Posts mit dem Label Brasilien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Brasilien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

01 August 2020

BRASILIENS LANDWIRTSCHAFT SCHONT DIE UMWELT

So sieht sich Brasilien bzw. das Landwirtschaftsministerium: 



23 Juni 2020

WAS KANN EUROLATINA FÜR SIE IN BRASILIEN TUN?

22 Dezember 2006

Fröhliche Weihnachten...

... oder sollte ich lieber sagen "Prost Mahlzeit"? Nachdem der brasilianische Luftverkehr nicht nur vor dem Kollaps stand (steht?), sondern auch die Parlamentarier beider Häuser (erfolglos) versuchten, ihre Bezüge im Handstreich (hier wird oft der Begriff "Blitz" in Anlehnung an die "Blitzkriege" benutzt, merkwürdig, daß man diesmal nicht darauf zurückgriff) zu verdoppeln und außerdem unser lieber Staatspräsident von über 70 % der Befragten bescheinigt bekam, daß seine Regierung exzellent sei, kann eigentlich von einem fröhlichen Weihnachtsfest nicht die Rede sein.

Das Faß kam zum jetzt Überlaufen, weil das fehlende Tröpfchen auch noch fiel. Wenn Sie kleine und leichte Ware nach Brasilien exportieren wollen, sollten Sie aufmerksam lesen, wie man ein solches Geschäft kaputtrechnet. Einer unserer deutschen Kunden, der Laborgerätekomponenten herstellt, hat über uns einen Kunden in Brasilien gefunden, der seine teuren lokalen Komponenten durch bessere und billigere deutsche ersetzen will. Da die brasilianische Firma kein RADAR-Nummer (Registro e Rastreamento da Atuação dos Intervenientes Aduaneiros) besitzt, welche bei unseren mißtrauischen Behörden Voraussetzung für einen Import ist (da könnte ja jeder kommen und ausländische Ware einführen!), wurde vorgeschlagen, den Import über eine Tradinggesellschaft vorzunehmen. Hier ist die landed cost - Berechnung der Tradingfirma für eine Sendung von weniger als 2 kg:

199,67 € FCA - Wert
+ 180,00 € Luftfracht
= 379,67 € CPT - Wert Flughafen Guarulhos (entspricht 1.083,40 R$)

Darauf kommen 14 % Zoll, 5 % IPI, 1,65 % PIS-PASEP, 7,6 % COFINS und 18 % ICMS (immer kaskadenförmig!), also insgesamt 681,95 R$ Steuern. Und dann noch 40 R$ SISCOMEX-Nutzung, 112,35 R$ AWB-Freigabe, 134,82 R$ Dekonsolidierung, 56,25 R$ INFRAERO - Lagerkosten, 85,00 R$ interne Frachtkosten, 150,00 Abfertigungsgebühren, 561,75 R$ Verwaltungsgebühren, 275,00 R$ SDA (Sindicato dos Despachantes Aduaneiros) und 525,00 R$ Zollabfertigung, also 1.940,17 R$ Gebühren. Das ist noch nicht der Schluß, denn auf Steuern und Gebühren muß noch die sogenannte Schecksteuer CPMF im Wert von 9,96 R$ entrichtet werden, d.h. auf der NOTA FISCAL DE VENDA erscheint ein Wert von 1.878,09 R$ und die Importkosten belaufen sich insgesamt auf stolze 3.828,23 R$!!! Also, was in Deutschland umgerechnet 560,30 R$ kostet, wird in Brasilien 6,8 mal teurer!!!

Klar, daß man diesen Weg nicht gehen kann. Also wurde DHL-Versand angefragt, der Empfänger zahlt dann pauschal in Brasilien 60 % Zoll. Aber DHL will dafür ohne Versicherung 278,11 €, also ein weiterer nicht gangbarer Weg.

Die Lösung war der Versand per Luftpost für 37,25 €, ohne RADAR und mit 60 % Pauschalzoll, pronto und Punkt!

Verstehen Sie jetzt, warum die meisten brasilianischen Firmen den Import meiden wie der Teufel das Weihwasser? Um unseren Eurolatinakunden in Deutschland trotzdem den Export nach Brasilien zu ermöglichen, haben wir für 2007 schon unsere RADAR-Nummer beantragt und bieten den Import und die Weiterleitung der Ware an den Endkunden unseres Kunden als Dienstleistung an. Warum dies nicht umsonst sein kann, werden Sie jetzt sicher auch besser verstehen!

Trotzdem wünsche ich allen Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Ihr Karlheinz K. Naumann

08 Dezember 2006

FIAT weiterhin auf Überholkurs

Fiat in Betim hat große Pläne, die Fabrik wird 2004 rund um die Uhr funktionieren und man wird dazu 1.200 neue Mitarbeiter einstellen. Mit dieser dritten Schicht kann man nächstes Jahr 50.000 Fahrzeuge mehr als 2005 produzieren, d.h. insgesamt 600.000. 1997 hatte Fiat bereits 619.000 Fahrzeuge hergestellt. Seitdem wurde nur in zwei Schichten gearbeitet.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß der Anteil der Importfahrzeuge in Brasilien Anfang 2006 nur 4,8 % betrug und es per November bereits 10,5 % waren. Bisher sind in diesem Jahr ca. 180.000 Fahrzeuge importiert worden, hauptsächlich aus Argentinien und Mexiko. Der Löwenanteil wurde von den Autoherstellern selbst importiert, nur 6.000 Autos stammen von freien Importeuren. Diese importieren z.B. Fahrzeuge der Marke Porsche oder Ferrari, wobei es dem Endkunden in dieser Preiskategorie sicher wenig ausmacht, daß er 35 % Einfuhrzoll zahlen muß.

Ja, und allein in São Paulo fahren bzw. stehen 5,5 Mio. Fahrzeuge, davon 500.000 Motorräder. Vielleicht sollten die 35 % Zoll auch auf im Lande hergestellte Fahrzeuge ausgedehnt werden? Eventuell reicht bereits die Durchdrückung der TÜV - Freigabe und das rigorose aus-dem-Verkehr-ziehen der Fahrzeuge, deren Halter die Kfz-Steuer nicht gezahlt haben.

Ausländer investieren in Brasilien

Oft gibt es genug Anlaß, Brasilien vorsichtig und kritisch zu sehen, aber glücklicherweise ist Brasillien auch geschäftsmäßig genauso oft eine Quelle der Freude.

Die Bergwerksgruppe Anglo American empfindet dies sicher so, denn in ein einziges Projekt wird sie 1,2 Mrd. US$ hineinstecken. Es handelt sich um das Nickelbergwerkprojekt Barro Alto in Goiás, wo ab 2010 jährlich 36.000 Tonnen Nickeleisen gewonnen werden sollen. Anfang 2007 sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Ich freue mich besonders darüber, weil mein Großvater Bergmann war und ich mich deshalb dem Bergbau verbunden fühle. Allerdings fühlen nicht alle deutschen Firmen, die bei diesem Projekt als Lieferanten und Dienstleister Geld verdienen können, diese Verbundenheit, denn längst nicht alle Firmen, die dafür in Frage kommen, sind in Brasilien präsent. Dabei sind solche Bergwerksprojekte immer langfristig angelegt, so wurde z.B. für Barro Alto ein Nickeleisenerzvorrat von 116,2 Mio. Tonnen festgestellt. Anglo American kann mit diesem neuem Bergwerk seinen Nickelförderanteil in Brasilien von 28 auf 35 % (ab 2011) steigern.

In einem ganz anderen Gebiet investiert die norwegische Norske Skog 210 Mio. US$, um ihre Produktionskapazität an Zeitungspapier in Brasilien zu verdoppeln. Seit 2003 wächst nämlich der Bedarf um 5 % jährlich und um diesen zu decken, wird die Gruppe eine stillgelegte Fabrik von Südnorwegen nach Brasilien verlagern. Der neue Standort wird Jaguariaíva in Paraná sein, wo man 2000 eine Fabrik von Fletcher Challenge gekauft hatte. Nach dem Ausbau wird man dort über eine Kapazität von 385.000 Tonnen im Jahr verfügen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte die Firma in Brasilien ihren Absatz um 28 % steigern. Der Weltmarktanteil der Firma beträgt 13 %. In Südamerika hat man eine weitere Fabrik in Chile.