08 Oktober 2009

Eisenwerk Böhmer in Brasilien

Unser ehemaliges Poolmitglied BÖHMER stellte auf der Gießereimesse in São Paulo aus, hier sehen Sie links den Verkaufschef von Böhmer do Brasil, Paulo Pinheiro, und rechts Wilhelm Erik Böhmer, Geschäftsführer des Stammhauses:
Der Wahlspruch Böhmers CAST TO LAST trifft den Kern, wer nach Brasilien kommt, tut diesen Schritt, um zu bleiben, Eintagsfliegen sind unerwünscht und unangebracht:
Auf dem Stand die komplette Mannschaft: (von links) Paulo Pinheiro, Caetano Martins und Wilhelm Erik Böhmer:
Wieder eine Erfolgsgeschichte des Firmenpools Brasilien / Mercosur der IHK Essen! Übrigens bin ich ab dem 26.10.09 wieder eine Woche in Essen, um in der IHK kostenlos Brasilieninteressierte zu beraten. Wer mit mir sprechen möchte, sollte mit Tobias Slomke, dem Poolbetreuer der Kammer, sprechen, um einen Termin zu vereinbaren. Seine Telefonnummer ist +49 201 189 2244.

CERTUSS auf der Abrafati (Internationale Ausstellung Farben + Lacke)

Der Geschäftsführende Gesellschafter der CERTUSS, Mathias Brauner:

Unser Poolmitglied CERTUSS stellte auf der Abrafati auf dem Stand seines Wiederverkäufers JEMP diesen Dampfgenerator mit (hier unsichtbar) dem zugehörigen Wasseraufbereiter aus:
Herr Gläßer ist für den Vertrieb von Certuss verantwortlich:
Das Typenschild des Dampfkessels:
Die Frau des Jemp - Eigentümers besuchte ihren Stand und zeigte sich zufrieden:
Ihr Mann José Cavalcanti verkauft neben CERTUSS-Erzeugnissen auch andere Anlagen für die Prozeßindustrie:
Verkaufsgespräch auf der Messe, links mit weissen Haaren unser Übersetzer Achim Lang:

São Paulo Boatshow, Beautymesse in Rio


ThyssenKrupp - Rio de Janeiro

Bei ThyssenKrupp auf der größten Stahlwerksbaustelle der Welt, hier wird der Delegation unter Führung der Wirtschaftsministerin von NRW Christa Thoben erklärt, warum das Stahlwerk ausgerechnet in unmittelbarer Nähe Rios gebaut wird, wieviele Menschen hier z.Z.arbeiten (mehr als 20.000) und wie es nach der Fertigstellung aussehen wird. Hinter der Ministerin sitzt das Ehepaar Dolezych. Udo Dolezych ist u.a. Präsident der IHK Dortmund.

Gut behelmt warte ich auf die Abfahrt unseres Busses, Laufen war nämlich aus zwei Gründen nicht drin. Denn erstens ist das Werksgelände schlichtweg zu weiträumig und zweitens wurde bei der sorgfältig geplanten Bereitstellung von Sicherheitsschuhen nicht bedacht, dass die Schuhgrößen in Brasilien zwei Nummern kleiner als die in Deutschland sind.

Dieser Kran auf dem werkseigenen Hafen und seine "Kollegen" sind leider von einem chinesischem Kranbauer geliefert worden. Leider deshalb, weil unser ehemaliges Poolmitglied Eisenwerk Böhmer deshalb erst garnicht gefragt wurde, ob man die zugehörigen Seilrollen und Laufräder aus Stahlguß, die Böhmer auch in Durchmessern über 1.000 mm einbaufertig herstellt, liefern wolle.
Die ganze Gruppe (ohne mich, denn ich bin ja der Fotograf) im Hafen von KruppThyssen.

Die Anlage ist derart groß, dass man die organisatorische Leistung für die Bewältigung einer solchen Baustelle unter vorbildlicher Einhaltung sämtlicher Umweltschutzauflagen nur bewundern kann!

Auch hier ist man versucht, von pharaonischen Anlagen im positiven Sinne zu sprechen.

Die beiden Hochöfen

Und hier kam Eisenwerk Böhmer doch noch zum Zuge, denn die Brückenkräne wurden von der brasilianischen Bardella geliefert, die wiederum in Deutschland bei Böhmer einkaufte. Die Laufkatze wiegt übrigens 550 to!!! Böhmer hat in der Zwischenzeit ein Unternehmen in Brasilien und verkauft direkt an seine brasilianischen Kunden.

Das Verwaltungsgebäude

Feuerwerker warten auf den Abflug des ThyssenKrupp-Hubschraubers.

Hier ist er in seiner voller Schönheit.

Blame it on Rio

Yachthafen von Rio mit der Christusstatue im Hintergrund


Der Zuckerhut mit einem waghalsigen Kletterer


Der Stadtflughafen mit der Niteroibrücke im Hintergrund

Blick vom Zuckerhut auf den Yachthafen, Corcovado und links ansatzweise der Strand von Cobacabana

Copacabana

Jetzt wissen Sie auch, warum mein Blog so sträflich vernachlässigt wurde, ich war nämlich nicht nur auf vier Messen, sondern nahm auch am brasilianischen Teil einer von der IHK Essen organisierten NRW-Delegationsreise teil, die sehr erfolgreich war. Diese Bilder zeigen einen sehr angenehmen Teil dieser Reise, der uns an einem Sonnabend auf den Zuckerhut brachte, wo ich diese Fotos hier schoß.

04 Oktober 2009

Rio im Olympiarausch!

Aber es gibt auch andere, weniger erfreuliche Rauschzustände und von diesen ist nicht nur Rio, sondern unter anderen Städten auch São Paulo betroffen. Diese erschreckende Karte zeigt, wo welche Mengen an Rauschgift von der Polizei 2009 (das ist eine Vermutung von mir, denn im Text wird kein Zeitraum genannt) in São Paulo beschlagnahmt wurden. Laut Überschrift der Graphik (O Estado de São Paulo von heute) machen diese Mengen nur ca. 5 bis 10 % des Konsums aus. Maconha ist übrigens Haschisch, Cocaína natürlich Kokain und Crack braucht nicht übersetzt zu werden.

03 Oktober 2009

Rio ist Olympiastadt!


Lula da Silva (Präsident Brasiliens)

"Endgültig internationale Anerkennung"

"Heute hat Brasilien endgültig die internationale Anerkennung erhalten. Das letzte Vorurteil gegen uns ist gefallen. Wir werden außergewöhnliche Spiele veranstalten. Wer denkt, dass wir nicht die Voraussetzungen haben, wird überrascht werden. In unserer Kampagne waren wir mit Herz und Seele dabei. In unseren Augen konnte jeder heute den Willen sehen, die Spiele nach Rio zu holen. Das hat den Unterschied zu den anderen Kandidaten ausgemacht. Wir sind nicht mehr ein Land zweiter Klasse, sondern eins erster Klasse. Es ist ein Sieg von 190 Millionen Brasilianern, des südamerikanischen Kontinents, ganz Lateinamerikas. Wenn ich heute sterben müsste, wüsste ich, dass es sich gelohnt hat zu leben."

23 September 2009

Moody's zieht nach...

...und vergibt zum ersten Mal den INVESTMENTGRAD an ein Land während der internationalen Finanzkrise. Damit wird Brasilien jetzt von S&P, Fitch und Moody's identisch eingestuft.

Gleichzeitig - wie passend - rutschte der US$ unter 2 R$ und schloss gestern mit 1,7980 R$. Der € - Kurs liegt ebenfalls noch auf einem Niveau, welches den deutschen Exporteur erfreut:
Wenn man sieht, wo er Ende 2008 gelegen hat, kann man nur sagen "sic transit gloria mundi".

19 September 2009

Gute Nachrichten über Brasilien



Hoffen wir, dass die hier gezeigten Tendenzen auch für 2009 gelten.

Brasilien setzt auf "pré-sal"

Damit ist die Exploration und spätere Förderung der Erdöl- und Erdgasvorkommen unter der Salzschicht des Atlantiks vor Brasilien gemeint - in ca. 7 km Tiefe! Dafür ist eine besondere Technik nötig, die z.T. noch entwickelt werden muss. Das Problem ist unsere Regierung, die der Petrobrás Exklusivität bei der Förderung garantieren will und damit den technologischen Fortschritt behindert. Die Informatik kam in Brasilien auch erst zum Durchbruch, nachdem das Informatikgesetz, welches die Beschäftigung mit Digitaltechnik nur brasilianischen Firmen genehmigte, fiel.

Hier eine Aufstellung der größten Erdölvorräte der Welt in Milliarden barrels:
  1. 264,1 Saudi-Arabien
  2. 137,6 Iran
  3. 115,0 Irak
  4. 101,5 Kuwait
  5. 99,4 Venezuela
  6. 79,0 Russland
  7. 43,7 Libyen
  8. 39,8 Kasachstan
  9. 36,2 Nigeria
  10. 30,5 USA
  11. 28,6 Kanada
  12. 27,3 Katar
  13. 15,5 China
  14. 14,7 Brasilien
  15. 13,5 Angola
  16. 12,2 Algerien
  17. 11,9 Mexiko
Immerhin erscheint Brasilien schon in dieser Liste, ist aber noch am unteren Ende und bisher weiss niemand, ab welchem Ölpreis sich die sehr schwierige Förderung der pré-sal - Vorräte lohnen wird. Trotzdem stehen die Lieferanten der Petrobrás schon in der Warteschlange, denn hier sind viele Milliarden US$ - Investitionen angesagt! Und Präsident Lula schwelgt in Phantasien, die ihn jetzt dazu brachten, die Vorhersage zu wagen, dass Brasilien in 15 Jahren die dritt-, viert- oder fünftgrösste Wirtschaftsmacht unseres Planeten sein wird. Aber wer keine Visionen hat und sich nur kleine Ziele setzt, macht auch nur kleine Schritte.

Zum Schluß noch der Hinweis, dass Deutschland auf obiger Liste den Platz 54 einnimmt.

18 September 2009

Interessante Entwicklungen in Brasilien nach der Krise

Das Steueraufkommen sackte ab und erholt sich wieder:
Der Real wird immer stärker, der Dollar damit schwächer, die Devisenreserven stiegen:
Der Anteil der Rohstoffe an den Exporten übersteigt seit vielen Jahren wieder den der Industrieerzeugnisse:

VALE läßt nicht locker und zeigt der Regierung, was eine Harke ist


Lula hat mit seiner Kritik an Vale diese offensichtlich schwer verärgert, denn jetzt erschien eine zweite Anzeige, mit dem Leser gezeigt wird, dass Vale der größte private Investor Brasiliens ist. Die hier dargestellten Fakten:
  • Vale investiert in die Suche nach Naturgas
  • Dafür investiert sie mehr als 2,4 Mrd. R$
  • Und benutzt 26 Explorationsblöcke in vier Bundesstaaten (bzw. in deren Küstenregion)
Ob der Präsident mit seiner öffentlich verkündeten "Leseunlust" dies zu sehen bekommt, ist fraglich.

Leseprobe "Wirtschaftsboom am Zuckerhut"










17 September 2009

Wirtschaftsboom am Zuckerhut




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Der (brasilianische) Spruch des Tages

  • Lutar? Sempre! - Kämpfen? Immer!
  • Ganhar? Às vezes! - Gewinnen? Manchmal!
  • Desistir? Nunca! - Aufgeben? Nie!
Das ist die Einstellung, die man hier braucht, um zu überleben. Gut, dass sie weitverbreitet ist.

Quelle des Spruchs: Aufkleber auf Autorückscheibe (auch gerne hinten auf LKWs aufgepinselt)

Brasiliens Privatwirtschaft weiter auf Internationalisierungskurs

Die Nachricht des Tages betrifft die Gruppe JBS/Friboi, die es geschafft hat, den zweitgrößten Hühnerproduzenten (Kann man eigentlich bei Tieren von Produktion sprechen?) der USA zu übernehmen und mit der Bertin S/A zu fusionieren. Die Gruppe, die vorher schon der weltgrößte Rinderfleischproduzent war, ist jetzt der weltgrößte Verarbeiter von tierischen Proteinen. Ihr Nettoumsatz beträgt 28,7 Mrd. US$, fast zweieinhalb mal so viel wie der der Brasil Foods, wie die fusionierten Firmen Sadia und Perdigão jetzt heißen.

Das ist die Weltrangliste der Verarbeiter von tierischen Proteinen (Nettoumsatz in Mrd. US$):
  1. JBS + Bertin + Pilgrim's Pride: 28,7
  2. Tyson: 28,1
  3. Vion: 12,7
  4. Smithfield: 12,4
  5. Brasil Foods: 12,0
  6. Nippon Meat: 10,4
  7. Danish Crown: 9,4
  8. Homel: 6,7
Die Zahlen sind gewaltig, der neue Weltmarktführer schlachtet z.B. täglich 90.400 Rinder, das sind 8 % der Rinder, die weltweit für einem im menschlichen Sinne guten Zweck ihr Leben geben. Diese Erfolgsgeschichte begann in den 50er Jahren in Goiás mit einem Schlachterladen, aus dem JBS hervorging, die zusammen mit der neuen Hauptstadt Brasília wuchs.




Diese Fotos zeigen Ihnen, was meine Tochter aus dem edelsten Fleischstück der brasilianischen Küche, der Picanha, unter Verwendung eines Salzmantels macht.