14 Mai 2011

Wettbewerbsfähigkeit

heisst, weniger Steuern zu zahlen und mehr zu produzieren, zu verkaufen und für die Regierung anschliessend mehr Steuern einzunehmen. Das neueste Beispiel, dass dies funktioniert, lieferte Brasilien jetzt. Man ist nämlich sehr daran interessiert, dass Apple-Computer in Brasilien montiert werden, nur hat sich Steve Jobs bisher geweigert, denn Brasilien war als Produktionsstandort einfach zu teuer. Aber jetzt wird das iPad doch hier gebaut, denn sie werden künftig 30 % billiger als bisher sein können durch nationale Fertigung. Das ist keinem Wunder zu verdanken, sondern einer Initiative unserer brasilianischen Regierung. Die sorgte nämlich durch eine Steuersenkung für Wettbewerbsfähigkeit. Anstelle 15 % fallen künftig nur noch 3 % IPI (Industrialisierungsteuer) an und (in São Paulo, weil es sich um eine Landessteuer handelt) nicht mehr 18 % ICMS (Warenumlaufsteuer), sondern nur noch 7 %. Es geht also, wenn man will. Was, nebenbei bemerkt, zeigt, wie unsinnig das frühere Informatikgesetz war, welches es ausländischen Unternehmen verbot, sich in Brasilien mit Digitaltechnik zu befassen. Man hoffte dadurch, diese zwingen zu können, ihre Technologie an brasilianische Unternehmen zu übergeben. Was natürlich nicht geschah. Durch den Wegfall dieses Gesetzes kann jetzt die chinesische Foxconn das iPad in Brasilien ab Juli in Jundiaí montieren. Ob aber deshalb Foxconn tatsächlich, wie durch unsere Präsidentin angekündigt, 100.000 Arbeitsplätze schaffen und 12 Mrd. US$ in Brasilien investieren wird, ist mehr als fraglich und zeigt nur, dass auch Regierungen nicht immer den Sachverstand haben, den man sich für wirtschaftliche Entscheidungen wünscht.

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