21 Februar 2018

Eine optimistische Sicht Brasiliens




20 Februar 2018

Deutsch ist wohl weit verbreitet und Brasilien trotz der Probleme ein gesuchtes Stichwort

Brasilien im Wahljahr 2018

Meine Einschätzung der Lage können Sie jetzt in meinem Bücherregal lesen:

















16 Februar 2018

Karneval in Rio

oder São Paulo oder sonst wo interessiert mich wenig, ich bin als Berliner geboren und aufgewachsen und wohl immun gegen fröhliche Ausgelassenheit auf Befehl, wie man sie in Köln, Düsseldorf oder Mainz antrifft. Der Straßenkarneval in São Paulo ist nicht nur in meinen Augen eine Zumutung, wenn er mit der Sperrung der Av. 23 de Maio, der wichtigsten Achse der Stadt, verbunden ist und u.a. viele Patienten in den naheliegenden Krankenhäusern unerwünschtem Lärm aussetzt. Aber ich will nicht der Rufer in der Wüste gegen den Karneval sein, wenn ich und andere, die so denken wie ich, nicht gestört werden, können die Karnevalisten von mir aus feiern, so lange und wo sie wollen. Aber es wäre trotzdem gut, diese geballte Energie auf die Lösung der Probleme Brasiliens angewandt zu sehen.

Der Karneval in Rio ist vor allem Geschäft, früher (nur früher?) von Kriminellen der verbotenen Glücksspiel-Szene  unterstützt, und Beruhigung für das "Volk" nach dem Motto Panem et Circenses der alten Römer. Die kostenlose Verteilung während der Karnevalstage von 3.000.000 Präservativen für Männer, 200.000 für Frauen und 400.000 Einheiten Gleitgel für diese und weitere Geschlechter in Rio de Janeiro durch die coordenaria especial da diversidade sexual und 4.000.000 Präservative für Männer durch die secretaria municipal de saude unterstreicht dies. Der diesjährige Karneval in Rio war u.a. auch Schauplatz gesetzwidriger Übergriffe, die in Schießereien mit Schnellfeuergewehren und Plünderungen von Supermärkten ausuferten und nicht nur die cidade maravilhosa betrafen, sondern u.a. auch Angra dos Reis und Paratí. Die Bundesstraße zwischen Santos und Rio musste schon vor dem eigentlichen Beginn des Karnevals wegen Schießereien zwischen Polizei und Banditen und Banditen unter sich gesperrt werden.

Präsident Temer hat endlich und richtig reagiert und heute die Sicherheit von Rio de Janeiro unter Bundesaufsicht gestellt. Die Intervention bedeutet, dass ein Heeresgeneral ab sofort die Zivil- und Militärpolizei Rios befehligen wird. Sie bedeutet aber auch, weil während einer Bundesintervention in einem Bundesstaat Brasiliens keine Verfassungsänderung stattfinden darf, dass nicht wie vorgesehen Ende des Monats über die Reform der Sozialversicherung abgestimmt werden kann. Was dem Präsidenten, der noch nicht die erforderlichen Stimmen im Parlament hinter sich hat, in die Hände spielt. Muss man jetzt sagen, man merkt die Absicht und ist verstimmt? Ich weiß es nicht, weil die Sicherheitssituation in Brasilien wirklich aus dem Ruder gelaufen und eine Intervention mehr als angebracht ist. Denn weite Teile Rios sind heute schon regierungsfreie Zonen, in denen Rauschgifthändler den Ton angeben und die Polizei keine Gewalt mehr ausüben kann.

Nebenbei bemerkt, an diesem Wochenende endet die Sommerzeit in Brasilien und der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt dann 4 anstelle 3 Stunden. Wenn bloß die Zeit das einzige wäre, mit dem Brasilien Deutschland hinterherhinkt!

VIVO? Nein, MORTO! Also tot!

Jetzt bin ich seit fast drei Wochen ohne Internet zuhause. Gestern kontrollierte ich die Straße, in der die Glasfaserkabel unterbrochen wurden und fand diese Situation:


Heute morgen fuhr ich wieder durch die Straße und erwartungsgemäß war kein VIVO-Wagen zu sehen und die Situation auf der Straße und bei mir zuhause ist unverändert. Ein Anruf bei VIVO brachte die große Erkenntnis, dass man bei VIVO nichts wisse und man sich informieren würde, wir sollten doch bitte in drei Stunden wieder anrufen.

Das Auto von VIVO auf dem Foto stand gestern vormittag in der Straße, aber der Techniker füllte wohl gerade ein Formular aus, als ich vorbeifuhr. Das ist ja auch wichtiger als eine Reparatur, Bürokratie geht vor!

Das kommt davon, wenn eine Firma, die sich VIVO nennt, aber so tot ist, dass man es schon riechen kann, ein Monopol hat. Ich zahle brav die Gebühren für 100 Mbps, und erhalte im Gegenzug 0 Mbps, ein tolles Geschäft - für VIVO.

08 Februar 2018

VIVO ist bei mir zuhause tot

VIVO macht viel Reklame in Brasilien, heute erschien dies links gezeigte ganzseitige Anzeige im O ESTADO DE SÃO PAULO.

Ich bin VIVO-Kunde und habe gestern diese Beschwerde an die Rubrik "São Paulo beschwert sich" des  O ESTADO DE SÃO PAULO geschickt:

Prezados,

a VIVO trocou duas vezes meu modem porque os contratados 100 Mbps nunca chegaram na minha casa, somente a metade e com muita oscilação da velocidade. Faz mais ou menos duas semanas que a Eletropaulo começou de trocar postes na minha região de Interlagos. Conforme Vivo os cabos de fibra ótica foram interrompidas pela Eletropaulo e a Vivo prometeu que o sinal iria voltar no dia da minha primeira reclamação às 20:00. 

Hoje já estou desde 8 dias estou sem internet. A Vivo disse que os cabos já forma religados e programou a visita dum técnica na minha casa para verificar porque ainda não tenho nenhum sinal no meu modem. Fiquei três dias esperando e o técnico não apareceu no período programado. Hoje o técnico deveria ter feito o serviço antes de meio dia, agora às 16:30 não apareceu ainda. Reclamações telefônicas tem como resposta „não sabemos onde está o técnico, está a caminho, está na sua rua terminando um atendimento e logo depois fará o seu…“ E eu, que dependo profissionalmente da internet estou esperando o dia todo em casa em vez de trabalhar no meu escritório. 

Vou fazer uma reclamação no PROCON, más sei que não adianta nada, a Vivo está pouco se lixando. Agradeço sua intervenção.

Die angekündigte Beschwerde an die Verbraucherschutzbehörde wurde auch an die Aufsichtsbehörde ANATEL geschickt. Hoffentlich hilft es, denn heute bin ich zuhause bereits seit 9 Tagen ohne Internet, weil mein Glasfaserkabel wahrscheinlich von der Elektropaulo beim Ersetzen von Strommasten gekappt wurde. Das kann passieren; was nicht passieren sollte, ist die Inkompetenz oder Böswilligkeit von VIVO, mir dreimal den Besuch eines Technikers zuzusagen, der nie kam, und so zu tun, als ob das Problem auf der Straße beseitigt sei und man nur bei mir im Haus am Modem etwas tun müsse. Heute war man so vorsichtig, den Besuch des Technikers nicht zu planen, weil man nicht wüßte, wann das Glasfaserkabel wieder funktionieren würde. Wobei die kompetenten Mitarbeiter noch sagten, dass Glasfaserkabel sei durch einen Kurzschluss durchgebrannt. Das sind ja ungeahnte neue Eigenschaften des Laserlichtes, welches zur Informationsübertragung verwendet wird!

Übrigens kann ich im Haus weder 3G noch 4G via VIVO auf meinem Mobiltelefon empfangen und nur sporadisch telefonieren, weil das Feld so schwach ist. Das war, als ich aus diesem Grund von TIM zu VIVO wechselte, anders. Kein Wunder, dass die Mobiltelefongesellschaften Weltmeister im Sammeln von Beschwerden sind.

07 Februar 2018

Eurolatina auf der FEIMEC 2018


Vom 24. bis 28. April 2018 können Sie uns auf dem Stand G 335 der Internationalen Maschinen- und Anlagenmesse FEIMEC besuchen, die in São Paulo auf dem Messegelände an der Rodovia dos Imigrantes am Kilometer 1,5 stattfindet. Für eine englische Beschreibung der Messe klicken Sie in LINK. EUROLATINA zeigt auf der Messe u.a. Produkte und Dienstleistungen von AMS-NIPPON RIKA, BWG, B&W, FLOTTWEG, FUHR, INP, MST, RUF und SWB. Besucher und Aussteller aus dem Ausland können auf dem Stand auch über etwaige Wünsche nach Vertretung durch uns oder über andere EUROLATINA - Dienstleistungen wie Vertriebspartnervermittlung, Firmengründung, -aufbau und -verwaltung oder über operative Unterstützung bestehender Niederlassungen in Brasilien sprechen.

25 Januar 2018

Während in Deutschland Winter herrscht, fliegen bei uns die Kolibris


Und niemand - von einigen Fanatikern oder unmittelbar Betroffenen abgesehen - interessiert sich für Lula und seine Verurteilung in zweiter Instanz. Die nächsten Schlagzeilen über ihn lesen wir dann, wenn er seine Gefängnisstrafe angetreten hat.

Das war die Schlagzeile heute dazu:
Lulas Meinung dazu?
"Ich habe keinen Grund, diese Entscheidung zu respektieren", sagt Lula über die Verurteilung

Gerichtsurteile sind für unsere Linken nur gültig, wenn sie in ihrem Sinne ausfallen.

22 Januar 2018

Artikel über EUROLATINA in der Revista do Aço # 26 von 2018

Dieses Interview mit mir wurde heute veröffentlicht und beschreibt die aktuellen Probleme beim Vertrieb von Maschinen- und Anlagen in Brasilien, vor allem von importierten Hochtechnologieprodukten, die besonders von den hohen Zinsen bei lokaler Finanzierung und vom starken Euro und den hohen Abgaben, Zöllen und Steuern in Brasilien für Importe betroffen sind.


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Beim Anlagenbau versuchen einige unserer Kunden, die Schwierigkeiten zu umgehen, in dem sie uns bitten, ein Projekt in lokale und importierte Komponenten zu splitten. Die von uns vertretene Firma entwirft die Anlage, kauft oder stellt die nötigen Komponenten her mit Ausnahme der in Brasilien direkt vom Kunden gekauften, die nicht in unserem Lieferumfang enthalten sind. In Deutschland wird dann eine Teilmontage vorgenommen und die Endmontage mit den vom Kunden gestellten Komponenten geschieht dann durch den deutschen Lieferanten zusammen mit uns in Brasilien. Dieses Vorgehen hat aber große Nachteile und wird nicht von uns empfohlen, denn der deutsche Lieferant kann keine Garantie für nicht von ihm gekaufte Komponenten geben, die Verfügbarkeit dieser Komponenten zum Montagezeitpunkt und ihre Konformität mit den Vorgaben ist nicht immer gegeben, eine Zollreduzierung per ex tariff ist nicht möglich, oft sind die lokal in Brasilien hergestellten Komponenten teurer als die importierten und, mit am wichtigsten, der Lieferant kann vor Verschiffung die Anlage nicht in Deutschland testen, weil sie nicht komplett ist.

18 Januar 2018

Nachrichten aus Absurdistan

Wer in Brasilien Besuch von seinen Enkeln bekommen und nicht drei Wochen warten will, bis ein Schiff den Atlantik überquert hat, verweist auf die Möglichkeit, das Flugzeug zu benutzen. Da werden von Lufthansa Passagen angeboten, die in Deutschland für Basic Plus bei knapp 700 € liegen. Ein sparsamer Großvater in Brasilien vergleicht natürlich diesen Preis mit dem einer in Brasilien gekauften Passage und jetzt kommt die Überraschung, aber keine freudige:

Das ist das Angebot, welches ein brasilianisches Reisebüro schickte:

EUR 729.00
TARIFA EQUIVALENTE:
BRL 2864.27
CAMBIO:
BRL 3.9272
TAXAS:
BRL 2263.95
VALOR TOTAL:
BRL 5128.22
TAXA DA AGENCIA:
BRL 200.50
VALOR TOTAL EM REAIS:
BRL 5328.72
TAXA OB:
BRL 83.56

Wer bei flüchtigem Hinschauen meint, 729 € sei ja fast der Preis in Deutschland, hat nicht das Fettgedruckte gelesen. Wegen der exorbitanten Abgaben, die Lufthansa fordert, ist der zu zahlende Preis in Brasilien 1.356,88 €. Da kommt keine Freude auf.

10 Januar 2018

Werbung für technische Produkte

Das folgende Beispiel aus der Zeitschrift ELETRICIDADE MODERNA zeigt, wie wir bei Eurolatina Artikel in brasilianischen Fachzeitschriften unterbringen, um den Bekanntheitsgrad unserer Kunden und verbundener Firmen zu erhöhen:




























03 Januar 2018

Neues aus Absurdistan

Haben Sie sich endlich das nicht gerade billige und in Brasilien noch teuere iPhone X geleistet? Dann brauchen Sie auch eine Schutzhülle für das teure Stück. Am besten von dort, wo man gut und billig kauft:

Der größte Laden. Die kleinsten Preise.

Gut vielleicht, aber billig? Und dazu muss der Käufer noch den Spott erdulden, der implizit im Firmenslogan versteckt ist!

Sie haben richtig gelesen, umgerechnet kostet diese Schutzhülle 192 €. Ob im Leder Sensoren eingebaut sind, die beim Herunterfallen die Antigravitationsgeneratoren einschalten, um einen harten Aufprall zu vermeiden? Oder ist die Hülle in Sandwichbauweise hergestellt worden: Leder - Gold - Leder?

Wie dem auch sei, sehen Sie selbst bei LINK nach, um nicht zu meinen, ich mache einen verfrühten Aprilscherz. Der Mindestlohn beträgt hier übrigens 937 R$ bzw. 240 € im Monat und 11,44 € pro Arbeitstag. Nach 17 Tagen Arbeit kann der Bezieher eines Mindestlohnes also seine Schutzhülle hochbefriedigt (und wahrscheinlich hungrig) mit nach Hause nehmen. Die restlichen 4 Tage arbeitet er dann für seinen Lebensunterhalt. Aber das ist wohl die falsche Rechnung. Ein Richter erhält nämlich manchmal 250.000 R$ im Monat bzw. fast 1.500 R$ pro Stunde bzw. 25 R$ pro Minute. Er muss also nur eine halbe Stunde für die Lederkappe arbeiten; das ist doch in Ordnung, oder?