit dem Wechselkurs € - R$, der ja auch wieder normale, d.h. Vorkrisenwerte, erreicht hat.

Der Index wird von der englischen Markit Group durch monatliche Befragung von 450 Einkaufsleitern der Industrie gebildet. Dabei werden neue Aufträge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten der Lieferanten und Rohmaterialbestände ausgewertet.

Autoverkäufe brechen im August Rekord

Das Glas ist halbvoll oder halbleer. Denn im August gingen zwar die Autoverkäufe einschließlich Busse und Lastkraftwagen um 9,5 % gegenüber dem Vormonat zurück, aber brachen trotzdem einen Rekord, denn mit 258.163 im Inland verkauften Fahrzeugen war es der beste August aller Zeiten. Gegenüber dem August 2008 betrug der Zuwachs 5,5 %. Per August 2009 wurde ein Plus von 2,7 % gegenüber den ersten acht Monaten des Vorjahres erzielt.

Im Juni stellte die brasilianische Kfz-Industrie einen neuen Rekord auf, den besten Monat aller Zeiten, mit 300.200 abgesetzten Fahrzeugen. "Schuld" daran ist die Krise, denn sie bewirkte die temporäre Reduzierung / Aussetzung der Steuer auf industrialisierte Produkte - IPI, unsere Version der deutschen Abwrackprämie. Ohne diese Maßnahme der Regierung wäre der Absatz dieses Jahr 300.000 Einheiten kleiner gewesen, meint Anfavea, der Automobilherstellerverband. Und auch wichtig, diese Maßnahme verhinderte die Eliminierung von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen!

Zur Zeit ist Fiat die erfolgreichste Marke in Brasilien mit 24,7 % Marktanteil, VW hat 23,4 %, GM kommt auf 19,7 % und Ford auf 10,3 %. Den Rest von 21,9 % teilen sich Brasilianer mit Franzosen, Koreanern und Japanern, wenn man die LKWs hinzunimmt, auch noch mit Schweden. Alle zusammen verkauften per August 1,993 Mio. Fahrzeuge in Brasilien, das sind 2,7 % mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum - trotz DER KRISE!

Bei den Motorrädern sieht es nicht so gut aus wie bei den Autos, per August wurden 1,046 Motorräder verkauft, 21 % weniger als per August 2008. Was dem, der sich durch die Straßen São Paulos quält, sicher angenehm ist, denn schon jetzt machen dem Autofahrer die Motorradfahrer das Leben schwer - da gilt aus der egoistischen Sicht der Vierradfahrer sicher "je weniger Zweiräder, desto besser!".

03 September 2009

Interessante Broschüren über Brasilien

Im Juni hatte ich einen Vortrag in Wien gehalten, der von der Wirtschaftskammer Österreich organisiert wurde. Bei dieser können Sie diese Broschüren beziehen und sich über Förderprogramme informieren:
  • Brasilien - Firmengründung und Steuern
  • AWO-Länderreport Brasilien
  • AWO-Wirtschaftsreport Brasilien
  • Informationen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage
  • Brasilien - Lohn- und Lohnnebenkosten
  • Brasilien - Erdöl, Erdgas-, Petrochemische Industrie
  • Energiewirtschaft in Brasilien
  • Elektrische Energie, Erdöl, Erdgas, erneuerbare Energien
  • Brasilien - Holzindustrie
  • Eisenbahnsektor
  • Importkosten in Brasilien
  • Brasilien - Schiffbau und Zulieferindustrie

Der Basiszins bleibt bei 8,75 %

Und so sieht die aktuelle Kursentwicklung EURO - REAL aus, DIE KRISE ist wohl vorbei auf dem Devisenmarkt?! Wir sind nämlich wieder auf den Werten vor der Krise angelangt.

Spieglein, Spieglein an der Wand...

...wer ist die lukrativste im ganzen Land? Unsere mehr als halbstaatliche Petrobrás natürlich und nicht nur in Brasilien. Hier ist die Liste der Firmen beider Amerikas in der Reihenfolge ihres Nettogewinnes im zweiten Vierteljahr 2009, jeweils in Mrd. US$:
  1. Citigroup 4,279
  2. Petrobrás 3,963
  3. Exxon Mobil 3,950
  4. Goldman Sachs 3,435
  5. Birkshire Hathaway 3,295
  6. AT&T 3,276
  7. Bankamerica 3,224
  8. Johnson & Johnson 3,208
  9. Wells Fargo 3,172
  10. IBM 3,103
Interessant, dass der erste Platz von einer Finanzinstitution eingenommen wird, trotz DER KRISE. Mal sehen, wo Petrobrás landet, wenn die pré-sal - Vorkommen angegangen werden! Tiefbohren kann man ja bei Petrobrás, denn gemeinsam mit BP hat man gerade ein riesiges Ölvorkommen im Golf von Petrobrás in einer Tiefe von 10.685 Metern gefunden! Der Petrobrás-Anteil an diesem Tiber 1 genannten Projekt beträgt 20 %.

02 September 2009

Aktienmarktkapitalisierung in den BRIC-Staaten

Mit diesem schönen langen Wort wird das Produkt aus Menge der gehandelten Aktien und ihrem Wert verstanden. Und wenn man das Ergebnis dieser Rechenoperation als Kriterium für eine Rangreihenfolge nimmt, hat Brasilien gerade Indien vom Thron gestossen. Das sind die Werte am 28.8.09:
  1. Brasilien 477,90 Mrd. US$
  2. Indien 457,12 Mrd. US$
  3. China 330,57 Mrd. US$
  4. Russland 216,81 Mrd US$
Jetzt wissen Sie, wo Sie investieren müssen (bzw. investiert gehabt haben sollten - nachher ist man immer schlauer)!

Deutsch-brasilianische Zusammenarbeit

Pressestimmen zu den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen in Vitória, die gerade stattfanden:

Guttenberg: "Mehr Handel mit Brasilien"