14 April 2018

Verkehrsteilnehmer

sind nicht immer rücksichtsvoll, aber in Brasilien arrangiert man sich normalerweise und selbst im Verkehrschaos von São Paulo hupt selten ein erboster Autofahrer. In Deutschland sieht das anders aus, Hupen ist auch verpönt, aber anonyme Belehrungen von Oberlehrern gibt es im Gegensatz zu Brasilien zuhauf. So fand mein Partner Holger Sax an der Windschutzscheibe seines ordnungsgemäß geparkten Autos auf dem Besucherparkplatz eines Kunden diese links gezeigte köstliche Nachricht vor.

Meine Tochter hatte ein ähnliches Erlebnis in Deutschland, sie hielt an, um einer gestürzten Radfahrerin zu helfen und ließ ihr Auto dazu am Beginn einer Einfahrt stehen. Trotz der offensichtlichen Notsituation musste sie sich dumme Bemerkungen anhören. Gestern holte sie mich in Bremen um 20:00 am Hauptbahnhof ab und ich lud meine Reisetasche im strömenden Regen in ihren Wagen. Das behinderte einen Taxifahrer für ca. 5 Sekunden, dem es egal war, ob ich ohne jeglichen Regenschutz gründlich nass wurde, er führte mir erst mal das Leistungsvermögen seiner Hupe vor und gleichzeitig ungewollt sein Empathievermögen.

Noch eine Anmerkung; in Brasilien muß man beim Besuch der Firmen Avon und Siemens in São Paulo als Besucher Parkgebühren zahlen. Erstaunlich, dass sich Konzerne diese Einnahmequelle erschließen müssen, in Deutschland wurde ich bisher niemals von einer von mir besuchten Firma zur Kasse gebeten.

Man muss natürlich nicht Autofahren, man kann auch auf die Bahn ausweichen. Gestern wollte ich um ca. 14:00 von Kirchhundem mit Umsteigen in Hagen, Hannover und Bremen nach Oldenburg fahren. Als ich in Hannover einfuhr, fuhr mein Anschlußzug gerade weg, weil ich irgendwo in der Provinz auf einen Zugteil warten musste, der angekoppelt werden sollte und sich verspätet hatte. Hätte der ICE in Hannover zwei Minuten gewartet, wäre ich noch mitgekommen. So mußte ich fast eine Stunde warten und fuhr dann mit der Regionalbahn nach Bremen, wo meine Tochter mich erwartete, die anstelle 15 Minuten nach Oldenburg zu fahren, dadurch über eine Stunde unterwegs war. Um 21:30 war ich dann endlich bei ihr zuhause. Ein langer Tag für jemanden, der um 5:30 aufgestanden war, um von Duisburg aus zum ersten Kundentermin zu fahren. Gestern war übrigens Freitag, der Dreizehnte.

09 April 2018

Lulas Einlieferung in's Gefängnis

läßt den EURO in Brasilien teurer werden, aber die 4,19 R$ für 1,00 € heute wurden in der jüngsten Vergangenheit weit übertroffen, als 1,00 € immerhin 4,70 R$ kostete:

21 März 2018

Schlagzeilen der internationalen Ausgabe von VALOR ECONOMICO

Supreme Court justices clashing over Lula arrest

Brazil’s highest court has no consensus on reviewing precedent set in 2016 that orders convicts to start serving time after first appeal fails

Crisis puts banks’ market power under the spotlight

Big lenders in Brazil show ability to produce high profits even








Boeing and Embraer reach model for deal

Format for acquisition of the Brazilian company’s commercial aviation unit would leave Boeing in control of new business

Senator Jereissati to lead Alckmin campaign

São Paulo governor is confirmed as the PSDB pre-candidate for the 2018 presidential race

Bahema becomes education company and targets 30,000 students by 2023

Investment firm is negotiating acquisition of fifth primary school, planning to create platform for future expansion

Our daily patrimonialism

The idea that the state has no owner is not exclusive of politicians

Meirelles wants to leave, but may stay in government

If he leaves the post, Finance minister will compete with President Temer for nomination of the ruling coalition

The electoral risks

Each presidential candidate in 2018 is drawing ties with one of the “churches” with their different solutions to resume growth

With Suzano deal, Duratex will have to seek new buyer for forests

Pulp maker has option of buying 20,000 hectares from Duratex, but merger with Fibria is likely to make it relinquish such right


Company will “hibernate” factories in Sergipe and Bahia until it can find buyers; sale of other plants in Mato Grosso do Sul and Paraná advances

Potential antitrust veto or change in economic conditions are some reasons why fees are being included in contracts

Fuel distributor also negotiating with Total after antitrust court blocked sale to Ipiranga last year; current bid fell about R$400m from R$2.2bn

Brazilian police tries to engage US in fight against gun trafficking

American rules make it easier for smugglers to supply criminal groups in Brazil


After combined loss of R$32bn in 2015, profit had reached R$4.6bn in 2016 and grew even further last year

Mubadala negotiates acquisition of Queiroz Galvão Energia

Group Queiroz Galvão has been trying to sell its renewable-energy arm for more than four years

São Braz well-positioned to grow along with overall economy

Paraíba-based maker of processed coffee and corn products invested R$141m to double capacity during the crisis and is now expanding distribution

Rivals gain market share in express shipping as Correios deteriorates

State-owned giant’s services have worsened amid the country’s fiscal crisis while online sales are expanding significantly

Government planning auctions for seven other ports

Investment Partnerships Program will offer five liquid bulk facilities, as well as one vehicle terminal and a container one

Suzano finds sweet spot to create R$83bn business

Company resulting from the merger with Fibria already is the world’s leading hardwood pulp producer

Combined company may have to keep discount policy for awhile despite holding capacity to meet nearly half of global demand for hardwood pulp
Government and regulator must improvise concession targets since current rules still force carriers to spend on outdated technology

Bank’s investment arm holds 21.3% in the meat giant; potential gain would represent a 30% return

Álvaro Dias becomes a burden for Alckmin in the South region

Paraná senator and former governor steals many potential votes in region traditionally dominated by the PSDB


Suzano and Fibria to create giant pulp producer

Two largest producers of eucalyptus pulp in the world got BNDES approval for R$34bn cash-and-stock deal

Ultrapar on the lookout for deals abroad

Oil company’s equity was reduced by R$160bn since Operation Car Wash uncovered kickback scheme

Almeida Junior and Agibank also planning IPO

Mall group and Rio Grande do Sul-based bank join list of seven Brazilian companies considering stock offerings in the first half

Market becomes less receptive to Brazilian bond issues

Uncertainties about American interest rates increase aversion to emerging-market debt

EU considers embargo on BRF poultry exports

Brussels has expressed dissatisfaction with explanations provided by Brazilian government

Petrobras may resume dividends in first quarter

Board will study proposal for quarterly distributions and might endorse it to shareholders; state-owned giant expected to post a profit in Q1

Dersa finds fraud in 1,702 indemnities


Coca-Cola, Nestlé execs fight back against fake news


Energy industry already has R$800bn in investments lined up


Manufacturing share of exports stagnated in last decade


Government launches logistics plan amid attempt to extent concessions


Banned from using abestos, Eternit seeks bankruptcy protection


Government maintains 3% GDP growth forecast


Study suggests financing alternatives to power industry



11 März 2018

EUROLATINA - Internetauftritt neu gestaltet

Eurolatina hat bisher zwei Webauftritte, www.eurolatina.biz und www.eurolatinainternational.com.br. Der erste Auftritt, der hier gezeigt wird



richtet sich an brasilianische Besucher, die an den von uns vertriebenen Komponenten, Maschinen und Anlagen interessiert sind. Diese Seite sieht ab jetzt so aus:



Der zweite Auftritt richtete sich an deutschsprachige Besucher, die in Brasilien Geschäfte machen wollen und Beratung sowie praktische Unterstützung benötigen und an solche, die schon in Brasilien tätig sind, aber keine befriedigenden Resultate erzielen und diese durch unsere operative Mitwirkung im Neuorientierungsprozess nachhaltig verbessern wollen. Dieser wird künftig in die oben gezeigte neue Version unserer Homepage integriert.  Die noch unter www.eurolatinainternational.com.br bestehende alte Version, die seit 2014 nicht mehr überarbeitet wurde, sieht so aus:


Sie wird in den nächsten Tagen gründlich überarbeitet und neu gestaltet unter www.eurolatina.biz zur Verfügung stehen und auf Deutsch und später auch auf Englisch unseren Kunden außerhalb Brasiliens erklären, was wir für sie tun können. Damit haben wir den ersten Schritt für unser 25jähriges Firmenjubiläum, welches wir 2019 feiern werden, gemacht - weitere werden zum Nutzen unserer Kunden folgen.

US-Präsident destabilisiert den international Stahlmarkt

Dabei stöhnt dieser sowieso unter weltweiten Überkapazitäten, die vor allem den größten Stahlerzeuger der Welt, China, zuzuschreiben sind. Die Graphik zeigt den Stahlexport nach den USA, der durch die jetzt verhängten Schutzzölle schrumpfen und dabei die Stahlverarbeiter in den USA, die den Importstahl z.B. zu Blechen auswalzen, empfindlich treffen wird. Was mit Sicherheit zu Entlassungen in den USA führen wird.

Kennt Donald Trump diese Zusammenhänge nicht, hört er nicht auf seine Berater oder sind diese so schlecht, dass sie die Auswirkungen der Abschottung auch nicht überblicken?

In Brasilien sind die Aktienkurse von CSN, Gerdau und Usiminas jedenfalls zunächst mal kräftig gefallen. Und wenn die EU Gegenmaßnahmen ergreift und US-Produkte ebenfalls mit Strafzöllen belegt, will POTUS importierte BMWs, Mercedes, Audis und Porsches in den USA teurer machen. Eine Schraube ohne Ende...und leider nicht die von Archimedes, die schon den alten Ägyptern gute Dienste leistete.

05 März 2018

Weiteres aus Absurdistan

Wer in São Paulo als bewusster Nutzer weniger Wasser verbraucht, soll nach Willen der SABESP künftig mehr bezahlen, denn - so die Logik der nicht von volkswirtschaftlicher Sachkenntnis getrübten Staatsfirma - wenn die Einnahmen durch den geringeren Verbrauch sinken, muss der Umsatzrückgang durch höhere Preise kompensiert werden. Niedrigere Nachfrage führt als zu höheren Preisen, das klingt nobelpreisverdächtig!

Der Oberste Bundesgerichtshof hat es endgültig geschafft, die Verfassung außer Kraft zu setzen. Ein Stadtverordneter von Nova Soure in Bahia hatte 2004 Stimmen gekauft und seine Wirtschaftskraft mißbraucht und wurde deshalb mit der Aberkennung des passiven Wahlrechts für drei Jahre bestraft. 2008 wurde er wiedergewählt, völlig korrekt, weil die Dreijahresfrist abgelaufen war. 2012 wollte er wieder kandidieren, aber das wurde ihm vom Obersten Wahlgericht verwehrt, weil inzwischen ein neues Gesetz gelte, welches seit 2010 acht anstelle drei Jahre als Strafe vorsehe. Der Oberste Bundesgerichtshof hat mit 6 zu 5 Stimmen jetzt entschieden, dass dies rechtens sei. Damit ist die Maxime der Verfassung, dass niemand für ein Vergehen nach einem Gesetz bestraft werden könne, welches zum Zeitpunkt des Vergehens nicht bestanden habe, außer Kraft gesetzt. Für den Präsidenten des Oberste Bundesgerichtshofes, Luiz Fux, ist das offensichtliche Fehlurteil völlig normal und in Ordnung und mit seiner Meinung leistet er, aber nur in seinen Augen, einen wertvollen Beitrag zur Rechtssicherheit in Brasilien.

Neues aus Absurdistan

Die britische FINANCIAL TIMES bringt es auf den Punkt, Brasiliens Wirtschaft ist kein Zumbi mehr, sondern schon ein Walking Dead, denn immerhin sei das BIP erstmalig seit 2014 wieder gewachsen, wenn auch nur um magere 1 %.

Was hat das mit Absurdistan zu tun? Ganz einfach, Brasilianer verdienen, wenn sie nicht Politiker, hohe Beamte oder Richter und Staatsanwälte sind, wenig, zahlen aber viel. Als Beispiel wird der Toyota Corolla aufgeführt. In Brasilien produziert, kostet er hier über 45.000 US$, während die Mexikaner ihn aus ihrer lokalen Produktion für etwas mehr als 30.000 US$ erwerben können. Und in den viel gescholtenen USA unter der Regierung von Donald Trump, der nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Presse nichts von Wirtschaft versteht - als Milliardär braucht er das ja auch nicht - kostet der Corolla 20.000 US$.

Ein anderes Beispiel der FT sind die mobilen Sprachdienste, die in Brasilien fast doppelt so viel kosten wie in Argentinien und achtmal mehr als in den USA.

In Brasilien würde ein Fabrikant im Mittel 2.000 Stunden jährlich aufwenden, um die Steuerzahlungen des Unternehmens vorzubereiten, in Venezuela wären es 800 und in den USA weniger als 200 Stunden.

Brasilien würde die höchsten Importzölle der in einem OECD-Bericht von letzter Woche aufgeführten Länder haben, ca. doppelt so hoch wie in China und viermal höher als in den USA. Und da regt sich die Welt über die Strafzölle für Stahl und Aluminium auf, die Donald Trump einführen will!

Der OECD-Bericht unterstreicht, dass Brasilien in den letzten Jahren keine neuen Exportmärkte gewonnen hätte und sein Außenhandelsvolumen in % des BIP stark limitiert sei, das Land sei zu verschlossen, verschlossener als Argentinien.

Die Behandlung der fiskalischen Aspekte seitens der Regierung sei in Brasilien ein Lehrbeispiel, dem man nicht nacheifern sollte, meint die FT. Das Haushaltsvolumen Brasiliens lässt keinen Platz für die Entwicklung der Wirtschaft, 16% des Haushaltes wurden 2016 für Zinsen auf Staatsschulden gezahlt, mehr als die 12% für das Erziehungswesen und die 12% für das Gesundheitswesen. Übertroffen wurden diese Zahlungen nur durch die 35% (!) für Sozialleistungen, vor allem Pensionszahlungen. Dass die Sozialversicherung vor allem Beamte und Angestellte des Öffentlichen Dienstes mit ihren Leistungen beglückt, überrascht die FT nicht, sei doch das brasilianische Sozialversicherungssystem, welches Pensionierung ohne Mindestalter oft mit 50 Lebensjahren erlaubt, eines der ungerechtesten der Welt.

Die OECD glaubt an ein BIP-Wachstum in Brasilien für das laufende Jahr von 2,2% und für 2019 von 2,4%.

Fordern Sie den OECD-Bericht hier an: LINK
Wirtschaftsdaten über Brasilien stellt die OECD hier zur Verfügung: LINK

24 Februar 2018

Brasiliens Kfz-Industrie im Aufschwung

Volvo führt wieder eine zweite Schicht im LKW-Werk Curitiba und stellt Mitarbeiter ein. Volkswagen bereitet seine Zulieferer auf ein größeres Wachstum in 2018 vor. PSA verliert zwar immer noch Geld in Brasilien, aber weniger. GM investiert im Werk São Caetano. Der indische Zulieferer PCL investiert 30 Millionen US$ in seine erste Fabrik in Brasilien. UFI Filters baut für 4 Millionen € eine neue Fabrik in Brasilien. MAN Lateinamerika stellt im Januar Exportrekord auf. Der Kreditverkauf von leichten Fahrzeugen nimmt im Januar um 24,4% zu.

Die Initiative von PCL ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sowohl Indien als auch China zunehmend direkt in Märkten tätig werden, die lange Jahre Domäne deutscher Firmen waren. Das gilt nicht nur für die Autoindustrie, sondern auch z.B. für den Werkzeugmaschinensektor. Und es hilft deutschen Firmen nicht, sich auf Qualität, Zuverlässigkeit und Technologie zu berufen, wenn der Preis nicht stimmt. Das erleben mein Partner Holger Sax und ich täglich, wenn unsere Verkäufer von Kundenbesuchen zurückkommen und berichten, dass unsere Importmaschinen im Vergleich zu lokalen so teuer seien, dass selbst größere Kunden bewußt die schlechtere Lösung in Kauf nehmen, weil die Preisdifferenz ein zu starkes Argument ist. Dass der Kunde später mit seiner Maschine auch Probleme gekauft hat, will er bei der Kaufentscheidung nicht wahrhaben.

23 Februar 2018

BBB?

Big Brother Brasil? Gott bewahre, nein! Es geht nur um BB, nämlich um die Herabstufung Brasiliens durch Fitch Ratings von BB auf BB-. Das war zu erwarten, denn Standard&Poor's hat diesen Schritt schon vor über einen Monat vollzogen. Fitch hatte wohl noch gehofft, dass die Sozialversicherungsreform durchgeführt wird, aber da dem nicht so war, blieb nur das Herunterstufen. Wenigstens wurde die Prognose von negativ auf stabil umgestellt. Trotzdem ist Brasilien jetzt offiziell als schlechter Zahler gebrandmarkt. Schade, denn wir hatten ja schon mal den Investitionsgrad erreicht. Was doch der Sozialismus in kürzester Zeit erreichen und anschließend die Urheberschaft verleugnen kann!

22 Februar 2018

Brasilienliteratur von Karlheinz K. Naumann

Hier finden Sie in meinem persönlichen virtuellen Bücherregal Informationen über Brasilien in meinen Publikationen und Vorträgen:


Auch hier lohnt sich ab und zu ein KLICK oben in "Bücherregal", um zu sehen, ob es etwas Neues  über Brasilien zu lesen gibt.

Deutsche und andere Firmen in Brasilien

Eurolatina vertritt etliche Firmen in Brasilien, die meisten aus Deutschland, aber auch aus Österreich, Japan, Kanada, Frankreich und der Schweiz. Präsentationen dieser Unternehmen finden Sie hier in meinem virtuellen BÜCHERREGAL "Company Presentations":


Klicken Sie von Zeit zu Zeit oben in "Company Presentations", denn das Büchrregal wird ständig aufgefüllt!

16 Februar 2018

Karneval in Rio

oder São Paulo oder sonst wo interessiert mich wenig, ich bin als Berliner geboren und aufgewachsen und wohl immun gegen fröhliche Ausgelassenheit auf Befehl, wie man sie in Köln, Düsseldorf oder Mainz antrifft. Der Straßenkarneval in São Paulo ist nicht nur in meinen Augen eine Zumutung, wenn er mit der Sperrung der Av. 23 de Maio, der wichtigsten Achse der Stadt, verbunden ist und u.a. viele Patienten in den naheliegenden Krankenhäusern unerwünschtem Lärm aussetzt. Aber ich will nicht der Rufer in der Wüste gegen den Karneval sein, wenn ich und andere, die so denken wie ich, nicht gestört werden, können die Karnevalisten von mir aus feiern, so lange und wo sie wollen. Aber es wäre trotzdem gut, diese geballte Energie auf die Lösung der Probleme Brasiliens angewandt zu sehen.

Der Karneval in Rio ist vor allem Geschäft, früher (nur früher?) von Kriminellen der verbotenen Glücksspiel-Szene  unterstützt, und Beruhigung für das "Volk" nach dem Motto Panem et Circenses der alten Römer. Die kostenlose Verteilung während der Karnevalstage von 3.000.000 Präservativen für Männer, 200.000 für Frauen und 400.000 Einheiten Gleitgel für diese und weitere Geschlechter in Rio de Janeiro durch die coordenaria especial da diversidade sexual und 4.000.000 Präservative für Männer durch die secretaria municipal de saude unterstreicht dies. Der diesjährige Karneval in Rio war u.a. auch Schauplatz gesetzwidriger Übergriffe, die in Schießereien mit Schnellfeuergewehren und Plünderungen von Supermärkten ausuferten und nicht nur die cidade maravilhosa betrafen, sondern u.a. auch Angra dos Reis und Paratí. Die Bundesstraße zwischen Santos und Rio musste schon vor dem eigentlichen Beginn des Karnevals wegen Schießereien zwischen Polizei und Banditen und Banditen unter sich gesperrt werden.

Präsident Temer hat endlich und richtig reagiert und heute die Sicherheit von Rio de Janeiro unter Bundesaufsicht gestellt. Die Intervention bedeutet, dass ein Heeresgeneral ab sofort die Zivil- und Militärpolizei Rios befehligen wird. Sie bedeutet aber auch, weil während einer Bundesintervention in einem Bundesstaat Brasiliens keine Verfassungsänderung stattfinden darf, dass nicht wie vorgesehen Ende des Monats über die Reform der Sozialversicherung abgestimmt werden kann. Was dem Präsidenten, der noch nicht die erforderlichen Stimmen im Parlament hinter sich hat, in die Hände spielt. Muss man jetzt sagen, man merkt die Absicht und ist verstimmt? Ich weiß es nicht, weil die Sicherheitssituation in Brasilien wirklich aus dem Ruder gelaufen und eine Intervention mehr als angebracht ist. Denn weite Teile Rios sind heute schon regierungsfreie Zonen, in denen Rauschgifthändler den Ton angeben und die Polizei keine Gewalt mehr ausüben kann.

Nebenbei bemerkt, an diesem Wochenende endet die Sommerzeit in Brasilien und der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt dann 4 anstelle 3 Stunden. Wenn bloß die Zeit das einzige wäre, mit dem Brasilien Deutschland hinterherhinkt!

VIVO? Nein, MORTO! Also tot!

Jetzt bin ich seit fast drei Wochen ohne Internet zuhause. Gestern kontrollierte ich die Straße, in der die Glasfaserkabel unterbrochen wurden und fand diese Situation:


Heute morgen fuhr ich wieder durch die Straße und erwartungsgemäß war kein VIVO-Wagen zu sehen und die Situation auf der Straße und bei mir zuhause ist unverändert. Ein Anruf bei VIVO brachte die große Erkenntnis, dass man bei VIVO nichts wisse und man sich informieren würde, wir sollten doch bitte in drei Stunden wieder anrufen.

Das Auto von VIVO auf dem Foto stand gestern vormittag in der Straße, aber der Techniker füllte wohl gerade ein Formular aus, als ich vorbeifuhr. Das ist ja auch wichtiger als eine Reparatur, Bürokratie geht vor!

Das kommt davon, wenn eine Firma, die sich VIVO nennt, aber so tot ist, dass man es schon riechen kann, ein Monopol hat. Ich zahle brav die Gebühren für 100 Mbps, und erhalte im Gegenzug 0 Mbps, ein tolles Geschäft - für VIVO.

08 Februar 2018

VIVO ist bei mir zuhause tot

VIVO macht viel Reklame in Brasilien, heute erschien dies links gezeigte ganzseitige Anzeige im O ESTADO DE SÃO PAULO.

Ich bin VIVO-Kunde und habe gestern diese Beschwerde an die Rubrik "São Paulo beschwert sich" des  O ESTADO DE SÃO PAULO geschickt:

Prezados,

a VIVO trocou duas vezes meu modem porque os contratados 100 Mbps nunca chegaram na minha casa, somente a metade e com muita oscilação da velocidade. Faz mais ou menos duas semanas que a Eletropaulo começou de trocar postes na minha região de Interlagos. Conforme Vivo os cabos de fibra ótica foram interrompidas pela Eletropaulo e a Vivo prometeu que o sinal iria voltar no dia da minha primeira reclamação às 20:00. 

Hoje já estou desde 8 dias estou sem internet. A Vivo disse que os cabos já forma religados e programou a visita dum técnica na minha casa para verificar porque ainda não tenho nenhum sinal no meu modem. Fiquei três dias esperando e o técnico não apareceu no período programado. Hoje o técnico deveria ter feito o serviço antes de meio dia, agora às 16:30 não apareceu ainda. Reclamações telefônicas tem como resposta „não sabemos onde está o técnico, está a caminho, está na sua rua terminando um atendimento e logo depois fará o seu…“ E eu, que dependo profissionalmente da internet estou esperando o dia todo em casa em vez de trabalhar no meu escritório. 

Vou fazer uma reclamação no PROCON, más sei que não adianta nada, a Vivo está pouco se lixando. Agradeço sua intervenção.

Die angekündigte Beschwerde an die Verbraucherschutzbehörde wurde auch an die Aufsichtsbehörde ANATEL geschickt. Hoffentlich hilft es, denn heute bin ich zuhause bereits seit 9 Tagen ohne Internet, weil mein Glasfaserkabel wahrscheinlich von der Elektropaulo beim Ersetzen von Strommasten gekappt wurde. Das kann passieren; was nicht passieren sollte, ist die Inkompetenz oder Böswilligkeit von VIVO, mir dreimal den Besuch eines Technikers zuzusagen, der nie kam, und so zu tun, als ob das Problem auf der Straße beseitigt sei und man nur bei mir im Haus am Modem etwas tun müsse. Heute war man so vorsichtig, den Besuch des Technikers nicht zu planen, weil man nicht wüßte, wann das Glasfaserkabel wieder funktionieren würde. Wobei die kompetenten Mitarbeiter noch sagten, dass Glasfaserkabel sei durch einen Kurzschluss durchgebrannt. Das sind ja ungeahnte neue Eigenschaften des Laserlichtes, welches zur Informationsübertragung verwendet wird!

Übrigens kann ich im Haus weder 3G noch 4G via VIVO auf meinem Mobiltelefon empfangen und nur sporadisch telefonieren, weil das Feld so schwach ist. Das war, als ich aus diesem Grund von TIM zu VIVO wechselte, anders. Kein Wunder, dass die Mobiltelefongesellschaften Weltmeister im Sammeln von Beschwerden sind.