02 Juli 2009

Schlagzeilen

Brasilien steigert Handelsbilanzüberschuss - Exporte sehr robust

BSH Bosch und Siemens verkauft Brasilien-Geschäft an Mabe

Celesio wird mit Zukauf Brasiliens führender Pharmagroßhändler

29 Juni 2009

Chinesische Exporteure verdrängen Wettbewerber in Brasilien

Die brasilianische Industrie verliert immer mehr Aufträge an ihre chinesischen Konkurrenten, sowohl im Export als auch im Inlandsmarkt. Die Exportaufträge, die man früher aus den USA, Mexiko und Argentinien bekam, bleiben aus bzw. wachsen nur noch geringfügig. Aber China kauft wenigstens vermehrt in Brasilien ein, in den letzten 12 Monaten bis März 2009 betrug der Anteil Brasiliens an den chinesischen Auslandseinkäufen schon 2,7 %, 2003 waren es nur 0,7 %. Hier macht sich der starke Einfluss der commodities bemerkbar, die China jetzt wieder verstärkt kauft. Zwar waren die chinesischen Importe im März 2009 gegenüber dem März 2008 um 25 % zurückgegangen, aber die in Brasilien getätigten Einkäufe wuchsen wertmäßig um 158 %. China kauft von Brasilien vor allem Eisenerz, Soja und Erdöl. Bei Soja ist Brasilien hinter den USA der wichtigste Lieferant Chinas, beim Eisenerz liegen wir ebenfalls an zweiter Stelle. Die Erdöllieferungen machen allerdings nur (März 2009) 1,8 % aller Erdölimporte Chinas aus. Was uns weh tut, ist z.B. der chinesische Maschinenexport. Die Argentinier kaufen heute schon 18 % der importierten Maschinen von den Chinesen und der brasilianische anteil, der 2003 noch 24,4 % betrug, liegt heute bei 20,6 %. Und Argentinien liegt vor unserer Haustür, wir können Geschäfte ohne Benutzung des US-Dollars zwischen den beiden Ländern abwickeln und Sprachschwierigkeiten gibt es auch kaum. Aber die chinesischen Maschinen sind, wie es das Beispiel großer Metallsägen der Franho Máquinas e Equipamentos zeigt, 30 % billiger als die brasilianischen. Abimaq, unser VDMA, wies darauf hin, dass in den ersten vier Monaten des Jahres der Maschinenexport Brasiliens nach Argentinien um 25,6 % gefallen sei. Bei der Elektronik sieht es nicht viel anders aus. 2003 verkaufte Brasilien an die 18 lateinamerikanischen Länder der Region Computer für 131 Mio. US$. Vier Jahre später waren es 8,5 % mehr, d.h. 142,2 Mio. US$. Aber die Chinesen steigerten sich von 258,8 Mio. US$ auf 1,98 Mrd. US$, also um mehr als 600 %!!! Kraus & Naimer in Cotia bei São Paulo exportierte schon 20 % der Produktion, heute sind es nur noch 4 % wegen der chinesischen Konkurrenz. Das sollte uns in Deutschland zu sehr denken geben und gleichzeitig aber nicht nur Anlass zu Besorgnis sein, sondern zum Nutzen der Situation gerade in Brasilien, z.B. durch vermehrte Aktivität im Lande. Optimierter und tropikalisierter local content ist meist billiger als Importware, auch wenn diese aus China kommt.

27 Juni 2009

Kursentwicklung R$ - € weiterhin günstig für deutsche Exporteure


Wenn Sie nach Brasilien exportieren wollen, sollten Sie in die Überschrift klicken!

Nostalgie

Als ich im November 1978 meinen ersten Schritt in Brasilien machte, fuhren 900.000 Fahrzeuge in der Hauptverkehrszeit auf den Straßen São Paulos. Heute sind es 3.500.000, die Verkehrsstaus verursachen, die - wenn es besonders schlimm ist - aneinandergereiht fast 300 km lang sind. Deshalb brauchte ich vorgestern auch für den Weg vom Flughafen Guarulhos zu mir nach Hause über zwei Stunden und das für 65 km und morgens um 6:00! Da kommt die Nachricht, dass die Ringautobahn - Rodoanél genannt - um São Paulo herum, die sieben der zehn Autobahnen, die die Metropole mit dem Rest Brasiliens verbinden, anbinden wird, vorzeitig fertig sein wird, wie gerufen. Und das trotz der Widerstände der Bundesregierung und der radikalen Naturschützer, die es aus durchsichtigen Gründen verstanden haben, den Bau der Ringautobahn um Jahrzehnte zu verzögern. Ab 2014 brauche ich mich also nicht mehr nostalgisch nach den alten Zeiten zu sehnen, denn dann ist der Kreis geschlossen und keine LKWs, die, aus dem Landesinneren kommend, zum Hafen von Santos oder den ungekehrten Weg nehmen müssen, brauchen sich mehr durch die Stadt São Paulo zu quälen und mir und meinen Mitbewohnern das Leben schwer zu machen. Und wir sprechen hier u.a. von täglich 301.000 Fahrzeugen weniger auf der Marginal Pinheiros und 85.000 weniger auf der Avenida dos Bandeirantes!

Brasilianische Autoindustrie auf der Zielgeraden in Führung

Bedingt durch Vor-Ort-Beratung in Sachen Brasilien in der IHK Essen, der Betreiberin des Firmenpools Brasilien / Mercosur, musste ich eine Pause beim Schreiben neuer Beiträge einlegen, aber die erste Nachricht nach meiner Rückkehr nach São Paulo ist dafür auch sehr positiv: Die Automobilindustrie steht vor dem besten Monat ihrer Geschichte, u.a. weil die Regierung - wie berichtet - die Industrialisierungssteuer IPI für Autos (und Weiße Ware und Baumaterial) ausgesetzt bzw. reduziert hat und diese Maßnahme jetzt um drei Monate verlängern wird, die offizielle Ankündigung soll am Montag erfolgen. Der bisherige Rekordmonat der KFZ-Industrie war der Juli 2008 mit 288.100 verkauften Fahrzeugen. Die Regierungsmaßnahme verbilligt Autos um 7 % und - es geschehen noch Zeichen und Wunder (oder "der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe"?) - die Industrie hat die Preise im Mittel sogar um 9 % gesenkt. Sie können sich dies alles übrigens Ende September selbst ansehen, denn die IHK Essen veranstaltet eine Unternehmerreise nach Brasilien mit Weiterfahrt nach Chile oder Argentinien. Parallel wird eine Mexikoreise stattfinden.

11 Juni 2009

Der brasilianische Leitzins sinkt weiter

und unterschreitet die psychologisch wichtige Zehnprozentmarke. Er wurde nämlich gerade um einen Prozentpunkt gesenkt und beträgt "nur" noch 9,25 %, ist also das erste Mal seit der Stabilisierung der brasilianischen Wirtschaft durch die Einführung des R$ unter die 10 % - Marke gerutscht. Das bringt gewichtige Veränderungen für das Land; die Regierung kann ihren Zinsdienst erheblich verringern, das verfügbare Kreditvolumen steigt und die stratosphärisch hohen Zinsen für Kredite sinken endlich. Die Wirtschaft sollte davon profitieren und kann hoffen, dass Brasilien bald ein Land sein wird, in dem sowohl Inflation als auch Zinsen niedrig sind. Und niedrige Zinsen heisst auch weniger spekulatives Geld aus dem Ausland, d.h. weniger US$, der dadurch - Knappheit verteuert jede Ware - wertvoller wird. Und wenn der R$ deshalb schwächer wird, werden zwar die Importe beeinträchtigt, aber der brasilianische Exporteur profitiert vom starken US$.

07 Juni 2009

Der Euro auf Talfahrt gegenüber dem Real erfreut Exporteure außerhalb Brasiliens


Wenn Sie auch zu diesen gehören wollen, können Sie sich vom 15. bis 19.6.09 in der IHK Essen kostenlos von mir erklären lassen, was Sie machen müssen, um nach Brasilien zu exportieren. Bitte machen Sie bei Interesse einen Termin mit Herrn Slomke von der Kammer aus, der Sie auch über den Firmenpool Brasilien / Mercosur der IHK Essen informieren kann, über den Sie Ihre Geschäftspartner besonders kostengünstig finden können.

Eine Firmengründung in Brasilien

ist oft der beste Weg, um dauerhaft gute Geschäfte im Land zu machen. Aber bis es soweit ist, fließt viel Wasser den Amazonas hinunter. Das zeigt ein Vergleich, den die Zeitschrift VEJA in ihrer Ausgabe vom 10. Juni 2009 veröffentlichte. Danach dauert es im Mittel 152 Tage, bis eine neue Firma registriert ist. In den OECD-Ländern sind es nur 13 Tage. Kein Wunder, denn in Brasilien müssen 18 bürokratische Schritte gegangen werden, in den OECD-Ländern sind es im Schnitt nur 6. Und wenn die Hürden genommen sind, hat man trotzdem Grund zum Ärgern, denn in Brasilien werden 52 % der Gewinne weggesteuert, in den OECD-Staaten nur 18 %. Kein Wunder, dass von den neuen Firmen in Brasilien im Mittel nur 38 % die ersten 5 Jahre überleben. In den OECD-Staaten werden 65 % der Neugründungen älter als 5 Jahre.

Aber lassen Sie sich nicht entmutigen, 1.300 deutsche Firmen in Brasilien haben trotzdem Erfolg und sind seit vielen Jahren, einige mehr als hundert, hier ansässig. Meine Firma Eurolatina gründet fast alle zwei Monate eine Firma im Auftrag eines Kunden und bisher haben alle überlebt!

Wenn Sie sich für solche OECD-Länderstatistiken interessieren, klicken Sie in Brasilien und Sie finden weitere interessante Zahlen.

Hat Brasiliens Wirtschaft eine robuste Gesundheit?

Es sieht so aus, denn steigende Einkünfte der Bevölkerung und mehr Kredite aufgrund der fallenden Zinsen sorgen für zusätzliche 100 Mrd. R$ für den Konsum. Damit wird trotz der durch den wiedererstarkenden Real beeinträchtigten Exporte ein Wirtschaftswachstum generiert, welches sich vor allem auf die Nachfrage des Inlandsmarktes stützt. Der heute 10,25 % per annum betragende Leitzins wird wohl bald einstellig sein und damit dürfte das spekulativ einströmende Geld aus dem Ausland weniger werden. Schon jetzt kommt praktisch genau so viel Geld aus dem Ausland für Investitionen in Produktivmittel herein wie für Aktien, ein gutes Zeichen und ein Beweis für das Vertrauen ausländischer Unternehmer in Brasiliens Wirtschaft. Langfristig schafft die Regierung allerdings Probleme, denn die steigende Kaufkraft stützt sich vor allem auf erhöhte Einkünfte der Staatsangestellten und der Sozialhilfeempfänger. Der Großteil der unter der Armutsgrenze lebenden Familien haben als Haushaltsvorstand einen Familienvater mit keiner oder nur rudimentärer Schulausbildung - und daran ändert die Regierung seit Generationen leider wenig. Auch das PAC-Programm hat keinen großen Einfluß, weil es an der Umsetzung hapert. Von den bis 2010 geplanten Ausgaben von 646 Mrd. R$ sind erst 22,5 Mrd. R$ realisiert worden, das sind magere 2,5 %. Damit kann Lulas Präsidentschaftskandidatin, die für das Programm verantwortlich zeichnet, kaum punkten.

06 Juni 2009

Hospitalar 2009

Unser Poolmitglied PLANILUX stellte auf der gestern zu Ende gegangene HOSPITALAR Roentgenbildbetrachter der neuesten Generation mit Jalousien und flackerfreien hochfrequenten regelbaren Lichtquellen aus sowie den ergonomisch gestalteten Arbeitstisch ELTRONO  fuer Roentgenaerzte, der in der Hoehe und in der Neigung stufenfrei elektrisch verstellbar ist und Platz fuer drei hochaufloesende Bildschirme, einen normalen Bildschirm, den zugehoerigen PC und die Tastatur fuer die PAC-Umgebung eines Krankenhauses bietet. Die Bilder zeigen Hans-Guenther Lappe von Planilux und Paulo Pinheiro und Caetano Martins von Eurolatina. Diese Mannschaft war sehr erfolgreich, denn sie verkaufte auf der Messe sogar die Exponate.





04 Juni 2009

Jeder kann sich mal verschrieben

Nur die Qualitätssicherung nicht! Heute erhielt ich nach vielen Anläufen die Informationen, die für die Fortführung der Serienlieferung eines meiner Kunden notwendig war. Unterschrift:

i. A. NN
Qualitdtssicherung

Hoffentlich gilt hier nicht: "Nomen est Omen!".

31 Mai 2009

Werden Sie auch von E-Mails überflutet?

Das erhielt ich heute als Antwort auf eine E-Mail:

Olá, amigos!
Devido ao grande volume de trabalho, verifico e respondo e-mail´s somente duas vezes ao dia.
Se você precisar de algo imprescindível (mas assegure que seja imprescindível) que não pode esperar algum dos horários definidos, por favor, contate +51 11 3872 9011 ou +51 11 3679 7770.
Obrigado por compreender essa iniciativa em busca de mais eficiência e eficácia.
Atenciosamente,
Sâmia Maluf

Zusammengefasst frei übersetzt: Hallo, Freunde, wegen der vielen Arbeit lese und beantworte ich nur zweimal täglich E-Mails. Wenn Du etwas Dringendes hast, was nicht warten kann, vergewissere Dich, ob es wirklich sooo dringend ist und rufe mich an. Danke für das Verständnis meines Wunsches nach mehr Effizienz!

Ich habe Frau Maluf spontan gratuliert und kann Ihr Beispiel nur zur Nachahmung empfehlen.

Euro wieder unter 2,80 R$ - deutsche Exporteure atmen auf

Trotzdem fällt es brasilianischen Maschinenkäufern schwer, günstige Kredite für ihren Einkauf zu bekommen. Der Ausweg könnte ein Mietvertrag und - vorläufig - ein befristeter Import sein. Näheres können Sie bei mir erfahren, wenn Sie einen konkreten Fall haben, wo ein Auftrag von seiner Finanzierung abhängt.

Brasilienartikel im Handelsblatt

Alexander Busch, der aus Brasilien u.a. für das Handelsblatt schreibt, machte mich auf eine Artikelserie über Brasilien aufmerksam, die Ihre ungeteilte Beachtung verdient. Hier wird an Beispielen von Personen und Persönlichkeiten das erstaunliche Wachstumspotential Brasilien gezeigt. Gerade in der jetzigen Zeit ein wahrer Lichtblick für deutsche Unternehmer, die im Inland mit DER KRISE kämpfen müssen und denen die Bundesregierung nicht zur Hilfe eilt, weil zu wenig Wählerstimmen mit der Rettung eines KMUs mobilisiert werden können.

Ich mache mich heute wieder auf den Heimweg nach Brasilien, werde aber vom 15. bis 19. Juni 2009 in der IHK Essen wieder kostenlose Sprechstunden für brasilieninteressierte Unternehmen abhalten. Anmeldungen wie gewohnt über Herrn Slomke von der IHK Essen.

20 Mai 2009

Brasilienberatung

Ab dem 15.6.09 halte ich wieder für eine Woche kostenlose Sprechstunden zum Thema MARKTEINTRITT UND MARKTBEARBEITUNG IN BRASILIEN in der IHK Essen ab. Sie können sich dazu bei Herrn Slomke von der Kammer anmelden. Mit der IHK Essen können Sie im deutschen Herbst übrigens nach Brasilien fahren, um das Land kennenzulernen und sich aus erster Hand Eindrücke über Ihre geschäftlichen Chancen zu verschaffen. Auch darüber können Sie sich bei Herrn Slomke informieren. Für die Teilnehmer der Fahrt gibt es am 18.6.09 ein Einführungsseminar in der IHK Essen, auf dem ich praktische Hinweise für den Markteintritt in Brasilien geben werde.

Brasil Foods

Ja, Sie haben richtig gelesen, nicht Brazil Foods, sondern Brasil Foods. So heißt eine neue Firma, die künftig neben anderen Superlativen der größte Hähnchen- und Hühnchenexporteur der Welt sein wird. Entstanden ist sie aus DER KRISE. Bisher waren es nämlich zwei Firmen, die sich jetzt zusammenschlossen, Perdigão und Sadia. Perdigão hat als Markenzeichen zwei Hühnersilhouetten, Perdigão die einer gekrümmten Wurst. Damit ist das Tätigkeitsgebiet jeweils gut umrissen. Der Zusammenschluß (oder richtiger die Übernahme) wurde nötig, weil Sadia viel Geld durch riskante Geschäfte verlor, als der Dollar plötzlich wertvoll wurde und der Real kurzfristig in den Keller fiel. Sadias Börsenwert ging Ende 2008 um 63 % zurück, weil die Firma "eine schnelle Mark" machen wollte. aus dem Zuwachsgewinn wurde ein Riesenverlust und ein arbeitsloser Finanzvorstand.

Einige Daten aus der Zeit vor Brasil Foods, d.h. aus der Bilanz von 2008:

Schulden
  • Perdigão 3,4 Mrd. R$
  • Sadia 7,7 Mrd. R$
Ergebnis
  • Perdigão 54 Mio. R$
  • Sadia - 2,5 Mrd. R$
Mitarbeiter
  • Perdigão 59.000
  • Sadia 60.700
Umsatz
  • Perdigão 11,3 Mrd. R$
  • Sadia 10,7 Mrd. R$
Wieder mal ein Beweis, dass zwei Firmen der fast identischen Grösse und derselben Branche völlig unterschiedliche Ergebnisse erwirtschaften können, weil die Firmenführungen das Währungsrisiko eines völlig überflüssigen Finanzgeschäftes ebenso unterschiedlich einschätzten und in einem Fall sich mit dem gemachten operativen Gewinn begnügten und im anderen den Hals nicht voll genug bekommen konnten und sich verschluckten.

Die Frage, die noch beantwortet werden muss, ist, ob das Kartellamt die Bildung der Brasil Foods wirklich ohne Auflagen zulässt, denn auf der Strecke bleibt der Wettbewerb und damit auch der Verbraucher, der als Kunde künftig nicht viel Optionen hat.

19 Mai 2009

"Junge, geh' zur Post!"

So hiess es früher in Deutschland, wenn es um die Berufswahl des Sohnes ging und dann immer mit dem Zusatz: "Da hast Du nicht viel, aber was Du hast, hast Du sicher! Und die Pension, denke an die Pension!". Heute kann man sich das in meinem Geburtsland nicht mehr vorstellen, aber in Brasilien wohl, denn hier ist der Staat in erster Linie Versorger und die Staatsdiener bis hoch zur ersten Ebene oft in erster Linie Selbstbediener. Nur nicht mit den Konsequenzen, die diese Einstellung in Großbritannien mit sich bringt.

Aber zurück zum Entgelt. Wenn man sich die Bezüge der Staatsdiener, in der Bundesrepublik Deutschland Beamte und Angestellte und Arbeiter des Öffentlichen Dienstes geheißen und in Brasilien einfach funcionários públicos, ansieht sowie ihre Entwicklung, dann versteht man, warum in Brasilien fast jeder an die nährenden Brüste der öffentlichen Alma Mata möchte.

Von Dezember 2002 bis Februar 2009 sind nämlich die mittleren Bruttobezüge in der Privatwirtschaft einschließlich Überstunden und aller Zuschläge inflationsbereinigt nur um ganze 8,7 % gestiegen. Die Inflation betrug in diesem Zeitraum 43,3 % und so ist es verständlich, dass von den Betroffenen kaum einer aufmuckt, weil er wahrscheinlich nur undeutlich ahnt, dass es ihm nicht sooo viel besser geht als vor sieben Jahren.

Wenn einer meckert, gehört er wahrscheinlich der privilegierten Kaste der Staatsdiener an, denen es viel besser geht, aber die das entweder nicht merken oder nicht wahrhaben wollen oder aber überzeugt sind, dass es ihnen noch viel besser gehen müsste. Man höre und staune, im betrachteten Zeitraum stiegen die mittleren Bruttobezüge der aktiven Mitarbeiter der Exekutive auf Bundesebene inflationsbereinigt um 74,2 %!!! Die Mitarbeiter der Legislative brachten es "nur" auf 28,5 %, aber die der Judikative auf 79,3 %. Ein Hinweis, wenn ich "aktive" Mitarbeiter schreibe, meine ich damit nicht etwa den fleissigen Teil, sondern diejenigen, die noch nicht pensioniert sind.

Im Dezember 2002 lagen die mittleren Bruttobezüge mit allen Zuschlägen in der Bundesexekutive bei 2.680 R$ im Monat, in der Privatwirtschaft nur bei mageren 741 R$. Im Februar 2009 verdiente ein Mitarbeiter der Bundesexekutive im Mittel brutto mit allen Zuschlägen 6.691 R$, sein armer Bruder in der Privatwirtschaft erhielt nur 1.154 R$. In der Judikative brachte es im Februar 2009 ein Staatsdiener im Mittel auf Bundesebene auf 16.800 R$ und in der Legislative auf 12.500 R$.

Brasilien leidet immer noch darunter, dass zwar die Republik eingeführt wurde, aber es noch nicht alle bemerkt haben. Und die meisten Vertreter dieser letzten Kategorie glauben im tiefsten Inneren, dass Brasilien immer noch wie eine Kolonie behandelt werden könne. Und die wurde immer wie eine Zitrone behandelt, nämlich ausgequetscht.

Chancen für Export nach Brasilien werden wieder besser

Der Dollar wird wieder deutlich schwächer gegenüber dem Real:
Dem Euro geht es nicht viel besser:

Gradative Arbeitsmarkterholung in Brasilien

Zur Jahreswende verloren ca. 800.000 Menschen ihren Arbeitsplatz in Brasilien. Jetzt scheint die Tendenz gebrochen, im April wurden schon 106.200 mehr Leute eingestellt als entlassen. Damit haben wir seit drei Monaten eine ununterbrochen positive Arbeitsplatzbilanz. Danken können die neuen Entgeltempfänger der Landwirtschaft und dem Dienstleistungssektor. Im Bundesstaat São Paulo sind 21.700 der 72.000 neuen Arbeitsplätze direkt an den Zuckerrohr- und Kaffeeanbau gebunden. Aber DIE KRISE ist noch nicht überwunden, der Aprilwert ist der schlechteste seit 1999!

17 Mai 2009

Elektronik zu teuer?

Die meisten Brasilianer scheinen dies zu glauben. Denn wenn sie z.B. einen Laptop im Ausland kaufen und nach Brasilien mitbringen, nimmt ihnen der Zoll für den 500 US$ übersteigenden Wert 60 % Importsteuer ab. Und wenn man für 500 US$ zusätzlich andere zollpflichtige Waren mitbringt, zahlt man auf den gesamten Computerpreis die 60 %.

Das empfindet (nicht nur?) der Brasilianer als ungerecht und wehrt sich, in dem er zwar Computer kauft, aber beim Zoll nicht angibt. Der wehrt sich aber auch und verlangt bei jeder Ausreise, dass mitgeführte Computer unter Vorlage der Originalrechnung vor der Ausreise registriert werden.

Dieses Katze-und-Maus - Spiel führte dazu, dass 40 % aller Laptops, 50 % aller Digitalkameras und 70 % aller MP3-Spieler in Brasilien entweder in das Land hineingeschmuggelt wurden oder ein zu niedriger Wert bei der Einfuhr angegeben wurde. Allein 2008 hat der Staat dadurch wahrscheinlich eine Milliarde Reais Mindereinnahmen gehabt. Die grosse Masse dieser Produkte kommt aus Rotchina oder Taiwan.

Von den 3,6 Mio. Laptops, die letztes Jahr in Brasilien verkauft wurden, sind 1,3 Mio. illegal in's Land gekommen. Der Einkommensverlust des Staates beträgt nur hierfür schon 656,6 Mio. US$.

Die Motivation dahinter ist stark. Schmuggelware kostet bis zu 57 % weniger als die ordnungsgemäß verzollte.

2009 hat sich nicht viel an diesem Bild geändert. In den ersten drei Monaten wurden 105.320 Laptops der Marken Acer, Asus und Toshiba verkauft, für weniger als 10 % des Absatzes wurden die Importabgaben entrichtet. Das sagen die Receita Federal und die Beratunsgfirmen für den Informatikmarkt IDC und ITData.

16 Mai 2009

Erfolgreich in Brasilien

Der deutsche Anlagenbauer AMS zeigt, wie man es macht. Nach fast 5 Jahren harter Kontaktarbeit konnte er einem brasilianischen Elektromaschinenbauer zwei Großanlagen zur Vakuumimprägnierung von Rotoren und Statoren beachtlichen Ausmaßes verkaufen, der Durchmesser des Arbeitstanks beträgt bei beiden Anlagen je 5.000 mm. Hier sehen Sie, was zu einer solchen Anlage gehört, die in den nächsten Monaten installiert werden wird:




São Paulo überholt London, Madrid, Tokio und Sydney!

Nachzulesen bei der Rangreihenfolge der ICCA (auf Portugiesisch "Associação Internacional de Congressos e Convenções", was zeigt, dass jeder, der Englisch kann, auch Portugiesisch versteht) der besten Plätze dieser Welt für die Ausrichtung internationaler Ereignisse wie eben Kongresse und Ausstellungen. Im Vergleich zu 2008 stieg São Paulo um elf Plätze auf. Kein Wunder, denn 2008 beherbergte die Stadt, in der ich wohne, 75 Weltereignisse, vor allem aus den Bereichen Medizin (11), Technologie (8), Transport und Kommunikation (8) und Wirtschaft (8). Die ersten Plätze nehmen Paris und Wien ein, die 2008 je 139 solcher Weltereignisse beherbergten. 

Es ist vielleicht kein Weltereignis, findet aber am 25. Mai 2009 in Wien statt. Dort werde ich auf Einladung des österreichischen Konsulats in São Paulo einen Vortrag mit dem Titel

WIRTSCHAFTSBOOM TROTZ KRISE
Brasilien ist nicht zu bremsen! 

halten, der sich an den Inhalt meines Buches WIRTSCHAFTSBOOM AM ZUCKERHUT anlehnen und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens berücksichtigen wird. Mein Beitrag ist einer von dreien und wird die praktischen Aspekte der Entwicklung eines Brasiliengeschäfts behandeln. Hier sind die Veranstaltungsdaten:

AWO‐LÄNDERFORUM BRASILIEN 
Neuer Wirtschaftsboom am Zuckerhut?
Rot‐weiß‐rote Chancen in Brasilien
25. Mai 2009, 13:30 Uhr
Haus der Wirtschaft, Wiedner Hauptstr. 63, 1045 Wien – Franz Dworak‐Saal

Grün angestrichener Winter

heißt in Deutschland ein kalter Sommer. Dazu die Meldung, die eine halbe Seite meiner Tageszeitung einnimmt, dass gestern die Temperatur in der Stadt São Paulo um 11 Grad Celsius fiel und das Thermometer die tiefste Temperatur eines Nachmittages in diesem Jahr anzeigte, ganze 20,7 Grad! Und unser Mai entspricht dem deutschen November, also richtiger Herbst. Und da bekomme ich Bilder meines Freundes Harald Sterzinger und seines Sohnes Arno von den Auswirkungen der Eisheiligen in Grossraum Stuttgart zugeschickt! Wir haben, bitte schön, auch unsere Eisheiligen!

Schlechter mütterlicher Einfluß?

Es gibt keine Untersuchung zu dieser Frage, aber Zahlen. Danach sind von 20.228 Häftlingen, die am Muttertag ihre Strafanstalt verlassen durften, 4,79 % - das sind fast 1.000 Strafgefangene - nicht an den Platz hinter Gittern zurückgekehrt, wo sie nach Meinung (nicht nur) der Justizbehörden gehören. Übrigens, auch ein Häftling, der sich gut geführt hat, aber weder Mutter, Vater noch Kinder hat, darf am Muttertag seinen Freigang in Anspruch nehmen. 

Und noch etwas; es ist dem DENARC (Drogenbekämpfungstelle des Bundesstaates São Paulo) richterlich verboten worden, auf dem internationalen Flughafen von São Paulo Verhaftungen vorzunehmen, denn dadurch würden die Menschenrechte  der in flagranti erwischten Drogenhändler beeinträchtigt. Verhaften dürfe nur die Bundespolizei. Die Richterin befürchte, dass den Denarc-Beamten Geld angeboten würde, dass Rauschmittel verschwinden und Verhaftete bestohlen oder sogar ermordet werden könnten. Die Entscheidung wurde schon im Januar gefällt, wurde aber erst jetzt bekannt. Anstatt ihrer Aufgabe nachzukommen, den Rauschgifthandel zu bekämpfen, muß die Behörde sich jetzt erstmal um Rechtsmittel gegen das richterliche Machtwort kümmern.  

Gewinn im Keller?

Bei den an der Börse gehandelten brasilianischen Firmen leider ja, denn deren Gewinn brach im ersten Vierteljahr 2009 um 29,5 % im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2008 ein. Es wurde der Nettogewinn von 149 Firmen zum Vergleich herangezogen, die ihre Bilanz schon veröffentlicht haben. Eine Erklärung gibt es auch schon. 

Die Finanzkosten dieser Firmen stiegen von 1,826 auf 4,133 Mrd. R$, d.h. um 126,3 %. Der Bruttoverschuldung der Unternehmen lag am 31.3.09 bei 264.956.000.000 R$, am 31.3.08 aber "nur" bei 183.172.000.000 R$, hier liegt also ein Anstieg der geschuldeten Gesamtsumme um 44,6 % vor. Ungefähr die Hälfte dieser zusätzlichen Schulden in Höhe von 91,783 Mrd. R$ werden auf die Aufwertung des US$ gegenüber dem R$ zurückgeführt. Seit April 2008 hat der Dollar in 12 Monaten um 32 % an Wert gewonnen. Leider ist die Mehrheit unserer börsennotierten Firmen in Fremdwährung verschuldet. 

Unser Präsident Lula fliegt übrigens jetzt wieder nach China und will dem Präsidenten der Volksrepublik vorschlagen, bilaterale Geschäfte in den jeweiligen Landeswährungen unter Umgehung des US-Dollars abzuwickeln. Nachdem China schon eine Weltwährung vorgeschlagen hat, bleibt nur noch die Frage offen, ob der Real Chancen hat oder ob sich der Renminbi durchsetzen wird. 

Leider brüstet sich Lula geradezu damit, kein Buch aufzuschlagen. Hätte er oder einer seiner Berater wenigstens bei Wikipedia nachgesehen! Dort steht nämlich: "Die chinesische Währung ist seit 1994 erst inoffiziell und später offiziell mit einer Bandbreite von 0,3 % an den US-Dollar gekoppelt." Also, was soll der Vorschlag, den Dollar zu umgehen? 

Zurück zu den vorerwähnten untersuchten Firmen. Ihr konsolidierter Nettogewinn summierte sich auf 7,33 Mrd. R$ im ersten Vierteljahr 2009, im Vorjahresvergleichsraum waren es noch 10,39 Mrd. R$. Ein Grund dafür sind stark angestiegene operative Kosten, z.B. durch Preiserhöhungen importierter Rohstoffe und Halbzeuge.

14 Mai 2009

Bananenrepublik nach Europa transferiert!

Na ja, nicht ganz, denn das grosse Britannien uebt sich ja in splendid isolation und zaehlt sich nicht zum europaeischen Kontinent.  Aber die Verhaeltnisse in der Regierung lassen schon vermuten, dass eine schleichende Revolution stattfindet, an deren Ende die Ausrufeung einer Bananenrepublik steht.

Ich will nicht auf die unglueckliche Wahl der Verwendung oeffentlicher Gelder durch Regierungs- und Parlamentsmitglieder dieses Landes eingehen, nur einige Zahlen werde ich nennen, um zu zeigen, dass wir in Brasilien uns gut vergleichen koennen mit den sogenannten entwickelten oder auch Industrielaendern.

Britannische Parlamentsmitglieder erhalten 92.795 US$ im Jahr als "Gehalt", dazu kommt eine Kostenpauschale von 200.000 US$.

Die Mitglieder des Representantenhauses der USA bekommen 174.000 US$ im Jahr und 1,4 Mio. US$ Kostenbeihilfe.

In Frankreich erhalten die Parlamentarier 114.000 US$ als Basisbezuege plus 95.000 US$ Kostenbeihilfe.

Die brasilianischen Abgeordneten erhalten 95.000 US$ jaehrlich und 480.000 US$, um ihre Kosten zu decken.

Im geschilderten Bereich sind wir also schon ein ernstzunehmendes Land, oder?


13 Mai 2009

Kursverlauf EUR - REAL seit 1.1.1999

Quelle: http://de.finance.yahoo.com  
Zum Vergroessern in die Graphik klicken!


Quotenregelung

Die brasilianische Regierung will den Zugang zu Bundesuniversitäten neu gestalten, künftig sollen 60 % der freien Studienplätze für Nichtweiße, Behinderte und andere Gruppen reserviert werden. Ich habe absichtlich Gruppen geschrieben und nicht Minderheiten, denn laut Statistik werden die "Weißen" in Brasilien bald eine Minderheit sein - wenn sie es nicht schon sind. Und dabei hatte ich immer gehört, dass Brasilien keine Rassenvorurteile und -diskriminierung kenne. Aber in Fragebögen, die der Bürger für Behörden ausfüllen muss, wird vielfach nach seiner Hautfarbe gefragt, was mir in Deutschland noch nie auffiel. Und ob die oben erwähnte Quotenregelung dazu führen wird, dass Brasilien künftig vielleicht doch mal einen Nobelpreisträger hervorbringt, wage ich zu bezweifeln. Fragen Sie in einigen Jahren vorsichtshalber Ihren Arzt oder Anwalt, ob er per Quote studieren durfte oder ob er nur einfach gut genug ausgebildet war, um die Aufnahmeprüfung auch so zu bestehen.

Brieflaufzeiten

Obige E-Mail erhielt ich heute zur Kenntnis von einem unserer Poolmitglieder. Sein Kunde, ein großer Reifenkonzern in Brasilien, hatte auf Bitten des von uns gefundenen hiesigen Vertreters eine Walzenzeichnung als Angebotsgrundlage geschickt. Als diese nicht beim Lieferanten eintraf, wurde der Vertreter, als er um erneuten Versand bat,vom Konzerneinkäufer als unfähig und inkompetent beschimpft. Die "Rache" kam spät, genauer gesagt 3 Monate später, aber sie kam.

Nehmen Sie dieses Vorkommnis als Grund, auch Zeichnungen nur elektronisch zu versenden.

10 Mai 2009

Brasilien ist das neue China

Wenn Sie in Google "positive Nachrichten Brasilien" eingeben, finden Sie u.a. unter der obigen Überschrift diesen Artikel, der trotz der zitierten Daten vom 14.5.2008 gerade wegen der relativen Krisenresistenz Brasiliens immer noch aktuell ist:

"Brasilien hat kürzlich für Furore gesorgt. Das Upgrade durch S&P auf „Investment Grade“ zeigt den Aufstieg des Landes. Wie Anleger davon profitieren können, zeigt ein Vergleich von e-fundresearch.com

Alle Aktienmärkte rasselten seit Beginn der Subprime-Krise in den Keller. Bärenmärkte, also Kursverluste von mehr als zwanzig Prozent, waren für alle Aktienmärkte zumindest in Reichweite. Wirklich für alle? Nein, aber es war kein gallisches Dorf, das Widerstand leistete, sondern Brasilien, die größte Volkswirtschaft Latinamerikas, die Anlegern trotz Kreditkrise, Finanzmarktturbulenzen und Bankenabschreibungen sprudelnde Gewinne bescherte.

Brasilien gilt nicht mehr als spekulatives Wertpapier

Ein Grund ist: Brasilien ist nicht mehr spekulativ. Zumindest die Schuldverschreibungen des Staates Brasiliens. Die Rating-Agentur Standard & Poors hat die Staatsanleihen des lateinamerikanischen Landes von BB+ auf BBB- hochgestuft. Damit hat Brasilien nun den Status „Investment Grade“ erhalten und gilt als „ausreichend sicher“, um nicht mehr als spekulatives Wertpapier zu gelten. Doch diese Nachricht ist nur eine der vielen positiven Nachrichten, die aus dem größten Land Südamerikas kommen.

In den vergangenen Jahren war Brasilien für Volkswirte und Anleger eine positive Überraschung. Das Wirtschaftswachstum stieg kontinuierlich an und liegt nun bei rund fünf Prozent, die Inflation – eines der Hauptprobleme der brasilianischen Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten – ist im Griff, ebenso die Verschuldung. Der Aktienmarkt dankt diese neue makroökonomische Stabilität und wuchs in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 600 Prozent, stärker als chinesische Vergleichsindizes.

Von Krise großteils unbeeindruckt

Im Vergleich zu den anderen BRIC-Ländern, die 2003 von Goldman Sachs als die hoffnungsreichsten Schwellenländer zusammengefasst wurden, zeigt Brasilien der Subprime- und Kreditkrise die kalte Schulter. Zwar ist zweifelsohne die Volatilität am brasilianischen Markt ebenfalls angestiegen, doch der Aktienmarkt, gemessen am Bovespa, liegt notiert in Real seit Beginn der Subprime-Krise im Juli 2007 mit 22,2 Prozent im Plus, in Euro sogar um 31,8 Prozent. Nach dem Upgrade durch S&P wurde im Mai schließlich die 70.000 Punkte Marke durchbrochen.

Auch die Aussichten für Brasilien sehen rosig aus. Es ist das einzige größere Land, für das der IWF in seinem aktuellen World Economic Outlook das Wachstum für 2008 nach oben revidiert hat (auf 4,8 Prozent). Hinzu kommt die Hoffnung, dass die Preise für Rohstoffe auf Dauer auf höheren Niveaus notieren könnten. Brasilien ist nicht nur einer der wichtigsten Produzenten von Soja, sondern exportiert auch Ethanol aus Zuckerrohr.

Wirtschaftswunder mit Schwäche?

Doch hier könnte mitunter auch die Schwäche des Wirtschaftswunders liegen. Der Wachstumspfad, der derzeit von Brasiliens Wirtschaft, beschritten wird, ist auf boomenden Rohstoffpreisen aufgebaut. Ein Zeichen dafür ist die ungemeine Stärke des Reals. Die Währung hat gegenüber dem Dollar seit der Einführung 1994 um 95 Prozent an Wert zugelegt, die starke Nachfrage nach Rohstoffen hat aus dem Real eine richtige Rohstoff-Währung gemacht.

Darunter leiden nicht zuletzt auch die Exporteure aus dem Industriesektor. Doch im Vergleich zu China trägt die Industrie mit rund 30 Prozent einen wesentlich geringeren Teil zum Bruttoinlandsprodukt bei als der Dienstleistungssektor mit mehr als 60 Prozent. Die Effekte einer starken Aufwertung des Real sind damit deutlich kleiner als jene, vor denen sich die chinesischen Behörden fürchten, wenn sie ihre eigene Währung – den Yuan – nur allmählich gegen den Dollar aufwerten lassen. Doch auch Brasiliens Wettbewerbsfähigkeit ist von einer allzu starken Währung bedroht.

Noch zu wenig Fonds im deutschsprachigen Raum, die aktiv investieren

Mit Brasilien konnten Anleger in den vergangenen fünf Jahren enorm gutes Geld verdienen. Doch Fonds im deutschsprachigen Raum, die aktiv in das größte Land Südamerikas investieren, müssen Anleger mit der Lupe suchen. Gerade einmal zehn aktiv gemanagte Brasilien-Fonds gibt es, doch nur ein einziger weist eine Historie von mehr als drei Jahren auf. Anleger können hingegen besonders über ETFs am brasilianischen Wachstum partizipieren. Gleich vier passive Indexfonds stehen Anlegern zur Auswahl.

Der einzige Fonds, der bereits mehr als fünf Jahre auf dem Buckel hat, ist der EMIF Brazil B Cap (Load) USD, der in den fünf Jahren des Brasilien-Booms 34,2 Prozent p.a. erwirtschaftete. Neben diesem ETF, der bereits im Jahr 2000 aufgelegt wurde, können Anleger auch in den Lyxor ETF Brazil (Ibovespa) A, den db x-trackers MSCI BRAZIL TRN INDEX ETF und den iShares MSCI Brazil USD investieren.

Bei den aktiv gemanagten Fonds ist die Auswahl etwas größer. Die Fonds sind dabei zwar durchgehend vor weniger als zwei Jahren aufgelegt worden, aber trotzdem einige hunderte Millionen Euro schwer. Der volumensmäßig größte Fonds ist der HSBC GIF Brazil Equity AC USD mit mehr als 880 Millionen Euro. Der Fonds von Luiz Maria Ribeiro ist auch der älteste der aktiv gemanagten Investmentfonds. Auf Drei-Jahres-Sicht brachte der Fonds seinen Anlegern 43,6 Prozent.

Fazit

Während China und Indien mit den boomenden Metropolen und außerordentlichen Wachstumsraten längst ihren Weg in die Portfolios der Anleger gefunden haben, ist Brasilien verhältnismäßig ausgeklammert worden. Dabei ist es das Land der BRICs, das wohl am stärksten von steigenden Lebensmittelpreisen und der weiterhin starken Nachfrage nach Soja, Weizen und Co. profitieren wird. Die aktuelle Würdigung der Wirtschaftspolitik des letzten Jahrzehnts, die Hinaufstufung der Staatsanleihen auf „Investment Grade“, zeigt auch, dass die Zeichen in Brasilien auf Aufschwung stehen.
"

Alle Daten per 14.5.2008 in Euro / Quelle: Lipper

LINK: Die gesamte Analyse (inkl. einer Tabelle der besten Brasilien-Fonds) finden Sie hier.

Autor: e-fundresearch.com

e-fundresearch.com ist ein unabhängiger Informationsanbieter zum Thema Investmentfonds und auf qualitatives Fondsresearch spezialisiert. Interviews mit Fondsmanagern, Analysten und Kapitalmarktexperten, News zu Investmentfonds, Marktanalysen und Studien sind der Schwerpunkt unseres Informationsangebots.

Weitere Artikel finden Sie unter www.e-fundresearch.com
© e-fundresearch

Börsen in BRIC: Indien und Brasilien im Aufwind, Huiyuan Juice gesucht

aktiencheck.de schrieb am 24.04.2009:

"Sao Paulo (aktiencheck.de AG) - Der DAXglobal BRIC Index, der die Performance der vier größten Schwellenländer der Welt abbildet, hat am letzten Handelstag der Woche mit Abschlägen zu kämpfen und verliert zur Stunde 0,69 Prozent auf 293,22 Punkte.

Aus Brasilien wurden dabei kräftige Gewinne gemeldet. So konnte der Bovespa-Index in São Paulo am Donnerstag 2,03 Prozent zulegen auf 45.801,17 Punkte. Papiere des Finanzkonzerns Itau Unibanco verbesserten sich dabei um gut 4 Prozent. Banco do Brasil legten 4,6 Prozent zu. Für Titel des Ölriesen Petrobras ging es gleichzeitig um 2,3 Prozent nach oben.
"

Kompletter Text

uǝpodıʇuɐ uǝp uoʌ uǝʇɥɔıɹɥɔɐu

˙dılɟ ǝʇıs uǝp ǝıs uǝɥɔnsǝq 'uǝlloʍ uǝqıǝɹɥɔs os ɥɔnɐ ǝıs uuǝʍ ˙ǝpodıʇuɐ uıǝ ɥɔı uıq 'lǝƃnʞqlɐɥpɹǝ uǝɥɔılpɹöu ɹǝp ɹǝsǝl ǝıp ɹüɟ suǝʇsƃıuǝʍ 'uuǝp 'uǝsǝl sǝıp ǝıs uuǝʍ 'ʇɥɔıu ɥɔıs ǝıs uɹǝpunʍ

Brasilien und Lateinamerika: Wachstumsmärkte trotz sozialistischer Rahmenbedingungen?

Lateinamerika wird, was den Sozialismus angeht, früher oder später von der Wirklichkeit überholt werden, denn Marx hat ausgedient:

DDR, UdSSR, Jugoslawien und andere kommunistische Länder(wobei die DDR für mich als Berliner nie ein Land war), deren Namen heute nur noch in Geschichtsbüchern zu finden sind, sind vergessen, in Venezuela hätte Chávez ohne Öl keine Überlebenschance, Nordkorea und Kuba befinden sich „in Wartestellung“ und Rotchina praktiziert Frühkapitalismus, der „zum Untergang verurteilte Kapitalismus“ mit seinen freien Märkten und der privatwirtschaftlichen Initiative blüht. Selbst in den sozialistisch angehauchten Ländern Lateinamerikas sind Imperialismus, Ausbeutung, Proletariat und Bourgeoisie kaum gehörte Begriffe und Planwirtschaft hat wenig Chancen, wenn man vielleicht von Venezuela absieht.
Allerdings gibt auch der Kapitalismus Anlaß zu Fragen, die mit Globalisierung, Liberalisierung und Freihandel zusammenhängen sowie mit Konzentration von Wirtschaftsmacht, die Konzernen mehr Einfluß auf die Weltwirtschaft gibt, als sie viele Staaten haben.

Den vollständigen Text, den ich für die ZfU - International Business School in Zürich geschrieben habe, lesen in AUFSATZ.

Investmentbriefe empfehlen brasilianische Wertpapiere

So schreibt z.B. www.investoralert.de am 10.5.09:

"Viele Aktienindizes haben seit März wieder kräftige Kursgewinne verbuchen können. Während der Kurszuwachs beim Euro Stoxx, dem S&P 500 oder dem Nikkei jeweils um die 30 Prozent betrug, haben einige der großen Schwellenländer wie z.B. Brasilien mit rund 55 Prozent einen fast doppelt so großen Kurszuwachs verzeichnen können. Investoren scheinen also gezielt darauf zu spekulieren, dass sich das starke Wachstum nach Beendigung der Krise weiter fortsetzen wird. Dieses deckt sich auch mit der Meinung vieler Marktbeobachter, die ebenfalls ein Comeback als sehr wahrscheinlich ansehen. Zudem ist das Land in der aktuellen Krise deutlich stabiler als in vergangenen Krisen. Im Vergleich zu früheren Zeiten ist die Wirtschaft breiter aufgestellt und wird zudem durch eine Eigendynamik aus der lokalen Nachfrage unterstützt. Ein weiteres Plus von Brasilien ist, dass die Kombination aus niedriger Inflation und sinkenden Zinsen in einer steigenden Kaufkraft resultieren könnte. Das liegt nicht zuletzt auch an erschwinglichen Krediten.
Wie in anderen Schwellenländern auch sind die Banken nicht oder nur in sehr geringem Umfang mit toxischen Anlagen infiziert, weshalb sie noch in der Lage sind,
Kredite an die heimische Wirtschaft zu vergeben. Nicht zuletzt dadurch könnte Brasilien diesmal sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen und weiteren Boden in der wirtschaftlichen Aufholjagd zu den Industrieländern gutmachen. Für Anleger ist Brasilien unserer Meinung nach sehr interessant und sollte bei der Portfoliobildung daher unbedingt berücksichtigt werden."

Unter diesen Voraussetzungen lohnt sich sicher auch eine Investition in eigene unternehmerische Tätigkeit in Brasilien. Dass nicht nur ich so denke, zeigen die vielen Anfragen nach Firmengründungen, die wir von europäischen Unternehmenschefs erhalten. 

Preissteigerung hilft Agrobusiness in Brasilien

Es kommt meist anders als man denkt. So auch bei den Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Sowohl die brasilianische Regierung als auch die meisten Berater sagten eine Preisreduzierung um 7  % voraus, aber dann ging in Südamerika der Ertrag der Soja- und Maisernte um 20 % zurück und die Preise stiegen:
  • 22 % : Baumwolle
  • 18 % : Zucker
  • 13 % : Soja
  • 10 %: Orangensaft
  • 8 %: Weizen
  • 6 %: Kaffee
  • 4 %: Mais
Diese Preissteigerungen fanden in den letzten dreissig Tagen an den Börsen von New York und Chicago statt. Sie bedeuten für die Taschen der brasilianischen Landwirte Mehreinnahmen von mindestens 6, eventuell sogar 12 Mrd. R$. Die Einnahmen aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte in Mrd. R$ bleiben damit auf hohem Niveau:

  • 1997: 102,3
  • 1998: 106,4
  • 1999: 106,5
  • 2000: 98,2
  • 2001: 108,9
  • 2002: 129,6
  • 2003: 147,1
  • 2004: 146,0
  • 2005: 123,7
  • 2006: 123,6
  • 2007: 140,5
  • 2008: 161,1
  • 2009: 156,0 (geschätzt)
Berücksichtigt wurden folgende Positionen: Baumwolle, Erdnüsse, Reis, Bananen, Kakao, Zuckerrohr, Zwiebeln, Bohnen, Tabak, Orangen, Mamona, Maniok, Mais, Pfeffer, Soja, Tomate, Weizen und Weintrauben.

Eine gute Ernte bedeutet auch Geld für die Hersteller von LKWs, Traktoren, landwirtschaftlichen Maschinen, Düngemitteln und sonstige Dingen, die der Landwirt braucht. Firmen wie z.B.  Claas undJohn Deere freuen sich darüber.

09 Mai 2009

Brasilianische Stahlwerke hungern sich gesund

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage bewirkt einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen um 11,7 % in 5 Monaten in der brasilianischen Stahlindustrie. Diese beschäftigte im September des vergangenen Jahres 119.458 Mitarbeiter, im Februar dieses Jahres waren es nur noch 105.407. Die installierte Produktionskapazität wurde im Dezember 2008 nur zu 75,7 % genutzt, im März diesen Jahres waren es sogar nur 60,4 %. Der Wert für April ist nicht wesentlich besser, er betrug 64,1 %. 6 der 14 Hochöfen Brasiliens sind zur Zeit stillgelegt - wer sich in der Technologie der Stahlerzeugung auskennt, weiß, was das bedeutet.

Vor einigen Tagen besuchte ich eine der größten Gießereien Brasiliens im Süden des Landes, die ihre Produktion zu 70 % exportiert, größtenteils nach den USA. Auch hier ein erschreckendes Bild, 4 von 7 Kupolöfen waren stillgelegt. Und trotzdem herrscht Optimismus in Brasilien - hoffentlich ist es nicht der, der uns das Pfeifen im dunklen Wald lehrt.

08 Mai 2009

Brasilianischer Fahrzeugabsatz stockt

ANFAVEA, der Fahrzeugherstellerverband, gab soeben schlechte Zahlen bekannt. Danach wurden im April 234.390 neue importierte und im Lande hergestellte Fahrzeuge zugelassen, 10,3 % weniger als im April des Vorjahres. Im Vergleich zum März 2009 betrug der Rückgang 13,7 %. Die Produktion ging im April gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat um 15,8 % zurück.

Fazit: Steuervergünstigungen haben nur eine zeitlich begrenzte Wirkung, weil kein Zusatzbedarf geschaffen, sondern nur Bedarfsfälle vorgezogen werden. Und die fehlen dann anschließend, so einfach ist das.

Dollar und Euro gegenüber dem brasilianischem Real auf Talfahrt?

So niedrig war der Dollarkurs seit Oktober 2008 nicht mehr:
Der Euro ist noch nicht ganz auf diesem Niveau angelangt:
Hier der Kurs von heute (man beachte, dass wir drei Dollarkurse haben!):

Dafür steigen die Börsenkurse seit neun Wochen ununterbrochen, seit Montag dieser Woche verzeichnete der Bovespa-Index einen Zuwachs von 8,7 % und 36,87 % seit Jahresanfang.  Heute stand der Index bei 51.396 Punkten!

05 Mai 2009

Interessante deutschsprachige Betrachtung Brasiliens aus der "ökonomischen Perpektive"

Rezension (5.0 von 5 Sternen) meines Buches WIRTSCHAFTSBOOM AM ZUCKERHUT von David "David" (Bayern, Deutschland) vom 26. April 2009 bei Amazon:

BRASIL - Um país de tudo! Etwa aufgedruckt auf Reiseandenken, wie beispielsweise T-Shirts, hat der Slogan durchaus Gültigkeit: In Brasilien gibt es (fast) alles!

Abseits der Urlauberperspektive, aus dem Blickwinkel des Geschäftsmannes gewinnt das heutige Brasilien eine neue Qualität. Es bewegt sich auch wirtschaftlich etwas, in diesem vielfältigen, großen und großartigen Land.

Dieses Werk richtet sich an Personen, die in Brasilien beruflich, bzw. unternehmerisch tätig werden wollen. Und hierzu dem Buch einige Expertisen entnehmen können.

Nach der unterhaltsamen Erläuterung grober geschichtlicher Umrisse wie auch landeskundlichen Informationen geht der Autor darauf ein, welche Herausforderungen sich hinsichtlich Unternehmensgründungen und -übernahmen sich ergeben können, wie sich eine Betreten des brasilianischen Marktes gestalten könnte, welche Hilfen - auch aus dem Portfolio des Autors - gegeben werden können, um klassische Fehler zu vermeiden.

Ohne Frage: Im Vergleich zu Deutschland hat nahezu jedes Land Vorzüge und Nachteile, welche auf kulturellen, politischen, sozialen Eigenheiten gründen, und denen es zu begegnen gilt! Auch hinsichtlich dieser Aspekte betreibt das Buch, wohl bewusst, keinerlei Schönfärberei.

Hierzu werden zahlreiche Beispiele von unterschiedlichen und -in Brasilien- unterschiedlich erfolgreichen Firmen angeführt.
Daneben einige Erfolgsstorys heutiger brasilianischer Größen wie WEG, Conexel, Hering.

Viel über die Jahre hinweg gewonnene Erfahrungen von Karlheinz Kurt Naumann wird dabei eingebracht, wenn er praktische Ratschläge, aber auch Persönliches zum Besten gibt. Aufbereitetes Zahlenwerk auch anhand übersichtlicher Tabellen, durchzieht ganze Buch zudem.
Was "Wirtschaftsboom am Zuckerhut" zu einer kurzweiligen Lektüre mit hohem Informationsgehalt an Insiderwissen macht.

29 April 2009

Brasilianischer Leitzins erneut gesenkt

Ein Prozent weniger, d.h. seit heute 10, 25 % im Jahr, das hat es seit Ende 1997 nicht gegeben! Die Großbanken folgten dem Beispiel und senkten ihre Zinssätze, allerdings nicht um ein, sondern um 0,05 bis 0,63 %. Wobei der mutigste hier die Banco do Brasil war, deren alter Präsident gehen mußte, weil er den Wünschen der Regierung - die Banco do Brasil ist eine Staatsbank - nach niedrigen Zinsen und kleinem spread nicht schnell genug erfüllte. Er dachte betriebs- oder von mir aus auch bankwirtschaftlich und nicht politisch.
Die Grafik zeigt die Leitzinsentwicklung seit Beginn der Amtszeit Lulas in % pro Jahr.

26 April 2009

Marktanteile WELTAUTOMARKT in %

Zum Vergrößern in Grafik klicken!
dunkel: stagnierende oder schrumpfende Märkte
hell: wachsende Märkte

Quelle: KPMG-Studie (global auto executive survey 2009)

Kleinautos für Großstädte

Ich hatte den Smart heute schon erwähnt, er kostet je nach Ausstattung in Brasilien 57.900 bis 64.900 R$ (19.966 bis 22.379 €). Der Mini Cooper ist sogar noch teurer, sein Preis bewegt sich zwischen 92.500 und 134.000 R$ (31.897 bis 46.207 €). Würden Sie sich in Europa für solche Preise einen Smart oder einen Mini Cooper kaufen? Und ich habe mit 1 € = 2,90 R$ gerechnet! Was ist, wenn der Kurs wieder bei 1 € = 2,50 R$ landet und der Smart dann bis zu 25.960 € kostet??? Dann hilft nur ein, diese Autos müssen zum Statussymbol werden, dann gibt es vielleicht genug Käufer. 

Aber es spricht immer noch ein Fakt gegen diese Fahrzeugklasse, sie ist in unserem Verkehr einfach zu unsicher. Manche meiner Kunden fühlen sich, wenn sie neben, hinter und vor sich hunderte von LKWs auf der Stadtautobahn fast in Tuchfühlung mit sich haben, schon in einem SUV unwohl!

Trotzdem will auch Fiat mitmischen und schickt den Fiat 500 in's Rennen, der in Europa 12.000 bis 15.000 € kostet und dessen Preis für Brasilien noch nicht bekannt gegeben wurde. 

Hoffentlich ereilt diese Autos nicht das Schicksal der hierzulande kläglich gescheiterten Modelle Audi A3, VW Golf und Mercedes A-Klasse, die samt und sonders zu teuer waren und derselben Idee, Luxus in Kleinautos zu bieten, gefolgt waren. Und der Smart ist wirklich klein. Ich warte auf die erste Zeitungsmeldung, dass ein Smart in ein Schlagloch auf der Marginal Tietê gefallen ist und dann von einem LKW noch tiefer hineingedrückt wurde. Das "in's Loch fallen" ist schon größeren Fahrzeugen in São Paulo gelungen.

Wer auf 5.000 Jahre Geschichte zurückblicken kann, denkt auch langfristig

Und die Chinesen, die für den größten unabhängigen Autofabrikanten des Reiches der Mitte verantwortlich sind, tun dies sicher, denn sie wollen in Brasilien montieren, trotz der dieses Jahr sicher nicht ausgelasteten Fahrzeugmontagekapazitäten unseres Landes. Und ob das nächste Jahr 3,5 Mio. Fahrzeuge einschließlich des Exportes mit sich bringen wird, ist fraglich.

Trotzdem will CHERY der erste chinesische Autofabrikant Brasiliens werden und zwar mit einer Fabrik, die Ende 2011 produktionsbereit sein soll. Und wenn schon, denn schon, in der Fabrik sollen Flexfahrzeuge montiert werden, also mit Motoren, die ein Gemisch von Alkohol und Benzin im beliebigen Verhältnis zueinander verdauen. Deshalb strebt man eine Zusammenarbeit mit Firmen wie Bosch, Delphi oder Magneti Marelli an, die über die Technologie dazu verfügen. Magneti Marelli z.B. hat eine Fabrik neben dem Komplex von Chery in Wuhu, 400 km von Shanghai entfernt. Den Präsidenten von Chery in Brasilien gibt es bereits, er heißt Luis Curi. Er verkündete schon, dass man zwischen 500 und 700 Mio. US$ in Brasilien investieren und 100.000 bis 150.000 Fahrzeuge jährlich bauen werde.

Mal sehen, was das für Auswirkungen auf den SMART hat, der in Brasilien für einen mittleren Preis von 60.000 R$ verkauft soll, das sind heute mit 1 € = 2,9 R$ immerhin fast 21.000 €, für Brasilien kein Pappenstiel!

25 April 2009

Gesine Schwan macht in Pessimismus...

...und Lula zeigt seinen Kollegen und Möchtegernkollegen, dass auch die Linke Optimismus verbreiten kann. Denn trotz aller Unkenrufe, Brasilien trotzt DER KRISE! Das mögen einige Erfolgsmeldungen unterstreichen:
  • Die metropolitane Arbeitslosenquote steigt im März auf 9 %. Und das soll eine Erfolgsmeldung sein? Ja, denn in Spanien stieg sie im Zuge der Weltwirtschaftskrise auf 17,4 %. In Brasilien haben wir damit in den sechs wichtigsten Ballungsgebieten Salvador, São Paulo, Recife, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Porto Alegre, die immer betrachtet werden und für die auch die Arbeitslosenquote gilt, 2,08 Mio. Arbeitslose. Aber die Tendenz zeigt auf Besserung und die Anzahl der in Lohn und Brot stehenden Menschen, die im Mittel allerdings nur 1.321,40 R$ monatlich verdienen, blieb mit 20,95 Mio. von Februar auf März stabil und war 0,9 % höher als im März 2008. Wenn man nur die Beschäftigten des Handels im Bundesstaat São Paulo betrachtet, stieg die Anzahl von März 2008 auf März 2009 sogar um 5,9 %.
  • Petrobrás stellt einen neuen Förderrekord in Brasilien auf. Im März waren es 1,992 Mio. barrels pro Tag, 2,7 % mehr als im Februar. Wenn man das geförderte Erdgas äquivalent einrechnet, betrug die Binnenförderung im März 2009 damit 2,315 Mio. barrels
  • Die Börsenkurse steigen auf einen Halbjahreshöchstwert, der Bovespa - Index erreicht 46.771 Punkte, lag aber im Juni des Vorjahres schon über 70.000 Punkten (und im Oktober 2008 knapp unter 30.000).
  • Die brasilianische GM-Tochter will trotz der maroden Mutter 500 Mio. US$ in neue Fahrzeugmodelle investieren, die unter der Leitung brasilianischer Ingenieure entwickelt werden sollen. Ab 2012 können wir diese Modelle dann auch hoffentlich kaufen.
  • Der Immobilienmarkt in Bundesstaat São Paulo zieht an, im Februar wurden 55 % mehr gebrauchte Immobilien als im Januar verkauft. In der Stadt São Paulo stieg der Absatz von neuen Immobilien um 40 % im selben Zeitraum. Im Januar wurden im Bundesstaat São Paulo schon 41 % mehr gebrauchte Immobilien als im Dezember verkauft, es handelt sich also offensichtlich um eine robuste Entwicklung zum Besseren.
  • Peru will die japanisch-brasilianische Digitalfernsehnorm übernehmen und könnte dann künftig Fernsehapparate aus Brasilien direkt aus der Montagelinie ohne Modifikation importieren
  • Der US-Dollar liegt wieder unter 2,20 R$ und stärkt damit Brasiliens Importwirtschaft, gut für unseren Handel und für deutsche und andere Exporteure
  • Die BNDES, unsere KfW, öffnet eine Kreditlinie von 300 Mio. US$, damit die Argentinier brasilianische Waren nicht nur kaufen, sondern auch bezahlen können.
Wie man sieht, ist Brasilien durchaus kein Land DER KRISE, sondern der - manchmal nicht ausreichend genutzten -  MÖGLICHKEITEN!

23 April 2009

Macht Alkohol leichtsinnig?

Sicher, wenn man sich die Schulden in Höhe von 40 Mrd. R$ der Zucker- und Ethanolindustrie Brasiliens ansieht. Seit 2007 macht diese vermehrt Schulden, um Verluste auszugleichen und das Umlaufkapital in der erforderlichen Höhe zu halten. 30 Gruppen, die zusammen 212.000.000 Tonnen Zuckerrohr, die Hälfte der kompletten Ernte, im Erntejahr 2007/2008 verarbeitet haben, machten mit den Fertigprodukten Zucker und Alkohol 14,2 Mrd. R$ Umsatz, hatten aber gleichzeitig 17,5 Mrd. R$ Schulden! 36 % dieses Betrages werden der BNDES geschuldet, 19,5 % kommen aus der Exportvorfinanzierung, 9 % sind langfristige Verbindlichkeiten und 35,5 % kurzfristige. Für jede Tonne verarbeitetes Zuckerrohr schulden die Firmen 76,10 R$, ein Jahr vorher waren es "nur" 39,40 R$. Für das Erntejahr 2008 / 2009 wird das Verhältnis wohl auf 85 R$ pro Tonne steigen, das ist über dreimal mehr als der von Fachleuten als akzeptabel betrachtete Wert. Die Bankschulden der betrachteten 30 Gruppen wiesen folgendes Wachstum auf:
  • 2005/6 => + 70 %
  • 2006/7 => + 112 %
  • 2007/8 => + 32 %
Die Zunahme der verarbeiteten Zuckerrohrmenge betrug im Mittel aber nur 20 % von Jahr zu Jahr. Hier ist also etwas ganz falsch gelaufen! 

22 April 2009

Was ist schoener als Durst?

Ihn zu loeschen, natuerlich! Und wenn man dazu Wasser nehmen muss! Aber wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald weder Bier noch Wasser, wie die Erfahrung der Stadt São Paulo zeigt. 2008 wurden 5,4 Mrd. Liter Wasser buchstaeblich gestohlen. Das wurde bei 155.569 technischen Ueberpruefungen von Wasseranschluessen und -uhren festgestellt. 21.165 Wasseranschluesse waren irregular. Mit der abgezweigten Menge kann eine Stadt wie Guarulhos mit 1,5 Mio. Einwohnern und dazu noch Suzano mit 270.000 Einwohnern einen Monat lang spielend ausreichend versorgt werden. Der Wasserversorger SABESP hofft, durch die Regularisierung 26,1 Mio. R$ im Jahr zusaetzlich einzunehmen. Um Wasserdiebe anzuzeigen, reicht ein Telefonat, die Nummer ist +55 11 181. Der ertappte Suender muss keine Strafe zahlen, aber das "abgezweigte" Wasser, was einen Restaurantbesitzer im Stadtteil Moema 70.000 R$ oder ca. 24.000 EUR gekostet hat.

21 April 2009

Mindestlohn und Sozialversicherungsdefizit steigen

Der Mindestlohn soll von heute 465 R$ am 1.1.2010 auf 506,44 R$ steigen. Da hat offensichtlich wieder jemand einen Faktor benutzt und keiner traut sich, den neuen Mindestlohn mit 500 oder 510 R$ festzulegen. Aber was wichtiger ist, die Sozialversicherung wird wieder leiden. Denn als Lula 2006 mit den Gewerkschaftszentralen die Mindestlohnerhöhung abmachte, war es ihm wohl ziemlich egal, dass die Leistungen der Sozialversicherung immer noch an die Höhe des Mindestlohnes gebunden sind. Die Generosität Lulas wird die Sozialversicherung nächstes Jahr mit 7,2 Mrd. R$ belasten. 2008 betrug das Defizit 10,39 Mrd. R$, dieses Jahr werden 12,09 Mrd. R$ erwartet. Und die von Lula im Wahlprogramm angekündigte und vorher in der Opposition vehement bekämpfte Sozialversicherungsreform lässt weiter auf sich warten. Aber Geld für den Weltwährungsfond haben wir in Brasilía und Lula kann sich damit brüsten, wie "schick" es sei, dem Fond Geld zu leihen. Ob er wohl mal einen Blick auf den Kontoauszug der Regierung geblickt hat, um die Höhe der Inlandsverschuldung zu wissen?

20 April 2009

Laender mit Besuchern des Eurolatinasites

Zum Vergroessern einfach in die Karte klicken!

Gute Nachrichten für Exporteure

Der Real wird wieder stärker:

DIE KRISE: Ist das Schlimmste schon vorbei?

In Brasilien vielleicht, im Rest der Welt sicher noch nicht. Aber auch Brasilien wird noch einige Zeit an den Auswirkungen zu knappern haben. Und durchaus aus auch aus internen Gründen, denn Präsident Lula weiß, dass 2010 sein letztes Amtsjahr sein wird und da möchte er natürlich einen guten Abgang haben. Und einen guten Einstieg in die von ihm angestrebte „diplomatische Tätigkeit“ nach Beendigung seiner Amtszeit. Beides kann er sich verschaffen, in dem er viel Geld ausgibt, um Staatsbedienstete einzustellen und durch Investitionen und Steueranreize auch in der Privatwirtschaft Arbeitsplätze zu schaffen. Dass das Geld nicht vorhanden ist, sondern Kredite aufgenommen werden, bekümmert ihn nicht sonderlich, denn diese müssen von seinen Nachfolgern – eine Amtsperiode reicht dazu sicher nicht – bezahlt werden. Und selbst, wenn das nächste Parlament seinen Mitgliedern nicht mehr üppige Reisen nach New York oder Paris – die bevorzugten Ziele - auf Staatskosten für Familienmitglieder und Freunde erlaubt und die monatlichen Mobiltelefonrechnungen einiger Senatoren nicht mehr den Wert eines Autos übersteigen, wird dies schwer werden. Denn noch sind die Zinsen weit oben und unsere Binnenverschuldung ist astronomisch hoch. Die Regierung brüstet sich wohlweislich nur mit dem Abbau der Außenverschuldung, denn die Schulden in Landeswährung hat sie bisher nur gesteigert. Übrigens ein Grund für das Wohlergehen der hiesigen Banken und den schlechten Kundendienst für Privatleute und kleinere Firmen, denn der Löwenanteil der Bankkredite wird hierzulande von der Regierung in Anspruch genommen. Das hat unsere Banken auch vor DER KRISE bewahrt, sie hatten überhaupt keine Veranlassung, riskante Geschäfte zu machen, bei der Regierungsunterstützung!

Mir wird von (wenigen) Lesern vorgeworfen, das Gute an der Regierung Lula nicht zu sehen und zu kritisch zu sein. Lula tue doch eine Menge für die Armen. Das stimmt, er hat Sozialprogramme seines Vorgängers zusammengefasst und ausgeweitet, mit der deutlichen Absicht, damit Wählerstimmen zu gewinnen. Und er hat Maßnahmen seiner Vorgänger, den Staatsapparat zu verkleinern, rückgängig gemacht und neue Staatsdiener eingestellt, mit der deutlichen Absicht, seiner Partei eine permanente Unterstützung durch die öffentliche Verwaltung zu sichern. Außerdem hat er das PAC-Programm geschaffen, um über Investitionen die Konjunktur anzukurbeln, aber nur 28 % von dem investiert, was bis heute möglich und vorgesehen gewesen war. Was beweist, dass Politiker und Beamte, insbesondere mit linker Tendenz, lausige Unternehmer sind. Siehe auch die mit großem Tam Tam oder Oba Oba wie man in Brasilien sagt, propagierten PPPs , die bis heute nicht funktionieren.

Aber er hat die Wirtschaftspolitik seines Vorgängers schamlos und erfolgreich kopiert. Ich schreibe schamlos, weil er diese Politik vorher vehement bekämpft hat wie auch die Steuerreform, die Arbeitsrechtsreform, die Wahlrechtsreform und die Sozialversicherungsreform, auf die wir in Brasilien bis heute vergeblich warten. Auch das Gesundheitswesen und das Schulwesen sind marode. Es reicht eben nicht, nur dagegen zu sein, wenn man in der Opposition ist, man muss auch ein Programm haben und die Fähigkeit es durchzuführen, wenn man „an der Macht“ ist. Um an dieser bleiben, werden in Brasilien mindestens 17 der 35 (!!!) Bundesminister im April 2010 aus dem Amt scheiden, um sich zu kandidieren. Stellen Sie sich mal vor, Steinmeier müsste ein halbes Jahr vor den Bundestagswahlen sein Amt als Außenminister aufgeben, weil er Kanzler werden möchte.

Aber zurück zur Krise: Seit Dezember 2008 sind die Steuereinnahmen deutlich gesunken, in den en ersten drei Monaten 2009 summiert sich der Verlust im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2008 auf 11,33 Mrd. R$.

Weniger Steuern deutet auf weniger Geschäft hin und weniger Geschäft heißt weniger Transport, der in Brasilien größtenteils Straßentransport ist, sei es Passagier- oder Gütertransport. Um hier Erleichterung zu verschaffen, studiert die Regierung Maßnahmen zur Senkung des Dieselpreises, der mit 2,20 R$/l für uns wirklich hoch ist ; wobei man noch nicht entschieden hat, ob dies durch Steuersenkung oder durch Verringerung der Petrobrásmarge geschehen soll. Zuletzt wurde der Dieselpreis am 2.5.2008 geändert, als er um 15 % angehoben wurde. Seitdem ist der Erdölpreis (1 Barrel Brent: 110 US$ im Mai 2008, 52 US$ aktuell) in den Keller gefallen, nur in Brasilien hat dies leider keine Auswirkungen für den Verbraucher gehabt. Unser Diesel kostet nach wie vor 50 % mehr als in den USA.

Allein 21 der größten Schlachthöfe und Kühlhäuser Brasiliens, von denen 7 insolvent sind, entließen laut ABIEC – Associação Brasiliera dos Exportadores de Carne als Folge der Krise 52.000 Mitarbeiter. Wenn man die Firmen, die der ABRAFRIGO – Associação Brasiliera de Frigoríficos angeschlossen sind, dazu nimmt, vergrößert sich die Zahl um 12.000. Zusammen mit den Firmen, die als Lieferant von Produkten oder Dienstleistungen dem Sektor verbunden sind, kann man wohl von 100.000 verlorenen Arbeitsplätzen ausgehen. Unmittelbarer Grund ist der Rückgang der Rindfleischexporte um 20 % im Vergleich des ersten Vierteljahres 2008/2009. Aber der Export hat schon wieder steigende Tendenz. Um eine Größenordnung zu zeigen: 2008 haben die 750 Schlacht- und Kühlhäuser, die von der Bundesregierung geprüft werden, 38.500.000 Rinder verarbeitet.

Um diese Industrie sowie den Landmaschinensektor, Genossenschaften und Milchverarbeiter u.ä. vor dem Schließen zu bewahren, hat die Regierung eine Kreditlinie von 10 Mrd. R$ zu 11,25 % Jahreszinsen über die BNDES zur Verfügung gestellt.

Die gebeutelte Embraer, die internationale Aufmerksamkeit durch Massenentlassungen und den dadurch hervorgerufenen Streit mit der Gewerkschaft auf sich zog, erhält ebenfalls Regierungshilfe in Form von Aufträgen, insgesamt für 1,4 Mrd. US$ für die Entwicklung und Modernisierung von Flugzeugen der Luftwaffe und Marine.

Hilfe aus dem Ausland erhält unser Bergbaugigant Vale. Die Dubai Aluminium Company Dubal erwarb 19 % des Kapitals der Vale – Tochter Cia. de Alumina do Pará CAP. Der dritte im Bunde ist die norwegische Hydro Aluminium, die ihre 20 % unverändert behält. Die CAP wurde gegründet, um in Barcarena – Pará, 5 km von der Alunorte entfernt, eine Aluminiumraffenerie zu bauen, die 2,2 Mrd. US$ kosten wird, anfänglich 1,86 Mio. to Aluminium im Jahr herstellen kann und nach bisheriger Planung Ende 2012 in Betrieb gehen soll.

Ein Sektor, der auch erhöhte Aufmerksamkeit verdient, ist der von Zucker und Alkohol, der bei Banken mit 40 Mrd. R$ verschuldet ist. Deshalb verhandelt z.B. Infinity Bio-Energy mit einem Kapitalgeber, bei dem es sich um die belgische Trading Alcotra handeln soll. Alcotra hat 400 Mio. US$ für Investitionen in Brasilien übrig. Infinities Sechsmonatsbilanz vom 30.9.08 weist einen Verlust von 111 Mio. US$ aus, was die Beteiligungsverhandlungen offensichtlich nicht erleichtert. Die Firma hat vier Projekte für den Bau von neuen Zucker- und Alkoholraffinerien und die Ausweitung bestehender Kapazitäten von 2009 auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Zellulosemarkt spürt eine leichte Erholung. Die Verkäufe nach China steigen wieder und der Preisverfall legte eine Verschnaufpause ein. Immerhin war der Preis seit September 2008 sieben Monate hintereinander um insgesamt über 50 % gefallen! Der Markt für wieder aufbereitetes Papier dagegen schwächelt, es ist zu teuer, ökologisch korrekt zu sein. Seit Januar ist die Nachfrage nach Schreibpapier insgesamt um 25 % gefallen und große Verbraucher achten darauf, zertifiziertes Papier zu kaufen, welches aus gepflanztem Holz hergestellt wurde und wo die Verpackung darüber informiert, wie viel C02 bei der Herstellung freigesetzt wurde.

Die Krise hat sich auch auf Mergers & Acquisitions ausgewirkt, Brasilien ist heute auf dem Stand von 2006 mit 114 Geschäften im ersten Vierteljahr 2009, 27 % weniger als im Vorjahresvergleichsraum. Aber es kündigt sich eine Verbesserung an, denn im Januar wurde 36 Geschäfte abgeschlossen, im Februar 28 und im März schon 50.

Nach fünf Monaten schlechter Nachrichten stieg die Beschäftigtenquote in der Industrie von São Paulo im März endlich wieder, wenn auch nur um 0,31 % gegenüber dem Vormonat. Auch die Stahlproduktion stieg im März wieder, immerhin um 4,7 %. Aber gegenüber dem März 2008 betrug der Rückgang immer noch 41,5 %.

Eine sehr gute Nachricht kommt von der Börse, Brasiliens Aktien gehören wieder zu den besten der Welt, wenn man ihre Rentabilität betrachtet:

Wertsteigerung an der Börse 2009 per 15.4.:
27,41 % Brasilien
25,70 % Russland
21,23 % Chile
17,68 % Indien
05,02 % Australien
01,01 % Südafrika

Wertverfall an der Börse 2009 per 15.4.:
- 05,16 % USA
- 06,17 % GLOBAL
- 09,32 % EUROPA
- 10,84 % Japan

Und der Real konnte sich soweit gegenüber dem US-Dollar festigen, dass die Regierung schon wieder um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Exportindustrie fürchtet.

Zum Schluss noch einige interessante Zahlen: In unserer Hauptstadt Brasília kommen 1,1 Mio. Autos auf 2,5 Mio. Personen, das sind schon europäische Verhältnisse. Jeder Hauptstadteinwohner hat im Schnitt 1,25 Mobiltelefone! 29,7 % der Haushalte der Hauptstadt haben Internetzugang, 36,4 % haben mindestens einen Computer und 94,1 % einen Telefonfestanschluss. 99,8 % der Haushalte Brasílias haben elektrischen Strom und 96 % Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Brasílias HDI (Human Development Index) ist mit 0,936 der beste Brasiliens, gefolgt von Rio Grande do Sul mit 0,904 und São Paulo mit 0,901. Der Mittelwert für Brasilien ist 0,792. Brasília würde als Staat damit mit Neuseeland gleichauf liegen und vor Deutschland und Portugal. Man sieht den positiven Einfluss, den der Eigennutz unserer Regierung und unseres Parlamentes ausübt sowie die Anwesenheit von 175 Botschaften, 58 Konsulaten, zweier Handelsmissionen und 26 internationaler Organisationen.

Da kann es sich – so glaubt sie jedenfalls, die halbstaatliche Petrobrás auch leisten, ein Verwaltungsgebäude in Vitória mit 100.000 m2 für 486 Mio. R$ zu bauen, in dem 1.500 Mitarbeiter untergebracht werden sollen. Und das bei einer Zunahme der Zahlungsunfähigkeit oder –unwilligkeit von 20,6 % allein im Februar diesen Jahres im Vergleich zum Februar 2008.

Die Bauindustrie stellt übrigens wieder ein. Im März wurden 16.100 mehr Mitarbeiter eingestellt als entlassen. Im Vormonat war die Zahl auch positiv, aber der Saldo betrug nur 2.800 Mitarbeiter. Per Ende März betrug der Saldo 30.300 Leute, im Vorjahresvergleichsraum waren es noch 99.600. Das Regierunsprogramm "Minha casa, minha vida" (Mein Haus, mein Leben) wird hoffentlich eine weitere Erholung bringen, in seinem Rahmen sollen eine Million Häuser bzw. Wohnungen gebaut werden. Weitere Sektoren, die vermehrt einstellen, sind die Schuhindustrie, die Gummiverarbeitung, der Tabakbereich, Lederverarbeitung und die Textil- und Bekleidungsbranche. Metallverarbeiter und Papierindustrie entlassen weiterhin mehr als sie einstellen.

Dass Brasilien wieder vermehrt Maschinen und Anlagen aus Deutschland einkauft, können Sie hier lesen (Meldung von der Hannovermesse).

18 April 2009

Biogasanlagen in Brasilien

"Die Brasilien-Pläne der Torgelower ME-LE-Gruppe werden immer konkreter" schreibt Thomas Krause am 18.4.2009.
Zum Artikel!

Ein gutes Beispiel für das Engagement einer deutschen Firma, die in Brasilien investiert und dies aus guten Gründen weit weg von São Paulo, denn hier gibt es nicht genug Rindviecher für die Erzeugung von Gülle, welches Methan freisetzt. Schade, dass es nicht wesentlich mehr Unternehmer gibt, die im Ausland selbst und nicht nur über Handelspartner agieren wollen.

Mehr über Biogas und andere erneuerbare Energieträger finden Sie bei Associacão Brasileira de Energias Renováveis e Meio Ambiente.

17 April 2009

Steuern runter - Steuern hoch!

Am heutigen Freitag hat die Regierung sich dazu durchgerungen, die Steuer auf industriell hergestellte Produkte, kurz IPI und unter Bundeskompetenz, zu senken. Konkret geht es um Kühlschränke (15 % => 5 %), Waschmaschinen (20 % => 10 %), Waschtanks (10 % => 0 %) und Herde (5 oder 4 % => 0 %), also um die so genannte weiße Ware. Diese Steuersenkung gilt ab heute für drei Monate. Das Datum für ähnliche Erleichterungen bei Gefriertruhen und Mikrowellenherden steht noch nicht fest. Auch Baumaterial wird billiger, die Regierung hat für etliche Produkte eine komplette IPI-Befreiung für 3 Monate verordnet.

Das "Gutmenschentum" für die Käufer weißer Ware kostet die Regierung 173 Mio. R$, wofür der Regierung noch keine nicht wahlschädigende Kompensation eingefallen ist. Für die Verbilligung der Baumaterialien werden nämlich die Raucher zur Kasse gebeten. Nachdem das Rauchen in São Paulo in der Öffentlichkeit komplett verboten wurde, d.h. es gibt auch keine Raucherecken in Restaurants und Firmen mehr, wird es also für die, die diesem Laster weiterhin in den eigenen vier Wänden, in ihrem Auto oder in der freien Natur fröhnen wollen, nicht nur schwieriger, sondern auch noch teurer. Aber der Finanzminister hofft, dass durch die Mehrverkäufe weißer Ware der Steuerausfall kompensiert wird, was bei Waschtanks und Herden schwer sein wird, denn viele Male Null bleibt immer noch Null.

PIS/Cofins dürfen übrigens nicht ohne Kompensation gesenkt werden, das bestimmt ein Gesetz. Aber angehoben werden darf der Hebesatz, und das wurde für Zigaretten gemacht.

Aber wenigstens sind jetzt nicht nur Kraftfahrzeuge und Motorräder billiger, sondern auch weiße Ware und Baumaterialien. Das kostet insgesamt voraussichtlich 1,675 Mrd. R$ Steuerausfall, aber kurbelt die Wirtschaft an und wird hoffentlich dadurch einen überproportionalen Gegeneffekt auslösen. Ronald Reagan würde sich bestätigt fühlen, er hatte vor seinem Präsidentenamt als Ministerpräsident Kaliforniens durch Steuersenkungen einen Wirtschaftsboom ausgelöst. Sozialisten lösen solche Probleme normalerweise anders - siehe früher Steuerbescheide für Prominente in Schweden, die angeblich in Extremfällen mehr als 100 % der Bezüge forderten. Aber Lula ist pragmatisch und nicht dogmatisch.

Neuer Wirtschaftsboom am Zuckerhut?

Es ist nicht von ungefähr, dass eine Veranstaltung am 25. Mai in Wien diesen Titel trägt, denn ich werde dort auf Einladung des österreichischen Konsulats in São Paulo einen Vortrag mit dem Titel

WIRTSCHAFTSBOOM TROTZ KRISE
Brasilien ist nicht zu bremsen! 

halten, der sich an den Inhalt meines Buches WIRTSCHAFTSBOOM AM ZUCKERHUT anlehnen und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens berücksichtigen wird. Mein Beitrag ist einer von dreien und wird den praktischen Aspekten der Entwicklung eines Brasiliengeschäfts gewidmet sein. Hier sind die Veranstaltungsdaten, das komplette Programme können Sie durch Klicken in den obigen Link aufrufen:

AWO‐LÄNDERFORUM BRASILIEN
Neuer Wirtschaftsboom am Zuckerhut?
Rot‐weiß‐rote Chancen in Brasilien
25. Mai 2009, 13:30 Uhr
Haus der Wirtschaft, Wiedner Hauptstr. 63, 1045 Wien – Franz Dworak‐Saal

Auch österreichischen Firmen steht dabei der von mir in Brasilien aufgebaute und geleitete Firmenpool Brasilien/Merocur der IHK Essen, durch den schon über 150 Firmen auf ihrem Weg nach Brasilien betreut wurden, offen, um diesen als kostengünstiges Einstiegsinstrument nutzen zu können.

15 April 2009

Schlagzeilen

Gelbfieberrisiko in Brasilien deutlich gestiegen
Brasiliens Präsident Lula wünscht sich Dilma Rousseff als Nachfolgerin
Neue Rüstungsaufträge für brasilianische Firma Embraer
Entlassener Arbeiter besetzt Fabriktor von GM-Brasilien

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

 - aber ohne dieses geht es auch nicht. Für Europäer ist dies auch erstaunlich billig, denn um einen Salat, eine Hauptspeise und einen Nachtisch zu verzehren, dazu ein nicht alkoholisches Getränk zu sich zu nehmen und zum Abschluß einen brasilianischen Kaffee - cafezinho - zu trinken, gibt der brasilianische Arbeitnehmer über seinen Essensgutschein, der von vielen (einfachen) Restaurants eingelöst wird, im Mittel nur 16,26 R$ aus, umgerechnet zur Zeit 5,60 €. Das ergab die Auswertung der Daten von 2.525 Restaurants, die solche Gutscheine annehmen. Die Analyse wurde im Auftrag der Assert (Associação das Empresas de Refeição e Alimentação Convênio para o Trabalhador) von Ipsos durchgeführt. Unter den 22 betrachteten Städten waren Vitório - ES mit 20,94 R$ und Cuibá - MT mit 20,65 R$ die teuersten. São Paulo stach mit 15,96 R$ hervor - Konkurrenz belebt das Geschäft und senkt die Preise! Der mittlere Wert der Gutscheine, den die Arbeitgeber ausgeben, beträgt 10 R$. Im Oktober/November 2007 betrug der mittlere Essenspreis noch 14,87 R$, die Steigerung bewegt sich also noch in einem moderaten Rahmen. Arbeitgeber, deren Geschäft nach dem Realgewinn veranlagt wird, können bis 4 % von der Körperschaftssteuer abziehen, wenn sie sich im AT (Programa de Alimentação do Trabalhador) einschreiben und es werden keine Sozialabgaben für den Wert der bereitgestellten Mahlzeiten erhoben. Zur Zeit sind 109.000 Firmen in diesem Programm registriert und 11,5 Mio. Arbeitnehmer profitieren davon. 79 % dieser Mitarbeiter verdienen bis zu fünf Mindestgehälter. Die Regierung kostet dieses Programm 2009 ungefähr 489 Mio. R$, letztes Jahr waren es 321 Mio. R$.

.

14 April 2009

Krieg und Frieden

Lateinamerika ist von bewaffneten zwischenstaatlichen Konflikten weitgehend frei, aber trotzdem sind Militärwaffen täglich im Gebrauch, um den Willen Krimineller durchzusetzen. Dagegen ist die Polizei mangels gleichwertiger Ausrüstung oft hilflos und das Militär läßt sich die Waffen von Kriminellen abnehmen, weil man wegen fehlender Übung (Gott sei Dank!) auf Überfälle in den friedlichen Quartieren nicht vorbereitet ist.

Aber viele Regierungen der Region möchten vorbereitet sein und schicken deshalb ihre Offiziere - andere Besucher sind nicht zugelassen - auf die von der britischen Clarion organisierten LAAD - Latin America Aero & Defense, die heute in Rio de Janeiro ihre Pforten öffnet. Die nächsten vier Tage können 320 Aussteller aus 30 Ländern den Offizieren der 43 eingeschriebenen Länder zeigen, was alles möglich ist, wenn es um Angriff und Verteidigung geht und man das nötige Kleingeld hat. Brasilien hat es offensichtlich, denn nach einem Abkommen mit Frankreich über den Erwerb von U-Boot- und Hubschraubertechnologie wird das Land über die Beschaffung von Kampfflugzeugen entscheiden - Boeing, Dassault oder Saab sollen liefern. Und den Messebesuchern wird natürlich der Mund mit Spitzentechnologie wässrig gemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass deren Einsatz oder besser Existenz bewaffnete Konflikte durch Abschreckung verhütet und dass diese nicht in die Hände des organisierten Verbrechens oder von Terroristen gelangt.

12 April 2009

Brasiliens Industrie erholt sich

Es gibt wenigstens Anzeichen dafür, dass die Binnenmarktnachfrage für steigende Produktionszahlen sorgt, z.B. bei den Motorradfabrikanten, die im März die Produktion um mehr als 50 % steigern mussten, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Eine Analyse der Daten von 1.066 Firmen mit zusammen über 540 Mrd. R$ Umsatz im Vorjahr bestätigt die Erholung in einigen Sektoren. Die höchste Nachfrage kann die Lebensmittelindustrie für sich verbuchen, gefolgt vom Pharmasektor und der Autobranche. Das Schlusslicht sind der Maschinenbau und die Elektroindustrie.

Spät, aber mit Wucht

Lange blieb Brasilien von der Krise verschont - Jetzt beginnt eine Entlassungswelle - Hoffnung ruht auf dem Konsum

São Paulo - Als sich vor der Zentrale des Flugzeugbauers Embraer in São José dos Campos eine Gruppe von Männern versammelt, macht sich schnell Wut unter ihnen breit. Früher gingen sie hier, rund 100 Kilometer von São Paulo entfernt, jeden Morgen an ihre Arbeitsplätze. Mittlerweile ist ihnen der Zutritt versagt. Ein hohes Eisengitter schirmt die Einfahrt ab, und Polizisten mit Maschinenpistolen versuchen, die Männer auf Distanz zu halten. Deren Tage beginnen nun mit Protesten.

Mitte Februar hatte der viertgrößte Flugzeugbauer der Welt angekündigt, 4200 Beschäftigte zu entlassen, rund 20 Prozent der Belegschaft. Ein Arbeitsgericht hat die Entlassung zwar gestoppt. Doch die Stellenstreichungen scheinen unumgänglich. Es ist der bislang größte Arbeitsplatzabbau eines brasilianischen Unternehmens. Und es ist ein Vorbote für das, was auf Lateinamerikas größte Volkswirtschaft in den kommenden Monaten zukommen könnte.

Lange schien Brasilien eines von wenigen Ländern zu sein, das von der weltweiten Krise verschont bleiben würde. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva versprach für 2009 vier Prozent Wachstum - nur ein Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch das Gros der Ökonomen nährte die Hoffnung, dass die weltweiten Turbulenzen vorüberziehen könnten. Denn anders als die Länder Europas oder die USA, so erklärten sie, sei Brasiliens Wirtschaft mit nur 13 Prozent Exportanteil gegen globale Schocks gefeit. Und auch das Bankensystem sei stabil, nachdem es in den 90er-Jahren reformiert wurde.

Doch mehr und mehr zeigt sich, dass die Abkoppelungstheorie selbst für eine relativ geschlossene Wirtschaft wie Brasilien nicht gilt. Denn die Krise hat mittlerweile den Binnenmarkt erreicht, das wirtschaftliche Rückgrat Brasiliens. Die US-Bank Morgan Stanley warnt schon seit Wochen vor einer Rezession. Und Experten wie der Lateinamerika-Chefökonom der WestLB, Roberto Padovani, die noch an Wachstum glauben, sehen sich gezwungen, ihre Prognosen herunterzuschrauben. Statt 2,1 Prozent Wachstum erwartet Padovani jetzt nur noch ein Prozent.

Die Dynamik des weltweiten Abschwungs droht einen der letzten Dominosteine zu Fall zu bringen. Die Krise erreichte Brasilien zwar spät, doch dann mit Wucht. Ende vergangenen Jahres brach die Autoproduktion um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Die Gesamtwirtschaft bekam dies unmittelbar zu spüren. Von Oktober bis Dezember schrumpfte die Wirtschaft erstmals um 3,2 Prozent - der größte Rückgang in mehr als zehn Jahren.

Das Tempo des Abschwungs hat viele Brasilianer überrascht. Doch Ökonomen wie Zeina Latif von der ING Bank in São Paulo wollen sich von der Krisenstimmung nicht anstecken lassen. Sie gehört zu den Optimisten, die Brasilien bald wieder auf der Überholspur sehen. Denn die Krise, so erklärt sie, habe längst nicht alle Sektoren erfasst.

Ein Blick auf jüngste Wirtschaftsdaten ergibt tatsächlich ein gemischtes Bild. Betroffen sind vor allem die Auto-, Elektro- und die Bauindustrie sowie die Rohstoff- und Agrarproduzenten. Sektoren, die entweder stark vom Export oder von Krediten abhängig sind. Der Konsum scheint dagegen weitgehend unbeeinträchtigt. Die Nahrungs- und Textilindustrie musste bislang keinen Einbruch beklagen.

So ist es vielleicht gar nicht überraschend, dass einige deutsche Unternehmen gerade jetzt Brasiliens Absatzmarkt für sich entdecken. "Viele Firmen spielen mit dem Gedanken, in Brasilien einzusteigen", sagt Karlheinz Naumann. Er lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in Brasilien. Für die Industrie-und Handelskammer in Essen leitet er ein Firmenpool, mehr als 150 Unternehmen hat er den Markteintritt in Brasilien geebnet. Jüngste Gespräche hätten gezeigt, dass "viele Firmen hoffen, den Umsatzeinbruch in Deutschland mit Aufträgen aus Brasilien kompensieren zu können", sagt Naumann.

Die Hoffnung, Brasilien könne eine Art Rettungsboot in der Krise werden, könnte jedoch leicht enttäuscht werden. Denn täglich treffen Meldungen ein, die zeigen, dass der heimische Markt längst nicht so robust ist, wie viele hoffen. Die Kündigungswelle ist im vollen Gang. Allein im Dezember und Januar wurden 755 000 Arbeitsplätze abgebaut. Im Januar stieg die Arbeitslosenrate laut Statistikamt auf 8,2 Prozent, von 6,8 Prozent im Dezember. Während Ökonomen wie Zeina Latif davon ausgehen, dass damit der Höhepunkt bereits erreicht ist, sind andere skeptischer. "Das Schlimmste steht erst noch bevor", sagt der Chefökonom von Morgan Stanley, Marcelo Carvalho. "Wir sind gerade erst am Anfang des Stellenabbaus." Bis Mitte des Jahres sieht er die Arbeitslosigkeit auf zehn Prozent klettern.

Längst sind es nicht mehr nur die gebeutelten Auto- und Bauindustrien, die ihre Arbeiter auf die Straße setzen. Über alle Branchen hinweg werden Stellen gestrichen. Allein mit der Finanzkrise und der Kreditklemme sei dieser drastische Stellenabbau nicht zu begründen, erklärte das staatliche Forschungsinstitut Instituto de Pesquisa Económica Aplicada (IPEA). Nach ihrer Ansicht ist die schlechte Stimmung für den Rückgang verantwortlich. Bis Mitte des Jahres, so prognostiziert Padovani, werde der Stellenabbau und sinkende Reallöhne verstärkt im Binnenmarkt zu spüren sein.

Selbst die Regierung ist vorsichtiger geworden. Ein Wachstum von vier Prozent postuliert sie jetzt nur noch als "Ziel". Die Mitte-Links-Regierung von Lula hat den Ernst der Lage erkannt. Mit Finanzspritzen von rund 100 Mrd. US-Dollar für Währung und Geldmarkt haben Regierung und Zentralbank in den vergangenen Monaten versucht, der Kreditklemme entgegenzuwirken. Und Steuersenkungen von rund 3,5 Mrd. Dollar sollen dazu beitragen, der angeschlagenen Industrie wieder auf die Sprünge zu helfen. Zur Wiederbelebung der Bauwirtschaft hat Lula zudem jüngst die Errichtung von einer Million neuen Häusern angekündigt.

Doch all dies zeigt nur begrenzte Wirkung. Die Kreditklemme gibt es nach wie vor. Im Januar sind die Investitionen um rund 13,3 Prozent gesunken. Seit Anfang des Jahres konnte sich zwar die Autoindustrie wieder etwas erholen. Doch die Regierung will die Steuererleichterungen Ende März auslaufen lassen. Ein Produktionseinbruch auf Raten könnte die Folge sein. Insgesamt sei das Wachstumsprogramm zu klein und der finanzielle Spielraum der Regierung zu eng, um die Konjunktur ankurbeln zu können, sagt WestLB-Ökonom Padovani. Das Einzige, was damit erreicht werde, sei, den Abschwung zu mildern und hinauszuzögern.

Autorin: BIRGIT JENNEN
Quelle: DIE WELT 7. April 2009

Froehliche Ostern!



Quelle: Henric Schwartz, New York - USA

07 April 2009

Die Höhen und Tiefen der Autoindustrie

Brasilien schlägt sich tapfer in DER KRISE, was man mit den Verkaufszahlen der Autoindustrie vom März 2009 beweisen kann. Denn gegenüber Februar 2009 wuchs der Absatz um 36,2 % und erreichte 271.400 Fahrzeuge. Gegenüber dem März 2008 bedeutet dies ein Zuwachs von 16,9 %, was klar zeigt, dass dieser Rekordwert nicht auf den krisenbedingten Absatzeinbruch ab Oktober 2008 zurückzuführen ist. Der wahre Grund war die Angst der Autokäufer, dass die Steuervorteile über den 31.3.09 nicht verlängert werden – wurden sie aber! Ende April wird sich zeigen, ob es sich tatsächlich nur um vorgezogene Käufe gehandelt hat und die wirkliche Nachfrage doch unter der des Vorjahres liegt. Auch darf nicht verschwiegen werden, dass im ersten Vierteljahr 2009 die Produktion gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 16,8 % zurückging.

Wenn man den Autoabsatz im März 2009 mit dem im März 2008 vergleicht, kommt man auf einen Rückgang von 30,5 %! Allerdings nicht in Brasilien, sondern in Großbritannien. Für das erste Vierteljahr betrug der Rückgang im Inselstaat 29,7 %.

Noch eine Erklärung zur Pause meiner Brasilienberichterstattung. Ich bin nicht in São Paulo und mein Internetzugang ist sehr limitiert, aber ab nächste Woche ist alles wieder normal.

29 März 2009

Brasilien auf Platz beim Formel I - Auftakt

Was keine Entschuldigung fuer die FAZ ist, wenn diese die neue Neue Rechtschreibung zu grosszuegig auslegt:
Und dann im selben Artikel zur traditionellen Orthographie zurueckkehrt:
Und ehe man mich darauf aufmerksam macht, dass grosszuegig mit "sz" geschrieben wird, weise ich darauf hin, dass meine in Brasilien gekaufte Tastatur keines hat.

23 März 2009

Brasilien

Der brasilianische Markt hat sich in den vergangenen Monaten positiv entwickelt und auf US-Dollar-Basis seit November 30 % zugelegt. Hauptgrund waren die Stabilisierung der Rohstoffpreise, die leichte Verbesserung des BRL/USD-Wechselkurses und die vom Markt erwarteten weiteren Zinssenkungen. In den nächsten Monaten sollten Investoren daher die Wirtschaftsmeldungen aus China im Auge behalten, um die Entwicklung der Rohstoffpreise vorwegzunehmen. Der BRL/USD-Wechselkurs sollte vorerst auf seinem aktuellen Niveau verharren. Es ist unwahrscheinlich, dass die Währungshüter die Zinsen so stark senken, wie vom Markt erwartet, wenn die Währung wieder an Boden verliert. Andererseits könnten sich die Zinserwartungen bei einer aufwertenden Währung als zu konservativ erweisen und die Aktienmärkte wieder stärker anziehen. Trotz des stark rückläufigen Wirtschaftswachstums ist Brasilien eine der wenigen aufstrebenden Volkswirtschaften, in der sich die Inlandsnachfrage in letzter Zeit stabilisiert hat. Damit könnte Brasilien als eines der wenigen Schwellenländer unter Umständen eine tiefe Rezession umgehen. Für 2009 rechnen wir mit einem negativen Wachstum von -2,6 %; 2010 dürfte Brasilien dann mit 1,8 % wieder positive Wachstumszahlen schreiben. Auf den Exportsektor entfallen nur 16 % des BIP, angesichts des einbrechenden Welthandels sicherlich ein Vorteil.

Auszug aus www.godmode-trader.de/de/aktie-analyse/In-Lateinamerika-zeichnet-sich-zaghafte-Erholung-ab,a1192961.html

Brasiliens Wachstumsmarkt - Eine ökonomische Erfolgsgeschichte

Brasiliens Wachstumsmarkt ist eine der wahren ökonomischen Erfolgsgeschichten der letzten sechs Jahre. Im Jahr 2003, man hatte gerade einen sozialistischen Präsidenten gewählt und schien nahe am üblichen Standard zu sein, war seine Mitgliedschaft in der BRIC-Gruppe in hohem Maße vorläufig.

Aber der Rohstoff-Boom von 2004 bis 2008 war äußerst segensreich für Brasilien. Die Regierung des Landes arbeitete hart, um das Haushaltsdefizit zu verringern, während die Zentralbank die Zinssätze weit oberhalb der Inflationsrate hielt. Folgerichtig war die Zentralbank, als die Rohstoff-Blase Mitte 2008 zerplatzte, in der Lage, die Inlandsnachfrage weiter wachsen zu lassen, indem sie ihre Zinspolitik lockerte.

Brasiliens Wirtschaft - gemessen am Bruttoinlandsprodukt (GDP = Gross Domestic Product) - eilte mit einem Jahres-Tempo von 5,3% in 2008 weiter. Das Prognose-Gremium von The Economist erwartet, dass Brasilien dieses Jahr nur mit einem 1,6%-Schritt wächst, aber das ist viel besser als meistens anderenorts. Seine Inflationsrate beträgt 6% - zu hoch, aber sie vermeidet zumindest Deflation.

Brasiliens kurzfristige Zinsen bleiben angemessen restriktiv bei 12,5 %, und sein Aktienmarkt verlor dieses Jahr nur 4%, was besser ist als das, was Investoren über die Wall Street sagen können.

Brasilien bleibt eine erfolgreiche Entwicklungsgeschichte, wiewohl mit einer moderaten (und nachhaltigen) Wachstumsrate. Darüber hinaus hat seine Ölgesellschaft, Petroleo Brasieiro SA (Petrobras) enorme Erdölreserven im Meer entdeckt. Die Produktion aus diesen Ölfeldern wird für 2012 erwartet. Es scheint wahrscheinlich, dass dies Brasilien zu einem der Haupt-Erdöl-Exporteure der Welt machen wird.

Wann immer jemand eine Liste der großen Wachstumswirtschaften der Welt zusammenstellt, ist Brasilien - unabhängig davon, welche Parameter verwendet werden - so gut wie sicher dabei. Unglücklicherweise haben sich einige der anderen BRIC-Nationen nicht so gut geschlagen.

Auszug aus www.investor-verlag.de/boersenwissen/handelssysteme/wachstumsmaerkte-bric-und-die-grenzen/?63044

22 März 2009

Ein armes Land mit reichen Dicken?

Neulich schrieb ich über Schönheitschirurgie, die in Brasilien nicht nur die letzte Rettung alternder Gegner eines natürlichen biologischen Prozesses, nämlich u.a dem der Faltenbildung, ist, sondern auch eine üppig sprudelnde Geldquelle für die behandelnden Ärzte, von denen nicht alle diesen Namen verdienen. Was deutlich wird, wenn man sich vor Augen hält, dass in unserem Land, in dem es laut internationaler Berichterstattung über den Karneval von schönen Menschen nur so wimmeln sollte, jede Woche 550 chirurgische Behandlungen von Fettsucht vorgenommen werden. Etliche dieser Eingriffe gehen schief und müssen durch neue Operationen korrigiert werden; Patienten nehmen bewusst zu, damit ihre Krankenversicherung den Eingriff bezahlt und Ärzte benutzen nicht genehmigte Operationstechniken und lassen sich Eingriffe mit bis zu 100.000 R$, das sind ungefähr 33.000 €, bezahlen. Dagegen ist eine Knieoperation in einem Privatkrankenhaus einschließlich Implantat für 30.000 R$ direkt preiswert - von denen die nicht gerade billige Krankenkasse 2.000 R$ übernimmt.  

20 März 2009

Unerwartete Auswirkungen DER KRISE

Selbst Lula ist nicht sooo gepanzert, wie er selbst vielleicht meint, denn die Zustimmung zu seiner Person bzw. seiner Amtsfuehrung fiel von 70 auf 65 % in einer aktuellen Befragung von ueber 11.000 Brasilianern. Wobei viele Regierungschefs heilfroh waeren, wenn sie 65 % erreichten!

Eine andere Auswirkung ist im Senat zu spueren. Der neue Praesident Sarney stellte ueberrascht fest, dass die von ihm geleitete Institution 181 Direktoren hat, die zum Teil nur sich selbst die Richtung vorgeben. 90, so verkuendete er, sollen abgeschafft werden. Daraus wurden jetzt 50, der Widerstand war wohl zu gross. Denn immerhin hat jeder Direktor neben seinem Gehalt noch das Anrecht auf eine Sonderverguetung. Interessant ist, dass Sarney 70 % der Direktorenposten selbst zwischen 2003 und 2005 geschaffen hat, als er bereits Senatspraesident war. Kurzes Gedaechnis oder Verdraengung?

Uebrigens zahlte der Senat an 3.800 Mitarbeiter (ja, dreitausendachthundert!!!) im Ferienmonat Januar insgesamt 6,2 Mio. R$ fuer Ueberstunden, die diese wohl am Strand abgeleistet haben. 

Aber auch die Privatwirtschaft bleibt nicht unberuehrt von DER KRISE. Die Autoindustrie wird jetzt in Brasilien per Gesetz gezwungen, Airbags in alle neuen Autos einzubauen. Man sollte meinen, dass ein solches Gesetz ueberfluessig sei, denn eine verantwortungsbewusste Industrie wird alles tun, um ihren Kunden das Beste vom Besten zu bieten. Weit gefehlt, die Autobauer erwarten Foerdermassnahmen fuer die lokale Produktion dieser selbstverstaendlichen Ausruestung. Die heute nur in Luxusmodellen zu findenden Airbags sind importiert. In Europa gibt es keinen Zwang, aber ueber 95 % der Neufahrzeuge haben einen (bzw. mehrere) Airbags. In Brasilien sterben jaehrlich 35.000 Menschen bei Verkehrsunfaellen und 500.000 werden verletzt.

17 März 2009

Abwasserbehandlung in Brasilien

Die Regierung Lula versucht, über das PAC - Programm wählerwirksam in Infrastrukturmaßnahmen zu investieren, aber leider ohne grossen Erfolg, wenn man von den großartigen Ankündigungen der Maßnahmen absieht. Sehen wir uns an, wie es um die Investitionen im Bereich der Abwasserbehandlung bestellt ist. Heute hat das Instituto Trata Brasil die Ergebnisse einer Studie vom 27.2.07 bis Anfang März 2009 in 27 Gemeinden mit mehr als 500.000 Einwohnern vorgestellt. Danach sind von 96 Abwasserbaustellen des Programa de Aceleração do Crescimento (Programm zur Beschleunigung des Wachstums), die von der Caixa Econômica Federal finanziert werden, 27 noch nicht begonnen worden, 24 sind verspätet und 3 abgebrochen. Nur 42 Baustellen sind im Plan oder ihm voraus. Am schlimmsten ist es um den Bundesstaat Ceará bestellt, in dem 7 Baustellen noch nicht begonnen wurden und 3 verspätet sind. In São Paulo gibt es 4 nicht begonnene und 5 verspätete, in Rio Grande do Sul und Rio Grande do Norte sind es 4 nicht angefangene und 5 verspätete.

Nach einer Studie vom Oktober 2008 des Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada haben 47,5 Millionen Brasilianer, die in Städten leben, keine adäquaten Basisdienstleistungen wie Müllabfuhr, Kanalisation und Trinkwassernetz.  Im Norden verfügen nur 43,3 % der Stadtbevölkerung mit solchen Dienstleistungen, im Zentrum und im Westen Brasiliens sind es 48,7 %, im Nordosten sind es 62,1 %, Im Südwesten und im Süden sind es 90,6 bzw. 81,1 %. 

In den ersten 4 Jahren der Regierung Lula wurden 12 Mrd. R$ in diese Basisdienstleistungen investiert, bis 2010 sollen es weitere 40 Mrd. R$ sein. Aber notwendig sind insgesamt 188 Mrd. R$! Von Februar 2007 bis März 2009 hat die Caixa Economica Federal 2,37 Mrd. R$ für 77 Baustellen in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern zur Verfügung gestellt. Davon sind 1,93 Mrd. R$ für Bauunternehmen bestimmt, die aber bisher nur 221,8 Mio R$ erhielten, für die Opposition ein klarer Beweis für das Unvermögen der Regierung, Pläne in die Tat umzusetzen. 

Auf 32 der 56 von der CEF finanzierten Baustellen sind bis jetzt weniger als 10 % der vorgesehenen Bauleistungen erbracht worden. Für die Kanalisation sind von der BNDES, der brasilianischen KfW, 385,8 Mio R$ bereitgestellt worden. Für Aufträge an Baufirmen sind davon 309 Mio R$ bestimmt, aber nur 28,3 Mio R$ wurden bis jetzt freigegeben. Bei anderen Investitionsvorhaben der Regierung sieht es leider ähnlich aus. Hoffentlich stimuliert die Präsidentenwahl 2010 unsere Regierung genug, um dieses schlechte Bild zu verbessern und allen Brasilianern "normale" Lebensbedingungen, was die Basisversorgung mit Dienstleistungen des Staates angeht, die vom Bürger bezahlt werden, zu bringen. Heute wird nur bezahlt, aber nicht geliefert - in weiten Teilen Südamerika leider die Norm.

12 März 2009

Relative Stabilität - wenigstens beim Wechselkurs

ECOGERMA 2009 IN SÃO PAULO

Wer deutsche Messen im Ausland sucht, wird bei AUMA fuendig!


Die ECOGERMA ist nach vier Tagen Dauer am 15. März zu Ende gegangen, auf ihr zeigte die crème de la crème der deutschen Industrie Ideen, Verfahren und Produkte rund um das Thema "Erneuerbare Energien".


Unternehmen wie Bosch sind bei diesem Thema führend und zeigten vielbestaunte Konzepte, hier aus dem Bereich "Alternative Antriebe für PKW"


VW als größter europäischer Kfz - Hersteller durfte da natürlich nicht fehlen.

Japanische Besucher gehörten zu den aufmerksamen Bewunderern neuer deutscher Technologien.


Kim Gronemeier von der IHK Pfalz mit Rechtsanwalt Parvis Papoli-Barawati, mit dem ich schon mehrmals bei Frau Gronemeier Tagesseminare über Brasilien abgehalten habe.


Die IHK zu Essen als Schwerpunktkammer für den Mercosur-Raum organisierte im Auftrage des Landes NRW für Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen eine Katalogschau zur Ecogerma. Unternehmen aus NRW stellten auf dem Stand von NRW International Produkte und Dienstleistungen vor, die nachhaltig die Umwelt schützen und Ressourcen effizienter nutzen können. Der Stand wurde vom Eurolatinateam, welches auch für den Firmenpool Brasilien / Mercosur der IHK Essen zuständig ist, betreut. Hier sehen Sie mich am ersten Messetag. 


Der sehr gelungene Stand der AHK São Paulo, der Gelegenheit für kurze Kaffeepausen bot.


Jürgen von Borries vom Centro Empresarial Europeu mit Cláudio Siber von Eurolatina.


Der Jugend wurde viel Platz eingeräumt, je eher man Kinder für Umweltthemen sensibilisiert, desto besser!


Caipirinha durfte auf einer Messe in Brasilien nicht fehlen!


Und da die Messe erst um 20:00 ihre Pforten schloss, brauchte ich auch kein schlechtes Gewissen zu haben.


Nur Fahren sollte man anschließend nicht, vor allem nicht solche Autos! Denn das könnte sehr teuer werden.


Wer die Messe verließ, trug meist schwer an den mitgenommenen Prospekten, die es leider nicht immer in der Landessprache Brasiliens gab.


Noch einmal der Stand von NRW International mit dem Eurolatina - Standpersonal Peter Waibel,  Vera Kunze und mir.


Rechts Aron J. Bocchini, der Peter Waibel bei seiner Arbeit assistierte. 


Ein Teil der Eurolatinamessemannschaft, hinter uns Erik Laass vom Vertrieb der Edur - Pumpenfabrik.


Aron J. Bocchini wartet auf den nächsten Interessenten, während Erik Laass von Frau Kunze und mir informiert wird.


Jürgen von Borries mit seinem Vetter Wedigo von Borris, die sich zufällig auf dem Stand von NRW International trafen.


Peter Waibel und Vera Kunze von Eurolatina mit Oliver Frank von der DKV, einem ehemaligen Mitglied des Firmenpools Brasilien / Mercosur der IHK Essen, der ueber unseren Pool erfolgreich in den brasilianischen Markt eingestiegen ist.


Patrick Pottie, der technische Direktor, und Jörg Hagedorn, Chef von Küttner aus Essen in Brasilien, mit mir in der Mitte.


Auch Peter Waibel konnte der Caipirinhaverlockung nicht widerstehen.


Dieter Gerding, der deutsche Honorarkonsul in Fortaleza, im Gespräch mit mir. Er wird "seiner" Landesregierung die von uns hier vertretenen NRW-Firmen besonders an's Herz legen. Es sind diese: 


Zum Schluss noch mal ein Blick auf unsere Zukunft, Schulkinder - u.a. der deutschen Schulen São Paulos - bereiten sich auf die Heimfahrt nach dem Besuch der Ecogerma vor. Am Eröffnungstag und am letzten Tag der Messe waren zusätzlich viele Berufsschüler gekommen.

11 März 2009

Leitzins auf dem richtigen Weg - nach unten!


Aber, es ist ein langer Weg nach Tipperary! Es waere schoen, ihn - den Leitzins -  im niedrigen einstelligen Bereich zu sehen, was auch gut fuer die Regierung waere. Denn die hat zur Zeit erhebliche Steuerausfaelle bzw. Mindereinnahmen zu verkraften und je niedriger der Leitzins, desto niedriger die Zinsen, die die Regierung fuer ihre hohe Inlandsverschuldung zahlen muss.

10 März 2009

Bekum und der Würstchenkrieg

Das hätten sich die Väter der 1959 gegründeten Firma Berliner Kunststoff Maschinen, kurz BEKUM, die in ihrer Homepage darauf hinweist, dass weltweit 460 Mitarbeiter in 4 Werken an der Unternehmens-Philosophie "Die Zufriedenheit unserer Kunden zu jeder Zeit sicherzustellen" arbeiten, sicher nicht träumen lassen. Sie sind in Brasilien in die Schlagzeilen geraten, aber nicht wegen des Know how's aus 16.000 verkauften Blasmaschinen, mit denen Kunststoffverpackungen hergestellt werden, sondern wegen eines Grillfestes vor den Türen des deutschen Generalkonsulates in São Paulo. Da konnte man nämlich ca. 80 Mitarbeiter der Firma, begleitet von Gewerkschaftsvertretern, sehen, die so gekleidet waren, wie man sich Deutsche im Ausland vorstellt, und das machten, was Deutsche nach Meinung der Ausländer liebend gerne tun, nämlich Würstchen grillen. Und diese wurden an die dankbaren Passanten verteilt, die es sich schmecken ließen. Unmittelbarer Anlass war die Entlassung von ca. 60 Mitarbeitern am 20.2.09, direkt vor Karneval (!!!), die bis heute ihre gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen nicht erhalten haben. Eine gütliche Einigung vor dem Arbeitsgericht am 3.3. verlief ergebnislos und der nächste Schritt ist die Anberaumung eines Verhandlungstermines. Seit dem 3.3. halten einige der Entlassenen eine Halle ihres ehemaligen Arbeitgebers besetzt und warten jetzt auf eine positive Entscheidung. Nach Zeitungsberichten vom 9.3. hat bisher kein Unternehmensvertreter mit den Entlassenen gesprochen, nur ein deutscher Konsul empfing einen Gewerkschaftssprecher, der ihm einen Brief mit einer Schilderung der Lage übergab, der vom Konsulat nach Rücksprache mit der Firma an das Außenministerium in Berlin weitergeleitet werden soll. Schade, dass das Motto der Firma nicht lautet "Die Zufriedenheit unserer Kunden, unserer Mitarbeiter, unserer Gesellschafter und der Öffentlichkeit zu jeder Zeit sicherzustellen"! Hört sich zwar an wie die Quadratur des Kreises, aber wenn eine der genannten Gruppen unzufrieden ist, ist etwas faul im Staate Dänemark! 

07 März 2009

Fiat erholt sich in Brasilien

Die Autoindustrie ist der Motor der Wirtschaft nicht nur in Brasilien und wenn es ihr schlecht geht, geht es vielen schlecht. Im September 2008 wurden in Brasilien im Mittel täglich 11.564 Autos verkauft, im November waren es nur noch 8.318 und jetzt im Februar schon wieder ca. 10.600 wegen der Steuersenkungen (IPI = Industrialisierungssteuer), die von der Industrie und den Händlern direkt an den Käufer weitergegeben wurden und in Brasilien den Verkauf wie in Deutschland die Abwrackprämie ankurbelten. Leider laufen die Steuersenkungen am 31.3. aus, wie sich das auf die Verkäufe auswirken wird, steht in den Sternen. Es muß natürlich befürchtet werden, dass die jetzigen Verkäufe wegen der Steuerermäßigung vorgezogen wurden  und ab April fehlen werden.

Fiat meint, im März wieder 3.000 Autos täglich zu bauen und damit in die Nähe der 3.200 Einheiten zu kommen, an die man gewöhnt war. Im Dezember letzten Jahres waren es nur ungefähr 1.000 Fahrzeuge, eine absolute Katastrophe. Die Reaktion darauf war Kurzarbeit bzw. Werksferien, um Fahrzeugbestände und Arbeitszeitguthaben abzubauen. Das ist zwischenzeitlich gelungen und der Käufer muss bei manchen Modellen schon wieder auf sein neues Auto warten. Einige Zulieferer leiden weiter, so ist z.B. Pirelli noch in selbst verordneten Werksferien. 

Wichtig für die weitere nachhaltige Erholung ist das Absinken der Zinsen und so erwarten viele Fachleute, so wir sie denn auf dem Gebiet der Finanzen noch haben oder jemals hatten, daß der Leitzins nächste Woche um mehr als ein Prozent zurückgenommen wird und zum Jahresende bei 9,75 % im Jahr liegen wird bei einer jährlichen Inflation von 5 bis 6 %. Auf diese "robuste", um ein Modewort zu gebrauchen, Erholung warten Firmen wie der Werkzeugmaschinenhersteller Grob in Brasilien sehnsüchtig, denn diese Firma hat seit Oktober vorigen Jahres keinen Auftrag mehr von der Autoindustrie bekommen. Zwar ist man noch etliche Monate wegen der langen Bearbeitungszeit der Aufträge - eine Transferstrasse zu bauen, kann ein Jahr dauern - ausgelastet, aber ohne neue Aufträge müsste die Firma,  die vorsichtshalber nur auftragsbezogen fertigt, Kapazität abbauen, d.h. direkter gesagt, Mitarbeiter entlassen. 

Auch Brasilien muss sich auf eine langsame Erholung, langsamer als gedacht und viel langsamer als von Präsident Lula vorhergesagt, einrichten. Die industrielle Produktion als Massstab wuchs im Januar gegenüber dem Dezember des Vorjahres nur um 2,3 % - aber sie wuchs. Wenn man allerdings zum Vergleich den Januar 2007 heranzieht, erkennt man das Ausmass der Krise, denn hier haben wir einen Rückgang von 17,2 % zu verzeichnen. 

Zum Schluss noch ein Kuriosum, die Kfz-Industrie produzierte im Dezember 40,8 % weniger als im Vormonat und im Januar 40,8 % mehr als im Vormonat. 

Glückwunsch an die Petrobrás

Gleich nach meiner Ankunft in Brasilien einen Glückwunsch an die halbstaatliche Petrobrás, die ihre Preise nicht senkte, als der Erdölpreis nicht in's Bodenlose fiel, aber auf ein vernünftiges Maß zurückging. Dieses Manöver brachte ihr 2008 einen Gewinn von 33,91 Mrd. R$ ein, 58 % mehr als im Jahr zuvor. 2008 war auch ein Jahr der Rekordinvestitionen, die in der Summe 53,3 Mrd. R$ erreichten. Damit baute Petrobrás die Förderkapazität auf 2,4 Mio. Barrels/Tag aus. 

Petrobrás hat übrigens ein Programm zur Finanzierung seiner brasilianischen Lieferanten in's Leben gerufen, denn mit deren Pleite ist Petrobrás nicht gedient und zur Zeit ist Betriebskapital (nicht nur) in Brasilien knapp und teuer.

  

19 Februar 2009

Glückwunsch an BB

Schnell vor meiner Abreise nach Deutschland noch meinen Glückwunsch, nicht an Brigitte Bardot, sondern an die Banco do Brasil. Sie hat es 2008 geschafft, 74 % mehr Gewinn als im Vorjahr zu machen und 8,8 Mrd. R$ zu erreichen, ein neuer Rekord. Dazu passt zwar die Auskunftsbereitschaft nicht so ganz, wenn wir als Firmenkontoinhaber wissen wollen, ob einer unser ausländischen Kunden seine Rechnung schon bezahlt hat bzw. ob Geld für uns eingetroffen ist, aber das ist vielleicht System und trägt zum Gewinn bei. 

18 Februar 2009

Letzte Moeglichkeit, sich naechste Woche kostenlos von mir beraten zu lassen!

Vom 24. - 26.2.09 werde ich in der IHK Essen Brasilieninteressierte kostenlos beraten, am 2.3. in der IHK Stuttgart. Anmeldungen für Essen nimmt Frau Cinar von der IHK Essen in Vertretung von Herr Slomke, der in Thailand Urlaub macht, entgegen; für Stuttgart ist der Kontakt Herr Sterzinger, der das deutsche Eurolatinabüro als Partner leitet.

Kursentwicklung R$ - €

17 Februar 2009

Vertrieb in Brasilien über Vertreter oder Händler

Viele deutsche (und nicht nur diese) Firmen möchten in Brasilien einen Vertreter oder Händler finden, der ihre Produkte verkauft. Dabei wird meistens eine Provision angeboten oder ein Händlerlistenpreis. Die wenigsten Firmen machen sich klar, dass bei neuen Produkten der Vertreter bzw. der Händler wahrscheinlich mindestens ein halbes Jahr Verlust machen wird und deshalb an einem solchen Geschäft nicht interessiert ist. Deshalb sollte jede Firma, die auf diese Weise in Brasilien tätig werden möchte, vorher eine kleine Planung machen:

1. Absatz
2. Mittelpreis
3. Umsatz
4. Vertriebs- und Logistikkosten des Händlers bzw. Vertriebskosten des Vertreters
5. Rohgewinn des Händlers oder Vertreters

Nur wenn diese Planung ein positives Ergebnis für den Vertreter oder Händler ergibt, kann die ausländische Firma damit rechnen, jemanden für ihr Geschäft zu gewinnen. Und das heisst meistens, dass es am Anfang ohne Subvention nicht geht. Nach unserer Erfahrung werden im Mittel 3.000 Euro im Monat fuer mindestens 6 bis 12 Monate benoetigt, um einen Verlust beim Vertreter oder Haendler auszugleichen, bei Produkten mit Freigabe und/oder Registrierungspflicht (Autoteile fuer OEM-Lieferungen, Pharma- und medizintechnische Produkte, Zulieferung an Firmen wie Petrobrás mit vendors list) und natuerlich im Projektgeschaeft sogar mehr. Wohlbemerkt, VERLUST AUSGLEICHEN, dabei wird in Brasilien noch kein Gewinn erzielt!

Es ist immer wieder dieselbe Frage, die sich ein Vertreter oder Händler stellt: Warum soll ich in ein Geschäft investieren, wenn es der eigentlich Interessierte nicht tun will? Sehr wichtig bei dieser Planung ist die realistische Einschätzung der Kosten, d.h. die Firma muss eine Vorstellung davon haben, wie gross Brasiliens ist und welche Reise- und Logistikkosten anfallen. Die meisten Firmen vergessen nämlich dabei, dass Brasilien grösser als Europa ist. Die Konsequenz kann dann nur sein, sich z.B. auf ein Gebiet zu konzentrieren und bewusst zu beschränken, wo "die Musik spielt" und das ist meistens São Paulo und Umgebung. Fuer solche Analysen als Vorbereitung fuer Besuchsplanungen benutzen wir in meiner Firma solche Graphiken:
Sie zeigt das Umsatzpotential fuer das laufende Jahr in Abhaengigkeit von der Entfernung des jeweiligen Kunden zu São Paulo, dem Ausgangspunkt unserer Kundenbesuche. Dies ist natuerlich eine Pseudoabhaengigkeit, denn das Umsatzpotential ist keine Funktion der geografischen Firmenlage. Hier wird also nur eine Zuordnung gezeigt, die aber hilft, vorzugsweise die Kunden, hier durch einen Punkt repraesentiert, mit hohem Potential auszusuchen, deren Betreuung geringe Reisekosten verursacht.

15 Februar 2009

Wohin geht Lateinamerika?

Noch ein Wort zum vorherigen Beitrag über Konjunkturprogramme. Es wird geschätzt, dass in den USA faule "Wert"papiere für nominal 10,8 Billionen US$ ausgegeben wurden. Seit August 2007 hat die US-Regierung bereits ca. 2 Billionen US$ in das marode Finanzsystem injiziert und es werden wahrscheinlich weitere 4 nötig sein. Solche Werte sind nicht nur für den Normalbürger nicht vorstellbar, auch den Finanz"spezialisten" entziehen sie sich und wenn ein Politiker behauptet, er wisse, was solche Zahlen für ein Land und seine Bürger bedeuten, dann hat er seinen Cyrill Northcote Parkinson nicht gelesen. Dieser behauptet u.a. dass sich Vorstandsmitglieder stundenlang über die Kosten eines Fahrradständers streiten können, aber Großprojekte in Minuten abnicken, weil sie sich unter den damit verbundenen Summen sowieso nichts vorstellen können. 

Aber trotz aller Kritik an den USA oder besser gesagt, an den Verantwortlichen für DIE KRISE, zu denen auch die Kreditnehmer gehören, die hätten wissen können und in etlichen Fällen müssen, dass sie sich übernehmen, dies aber als the american way of life in Kauf genommen hatten, sei nicht verschwiegen, dass wir in Lateinamerika auch  unsere eigenen hausgemachten Probleme haben:

MEXIKO wurde von 1929 bis 2000 von der PRI regiert, der Partei der institutionalisierten Revolution. Was von Parteien zu halten ist, die sich so nennen, kann jeder für sich entscheiden, der in einem Land wohnt, wo die freie Meinungsbildung und -äußerung nicht verboten ist. Calderón, der 2006 gewählte Präsident des Landes, scheint jedenfalls den Kampf gegen das organisierte Verbrechen und insbesondere den Drogenhandel schon verloren zu haben.

KOLUMBIEN leidet seit den vierziger Jahren unter den Drogenbossen und ihren Machenschaften. Die Regierung hat in einigen Landesteilen die Hoheitsgewalt an die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia abtreten müssen. Trotzdem wird das Land demokratisch regiert und der 2002 gewählte Präsident Uribe hat die Verfassung geändert, um sich wiederwählen zu lassen.

EKUADOR hat es fertiggebracht, seit 1997 drei Präsidenten in Tumulten abzusetzen, wobei diese die Amtsenthebung durchaus verdienten. Deutsche Konzerne verließen Ekuador und gingen in's benachbarte Kolumbien, was zeigt, wie es um Ekuador bestellt war. Das Land hat übrigens die eigene Währung abgeschafft und, während ich gerade mit meinem Partner Christian V. Schmehlik im Lande war, den US-Dollar eingeführt. Das wäre vielleicht die Lösung für Brasilien, um weniger Wechselkursprobleme zu haben. Der 2006 gewählte Präsident Correa hat es über eine Verfassungsänderung geschafft, sich wiederwählbar zu machen.

PERU war von 1968 bis 1992 eine Militärdiktadur. Präsident Alberto Fujimori löste 1992 das Parlament auf, musste aber 2000 trotzdem nach Japan flüchten, weil ihm im eigenen Lande wegen schwerer Korruptionsvorwürfe der Prozeß gemacht werden sollte. Der heutige Präsident heißt Alan García.

BOLIVIEN hatte zwischen 1978 und 1982 zehn Präsidenten. Seit 2002 traten zwei zurück. Der Indio Evo Morales schaffte es wie Lula, vom Gewerkschaftsführer zum Präsidenten aufzusteigen. Auch Morales änderte die Verfassung, um sich wiederwählbar zu machen. Ich war gerade im Lande, als der deutschstämmige Präsident Hugo Banzer wegen seiner Krebskrankheit, der er inzwischen erlag, einen Admiral mit der Führung der Regierungsgeschäfte beauftragte. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass Bolivien nicht am Meer liegt, aber der Teil des Titicacasees, der auf bolivianischem Gebiet liegt, sorgt für die Berechtigung eines Admiralspostens.  Morales' Lehrmeister ist der Präsident Venezuelas und dies und die Enteignung der bolivianischen Petrobrás-Niederlassungen sind eine Quelle des Unbehagens für Brasilien.

PARAGUAY  hatte mit General Strössner auch einen deutschstämmigen Diktator,  er regierte das Land von 1954 bis 1989. Ein Präsident entkam einem Staatsstreich, ein anderer dankte unter dem Verdacht ab, einen Rivalen getötet zu haben.

CHILE versuchte mit Allende den Sozialismus einzuführen, was Pinochet durch einen Coup vereitelte. Zunächst von 1973 bis 1989 als Diktator regierend, stellte er sich anschließend erfolgreich dem Wählerwillen.  Seitdem werden die Präsidenten demokratisch gewählt, z.Z. regiert die Ärztin Michelle Bachelet das Land, welches von Pinochet so erfolgreich entbürokratisiert wurde, dass man es auch das Preussen Südamerikas nennt. Eurolatinas Partnerbüro in Valparaíso wird von den Gebrüdern Medo geführt.

ARGENTINIEN wird seit den dreissiger Jahren abwechselnd von Populisten und Militärs regiert. Die früheren Präsidenten Perón und Menem ließen die Verfassung ändern, um sich wiederwählbar zu machen. Zur Zeit wird das Land - nicht sehr erfolgreich - von  Cristina Fernández de Kirchner regiert, die im Amt des Präsidenten Nachfolgerin ihres Mannes ist. Meine Firma Eurolatina hat ein Büro in Buenos Aires, wo mein Partner Christian V. Schmehlik aus Madrid die Situation hautnah beobachtet und unsere Kunden in Europa auf dem Laufenden hält.

URUGUAY litt ebenfalls darunter, von 1973 bis 1984 eine Diktatur gewesen zu sein. Erst der 2004 gewählte linksgerichtete Präsident Tabaré Vázquez schaffte es, der 170 Jahre alten Fehde zwischen colorados und blancos ein Ende zu setzen.

BRASILIEN ist, was Diktatur und linken Präsidenten angeht, keine Ausnahme. Von 1964 bis 1985 wurde das Land von einer Militärdiktatur regiert, wobei der vorletzte Präsidentengeneral Geisel wie seine Kollegen in Paraguay und Bolivien deutscher Abstammung war. Der erste zivile Präsident nach der Diktatur, Sarney, erbte das Amt als Vizepräsidenten des gewählten Präsidenten Tancredo Neves, der noch vor seiner Vereidigung an einer - wie die Brasilianer meinen -  schlecht erklärten Krankheit starb. Der anschließend 1989 gewählte Präsident Collor de Mello dankte nach zwei Jahren ab, um der Amtsenthebung wegen Korruption zu entgehen. Sein Vizepräsident übernahm, dessen Wirtschaftsminister Prof. Cardoso 1997 gewählt wurde,  der der chronischen Inflation, die unter Sarney 80 % im Monat erreicht hatte, ein Ende machte. Sarney hatte es geschafft, seine vierjährige Amtszeit auf fünf Jahre verlängern zu lassen, Cardoso ließ die Verfassung ändern, um daraus zweimal vier Jahre zu machen. Der jetzige Präsident Lula ist in der zweiten Amtszeit und es wird ihm nachgesagt, dass auch er gerne die Verfassung ändern würde, um ein drittes Mal zu regieren.

VENEZUELA macht heute die Nagelprobe, in einem Referendum will Chávez, der Oberst der Fallschirmjägertruppen und seit 1998 gewählter Präsident, erreichen, dass er unbegrenzt im Amt bleiben kann, um die Sozialistische Republik Venezula dauerhaft zu regieren.  1992 hatte der Oberst versucht, über einen Staatsstreich Präsident zu werden - erfolglos. 2000 bekam er durch eine Verfassungsänderung das Recht für zusätzliche sechs Amtsjahre und wurde 2006 wiedergewählt. 2002 sollte er gestürzt werden, kehrte aber wie der Phönix, der aus der Asche aufersteht, wieder in's Amt zurück.  In Caracas vertritt unser Hamburger Eike Ingo Friese die Belange Eurolatinas.

AKTUALISIERUNG: Chávez hat es geschafft, eine knappe Mehrheit hat ihm die Moeglichkeit gegeben, sich unbegrenzt wiederwaehlen zu lassen. 

Die große Frage ist, sind wir in Lateinamerika jetzt auf dem richtigen Weg? Nur die Zukunft wird es uns weisen! Wobei der Leser es mir nachsehen möge, dass ich die zentralamerikanischen Länder, Surinam und die Guyanas hier nicht kommentiert habe.

Eines scheint sicher zu sein, Brasilien ist sehr gut gegen die Auswirkungen DER KRISE gewappnet, selbst wenn wir dieses Jahr nur 1 oder 2 % wachsen, bedeutet dies mit den Wachstumsraten zum Jahresende ein Wachstum von 4 oder 5 % im nächsten Jahr, in dem wir (ich nicht) den Nachfolger Lulas wählen. Und Brasilien hat ähnlich wie die USA bereits einen Binnenmarkt, der groß genug ist, um einen Rückgang des Exportes ertragbar zu machen.

14 Februar 2009

Konjunkturprogramme

In Brasilien wird aufmerksam verfolgt, um wie viel Prozent die Wirtschaftstätigkeit weltweit zurückgeht, denn das beeinflusst uns leider auch. Und genauso aufmerksam wird beobachtet, was welche Regierung macht, um dagegen anzukämpfen. Besonders hervorgehoben werden die Summen, die diese Regierungen ihren Regierten zumuten, um die Fehler (nicht nur) der Finanzwirtschaft auszubügeln. Den Vogel schießt die US-Regierung mit 787 Mrd. US$ ab. Wissen Sie, was diese Zahl bedeutet?

Seit der Geburt von Christus sind 2009 Jahre vergangen. Jedes dieser Jahre (vergessen Sie mal die Schaltjahre und dass Christus nicht genau im Jahre Null geboren wurde) hatte 365 Tage. 2009 x 365 = 733.285. Warum diese Rechnung?

Wenn Sie seit Christi Geburt jeden Tag 1.000.000 US$ ausgegeben hätten, wären dies heute summiert 733 Mrd. US$, also 54 Mrd. US$ weniger als das Rettungspaket Obamas. 

Da bleibt nur eine Frage übrig: "Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat das bestellt" Die Antwort kennen Sie: Sie, ich, unsere Kinder, die Kinder unserer Kinder...ad infinitum??? Hoffentlich gilt nicht: "O du lieber Augustin, alles ist hin!"

Spieglein, Spieglein an der Wand...

...wer ist die Schönste in Brasilien? Und damit der Spiegel auch die richtige Antwort gibt, scheuen Brasilianerinnen keine Kosten und Mühe. Das zeigt eine Erhebung, die für den Zeitraum von September 2007 bis August 2008 sage und schreibe 457.000 Schönheitsoperationen in Brasilien zählte, das sind 1.252 Operationen pro Tag, 365 Tage lang. 20.000 dieser Operationen wurden an Ausländern vorgenommen, das sind 3 % - vor fünf Jahren war es nur 1 %. 

Dazu kommen taeglich 471 wiederherstellende chirurgische Eingriffe, 202 notwendig durch die Auswirkungen von Krebs und 60, um die Effekte von Gewalteinwirkung bei Opfern von Verbrechen oder Unfällen rückgängig zu machen oder zu lindern. Die insgesamt 172.000 wiederherstellende Operationen sollten die Auswirkungen von
  • Haut- und Brustkrebs (74.000) 
  • Gewalt und Unfällen (22.000)  
  • angeborenen Defekten (21.000)  
  • Verbrennungen (21.000)  
  • häuslichen Unfällen (12.000)  
behandeln. Die Zahlen stammen von der Sociedade Brasileira de Cirurgia Plástica - SBCP.  Danach war die häufigste Operation mit 96.000 Eingriffen das Einsetzen von Siliconimplantaten. Es folgt mit 91.000 Operationen die Fettabsaugung oder Lipoaspiration oder Liposuction. Und um der Wahrheit die Ehre zu geben, der Spiegel wird auch nach den Schönsten des Landes befragt, denn die besagten Schönheitsoperationen wurden an 402.000 Frauen, aber auch an 55.000 Männern vorgenommen. 

Zum Vergleich diene die Anzahl der Herzoperationen in Brasilien, wobei dazu auch das Einsetzen von Stents und Herzschrittmachern mitgezählt wurde. 2008 waren es 116.821 Eingriffe dieser Art. 

Das hohe Niveau der allgemeinen medizinischen Behandlung in den teuren Privatkliniken Brasiliens spiegelt sich u.a. darin wider, dass alleine 2006 im Syrisch-Libanesischem Krankenhaus von São Paulo 400 Ausländer behandelt wurden, 2008 waren es sogar 1.500. Diese Patienten kamen vor allem aus den USA und aus Frankreich, Angola und Deutschland. 

Im besonderen Fall der Schönheitschirurgie sei vorsorglich darauf hingewiesen, dass viele der Ärzte, die z.B. Fett absaugen, keine Fachärzte für diese Art der Behandlung sind. Wer sich also wegen der im Vergleich zu Deutschland niedrigen Kosten hier schlanker machen lassen will, sollte sich vorher genau ansehen, wer den Eingriff vornehmen wird und wo. Es gibt auch "Hinterhofkliniken", in denen man im Fall einer Komplikation ziemlich verloren wäre. Am besten wäre natürlich, weniger zu essen - jeder kennt die immer wirkende FDH-Diät - und mehr Sport zu treiben.

09 Februar 2009

Wo wird BRASILIEN AKTUELL gelesen?

Fuer eine groessere Darstellung klicken Sie ins Bild!

Verteilung der 5316 Besuche vom 21.2.2008 bis 25.1.2009:
Germany (DE) 2,571
Brazil (BR) 1,703
Switzerland (CH) 289
United States (US) 209
Austria (AT) 171
Ireland (IE) 84
France (FR) 38
Venezuela (VE) 36
Spain (ES) 32
Europe (EU) 25
United Kingdom (GB) 14
Italy (IT) 12
Chile (CL) 10
Sweden (SE) 8
Argentina (AR) 8
Belgium (BE) 8
China (CN) 7
Netherlands (NL) 6
Luxembourg (LU) 6
Vietnam (VN) 6
Peru (PE) 6
Canada (CA) 4
Japan (JP) 4
Hungary (HU) 3
Liechtenstein (LI) 3
Portugal (PT) 3
Mexico (MX) 3
Romania (RO) 3
Australia (AU) 3
India (IN) 3
Russian Federation (RU) 2
South Africa (ZA) 2
Denmark (DK) 2
Poland (PL) 2
Colombia (CO) 2
Lebanon (LB) 2
Kuwait (KW) 2
Turkey (TR) 2
Dominican Republic (DO) 1
Paraguay (PY) 1
Reunion (RE) 1
Ukraine (UA) 1
Iceland (IS) 1
Egypt (EG) 1
Algeria (DZ) 1
Norway (NO) 1
Madagascar (MG) 1
Finland (FI) 1
Czech Republic (CZ) 1
Serbia (RS) 1
Thailand (TH) 1
Nicaragua (NI) 1
Niger (NE) 1
Panama (PA) 1
Ecuador (EC) 1
Bolivia (BO) 1
Angola (AO) 1
Cyprus (CY) 1
Greece (GR) 1
Andorra (AD) 1

Erholt sich Brasiliens Autoindustrie schon?

Der Januar 2009 war, was die Kfz-Produktion angeht, gegenüber dem Januar 2008 sehr schwach, aber gegenüber dem Dezember 2008 schoß die Produktion stückzahlmäßig um 92 % nach oben. Im Januar 2008 wurden 255.200 Fahrzeuge hergestellt, im Januar 2009 waren es nur 186.100, während der Dezember 2008 nur 96.600 verbuchen konnte.  

Aber produziert ist noch nicht verkauft! Im Januar 2009 wurden 197.500 Fahrzeuge zugelassen, im Dezember 2008 waren es 194.500, d.h. nur ein magerer Zuwachs von 1,5 %. Gegenüber dem Januar 2008 mit 215.000 Neuzulassungen gab es sogar einen Rückgang von 8,1 %.

Der Export betrug im Januar diesen Jahres 428,3 Mio. US$, 58,3 % weniger als im Januar 2008, als er 1,023 Mrd. US$ erreichte. Gegenüber dem Dezember 2008 gab es einen Rückgang von 50,5 %, in diesem Monat lag der Export noch bei 865,3 Mio. US$. 

Im Januar wurden im dritten aufeinanderfolgenden Monat Arbeitsplätze abgebaut, diesmal waren es 1.858, das bedeutet einen Rückgang der Beschäftigtenzahl um 1,5 %. Ohne die eingeleitete Kurzarbeit wäre die Zahl der neuen Arbeitslosen in diesem Sektor noch höher.

Der Regierung ist zwar keine Abwrackprämie eingefallen, aber die Industrialisierungsteuer wurde erlassen bzw. reduziert, aber nur bis Ende März, dann gelten wieder die alten Werte.

Lesen Sie zu diesem Thema auch  Autoproduktion in Brasilien erstmals seit Juli gestiegen. Warum allerdings in dieser Reuters-Meldung Sao Paolo und nicht São Paulo geschrieben wird, weiss ich nicht. Viele Pressestimmen aeusserten sich negativ ueber den armen Tom Cruise, z.B. Tom Cruise leistete sich blamablen Besuch in Brasilien, weil er ¡Holá! und ¡Grácias! in Rio gesagt hat. Aber wenn er halt nur Spanisch kann, war das i.O., denn Spanisch versteht man hier. Und er wollte eben hoeflich sein. Aber Italienisch? Das ist pure Ignoranz.

07 Februar 2009

Botschaft an Brasilieninteressierte

Vom 24. - 26.2.09 werde ich in der IHK Essen Brasilieninteressierte kostenlos beraten, am 2.3. in der IHK Stuttgart. Anmeldungen für Essen nimmt Frau Cinar von der IHK Essen in Vertretung von Herr Slomke, der in Thailand Urlaub macht, entgegen; für Stuttgart ist der Kontakt Herr Sterzinger, der das deutsche Eurolatinabüro als Partner leitet. Allerdings sind meine Termine praktisch schon ausgebucht, wer mich unbedingt sprechen will, muss eventuell mit einem Termin am Abend des 23.2. vorliebnehmen. Faschingsliebhaber werden sich damit schwertun. 

Was kann ich aus heutiger Sicht den Brasilieninteressierten sagen? Denn diese sind ja wohl vor allem deshalb so interessiert, weil die Rezession in Deutschland "schlimmer ist als die düstersten Prognosen" und "nie gedachte Proportionen annimmt". Selbst Politiker sprechen schon nicht mehr von "negativem Wachstum", sondern sagen, wie es ist: RÜCKGANG und SCHRUMPFUNG!

Und ohne Schönfärberei muss man im Falle Brasiliens sagen, auch an uns ist DIE KRISE nicht spurlos vorbeigegangen. Unsere Industrietätigkeit ging zurück, Anpassungsmassnahmen wie Entlassungen und Kurzarbeit waren unvermeidlich, aber...auf Neuwagen muß man schon wieder warten, die (staatlichen) Banken fangen zögerlich an, die Zinsen zu senken und selbst Vale will jetzt doch ein neues Stahlwerk in Espírito Santo bauen, wenn auch nicht mehr zusammen mit Baosteel. 

Einer meiner Mitarbeiter hat vorgestern im Auftrag eines unserer Poolmitglieder Verhandlungen in Belo Horizonte über die Belieferung eines im Bau befindlichen Stahlwerkes mit Hochdruckhydraulikkomponenten geführt und hat mir versichert, von Krise keine Spur, im Gegenteil! Ein anderer Mitarbeiter ist gerade in Südbrasilien und findet auch dort die Türen der Einkaufsabteilungen weit offen, Bedarf besteht und selbst unter dem Zeichen einer im Januar negativen Handelsbilanz ist man an Importware interessiert. Ich habe gestern eine Art Mini - Silicon Valley im Süden von Minas Gerais besucht und auch dort keine Anzeichen für eine Rezession verspürt, im Gegenteil, mein Gesprächspartner -  der Vizepräsident des örtlichen Industrieverbandes - sprühte Optimismus aus und sagte mir, seine Mitgliedsfirmen seien sehr an Geschäftspartnern aus Deutschland interessiert. Am vergangenen Donnerstag konnte ich einer deutschen Firmen helfen, den Gebietsverkaufsleiter Südamerika zu finden, nachmittags war dieser schon beim ersten Kunden, ein internationaler Konzern, der sozusagen schon auf ihn gewartet hatte.

Seien Sie also optimistisch, das Geschäftsklima ist nach wie vor gut in Brasilien und kann nur besser werden, denn 2010 wird der Staatspräsident gewählt! 

05 Februar 2009

Wer schläft, fängt keine Fische

hieß es auf meiner leider schon zu Ende gegangenen Silberhochzeitskreuzfahrt, man könnte auch sagen: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt:Der Bovespaindex sah auch schon mal besser aus, wie diese Zeitreihe zeigt. Aber er erholt sich und der Euro wird wieder schwächer, gut für Brasiliens Wirtschaft:

Monatszinsen in % für Überziehungskredite (Spezialscheck) für natürliche Personen

  1. BCO CRUZEIRO DO SUL S A: 1,97
  2. BCO VOTORANTIM S A: 2,01
  3. BCO FATOR S A: 2,31
  4. BCO RIBEIRAO PRETO S A: 2,35
  5. BCO ALFA S A: 2,89
  6. BANCOOB: 3,70
  7. BCO PROSPER S A: 3,84
  8. BANCO BONSUCESSO S.A.: 4,31
  9. BCO INDUSTRIAL E COMERCIAL S A: 4,64
  10. BCO INTERCAP S A: 5,09
  11. BCO PAULISTA S A: 5,65
  12. BCO CAPITAL S A: 6,52
  13. BCO LUSO BRASILEIRO S A: 6,69
  14. CAIXA ECONOMICA FEDERAL: 6,78
  15. BCO DO NORDESTE DO BRASIL S A: 7,09
  16. BCO SAFRA S A: 7,22
  17. BCO DO EST DO PA S A: 7,44
  18. BCO DO BRASIL S A: 8,04
  19. BCO PANAMERICANO S A: 8,09
  20. UNIBANCO UNIAO BCOS BRAS S A: 8,38
  21. BCO NOSSA CAIXA S A: 8,44
  22. BCO MERCANTIL DO BRASIL S A: 8,52
  23. BCO DA AMAZONIA S A: 8,52
  24. JBS BCO S/A: 8,54
  25. BCO ITAU S A: 8,58
  26. BCO BRADESCO S A: 8,77
  27. BRB BCO DE BRASILIA S A: 8,88
  28. BCO ABN AMRO REAL S A: 9,01
  29. BCO DO EST DE SE S A: 9,12
  30. BCO DO EST DO RS S A: 9,12
  31. BCO BANESTES S A: 9,13
  32. BCO CITIBANK S A: 9,32
  33. BANCO SANTANDER S.A.: 9,90
  34. HSBC BANK BRASIL SA BCO MULTIP: 10,02
  35. BCO SCHAHIN S A: 10,13

Wer mehr wissen will, kommt hier zur Quelle der erschröcklichen Zinsinformation:

NATÜRLICHE PERSONEN

Überziehungskredit

Persönlicher Kredit

Autofinazierung

Anschaffungskredit

JURISTISCHE PERSONEN

Warenwechseldiskont

Umlaufkapitalfinanzierung fix

Garantiertes Konto

Anschaffungskredit

Umlaufkapitalfinanzierung variabel

(Wucher-?) Zinsen gültig im Zeitraum 19. -23.1.2009

03 Februar 2009

Lula oben, Industrieproduktion unten

Präsident Lula genoß im Januar die Zustimmung von 84 % der Brasilianer, im Dezember waren es 80. Der neue Wert wurde bisher noch nie erreicht. Auch die Politik seiner Regierung wird gutgeheißen, 72,5 % der Befragten stimmen ihr voll zu.

Leider kann über die Lage der Industrie nichts ähnlich Positives gesagt werden, die industrielle Produktion ging im Dezember um 12,4 % zurück; auf's Jahr gesehen, wuchs sie 2008 trotz der DER KRISE aber um 3,1 %. Der Dezemberwert ist der schlechteste seit Beginn der Aufschreibungen in 1991.

Der Rückgang zum Vormonat machte sich im Dezember 2008 in 25 von 27 untersuchten Branchen bemerkbar, z.B.
  • Kfz - 39,7 %
  • Maschinenbau - 19,2 %
  • Elektronikmaterial und Kommunikationsausrüstung - 48,8 %
  • haltbare Verbrauchsgüter - 34,3 %
  • Kapitalgüter - 22 %
  • Zwischenprodukte - 12,1 %
  • nicht haltbare und mittelfristig haltbare Verbrauchsgüter - 4,2 %
Die zwei Wachstumssektoren waren
  • Transport (ohne PKW/LKW) + 6,7 %
  • Papier und Zellulose + 0,4 %
Ob bei den Befragungen zu Lulas Popularität die Betroffenen der oben aufgeführten schrumpfenden Sektoren nicht angesprochen wurden, kann ich leider nicht sagen. 

01 Februar 2009

Mindestlohnerhöhung soll Wirtschaft ankurbeln

Das ist auch einfacher, als das PAC-Programm umzusetzen, welches aus vielerlei Gründen verspätet ist, nur nicht aus Geldmangel. Aber die Regierung kriegt die Umsetzung nicht hin. Dagegen ist die ab heute gültige Erhöhung des Mindestlohnes um 50 R$ per Unterschrift machbar und bringt auch noch Wählerstimmen. Sogar die der Rentner und Pensionäre, denn deren Renten und Pensionen werden auf der Basis des Mindestlohnes bestimmt. Und der beträgt jetzt 465 R$ im Monat, das entspricht einer realen Erhöhung von über 6 %, mehr als die Rentner in Deutschland erhielten. Unter der Regierung Lula, d.h. ab 2003, beträgt damit die kumulierte reale Erhöhung 46 %. 42,8 Millionen Personen haben damit in der Summe 21 Mrd. R$ mehr im Geldbeutel. Auch das Arbeitslosengeld wird von 564,40 R$ auf 632,40 R$ angehoben, das sind weitere 3 Mrd. R$ für die Volkswirtschaft. Von den unmittelbar Begünstigten sind 25 Mio. aktive Arbeitnehmer und 17,8 Mio. Rentner und Pensionäre der staatlichen Sozialversicherung INSS.

19 Januar 2009

It's a long way to Tipparary

konnte man in dem Wolfgang-Petersen-Film „Das Boot“ nach dem Roman von Lothar-Günther Buchheim hoeren, aber die Soldaten auf deutscher und britischer Seite haben wahrscheinlich nicht an die Entfernungen gedacht, um die es geht, wenn wir ueber Brasiliens sprechen. Die Grenze Brasiliens hat insgesamt 16.886 km, davon 7.367 km entlang Fluessen, Seen und Ozeanen! Um der Wahrheit die Ehre zu geben, es handelt sich nicht um Ozeane, sondern "nur" um den Atlantik. Hier die nackten und nuechternen Zahlen in km:


Und was ersehen sie aus dieser Tabelle? Das Surinam und Venezuela sehr trockene Laender waeren, wenn sie nur an Brasilien grenzten!

Ich wiederhole mich ungern, aber der Termin rueckt immer naeher und ich bin ab 22.1. bis Ende Januar auf Silberhochzeitsreise, deswegen erneut DER HINWEIS: Vom 24. - 26.2.09 werde ich in der IHK Essen Brasilieninteressierte kostenlos beraten, am 2.3. in der IHK Stuttgart. Anmeldungen für Essen nimmt Herr Slomke von der IHK Essen entgegen, für Stuttgart ist der Kontakt Herr Sterzinger, der das deutsche Eurolatinabüro als Partner leitet.

17 Januar 2009

DIE KRISE???

Wochenhonorare in US$ ausgesuchter Spitzen- und anderer Kräfte der besonderen Art:

U.S. President: $7690

British PM Gordon Brown: $5233

Band 5 nurse in Britain: $567

Director-General of BBC: $22,800

Average U.S. teacher: $915

Cristiano Ronaldo: $177,345

Lewis Hamilton: $391,593

Kaka's reported offer: $726,881!!! 26 Jahre alt und Brasilianer müsste man sein!!! Kaka wird, wenn er das Angebot (siehe unten) akzeptiert, fast 95 mal so viel wie Barak Obama als US-Präsident verdienen.

Das verbreitete CSN:
Reports circulated Wednesday that the AC Milan midfielder is being offered a £500,000 ($726,000) per WEEK salary by English Premier League club Manchester City.

Geschaefte werden in DER KRISE auch in Brasilien zurueckgefahren...

...der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe. Das ist der Fall des Stahlwerkes in Espírito Santo, welchem der goettliche Odem fehlt und es deshalb nicht zum Leben erweckt wird. Die brasilianische VALE und die chinesische Baosteel wollten es bauen, aber die vorsichtigen Chinesen machten einen Rueckzieher, die Stahlnachfrage sei zu sehr zurueckgegangen. Damit ist der Traum, 3.000 neue Arbeitsplaetze zu schaffen, vorerst ausgetraeumt. Und 2012 werden keine 5 Mio. to Stahl fabriziert und mit der Investition von 5,5 Mrd. US$ ist es auch vorbei. Sehr schade, denn neben dem Stahlwerk waren ein Privathafen, ein thermolektrisches Kraftwerk und eine Eisenbahn vorgesehen. Aber die Regierung braucht nicht zu weinen, es waere sowieso nichts geworden, denn Ende 2008 wurde die erforderliche Umweltgenehmigung nicht erteilt. Ob dies der wahre Grund fuer den Rueckzieher der Chinesen ist? Tatsache ist jedenfalls, dass zur Zeit Ueberkapazitaeten vorhanden sind und die Auslastung der Stahlindustrie in Brasilien nur bei ca. 75 % liegt.

Aber trotzdem gibt es sie noch, die Investitionen. So kaufte eine Fondgesellschaft sich gerade bei der Livraria Cultura, einer Buchhandelsfirma mit etlichen Laeden und grossen Plaenen, ein. Aber der Mehrheitsgesellschafter, die Familie Herz, behaelt das Sagen. Fuehrend in Brasilien ist Saraiva, aber auch Nobel und die franzoesische Fnac haben ein Woertchen mitzureden, wenn es um den Verkauf von Buechern geht. 

Seien wir froh, dass es dem Buchhandel offensichtlich gut geht: schade, dass es den Waffenhaendlern und den Werkstaetten fuer die Panzerung von Fahrzeugen nicht schlecht geht. Das waere der richtige allround trend.

Den falschen Trend, jedenfalls was die Betroffenen angeht, verfolgt die Industrie, die mit Absatzrueckgaengen fertig werden muss. Wobei sich die Katze in den Schwanz beisst, wer arbeitslos ist, sorgt naemlich nicht unbedingt fuer einen Nachfrageschub, es sei denn, bei Beruhigungspillen. Usiminas, Blechlieferant der Autoindustrie, rechnet mit einem Rueckgang der Nachfrage in den naechsten drei Monaten von bis zu 42 % und enlaesst deshalb 60 Mitarbeiter. Die Bank Santander entlaesst 300 Mitarbeiter der frueheren Bank Real, Peugeot Citroen schickt 2.600 Mitarbeiter in Werksferien und Magneti Marello Cofap wird bestreikt, weil die Firma 400 Mitarbeiter freistellte.

Der niedrige Oelpreis wirkt ebenfalls nicht stimulierend; Tiefseeabenteuer wie das Foerdern von Oel und Gas aus Tiefen von tausenden von Metern ist unter diesen Vorzeichen nicht wirtschaftlich. Angeblich wurde die erste Oelpreiskrise kuenstlich geschaffen, um das Nordseeoel und die Vorhaben in Alaska gewinnbringend ausbeuten zu koennen. Hoffentlich kommt jetzt kein Spekulant, wobei in diesem Fall auch Regierungen dazu gerechnet werden muessen, auf die Idee, die Oelpreise wieder nach oben zu treiben. 

Und wo bleiben die guten Nachrichten? Die kommen demnaechst, wenn die Zinsen fallen und die Inflation dazu. Die Bundessparkasse Caixa Economica Federal, will sogar den spread beschneiden! Erste Anzeichen von Normalitaet in einer Bankenwelt, die bisher von Hybris gepraegt war? Und die Bundesregierung wird Ende Januar ein Unterstuetzungsprogramm fuer die Bauindustrie verkuenden, welches u.a. eine Verringerung der Steuerlast fuer Bauunternehmen vorsieht. Die Bauindustrie ist mit der wichtigste Arbeitgeber fuer ungelernte Kraefte, wenn Lula sich behaupten bzw. seinem Nachfolger den Weg ebnen will, darf er es sich mit dieser Waehlerschicht nicht verderben. Und noch kann (oder will?) er sich nicht die Kapriolen seines Kollegen Hugo Chavez leisten, der in einem Referendum seine unbegrenzte Wiederwaehlbarkeit erreichen will. Die es aus gutem Grund in der Heimat der Caudillos nicht gibt. 

14 Januar 2009

DIE KRISE


Eingesandt von Harald Sterzinger

13 Januar 2009

Brieflaufzeiten und Bankwarteschlangen

In einer Rezension meines Buches "Wirtschaftsboom am Zuckerhut" wurde mit vorgehalten, ich schriebe so negativ, dass einem die Lust am Investieren vergänge. Dem kann ich nur entgegenhalten, dass der Alltag in Brasilien eben mal so ist. Zwei Beispiele sollen dies erläutern:

1.) Brieflaufzeiten

Die Schneckenpost ist langsam, wir warteten schon so lange auf Päckchen mit Mustern, dass unser deutscher Kunde sie nach zwei Monaten erneut schickte, weil wir bis dahin umsonst gewartet hatten. Und dann kamen beide Päckchen innerhalb von drei Tagen an. Das ist zuverlässig, darauf kann man bauen. Am 8.1.2009 erhielt ich übrigens Weihnachtsgrüsse von CompterWorks aus Loerrach, die die dortigen Mitarbeiter laut Poststempel am 12.12.2008 abgeschickt hatten. Danke, der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten ist schneller!

2.) Bankwarteschlangen

Banken sind per Gesetz gehalten, niemanden in der Schlange vor dem Schalter laenger als 15 Minuten warten zu lassen. Sollte es trotzdem passieren, kann man sich bei der Verbraucherschutzbehoerde PROCOM beschweren, die per Augenschein die Berechtigung der Beschwerde am nächsten Tag prüft und - wenn es angebracht ist - eine Strafe in der Hoehe von 100 R$ verhängt. Die Banken zittern deshalb schon, wenn jemand vom PROCOM auftaucht und schliessen schnell ihre Tresore. Unsere Frau Kunze war gestern auf der Bank, um Dokumente abzugeben und eine Quittung mitzunehmen. Nach 40 Minuten in der Schlange war sie endlich die Dokumente los, aber auf die Quittung hätte sie warten muessen. Sie zog es vor, sich diese schicken zu lassen. Das Problem sind die Boten, die von Firmen mit unzähligen Vorgängen zur Bank geschickt werden und dort die Schalter blockieren. Und wenn dann in einer grossen Filiale nur drei Schalter"beamte" verfügbar sind, weil die arme Grossbank dem Filialleiter nicht mehr genehmigt, dann leidet eben der Kunde - das notwendige Übel. Auf den die Banken in Brasilien nicht angewiesen sind, weil der grösste Kreditnehmer die Regierung ist.

Man kann Brasilien trotzdem lieben, aber man sollte nicht die Augen vor offensichtlichen Fehlern verschliessen.

PS: Beschweren Sie sich nicht bei der Bank. Ein älterer Herr tat es gestern in der Schlange und musste sich vom Filialleiter anhören, er solle seine Stimme nicht erheben und es an Respekt fehlen lassen! 

OECD haelt Brasilien fuer "gepanzert"

Die OECD hat 11 der grössten Volkswirtschaften des Planeten analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass Brasilien das einzige Land ist, welches noch nicht in eine Rezession geschlittert ist oder kurz davor steht. Dabei wurden die Daten des November letzten Jahres untersucht. Das Niveau der industriellen Tätigkeit hielt sich z.B. bei 101,2 Punkten (Referenz = 100) und lag damit 2,9 Punkte unter dem Wert von vor 12 Monaten, aber auf dem Spitzenplatz aller betrachteten Laender. Laut OECD handelt es sich um eine "leichte Veränderung", während USA,Kanada, Japan, China, Indien, Russland, Frankreich, Deutschland, Italien und Grossbritannien mit einer "starken Abbremsung" fertigwerden müssen. Den grösste Rückgang innerhalb eines einzigen Monats mussten Russland mit - 4,3 Punkten und China mit - 3,1 Punkten verdauen. 

Wer deshalb jetzt mit Brasilien Geschäfte machen möchte, sollte sich vormerken, dass ich vom 24. - 26.2.09 in der IHK Essen Brasilieninteressierte kostenlos beraten werde, am 2.3. mache ich dies in der IHK Stuttgart. Anmeldungen für Essen nimmt Herr Slomke von der IHK Essen entgegen, für Stuttgart ist der Kontakt Herr Sterzinger, der das deutsche Eurolatinabüro als Partner leitet.

Casas Bahia wollen 2009 den Erfolg von 2008 wiederholen

Casas Bahia ist der groesste Einzelhaendler Brasiliens fuer Moebel und elektrische Haushaltsgeraete jeder Groesse und setzte letztes Jahr 13,7 Mrd. R$ um, etwas weniger als das Ziel von 14 Mrd. R$. Was nicht heisst, dass man 2008 nicht gewachsen ist; der Umsatz stieg um 700 Mio. R$. Aber wegen DER KRISE ist man vorsichtig und plant fuer 2009 "nur" den Umsatz des Vorjahres. Die Kette hat 536 Laeden, in denen manchmal ohrenbetaeubender Laerm, auch Musik genannt, aus den Lautsprechern hallt, um Kaufwillige anzulocken - Sie haben es erraten, nicht unbedingt die upper class. Aber die waere auch nicht gross genug, um die 31 Mio. Kunden zu liefern, die man 2008 bedient hat. Diese kauften u.a. 61.485 Plasma- und LCD-Fernsehapparate und 4,2 Mio. Mobiltelefone. Ausliefern tut man mit 2.700 eigenen LKWs, die letztes Jahr insgesamt 130 Mio. km zurueckgelegt haben. Um auch das Kreditgeschaeft nicht an Finanzinstitutionen abgeben zu muessen, hat man eine eigene Kreditkarte, die fuenfmillionenfach fuer Umsatz sorgt. 2007 hat man uebrigens mit 13 Mrd. R$ Umsatz 270 Mio. R$ Gewinn erzielt, 2008 waren es die schon erwaehnten 13,7 Mrd. R$ Umsatz, aber leider nur 165 Mio. R$ Gewinn. Ueber den typischen Kunden sagt die Firmenleitung: "Der Kunde der Casas Bahia hat DIE KRISE noch nicht gespuert, er hat weder seinen Arbeitsplatz noch sein Einkommen verloren!" Und diese Art Kunde, meint man, kauft auch, wenn das formelle Arbeitsverhaeltnis eventuell einem informellen der sogenannten Schattenwirtschaft weichen muss.

Michelin investiert in Rio de Janeiro

Diese Meldung passt zu Brasiliens neuem Status als fuenftwichtigsten Autoland der Welt. Michelin wird im Bundesstaat Rio de Janeiro die vierte Fabrik bauen, um dort Pkw - Reifen herzustellen. Dieser Spass kostet circa 200 Mio. US$, auch fuer Michelin kein Pappenstiel. Die Firma ist sehr zugeknoepft, sie veroeffentlicht keine Bilanzen und bei einer Einweihung in der Vergangenheit durfte zwar der Staatspraesident die neue Halle eroeffnen, aber nicht die daneben ansehen, in der produziert wurde. Michelin spuert aber auch DIE KRISE und musste im Dezember 20 Tage Werksferien fuer 3.000 Mitarbeiter einlegen, um nicht auf Halde zu produzieren.

12 Januar 2009

Schlagzeilen ueber Brasilien

VW-Konzern 2008 noch mit Rekord
Deutschland, China und Brasilien waren 2008 die größten Einzelmärkte von Europas größtem Autobauer

Vielschichtiger Rassismus in Brasilien
Die dunkelhäutige Hälfte der Bevölkerung trotz Zeichen äusserer Harmonie benachteiligt

Rio Tinto verschiebt Ausbau von Eisenerzmine in Brasilien
Rueckgang der Stahlnachfrage wirkt sich aus

Brasilianische Messen im zweiten Halbjahr 2009

INTERTOOLING BRASIL 2009 - Feira e Congresso Internacional de Tecnologia de Ferramentais
07 - 10 Julho, 2009 / 14h00 - 21h00
São Paulo /SP -
EXPO CENTER NORTE - Pavilhão Amarelo - São Paulo

FRANCAL 2009 - 41ª Feira Internacional de Calçados, Acessórios de Moda, Máquinas e Componentes
14 a 17 de julho, 2009; 14 a 16 - 10 às 20horas - Dia 17 - 10 às 17 horas
São Paulo - SP -
Pavilhão de Exposições Anhembi - SÃO PAULO

Congresso e Feira Internacional de Geoinformação
14-16 Julho, 2009
São Paulo -
Centro de Convenções Imigrantes - São Paulo - SP

34º Congresso Mundial para Veterinários de Pequenos Animais
21 a 24 de julho, 2009 - 08:30 às 18:00 horas
São Paulo -
Hotel Transamérica

Feira Internacional de Produtos para a Linha Pet e Veterinária
22 a 24 de julho, 2009 - 13:00 às 20:00 horas
São Paulo -
Transamerica Expo Center - São Paulo/SP - Brasil

5ª Feira Internacional de Produtos Orgânicos e Agroecologia
23 e 24 de julho: 13 às 21h -25 e 26 de julho: 11 às 20h
São Paulo - SP -
Pavilhão da Bienal - Parque do Ibirapuera

5ª Feira Internacional de Alimentação Saudável, Produtos Naturais e Saúde
23 e 24 de julho: 13 às 21h -25 e 26 de julho: 11 às 20h
São Paulo - SP -
Pavilhão da Bienal - Parque do Ibirapuera

IX Feira de Tecnologia, Máquinas e Equipamentos da Indústria da Construção
Agosto - 2009
A definir -
A definir

IX Feira de Produtos, Serviços e Soluções para Logístic
Agosto - 2009
A definir -
A definir

Estétika
Agosto - 2009
A definir -
A definir

Expo Money Brasília 2009
Agosto - 13 às 22h - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Brasília -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

Feira Internacional de Tecnologia, Serviços e Produtos para Segurança Pública
Agosto - 2009
A definir -
A definir

MAQUINTEX - Feira de Máquinas, Equipamentos, Serviços e Química para Indústria Têxtil
11 a 14 de Agosto de 2009- 14h às 21h
Fortaleza - CE -
Centro de Convenções do Ceará - Fortaleza-CE

Feira Internacional de Imagem
11-14 Agosto, 2009 - das 14h às 21h
São Paulo -
Centro de Exposições Imigrantes - São Paulo - SP

EXPOLAZER 2009 - 16ª Feira Internacional de Piscinas & Spas, Arquitetura e Paisagismo
12 a 15 de agosto, 2009 - 13 às 21horas
São Paulo -
Expo Center Norte

39ª House & Gift Fair South America
15 a 18 de agosto, 2009 - 9h às 19h
São Paulo -
Expo Center Norte - São Paulo/SP - Brasil

ABIMÓVEL-FENAVEM - 26ª Feira Internacional de Vendas e Exportação de Móveis
17 a 21 de agosto de 2009 - Das 13h às 21h
São Paulo - SP - Brasil -
Pavilhão de Exposições Anhembi

FEIRA INTERNACIONAL DE LICENCIAMENTO
19 E 20 DE AGOSTO, 2009 - 14 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

9ª Feira Técnica de Produtos para a Indústria de Carne
25 a 27 de Agosto, 2009 - das 14h às 21h
São Paulo -
Centro de Exposições Imigrantes

28ª FEIRA INTERNACIONAL DO MÁRMORE E GRANITO - CACHOEIRO STONE FAIR 2009
25 A 28 DE AGOSTO DE 2009 - 13:00 ÀS 20 HORAS
CACHOEIRO DE ITAPEMIRIM - ES -
PARQUE DE EXPOSIÇÃO DE CACHOEIRO DE ITAPEMIRIM

FERRAMENTAL - 5ª Feira de Máquinas-Ferramenta do Mercosul
26 a 29 de agosto, 2009 - quarta a sexta: 15 às 21 horas - sábado: 13 às 19 horas
Pinhais - Curitiba/PR -
Expotrade Convention Center

ELETRON - 13ª Feira Sul Brasileira da Indústria Elétrica, Eletrônica e Automação Industrial
26 a 29 de agosto, 2009 - quarta à sexta: 15 às 21 horas - sábado: 13 às 19 horas
Pinhais - Curitiba/PR -
Expotrade Convention Center

FIICAV 4ª FEIRA INTERNACIONAL DA INDÚSTRIA DO CINEMA E AUDIOVISUAL
26 a 28 de agosto de 2009, das 12 às 20 h
SÃO PAULO -
Centro de Exposições Imigrantes, São Paulo, SP

SET 2009 BROADCAST & CABLE - FEIRA INTERNACIONAL DE TECNOLOGIA EM EQUIPAMENTOS E SERVIÇOS PARA ENGENHARIA DE TELEVISÃO, RADIOFUSÃO E TELECOMUNICAÇÕES
26 a 28 de agosto de 2009, das 12 às 20 h
SÃO PAULO, SP -
Centro de Exposições Imigrantes, São Paulo, SP

Feira de Tecnologia, Máquinas e Equipamentos da Indústria da Construção
Setembro - 2009
A definir -
A definir

Expo Money São Paulo 2009
Setembro - 13 às 22h - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
São Paulo -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

Hair Beauty 2009
Setembro - 2009
A definir -
A Definir

Feira de Postos de Serviços, Lojas de Conveniência & Food Service
Setembro - 2009
A definir -
A definir

Salão de Negócios Imobiliários de Minas Gerais
Setembro - 2009
A definir -
A definir

ESCOLAR PAPERBRASIL 2009 - 23ª Feira Internacional de Produtos, Serviços & Tecnologia para Escolas, Escritórios e Papelarias.
1 a 4 de setembro, 2009; 1 a 3 - 13 às 21 horas - Dia 4 - 11 às 17 horas
São Paulo - SP -
Pavilhão de Exposições Anhembi

AGROCANA - VII Feira de Negócios e Tecnologia da Agricultura da Cana-de-Açúcar
1 a 4 de setembro de 2009 - Das 13:00 às 20:00 horas - Simultaneamente à XVII FENASUCRO - Feira Internacional da Indústria Sucroalcooleira
Sertãozinho - SP - Brasil -
Centro de Eventos Zanini

EXPOMUSIC 2009 - 26ª Feira Internacional da Música - Instrumentos Musicais, Áudio, Iluminação e Afins
Consultar a data: Francal Feiras (11) 2226-3100
São Paulo - SP -
Expo Center Norte

FENASUCRO - XVII FEIRA INTERNACIONAL DA INDÚSTRIA SUCROALCOOLEIRA
1 a 4 de setembro, 2009 - 13:00 às 20:00 h
Sertãozinho -
Centro de Eventos Zanini - Sertãozinho/SP

Exposição Internacional de Ingredientes e Soluções para a Indústria Alimenticia
Setembro, 2009
São Paulo / SP -
Transamerica Expo Center (TEC)

Feira Internacional de Santa Cruz
Setembro - 2009
-
A Definir

INTERCON 2009 - Feira e Congresso Internacional da Tecnologia, Equipamentos, Materiais de Construção e Acabamentos
02 - 05 de Setembro /15:00 - 22:00
Megacentro Expoville - Joinville - SC - Brazil -
Megacentro Expoville - Joinville - SC - Brasil

Festa Nacional do Calçado
04 a 07 e 10 a 13 de setembro, 2009 - das 10 às 21 horas
Novo Hamburgo -
Parque de Exposições Fenac

Feira Internacional de Tecnologia para Laboratórios, Análises, Biotecnologia e Controle de Qualidade.
08 à 10 de setembro, 2009 - 13:00 às 20:00
São Paulo - SP -
Transamerica Expo Center (TEC)

EXPOCON - 12ª Feira de Fornecedores da Construção Civil
09 a 12 de setembro, 2009 - quarta a sexta: 16 às 22 horas - sábado: 13 às 20 horas
Pinhais - Curitiba/PR -
Expotrade Convention Center

47a. Feira Internacional de Equipamentos, Produtos e Serviços para Hotéis, Flats, Motéis, Restaurantes, Fast-Foods, Lanchonetes, Cozinhas Industriais, Hospitais e Similares
14 a 17 de setembro, 2009 - 13 às 21h
São Paulo -
Pavilhão de Exposições do Anhembi

3º Equip Food&Drinks
14 a 17 de setembro, 2009 - 13 às 21h
São Paulo -
Pavilhão de Exposições do Anhembi

4º Equip Spa&Wellness
14 a 17 de setembro, 2009 - 13 às 21h
São Paulo -
Pavilhão de Exposições do Anhembi

INTERMACH 2009 - Feira e Congresso Internacional de Tecnologia, Máquinas, Equipamentos, Automação e Serviços para a Indústria Metal-Mecânica.
15 - 19 Setembro, 2009 / 14h00 - 21h00
Joinville - SC - Brasil -
Megacentro Expoville - Joinville - SC - Brasil

VIII Feira Internacional de Tecnologias de Saneamento Ambiental
20 a 24 de setembro, 2009 - 12 às 20 horas
Pernambuco -
Pernambuco - Brasil

Feira Internacional de Refrigeração, Ar Condicionado, Ventilação, Aquecimento e Tratamento do Ar
22-25 Setembro, 2009 - das 13h às 21h
São Paulo -
Imigrantes - São Paulo - SP

FEIPACK - 4ª Feira Sul Brasileira da Embalagem
23 a 26 de setembro, 2009 - quarta a sexta: 15 às 21 horas - sábado: 13 às 19 horas
Pinhais - Curitiba/PR -
Expotrade Convention Center

Salão Imobiliário São Paulo
24-27 Setembro, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional da Beleza
25-28 setembro, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

FEIRA INTERNACIONAL DA VIDA SAUDÁVEL
25 A 27 DE SETEMBRO, 2009 - 14 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

COUROVISÃO - 10ª Feira Internacional de Couros, Componentes, Químicos e Acessórios para Calçados e Artefatos
29 de setembro a 1º de outubro, 2009 - 13 às 20 horas
Novo Hamburgo -
Parque de Exposições Fenac

RIOPARTS - Feira Internacional da Indústria de Autopeças e Reparação Automotiva
30 de setembro a 03 de outubro, 2009
Rio de Janeiro - RJ -
RioCentro Exhibition & Convention Center

12ª FIAFLORA EXPOGARDEN - FEIRA INTERNACIONAL DE PAISAGISMO, JARDINAGEM E FLORICULTURAFloricultura
outubro, 2009
São Paulo -
Centro de Exposições Imigrantes

Expo Money Belo Horizonte 2009
Outubro - 13 ás 22h - Datas e Locais no site www.expomoney.com.br
Belo Horizonte -
Datas e Locais no site www.expomoney.com.br

FEIRA DE SUBCONTRATAÇÃO E INOVAÇÃO INDUSTRIAL
Outubro 2009 - 14 às 21 horas
CAXIAS DO SUL / RS -
PAVILHÕES DA FESTA DA UVA

RIO FRANCHISING BUSINESS
Outubro - 2009
A definir -
A definir

Salão de Negócios Imobiliários da Bahia
Outubro - 2009
A definir -
A definir

São Paulo Boat Show 2009
01 a 06 de outubro de 2009 - Dias de semana: das 14 as 22 horas Final de semana: das 12 as 22 horas
São Paulo -
Transamerica Expo Center

Expo Money Rio de Janeiro 2009
Outubro - 13 às 22h - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Rio de Janeiro -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

ART MUNDI - 6ª Feira Mundial de Artesanato
02 a 11 de outubro, 2009 - segunda à sexta: 13 às 22 horas - sábados: 10 às 22 horas - domingos: 10 às 22 horas
São Paulo - SP -
Expo Center Norte

FEIRA BRASILEIRA DOS FORNECEDORES PARA O SETOR DE TÁXI
02 E 03 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 19 HORAS
SÃO PAULO -SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

SÓ PARA MULHERES
02 A 04 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INTERNACIONAL DE TUBOS, CONEXÕES E COMPONENTES
06 A 08 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INDUSTRIAL DE TECNOLOGIAS TÉRMICAS
06 A 08 DE OUTUBRO DE 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INDUSTRIAL DO GÁS
06 A 08 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INTERNACIONAL DE VÁLVULAS INDUSTRIAIS E ACESSÓRIOS
06 A 08 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO -SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INTERNACIONAL DE BOMBAS, MOTOBOMBAS E ACESSÓRIOS
06 A 08 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INDUSTRIAL DE TECNOLOGIAS EM METAIS
06 A 08 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 21 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INTERNACIONAL DE TECNOLOGIAS PARA PRODUÇÃO E DISTRIBUIÇÃO DE ENERGIAS LIMPAS E RENOVÁVEIS
07 A 09 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

CARBONO ZERO FEIRA E CONFERÊNCIA
07 A 09 DE OUTUBRO, 2009 - 14 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

MOBILIAR - 13ª Feira de Móveis do Paraná
16 a 25 de outubro, 2009 - segunda à sexta: 16 às 22 horas - sábados: 14 às 22 horas - domingos: 14 às 21 horas
Curitiba - PR -
Centro de Exposições de Curitiba - Parque Barigui

ART MUNDI - 7ª Feira Mundial de Artesanato
16 a 25 de outubro, 2009 - segunda à sexta: 13 às 22 horas - sábados: 10 às 22 horas - domingos: 10 às 22 horas
Brasília - DF -
Expo Brasília - Parque da Cidade

Salão Internacional do Transporte
19-23 Outubro, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Expo Money Rio de Janeiro 2009
Novembro - 11 às 21h - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Rio de Janeiro -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

7ª Feira Internacional de Produtos, Embalagens, Equipamentos, Acessórios e Serviços para Alimentação
3 a 6 de Novembro, 2009 - das 16h às 22h
Olinda (PE) -
Centro de Convenções de Pernambuco

Feira Internacional da Cadeia Produtiva de Leite
03 à 07 de novembro, 2009 - 9 às 20 horas
São Paulo- SP -
Centro de Exposições Imigrantes

XI FIMAI - Feira Internacional de Meio Ambiente Industrial e Sustentabilidade
04, 05 e 06 de novembro de 2009
São Paulo -
Pavilhão Azul - Expo Center Norte

FEIRA DE TECNOLOGIAS PARA A INDUSTRIA DO PLÁSTICO, BORRACHA, MOLDES, MATRIZES E EMBALAGENS
10 a 13 de Novembro de 2009 - 14 às 21h
Porto Alegre - RS -
Centro de Convenções da FIERGS - Porto Alegre - RS

SABOR ES - FEIRA DA GASTRONOMIA, HOTELARIA E TURISMO
23 A 25 DE NOVEMBRO DE 2009
GRANDE VITÓRIA, ES -
PAVILHÃO DE CARAPINA

Feira Internacional de Produtos e Serviços para a Indústria do Futebol
Dezembro - 2009
A definir -
A definir

NOSSAS MÃOS - 3ª Feira do Artesanato Brasileiro
Dezembro, segunda à sexta: 15 às 22 horas - sábados: 14 às 22 horas - domingos: 14 às 21 horas
São Paulo - SP -
São Paulo

11 Januar 2009

Messeplatz Brasilien

Fuer 2009 sind bereits 172 Messen geplant, die meisten davon sind bereits ausgebucht. Die Veranstaltungen finden in 23 Staedten statt, wobei São Paulo deie meisten auf sich konzentriert. Auf die Industrie entfallen 27 Veranstaltungen, gefolgt vom Sektor Kultur und Erziehung mit 13 und Medizin, Gesundheit und Pharmazeutik mit 12. 2008 gab es 168 grosse Messeveranstaltungen in Brasilien,Naeheres finden Sie im Site der União Brasileira dos Promotores de Fieras UBRAFE

6ª Feira Internacional de Calçados, Artigos Esportivos e Artefatos de Couro
12 a 15 de janeiro, 2009 - 10 às 19 horas
São Paulo -
Parque Anhembi - São Paulo

Santa Catarina Boat Show 2009
15 a 18 de janeiro de 2009
Balneário de Camboriú -
Tedesco Marina - Balneário Camboriú

27ª FEIRA INTERNACIONAL DO MÁRMORE E GRANITO - VITÓRIA STONE FAIR 2009
10 A 13 DE FEVEREIRO DE 2009 - 10 ÁS 18 HORAS
VITÓRIA - ES -
PAVILHÃO DE CARAPINA - GRANDE VITÓRIA - ES

Expo Money Curitiba 2009
Março - 13 às 22h - Datas e Locais no Site: www.expomoney.com.br
Curitiba -
Datas e Locais no site www.expomoney.com.br

Rio Boat Show´2009
05 a 13 de março de 2009
Rio de Janeiro -
Marina da Glória - Rio de Janeiro

6ª FEIRA INTERNACIONAL DE CAPRINOS E OVINOS
10 a 14 de Março, 2009 - 9 às 20 horas
São Paulo -
Centro de Exposições Imigrantes

Feira Internacional de Tecelagem (Primavera-Verão)
10-13 março, 2009 - 10 às 18h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional de Máquinas Têxteis
10-13 março, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional de Nãotecidos e Tecidos Técnicos
10-13 março, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional de Máquinas e Componentes para a Indústria de Confecções
10-13 março, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional de Máquinas, Equipamentos, Produtos e Serviços para Empresas de Lavanderias
10-13 março, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira internacional de produtos e acessórios para cozinhas e banheiros
24 a 27 de março, 2009 - 10:00 às 19:00 horas
São Paulo - SP -
Transamerica Expo Center (TEC)

Feira Internacional de Revestimentos
24 a 27 de março, 2009 - 10:00 às 19:00 horas
São Paulo / SP -
Transamerica Expo Center (TEC)

33ª Fimec - Feira Internacional de Couros, Químicos, Componentes e Acessórios para Calçados, Máquinas e Equipamentos para Calçados e Curtumes
24 a 27 de março, 2009 - 13 às 20 horas
Novo Hamburgo -
Parque de Exposições Fenac

Feira Internacional da Indústria da Construção
24 -28 março, 2009 - das 10h às 19h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

8ª Feira Internacional de Beleza, Cabelos e Estética
28 a 31 de março, 2008 - 10 às 20h
São Paulo -
Expo Center Norte

xpo Money Recife 2009
Abril - 13 às 22H - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Recife -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

Expo Money Fortaleza 2009
Abril - 13 às 22h - Datas e Locais no site www.expomoney.com.br
Fortaleza -
Datas e Locais no site www.expomoney.com.br

FEIRA INTERNACIONAL DE TECNOLOGIAS EM REABILITAÇÃO, INCLUSÃO E ACESSIBILIDADE
02 E 03 DE ABRIL, 2009 - 13 ÀS 21 HORAS - 04 E 05 DE ABRIL, 2009 - 10 ÀS 19 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

26ª Feira do Lar & Decoração
08 a 12 de abril, 2009 - quarta à sábado: 16 às 22 horas - domingo: 14 às 21 horas
Curitiba - PR -
ExpoCuritiba - Campus Unicenp

FEIRA DE TECNOLOGIAS PARA A INDÚSTRIA TÊXTIL
10 A 14 DE ABRIL DE 2009, das 10 às 19 horas
SÃO PAULO - SP -
Expo Center Norte

26ª Feira Brasileira de Brinquedos
13 a 16 de abril, 2009; 13 a 15 - 13 às 21horas e 16 de abril - 10 às 18horas
São Paulo - SP -
Expo Center Norte - Pavilhões: Azul e Branco

I Mostra Fenasucro Nordeste
14 a 16 de abril de 2009 - 14 às 19 horas
Olinda - Pernambuco - Brazil -
Centro de Convenções de Pernambuco - Olinda-PE

ForInd Nordeste - I Feira de Fornecedores Industriais da Região Nordeste
14 a 16 de abril de 2009 - 14 às 19 horas
Olinda - Pernambuco - Brazil -
Centro de Convenções de Pernambuco - Olinda - PE

Feira Internacional de Autopeças, Equipamentos e Serviços
14-18 Abril, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Bienal do Livro da Bahia
17 a 26 de abril de 2009 - 10 às 22h
Salvador-BA -
Centro de Convenções da Bahia | Salvador-BA

ART MUNDI - 5ª Feira Mundial de Artesanato
17 a 26 de abril de 2009 - segunda à sexta: 13 às 22 horas - sábados: 10 às 22 horas - domingos: 10 às 22 horas
Rio de Janeiro - RJ -
Rio Centro - Rio de Janeiro

Feira Internacional da Tecnologia Agrícola em Ação
27 Abril a 02 Maio, 2009 - 8h às 18h
São Paulo -
Ribeirão Preto - SP

Expo Money Porto Alegre
Maio - 13 às 22h - Datas e Locais no site www.expomoney.com.br
Porto Alegre -
Datas e Locais no site www.expomoney.com.br

FEIARTE - 21ª Feira Internacional de Artesanato
01 a 10 de maio, 2009 - segunda a sábado: 14 às 21 horas - domingos: 14 às 21 horas
Porto Alegre - RS -
Estacionamento do Parque Esportivo da PUC

Feira Internacional da Indústria do Plástico
4-8 Maio, 2009 - das 10h às 19h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

FEIRA INTERNACIONAL DE RESÍDUOS SÓLIDOS E SERVIÇOS PÚBLICOS
05 A 07 DE MAIO, 2009 - 13 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

6ª Feira Internacional de Tecnologia para as Indústrias de Leite, Derivados e Sorvetes
5 a 7 de Maio, 2009 - das 14 às 21 horas
São Paulo (SP) -
Expo Center Norte

EXPO PARQUES E FESTAS 2009 - 3ª Feira Internacional de Produtos e Serviços para Parques Temáticos, Buffets e Festas Infantis.
05 a 08 de maio, 2009 - 13 às 21 horas
São Paulo - SP -
EXPO CENTER NORTE - PAVILHÃO VERMELHO

MOVEXPO - III Feira Nacional de Móveis para a Região Nordeste
12 a 15 de maio de 2009 - Das 15h às 21h
Olinda - PE -
Centro de Convenções de Pernambuco

FEIRA INTERNACIONAL DE SEGURANÇA
12 A 14 DE MAIO, 2009 - 13 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

FEIRA INTERNACIONAL DE ARMAS, MUNIÇÕES, CUTELARIA E ACESSÓRIOS
12 A 14 DE MAIO, 2009 - 13 ÀS 20 HORAS
SÃO PAULO - SP -
CENTRO DE EXPOSIÇÕES IMIGRANTES

2ª Tools & Hardware Fair
14 a 16 de maio, 2009 - 10h às 20h
São Paulo -
Transamérica Expo Center, São Paulo/SP - Brasil

FEIARTE - 22ª Feira Internacional de Artesanato
15 a 24 de maio, 2009 - segunda a sábado: 14 às 22 horas - domingos: 10 às 21 horas
Curitiba - PR -
Centro de Exposições de Curitiba - Parque Barigui

14ª Toys, Parties & Christmas Fair South America
16 a 19 de maio, 2009 - 9h30 às 20h
São Paulo -
Transamérica Expo Center - São Paulo/SP - Brasil

Feira Internacional de Máquinas-Ferramenta e Sistemas Integrados de Manufatura
18-23 Maio, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional do Controle da Qualidade
18-23 Maio, 2009
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

FEIRA BRASILEIRA DE SEGURANÇA E PROTEÇÃO
20 A 22 DE MAIO, 2009 - 13 ÀS 21 HORAS
BELO HORIZONTE - MG -
EXPOMINAS - BELO HORIZONTE - MG

Feira e Congresso Latino Americano de Soluções para Saneamento e Meio Ambiente
20-22 maio, 2009 - 14h às 20h
São Paulo -
Palácio das Convenções do Anhembi - São Paulo

Exposição internacional de tecnologia para a industria cosmética
26 a 28 de maio, 2009 - 12:00 às 19:00
São Paulo - SP -
Transamerica Expo Center (TEC)

Exposição Interncaional de Tecnologia para a Indústria Farmacêutica
26 à 28 de maio, 2009 - 12:00 às 19:00
São Paulo -
Transamerica Expo Center

Expo Money Florianópolis 2009
Junho - 13 às 22h - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Florianópolis -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

Expo Money Salvador 2009
Junho - 13 às 22H - Datas e locais no site www.expomoney.com.br
Salvador -
Datas e locais no site www.expomoney.com.br

BRAZIL ETHANOL TRADE SHOW 2009 - Feira Internacional de Tecnologia para a Produção de Etanol
1 a 3 de junho, 2009 - 10h às 20h
São Paulo/SP - Brasil -
WTC São Paulo - Av. das Nações Unidas, 12.559

Feira Internacional da Indústria Elétrica, Energia e Automação
01-05 Junho, 2009 - das 13h às 20h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Feira Internacional da Indústria de Componentes, Subconjuntos, Equipamentos para a Produção de Componentes, Tecnologia Laser e Optoeletrônica
1-5 Junho, 2009 - das 13h às 20h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

16ª Feira Internacional de Produtos, Equipamentos, Serviços e Tecnologia para Hospitais, Laboratórios, Farmácias, Clínicas e Consultórios
2 a 5 de junho, 2009 - 12 às 21 horas
São Paulo -
Expo Center Norte

7ª Feira de Tecnologia e Assistência
2 a 5 de junho, 2009 - 12 às 21 horas
São Paulo -
Expo Center Norte

7ª Feira Internacional de Produtos para Farmácias Hospitalares e Drogarias
2 a 5 de junho, 2009 - 12 às 21 horas
São Paulo -
Expo Center Norte

11ª Feira Internacional de Produtos, Equipamentos e Serviços para Análises Clínicas e Patologia
2 a 5 de Junho, 2009 - 12 às 21 horas
São Paulo -
Expo Center Norte

5ª Feira Internacional de Produtos, Equipamentos, Serviços e Tecnologia para Odontologia
2 a 5 de Junho, 2009 - 12 às 21 horas
São Paulo -
Expo Center Norte

FEIRA DA METALMECÂNICA, ENERGIA E AUTOMAÇÃO
03 A 05 DE JUNHO, 2009
GRANDE VITÓRIA - ES -
PAVILHÃO DE CARAPINA - GRANDE VITÓRIA - ES

25ª Feira Internacional de Produtos e Serviços para Alimentação Fora do Lar
15 a 18 de Junho, 2009 - das 13h às 21h
São Paulo (SP) -
Expo Center Norte

25ª Feira Internacional de Embalagens e Processos para as Indústrias de Alimentos e Bebidas
16 a 19 de junho, 2009 - das 11h às 20h
São Paulo (SP) -
Pavilhão de Exposições do Anhembi

15ª Feira Internacional da Cadeia Produtiva da Carne e 15ª Exposição Nacional das Raças Bovinas de Corte
16 a 20 de Junho, 2009 - 9 às 21 horas
São Paulo - SP -
Centro de Exposições Imigrantes

Feira e Conferência Internacional de Segurança Eletrônica
16-18 Junho, 2009
São Paulo -
Transamerica Expo Center

Feira Internacional de Segurança Urbana
16-18 Junho, 2009
São Paulo -
Transamerica Expo Center

18ª ABF Franchising Expo
17 a 20 de Junho, 2009 - 13h às 21h - Sábado (das 12h às 18h)
São Paulo -
Expo Center Norte - Pavilhão Vermelho

X Feira Internacional de Tecnologia em Ceveja
23 a 25 de junho, 2009 - 13 às 20 horas
São Paulo -
São Paulo

Expogestão 2009 - Feira Nacional de Produtos e Serviços da Gestão
23-26 JUNHO 2009/ 14h00 - 21h00
Joinville - SC - Brasil -
Centreventos Cau Hansen - Joinville - SC

III FORIND - FEIRA DE FORNECEDORES INDUSTRIAIS DO INTERIOR DE SÃO PAULO
24 a 26 de junho, 2009 - 10:00 às 18:00 horas
Sertãozinho - São Paulo - Brasil -
Centro de Eventos Zanini

BEAUTY MEETING - 2ª Feira da Indústria de Cosmética, Estética e Cabelos
27 a 29 de junho, 2009 - 13 às 19 horas (Workshops e Shows das 10 às 21 horas)
Curitiba - PR -
ExpoCuritiba - Campus Unicenp

Feira Internacional da Indústria Têxtil (Primavera-Verão)
30 de junho a 02 de julho de 2009 - das 10h às 19h
São Paulo -
Anhembi - São Paulo - SP

Dies war die Liste der Messen des ersten Halbjahres 2009. Meine Firma EUROLATINA wurde bereits von vier Kunden beauftragt, ihre Messeauftritte zu betreuen. Morgen folgt die Liste des zweiten Halbjahres.

10 Januar 2009

Noch mehr Schlagzeilen zu Brasilien

Banco do Brasil treibt Branchenkonsolidierung in Brasilien voran
Uebernahme (50%) der Votorantim-Bank

126 Tonnen Stahl am Haken
Tunnelbohrmaschine fuer Pipelinebau von Wirth

Neue Frühjahrsziele bei Turkish Airlines
Von Istanbul ueber Dakar nach São Paulo

Brasilien: 1,2 Milliarden Staatskondome verteilt
Produktionsengpass beim Kampf gegen Aids

Konsumelektronik: Weiter wachsen, komme was da wolle
Die hoechsten Wachstumsraten in Suedamerika und Osteuropa, Indien und China geben nach

BRIC-Aktien: 2009 Kurserholung
Brasilien vor Rezession geschuetzt

Der schwere Kampf der Hoffnungsträger
Jetzt haengt vieles von der Rohstoff- und Energiepreisentwicklung ab

09 Januar 2009

Schlagzeilen zu Brasilien

Brasilien vermeldet Rekordjahr beim Kaffee-Export
Brasiliens Kaffee-Export erreicht fast ein Drittel des Weltmarktes

Brasilien will sein Militär wieder stärken
Hier kommen die Nationalisten zu Wort

Ethanolproduktion in Brasilien wird als problematisch bewertet
Mit Links zu anderen interessanten Artikeln / Meinungen zum Thema Biokraftstoff

Mit Gentechnik gegen Pollen
Brasilianische Forscherin ausgezeichnet

Brasilien robust - Mexiko schwach
Die Boersenlage beider Laender

Brasilien hofft auf neue Stabilität
Einschaetzung von Alexander Busch, einem sehr gut informierten Korrespondenten, der wirtschaftlichen Lage Brasilien unter dem Aspekt der Weltwirtschaftskrise

Keine Lehman Brothers
Interview von Alexander Busch mit Eike Batista, dem Eigentuemer von Vale (do Rio Doce)

Brasilien schwingt sich zur Ölmacht auf
Sehr interessant, auch von Alexander Busch. Und fast noch besser die Kommentare zu seinem Beitrag! 

Brasilien fünfgrößter Automarkt der Welt?

ANFAVEA, der Autoherstellerverband, meint dies jedenfalls! Denn 2008 war, trotz des Einbruches gegen Jahresende, ein Spitzenjahr für Brasiliens Autoindustrie und wir haben gute Chancen, unsere Fahrzeugindustrie auf dem fünften Platz der weltgrößten Automärkte und auf dem sechsten Platz der produktivsten Autoherstellerländer zu sehen. 2008 wurden 2,82 Mio. Neuahrzeuge (Pkw, Lkw, Bus, Lieferwagen) im Inland abgesetzt und 3,21 Mio. Fahrzeuge montiert. Der Binnenabsatz wird wahrscheinlich den Rußlands, Frankreichs und Italiens übertreffen, meint Jackson Schneider, der Verbandspräsident. Wenn das eintrifft, springen wir von Platz acht auf Platz fünf, vor uns sind dann "nur" noch Japan, China, USA, Deutschland und hinter uns Südkorea. Ja, so ändern sich die Verhältnisse, die USA nur auf dem dritten und Deutschland nur auf dem vierten Platz! Asien ist auf dem Vormarsch und Brasilien versucht, den Anschluß zu gewinnen und hat Südkorea wahrscheinlich schon den Rang abgelaufen.