19 Juli 2014

Deutschland hat viele Freunde

und Dilma sorgte dafür, dass keiner die harmonische Stadiumsatmosphäre beim Endspiel der WM 2014 trüben konnte:
Quelle
Wir haben übrigens wirklich viele Freunde, ich habe nämlich bisher keinen Brasilianer getroffen, der uns nicht zum vierten Stern gratuliert hat und den Rest sagt uns eine BBC-Umfrage: "24-country poll for BBC World Service: Germany has kept its position as the most positively viewed country, with 60 per cent worldwide giving it positive Ratings." Und zu unseren Bewunderern gehören viele brasilianische Kommentatoren, die ihre Landsleute (und vor allem ihre gewählten Volksvertreter und Regierungsmitglieder) jetzt unverblümt auffordern, Deutschland nicht nur als Vorbild für den Fußball zu betrachten, sondern auch in anderen Bereichen! Als da sind Gesundheitswesen, Logistik, Produktivität usw.; Bereiche, die manchmal in Deutschland kritisiert werden, von deren Standard aber Brasilien noch weit entfernt ist. Wir sollten diese Chance wahrnehmen. Wenn wir ohne Überheblichkeit versuchen, Brasilien zu helfen, können wir die hiesigen Mängel in Geschäftschancen ummünzen!

Andere sehen das ähnlich:"Patrik Heider, Vorstand des Planungssoftware-Anbieters Nemetschek, will mit seinem Unternehmen vor allem im Ausland wachsen. In den Schwächen lateinamerikanischer Länder sieht er die größten Chancen." Lesen Sie den ganzen Artikel in der WELT.

Andere Stimmen zum "Tag danach":
Von der Realität eingeholt
"Die Unzufriedenheit ist groß," so Stausberg. "Die Mittelschicht ächzt unter den hohen Verwaltungskosten und Steuern." Brasilien sei international nicht wettbewerbsfähig. Vor den Wahlen im September bleibe der Politik nur wenig Zeit, darzustellen, was sie wolle. Außerdem sei Präsidentin Dilma Roussef bei Weitem nicht so beliebt wie ihr Vorgänger Lula: "Sie ist sehr autoritär und hat nicht die Liebenswürdigkeit von Lula."
Eine gewisse Apathie wird Brasilien befallen
"Die Stimmung kippt bestimmt. Ich glaube, es wird eine große pessimistische Stimmung das Land erfassen, die auch schon vor der WM da war. Die ist durch die WM etwas aufgelöst worden, auch durch die brasilianischen Erfolge. Aber diese pessimistische Stimmung heißt nicht unbedingt, dass große Unruhen ausbrechen. Ich glaube das nicht. Ich glaube eher, dass eine gewisse Apathie das Land befallen wird. Wie gesagt: Pessimismus, schlechte Stimmung ja, aber diese Unruhen, die man gestern gesehen hat, gestern Abend im Fernsehen, oder heute in den sozialen Netzwerken, sind eher Attacken von Frustration und Wandalismus. Es sind keine politischen Proteste."

Und das letzte Wort soll ein Brasilianer haben:
Sind diese Jungs wirklich aus Deutschland?
"Das Sahnehäubchen für uns Brasilianer lieferte das Team natürlich mit dem Sieg über unseren Erzrivalen Argentinien im Finale von Maracana. Hätte Argentinien gewonnen, es wäre die ultimative Demütigung für uns geworden. Ein Trauma, so schlimm wie das von 1950. Wir sind den Deutschen also in vielerlei Hinsicht dankbar. Und daran ändert auch der "Gaucho-Dance" nichts, den sie bei ihrer Jubelfeier in Berlin aufführten. In Brasilien stört so etwas niemanden, alleine schon deswegen, weil für uns jeder Tanz ein Ausdruck von Lebensfreude ist. Und solche kleinen Frotzeleien gehören doch im Fußball dazu."

Vielen Dank vor allem für die letzten Sätze, die sich der sich fremdschämende FAZ-Kommentator, der ganz anders über den Tanz schrieb, hinter den Spiegel stecken sollte. Ich lese ab jetzt DIE WELT! Da findet man solche Beiträge nicht: "Die Siegesfeier am Brandenburger Tor wird zum gigantischen Eigentor. Mit einer üblen Persiflage auf ihren Finalgegner verspielen die deutschen Weltmeister das Image der weltoffenen, toleranten Nation." Also, lieber FAZ-Schreiber, nicht immer für die anderen denken, das machen diese schon selbst. 

16 Juli 2014

Flugpreise in Absurdistan

Diese Anzeige schickte Lufthansa heute:
Wenn das für eine deutsche Fluggesellschaft, die nicht für ihre Niedrigpreise bekannt ist, möglich ist, warum kostet dann ein Flug mit einer brasilianischen Gesellschaft von São Paulo nach Rio und zurück, jeweils die Stadtflughäfen benutzend, so viel mehr?

Eigentlich war es ein günstiger Flug, umgerechnet 218,32 €, da hätte ich mich nicht beklagt. Aber am Tag des Fluges spielte Deutschland gegen Brasilien und meine Geschäftspartner in Rio baten um eine Terminverschiebung. Die kostete dann zusätzliche 456,50 €, also hat der Flug hin und zurück insgesamt 674,82 € gekostet.

war die Gesellschaft, mit der ich flog; abgesehen vom Preis habe ich aber keine Beschwerde, effizientes und höfliches Personal, ein sauberes und einigermaßen bequemes Flugzeug, was pünktlich losflog und ankam und das sogar vom vorgesehenen Flugsteig - bei der TAM steht in Congonhas häufig ein Flugsteig auf der Bordkarte, der so weit wie irgend möglich vom tatsächlich benutzten entfernt liegt.

15 Juli 2014

WM-Nachlese




Beitrag von Wellington Fernando:




Und darüber gibt es offensichtlich unterschiedliche Meinungen:
SO GEHEN DIE GAUCHOS...
Ein Kommentar sagt "Erst gebückt, dann aufrecht jubelnd: Bei der Weltmeister-Party in Berlin erlauben sich die deutschen Spieler einen kleinen Scherz auf Kosten des unterlegenen Finalgegners Argentinien.", ein anderer "Die Siegesfeier am Brandenburger Tor wird zum gigantischen Eigentor. Mit einer üblen Persiflage auf ihren Finalgegner verspielen die deutschen Weltmeister das Image der weltoffenen, toleranten Nation.".

14 Juli 2014

Des einen Freud ist des anderen Leid

Unsere Kanzlerin ist an ihrer roten Jacke immer leicht erkennbar

Zu schwer oder mürrisch von Natur aus?

Löw ist vor und während der WM kritisiert worden, aber der Erfolg hat jetzt sicher viele Väter!

Der Rücktritt von Felipão ist heute angenommen worden, trotzdem hat er diese Karikatur nicht verdient,  viele andere Mannschaften sind auch ausgeschieden (allerdings nicht nach einem 7:1 und mit 5 Sternen auf der Brust)

PFLICHTÜBUNG: "Für den Kapitän, ohne Zuneigung."
"LOGE: Während die Kanzlerin Angela Merkel und der deutsche Präsident Joachim Gauch feiern, bleibt Dilma  im Augenblick des des deutschen Tors mürrisch"

13 Juli 2014

Noch kann ich lachen!

Aber als Optimist glaube ich an den vierten Stern, den unsere Mannschaft sich heute sichern wird!


Die Unterstützung der Brasilianer haben wir, wie diese E-Mail von heute zeigt:

"Hi guys, Naumann knows it very well, today 99% of the Brazilian people are Germany since they where born.
A world cup in Brazil cannot be won by Argentina, Never. Cheers"

Und das Resultat bestätigte meinen Optimismus, das 1:0 hat für den vierten Stern gereicht!

12 Juli 2014

Wie gut, dass viele Brasilianer ihren Humor nicht verloren haben!

Obwohl, diese Zuschrift eines brasilianischen Freundes sieht mehr nach Galgenhumor aus:
Übersetzt: 
Der Einzige, der uns dieses 7 zu 1 vergessen lassen kann, ist ein Deutscher: Alzheimer.

Eine weitere Zuschrift (auf Englisch, weil sie in Kopie nach Deutschland ging):

Hello,

the German population suddenly increased  in 200 million people. It is amazing....

We will be all together with you next sunday.

Good luck.

Vorher schrieb dieser brasilianische Bekannte:

Good Morning;

The President Dilma has us forbidden to talk about football today. Rssssss 

Good luck to Germany now!!!!

Und das schrieb die internationale Presse zum Debakel der brasilianischen Weltmeistermannschaft nach der 3:0 - Niederlage gegen die Niederlande: WM BRASILIEN

09 Juli 2014

Aufstehen, Staub abschütteln und weiter geht's

meinte die Präsidentin Brasiliens nach der historischen Niederlage der brasilianischen Nationalelf, die die grösste der letzten 100 Jahre bzw. seit dem Bestehen der Nationalmannschaft ist. Hoffentlich hält sie sich an ihren eigenen Rat, denn jetzt sollten Brasiliens Politiker, die sich nicht mehr eines sechsten Weltmeistertitels wahlkämpferisch bedienen können, lieber an die Lösung echter Probleme herangehen. Und es bleibt viel zu tun, wie ein Vergleich der BRICS-Staaten, die sich zur Zeit in Brasilien zu einer Konferenz treffen, zeigt:
Gestern sagte übrigens ein Kriminalberichterstatter im brasilianischen Fernsehen sinngemäß, dass es gut sei, dass Brasilien verloren habe, dann könne wenigstens kein Politiker auf der erwarteten Siegeswelle zum Wahlsieg geschwemmt werden. Diese Meinung hatte ich vorher schon vielen Brasilianern gehört. Gestern noch bekam ich diese E-Mail von einem brasilianischen Bekannten: "It was a disaster but a deserved and foreseen one, a team playing against a bunch of assholes!! Congratulations"

Der erwähnte Kriminalberichterstatter sprach gestern über einen Brand im Südteil São Paulos, dem mindestens 20 Busse zum Opfer fielen, damit wurden in diesem Jahr in unserer Stadt bereits 113 Busse abgefackelt gegenüber 65 im ganzen Vorjahr. Der aktuelle Brand begann kurz nach der Niederlage Brasiliens, steht aber laut Polizei in keinem Zusammenhang zum Spielergebnis.

08 Juli 2014

Heute spielt Brasilien gegen Deutschland im Halbfinale der WM!

Und so sieht man das in Deutschland! Hoffentlich heisst es nach dem Spiel nicht "Hochmut kommt vor dem Fall!". Warten wir's ab!



Wie sagt man als höflicher Mensch in Brasilien?

Das Abwarten hat sich gelohnt, 7:1 für Deutschland! Lesen Sie die Kommentare!

Deutsche Firmen erwirtschaften mit 250.000 lokalen Mitarbeitern 10 % des BIP Brasiliens!

Das sind Fakten, die über die schlechten Nachrichten zu Kriminalität und Bürokratie in Brasilien leider oft vergessen werden. Ein sehr guter Artikel vom 8.7.2014 mit dem Titel Rivalität nur auf dem Rasen – Brasilien und Deutschland verdreifachen Handelsvolumen in zehn Jahren lässt Hoffnung aufkeimen, dass auch positive Nachrichten gute Nachrichten sind, die es sich lohnt, zu verbreiten. Wer diesen Artikel liest und anschließend keine Lust hat, mit und in Brasilien Geschäfte zu machen, dem ist nicht zu helfen! Hier eine Leseprobe:

"Eine stabile Beziehung
“Brasilien ist ein sehr empfängliches Land”, bestätigt Erik Boettcher, Administrativ-Direktor der Produktkontrolle bei BAYER, dem Chemie-Konzern, der seit 118 Jahren in Brasilien sitzt. “Unser Unternehmen hat schon sehr früh an das Potenzial Brasiliens geglaubt, schon vor mehr als hundert Jahren, und wir haben uns kompromittiert, für eine zunehmend solidere Präsenz zu investieren“.

Die Firma BAYER präsentierte im Jahr 2003 ein Wachstum von 24% in Brasilien – der viertgrösste Markt der Unternehmensgruppe auf unserem Planeten. Der Gigant investierte zirka R$ 200 Millionen (fast 70 Millionen Euro) im vergangenen Jahr, und aus seiner Fabrik in São Paulo wurden zirka zwei Milliarden Tabletten in 42 Länder Lateinamerikas und Asiens exportiert.

“Die Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland stehen auf einem stabilen Fundament, und sie sind kontinuierlich am wachsen”, das bestätigt Ingo Dietz, Direktor für institutionelle Beziehungen der ALLIANZ, der grössten Versicherungsgruppe Europas. “Das Land wird sich in den kommenden Jahren für viele Möglichkeiten öffnen, und wir werden zusammenarbeiten für eine bessere Zukunft“.

Brasilien steht für 61% der gesamten Einnahmen der ALLIANZ in Lateinamerika, und das Unternehmen kündigte im Jahr 2013 die grösste Vereinbarung von “naming rights“ an, die je in diesem Land geschlossen wurde: Für R$ 300 Millionen (100 Millionen Euro) wird die ALLIANZ das Stadion vom Palmeiras-Club umtaufen – über eine Laufzeit von zwanzig Jahren. Das Stadion befindet sich in der Westzone der Stadt São Paulo und dürfte im zweiten Semester übergeben werden."

Quelle: Brasilienportal *****

Vorurteile

über die Sauberkeit verschiedener Nationalitäten gibt es auch in Brasilien und einige europäische Nationen kommen, was das Duschen und bei Frauen die Achselenthaarung angeht, nicht gut weg. Aber Schwamm :-) drüber, Fakten dazu finden Sie unter Große Studie zum weltweiten Duschverhalten von Grohe, und diese Firma muss es ja wissen! Der Hinweis dazu kam übrigens von meinem Projektpartner Harald Sterzinger aus Gärtringen.

05 Juli 2014

Heimlich, still und leise

dringen die Chinesen in Brasilien in wichtige Wirtschaftsbereiche vor. Nach dem sie auf Messen gar nicht heimlich, sondern sehr gut sichtbar, durch viele, viele - wenn auch meist kleine - Stände Anwesenheit zeigen, geht es jetzt um Grösseres. Am 17. Juli 2014 werden wir mehr wissen, an diesem Tag wird es eine Erklärung der Staatsoberhäupter Xi Jinping und Dilma Rousseff zum Abschluss des Staatsbesuches des chinesischen Präsidenten geben. Was können wir erwarten? Mit Sicherheit hohe Investitionen aus dem Reich der Mitte in die prekäre brasilianische Logistikinfrastruktur, speziell in Häfen und Eisenbahnlinien, um Erze und Soja leichter vom Norden Brasiliens über den Panamakanal nach China exportieren zu können und weitere, um über chinesische Unternehmen, vornehmlich aus dem Sektor Informationstechnologie und Schwertransport, in Brasilien vor Ort "mitzumischen", wozu die chinesische Entwicklungsbank bereits mit unserer BNDES verhandelt. Am 13.7. will unser chinesischer Freund übrigens an der Seite Dilmas das WM-Endspiel ansehen. Über dieses Ereignis fast vergessen, findet in Fortaleza ein BRIC-Gipfelgespräch statt, verbunden mit einem Treffen mit den UNASUL- und CELAC-Ländern.

Also, wer künftig in Mapitoba (Maranhão, Piauí, Tocantins und Bahia) Geschäfte machen will, sollte neben Portugiesisch auch Chinesisch beherrschen!

祝你好運在巴西的業務!Viel Glück bei Ihren Geschäften in Brasilien! Boa sorte no seu negócio no Brasil!

04 Juli 2014

Vamos Brasil!

1:0 in der 7. Minute, obrigado Silva! Continue assim!








Wird's einen sechsten Stern geben?
2:0 durch David Luiz in der 69. Minute! Damit wird am Dienstag wohl Brasilien gegen Deutschland spielen!
Nur noch 2:1, in der 78. Minute trifft der Kolumbianer Rodriguez beim Elfmeter!
Und das ist auch das Endergebnis, also Brasilien gegen Deutschland, der fünffache gegen den dreifachen Weltmeister im Halbfinale!

AUF GEHT’S DEUTSCHLAND!

1:0 für Deutschland; merci, Monsieur Hummels!






03 Juli 2014

Neuerscheinung: Business-Guide Brasilien


Das Kapitel "Facetten des Imports" stammt von mir. Dieses Thema ist seit Jahren der Spitzenreiter unter meinen Posts in BRASILIEN AKTUELL. Ein anderes, ebenfalls sehr wichtiges Thema wurde von RA Moritz bearbeitet, nämlich das Einstellen, Beschäftigen und Ausstellen von Arbeitnehmern in Brasilien, dem Land mit den wohl meisten Arbeitsgerichtsprozessen der Welt. Bei AMAZON können Sie das Buch in Kürze kaufen.

02 Juli 2014

Hubschraubereltern

werden Väter und Mütter genannt, die ihre Sprösslinge überbehüten. Das Gleiche gilt für Regierungen, die dies mit ihren Lieblingsbranchen machen bzw. mit den Wirtschaftszweigen, bei denen sich - nach Ansicht der Regierung - zuviel Wettbewerb von außen negativ (auf die Wähler der Regierungspartei) auswirken könnte. Mit Fug und Recht kann die Regierung Brasiliens heute als Hubschrauberregierung bezeichnet werden, die die Autoindustrie des Landes sorgsam von den Winden aus dem Ausland abschirmt.

Trotzdem ist Brasilien weltweit die Nummer 7, was die Autoproduktion angeht. Trotzdem deshalb, weil wir - ohne die genannte Protektion - mehr machen könnten. So exportieren wir zwar Autos, unser Rang im Weltmaßstab ist aber nur die Nummer 21, nur 15 % unserer Autoproduktion wird exportiert, weil wir nicht wettbewerbsfähig sind. Warum sollten wir uns auch anstrengen, gute und preiswerte Autos zu bauen, wenn die einheimischen Fahrzeuge anstatt 7 nur 3 % IPI zahlen, während bei importierten Fahrzeugen 30 % IPI zusätzlich zur normalen Besteuerung aufgeschlagen wird?

Ein weiteres Problem war / ist der Wechselkurs:

Solange der Real überwertet war, kauften sich die Brasilianer auch gerne mal einen Importwagen und machten so der einheimischen Industrie das Leben schwer. Auf der anderen Seite war es einfach, Autoteile zu importieren und billiger, als sie lokal zu kaufen. Was einigen Zulieferern das Leben oder die Selbständigkeit kostete, trotz der local content - Vorschriften. Selbst heute mit einem einigermaßen "normalen" Wechselkurs sind im Lande hergestellte Produkte bis zu 30 % teurer als importierte, wegen der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit. Dies wird sich hoffentlich ändern, z.B. durch den schon spürbaren Mehreinsatz von Robotern in der Montage, beim Schweißen und Lackieren. Aber es bleibt viel zu tun (sagte Esso und packte den Tiger in den Tank), denn bei jährlich 3,7 Millionen produzierter Fahrzeuge in Brasilien und 136.000 Mitarbeitern der Fahrzeugbranche kommen wir auf nur 27 Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr. Mexiko baut nur 2,7 Millionen Fahrzeuge, aber mit 51.000 Mitarbeitern, kommt also auf 53 Autos pro Mitarbeiter und Jahr, also ca. doppelt soviel. Und die USA bauen 11 Millionen Fahrzeuge mit 178.000 Mitarbeitern, erreichen also 62 Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr. Der Exportquote von 15 % in Brasilien kann Mexiko 71 % entgegensetzen (wegen der USA als Abnehmer), während die USA auf 25 % kommen.

Also hoffen wir auf den frischen Wind des Wettbewerbes und dass die Regierung ihn in's Land lässt!

28 Juni 2014

Presseschau Brasilien (vor der Zitterpartie gegen Chile)

Investitionen in Mobilität und Hochwasserbekämpfung
27.06.14
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat am vergangenen Donnerstag (26.06.) neue Investitionen im Rahmen des Wachstumsbeschleunigungsprogramms PAC 2 (Programa de Aceleração do Crescimento) zur Verbesserung der städtischen Mobilität in São Paulo und für […] Weiterlesen...

Präsidentin verabschiedet neuen Bildungsplan
27.06.14
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat am vergangenen Donnerstag (26. Juni) ohne Vetos den Nationalen Bildungsplan PNE (Plano Nacional de Educação) verabschiedet. Der Gesetzestext dazu hatte vier Jahre lang im Nationalkongress […] Weiterlesen...

Realeinkommen ist im Mai gesunken
27.06.14
Mindestens 2,26 Millionen Menschen, die in sechs Metropolregionen Brasiliens leben, waren im Mai ohne Arbeit, wie aus der aktuellen Untersuchung zur Beschäftigungssituation hervorgeht. Die Untersuchung wurde am vergangenen Mittwoch (25.6) von der staatlichen Stiftung zur Datenanalyse und […] Weiterlesen...

WM: Teils massive Preiserhöhung an Spielstätten
27.06.14
Die Weltmeisterschaft führt an Spieltagen zu drastischen Preissteigerungen in Stadiennähe. Eine Erhebung der Zeitung Globo G1 zur Preisentwicklung von Dienstleistungen im Umfeld der Stadien ergab Anstiege bis zu 500 Prozent. Gemessen wurden die Preise von Bier, Erfrischungsgetränken, […] Weiterlesen...

Zentralbank verzeichnet positive Handelsbilanz im Juni
26.06.14
Die brasilianische Zentralbank BC (Banco Central) hat in der vergangenen Woche einen Nettoabfluss des Dollar im Land in der Größenordnung von 462,5 Millionen US-Dollar registriert. Mit diesem Ergebnis blieb das positive Saldo der Zu- und Abflüsse […] Weiterlesen...

Brasiliens Regierung plant Fifa-Kritik: Mittelmäßig bis schlecht
26.06.14
“Als Ausrichter der WM steht Brasilien in der Kritik. Nun will die Regierung die Fifa öffentlich kritisieren – auch, um von eigenen Verfehlungen abzulenken.” (taz.de) Mehr auf der Internetseite […] Weiterlesen...

CMN: neue Kreditlinie für Familienlandwirtschaft
26.06.14
Der nationale Währungsrat Brasiliens CMN (Conselho Monetário Nacional) hat am vergangenen Mittwoch (25.06.) eine neue Kreditlinie im Rahmen des Programms zur Stärkung der Familienlandwirtschaft PRONAF (Programa Nacional de Fortalecimento da Agricultura […] Weiterlesen...

Geplatzter Terminplan frustriert Regierung
26.06.14
Der Chef-Minister des Generalsekretariats der Präsidentin, Gilberto Carvalho, beklagt, dass ein Teil der für die WM geplanten Bauarbeiten zur Verbesserung des Verkehrs in der Stadt nicht rechtzeitig zum Beginn der Veranstaltung fertiggestellt werden konnten. Nach […] Weiterlesen...

100.000 Stipendien für ein Studium im Ausland
26.06.14
Die brasilianische Regierung legt ihr Stipendienprogramm für Studienaufenthalte im Ausland, Ciência sem Fronteiras, zum zweiten Mal auf. Insgesamt 100.000 Stipendien sollen zwischen 2015 und 2018 an brasilianische Studierende gehen. Dies teilte die brasilianische Regierung […] Weiterlesen...

Weniger Proteste während der WM
25.06.14
Die WM läuft und die Zahl der Demonstrationen in Brasilien ist in den ersten zwölf Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft um 39 Prozent gesunken im Vergleich zu den zwölf Tagen vor der Veranstaltung. In den wichtigsten Städten der größten Metropolregionen des […] Weiterlesen...

Mehr als 6000 Beamte von Sperre bedroht
25.06.14
Der Präsident des höchsten Wahlgerichts in Brasilien (Tribunal Superior Eleitoral), Minister Antonio Dias Toffoli, hat am vergangenen Dienstag (24.6) eine Liste mit 6.600 Namen von öffentlichen Beamten erhalten, deren Konten vom […] Weiterlesen...

Fußball-WM in Brasilien: Die Fifa gewinnt immer
25.06.14
“Verschwendung und Profitgier? Vehement weist die Fifa alle Vorwürfe zurück. Doch während Brasiliens Steuerzahler Milliardenkosten stemmen, spült die WM weitere hohe Gewinne auf die Konten des Weltverbands.” (spiegel.de) Mehr auf […] Weiterlesen...

São Paulo: Willkommen in der Vorhölle
25.06.14
“Wer in Lateinamerika Geschäfte machen will, kommt an dem Moloch São Paulo nicht vorbei. Es ist der wichtigste Außenposten der deutschen Wirtschaft, größer als New York oder Shanghai. Keiner will dort leben. Jeder will nur überleben.” (manager-magazin.de) Mehr auf der Internetseite des […] Weiterlesen...

Überbrückungskredit für Autobahnen
25.06.14
Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social) hat dem Vertragshändler für zentrale Autobahnen in Brasilien CONCEBRA (Concessionária das Rodovias Centrais do Brasil S.A.) für die Instandsetzung […] Weiterlesen...

WM wirkt sich positiv auf Tourismus Brasiliens aus
25.06.14
Laut Tulio Maciels, Leiter der Wirtschaftsabteilung der brasilianischen Zentralbank (BC), beeinflusst die kürzlich eröffnete Ausstellung über Brasilien zur Fußball-WM die Tourismusbranche positiv: „Ohne Zweifel stellt die Ausstellung über die Naturschönheiten […] Weiterlesen...

Wirtschaftswachstum sinkt voraussichtlich weiter
24.06.14
Zum vierten Mal in Folge haben brasilianische Finanzinstitute den Wert für das geschätzte Wachstum der Wirtschaft Brasiliens für das laufende Jahr reduziert. Laut Angaben des Wirtschaftsanzeigers „Focus“, eine wöchentliche Umfrage von Marktanalysten, die von der brasilianischen […] Weiterlesen...

WM-Gefahrenbericht geht von Anschlag auf US-Team aus
24.06.14
Vor Beginn der Fußball-WM hat sich der brasilianische Geheimdienst nicht nur auf normale Demonstrationen und Chaos an den Flughäfen vorbereitet, sondern auch auf einen möglichen Anschlag auf das Fußballteam der Vereinigten Staaten von Amerika. Laut einem Bericht des Geheimdienstes […] Weiterlesen...

Alstom Brasilien soll zerschlagen werden
24.06.14
Die Staatsanwaltschaft von São Paulo hat gegen den Berater des Gerichtshofs von Sao Paulo, Robson Marinho, und sieben weitere Personen Anklage wegen Fehlverhalten im Amt eingereicht und fordert das Gericht auf, das Unternehmen Alstom Brasil Energia e Transporte Ltda. zu […] Weiterlesen...

SPON: Satellitenbild der Woche: Wie der Mensch die Erde zersiedelt

Ein sehr interessanter Artikel, der uns São Paulo (Die "Vorhölle" für mindestens einen Journalisten, vielleicht mit Dante verwandt?) aus ungewohnter Perspektive und errechnet aus Radarimpulsen, zeigt:
SPIEGEL ONLINE vom 26.6.2014

26 Juni 2014

Krieg der Welten

nannte H. G. Wells sein 1898 publizierte Buch, welches dem heutigen Publikum wahrscheinlich mehr durch den Film von Spielberg mit Tom Cruise von 2005 bekannt ist. Darin geht es um Marsbewohner, die die Erde überfallen und mit denen keine Verständigung möglich war. So fremdartig, wie sich hier Marswesen und Erdlinge gegenüberstanden, so fremd stand wohl der Autor von SÃO PAULO - Willkommen in der Vorhölle der von ihm beschriebenen Stadt gegenüber. Eine Leseprobe: Wer in Lateinamerika Geschäfte machen will, kommt an dem Moloch São Paulo nicht vorbei. Es ist der wichtigste Außenposten der deutschen Wirtschaft, größer als New York oder Shanghai. Keiner will dort leben. Jeder will nur überleben. Benedikt Heid tut alles, um übersehen zu werden. Wenn der Lateinamerika-Chef des Heidelberger Dosiertechnikspezialisten Prominent morgens zur Arbeit fährt, dann steigt er nicht in eine Firmenlimousine, wie es ihm zustünde, sondern in einen unauffälligen Honda Civic. Der Sicherheit wegen. Wer in São Paulo Mercedes oder BMW fährt, fährt gepanzert. Alles andere wäre lebensgefährlich. Und selbst Heids kleiner Honda parkt nicht irgendwo, sondern hinter einer Sicherheitsschleuse, die in unseren Breitengraden Mitarbeitern von Geheimdiensten vorbehalten ist.

Ich wohne seit November 1978 in São Paulo und bin gerne hier. Ich habe auch einige Jahre in Mexiko-Stadt und in Johannesburg gewohnt und habe alle drei Orte bisher überlebt. Nicht, dass ich mich jemals bedroht gefühlt habe, auch wenn ich die Möglichkeit nicht verneine, dass man zu Schaden kommen kann. Aber in meiner Heimatstadt Berlin wurden schon U-Bahnbenutzer zu Tode geprügelt, in São Paulo noch nicht. Also, liebe Journalisten, seid nicht so negativ und so sensationsgierig, es gibt neben Schattenseiten auch viel Licht in São Paulo! Wie an allen anderen Orten dieser Welt. Und wenn ich so durch Deutschland fahre - heute von Bielefeld über Hannover nach Schweinfurt - und mir die kleinen, verträumten Dörfer ansehe, aus denen wohl manche von diesen Artikelschreibern kommen, dann ist es kein Wunder, dass Ihnen eine richtige Stadt, in die man Berlin, Hamburg und  München hineinpacken kann und immer noch ca. 12.000.000 Menschen benötigt, um die Einwohnerzahl von Groß - São Paulo zu erreichen, gefährlich und als Moloch erscheint. Also, lasst die Kirche im Dorf!

Und möchten Sie dort leben, wo an einer Autobahnraststätte darauf hingewiesen wird, dass beim Reifenwechsel nicht geschummelt wird, dass jährlich 90.000 LKW-Fahrer Opfer eines Überfalls werden und dass der Ort, an dem man sich befindet, videoüberwacht wird?


Sehen Sie, ich auch nicht! Aber da ich weiss, dass nicht alles so heiß gegessen wird wie es gekocht wurde, bin ich trotzdem gerne in Deutschland und habe keine Angst, wenn ich an der Autobahn tanke und einen Kaffee trinke. Bei dieser Gelegenheit sowieso nicht, weil einige Soldaten des ersten Jägerbatallions gerade an diese Tankstelle eine Pause einlegten. Sie spiegeln sich in der Glasscheibe des Warnplakates der Polizei.

Um nicht alle Journalisten über einen Kamm zu scheren, sei zum Schluss ein anderer Bericht mit der schönen Überschrift Offen für Hühnermagen ebenfalls zitiert: Tausende WM-Touristen aus Deutschland reisen durch Brasilien. Die Fanbetreuer sind überrascht, wie gut die DFB-Anhänger in dem Land trotz Sprachproblemen und beschwerlicher Anfahrtswege zurechtkommen. Die Fifa sieht sich sogar zu einer Entschuldigung gezwungen. ... Das "fußballverrückte Land" habe er sich ein wenig anders vorgestellt. Doch die Menschen seien sehr freundlich, von Gefahr für Leib und Leben habe er nichts gemerkt. Dabei sind die Warnungen für Besucher Brasiliens intensiver als für manch anderes Land. Wer all die Sicherheitstipps liest, könnte meinen, hinter jeder Palme stehe ein böser Bube. Die Fanbotschaft hat "praktische Hinweise" auf ein Kärtchen zum Mitnehmen gedruckt. Darunter: Smartphones möglichst nicht auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln verwenden. Keine großen Geldscheine verwenden, wenn es in Bus oder Metro auch Kleingeld tut. Und: Keine Heldentaten und Diskussionen bei Überfällen. Laut Michael Gabriel, Chef der Fanbotschaft, haben sich bislang fünf Deutsche wegen Vorfällen bei einem Konsulat gemeldet. Opfer von kleinen Trickdiebstählen habe es etwas mehr als 20 gegeben. "Das sind überraschend wenig", findet Gabriel, "wir glauben, dass die Leute gut vorbereitet angereist sind." Danke, Herr Hummel, für die ausgewogene Berichterstattung! 

19 Juni 2014

Countdown: 3 Tage und Sie können sich beraten lassen!

Worüber? Brasilien allgemein und Markteintritt und Geschäftsexpansion speziell, aber auch Geschäftsoptimierung bis hin zur Sanierung!
Wann? Ab dem 23. Juni 2014
Wo? In der IHK Essen
Wieviel? Nichts, die Beratung ist kostenlos
Und wenn es terminlich nicht klappt? Dann schicken Sie mir Ihre Fragen oder wir treffen uns im September (16. - 19.9.2014) oder ich besuche Sie


17 Juni 2014

Siscoserv

lässt vielen Leuten in Brasilien, die Dienstleistungen aus dem Ausland in Anspruch nehmen oder für ausländische Kunden erbringen, die Haare vorzeitig grau werden. Ein Lied davon kann die EUROLATINA-Verwaltungschefin Vera Kunze singen, die Sie hier sehen:
In ihren Händen hält sie die "Gebrauchsanweisung" für Siscoserv, die selbst für Anwälte schwer verständlich ist, weil viele Dinge nicht genau definiert oder sehr gut im Inneren dieser voluminösen Bände versteckt sind. Dona Veras Haare sind aber nicht grau, das sei nur hinzugefügt! Aber sie leidet trotzdem im Interesse unserer Kunden unter diesen Vorschriften.