21 März 2019

Der SPIEGEL kennt sich in Brasilien aus!

Vielleicht nicht so gut, wie es wünschenswert wäre, aber er ist wenigstens schnell. Schneller als die FAZ, die bisher nichts über die Verhaftung Temers gebracht hat. Bei SPIEGEL ONLINE kann man dies lesen:




So weit, so gut. Aber warum verwendet der SPIEGEL den Ausdruck "gefasst worden"? Temer war nicht auf der Flucht, also ist er einfach verhaftet oder festgenommen worden, aber nicht gefasst!

Und warum ist laut SPIEGEL Lula linksgerichtet und Bolsonaro rechtsradikal? Warum nicht linksradikal und rechtsgerichtet? Und was soll das denn? Lula hätte seine Kandidatur zurückgezogen? Er war gar nicht berechtigt, sich als Kandidat aufstellen zu lassen. "Ficha limpa", schon mal gehört, werte SPIEGEL-Mitarbeiter? Wer in Brasilien keine weiße Weste hat, darf kein Wahlamt übernehmen bzw. dafür kandidieren.

Und die Überschrift? "Gegen ihn wird wegen des größten Korruptionsskandals Lateinamerikas ermittelt." Ich habe bisher gedacht, dass Lula im Mittelpunkt dieses Skandals stehe und muss mich jetzt vom SPIEGEL belehren lassen, dass wohl Temer im Hintergrund den Niedergang der PT Lulas geplant, vorbereitet und durchgeführt hat, eine richtige graue Eminenz zu seiner Zeit als Vizepräsident Dilmas also. Und was heißt Lateinamerikas? In dieser Größenordnung kann man wohl durchaus von einem Weltrekord sprechen und nicht nur von einem Regionalsieg.

Aber es ist müßig, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen; wenn es weiterhin die Mission des SPIEGEL ist, alles was rechts von der Mitte oder auf ihr liegt, zu verteufeln, so sei es denn so. Liest sowieso niemand, der sich sein eigenes Urteil bilden will.

FILM (Wer hat eigentlich das Fernsehteam alarmiert und ihm gesagt, wann und wo die Festnahme stattfinden wird???) der Festnahme Temers: Wie ein gefährlicher Gewaltverbrecher wird Temer morgens auf dem Weg in Stadt von schwer bewaffneten Polizisten gestoppt:
ORIGINALUNTERSCHRIFT: Momento em que o ex-presidente Michel Temer é abordado pela Polícia Federal — Foto: Reprodução/TV Globo
Lula wurde da ganz anders behandelt:

Das schrieb GLOBO.COMLula ergab sich der Bundespolizei und wurde Sonnabendnacht verhaftet ... Er war seit Donnerstag im Gewerkschaftsgebäude ... Der ehemalige Präsident verließ das Gebäude zu Fuß und ging in ein nahe gelegenes Gebäude, wo die Polizei auf ihn wartete.

Da hat man Temer vergleichsweise ziemlich ruppig behandelt.

Fußball und Politik

Vor großen Länderspielen oder der Fußballweltmeisterschaft hat unsere Nationalelf nicht einen Trainer, sondern in Deutschland gefühlte 85 Millionen und in Brasilien 210 Millionen, nämlich alle Einwohner des jeweiligen Landes. Diese fühlen sich berufen, darüber zu entscheiden, wer in der Nationalmannschaft spielen solle und wie.

In Brasilien ist es seit dem Amtsantritt von Jaír Messias Bolsonaro nicht anders. Praktisch jeder Journalist fühlt sich berufen, berechtigt und qualifiziert, den Präsidenten, seine Familie und seine Minister und Ratgeber zu kritisieren und zu diffamieren. Da stellt sich eigentlich nur eine Frage, warum ist JMB zum Präsidenten gewählt worden und nicht einer der superschlauen Damen und Herren, deren bissigen Kommentare das Frühstück unserer Zeitungsleser und Radiohörer würzen?

Die längst überfällige Neuordnung der Militärlaufbahn wird kritisiert, weil damit die Verlängerung der Dienstzeit vor Eintritt in den Ruhestand im Rahmen der Reform der Rentenversicherung kompensiert würde. Dass ein Fregattenkapitän weniger verdient als ein Fahrer der Fahrbereitschaft des Senats wird allerdings nicht kritisiert.

Dass JMB nach seinem vertraulichen Gespräch mit Trump nicht explizit gesagt hat, dass er eine militärische Option gegen Maduro nicht kategorisch ausschließe, wird ihm als Kriegstreiberei ausgelegt. Seine Kritiker hätten sicher gerne gehabt, dass er Maduro versichert hätte, dass er weiterhin die Einwohner Venezuelas unter seiner Knute leiden lassen kann, weil Brasilien nichts dagegen unternehmen werde und auch die USA hindern würde, Maßnahmen gegen den sozialistischen Diktator zu ergreifen. 

Und dass JMB die Visumpflicht für Bürger Japans, Kanadas, Australiens und der USA ohne Gegenleistung aufheben will, sei ja wohl unerhört und zeuge von seiner Ahnungslosigkeit diplomatischer Gepflogenheiten. Schließlich sei es seit den Zeiten des Barão de Rio Branco, dem Vater der brasilianischen Diplomatie, üblich, nichts zu geben ohne etwas im Gegenzug zu erhalten. Dass diese Maßnahme unseren Tourismus ankurbeln werde, sei dagegen ohne Bedeutung. Und das Argument, dass Brasilianer sehr wohl interessiert seien, in die erwähnten Länder ohne Visum als Touristen einzureisen und dann als Illegale zu bleiben, grenzt schon an Nestbeschmutzung. Dass es keinem der Bürger dieser Erstweltländer einfallen würde, illegal in Brasilien zu leben - es sei denn, als Krimineller, der sich der Verfolgung durch seine heimische Polizei entziehen möchte - stellt für die Kritiker kein hinreichendes Argument für das brasilianische Entgegenkommen dar.

Und dann der freiwillige Verzicht auf den Schwellenlandstatus, nur um OECD-Mitglied zu werden. Unerhört, das schade doch unserer Wirtschaft und China z.B. würde nie freiwillig auf die Vorteile eines Schwellenlandstatus verzichten. Genau, die Betonung liegt auf freiwillig. Irgendwann werden auch die deutschen Gutmenschen keine Entwicklungshilfe mehr nach China schicken wollen und gleichzeitig miterleben, dass dieses Land als wirtschaftlicher Riese die Hochtechnologiefirmen Deutschlands aufkauft wie im Fall Kuka. Und wer im Club der Reichen, d.h. der OECD, aufgenommen werden will, kann nicht so tun, als ob er weiterhin Almosen nötig hat. Und wenn sich Brasilien weiterhin hinter dem Schwellenlandstatus versteckt, wird seine Industrie nie am Weltmarkt wettbewerbsfähig werden. 

Also kann JMB nur geraten werden, sich wie eine deutsche Eiche zu verhalten. Der ist es nämlich egal, ob sich ein Wildschwein an seiner Borke den Rücken kratzt oder nicht. Und Brasiliens Politiker sollen aufhören, sich wie Mimosen zu verhalten. Maia, der Parlamentspräsident, wollte Bolsonaro nicht empfangen, um dessen Vorschlag zur Neuordnung der Altersversorgung des Militärs entgegenzunehmen, weil dieser gleichzeitig die Militärlaufbahnen reformieren will. 

Wie schön wäre es, wenn man in der Politik und in der Wirtschaft streng nach Logik vorgehen könnte! Aber davor hat John von Neumann die Spieltheorie gesetzt! Als er 1903 in Budapest geboren wurde, hieß er übrigens noch Margittai Neumann János Lajos.

Aber im richtigen Leben wird man häufig von den Ereignissen überrollt, so auch heute:


Sie haben richtig gelesen, der Vorgänger von JMB wurde heute verhaftet! Das wird wohl für etwas Zurückhaltung der Journalisten gegenüber dem aktuellen Präsidenten sorgen, denn jetzt muss man sich natürlich (wieder) auf den früheren einschießen.

19 März 2019

Verlautbarung / Pressekonferenz Bolsonaro - Trump

Hören Sie den Originalton, bevor Sie sich von böswilligen oder unfähigen Kommentatoren irreleiten lassen! Klicken Sie in O-TON und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

Gute und böse Immigranten

Auf dem Weg zurück vom Mittagessen ins Büro hörte ich die Nachrichten auf 90,5 MHz. Auf dieser Frequenz sendet CBN, ein Nachrichtensender, der alle halbe Stunden Nachrichten bringt. Zum Beispiel um 11.30, aber auch um 11:28 oder um 11:34, das weiß man nie vorher. Also läßt man sich überraschen und schaltet früher ein und läßt dann die Witzchen und Kamingespräche der Kommentatoren an sich abgleiten. Und wenn dann endlich der jingle verklungen ist und die Nachrichten verlesen werden, macht man sich über den eigenen Präsidenten lustig und über seine "Affinität zu den USA" und seine Abneigung gegenüber illegalen Immigranten, die aus Brasilien oder Mexiko in die USA gelangt sind. Diesen armen hoffnungsvollen Menschen will also nicht nur Mr. Trump, sondern auch Sr. Bolsonaro den Weg ins gelobte Land verbauen. Das ist nun aber wirklich nicht politisch korrekt, sagt - mit anderen Worten - CBN. Und dann bekomme ich im Büro kurz danach diese E-Mail:


Was Sie verstehen müssen, habe ich übersetzt:

"Der brasilianische Naturalisierungsprozess setzt die Teilnahme des Antragstellers an der Prüfung voraus".

Nach der erwähnten Prüfung, wenn sie denn bestanden wurde, erhält der Teilnehmer eine Bescheinigung über die Beherrschung der portugiesischen Sprache für Ausländer.

Das grenzt ja schon fast an Diskrimierung! Kann man denn noch nicht mal nach Brasilien kommen und hier in Ruhe sein Leben fristen, ohne dass einem die Behörden aufs Dach steigen? Und warum muss ich Portugiesisch lernen? 

Übrigens stelle ich ab und zu für Projekte ausländische Fachkräfte auf Wunsch meiner brasilianischen Kunden ein. Sie können sich nicht den bürokratischen Aufwand vorstellen, um für solche Spezialisten eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Und dazu kommt noch eine Quotenregelung, für jeden Ausländer müssen zwei Brasilianer im Unternehmen beschäftigt werden - nicht leicht für kleine Betriebe.  Darüber machen sich die schlauen Kommentatoren nicht lustig.

Gott schütze uns...

...vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind! Googeln Sie diesen Satz einmal, Sie werden erstaunt sein, wie oft er zitiert wird. Wenn ich dies hier sehe

erlaube ich mir die Ergänzung "...die in Kolumbien sind!". Wer Lust hat, sich den Tag zu verderben, kann den Artikel hier vollständig lesen: RECHTE REVOLUTIONÄRE

Ich weiß nicht, wes Geistes Kind die Damen und Herren vom MANNHEIMER MORGEN sind, die über die Publikation solcher Artikel entscheiden, aber ich weiss, dass sie auf dem Holzweg sind. Ich bin nicht der Einzige, den dieser Stuss ärgert, hier weitere Stimmen, deren Autoren ich anonymisiert habe:

A. K.: Uwe, man darf ja gerne seine Meinung vertreten, aber fällt das nicht in die Kategorie „FakeNews“ und/oder Hetze? 😉 Eventuell sollte man die anderen Gruppenmitglieder vor solch tendenziösen und populistischen Äußerungen schützen! 😎 #peace 🤙🏼

S. M.: Dieser Beitrag zeugt nicht gerade von Sachlichkeit. Die deutsche Presse ist diesbezueglich mit Blick auf Brasilien schon seit laengerer Zeit auf dem Holzpfad.

M. N.: Fakenews der Linkspopulisten. Die Lage ist völlig anders in Brasilien. Wir brauchen mehr Ordnung und Arbeit und nicht dass ständig jemand seinen Hintern in der Schule, in Demonstrationen oder auf dem Fernseher zeigt.

R. G.: Tobias lebt in Kolumbien und glaubt, er kennt sich in Brasilien aus! Brasilien ist nicht fuer Laien !

R. S.: Leider hatte die Deutsche und Schweizer Presse eine komplett verdrehte Ansicht über unser Leben, unsere Situation in Brasilien. Schon seit der Regierung Lulas und seiner anschliessender Verhaftung.... das grenzt schon an Ignoranz oder Blindheit........

A. L.: Die deutsche press hat leider wenig Ahnung wie es hier in Brasilien wirklich ist , bis heute denken in Europa alle das hier jeder versucht jeden umzubringen und auszurauben.
Politisch gesehen glaube ich das Brasilien noch Christian unbedingt die USA als Wirtschaftsmotor suchen sollte die stecken selbst bis uber'n Kopf in schwierigkeiten.was bolso angeht.... Gebt den Mann ne Chance . Das es hier nicht 100%rundlaufen wird wissen wir alle allerdings ist er die einzige Alternative und Chance die Brasilien hat.

C. M.: Also ich bin vom Titel auch sehr irritiert (gibt einem den Eindruck daß Brasilien beschrieben wird und nicht der Präsident), aber im Text werden ja so gut wie nur Fakten über Bolsonaro berichtet... Ich verstehe also die meisten Kommentare hier nicht. Brasilien ist natürlich viel mehr als das was ein Präsident widerspiegelt. Das war während der schlimmen PT Ära extrem und jetzt leider auch.

K. K. N.: Blöder gehts nicht!

H. K.: Du hast null Ahnung und davon sehr viel, bevor man schreibt sollte man sein Gehirn einschalten

J. P. H.: Mir wird übel wenn ich das lese. Der Mann weis von gar nichts.

R. P. S.: So ein Blödsinn...

K. M.: Meine Herren ihr gesteht aber alle, dass Brasilien auf dem rechten Pfad ist und wir womöglich bald besser leben werden. Aber den ganzen Kram der letzten 16 Jahren aufzuräumen macht man ganz bestimmt nicht in einem Monat.

18 März 2019

Bolsonaro in den USA

Kann das gutgehen? Die schlauen Kommentatoren in Brasilien schrieben u.a., dass Bolsonaro besser sein müsse als in Davos, sonst würde seine Reise ein Fiasko werden. Gut, bis jetzt kann vermerkt werden, dass Alcântara jetzt als Raketenabschussbasis kommerziell von den USA benutzt werden kann und sicher auch wird, weil die Beförderung einer Last in eine Erdumlaufbahn vom Äquator aus wesentlich weniger Energie verbraucht als z.B. von Cap Canaveral. Und die unilaterale Befreiung von Bürgern der USA, Australiens, Kanadas und Japans von der Visumspflicht wird vielleicht als Unerfahrenheit Bolsonaros ausgelegt - wie kann man nur etwas geben, ohne eine Gegenleistung zu erhalten! - aber 1.) wollen die Bürger dieser Länder (im Gegensatz zu den vielen Brasilianern, die liebend gerne ausreisen würden, weil die Bolsonaro-Vorgänger Brasilien verschlimmverbessert haben) nicht illegal in Brasilien leben und arbeiten und 2.) können jetzt aus diesen Ländern auch solche Touristen nach Brasilien kommen, die bisher die lästige Prozedur der Visumserlangung nicht über sich ergehen lassen wollten. Und wie reagierte die Börse in Brasilien bisher auf den USA - Besuch von Bolsonaro? Sie stieg heute auf ein Allzeithoch und überschritt kurzzeitig dabei die 100.000 Punkte - Marke:

Und, nebenbei bemerkt, ist Bolsonaro für Überraschungen gut, denn er besuchte heute das CIA - Hauptquartier, um sich über den Kampf gegen den Terrorismus unterrichten zu lassen. Die Unterstützer der sozialistischen Diktatur Venezuelas werden ihn dafür lieben.

16 März 2019

Geschäftschancen in Brasilien


Heute schrieb Renato Carvalho im O ESTADO DE SÃO PAULO die hier ausschnittsweise gezeigte Beurteilung des utility -   Marktes, d.h. des Sektors, der Dienstleistungen wie Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Müllentsorgung und -verwertung sowie Abwasseraufbereitung beinhaltet. Die Aktien dieser Firmen werden durch die beabsichtigten Privatisierungen in diesem Sektor wahrscheinlich steigen, außerdem ergeben sich Beteiligungsmöglichkeiten für interessierte Unternehmen. Der Aktienmarkt Brasiliens ist sowieso ein Geheimtipp:

Die Aktien der CSN sind in diesem Jahr wertmäßig um 75% gestiegen, das Unternehmen konnte seinen Wert diese Woche auf 21 Mrd. R$ steigern, Ende letzten Jahres waren es noch 12,2 Mrd. R$. Grund dafür ist der cash flow - Anteil der Bergbauaktivitäten von CSN, der 2017 bei 30% und im letzten Quartal 2018 bei 50% lag. CSN wird von den Problemen von VALE begünstigt und dem Anstieg des Eisenerzpreises. Damit hofft man, die Entschuldung fortsetzen zu können. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu Cash-Generierung von CSN liegt heute bei 4,55; die der Konkurrenten Gerdau und Usiminas liegt unter 2. Die Überschuldung ist eindeutig die Achillesferse von CSN.
CSN in Volta Redonda
Hier sehen Sie meinen Neffen Frederico Reis Rodrigues, der in meiner Firma arbeitet, bei einem Besuch der CSN; das Firmenfoto mit den Hochöfen habe ich aus dem Hotelzimmer "geschossen":


"Facts, no fakes" über Brasilien: Wahlgerichtsbarkeit

Die brasilianische Wahljustiz
  1. organisiert Wahlen, Referenden und Volksabstimmungen im ganzen Land
  2. richtet Wahlkampfabrechnungen gewählter und nicht gewählter Kandidaten
  3. überarbeitet vorhandene und erarbeitet neue Wahlvorschriften
  4. richtet politische Mandatsträger
  5. richtet Parteikonten
  6. läßt neue Parteien zu
  7. richtet künftig nach einem jetzt gefällten Urteil des Obersten Verfassungsgerichtes auch über Korruptionsfälle, die mit "schwarzen Kassen" zu tun haben, selbst wenn es um "normale" Korruption und Geldwäsche geht, die mit Wahlverbrechen wenig oder nichts zu tun haben; eine eindeutige und sehr wahrscheinlich beabsichtigte Schwächung der Korruptionsbekämpfung des lava jato - Projektes
Nur zur Information, in Brasilien gibt es neben der Wahljustiz die Bundesjustiz, die Bundesstaatsjustiz, die Arbeitsrechtsjustiz und die Militärjustiz. Die Justiz in Brasilien ist ein wichtiger Arbeitgeber, denn sie beschäftigt 272.093 Angestellte des Öffentlichen Dienstes (davon 21.539 für die Wahljustiz) und 158.703 Hilfskräfte (davon 10.970 für die Wahljustiz) in 15.398 Einheiten (davon 2.771 der Wahljustiz).

Die Justiz kostet den brasilianischen Steuerzahler eine Menge, nämlich 90,0 Mrd. R$ im Jahr, davon 5,5 Mrd. R$ für die Wahljustiz. Damit werden u.a. die 448.964 Justizmitarbeiter (35.371 bei der Wahljustiz) und 18.168 Richter (2.862 bei der Wahljustiz) bezahlt.

15 März 2019

Flughafenkonzessionen erfolgreich versteigert

O ESTADO DE SÃO PAULO vom 16.3.2019
Heute wurden 12 Flughafenkonzessionen für 2,377 Mrd. R$ mit einem mittleren Agio von 986% versteigert. Das waren die Gewinner:
Consórcio Aeroeste (Socicam und Sinart): Flughäfen von Cuiabá, Sinop, Rondonópolis und Alta Floresta, alle in Mato Grosso, erzielter Preis 40 Mio. R$, Mindestpreis 0,8 Mio. R$
Aena (spanische Firma): Bloco Nordeste mit den Flughäfen Recife (PE), Maceió (AL), Aracaju (SE), Juazeiro do Norte (CE), João Pessoa und Campina Grande (beide in Paraíba), erzielter Preis 1,9 Mrd. R$, Mindestpreis 171 Mio. R$
Flughafen Zürich: Bloco Sudeste mit den Flughäfen Vitória (ES) und Macaé (RJ), erzielter Preis 437 Mio. R$, Mindestpreis 46,9 Mio. R$

In den nächsten 30 Jahren sollen 3,5 Mrd. R$ in diese Flughäfen investiert werden. Dieser Riesenerfolg ist jetzt den See- und Flusshäfen sowie den Eisenbahnstationen zu wünschen.

Wenn Sie oben in "Flughafen Zürich" klicken, können Sie mehr lesen, u.a. die Bildunterschrift "Präsident Jair Bolsonaro: Der Rechtspolitiker gilt als Freund der Wirtschaft." Also nicht mehr der "Ultrarechtsradikale"! Die Schweizer waren schon immer pragmatisch, wenn es um Geschäfte ging. Vielleicht können ihnen die Gutmenschen etwas abgucken. Und das hat nichts mit Heucheln zu tun, nur mit neutraler Bewertung von Fakten und Nichtbeachtung von fakes.

13 März 2019

Der Mythos von den schlechtverdienenden Frauen

Renda média de trabalhador homem é 26% maior que o salário de uma mulher

Dados são do Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) e mostra que rendimento das mulheres ocupadas, com idade entre 25 e 49 anos é, em média de R$ 2.050

Daniela Amorim, O Estado de S.Paulo 08 de março de 2019 | 10h25 

Klicken Sie in den Link und Sie kommen zum Originalartikel. Der passt wunderbar zu meinem Webinar "Das verkannte Brasilien",  in dem ich auf Mythen, Vorurteile und urban legends eingehe. So schreibt die Autorin "Für Frauen ist es nicht nur schwieriger, eine Beschäftigung zu finden, sie bekommen auch immer noch niedrigere Löhne als Männer. Das durchschnittliche Einkommen eines männlichen Erwachsenen liegt um 26% höher als das einer Frau in derselben Altersgruppe." Das lässt den Schluss zu, dass alle Angehörigen eines bestimmten Berufen identisch verdienen sollten, um endlich Gerechtigkeit zu schaffen. Also alle Frauen und Männer der selben Altersgruppe, die Ingenieur geworden sind, verdienen dann identisch? Der 45 jährige Chef eines Stahlwerkes genauso viel wie die gleichaltrige Ingenieurin, die seit vielen Jahren Betriebsanweisungen übersetzt? Ob es schon mal jemanden aufgefallen ist, dass der erlernte Beruf nichts oder nicht genug über die ausgeübte Tätigkeit aussagt? Wozu gäbe es sonst Stellenbeschreibungen? Wozu Personalwesen und Entlohnungsstudien? Machen wir uns doch einfach eine Tabelle: Beruf, Alter, Gehalt!  Von einfachen Menschen für einfache Menschen und überaus gerecht! Wie es auch unsere SPD in Deutschland und Die Linke propagiert.

Komisch, dass in Deutschland die identische Diskussion geführt wird und noch merkwürdiger, dass die deutsche Regierung von Frauen geführt wird. Das ist also die berühmte Gleichstellung? Wann haben wir wieder einen Bundeskanzler und einen Oppositionsführer? Warum setzt sich niemand von den weiblichen Mitgliedern der schreibenden Zunft dafür ein, dass in unseren Berg- und Stahlwerken genauso viel Frauen wie Männer und natürlich mit identischer Bezahlung für gleiche Tätigkeiten arbeiten? Die Mitarbeiter der Müllabfuhr, die Zunft der Gewichtheber, der Hochseefischer und der Feuerwehrleute nicht zu vergessen. Aber die Frauen drängt es natürlich in die Berufe, wo es vor allem auf rein geistige Tätigkeit ohne große körperliche Beanspruchung ankommt, Aufsichtsratsmitglied zum Beispiel oder Vorstand eines Konzerns. Aber bitte mit geregelter Arbeitszeit und Lifebalance

Ich bitte jetzt alle Damen um Abbitte, die sich auf den Arm genommen fühlen, das war nicht beabsichtigt. Hier soll nur betont werden, dass sich manche Menschen das Argumentieren zu leicht machen und dass nicht alle Frauen davon besessen sind, Karriere zu machen, sondern als Hausfrau, Mutter oder Spezialistin in ihrem Beruf ohne Zwang zu einem Knochenjob oder zur Selbstverwirklichung auch zufrieden, glücklich und erfüllt sein können. Und nicht vergessen, jeder kann eine Beschäftigung ablehnen, die nicht ausreichend oder ungerecht bezahlt wird, denn die Sklaverei ist nach ungefähr 350 Jahren als letztem Land der westlichen Welt auch in Brasilien abgeschafft worden, nämlich 1888 durch die Prinzessin Isabella Cristina Leopoldina Augusta Micaela Gabriela Rafaela Gonzaga d’Orléans-Braganza (geboren von Braganza und Neapel-Sizilien), der letzten Kronprinzessin Brasiliens, die übrigens in Rio de Janeiro das Licht der Welt erblickte.

Sim, nós podemos!

Ja, wir können, was die ZDF-Zuschauer nicht können, nämlich das Spiel Bayern München gegen Liverpool live ansehen:

Ob es sich gelohnt hat, werden wir nach dem Spiel wissen!

AKTUALISIERUNG: Hat sich nicht gelohnt, 3:1 und das einzige Tor von Bayern war ein Eigentor Liverpools. Mein Dachshund Max war auch nicht beeindruckt:

11 März 2019

BRASILIEN NACH DEM KARNEVAL 2018

Karneval ist vorüber und Brasilien fängt an, zu arbeiten. Die Regierung von Präsident Bolsonaro hat dies schon vorher getan, auch wenn die nationale Presse und sonstige Medien anderes berichten. Kein Wunder, sehen Sie sich an, was unter FHC (Fernando Henrique Cardoso), Lula und Dilma für Regierungspropaganda ausgegeben wurde und was Bolsonaro als Budget (Werte in R$, brasilianische Billionen sind deutsche Milliarden) dafür geplant hat:
Klar, dass die Medien den neuen Präsidenten so schnell wie möglich wieder loswerden wollen, entgehen ihnen doch Milliarden, egal ob in R$, US$ oder € ausgedrückt!

Vergessen wir für einen Augenblick die Animositäten zwischen Bolsonaro und den Medien und den damit verbundenen Spiegelgefechtereien und wenden wir uns Wichtigem zu. Zum Beispiel dem Verhältnis Brasiliens zu den USA. Am 11.3.2019 wurde bekannt, dass letzte Woche - von den Medien völlig unbemerkt - das neue Abkommen über Technologieschutz unterschriftsreif verhandelt wurde und damit die Voraussetzung geschaffen wurde, die Raketenabschussbasis Alcântara kommerziell zu nutzen, z.B. für die Beförderung von Satelliten in eine Umlaufbahn um die Erde. Das hatte 2000 schon FHC versucht, war aber an den Parlamentsabgeordneten gescheitert, die die Souveränität Brasiliens gefährdet sahen. Am 19.3. soll das Abkommen von Bolsonaro und Trump im Weißen Haus unterschrieben werden. Damit ist auch eine Zusammenarbeit beider Staaten in der Raumfahrt möglich geworden. 

Dass Bolsonaro Feinde nicht nur bei den Medien hat, muss seinen Wählern niemand erklären. Aber damit nicht genug, haben sich auch die die Staatsangestellten gegen ihn verbündet und wollen mit allen Mitteln verhindern, dass die von ihm ins Parlament eingebrachte Neuordnung der Altersversorgung durch die staatliche Rentenversicherung Realität wird. Denn dann würden sie Privilegien verlieren, von denen die Arbeitskräfte der Privatwirtschaft nur träumen können. Zum Beispiel die Regelung, dass die Pensionäre des Öffentlichen Dienstes ihr letztes Gehalt als Ruhestandbezüge weiterhin voll ausgezahlt bekommen und ihnen jede Erhöhung der Besoldung der Aktiven zu Gute kommt. 

Die Regierung hat sich fest vorgenommen, mindestens 1 Billion R$ mit der Reform der Altersversorgung einzusparen. Man ist bereit, an einzelnen Regeln Korrekturen vorzunehmen, aber an diesem Zielwert will man festhalten. Dabei ist es lächerlich, ein Land mit den Problemen Brasiliens zu sehen, welches ein Mindestalter von 62 Jahren für Frauen und 65 Jahren für Männer für die Pensionierung nicht durchdrücken kann und in dem 55 jährige Rentner und Pensionäre gang und gäbe sind. Man muss sich nur die demografischen Werte Brasiliens ansehen, um sich auszumalen, wann das Land Pleite ist, dazu sind keine Kenntnisse der höheren Mathematik nötig. Den Gegnern der Rentenreform, die frühere Äußerungen Bolsonaros gegen eine solche als Argument verwenden wollen, sei gesagt, was Adenauer einmal gemeint hat. Nämlich sinngemäß, dass ihm niemand verbieten kann, schlauer zu werden. Und auch Bolsonaro hat schon öffentlich eingestanden, dass seine früheren Erklärungen nicht der Weisheit letzter Schluss waren. 

Wenn das Ausland merkt, dass der Reformwillen Brasiliens nicht nur leeres Geschwätz ist, dann wird dieses Land sich nicht mehr retten können vor Investoren, die es nach Brasilien drängt. So hat z.B. Mauro Pentedao, Sozius der Anwaltskanzlei Machado Meyer und dort zuständig für Infrastrukturprojekte, nach einer road show in den USA geäußert, dass die gute Stimmung anfängt, an die Verhandlungstische zurückzukehren. Seine Kanzlei vermerke eine deutliche Zunahme des Interesses von Ausländern, in Brasilien zu investieren - alles hänge jetzt von der Zustimmung des Kongresses zur Rentenreform ab. Das Vertrauen der Investoren werde gestärkt durch die Qualität der Minister Bolsonaros, die klar auf einer wirtschaftsliberalen Linie lägen. Die Investoren würden Interesse an guten Geschäften in Brasilien haben und keinen Sektor bevorzugen, auch wenn besonderes Interesse an Infrastrukturprojekten und dem Einzelhandel bestünde. Noch im März würden wichtige Konzessionen von Flughäfen, Häfen und Eisenbahnen versteigert werden, von Geschäftsmöglichkeiten in den Sektoren Energie, Öl, Gas und Telekommunikation ganz zu schweigen und von der bevorstehenden Privatisierung der Eletrobrás und dem Desinvestitionsprogramm der Petrobrás. 

Der Plan des Wirtschaftsministers Paulo Guedes, den Parlamentariern die Entscheidungsgewalt über den Bundes-, Bundestaats- und Kommunalhaushalt wieder zu geben, könnte ebenfalls stark zur Verstärkung der Regierungsinvestitionen beitragen. Heute ist ein Großteil der Regierungsausgaben auf allen Ebenen gesetzlich vorgegeben und nur über einen sehr kleinen Teil kann das Parlament und die Regierung frei entscheiden. Das führt dazu, dass Haushaltsmittel nicht nach Notwendigkeit verwendet werden, sondern nach früher vorgegebenen und heute festgeschriebenen Prozentanteilen am Haushalt, die auf die Ausgaben für die verschiedenen Ressorts angewandt werden. Der Bundeshaushalt Brasiliens beträgt 1,5 Billionen R$, ohne den Haushalt der Bundesstaaten und Kommunen. Allein die staatliche Rentenversicherung verschlingt 600 Mrd. R$ jährlich mit immer weiter steigenden Tendenz - Brasilien ist schon lange kein Land der jungen Einwohner mehr -; weitere 300 Mrd. R$ werden für die Bezüge der aktiven Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes aufgewandt. 

Die Produktivität Brasiliens gibt Anlass zur Sorge. Es gibt natürlich Unternehmen mit hoher Produktivität, aber nicht genug, um die Produktivität spürbar ansteigen zu lassen. Hier hilft nur Modernisierung der Produktionsmittel, sei es in der Industrie, der Landwirtschaft oder dem Dienstleistungssektor. Wichtig ist dafür eine wirtschaftliche Öffnung Brasiliens, die die Unternehmen durch den dann spürbaren Wettbewerbsdruck von außen zur Modernisierung zwingen würde. Weitere wichtige Maßnahmen wären die Verbesserung der Infrastruktur und eine weitere Desregulierung des Arbeitsmarktes und eine Verminderung der Komplexität des Steuersystems und der Höhe der Steuern. Wie Bolsonaro sagt, weniger Brasília und mehr Brasilien! Dazu gehört natürlich auch der Verkauf fast aller Staatsunternehmen an den Privatsektor und nicht wie in der Vergangenheit an Staatsfirmen anderer Länder. Das versteht der Präsident nicht unter Privatisierung. Von dieser aussparen will er im wesentlichen nur die Petrobrás, die Banco do Brasil und die Caixa Econômica Federal.

Lassen wir uns positiv überraschen und hoffen wir, dass der Bürgersinn die Oberhand über die egoistischen Interessen von Gruppen gewinnt und auch behält. An dieser Stelle will ich ausdrücklich die Gewerkschaften erwähnen, deren Funktionäre bis vor kurzem nur sich selbst und nicht ihre Mitglieder vertraten. Das war möglich, weil sie den Gegenwert des Verdienstes eines Arbeitstages jeden Werktätigen Brasiliens erhielten, ohne Rechenschaft - Lula sei Dank - über die Verwendung dieser Milliarden R$ ablegen zu müssen. Damit ist nach der ersten Reform der Arbeitsgesetzgebung Schluss, was wir dem vielgeschmähten Übergangspräsidenten Temer zu verdanken haben. Die Arbeitgeber dürfen jetzt nicht mehr einfach den Verdienst eines Arbeitstages an die Gewerkschaften überweisen, was früher geschah, ohne die Arbeitnehmer zu fragen. Heute zahlt der Arbeitnehmer freiwillig seinen Beitrag an seine Gewerkschaft und muss seiner Bank dazu extra einen Auftrag erteilen, es gibt keinen Automatismus mehr. Fazit? Die Gewerkschaften entlassen Mitarbeiter, verkaufen Immobilien, verkleinern ihre Geschäftsführung und fusionieren mit anderen Gewerkschaften und versuchen, Mitglieder zu werben und durch erbrachte Dienstleistungen zu halten. Mit anderen Worten, sie handeln wie Unternehmer.

Rezepte gegen Regen gesucht

bzw. gegen die Folgen des Regens. Es hat jetzt gerade in 24 Stunden das Äquivalent der Regenfälle eines normalen Märzes in Groß - São Paulo geregnet. Die Folge? Bisher 11 Todesopfer durch Ertrinken und Verschütten, unzählige überschwemmte Straßen, Immobilien unter Wasser, Verkehr zusammengebrochen, Fabriken funktionsunfähig. Diesen Film soll die Fabrik von Mercedes in São Bernado do Campo zeigen, ich erhielt ihn per WhatsApp:

Und hier ein Eindruck, wie die Wassermassen einem Autohändler in São Caetano übel mitgespielt haben:

Wenn Sie Gegenmittel haben, bieten Sie sie in Brasilien an! Aus eigenen Mitteln schafft es die Stadtverwaltung seit Jahrzehnten nicht, der Wassermassen Herr zu werden.

Häufig gestellte Fragen

Diese finden Sie oft unter dem Kürzel FAQ - frequently asked questions. Wenn Sie Antworten suchen, klicken Sie in LINK. Und wenn Ihre Frage nicht dabei ist, schicken Sie sie mir.

08 März 2019

Das verkannte Brasilien

Bis zum 18.3.19 können Sie hier mbf.me/VDuInq das Webinar herunterladen und durch zweimaliges Klicken in eine der Seiten auch den zugehörigen Kommentar hören.

Wenn Sie Fragen haben, schicken Sie mir bitte eine E-Mail!

Oder rufen Sie an: +55 11 5666 8266

05 März 2019

Wo wird BRASILIEN AKTUELL gelesen?


Usiminas investiert 1 Mrd. R$

Soviel kostet laut Sergio Leite, Präsident von Usiminas, die Modernisierung des Hochofens III, die für 2021/22 geplant ist. Der Hochofen muss dafür für mindestens 100 Tage stillgelegt werden. Seine Kapazität beträgt 7.000 to Roheisen pro Tag, die beiden anderen Hochöfen in Ipatinga produzieren täglich je 4.000 to. Alle Hochöfen stehen in Ipatinga in Minas Gerais.

829 Mio. R$ Nettogewinn wurden in 2018 erzielt, im Jahr davor waren es 315 Mio. R$. Mehr darüber können Sie in einem Artikel des Diário do Comércio lesen.

ORDEM E PROGESSO


Ordnung bedeutet auf der Fahne die Verteidigung und Aufrechterhaltung von Allem, was positiv funktioniert. Sie ist der Schutz von Recht und Gut in allen Bereichen des nationalen Lebens.

Fortschritt bedeutet den natürlichen Fortschritt der Gesellschaft und der Institutionen als Folge der Verteidigung der Ordnung.

In der Praxis sieht das durchaus anders aus, leider. Sehen Sie diesen Film auf Portugiesisch, der zeigt, warum es höchste Zeit war, die frühere PT-Regierung demokratisch abzulösen und einen neuen Zyklus der Entwicklung Brasiliens zu beginnen:

Sehen Sie sich dann diesen Film an:
Sobald sich unsere Jugend nicht nur in Brasilien für solche Dinge interessiert, anstatt Sexübungen in der Klasse abzuhalten, Stühle zu werfen und rote Fahnen zu schwenken, besteht Hoffnung.

Brasiliens Industrie investiert wieder


Das CIMM -Centro de Informação Metal Mecânica informiert (Originalartikel) über Investitionen und Spitzentechnologie in Brasilien:
Para FCA, Brasil é oportunidade, Argentina ainda é desafio
Für FiatChrysler ist Brasilien eine Gelegenheit, Argentinien ist immer noch eine Herausforderung
Filosa, der Lateinamerikachef von FiatChryslerAutomotive, ist optimistisch und zuversichtlich. Er glaubt an ein weiteres Wachstum des brasilianischen Marktes, in dem er mit dem Jeep Compass Marktführer bei den mittleren SUVs ist, und meint, dass 2019 bis zu 11% mehr Autos gebaut werden könnten als im Vorjahr und man damit die Marke von 2,6 Mio. Fahrzeugen erreichen wird. Er ist vom Erfolg der neuen Regierung überzeugt und kündigte an, dass man in den nächsten 5 Jahren 25 Fahrzeuge neu und überarbeitet in den Markt bringen wird einschließlich Spezialeditionen, neuer Antriebslösungen und Anbindung an das Internet.

Nestlé finaliza estudo para implantar conceito indústria 4.0 no Brasil até 2020
Nestlé hat mit Schneider Electric eine Studie abgeschlossen, die als Thema die Einführung von Industrie 4.0 - Standard in den 23 brasilianischen Fabriken des Unternehmens bis 2020 zum Thema hatte. Federführend beim Auftraggeber war Danilo de Faria, Engineeringchef, Abteilung für Elektrik, Automatisierung und Digitalsysteme in der Produktion.
Abimaq sagt ein 10,9% Wachstum beim Verkauf von Landmaschinen für 2019 voraus.
"Das Agribusiness ist nach wie vor stark und die Kapitalisierung der Landwirte ist im Allgemeinen sehr gut." meinte Pedro Estevão Bastos, Präsident der Kammer für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte (CSMIA).

25 Februar 2019

Sie brauchen Briketts und haben keine Anlage dafür?

In Brasilien können Sie jetzt alles, was Sie benötigen, aus einer Hand kaufen, nämlich bei EUROLATINA. Wir bieten Ihnen, falls Ihr Ausgangsmaterial zu groß zum Brikettieren ist, Shredder von ERDWICH an und natürlich mechanische und hydraulische Brikettpressen der Weltmarktführer RUF und C. F. NIELSEN. Letzteres Unternehmen aus Dänemark ist jüngst von RUF übernommen worden. Das Angebot wird durch die Hämmer für Shredder und Hammermühlen von SWB - STAHLWERKE BOCHUM vervollständigt. Die Hämmer von SWB sind aus speziellen Legierungen mit ausgeklügelter Wärmebehandlung hergestellt, also nicht aus Manganstahl, der üblicherweise verwendet wird. Die Hämmer von SWB haben deshalb ungefähr die doppelte Lebensdauer der Manganstahlhämmer.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit comercial@eurolatina.biz auf, unsere Thayná Ciasca wird Ihnen umgehend antworten.

Fake News involvieren die Bundeskanzlerin?

Diese Zeitung erhielt ich heute per WhatsApp von meinem Freund Julio:

Die Frage, die nicht verstummen will: Ist das wahr oder handelt es hier um ein besonders bösartiges Fake News - Beispiel? Bei WhatsApp muss man, dass weiß inzwischen jeder in Brasilien, vorsichtig sein; "Papier ist geduldig" oder "Was Du schwarz auf weiß besitzt, kannst Du getrost nachhause tragen"?

24 Februar 2019

Das verkannte Brasilien




.
.
.







Wenn Sie das Webinar vorab lesen wollen oder keine Zeit zur Teilnahme haben, stöbern Sie in meinem Bücherregal oder klicken Sie in https://www.yumpu.com/de/document/view/62424391/das-verkannte-brasilien-marz-2019, hier finden Sie das Seminar und andere von mir verfasste Brasilienliteratur:

21 Februar 2019

Venezuela schließt Grenze zu Brasilien

Der Diktator Maduro verkündete die Schließung heute im Fernsehen; hören und sehen Sie selbst bei https://youtu.be/vZQaGUbA8l4. Wenn man dazu noch die Fotos der Panzer sieht, die er auffahren ließ, erinnert das an einen anderen Diktator, der im Radio verkündete, dass ab 5:45 zurückgeschossen werde.  Ich hoffe, dass der Spuk bald ein Ende hat und solche Fotos nicht mehr möglich sein werden, weil Demokratie und Wohlstand in Venezuela herrschen und die Venezolaner nicht mehr nach Brasilien oder wie hier auf dem Foto nach Kolumbien fliehen müssen:

Von mir aufgenommen in Cartagena im Januar 2019


20 Februar 2019

WEBINAR BRASILIEN

Am 12.3.2019 um 14:00 MEZ können Sie kostenlos an meinem Webinar teilnehmen, das sind die Punkte, über die ich sprechen werde:
  • Brasilien „unter neuer Direktion“
  • Klischees, Mythen und urban legends über Brasilien
  • Was spricht für und gegen Brasilien?
  • Markterkundung, -erschließung, -verteidigung in Brasilien
Und anschließend haben Sie Zeit, Ihre Fragen zu stellen, die ich gerne "live" beantworte. Aber Sie können mir auch vorab Fragen stellen, die ich bei allgemeinem Interesse dann auch im Webinar behandeln werde. Schicken Sie Ihre Fragen bitte an naumann@eurolatina.biz.

Unser Vertriebspartner Maier & Vidorno in Köln wird die Einladungen verschicken. Sie können Ihre Teilnahme aber auch jetzt schon an meine E-Mail-Adresse bestätigen und erhalten dann die Einwahldaten.

EXPOMAFE



Diese Messe ist sicher interessant für Brasilieninteressenten, die das Land noch nicht kennen und seine Möglichkeiten ausloten möchten. Wir helfen Ihnen gerne dabei. Bei Interesse können Sie Kontakt unter comercial@eurolatina.biz aufnehmen. Sie können die Messe zusammen mit uns besuchen und parallel auch Kunden, Lieferanten, Händler oder auch Konkurrenten. Nennen Sie uns Ihre Wünsche! Wenn Sie die gewünschten Gesprächspartner noch nicht identifiziert haben, können wir dies für Sie erledigen.

Und wenn Sie ein "alter Brasilienhase" sind und ausstellen möchten, auch dabei helfen wir, u.a. durch Standdienst, Nachverfolgung von Kontakten und auch bei der Messevorbereitung. Sagen Sie uns, was Sie brauchen!

Und denken Sie daran, in Kürze können Sie an einem Webinar von mir teilnehmen und die aktuelle Lage Brasiliens kennenlernen. Sprechen Sie mich ruhig direkt an, meine E-Mail-Adresse ist naumann@eurolatina.biz.

Das sagt der Veranstalter über die EXPOMAFE:

EXPOMAFE 2019 takes place May 7 - 11 at São Paulo Expo, the largest and most modern expo facility in Latin America, and is an initiative of The Brazilian Machinery and Equipment Builders' Association (ABIMAQ) as well as key industry organizations.
The official metalworking industry trade show represents the market's developments in pursuit of technology along with the the latest and greatest in industry solutions.
EXPOMAFE is the right opportunity for your company to create business, prospect for new customers, present existing products and launch new products to a highly qualified audience ready to make buying decisions.
THE 2019 TRADE SHOW WILL BRING:  
  + More than 750 Brazilian and international exhibitor brands
  + More than 55 thousand professionals from the sector 

17 Februar 2019

Webinar über Brasilien

EXPLICARE NECESSE EST!


Achten Sie auf die Ankündigung in diesem Blog mit Link zur Teilnahme am Seminar Ende Februar 2019!


07 Februar 2019

O ESTADO DE SÃO PAULO weiterhin fehlerhaft

Zum guten Journalismus gehört die korrekte Schreibweise von Namen. Ich bekomme häufig Nachrichten, auch aus Deutschland, mit der Verfremdung meines Namens NAUMANN zum Beispiel in Neumann oder Norman und sehe inzwischen großzügig darüber hinweg. Allerdings erwarte ich, dass der Schreiber beim Erhalt meiner Antwort an der Unterschrift merkt, dass er geschludert hat und den Fehler nicht wiederholt.

Die meines Erachtens immer noch beste Zeitung Brasiliens ist auf diesem Gebiet kein gutes Beispiel. Dabei ist es doch so einfach, Namen zu recherchieren und korrekt wiederzugeben! Aber nein, siehe hier:


Unter dieser Überschrift wird im Text eine Firma erwähnt, die korrekt Bilfinger Maschinenbau GmbH & Co. KG heisst. Aber lesen Sie selbst:



"Zu blöd zum Abschreiben" haben wir dazu in der Schule gesagt. Und nicht neugierig genug, um sich zu fragen, was GmbH & Co. KG eigentlich bedeutet. Dann kommt eben GMBA & CO (MAB)' dabei heraus. Als ich 1982 gefragt wurde, ob ich die ACMC - Automotive Components Manufacturing Corporation (Pty) Ltd. in Alberton bei Johannesburg leiten wolle, war meine erste Frage, was die Buchstaben bedeuten. Der damaliger deutsche Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens konnte mir leider nicht sagen, dass die vollständige Bezeichnung "Property Limited" sei, das musste ich selbst herausfinden. Auch er war nicht neugierig genug, aber trug die Verantwortung für ein Unternehmen, dessen Rechtsform ihm unbekannt war.

Wenigstens wurde vom Journalisten richtig erkannt, dass es sich um eine österreichische Firma handelt - vor wenigen Tagen schrieb die selbe Zeitung, dass GM ein deutscher Autobauer und Paul Klee ein schweizer Maler sei. Meinen Hinweis darauf beantwortete die Zeitung nicht, eine Korrektur habe ich auch nicht gefunden. Deshalb spare ich mir die Mühe, diese nochmal auf einen Fehler hinzuweisen, das werde ich jetzt nur noch per Blog machen. Ist ja auch viel erfolgreicher, wie die Wahl Bolsonaros bewiesen hat.

04 Februar 2019

AMAZON und KI

So weit ist es auch nicht her mit der KI von Amazon, wenn sie mir als Autor mein eigenes Buch als interessant empfiehlt:


Allerdings hat die KI gemerkt, dass mein Buch über Brasilien gut ist, das will ich ihr zugute halten!

03 Februar 2019

Der „ESTADÃO“ weiss mehr als wir!

GM ist eine deutsche Firma und Paul Klee ist Schweizer! Siehe Zeitung vom 3.2.2019:



Traurig, wie wenig Richtiges in deutschen Zeitungen über Brasilien zu lesen ist, aber die brasilianischen Zeitungen sind nicht besser! Dabei sollte man vom O ESTADO DE SÃO PAULO eigentlich erwarten können, dass man dort weiß, dass GM ein US-Unternehmen und Paul Klee Deutscher ist, auch wenn er in der Schweiz geboren wurde und dort auch starb. Aber sein Vater war Deutscher und er selbst lebte auch solange in Deutschland, wie es NS-Regime zuließ.

Aber Ihre Maschine ist viel teurer als die brasilianische!

Stimmt! Und wie soll man dem Kunden erklären, dass es sich trotzdem lohnt, die teure teutonische Maschine zu kaufen? Zeigen Sie ihm einfach diese Fotos:


Und wenn Ihr Kunde meint, dass die Installation und Inbetriebnahme ebenfalls zu teuer seien, bieten Sie ihm an, dass er direkt meinen Elektriker beauftragt, der diese Installation zu verantworten hat:

24 Januar 2019

Spanisch und Portugiesisch sind zwei völlig unterschiedliche Sprachen!

Das hatte ich bis heute anders gesehen. Aber mir wurden die Augen geöffnet und meine Ignoranz wurde mir schmerzhaft bewusst. Hatte ich doch bisher treudeutsch vermutet, unterstützt durch zwei Jahre in Mexiko, ausgedehnte Geschäfts- und Urlaubsreisen in alle südamerikanischen Länder und Besuche der iberischen Halbinsel und bis heute 35 Jahre Brasilienaufenthalt, dass sich die Sprachen nicht nur ähneln, sondern in weiten Bereichen sogar praktisch identisch sind.

Aber dann las ich diese Überschrift eines Artikels von ALICIA GONZÁLEZ in der Zeitung EL PAÍS:



Wegen meiner wohl kümmerlichen Sprachkenntnisse ließ ich GOOGLE übersetzen: Bolsonaro ermutigt die Führungskräfte von Davos, in das neue Brasilien zu investieren

In der Ausgabe für Brasilien steht der identische Artikel, doch mit einer anderen Überschrift:


Auch hier hilft GOOGLE und übersetzt: Bolsonaros kurze Rede enttäuscht in Davos

Nochmal zum Mitschreiben, ein und derselbe Artikel von derselben Verfasserin (gendergerecht!!!) wird  in Brasilien mit der Überschrift

Bolsonaros kurze Rede enttäuscht in Davos 

verteilt und in Iberoamerika unter der Überschrift

Bolsonaro ermutigt die Davos-Führungskräfte, in das neue Brasilien zu investieren 

dargeboten.

Wer spinnt jetzt eigentlich? Sicher sind es nicht die Römer! Und da wundern sich die Leute, dass Brasiliens Präsident eine Pressekonferenz kurzerhand abbläst? Ein Mensch (ja, Bolsonaro ist auch das!), der - geschwächt durch eine lebensgefährliche Messerverletzung, verursacht durch den Mordversuch eines ehemaligen PSOL-Mitgliedes, also einer linksradikalen Partei - nächsten Montag eine weitere Operation in São Paulo über sich ergehen lassen muss und trotzdem die beschwerliche Reise nach Davos auf sich genommen hat. Ein Mensch, der geschwächt stehend eine kurze Rede hielt und deshalb von der Presse niedergemacht wurde, obwohl er (nur!) drei Minister (im Gegensatz zu seinen PT-Vorgängern) dabei hatte, die weder Rede noch Antwort schuldig blieben. Ein Präsident, der sich auf die große Linie beschränkte und die Details den Fachministern überließ. Und ein Redner, der sich die Worte "Man kann über alles reden, nur nicht über eine 10 Minuten" von Kurt Tucholsky zu eigen gemacht hatte. Und ein Präsident, der seine Mitbürger nicht dadurch düpierte, dass er in Davos zu den beabsichtigten Reformen detaillierte Erklärungen abgab, bevor er diese in Brasilien den Betroffenen erläutert hatte.