05 Februar 2013

In Brasilien sagt man "tirar o corpo fora"

und in den USA weniger vornehm "cover your ass". Die Intention ist identisch, nämlich das Wegstehlen aus der Verantwortung. Und genau das ist der Grund, warum hier kein normaler Unternehmer gerne für den Staat arbeitet, denn um einen Auftrag zu bekommen, muss man in eine Ausschreibung fast mehr Arbeit investieren als in die Erledigung der dann kontraktierten Arbeit. Aber wie ich jetzt erfuhr, herrschen in Deutschland ähnliche Regeln. Um einen Auftrag in Wert von einigen tausend € von einer Gesellschaft zu bekommen, die von einer Landesregierung getragen wird, muss man an einer Ausschreibung teilnehmen, die aus folgenden Dokumenten besteht:
  1. Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes
  2. Angebot
  3. Angebotsschreiben (Vordruck VOL 7)
  4. Leistungsbeschreibung
  5. Besondere Vertragsbedingungen  
  6. Firmenfragenkatalog   
  7. Besondere Vertragsbedingungen Tariftreue / Mindestentlohnung (Vordruck VOL 8c)
  8. Vertragliche Nebenbedingungen ILO (Vordruck VOL 8d)
  9. Eigenerklärung zur Zuverlässigkeit gem. § 6 VOL/A (Vordruck VOL 5c)
  10. Eigenerklärung zur Tariftreue / Mindestentlohnung (Vordruck VOL 5f)
  11. Eigenerklärung zu sozialen Kriterien (Vordruck VOL 5g)
Und dann steht da noch "Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt". Herrlich, also der billigster Anbieter macht das Rennen, nicht der kompetenteste. Und m.E. alles nur deshalb so kompliziert, damit niemand einem Beamten vorwerfen kann, dass er einen Bewerber bevorzugt hat oder dass ein Unterauftragnehmer die Tarifbedingungen nicht einhält - in unserem Fall in Brasilien!!! Oder will man einfach demjenigen, der den Auftrag vergibt, ersparen, das Angebot fachlich beurteilen zu müssen? Wie läuft das eigentlich bei Bewerbungen? Wird da auch der genommen, der am wenigsten Gehalt fordert?

Ein Beispiel zeigt die Weltfremdheit solcher Ausschreibungen für den Fall eines ausländischen Teilnehmers:
"Mir ist bekannt, dass ein Unternehmen von der Teilnahme an einem Wettbewerb als Bewerber oder
Bieter ausgeschlossen werden kann, wenn
a) über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren oder ein vergleichbares gesetzliches Verfahren
eröffnet oder die Eröffnung beantragt oder dieser Antrag mangels Masse abgelehnt worden ist,
b) es sich in Liquidation befindet,
c) es nachweislich eine schwere Verfehlung begangen hat, die seine Zuverlässigkeit als Bewerber
in Frage stellt,
d) es seine Verpflichtung zur Zahlung von Steuern und Abgaben sowie der Beiträge zur gesetzlichen
Sozialversicherung nicht ordnungsgemäß erfüllt hat,
e) es im Vergabeverfahren unzutreffende Erklärungen in Bezug auf seine Eignung abgegeben hat.
Ich versichere hiermit, dass keine zuvor genannten Verfehlungen vorliegen, die einen Ausschluss
von der Teilnahme am Vergabeverfahren rechtfertigen könnten.
Ich verpflichte mich, die vorstehende Erklärung auch von Nachunternehmern zu fordern und
vor Vertragsschluss bzw. spätestens vor Zustimmung des Auftraggebers zur Unterbeauftragung
vorzulegen."
Wenn Sie also z.B. eine Reise für eine deutsche amtliche Stelle organisieren, müssen Sie u.U. von einem Busunternehmer, Hotelbesitzer oder Restaurantbetreiber obige Erklärung fordern, bevor Sie den Auftrag erhalten und seinerseits Aufträge vergeben! Kein Wunder, dass der neue Flughafen in Berlin nicht fertig wird. Wobei bei solchen Auftragsvolumina natürlich andere Bedingungen gelten müssen als bei Kleinaufträgen. Aber auch hier rächt sich die Vergabe an den jeweils billigsten, der ist nämlich eigentlich nie auch der beste!

Warum erinnert mich diese Vergabepraxis an folgende Geschichte? Der Chef der Kaiserlichen Materialprüfungsanstalt liess Gewichte kaufen, die wegen ihrer Nutzung in Salpetersäure vergoldet sein mussten, weil sie sich sonst aufgelöst hätten. Prompt kam die Frage des Kaiserlichen Rechnungshofes, was sich der Herr Professor wohl dabei gedacht hätte, Gewichte vergolden zu lassen. Seine lakonische Antwort: "Weil massives Gold zu teuer gewesen wäre".

04 Februar 2013

Brasilien ist fast 25 mal grösser als Deutschland

Das kann man überall lesen, aber stimmt es? Denn jetzt kam heraus, wenn man die Daten der Katasterämter addiert, ist Brasilien 600.000 Quadratkilometer grösser als bisher bekannt war. Leider kann die Landvermessung diesen wundersamen Zuwachs nicht bestätigen und man muss sich damit abfinden, dass betrügerische Manipulationen bei den cartórios nicht vermieden wurden. Schade, es wäre doch zu schön gewesen, auf diese Weise die zweifache Fläche des Bundesstaates São Paulo aus dem Nichts zu schaffen! Übrigens sind 1.354 Gemeinden von den insgesamt 5.565 betroffen. Den Vogel schiesst Ladário in MT ab, dort ist die registrierte Fläche 10 mal grösser als die tatsächliche.  INCRA und IBGE haben jetzt ein Problem, an dessen Lösung angeblich schon gearbeitet wird.

03 Februar 2013

Brasiliens Industrie verliert weiter an Bedeutung

Die ABC-Region von São Paulo, die sich aus 7 Gemeinden zusammensetzt, verlor letztes Jahr 52.000 Arbeitsplätze, damit ist die Wiege der brasilianischen Industrie heute mehr von Dienstleistungsfirmen als von Fabriken geprägt. Groß - São Paulo verlor 11.000 Arbeitsplätze wegen der Entwicklung in den sieben Gemeinden der ABC-Region.
Quelle: http://www.agenciagabc.com.br/grandeabc0709br/grande-abc/index.php?id=14
Schuld daran ist der Rückgang der Industrieproduktion in ganz Brasilien in 2012 um 2,7 %, trotz der wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen wie die Aussetzung / Reduktion der IPI-Steuer auf einige Produkte wie Autos und Kühlschränke. Der größte Rückgang konnte bei Investitionsgütern beobachtet werden, 11,8 %! Sehr gefährlich, denn mit Investitionsgütern werden andere Güter hergestellt. Nur bei Investitionsgütern für den Agrobereich gab es ein Wachstum von sogar 3,5 %. Die Autoproduktion ging um 13,5 % zurück, die LKW- und Busproduktion sogar um 36,2 %. Wir können gespannt sein, wie sich der Autoabsatz entwickelt, wenn die IPI-Steuer wieder auf früherem Niveau ist. 



Welche Kosmetikprodukte wuchsen am meisten in Brasilien?

Gar keine, denn natürlich wuchs kein Produkt, aber der Umsatz mit ihm, hier die Werte des Zeitraumes 2008 - 2012:

  • + 25 % make up - Produkte für das Gesicht
  • + 19 % make up - Produkte für die Augen
  • + 16 % Toilettenseife
  • + 14 % Deodorants
  • + 14 % Parfüms

Hört das nie auf?

Heute las ich im "Estadão" einen Artikel über einen berühmten Nachtclub in meiner Heimatstadt Berlin, der mit einem Foto des Clubinneren beginnt, unter dem "Night and day. Na Berghain, antiga usina de energia nazista, a celebração rola das 23h59 de sábado para além das 21h de domingo: dança sem fim" steht. Das Wichtigste scheint also zu sein, dass der Club in einem ehemaligen Nazikraftwerk funktioniert. Das wirft viele Fragen auf, z.B. wie sich ein Nazikraftwerk von anderen unterscheidet und warum ein Brasilianer 2013, also 68 Jahre nach Kriegsende und damit auch Ende des "Dritten Reiches", darauf Bezug nimmt, dass ein Kraftwerk während der 12 Jahre des "Tausendjährigens Reiches" gebaut wurde. Wobei ich nicht weiss, ob das stimmt, aber anders kann ich mir die Titulierung als Nazikraftwerk nicht erklären. Die zweite Frage ist, ob jetzt alle Bauwerke, die im Zeitraum von 1933 bis 1945 in Deutschland errichtet wurden, auch Nazibauwerke sind? "Gut", dass durch die Luftangriffe der Alliierten nicht all zu viele dieser Nazibauwerke übrig geblieben sind? Leider sind viele Bauten, die vor 1933 errichtet wurden, auch weggebombt worden, einige waren hunderte Jahre alt und wurden trotzdem nicht verschont. Mein Schulweg war von gigantischen Schuttbergen gesäumt, darüber schreibt niemand in Brasilien (oder sonstwo). Bin ich als 1944 Geborener dadurch etwa ein Nazi? Nur, weil das "Tausendjährige Reich" zum Zeitpunkt meiner Geburt noch nicht offiziell beendet war?

Der Artikel erschien in Form eines Interviews mit Tales Ab'Sáber, Psychoanalytiker und Professor der Unifesp, Autor des Buches "A música do tempo infinito". Ich vermute zu seinen Gunsten, dass die saublöde Bildunterschrift nicht vom ihm verfasst wurde, sondern - da im einleitenden Text auch auf die Nazizeit Bezug genommen wird - von Mônica Manir, die das Interview gemacht hat.

Es würde mich freuen, wenn ein deutscher Diplomat auf diesen Zeitungsartikel reagieren würde. Wir Deutsche schreiben ja auch nicht "Itaipú, das brasilianische Militärdiktaturkraftwerk". Aber der Nazismus scheint immer noch ein beliebtes Thema in Brasilien zu sein. Neulich rief mich an einem Sonntag ein brasilianischer Geschäftsfreund an, der mich fragte, ob ich seinem Sohn für ein Interview zur Verfügung stehen würde. Dieser müsse eine Arbeit für die Schule schreiben mit dem Titel "Was denken die Deutschen über Adolf Hitler und die Nazis?". Ich will nichts aufrechnen, aber ein ähnliches Thema über Stalin, Lenin, Mao und Napoleon, die gleichermaßen für die Massentötung von Menschen verantwortlich waren, ist sicher noch nie vergeben worden. Wobei ich mich gerne belehren lasse.

PS: Eben machte ich eine interessante Beobachtung, lesen Sie mal die Bildunterschrift der Druckausgabe der Zeitung:
Hier steht "...antiga usina de energia nazista...", während die elektronische Ausgabe entnazifiziert wurde:
 Ob jemand von der Internetredaktion meinen post gelesen und darauf reagiert hat?



01 Februar 2013

Wer schön sein will, lässt viele daran verdienen!


Das sind die Zahlen von Abihpec und Euromonitor, die zeigen, was für eine Kapelle in Brasilien spielt.  Zu diesen starken Tönen passt überhaupt nicht, dass ich eine zugelassene, aber untätige Kosmetikfirma in Brasilien schliessen muss, weil der Eigentümer in Deutschland die Lust verloren hat. Wenn jemand interessiert ist, sollte er sich schnell bei mir melden!

Presseschau Brasilien

Brasilien: Hilfe für landwirtschaftliche Familienbetriebe

01.02.2013 | Politik |
Landwirtschaftliche Familienbetriebe können in diesem Jahr aus einem Kreditvolumen von 18 Milliarden Reais (rund 6,67 Milliarden Euro) schöpfen, um Investitionen zu tätigen und laufende Kosten zu tilgen. Dies gab [...]
 
WM in Brasilien: Finanzierung von Bauprojekten

01.02.2013 | Wirtschaft |
Die Verantwortlichen der Umbauarbeiten für die Fußballweltmeisterschaft, die 2014 in Brasilien stattfindet, haben eine Liste mit Bauprojekten erstellt, denen bei ihrer Umsetzung Priorität eingeräumt werden sollen. Dabei wurden bereits [...]
 
Brasilien: Arbeitslosenquote auf dem Tiefststand

01.02.2013 | Wirtschaft |
Am gestrigen Donnerstag gab das brasilianische Amt für Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) die Arbeitslosenzahlen für das vergangene Jahr bekannt. Demnach sei die Arbeitslosigkeit im Jahr 2012 auf ihren historischen [...]
 
São Paulo: Protestfahrt von Tausenden Motoboys geplant

01.02.2013 | Politik |
Die Kurierfahrer auf Motorrädern, sogenannte Motoboys, aus São Paulo planen für diesen Freitag (01.02.) eine der größten Demonstrationen in ihrer Geschichte. Sie protestieren damit gegen ein Sicherheitspaket, das die Nationale Verkehrsbehörde (Conselho Nacional [...]
 
Stadion-Unfall im WM-Land

31.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„In Brasilien passierte jetzt ein Unglück, bei dem die beteiligten Fans mit dem Schrecken davon kamen. In der ersten Runde der südamerikanischen Champions League stehen sich Gastgeber Gremio Porto Alegre und LDU Quito (Ecuador) gegenüber. Das Hinspiel endete 1:0 für LDU – Gremio braucht [...]
 
Helden Brasiliens: Brasilien rettet deutschen Carnaval

31.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Unidos da Tijuca wagen Gewagtes Deutschland als Carnavalsthema? Wie soll denn das bitte schön gehen? Die Deutschen wie auch ihr Karneval stehen für steife Ernsthaftigkeit, wohl temperierte Betroffenheit und die überlegte Geste. Also alles das, was Carnaval in Brasilien gerade [...]
 
Brasilianer gaben 2012 mehr Geld für Nahrungsmittel aus

31.01.2013 | Wirtschaft |
Gestern (30.01.) gab der brasilianische Supermarktverband ABRAS (Associação Brasileira de Supermercados) die Bilanz über die Verkäufe in 2012 bekannt. Laut des Verkaufsindexes stiegen die Verkaufszahlen um 5,3 Prozent im Vergleich [...]
 
Gericht in Mato Grosso Sul gibt Indigenen Recht

31.01.2013 | Politik |
Das Oberste Verfassungsgericht des Bundesstaates Mato Grosso do Sul im Zentrum Brasiliens bestätigte vorerst den Verbleib von 47 Familien der Ethnien Guarani-Kaiowá, Ñandeva und Terena auf einem Gebiet von rund 27 [...]
 
Brasilien: Intensivärzte erhalten zusätzliche Schulungen

31.01.2013 | Politik |
Die Vereinigung für Brasilianische Intensivmediziner (Associação de Medicina Intensiva Brasileira, kurz: Amib) will zukünftig Schulungen zur richtigen Behandlung bei Katastrophen durchführen. Dabei sollen alle Ärzte, die in Unfall- [...]
 
BNDES unterstützt Peugeot für Produktion neuer Modelle

31.01.2013 | Wirtschaft |
Die nationale Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social) genehmigte einen Finanzierungsplan von 154 Millionen Reais (ca. 57 Millionen Euro) für den Automobilhersteller Peugeot Citroën in Brasilien, um [...]
 
WM-Poster 2014: Brasiliens Fußballkunst mit viel Farbe

30.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Die FIFA und WM-Gastgeber Brasilien haben das offizielle Poster für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 vorgestellt. Auf dem Poster sind die Beine zweier Fußballer dargestellt, die um den Ball kämpfen und zugleich die Umrisse des südamerikanischen Landes darstellen. Das in Rio de [...]
 
Aufschwung in Brasilien macht Lkw-Bauer Scania Hoffnung

30.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Der Aufschwung auf dem zuvor eingebrochenen brasilianischen Lkw-Markt sorgt beim schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania für neue Hoffnung in schwierigen Zeiten. Vor allem durch staatliche Subventionen im größten südamerikanischen Land stiegen die Auftragseingänge im vierten [...]
 
Brasilien: 1,6 Milliarden Reais für Gesundheitswesen

30.01.2013 | Politik |
Die brasilianische Regierung wird 1,6 Milliarden Reais (ca. 0,59 Milliarden Euro) in medizinische Versorgungszentren investieren, so teilte gestern (29.01.) der Gesundheitsminister Brasiliens, Alexandre Padilha, während der Versammlung der neuen [...]
 
2013: Rekord bei Produktion elektrischer Energie

30.01.2013 | Politik |
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff teilte gestern (29.01.) mit, dass in diesem Jahr die Produktion von elektrischer Energie in Brasilien so hoch wie nie sein wird. Dazu beitragen würde der neue Windpark [...]
 
Brasilien: Ausgaben für Bildung weiterhin steigend

30.01.2013 | Wirtschaft |
Im Jahr 2012 sind die Staatsausgaben Brasiliens gestiegen. Der Sekretär der Staatskasse, Arno Augustin, erklärte einen großen Teil des Anstiegs mit den erhöhten Ausgaben für Bildung. Die brasilianische Regierung habe die Pflicht, mindestens [...]
 
Hamburger Hafen: Brasilien und die Hansestadt

30.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Der Hafen will nun seine Beziehungen zu dem südamerikanischen Land intensivieren, wie HPA-Geschäftsführer Jens Meier ankündigte. So wolle Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im April nach Brasilien reisen. Im Vergleich zu anderen Nord-Häfen sei Hamburg dort bisher „nicht so [...]
 
Brasilien braucht ausländische Fachkräfte

30.01.2013 | Wirtschaft |
Der brasilianische Minister des Referats des Ministeriums für Strategische Angelegenheiten (Secretaria de Assuntos Estratégicos, kurz: SAE), Moreira Franco, bestätigte heute, dass Brasilien dringend Fachkräfte aus dem Ausland benötige, um weiterhin [...]
 
Brasilien: Dilma Rousseff gegen Diskriminierung

29.01.2013 | Politik |
In einer Rede, die an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Brasiliens gerichtet war, erklärte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, dass sie keinerlei Diskriminierung in Gemeinden akzeptiere. Sie betonte, dass Demütigungen und respektloses [...]
 
Brasilien will in Chemie- und Textilindustrie investieren

29.01.2013 | Wirtschaft |
Derzeit ist die brasilianische Regierung mit verschiedenen Branchen der Industrie im Gespräch, Steuerreduzierungen zu ermöglichen. Als Vorbild gilt das Intensivierungsprogramms für technische Innovationen und für die Förderung der Automobilproduktionsketten [...]
 
Brasilianischer Botschafter Kandidat für WHO-Leitung

29.01.2013 | Politik |
Der brasilianische Botschafter und Repräsentant Brasiliens in der Welthandelsorganisation (kurz: WHO), Roberto Carvalho de Azevêdo, bewirbt sich für den Posten des Generaldirektors der Organisation und will in den nächsten Tagen [...]
 
Brasilien: FIFA finanziert Telekommunikation während WM

29.01.2013 | Wirtschaft |
Der brasilianische Kommunikationsminister Paulo Bernardo und die FIFA unterzeichneten gestern ein Abkommen, das die Verantwortlichkeiten im Bereich der Telekommunikation während der Fußball-WM 2014 festlegt. Die brasilianische Regierung wird hierbei [...]
 
Nach Disco-Tragödie: WM-Fest in Brasilien abgesagt

28.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Die von der FIFA und der brasilianischen Regierung für Montag geplanten Feierlichkeiten 500 Tage vor dem Start der WM 2014 wurden wegen der Tragödie in Santa Maria abgesagt. Die vom Weltfußballverband FIFA und der brasilianischen Regierung für Montag geplanten Feierlichkeiten 500 Tage [...]
 
Öffentliches Verkehrsnetz soll in Brasilien verbessert werden

28.01.2013 | Politik |
Vor einer Woche startete die brasilianische Regierung im Bundesdistrikt rund um die Hauptstadt Brasília ein neues Verkehrsprojekt, die „Integration des öffentlichen Verkehrsnetzes“, durch das die Situation auf Brasiliens Straßen verbessert werden soll. [...]
 
Brasilien intensiviert Zusammenarbeit mit Chile

28.01.2013 | Politik |
Am vergangenen Freitag (26.01.) nahm die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff am ersten Gipfeltreffen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) und der Europäischen Union in der chilenischen Hauptstadt Santiago [...]
 
São Paulo: Werkschließung von GM vorerst abgewendet

28.01.2013 | Wirtschaft |
Am heutigen Montag (28.01.) stimmen die Mitglieder der brasilianischen Metallarbeitergewerkschaft (CUT) aus einer von acht General Motors-Fabriken über ein Abkommen ab, das vergangenen Freitag (25.01.) zwischen der Gewerkschaftsführung und Vertretern des Automobilherstellers ausgehandelt wurde. Nach [...]
 
Brasilien: Anbau von Soja und Mais steigt

28.01.2013 | Wirtschaft |
In Brasilien vergrößern sich die Anbauflächen von Soja und Mais, während die Größe der mit Weizen, Bohnen und Reis bewirtschafteten Flächen stagniert. Der Leiter des Strategischen Planungsamtes des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und  Versorgung (Planejamento Estratégico [...]
 
Eröffnung des ersten WM-Stadions für Brasilien 2014

27.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Überschattet von der Feuerkatastrophe in einer Diskothek ist in Brasilien das erste Stadion für die Fußball- Weltmeisterschaft 2014 eröffnet worden. Sportminister Aldo Rebelo sprach den Angehörigen der Opfer der Tragödie im Süden des Landes sein Beileid aus. Die für Montag [...]
 
Brandkatastrophe in Brasilien: Mehr als 200 Tote bei Feuer in Nachtclub

27.01.2013 | Brasilien in anderen Medien |
„Ein Feuer in einem Nachtclub der brasilianischen Stadt Santa Maria hat mehr als 230 Menschenleben gefordert. Es seien 120 Männer und 112 Frauen getötet worden, sagte der verantwortliche Polizeisprecher Rois Tavares. Weitere 131 Menschen seien verletzt worden. Einige Stunden zuvor hatte ein [...]
 
Countdown in Brasilien: Noch 500 Tage bis zur WM

27.01.2013 | Brasilien in anderen Medien | 
„In Brasilien steigt das WM-Fieber. Am 28. Januar sind es noch genau 500 Tage bis zum Anpfiff der 20. Fußball-Weltmeisterschaft. Schon in fünf Monaten beginnt im Land des Rekordweltmeisters der Confederations Cup, die WM-Generalprobe. Zwei von 12 WM-Stadien sind bisher fertig. Vier sollen [...]

Quelle: Brasilnews KW 5 / 2013

Was ist ein Real wirklich wert?

Selbst Guido Mantega, der zuständige Minister für diese Frage, weiss dies nicht, wenn man der Financial Times glaubt. Aber der Economist hilft uns, die Frage zu beantworten, mit dem BigMac-Index nämlich. Klicken Sie und sehen Sie sich diese - im Original interaktive - Graphik an:
Danach ist unsere brasilianische Landeswährung immer noch ganz schön überbewertet. Vor uns liegen nur Venezuela, Norwegen, Schweden und die Schweiz. Warum Venezuela einen einsamen Spitzenplatz einnimmt, ist mir dabei nicht ganz klar, sollte der BigMac-Preis dort etwa künstlich hoch gehalten werden, um den USA zu schaden? Interessant übrigens, dass die Währungen der anderen BRIC-Staaten hiernach ziemlich unterbewertet sind. Da unsere Regierung die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Wirtschaft stärken will, sollte sie sich vielleicht mal in Moskau, Beijing oder Neu-Delhi danach erkundigen, wie man in diesen Ländern den Wechselkurs beeinflusst.

31 Januar 2013

Kraftstoffpreise

sind immer ein dankbares Thema, vor allem für Stammtische, weil man so herrlich schimpfen kann. In Brasilien gibt es jetzt diese Gelegenheit, denn die staatlich gelenkte Petrobrás konnte die Treibstoffpreise nicht länger unten halten und als Folge nähern wir uns deutschen Verhältnissen. Ein Liter Normalbenzin kostete gestern an einer Tankstelle in der Pedroso de Morais - Strasse in São Paulo 3,019 R$ (1,13 €), Super war für 3,719 R$ (1,39 €) zu haben. Alkohol, d.h. Ethanol, wurde für 1,999 R$ (0,75 €) abgegeben und Normaldiesel für 2,479 R$ (0,93 €). In Klammern stehen die Preise in €, umgerechnet mit 1 € = 2,68 R$. Ab Mai soll der Alkoholanteil im Benzin auf 25 % ansteigen, was den Motoren im Gegensatz zur öffentlichen Meinung in Deutschland nichts ausmacht, aber die Reichweite einer Tankfüllung schmälert. Im Zuge der Dieselölpreissteigerung rechnet man mit einer Straßentransportverteuerung von  bis zu 1,7 %.

28 Januar 2013

Eisregen

verhinderte gestern meine Rückkehr nach Brasilien, aber morgen bin ich wieder im Lande und kann über das selbige wie gewohnt berichten.

Hat mit Brasilien nichts zu tun, aber ich fand dieses Foto einfach zu schön, um es nicht zu zeigen:

Es gibt eben immer wieder Beweise dafür, dass das Bessere der Feind des Guten ist und dass sich diese Einsicht auch durchsetzt! Ob das Foto getürkt ist, weiss ich natürlich nicht, da ich den Ursprung des Bildes nicht kenne. Also Vorsicht! Frage am Rande: Darf man das Word Türken überhaupt noch benutzen in unserer Zeit des politisch Korrekten?

24 Januar 2013

Die Autoindustrie Brasilien hat Grund zur Freude


wegen eines guten Startes in 2013, wurden doch in den ersten zwei Wochen des Jahres 151.192 Autos abgesetzt, das sind 27 % mehr als im Vergleichszeitraum des gerade zu Ende gegangenen Jahres. Diese Zahlen teilte der Autohändlerverband FENABRAVE - Federação Nacional da Distribuição de Veículos Automotores mit. Dazu passt die gute Nachricht, dass Neuwagen 2012 fast 11 % billiger waren als 2012, weil die Regierung die IPI, eine Steuer auf industrialisierte Produkte, reduzierte und durch den dadurch verursachten Mehrabsatz und -umsatz sicher nicht weniger Steuern einnahm. Sehr nachahmenswert!!!


Gute Aussichten für Brasilien


S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil
Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv
Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil
Mehr dazu bei Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt (aus HANDELSBLATT).

09 Januar 2013

Multimillionäre

sind laut UNO (Die meisten Multimillionäre Lateinamerikas leben in Brasilien) alle die, die man gemeinhin als Milliardäre bezeichnet, d.h. Natürliche Personen mit mehr als 1.000 Millionen US$ Vermögen, eben Multimillionäre. Wobei ich bisher dachte, dass man mit 20 Millionen auch schon ein solcher sei. Irren ist menschlich, die UNO weiss es natürlich besser:-)

Brasilien hat 30 Milliardäre, das sind 2,6 % der insgesamt 1.153 Milliardäre, die Forbes gezählt hat. Spitzenreiter sind die USA mit 412 Milliardären, es folgt die kommunistische Volksrepublik China, nach wie vor Entwicklungshilfeempfänger,  mit 115, dann das ehemalig kommunistische Russland mit 101 und das Schwellenland Indien mit 55.

Was machen die europäischen Industrienationen falsch? Gibt es in ihnen keine Gelegenheit mehr, viel bzw. sehr viel Geld zu verdienen? Oder ist es gut, keine oder wenige Milliardäre zu haben, weil dies ein Zeichen für gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung ist?


Verluste sozialisieren?

Unsere brasilianische Präsidentin kann ihre Parteizugehörigkeit nicht verleugnen, siehe den Artikel

Dilma: Investitionen in Flughäfen enorm wichtig.

Darin liest man Erstaunliches: "Die brasilianische Regierung wird eine Maßnahme treffen, um die regionalen Strecken für Fluggesellschaften attraktiv zu machen. Die Kosten aller leeren Plätze sollen von der Regierung übernommen werden. Dabei wird die Regierung die Kosten von bis zu 60 Plätzen pro Flug übernehmen." Ich sehe schon die Lobby der Busgesellschaften in Brasília vorstellig werden...

07 Januar 2013

Google News: Schlagzeilen über Brasilien

Zweirad-Erfinder wanderte 1822 nach Brasilien aus

Rhein-Zeitung - ‎vor 2 Stunden‎

Ashton Kutcher und Mila Kunis

ProSieben - ‎vor 4 Stunden‎

Ronny und Silvio beim Schuhe-Shopping

BZ - ‎vor 4 Stunden‎

Brasilien: Riesensojaernte übertrifft die Erwartungen

agrarheute.com - ‎vor 6 Stunden‎

Brasilien: Positive Signale für Industriewachstum

Markt und Mittelstand - ‎vor 2 Stunden‎

Auch Ronny in Brasilien beraubt

BILD - ‎vor 19 Stunden‎

Brasilien: Verzögerungen von einem Jahr bei Windkraft

BrasilNews - ‎vor 9 Stunden‎

Brasilien verabschiedet sich von der Armut

DIE WELT - ‎05.01.2013‎

Hartglas endlich auch „Made in Paraguay“

Das Wochenblatt aus Paraguay - ‎vor 2 Stunden‎

Brasilien WM 2014: Cheforganisator Marin in der Kritik

Stuttgarter Zeitung - ‎04.01.2013‎

Portugal feiert zweite Hälfte des Brasilienjahrs

BrasilNews - ‎vor 7 Stunden‎

Peru: Tourist aus Brasilien am Machu Picchu vermisst

latina press - ‎05.01.2013‎

Brasilien steigert GV-Sojaanbau

agrarheute.com - ‎03.01.2013‎

06 Januar 2013

Lebensweisheit


Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben....

Das schickte mir mein Partner Eike Ingo Friese aus Caracas. Wohl wahr! Man muss nur hören, was über Brasilien ausserhalb des Landes von Leuten gesagt wird, die noch nie im Lande waren, aber genau wissen, wie man hier Geschäfte macht.

05 Januar 2013

Die neue Mittelschicht Brasiliens und "Avenida Brasil"

Dieser Artikel ist lesenswert für den, der nicht so vertraut mit Brasilien ist, aber an die eine Milliarde Dollar Gewinn von Rede Globe wegen einer Novela wollte ich zuerst nicht glauben. Aber dann las ich bei Forbes, dass die grossen Werbekunden für einen Spot von 30 Sekunden ca. 800.000 R$ pro Ausstrahlung zahlten, was sich während der sieben Monate Dauer tatsächlich auf eine Milliarde R$, nicht Dollar, wie es die Welt meldete, summierte. Immerhin sind dies noch 500 Millionen US$, ein stolzes "Sümmchen"! Allerdings verdoppelt sich der Gewinn, wenn man die Einnahmen aus dem Merchandising  dazu zählt, die Welt hat also Recht mit der einen Milliarde Dollar! Übrigens beliefen sich die Produktionskosten auf 90 Millionen R$ bzw. 45 Millionen US$, die Gewinnmarge ist also traumhaft! Wobei nicht gesagt wurde, was die Werbespots und deren Ausstrahlung gekostet haben; also wurde wahrscheinlich doch ein wenig Gewinn und Umsatz miteinander vermischt. Aber für viele Menschen sind Einnahmen bzw. Umsatz Gewinn, diese regen sich dann auch meist darüber auf, wie viel ein Restaurantbesuch kostet, weil sie nur die Materialkosten des Essens in Betracht ziehen, aber Löhne, Miete, Abschreibung, Energie etc. vergessen.