13 April 2008

"Sonntagsausflug nach Guarujá" oder "Man kann / soll nicht ständig arbeiten!" Vor allem nicht im schönen Brasilien!
















12 April 2008

Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu!

Dieses Sprichwort ist vielen Interessenten am Firmenpool Brasilien / Mercosur der IHK Essen wohl einigermaßen fremd, denn immer wieder höre ich von Poolinteressenten nach einem Beratungsgespräch, dass man zur Zeit nicht nach Brasilien kommen könne, weil man zu viel zu tun habe, die Auftragsbücher seien voll. Dagegen sprechen mindestens drei Gründe, nämlich:

1.) Ein gut vorbereiter Markteintritt, auch und gerade in Brasilien, kostet Zeit; Sie exportieren ja nicht mal gerade um die Ecke in ein Land, welches Sie schon hundertmal bereist haben und wie Ihre Westentasche kennen.

2.) Ein gut vorbereiteter Markteintritt ist nicht billig, aber wenn Ihre Auftragsbücher voll sind, haben Sie das Geld, um in einen solchen zu investieren.

3.) Wenn die Auftragsbücher leer sind und Sie nicht nur nach Brasilien wollen, sondern müssen, haben Sie weder das Geld noch die Zeit dazu. Und dann muss alles hopplahopp gehen, der Markteintritt wird wegen der Eile nicht gut vorbereitet und bleibt erfolglos oder kostet mehr als nötig.

Hoffentlich bringen diese Gründe wenigstens einige Interessenten dazu, ihre Lage zu überdenken!

Rangliste des Weltbruttosozialproduktes

Die Weltbank hat eine neue Liste aufgrund der Kaufkraftparität, nicht des Wechselkurses, erstellt. Danach hatten die Erstwelt- und die Schwellenländer 2006 zusammen einen Anteil von 41 % am Bruttosozialprodukt von 59 Billionen US$, 2000 waren es nur 36 %. 2006 war die Rangfolge der Länder, gemessen am Bruttosozialprodukt gemäß der Kaufkraft der lokalen Währung der 146 analysierten Länder so:

Billionen US$
13,2: USA
6,1: China
4,2: Japan
2,7: Indien
2,7: Deutschland
2,0: Grossbritannien
1,9: Frankreich
1,8: Russland
1,7: Italien
1,6: Brasilien
1,2: Mexiko
1,2: Spanien

2007 ist Brasilien laut dem IMF um einen Platz nach oben gerutscht und nimmt jetzt den neunten Platz unter den Volkswirtschaften dieser Welt ein.

Kursentwicklung Real - Euro der letzten 3 und 12 Monate


11 April 2008

Bauartikelmesse FEICON 2008 in São Paulo

Ideal für Aussteller, das Holiday Inn - Hotel befindet sich direkt neben dem Ausstellungsgelände von Anhembi:
Novo Friburgo oder Neufreiburg befindet sich in Santa Catarina, der Hochburg der deutschen Auswanderung:
Blick auf die Ausstellungshalle vom Restaurant aus:
Messeeingang, die deutsche Fahne wird nicht nur hier draussen hoch gehalten (wie man sieht, fand parallel zur Baumesse auch die Beleuchtungsmesse statt):
Der Name dürfte Deutschen bekannt vorkommen:
Kurz vor 15:00 war diesmal die Parkplatzeinfahrt noch frei im Gegensatz zu gestern (ich habe trotzdem das Taxi dem eigenen Pkw vorgezogen):
Fixierungselemente war eine der vielen ausgestellten Produktgruppen:
Chinesische Aussteller waren wie auf der von mir vor einigen Wochen besuchte Eisenwarenmesse in Köln stark vertreten:
Weitere chinesische Stände:
Die Schloss- und Beschlagindustrie war zwar vertreten, hält aber einen Vergleich mit der Eisenwarenmesse in Köln noch nicht aus, allerdings habe ich Blum und Hettich, die in Brasilien fabrizieren, nicht auf der Messe gesehen:
Ein weiterer Vertreter der Schloss- und Beschlagindustrie:
Lorenzetti hatte den größten Stand der Messe und ist brasilienweit für Elektroduschen bekannt. Es gibt solche hier jetzt sogar mit Fernbedienung und Temperaturvorwahl:
Werkzeuge, die am Bau gebraucht werden, wurden ebenfalls ausgestellt:
Und der Stand war gut besucht:
Emmeti baut auf ein Produkt, was ein Mitglied des IHK - Firmenpools Brasilien / Mercosur vergeblich versuchte, in Brasilien zu vermarkten, weil man keine Möglichkeit sah, selbst vor Ort tätig zu werden, was manchmal unerlässlich ist:
Es handelt sich um Fussbodenheizungsverteiler (können auch für Flächenkühlung verwandt werden), wobei der Stand dieser Firma zeigt, dass man in Brasilien manchmal erheblich investieren muss, bevor man verkaufen kann:
Schön, wenn man überall auf deutsche Wörter stößt:
Neben Türen wurden auch Kunststoffkippfenster mit Isolierverglasung mit fernbedienten Rollläden gezeigt, die man bisher vergeblich in Brasilien suchte:
Wieder ein bekannter deutscher Name:
Natürliche Ventilation und Beleuchtung ist die Domäne von Delker; thermischer Komfort ist wichtig für die Arbeitsproduktivität:
Und Behaglichkeit (sagt man heute nicht Wellness?) ebenfalls:

Alkoholverbrauch in Brasilien wieder größer als der von Benzin!

Wie man heute in der Zeitung VALOR lesen kann, ist es bereits 20 Jahre her, dass dies das erste Mal geschah. Damals waren Alkoholautos hoch gefragt, heute wieder wegen des günstigen Alkoholpreises und der Flex - Motoren, die beide Treibstoffarten in einem beliebigen Mischungsverhältnis verdauen. Im Februar 2007 wurden 1,432 Mrd. Liter Alkohol und 1,411 Mrd. Liter Benzin getankt. Die Nutzung von Alkohol (álcool hidratado) als Treibstoff nahm per Februar 2008 gegenüber den ersten beiden Monaten des Vorjahres um 56 % zu, während der Benzinverbrauch nur um 2,9 % zunahm und der von Diesel um 11,5 %. Im Januar 2007 wurden 1,520 Mrd. Liter Benzin und 1,088 Mrd. Liter Alkohol (álcool anidro e hidratado) verbraucht. Im Dezember 2007 verringerte sich der Verbrauchsunterschied auf weniger als 100 Mio. Liter mit 1,703 Mrd. Liter Benzin und 1,604 Mrd. Liter Alkohol. Im Januar 2008 betrug der Unterschied nur noch 49 Mio. Liter mit einem Verbrauch von 1,515 Mrd. Liter Benzin und 1,466 Mrd. Liter Alkohol.

Als ich vor 30 Jahren nach Brasilien kam, wurde übrigens am Wochenende kein Treibstoff verkauft und da mein alkoholbetriebener VW - Passat wegen des geringeren Brennwertes von Alkohol gegenüber Benzin nur eine Tankreichweite von 350 km hatte, musste mein Schwager für mich verbotenerweise Alkohol für meine sonntägliche Rückfahrt nach São Paulo horten, wenn ich die Familie meiner Frau in Taquaritinga besuchte. Aber dieses Delikt ist schon verjährt und heute gehören diese Zeiten der Knappheit hoffentlich endgültig der Vergangenheit an.

10 April 2008

Umsatz brasilianischer Firmen wächst und wächst...

So stellt SERASA das kumulierte Umsatzwachstum der letzten 8 Jahre dar:
2007 wuchs der Umsatz gegenüber 2000 danach inflationsbereinigt um 41 %! Die einzelnen Sektoren wuchsen dabei unterschiedlich:
- Dienstleistungen + 30,4 % (550 befragte Firmen)
- Industrie + 43,2 % (600 befragte Firmen)
- Handel + 51,9 % (450 befragte Firmen)

2007 wuchs der Umsatz der untersuchten Industrieunternehmen um 10,7 % gegenüber 2006:
- Fahrzeugindustrie + 24,7 %
- Stahlindustrie + 14,2 %
- Nahrungsmittelindustrie + 12,0 %

Der Umsatz der befragten Handelsfirmen legte 2007 gegenüber 2006 um 7,8 % zu:
- Oberbekleidung + 15,3 %
- Kaufhäuser + 16,3 %
- Autohändler + 21,1 %
- Treibstoffhandel - 3,1 % (leider ohne Erklärung, ob weniger gefahren wird oder die Autos sparsamer wurden)

Die analysierten Dienstleistungsfirmen konnten 2007 ihren Umsatz gegenüber 2006 um 5,8 % steigern:
- Mobiltelefonie + 19,6 %
- Energieunternehmen+ 3,8 %
- Festtelefondienst - 4,6 % (m.E. wird sich dieser Abwärtstrend fortsetzen)

Realsozialismus ist gut fürs Geschäft

Heute meldete der Wirtschaftsdienst von UOL eine hochinteressante und sehr erfreuliche Nachricht. Aber freuen Sie sich nicht zu früh, der Außenhandel Brasiliens wird immer noch vom Streik des Öffentlichen Dienstes beeinträchtigt (paralisiert wäre ein angebrachteres Wort). Die Freude liegt auch mehr auf Seiten der Aktionäre der bei der BOVESPA - Bolsa de Valores de São Paulo gelisteten Aktiengesellschaften, denn diese 257 Firmen haben ihren Gewinn seit 2003, also dem Amtsantritt der Regierung Lula, bis Ende letzten Jahres verdoppelt. Nämlich von 61,6 auf 123,7 Mrd. R$. Diese Daten wurden von der Beratungsfirma ECONOMATICA ermittelt.

Allein von 2006 auf 2007 nahmen die inflationsbereinigten Gewinne der börsengehandelten AGs um 20,16 % zu, aber die Hälfte der Gewinnsumme des letzten Jahres wurden von nur zwei Firmen erzielt. Es handelt sich um Petrobrás und um Vale, die zusammen 41,4 Mrd. R$ erzielten. Petrobrás und Vale sind die beiden größten AGs Brasilien mit offenem Kapital. Vale wies 2003 einen Gewinn von 5,5 Mrd. R$ aus, 2007 von 20 Mrd. R$ (+ 362 %), Petrobrás erzielte 2003 einen Gewinn von 21,8 Mrd. R$ und 2007 von 21,5 Mrd. R$ (- 1,3 %). Aber Petrobrás ist ja auch noch etwas mehr als halbstaatlich, die können sich einen Gewinnrückgang leisten.

Und Präsident Lula freut sich trotzdem und hat auch Grund dazu. Obwohl man ihm von Seiten seiner Genossen wieder vorwerfen könnte, dass er die erzkapitalistischen Banken Brasiliens unangemessen durch zu hohe Leitzinsen unterstützt. Der börsengehandelte Bankensektor erzielte 12,7 Mrd. R$ Gewinn in 2003, aber 28,7 Mrd. R$ letztes Jahr (+225 %). Die börsennotierten Elektroenergiegesellschaften lagen 2007 mit 14,5 Mrd. R$ Gewinn nach dem Bankensektor auf dem zweiten Platz, ihr Gewinn lag um 414 % über dem des Jahres 2003. Trotzdem ist die endgültige Privatisierung des Sektors nicht einfach, weil die Regeln (noch?) nicht klar sind.

Aber nicht alle waren von Lulas Glück und dem Können seines Vorgängers Cardoso, dessen Wirtschaftspolitik er nahtlos fortsetzte, begünstigt. Denn die Textilbranche machte letztes Jahr 5 Mio. R$ Verlust nach einem Gewinn von 427 Mio. R$ in 2003. Kein Wunder, bei dem starken Real!

Das ist die unter http://economia.uol.com.br/ultnot/2008/04/10/ult4294u1202.jhtm veröffentlichte Tabelle

PS: Wie gut es der Wirtschaft geht, mögen Sie auch daran erkennen, dass ich heute für meinen Kunden Vormann zur Feicon (Baumesse) fuhr und sie nicht besuchen konnte, weil der Parkplatz vor 14:00 bereits wegen Überfüllung geschlossen war. Also fahre ich morgen wieder hin, aber mit dem Taxi. Fazit: Es brummt kräftig in Brasilien, trotz der Hypotheken- und der dadurch verursachten Bankenkrise.

09 April 2008

Straßenszenen aus São Paulo

Heute war ich für meinen Kunden CPE unterwegs, Abfahrt 15:00, Ankunft beim Kunden meines Kunden 35 km und eine Stunde später, dort eine halbe Stunde Wartezeit, eine halbe Stunde Besprechung, dann zwei Stunden Rückfahrt. Damit mir diese nicht zu langweilig wurde, nahm ich folgende Fotos auf:














06 April 2008

Brasilianisches Olivenöl

Ich habe mich schon immer gewundert, dass es bei unserem Klima nötig ist, Olivenöl vor allem aus Italien, Portugal und Spanien einzuführen - brasilianisches Olivenöl war bisher einfach inexistent. Das hat sich geändert, eine kleine Firma in Maria da Fé im Süden von Minas Gerais  hat den Durchbruch geschafft. Das Städtchen von 15.000 Einwohnern ist seit den vierziger Jahren als Olivenstadt bekannt. Dort sind jetzt die ersten 200 Liter Azeite Extra Virgem gewonnen worden. 

Es wurde auch Zeit, denn Brasilien verbraucht jährlich 23.000 Tonnen Olivenöl und 49.000 Tonnen Oliven und importiert diese Delikatessen bisher zu hundert Prozent! Am damit verbundenen Umsatz von 250 Mio. R$ können in Zukunft auch örtliche Produzenten teilhaben.

Den Durchbruch schaffte übrigens die Epamig - Empresa de Pesquisa Agropecuária de Minas Gerais, also ein Forschungsunternehmen, welches jetzt eine Fabrik bauen will.  

Tropen- und andere Infektionskrankheiten in Brasilien

Ein Kunde von mir kann z.Z. nicht nach Brasilien zurückkommen, um seinen Geschäften hier nachzugehen, weil er bei seinem letzten Aufenthalt, u.a. in Manaus, wahrscheinlich von einem Insekt gestochen wurde. Die Einstiche sind selbst nach drei Monaten noch nicht verheilt und die Ärzte in Deutschland haben noch nicht herausgefunden, was die Ursache ist.

Heute sollte ich eigentlich in Rio de Janeiro auf der Rio Boat Show 2008 mit einem Kunden sein, der wegen einer Grippe seine Reise nicht antreten konnte. Das hat ihn vielleicht vor einer schwereren Krankheit bewahrt, schließlich erleiden die Einwohner und Besucher der Stadt gerade einen massiven Denguefieberausbruch.

Wie das Gesundheitsministerium jetzt mitteilte, gab es in den letzten zwei Jahren insgesamt 489 lokale Ausbrüche von Infektionskrankheiten, von denen über 40.000 Personen betroffen waren. 2006 waren es 189 Ausbrüche; zum Vergleich, in den USA waren es 30.

Dies sind die Krankheiten, die für Brasilien aufgeführt wurden: Denguefieber, Gelbfieber, Malaria, Gehirnhautentzündung, Röteln, Chagaskrankheit, Beri Beri, Leishmaniose, Tuberkulose und Lepra. Die Ausbrüche dieser Krankheiten geschahen im gesamten Territorium des Landes, man muß sich also nicht nur in Manaus vorsehen! Als Ursachen werden vor allem Armut und mangelhafte Wasseraufbereitung und Müllbeseitigung angeführt, die durchaus bekämpft werden können.

05 April 2008

Streik im Öffentlichen Dienst

Es wäre auch zu schön gewesen, eine gute Nachricht nach der anderen! Denn schon in Schillers Glocke, die ich noch in der Schule auswendig lernen mußte, heißt es nicht umsonst "Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten und das Unglück schreitet schnell." 

In Brasilien kann man das auf den Öffentlichen Dienst bzw. auf dessen unkündbare Mitarbeiter beziehen, die seit der neuen und zwischenzeitlich immer wieder geänderten Verfassung von 1988 Streikrecht bei vollen Bezügen im wahrsten Sinne dieses Wortes genießen und wahrscheinlich darauf hoffen, dass die komplementäre Gesetzgebung und die zugehörenden Ausführungsbestimmungen noch lange auf sich warten lassen. 

Die seit 19 Tagen streikenden auditores fiscais des Bundesfinanzamtes, die für den Import und Export zuständig sind, wollen bis zu 94 % mehr Geld und die Regierung, geführt von einem ex - Gewerkschaftler, bietet im Mittel nur 40 % und das noch in drei Raten, zahlbar jeweils im Juli 2008, 2009 und 2010! Da kann einem schon der Hut hochgehen als kleinem Beamten ob dieser Uneinsichtigkeit, wenn man nur 10.150  bis 13.500 R$ im Monat verdient, 19.700 R$ sollen es sein! Sie haben richtig gelesen, heute beginnt das Entgelt bei 3.760 € und hört bei 5.000 € auf, gefordert werden 7.300 €! Und das wäre dann auch die spätere Pension! Brasilien, das Entwicklungs- und Niedriglohnland?! Nein, zwar auch nicht das Paradies der werktätigen Arbeiter und Bauern, aber wenigstens das der Beamten. Kein Wunder, dass mich so viele Deutsche ansprechen, die auswandern wollen und in Brasilien leben möchten. 

Da lohnt es sich schon, auf die Barrikaden zu gehen, auch wenn der brasilianische Außenhandel beeinträchtigt wird. So gibt es Firmen, die der Saison entsprechende Textilien, die dem schnelllebigen (sieht für mich wenigstens fürchterlich aus mit 3 "l"!) Modediktat unterworfen sind, importiert haben und die Sommerstoffe wahrscheinlich gegen Herbstende dann aus dem Zoll rausbekommen. Exporteure singen ein ähnliches Lied und deren Kunden im Ausland sind sauer und überlegen sich sicher sehr, ob sie noch mal in Brasilien einkaufen werden, z.B. Früchte, die bei uns im Hafen verfaulen.

2005 wurde der Außenhandel laut der ABTP - Associação Brasileira dos Terminais Portuários durch 126 Streiktage des Öffentlichen Dienstes beeinträchtigt, 2006 waren es schon 156 Tage und im vergangenen Jahr 180. Und dieses Jahr sind wir erst bei neunzehn Tagen angelangt, das kann ja noch lustig werden! Gut, dass wir unser eigenes Erdöl haben, sonst müssten alle Brasilianer bald laufen oder Fahrrad fahren.

04 April 2008

Wieder ein Rekord, diesmal der Kfz-Branche

Gut, dass ich nicht abergläubisch bin, sonst wäre ich versucht zu sagen, so kann das nicht weitergehen, eine gute Nachricht nach der anderen! Der neueste Rekord betrifft den Fahrzeugabsatz, aufgrund der internen (!) Nachfrage wuchs der Absatz im ersten Vierteljahr 2008 um 31,4 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum laut ANFAVEA (Verband der Kfz-Hersteller)! Insgesamt wurden 648.000 Fahrzeuge abgesetzt. Produziert wurden im ersten Vierteljahr 2008 ebenfalls mehr Fahrzeuge als im Vergleichszeitraum 2007, nämlich 783.000 Einheiten bzw. + 19,3 %.

Von den viel diskutierten Fahrzeugen, deren Motor Biotreibstoff verdaut, wurden 26,7 % mehr verkauft, nämlich 192.718. Seit 2003 wurden schon mehr als 5 Mio. Fahrzeuge abgesetzt, die wahlweise Benzin oder Alkohol tanken.

Der Export der Kfz-Branche kann sich auch sehen lassen, im März erreichte er 1,146 Mrd. US$.

03 April 2008

Neues GM - Werk in Brasilien

GM wird in Santa Catarina ein neues Werk bauen. Standort wird Joinville sein. In der neuen Fabrik werden ab 2009 mit 600 Mitarbeitern und einer Investition von 350 Mio. R$ 120.000 Motoren im Jahr gebaut werden. Um GM die Entscheidung leichter zu machen, erhält die Firma IPTU-Befreiung (Grundsteuer) und verzögerte ICMS - Besteuerung (Warenumlaufsteuer). Die Fabrik wird außerdem für den Export jährlich 50.000 Motorköpfe fabrizieren.

Industrieverkäufe nehmen um 11,5 % zu

Laut CNI - Confederação Nacional da Indústria wuchsen die Industrieverkäufe real und um Saisoneinflüsse (z.B. Weihnachtsgeschäft) bereinigt im Februar 2008 gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 11,5 %. Im Februar 2008 wurde auch 1,5 % mehr verkauft als im Vormonat, einen höheren Zuwachs gab es nur im Juni 2007 mit 2,1 %.

Die saisonbereinigte Kapazitätsauslastung betrug im Februar 82,9 %, im gleichen Vorjahresmonat waren es 81,7 %. Ohne die Saisonbereinigung wären es 81,7 % gewesen gegenüber 80,2 % im Februar 2007. CNI erklärt den aktuellen Wert als Frucht der Investitionen in 2007, die zu einer Erhöhung der Produktionskapazität geführt hätten.

01 April 2008

Brasilianisches Industriewachstum ungebrochen

Im Februar betrug das Industriewachstum laut IBGE - Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat 9,7 %. Aber gegenüber dem Januar 2008 ging es geringfügig um 0,5 % zurück. Wenn man laufende Monate mit dem jeweiligen Vorjahresmonat vergleicht, ist es das zwanzigste Mal in ununterbrochener Folge, daß die Industrie wächst - kein Wunder, dass die Popularität Lulas Rekordwerte erreicht. In den letzten 12 Monaten betrug das Wachstum 6,9 %.

Hauptwachstumsursache war die Aktivität der Automibilindustrie mit + 24,5 %, aber auch andere Sektoren wuchsen stark, so der Maschinen- und Anlagenbau um + 18,9 %, der Chemiesektor (andere chemische Produkte) um + 12,5 %, die Grundstoffindustrie (metalurgica básica) um 11,7 %  und die Nahrungsmittelindustrie um 5,9 %. Die Produktion von Kapitalgütern nahm um 25 % zu, wobei der Subsektor Transportmittel um 35,3 % (vor allem Flugzeuge und LKWs) und der Subsektor Produktionsmittel (vor allem Bearbeitungszentren) um 18,8 % wuchs.  Der Sektor der dauerhaften Konsumgüter legte 20,7 % zu (Autos + 26,9 %, Mobiltelefone + 31,4 %, weiße Ware + 12,4 %).

Allerdings waren nicht alle Sektoren zufrieden, der Pharmabereich verlor im Februar 2008 gegenüber dem Vormonat 33,2 %. Allerdings wuchs der Sektor Elektronikmaterial und Kommunikationsmittel um 14,7 %.

Brasilianischer Außenhandelsüberschuß geht stark zurück

Jetzt macht sich der starke Real wohl doch bemerkbar, siehe Verlauf des Außenhandelsüberschusses in Mrd. US$:

Quelle: UOL ECONOMIA vom 1.4.2008

Im März fiel der Außenhandelsüberschuß um 69,4 % gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat und erreichte nur noch 1,012 Mrd. US$, im März 2007 waren es noch 3,306 Mrd. US$. Der Export lag im März 2008 bei 12,613 Mrd. US$, das  ist ein Rückgang von 2,1 % gegenüber dem März 2007. Aber zur Freude der deutschen (und anderer) Exporteure ereichte der Import im März 2008 stolze 11,601 Mrd. US$, das bedeutet gegenüber dem März 2007 einen Zuwachs von 21 %! 

Kumuliert haben wir per Ende März 2008 aber noch einen Positivsaldo von 2,837 Mrd. US$, allerdings waren es per März 2007 noch 8,721 Mrd. US$, also auch hier ein Rückgang, diesmal von 67,5 %.

Im vergangenen Jahr importierte Brasilien für 120,6 Mrd. US$, exportierte für 160,6 Mrd. US$, erzielte also ein Saldo von 40 Mrd. US$. Die Prognose für dieses Jahr geht von einem Saldo von nur noch 28 Mrd. US$ aus, das bedeutete einen Rückgang von 30 % laut einer Zentralbankumfrage bei ca. 100 brasilianischen Finanzinstitutionen.