Das glaubt jedenfalls "der Finanzmarkt" laut Wochenbericht der Zentralbank. Der Wert von 3,5 % hält sich jetzt schon 22 Wochen und die Befragten änderten ihre Meinung auch nicht wegen des PAC - Programmes, welches ein Wachstum von mindestens 4,5 % ermöglichen soll.
Der Mittelwert aus diesen wöchentlichen Befragungen der Zentralbank für das BIP des Vorjahres liegt, ebenfalls unverändert, bei 2,73 %.
Das Einzige, was stieg, war die Prognose für den Leitzins, die jetzt für das Ende des laufenden Jahres bei 11,75 %/a liegt, vorher betrug die Vorhersage 11,5 %/a. Die letzte Leitzinsreduzierung auf 13 %/a betrug nur 0,25 %-Punkte anstelle der erwarteten 0,5 %-Punkte, das veranlaßte die Befragten zur Vorsicht.
Die Prognose für die diesjährige Inflation, gemessen am IPCA-Index, ist zur Zeit 4,09 %/a, der vorige Wert betrug 4,07 %/a. Das Ziel der Regierung ist es, 4,5 %/a nicht zu überschreiten.
Die Vorhersagen für 2007 zur Handelsbilanz glauben an einen Überschuß von 39 Mrd. US$.
Abgesehen vom Leitzins sind dies alles sehr günstigen Werte für unsere Verhältnisse und der Leitzins sollte nicht überbewertet werden, denn der Spread könnte schon heute viel niedriger sein und die Kredite damit wesentlich verbilligen.
Seiten
- STARTSEITE
- INDIVIDUELLE BRASILIENREISEN
- MESSEN 2014/15
- HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ÜBER BRASILIEN
- BRASILIENBUCH
- MYTHEN
- VERANSTALTUNGEN
- IN BRASILIEN INVESTIEREN
- ERFOLGREICH IN BRASILIEN SEIN
- FIRMENGRÜNDUNG IN BRASILIEN
- EUROLATINA
- MARKTBEARBEITUNG BRASILIEN
- EMPRESAS ALEMÃS PROCURAM
- ZUR LAGE BRASILIENS AM 1.9.2015
- BRASILIENLITERATUR
- BRASILIEN 2017
- BRASILIEN IN BILDERN
Dieses Blog durchsuchen
29 Januar 2007
Wachstumsaussichten für 2007: Brasiliens BIP wird um 3,5 % zunehmen
28 Januar 2007
Was halten die Brasilianer vom Programa de Aceleração do Crescimento (PAC) ihrer Regierung?
Der Erfolg des Programmes der Regierung Lula zur Beschleunigung des Wachstums wurde am 23.1.07 von 4201 Befragten (siehe http://noticias.uol.com.br/uolnews/enquetes/economia.jhtm?id=920#r) so eingeschätzt (in Klammern die Werte vom 28.1.07 von 7895 Befragten) :
30,90 (29,51) % Das Programm wird harmlos / unschädlich sein und die brasilianische Wirtschaft bleibt wie sie ist
19,78 (21,05) % Es ist zu früh, um ein Urteil abzugeben
19,16 (18,78) % Das Programm wird Erfolg haben und die brasilianische Wirtschaft wird mindestens 5 % im Jahr wachsen
18,23 (18,70) % Das Programm wird relativ erfolgreich sein und die brasilianische Wirtschaft wird wachsen, aber nicht das Ziel von 5 % im Jahr erreichen
11,93 (11,96) % Das Programm wird ein Reinfall werden und die brasilianische Wirtschaft wird nur langsamer wachsen
Über das PAC - Programm selbst werde ich ausführlich auf der Internationalen ZFU - Tagung über Zukunfts- und Wachstumsmärkte am 24. und 25. April 2007 in der Schweiz sprechen, das Tagungsprogramm können Sie unter http://www.eurolatinainternational.com.br/Deutsch/Homepage/zuw.pdf herunterladen, die Überschrift dieses Beitrages ist damit verlinkt.
30,90 (29,51) % Das Programm wird harmlos / unschädlich sein und die brasilianische Wirtschaft bleibt wie sie ist
19,78 (21,05) % Es ist zu früh, um ein Urteil abzugeben
19,16 (18,78) % Das Programm wird Erfolg haben und die brasilianische Wirtschaft wird mindestens 5 % im Jahr wachsen
18,23 (18,70) % Das Programm wird relativ erfolgreich sein und die brasilianische Wirtschaft wird wachsen, aber nicht das Ziel von 5 % im Jahr erreichen
11,93 (11,96) % Das Programm wird ein Reinfall werden und die brasilianische Wirtschaft wird nur langsamer wachsen
Über das PAC - Programm selbst werde ich ausführlich auf der Internationalen ZFU - Tagung über Zukunfts- und Wachstumsmärkte am 24. und 25. April 2007 in der Schweiz sprechen, das Tagungsprogramm können Sie unter http://www.eurolatinainternational.com.br/Deutsch/Homepage/zuw.pdf herunterladen, die Überschrift dieses Beitrages ist damit verlinkt.
Fremdsprachengebrauch unter Strafe
Natürlich dürfen Sie in Brasilien weiterhin Deutsch sprechen und schreiben, obwohl dies auch schon mal verboten war. Aber Sie dürfen keine Anzeige veröffentlichen, die ein nicht übersetztes Wort einer Fremdsprache benutzt, wenn diese Anzeige ein Angebot an einen Kunden enthält. Und die Übersetzung darf sich nicht wie Versicherungsbedingungen hinter Kleinstbuchstaben verbergen, sondern muß in der selben Aufmachung wie das fremdsprachliche Wort gezeigt werden. Das gilt provisorisch seit Mitte Januar für ganz Brasilien. Also Schluß mit "30 % Off!" und ähnlichem Unsinn. Ob die Schilder an den Bäumen "Garage Sale" mit der portugiesischen Erklärung "Familie zieht um, verkauft alles" auch verschwinden werden?
China plant Invasion Brasiliens?
Keine Angst, ich schließe nicht an den vorherigen Beitrag an und es handelt sich auch nicht um eine militärische Invasion, sondern um eine ökonomische. Der größte chinesische Kfz-Hersteller, Chery Automobile, kündigte nämlich am 23.1.07 an, drei neue Fabriken im Ausland bauen zu wollen, eine davon in Lateinamerika. Über Partnerschaften ist der Autobauer bereits in Brasilien, Ägypten, Iran, Malaisia, Rußland und Ukraine tätig. Im Vorjahr hatte die Firma im Ausland 50.000 Fahrzeuge abgesetzt, dieses Jahre sollen es 70.000 werden. 2006 hat China insgesamt 340.000 Fahrzeuge exportiert. Chery plant dieses Jahr, 393.000 Fahrzeuge (Vorjahr 305.000) zu verkaufen und 2010 dann eine Million. 2007 will man sieben neue Modelle auf den Markt bringen. Neben Chery wollen die anderen chinesischen Autobauer Geely Automobile, Great Wall Motors und First Automotive Works ebenfalls Fabriken im Ausland errichten.
Brasilien, ziehe dich warm an!
Brasilien, ziehe dich warm an!
Fürchtet Lateinamerika einen Krieg?
Hugo Chávez malt manchmal das Schreckgespenst einer US-Invasion Venezuelas an die Wand und manche ultranationalistischen Brasilianer fürchten, daß die Yankees ihnen den Amazonasurwald wegnehmen werden. Aber "reale und augenblickliche" Krisenherde, die ein Aufrüsten der Lateinamerikaner rechtfertigen würden, sind eigentlich selbst am weiten Horizont nicht sichtbar.
Trotzdem wird Venezuela für anfänglich 290 Mio. US$ russische Boden-Luft-Raketen Tor-M1 kaufen, offiziell letzten Donnerstag von Verteidigungsminister Raul Baduel bekanntgegeben. Vorher hatte Venezuela sich schon mit chinesischen Radarstationen und 24 russischen Sukhoi-30 - Jägern eingedeckt.
Chile kaufte für 45 Mio. US$ 20 US-amerikanische Harpoon - Raketen.
Brasilien rüstet französische Exocet - Raketen um und prüft das russisch - indische Angebot, Luft - Boden- und Boden - Boden - Raketen von BraHmos Areospace für 1,4 Mio. US$ pro Stück zu kaufen. Die brasilianische Avibrás Aeroespacial hat die cruise - Rakete AV/MT entwickelt und erfolgreich getestet, es fehlt nur noch der Beschaffungsauftrag der Regierung.
Argentinien und Kolumbien prüfen zur Zeit ähnliche Waffensysteme, die Regierung in Bogotá hält dafür anfänglich 10 Mio. US$ bereit, aus Buenos Aires hört man keine Zahlen. Die kolumbianische Luftwaffe bestückt die 25 Supertucanos, die man 2005 von Brasilien gekauft hat, mit intelligenten lasergeführten 900 kg - Bomben.
Hinweise an die Politiker dieser Länder, wofür wirklich Geld ausgegeben werden sollte, fruchten sicher nicht, dazu ist das Rüstungsgeschäft zu einträglich.
Trotzdem wird Venezuela für anfänglich 290 Mio. US$ russische Boden-Luft-Raketen Tor-M1 kaufen, offiziell letzten Donnerstag von Verteidigungsminister Raul Baduel bekanntgegeben. Vorher hatte Venezuela sich schon mit chinesischen Radarstationen und 24 russischen Sukhoi-30 - Jägern eingedeckt.
Chile kaufte für 45 Mio. US$ 20 US-amerikanische Harpoon - Raketen.
Brasilien rüstet französische Exocet - Raketen um und prüft das russisch - indische Angebot, Luft - Boden- und Boden - Boden - Raketen von BraHmos Areospace für 1,4 Mio. US$ pro Stück zu kaufen. Die brasilianische Avibrás Aeroespacial hat die cruise - Rakete AV/MT entwickelt und erfolgreich getestet, es fehlt nur noch der Beschaffungsauftrag der Regierung.
Argentinien und Kolumbien prüfen zur Zeit ähnliche Waffensysteme, die Regierung in Bogotá hält dafür anfänglich 10 Mio. US$ bereit, aus Buenos Aires hört man keine Zahlen. Die kolumbianische Luftwaffe bestückt die 25 Supertucanos, die man 2005 von Brasilien gekauft hat, mit intelligenten lasergeführten 900 kg - Bomben.
Hinweise an die Politiker dieser Länder, wofür wirklich Geld ausgegeben werden sollte, fruchten sicher nicht, dazu ist das Rüstungsgeschäft zu einträglich.
Das soziale Netz in Brasilien und seine Auswirkungen
Meine kürzlichen Ausführungen über die Auswirkungen der populistischen "Wohltaten" unseres Präsidenten und seiner Regierungsmannschaft sind in Sachsen nicht nur auf Kritik, sondern auch auf Unglauben gestoßen, obwohl mir die genannten Zahlen von einem altgedienten brasilianischen Diplomaten und Unternehmer genannt wurden, der Brasilien sicher besser kennt als ein deutscher Kritiker, der hier für ein Jahr gelebt hat. Ich bin zwar erst 1978 in Brasilien angekommen, habe aber auch schon einige Erfahrung sammeln können. Diese erlaubt mir z.B. Zeitungen auf Portugiesisch zu lesen und da fand ich heute (Estado de São Paulo, 28.1.2007, Seite 2, Artikel "Ein ewiger Wiederanfang" von Prof. Gaudêncio Torquato) folgende Zeilen:
"... zwischenzeitlich überdecken die Wunden die soziale Matraze, auf deren Auffüllung Lula besteht, um gute Wählerstimmen zu garantieren. Wer z.B. durch das Landesinnere im Nordosten reist, erschreckt sich über die Vermehrung des "vale-bucho" (meine freie Übersetzung: Bauchgutschein), volkstümlicher Name für das Mutterschaftsgeld, ca. 1.450 R$, während vier Monaten an die Mütter gezahlt. Diese Wohltat, verglichen mit dem Tageslohn eines landwirtschaftlichen Arbeiters (10 R$), reizt zur Schwangerschaft. Familien mit 5 Kindern sind an der Tagesordnung. Ein Verbrechen: Die künftige Nachkommenschaft wird, sogar als commodity, für den Erwerb materieller Güter benutzt. Genau das, künftige Babys werden als Garantie für Kredite benutzt ..."
Also, was Brasilien dringend braucht, ist eine gute breitangelegte Ausbildung auf Grundschulniveau, ein für jeden Brasilianer zugängliches vorzügliches Gesundheitssystem und eine ausreichende Rente, den Rest kann man getrost der Privatinitiative überlassen. Geld verteilen ohne sich über die Herkunft Gedanken zu machen, war schon immer eine Domäne der Linken, siehe heute Hugo Chávez in Venezuela und leider auch immer mehr die Arbeiterparteiregierung Brasiliens.
"... zwischenzeitlich überdecken die Wunden die soziale Matraze, auf deren Auffüllung Lula besteht, um gute Wählerstimmen zu garantieren. Wer z.B. durch das Landesinnere im Nordosten reist, erschreckt sich über die Vermehrung des "vale-bucho" (meine freie Übersetzung: Bauchgutschein), volkstümlicher Name für das Mutterschaftsgeld, ca. 1.450 R$, während vier Monaten an die Mütter gezahlt. Diese Wohltat, verglichen mit dem Tageslohn eines landwirtschaftlichen Arbeiters (10 R$), reizt zur Schwangerschaft. Familien mit 5 Kindern sind an der Tagesordnung. Ein Verbrechen: Die künftige Nachkommenschaft wird, sogar als commodity, für den Erwerb materieller Güter benutzt. Genau das, künftige Babys werden als Garantie für Kredite benutzt ..."
Also, was Brasilien dringend braucht, ist eine gute breitangelegte Ausbildung auf Grundschulniveau, ein für jeden Brasilianer zugängliches vorzügliches Gesundheitssystem und eine ausreichende Rente, den Rest kann man getrost der Privatinitiative überlassen. Geld verteilen ohne sich über die Herkunft Gedanken zu machen, war schon immer eine Domäne der Linken, siehe heute Hugo Chávez in Venezuela und leider auch immer mehr die Arbeiterparteiregierung Brasiliens.
27 Januar 2007
Wechselkursentwicklung R$ - €




Wenn Sie mehr wissen wollen, klicken Sie in die Überschrift und nehmen Sie im April an der internationalen ZfU-Tagung in der Schweiz über "Emerging Markets" teil!
Schlecht gewartet, aber gut signalisiert: brasilianischer Straßenalltag
11 Januar 2007
Es lebe die SOZIALE BUNDESREPUBLIK BRASILIEN...
... hoffentlich nicht als Nachahmerin der anscheinend ausgerufenen SOZIALISTISCHEN REPUBLIK VENEZUELA mit einem Dauerpräsidenten Chavez! Warum sage ich dies? Heute erreichte mich die Nachricht, daß der Hausmeister eines Wohnhochhauses in Natal (Rio Grande do Norte) um seine Entlassung gebeten hat. Nicht außergewöhnlich in einem Land, in dem ein fristgerecht entlassener Arbeitnehmer seinen "Fundo de Garantia" ausbezahlt bekommt, wobei der "reiche" Arbeitgeber 40 % Strafe auf diese Summe zahlen muß (wegen der Ungerechtigkeit, die Entlassung ausgesprochen zu haben) und weitere 10 %, weil die Regierung das Entlassen an sich (noch) schwieriger bzw. teurer machen will. Aber dieser Geldsegen war nicht der Grund, um Entlassung nachzusuchen (wohlgemerkt, kündigen wollte der Hausmeister nicht, denn dann bekäme er seinen "Fundo de Garantia" nicht, der 8 % seiner monatlichen Bezüge ausmacht, die jeden Monat auf ein Sperrkonto gehen), sondern die schlichte Tatsache, daß er lieber dem Steuerzahler auf der Tasche liegen wollte, als zu arbeiten.
Hier seine Monatsrechnung:
Für 3 Kinder je 175 R$ Schulgeld = 525 R$
Bürgerkarte (Cartão cidadão) = 350 R$
Gasgutschein = 70 R$
Transportgutschein (in seinem Fall 4 Fahrten täglich geschätzt), 8 R$/Tag x 20 Tage = 160 R$
Essensgutschein, 3,50 R$/Tag x 30 Tage x 5 Personen (er, seine Frau und 3 Kinder) = 525 R$
SUMME = 1.630 R$ (heute ca. 582 €)
Heute verdient diese arme ausgebeutete Mann 830 R$, was seinen Arbeitgeber ca. das Doppelte kostet. Künftig gehört er, der Hausmeister, nicht der Arbeitgeber, zu den Ausbeutern und der Steuerzahler bleibt auf der Strecke. Übrigens sind Löhne und Gehälter (da gibt es keinen Unterschied in Brasilien, hier sind alle "trabalhadores") bis zu 1.257,12 R$/Monat von der Einkommensteuer befreit.
Jetzt raten Sie mal, wieso unser neuer alter Präsident vor allem mit den Stimmen der im armen Norden lebenden Brasilianer wiedergewählt wurde?
Hier seine Monatsrechnung:
Für 3 Kinder je 175 R$ Schulgeld = 525 R$
Bürgerkarte (Cartão cidadão) = 350 R$
Gasgutschein = 70 R$
Transportgutschein (in seinem Fall 4 Fahrten täglich geschätzt), 8 R$/Tag x 20 Tage = 160 R$
Essensgutschein, 3,50 R$/Tag x 30 Tage x 5 Personen (er, seine Frau und 3 Kinder) = 525 R$
SUMME = 1.630 R$ (heute ca. 582 €)
Heute verdient diese arme ausgebeutete Mann 830 R$, was seinen Arbeitgeber ca. das Doppelte kostet. Künftig gehört er, der Hausmeister, nicht der Arbeitgeber, zu den Ausbeutern und der Steuerzahler bleibt auf der Strecke. Übrigens sind Löhne und Gehälter (da gibt es keinen Unterschied in Brasilien, hier sind alle "trabalhadores") bis zu 1.257,12 R$/Monat von der Einkommensteuer befreit.
Jetzt raten Sie mal, wieso unser neuer alter Präsident vor allem mit den Stimmen der im armen Norden lebenden Brasilianer wiedergewählt wurde?
03 Januar 2007
2009 ist das Jahr der Naturfaser
Was haben der Hauptmann von Köpenick und Freddy Quinn gemeinsam? Der Hauptmann von Köpenick floch Fußmatten aus Sisal und Freddy Quinn besang weiße Segelschiffe, die mit Sicherheit Sisaltaue verwendeten, um nach Hong Kong zu gelangen. Und was hat das mit Brasilien, meinem Dauerthema, zu tun?
Meine Wahlheimat ist der weltgrößte Sisalproduzent mit einem Anteil von 50 % an der planetaren Produktion, die 400.000 to im Jahr beträgt. Das Sisalgeschäft sorgt in Brasilien für 700.000 direkt und indirekt Beschäftigte in 74 Gemeinden und Städten, wobei sich die Produktion zu 95 % auf den Bundesstaat Bahia konzentriert. Die Hauptimporteure sind die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und China.
Das Geschäft wird durch die Aufnahme von Sisal in die Gruppe der Naturfasern, die 2009 aufgrund eines UNO-Beschlusses besonders gefördert werden sollen, sicher noch ausgeweitet. Zu dieser Gruppe gehören auch Baumwolle, Schurwolle, Jute, Leinen, Seide und Kokusfasern. Auskünfte in Brasilien geben Apex-Brasil und Sindifibras.
Diese Zeilen wurden von mir

hier und wie Sie unschwer an meiner Mütze erkennen können, auf einem iBook von Apple geschrieben:

Aber ab 8.1.2007 erleben Sie mich wieder mit Krawatte im Büro, wenn dies Ihnen ein Trost ist!
Meine Wahlheimat ist der weltgrößte Sisalproduzent mit einem Anteil von 50 % an der planetaren Produktion, die 400.000 to im Jahr beträgt. Das Sisalgeschäft sorgt in Brasilien für 700.000 direkt und indirekt Beschäftigte in 74 Gemeinden und Städten, wobei sich die Produktion zu 95 % auf den Bundesstaat Bahia konzentriert. Die Hauptimporteure sind die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und China.
Das Geschäft wird durch die Aufnahme von Sisal in die Gruppe der Naturfasern, die 2009 aufgrund eines UNO-Beschlusses besonders gefördert werden sollen, sicher noch ausgeweitet. Zu dieser Gruppe gehören auch Baumwolle, Schurwolle, Jute, Leinen, Seide und Kokusfasern. Auskünfte in Brasilien geben Apex-Brasil und Sindifibras.
Diese Zeilen wurden von mir

hier und wie Sie unschwer an meiner Mütze erkennen können, auf einem iBook von Apple geschrieben:

Aber ab 8.1.2007 erleben Sie mich wieder mit Krawatte im Büro, wenn dies Ihnen ein Trost ist!
26 Dezember 2006
Die letzten 100 Leser von Brasilien Aktuell kommen aus:
Exportieren nach Brasilien
Wenn Sie wissen wollen, wie Sie sehr kostengünstig Ihren Produkten den Zugang zum brasilianischen Markt verschaffen können, klicken Sie in die Überschrift und laden Sie eine kleine Präsentation der Vorgehensweise des von mir geleiteten Firmenpools Brasilien / Mercosur der IHK Essen auf Ihren Bildschirm!
In der Präsentation ist unsere neueste EUROLATINA - Dienstleistung, der Import und die Weiterleitung Ihrer Produkte an Ihren Kunden in Brasilien noch nicht enthalten. Darüber können Sie weiter unten im Beitrag "Fröhliche Weihnachten..." mehr lesen.
In der Präsentation ist unsere neueste EUROLATINA - Dienstleistung, der Import und die Weiterleitung Ihrer Produkte an Ihren Kunden in Brasilien noch nicht enthalten. Darüber können Sie weiter unten im Beitrag "Fröhliche Weihnachten..." mehr lesen.
Aktuelle € - R$ - Wechselkursentwicklung
Einige Prognosen für 2007
Was sagen die Auguren voraus?
BIP
Welt: + 4,9 %
Brasilien: + 3,5 %
Inflation
Welt: 3,7 %
Brasilien: 4,06 % (Wir sind immer genauer als die anderen!)
Leitzins (SELIC) Brasilien Ende 2007: 12 % (im Mittel)
Dollarwechselkurs Brasilien zum Jahresende: 2,25 R$
Hartwährungsreserven (heute 85 Mrd. US$) zum Jahresende: 112 Mrd. US$
Lassen wir uns überraschen! Hoffentlich husten die USA nicht zu stark!
BIP
Welt: + 4,9 %
Brasilien: + 3,5 %
Inflation
Welt: 3,7 %
Brasilien: 4,06 % (Wir sind immer genauer als die anderen!)
Leitzins (SELIC) Brasilien Ende 2007: 12 % (im Mittel)
Dollarwechselkurs Brasilien zum Jahresende: 2,25 R$
Hartwährungsreserven (heute 85 Mrd. US$) zum Jahresende: 112 Mrd. US$
Lassen wir uns überraschen! Hoffentlich husten die USA nicht zu stark!
Einkommen in den Wirtschaftsmetropolen Brasiliens
Das monatliche Durchschnittseinkommen in den sechs Ballungsräumen um São Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Salvadaor, Recife und Porto Alegre, in denen fast 30 % der brasilianischen Bevölkerung leben, steigt seit Anfang 2004:
März 2002 -> 1.082 R$
Januar 2003 -> 1.025 R$
Januar 2004 -> 961 R$
Januar 2005 -> 982 R$
Januar 2006 -> 1.005 R$
November 2007 -> 1.057 R$
Das Durchschnittseinkommen beläuft sich also zur Zeit auf 375 € im Monat und das in den wirtschaftlich stärksten Zonen Brasiliens! Und unsere Abgeordneten wollten sich ca. 100.000 R$ bzw. 36.000 € im Monat bewilligen! Wobei als Entschuldigung galt, daß darin die Bürokosten und die Aufwandsentschädigung enthalten seien. Übrigens dürfen die US-amerikanischen Abgeordneten auch ihre Diäten festlegen, aber nur für die nächste Legislaturperiode, nie für die laufende.
März 2002 -> 1.082 R$
Januar 2003 -> 1.025 R$
Januar 2004 -> 961 R$
Januar 2005 -> 982 R$
Januar 2006 -> 1.005 R$
November 2007 -> 1.057 R$
Das Durchschnittseinkommen beläuft sich also zur Zeit auf 375 € im Monat und das in den wirtschaftlich stärksten Zonen Brasiliens! Und unsere Abgeordneten wollten sich ca. 100.000 R$ bzw. 36.000 € im Monat bewilligen! Wobei als Entschuldigung galt, daß darin die Bürokosten und die Aufwandsentschädigung enthalten seien. Übrigens dürfen die US-amerikanischen Abgeordneten auch ihre Diäten festlegen, aber nur für die nächste Legislaturperiode, nie für die laufende.
Nibelungentreue wird in Brasilien klein geschrieben...
...jedenfalls von den 513 Angeordneten in Brasília, von denen in der Legislaturperiode, die im Februar 2007 endet, 195 die Partei gewechselt haben, einige bis zu sieben Mal. Insgesamt waren es 345 Wechsel. Einige Abgeordnete blieben nur ein oder zwei Tage in "ihrer" Partei. Es gibt also das Pendant zu den Wechselwählern auch im Parlament! In der vorangegangenen Legislaturperiode 1999 - 2003 wechselten 174 Abgeordnete 281mal. Etliche Abgeordnete wechselten schon die Partei nach ihrer Wahl ins Parlament, bevor sie ihr Mandat antraten. 2003 z.B. machten dies 44 Abgeordnete, weitere sechs wechselten am Tag des Mandatsbeginnes. Im "Gesetz der politischen Parteien" ist vorgesehen, daß ein Mandat der Partei und nicht dem Abgeordneten gehört und daß dieser bei Parteiwechsel sein Mandat verliert. Nur wird das schlicht ignoriert und bisher hat niemand das Oberste Bundesgericht in dieser Frage angerufen.
Geschäftschancen in Brasilien
Weihnachten ist vorüber, jedenfalls in Brasilien, wo man sich keinen zweiten Feiertag leistet, auch Ostern nicht, und wir können trotz der Hauptferienzeit wieder ans Geschäft denken. Und weil Weihnachten immer noch Spielzeugeisenbahnen verschenkt werden, will ich das Eisenbahnthema aufgreifen.
In den nächsten vier Jahren will der brasilianische Eisenbahnsektor die Rekordsumme von 12,5 Mrd. R$ investieren. Dieses Geld soll für den Ausbau des Schienennetzes, den Kauf von Waggons und Lokomotiven und für die Instandhaltung der Schienen verwendet werden. Die Hälfte des Betrages wird aus BNDES-Krediten kommen.
Seit 2000 stiegen die Einnahmen der Eisenbahngesellschaften im Mittel um 7 % jährlich, die Investitionen aber um 32 %. Allein im letzten Jahr wurden z.B. 7.500 Waggons gefertigt, 20mal mehr als in den neunziger Jahren. In den nächsten Jahren soll eine jährliche Waggonproduktion von 4.500 Einheiten gehalten werden. Ein Paradies z.B. für die wenigen Produzenten von Eisenbahnrädern in Brasilien.
In den nächsten vier Jahren will der brasilianische Eisenbahnsektor die Rekordsumme von 12,5 Mrd. R$ investieren. Dieses Geld soll für den Ausbau des Schienennetzes, den Kauf von Waggons und Lokomotiven und für die Instandhaltung der Schienen verwendet werden. Die Hälfte des Betrages wird aus BNDES-Krediten kommen.
Seit 2000 stiegen die Einnahmen der Eisenbahngesellschaften im Mittel um 7 % jährlich, die Investitionen aber um 32 %. Allein im letzten Jahr wurden z.B. 7.500 Waggons gefertigt, 20mal mehr als in den neunziger Jahren. In den nächsten Jahren soll eine jährliche Waggonproduktion von 4.500 Einheiten gehalten werden. Ein Paradies z.B. für die wenigen Produzenten von Eisenbahnrädern in Brasilien.
23 Dezember 2006
Weihnachtsbilder aus Brasilien
Kassen am 23.12.2006 in einem Supermarkt in São Paulo (der trotz seiner relativen Kleinheit seinen gehbehinderten Kunden einen Elektrowagen zur Verfügung stellt!)

Schlange am Geldautomaten in einem Supermarkt am 23.12.06 in São Paulo

Eurolatinaweihnachtsessen I

Eurolatinaweihnachtsessen II

Weihnachtsgeschenkvorschlag für Motorradfahrer, eine AIRBAG-Weste, zu kaufen bei Eurolatina

Eurolatinabürohaus

Weihnachtsdekoration im Shoppingcenter SP-Market in der Nähe der Interlagos - Formel I - Rennstrecke

Schlange am Geldautomaten in einem Supermarkt am 23.12.06 in São Paulo

Eurolatinaweihnachtsessen I

Eurolatinaweihnachtsessen II

Weihnachtsgeschenkvorschlag für Motorradfahrer, eine AIRBAG-Weste, zu kaufen bei Eurolatina

Eurolatinabürohaus

Weihnachtsdekoration im Shoppingcenter SP-Market in der Nähe der Interlagos - Formel I - Rennstrecke
22 Dezember 2006
Fröhliche Weihnachten...
... oder sollte ich lieber sagen "Prost Mahlzeit"? Nachdem der brasilianische Luftverkehr nicht nur vor dem Kollaps stand (steht?), sondern auch die Parlamentarier beider Häuser (erfolglos) versuchten, ihre Bezüge im Handstreich (hier wird oft der Begriff "Blitz" in Anlehnung an die "Blitzkriege" benutzt, merkwürdig, daß man diesmal nicht darauf zurückgriff) zu verdoppeln und außerdem unser lieber Staatspräsident von über 70 % der Befragten bescheinigt bekam, daß seine Regierung exzellent sei, kann eigentlich von einem fröhlichen Weihnachtsfest nicht die Rede sein.
Das Faß kam zum jetzt Überlaufen, weil das fehlende Tröpfchen auch noch fiel. Wenn Sie kleine und leichte Ware nach Brasilien exportieren wollen, sollten Sie aufmerksam lesen, wie man ein solches Geschäft kaputtrechnet. Einer unserer deutschen Kunden, der Laborgerätekomponenten herstellt, hat über uns einen Kunden in Brasilien gefunden, der seine teuren lokalen Komponenten durch bessere und billigere deutsche ersetzen will. Da die brasilianische Firma kein RADAR-Nummer (Registro e Rastreamento da Atuação dos Intervenientes Aduaneiros) besitzt, welche bei unseren mißtrauischen Behörden Voraussetzung für einen Import ist (da könnte ja jeder kommen und ausländische Ware einführen!), wurde vorgeschlagen, den Import über eine Tradinggesellschaft vorzunehmen. Hier ist die landed cost - Berechnung der Tradingfirma für eine Sendung von weniger als 2 kg:
199,67 € FCA - Wert
+ 180,00 € Luftfracht
= 379,67 € CPT - Wert Flughafen Guarulhos (entspricht 1.083,40 R$)
Darauf kommen 14 % Zoll, 5 % IPI, 1,65 % PIS-PASEP, 7,6 % COFINS und 18 % ICMS (immer kaskadenförmig!), also insgesamt 681,95 R$ Steuern. Und dann noch 40 R$ SISCOMEX-Nutzung, 112,35 R$ AWB-Freigabe, 134,82 R$ Dekonsolidierung, 56,25 R$ INFRAERO - Lagerkosten, 85,00 R$ interne Frachtkosten, 150,00 Abfertigungsgebühren, 561,75 R$ Verwaltungsgebühren, 275,00 R$ SDA (Sindicato dos Despachantes Aduaneiros) und 525,00 R$ Zollabfertigung, also 1.940,17 R$ Gebühren. Das ist noch nicht der Schluß, denn auf Steuern und Gebühren muß noch die sogenannte Schecksteuer CPMF im Wert von 9,96 R$ entrichtet werden, d.h. auf der NOTA FISCAL DE VENDA erscheint ein Wert von 1.878,09 R$ und die Importkosten belaufen sich insgesamt auf stolze 3.828,23 R$!!! Also, was in Deutschland umgerechnet 560,30 R$ kostet, wird in Brasilien 6,8 mal teurer!!!
Klar, daß man diesen Weg nicht gehen kann. Also wurde DHL-Versand angefragt, der Empfänger zahlt dann pauschal in Brasilien 60 % Zoll. Aber DHL will dafür ohne Versicherung 278,11 €, also ein weiterer nicht gangbarer Weg.
Die Lösung war der Versand per Luftpost für 37,25 €, ohne RADAR und mit 60 % Pauschalzoll, pronto und Punkt!
Verstehen Sie jetzt, warum die meisten brasilianischen Firmen den Import meiden wie der Teufel das Weihwasser? Um unseren Eurolatinakunden in Deutschland trotzdem den Export nach Brasilien zu ermöglichen, haben wir für 2007 schon unsere RADAR-Nummer beantragt und bieten den Import und die Weiterleitung der Ware an den Endkunden unseres Kunden als Dienstleistung an. Warum dies nicht umsonst sein kann, werden Sie jetzt sicher auch besser verstehen!
Trotzdem wünsche ich allen Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Ihr Karlheinz K. Naumann
Das Faß kam zum jetzt Überlaufen, weil das fehlende Tröpfchen auch noch fiel. Wenn Sie kleine und leichte Ware nach Brasilien exportieren wollen, sollten Sie aufmerksam lesen, wie man ein solches Geschäft kaputtrechnet. Einer unserer deutschen Kunden, der Laborgerätekomponenten herstellt, hat über uns einen Kunden in Brasilien gefunden, der seine teuren lokalen Komponenten durch bessere und billigere deutsche ersetzen will. Da die brasilianische Firma kein RADAR-Nummer (Registro e Rastreamento da Atuação dos Intervenientes Aduaneiros) besitzt, welche bei unseren mißtrauischen Behörden Voraussetzung für einen Import ist (da könnte ja jeder kommen und ausländische Ware einführen!), wurde vorgeschlagen, den Import über eine Tradinggesellschaft vorzunehmen. Hier ist die landed cost - Berechnung der Tradingfirma für eine Sendung von weniger als 2 kg:
199,67 € FCA - Wert
+ 180,00 € Luftfracht
= 379,67 € CPT - Wert Flughafen Guarulhos (entspricht 1.083,40 R$)
Darauf kommen 14 % Zoll, 5 % IPI, 1,65 % PIS-PASEP, 7,6 % COFINS und 18 % ICMS (immer kaskadenförmig!), also insgesamt 681,95 R$ Steuern. Und dann noch 40 R$ SISCOMEX-Nutzung, 112,35 R$ AWB-Freigabe, 134,82 R$ Dekonsolidierung, 56,25 R$ INFRAERO - Lagerkosten, 85,00 R$ interne Frachtkosten, 150,00 Abfertigungsgebühren, 561,75 R$ Verwaltungsgebühren, 275,00 R$ SDA (Sindicato dos Despachantes Aduaneiros) und 525,00 R$ Zollabfertigung, also 1.940,17 R$ Gebühren. Das ist noch nicht der Schluß, denn auf Steuern und Gebühren muß noch die sogenannte Schecksteuer CPMF im Wert von 9,96 R$ entrichtet werden, d.h. auf der NOTA FISCAL DE VENDA erscheint ein Wert von 1.878,09 R$ und die Importkosten belaufen sich insgesamt auf stolze 3.828,23 R$!!! Also, was in Deutschland umgerechnet 560,30 R$ kostet, wird in Brasilien 6,8 mal teurer!!!
Klar, daß man diesen Weg nicht gehen kann. Also wurde DHL-Versand angefragt, der Empfänger zahlt dann pauschal in Brasilien 60 % Zoll. Aber DHL will dafür ohne Versicherung 278,11 €, also ein weiterer nicht gangbarer Weg.
Die Lösung war der Versand per Luftpost für 37,25 €, ohne RADAR und mit 60 % Pauschalzoll, pronto und Punkt!
Verstehen Sie jetzt, warum die meisten brasilianischen Firmen den Import meiden wie der Teufel das Weihwasser? Um unseren Eurolatinakunden in Deutschland trotzdem den Export nach Brasilien zu ermöglichen, haben wir für 2007 schon unsere RADAR-Nummer beantragt und bieten den Import und die Weiterleitung der Ware an den Endkunden unseres Kunden als Dienstleistung an. Warum dies nicht umsonst sein kann, werden Sie jetzt sicher auch besser verstehen!
Trotzdem wünsche ich allen Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Ihr Karlheinz K. Naumann
Labels:
Brasilien,
Import,
Importkosten,
Zoll
19 Dezember 2006
In Brasilien stehen viele KMU zum Verkauf...
...klicken Sie in die Überschrift und Sie kommen zu einer Liste (auf dem unteren Teil der sich öffnenden Seite) mit 33 Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen, die von 0,3 bis zu 6 Mio. R$ Umsatz im Monat machen, was etwa 1,3 bis 25 Mio. € im Jahr sind. Bei Interesse können Sie mir unter kkn@eurolatinainternational.com.br schreiben, unsere deutschen Büros nehmen dann Kontakt mit Ihnen auf.
12 Dezember 2006
Wann wird alt wie Lula und lernt immer noch dazu!
Das mit dem Altwerden will ich nicht so wörtlich nehmen, weil Lula jünger ist als ich, aber bemerkenswert ist seine Aussage von gestern: "Wer als alter Mann links (eingestellt) ist, hat ein Problem!" Eine späte Einsicht, der er die Erkenntnis "Wer als junger Mann rechts ist, hat auch ein Problem!" nachschob. Und dann kam der "Hammer", er rang sich dazu durch, die Mitte als seine aktuelle Position zu erkennen. Mal sehen, was seine Genossen aus der Arbeiterpartei dazu sagen!
08 Dezember 2006
FIAT weiterhin auf Überholkurs
Fiat in Betim hat große Pläne, die Fabrik wird 2004 rund um die Uhr funktionieren und man wird dazu 1.200 neue Mitarbeiter einstellen. Mit dieser dritten Schicht kann man nächstes Jahr 50.000 Fahrzeuge mehr als 2005 produzieren, d.h. insgesamt 600.000. 1997 hatte Fiat bereits 619.000 Fahrzeuge hergestellt. Seitdem wurde nur in zwei Schichten gearbeitet.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß der Anteil der Importfahrzeuge in Brasilien Anfang 2006 nur 4,8 % betrug und es per November bereits 10,5 % waren. Bisher sind in diesem Jahr ca. 180.000 Fahrzeuge importiert worden, hauptsächlich aus Argentinien und Mexiko. Der Löwenanteil wurde von den Autoherstellern selbst importiert, nur 6.000 Autos stammen von freien Importeuren. Diese importieren z.B. Fahrzeuge der Marke Porsche oder Ferrari, wobei es dem Endkunden in dieser Preiskategorie sicher wenig ausmacht, daß er 35 % Einfuhrzoll zahlen muß.
Ja, und allein in São Paulo fahren bzw. stehen 5,5 Mio. Fahrzeuge, davon 500.000 Motorräder. Vielleicht sollten die 35 % Zoll auch auf im Lande hergestellte Fahrzeuge ausgedehnt werden? Eventuell reicht bereits die Durchdrückung der TÜV - Freigabe und das rigorose aus-dem-Verkehr-ziehen der Fahrzeuge, deren Halter die Kfz-Steuer nicht gezahlt haben.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß der Anteil der Importfahrzeuge in Brasilien Anfang 2006 nur 4,8 % betrug und es per November bereits 10,5 % waren. Bisher sind in diesem Jahr ca. 180.000 Fahrzeuge importiert worden, hauptsächlich aus Argentinien und Mexiko. Der Löwenanteil wurde von den Autoherstellern selbst importiert, nur 6.000 Autos stammen von freien Importeuren. Diese importieren z.B. Fahrzeuge der Marke Porsche oder Ferrari, wobei es dem Endkunden in dieser Preiskategorie sicher wenig ausmacht, daß er 35 % Einfuhrzoll zahlen muß.
Ja, und allein in São Paulo fahren bzw. stehen 5,5 Mio. Fahrzeuge, davon 500.000 Motorräder. Vielleicht sollten die 35 % Zoll auch auf im Lande hergestellte Fahrzeuge ausgedehnt werden? Eventuell reicht bereits die Durchdrückung der TÜV - Freigabe und das rigorose aus-dem-Verkehr-ziehen der Fahrzeuge, deren Halter die Kfz-Steuer nicht gezahlt haben.
Labels:
Auto,
Brasilien,
Fiat,
Kraftfahrzeug
Windkraft mit Rückenwind in Brasilien
Die Firma Ventos do Sul Energia hat den Windkraftpark Osório fertiggestellt und der dritte Bauabschnitt soll ab Februar 2007 voll produzieren. Dieser Windkraftpark ist der größte Lateinamerikas und verfügt über 75 Türme mit 150 MW Leistung. Die Investition betrug 670 Mio. R$. Die Eletrobrás hat sich verpflichtet, die Energie zwanzig Jahre lang abzunehmen. Um die Größe der Anlage einschätzen zu können, sei der Hinweis gegeben, daß die 1,4 Mio. Einwohnerstadt Porto Alegre mit drei solcher Anlagen ihren gesamten augenblicklichen Energiebedarf decken könnte (wenn die Erzeugung kontinuierlich wäre).
Ausländer investieren in Brasilien
Oft gibt es genug Anlaß, Brasilien vorsichtig und kritisch zu sehen, aber glücklicherweise ist Brasillien auch geschäftsmäßig genauso oft eine Quelle der Freude.
Die Bergwerksgruppe Anglo American empfindet dies sicher so, denn in ein einziges Projekt wird sie 1,2 Mrd. US$ hineinstecken. Es handelt sich um das Nickelbergwerkprojekt Barro Alto in Goiás, wo ab 2010 jährlich 36.000 Tonnen Nickeleisen gewonnen werden sollen. Anfang 2007 sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Ich freue mich besonders darüber, weil mein Großvater Bergmann war und ich mich deshalb dem Bergbau verbunden fühle. Allerdings fühlen nicht alle deutschen Firmen, die bei diesem Projekt als Lieferanten und Dienstleister Geld verdienen können, diese Verbundenheit, denn längst nicht alle Firmen, die dafür in Frage kommen, sind in Brasilien präsent. Dabei sind solche Bergwerksprojekte immer langfristig angelegt, so wurde z.B. für Barro Alto ein Nickeleisenerzvorrat von 116,2 Mio. Tonnen festgestellt. Anglo American kann mit diesem neuem Bergwerk seinen Nickelförderanteil in Brasilien von 28 auf 35 % (ab 2011) steigern.
In einem ganz anderen Gebiet investiert die norwegische Norske Skog 210 Mio. US$, um ihre Produktionskapazität an Zeitungspapier in Brasilien zu verdoppeln. Seit 2003 wächst nämlich der Bedarf um 5 % jährlich und um diesen zu decken, wird die Gruppe eine stillgelegte Fabrik von Südnorwegen nach Brasilien verlagern. Der neue Standort wird Jaguariaíva in Paraná sein, wo man 2000 eine Fabrik von Fletcher Challenge gekauft hatte. Nach dem Ausbau wird man dort über eine Kapazität von 385.000 Tonnen im Jahr verfügen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte die Firma in Brasilien ihren Absatz um 28 % steigern. Der Weltmarktanteil der Firma beträgt 13 %. In Südamerika hat man eine weitere Fabrik in Chile.
Die Bergwerksgruppe Anglo American empfindet dies sicher so, denn in ein einziges Projekt wird sie 1,2 Mrd. US$ hineinstecken. Es handelt sich um das Nickelbergwerkprojekt Barro Alto in Goiás, wo ab 2010 jährlich 36.000 Tonnen Nickeleisen gewonnen werden sollen. Anfang 2007 sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Ich freue mich besonders darüber, weil mein Großvater Bergmann war und ich mich deshalb dem Bergbau verbunden fühle. Allerdings fühlen nicht alle deutschen Firmen, die bei diesem Projekt als Lieferanten und Dienstleister Geld verdienen können, diese Verbundenheit, denn längst nicht alle Firmen, die dafür in Frage kommen, sind in Brasilien präsent. Dabei sind solche Bergwerksprojekte immer langfristig angelegt, so wurde z.B. für Barro Alto ein Nickeleisenerzvorrat von 116,2 Mio. Tonnen festgestellt. Anglo American kann mit diesem neuem Bergwerk seinen Nickelförderanteil in Brasilien von 28 auf 35 % (ab 2011) steigern.
In einem ganz anderen Gebiet investiert die norwegische Norske Skog 210 Mio. US$, um ihre Produktionskapazität an Zeitungspapier in Brasilien zu verdoppeln. Seit 2003 wächst nämlich der Bedarf um 5 % jährlich und um diesen zu decken, wird die Gruppe eine stillgelegte Fabrik von Südnorwegen nach Brasilien verlagern. Der neue Standort wird Jaguariaíva in Paraná sein, wo man 2000 eine Fabrik von Fletcher Challenge gekauft hatte. Nach dem Ausbau wird man dort über eine Kapazität von 385.000 Tonnen im Jahr verfügen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte die Firma in Brasilien ihren Absatz um 28 % steigern. Der Weltmarktanteil der Firma beträgt 13 %. In Südamerika hat man eine weitere Fabrik in Chile.
Labels:
Bergbau,
Brasilien,
Investition,
Papier
07 Dezember 2006
Moeller und Alumbra bauen neue Fabrik
Ein neuer Beweis für das Vertrauen, welches die deutsche Industrie ungeachtet der vielen lokalen Probleme in Brasilien setzt, ist das Vorhaben von Moeller, zusammen mit der brasilianischen Alumbra, welche Steckdosen, Stecker und Schalter herstellt, ab April 2007 Haushaltssicherungsautomaten und Differenzstromschutzschalter in Manaus zu produzieren. Dies wäre die erste Fabrik der Moellergruppe, die Haushaltselektrokomponenten herstellt, bisher hatte man sich auf den industriellen Sektor konzentriert. Die Zusammenarbeit mit Alumbra gilt nicht nur für Brasilien, sondern für ganz Lateinamerika.
04 Dezember 2006
Staatliche Prozeßhansel oder Michael Kohlhaas ist Brasilianer!
Meinem Schwiegersohn, Fachanwalt für Verwaltungs- und Arbeitsrecht in Edewecht, würden diese Zahlen gefallen, vor allem, wenn sie in Deutschland gälten. Aber sie stammen aus Brasilien:
80 % aller Prozesse des Obersten Bundesgerichtes haben den Staat in irgendeiner Form als Kläger oder als Beklagten ! 50 % aller Prozesse auf allen Ebenen befassen sich mit dem Eintreiben von Schulden der Bürger bei Gemeinden, Ländern und dem Bund. In die anderen 50 % sind vor allem die Caixa Econômica Federal (Bundessparkasse), INSS (Sozialversicherung) und Konzessionäre der öffentlichen Hand (wie Telefongesellschaften) und Banken verwickelt.
Zur Zeit werden in Brasilien 35 Mio. Gerichtsprozesse geführt, jedes Jahr werden 20 Mio. beendet und 20 Mio. kommen hinzu. Sieht aus wie eine Pattsistuation? Ist auch eine.
Die durchschnittliche Prozeßdauer beträgt 8 Jahre. Nur 2,5 Mio. laufende oder bereits beendete Prozesse sind bereits elektronisch erfaßt, sicher mit ein Grund für die lange Dauer bis zur endgültigen Entscheidung, aber nicht der hauptsächliche. Dieser ist vielmehr in unserer archaischen portugiesischen Prozeßordnung aus den Zeiten des Imperiums zu sehen.
Wer mehr über dieses Thema wissen will, sollte die Internationale ZfU-Tagung am 24. und 25.4.2007 über ZUKUNFTS- UND WACHSTUMSMÄRKTE besuchen, wo ich u.a. über diese Problematik sprechen werde.
80 % aller Prozesse des Obersten Bundesgerichtes haben den Staat in irgendeiner Form als Kläger oder als Beklagten ! 50 % aller Prozesse auf allen Ebenen befassen sich mit dem Eintreiben von Schulden der Bürger bei Gemeinden, Ländern und dem Bund. In die anderen 50 % sind vor allem die Caixa Econômica Federal (Bundessparkasse), INSS (Sozialversicherung) und Konzessionäre der öffentlichen Hand (wie Telefongesellschaften) und Banken verwickelt.
Zur Zeit werden in Brasilien 35 Mio. Gerichtsprozesse geführt, jedes Jahr werden 20 Mio. beendet und 20 Mio. kommen hinzu. Sieht aus wie eine Pattsistuation? Ist auch eine.
Die durchschnittliche Prozeßdauer beträgt 8 Jahre. Nur 2,5 Mio. laufende oder bereits beendete Prozesse sind bereits elektronisch erfaßt, sicher mit ein Grund für die lange Dauer bis zur endgültigen Entscheidung, aber nicht der hauptsächliche. Dieser ist vielmehr in unserer archaischen portugiesischen Prozeßordnung aus den Zeiten des Imperiums zu sehen.
Wer mehr über dieses Thema wissen will, sollte die Internationale ZfU-Tagung am 24. und 25.4.2007 über ZUKUNFTS- UND WACHSTUMSMÄRKTE besuchen, wo ich u.a. über diese Problematik sprechen werde.
Straßenszene aus São Paulo an der Formel I - Rennstrecke
02 Dezember 2006
„Brasilianische“ Automobilindustrie wächst, aber das BIP hält nicht mit
Die hiesige Kfz-Industrie konnte im November einen neuen Rekord verbuchen, 182.700 verkaufte Fahrzeuge, 4,25 % mehr als im Vormonat und 15,4 % mehr als im November 2005. Per 30.11.2006 wurden 1,723 Mio. Fahrzeuge abgesetzt, mehr als die 1.715 Mio. des gesamten Vorjahres. Grund für die Rekordzahlen ist der alte Spruch, das viele Autos nicht auf Rädern, sondern auf Wechseln laufen. Immerhin werden 70 % aller Fahrzeuge in Brasilien finanziert und das von einigen Verkäufern auf 70 Monate. Und wenn der Dezember die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt, erleben wir am Jahresende mit 2,64 Mio. Fahrzeugen einen Produktionsrekord. Von diesen wurden dann voraussichtlich 1,9 Mio. Fahrzeuge im Inland abgesetzt, der Rest ging in den Export. Die Inlandsnachfrage erreicht damit endlich wieder das Niveau von 1997 und im Export wird aufgrund des starken R$ oder auch des schwachen US$ nach wie vor nicht das große Geld verdient.
Die Marktanteile sehen zur Zeit so aus:
25,5 % Fiat
22,3 % GM
22,2 % VW
11,3 % Ford
3,8 % Toyota
3,7 % Honda
3,3 % Peugeot
2,8 % Renault
1,9 % Citroen
1,3 % Mitsubishi
1,9 % sonstige
VW hat die langjährige Hegemonie wohl endgültig verloren und hat auch kein Fahrzeugmodell mit eindeutiger Führerschaft mehr, konnte aber im November 17.121 Gols verkaufen und damit den ersten Rang im Wettstreit der Modelle um die Käufergunst wieder gewinnen, denn Fiat blieb mit 17.046 Palios knapp dahinter. Auf Platz 3 kam der Celta mit 13.021 Einheiten, gefolgt von 8.899 Unos und 8.683 Fox.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs per Oktober 2006 um 2,3 % und die Produktion der Kfz-Industrie um 4,5 %. Kein besonders eindrucksvolles Bild, was die Wirtschaft insgesamt abgibt, von der Autoindustrie mal abgesehen, die aber trotz besserer Zahlen nach wie vor insgesamt gesehen Überkapazitäten hat. Und übrigens ihren bei einigen Firmen trotzdem vorhandenen Kapazitätsbedarf nicht durch neue oder ausgebaute Werke in Brasilien decken will, sondern durch die Nutzung brachliegender Werke in Argentinien, was wohl auch Sinn macht.
Was weniger Sinn macht, ist die Beurteilung der Wirtschaft allein durch die Betrachtung des Bruttoinlandsproduktes, denn dieser Wert sagt nichts darüber aus, wieviel Geld z.B. von der „brasilianischen“ Automobilindustrie an die Muttergesellschaften abgeführt wurde, also dem Land nicht zur Verfügung steht. Vielleicht wäre es besser, wie früher das Bruttosozialprodukt zu betrachten?
Im dritten Quartal 2006 wuchs das BIP gegenüber dem identischen Vorjahreszeitraum in der Industrie um 3 %, in der Landwirtschaft um 7,8 % und im Dienstleistungsbereich um 2,2 %. Der herausragende Wert der Landwirtschaft wurde durch die Ernteergebnisse von Zuckerrohr und Kaffee ermöglicht. Das BIP für das gesamte Jahr 2006 wird, wenn man nicht der Regierung angehört und der Realität den Vorzug gibt, wahrscheinlich selbst 3 % nur mühsam erreichen und kaum übersteigen. Aber Lula hat uns ja schon getröstet und gesagt, daß er nicht mehr auf 2006 blicke, sondern nur noch auf 2007, 2008, 2009 und 2010. Als guter Brasilianer glaubt er eben daran, daß Brasilien das Land der Zukunft sei, vergißt aber, daß die Zukunft in der nächsten Sekunde beginnt. Und daß alle Personen im Lande, natürliche und juristische, auch noch im laufenden Jahr Rechnungen zahlen müssen, mit Ausnahme der Politiker vielleicht, die immer jemanden finden, der dies für sie übernimmt.
Die Marktanteile sehen zur Zeit so aus:
25,5 % Fiat
22,3 % GM
22,2 % VW
11,3 % Ford
3,8 % Toyota
3,7 % Honda
3,3 % Peugeot
2,8 % Renault
1,9 % Citroen
1,3 % Mitsubishi
1,9 % sonstige
VW hat die langjährige Hegemonie wohl endgültig verloren und hat auch kein Fahrzeugmodell mit eindeutiger Führerschaft mehr, konnte aber im November 17.121 Gols verkaufen und damit den ersten Rang im Wettstreit der Modelle um die Käufergunst wieder gewinnen, denn Fiat blieb mit 17.046 Palios knapp dahinter. Auf Platz 3 kam der Celta mit 13.021 Einheiten, gefolgt von 8.899 Unos und 8.683 Fox.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs per Oktober 2006 um 2,3 % und die Produktion der Kfz-Industrie um 4,5 %. Kein besonders eindrucksvolles Bild, was die Wirtschaft insgesamt abgibt, von der Autoindustrie mal abgesehen, die aber trotz besserer Zahlen nach wie vor insgesamt gesehen Überkapazitäten hat. Und übrigens ihren bei einigen Firmen trotzdem vorhandenen Kapazitätsbedarf nicht durch neue oder ausgebaute Werke in Brasilien decken will, sondern durch die Nutzung brachliegender Werke in Argentinien, was wohl auch Sinn macht.
Was weniger Sinn macht, ist die Beurteilung der Wirtschaft allein durch die Betrachtung des Bruttoinlandsproduktes, denn dieser Wert sagt nichts darüber aus, wieviel Geld z.B. von der „brasilianischen“ Automobilindustrie an die Muttergesellschaften abgeführt wurde, also dem Land nicht zur Verfügung steht. Vielleicht wäre es besser, wie früher das Bruttosozialprodukt zu betrachten?
Im dritten Quartal 2006 wuchs das BIP gegenüber dem identischen Vorjahreszeitraum in der Industrie um 3 %, in der Landwirtschaft um 7,8 % und im Dienstleistungsbereich um 2,2 %. Der herausragende Wert der Landwirtschaft wurde durch die Ernteergebnisse von Zuckerrohr und Kaffee ermöglicht. Das BIP für das gesamte Jahr 2006 wird, wenn man nicht der Regierung angehört und der Realität den Vorzug gibt, wahrscheinlich selbst 3 % nur mühsam erreichen und kaum übersteigen. Aber Lula hat uns ja schon getröstet und gesagt, daß er nicht mehr auf 2006 blicke, sondern nur noch auf 2007, 2008, 2009 und 2010. Als guter Brasilianer glaubt er eben daran, daß Brasilien das Land der Zukunft sei, vergißt aber, daß die Zukunft in der nächsten Sekunde beginnt. Und daß alle Personen im Lande, natürliche und juristische, auch noch im laufenden Jahr Rechnungen zahlen müssen, mit Ausnahme der Politiker vielleicht, die immer jemanden finden, der dies für sie übernimmt.
30 November 2006
Risikobewertung interessanter Nischen und Wachstumsbranchen
Wenn Sie an obigem Thema interessiert sind, klicken Sie bitte in die Überschrift, um das Programm der Internationalen ZfU-Tagung am 24. und 25.4.2007 über ZUKUNFTS- UND WACHSTUMSMÄRKTE in der Schweiz herunterzuladen. Dort spreche ich über
Brasilien & Lateinamerika: Wachstumsmärkte trotz sozialistischer Rahmenbedingungen?
■ Chancen und Zukunftsbranchen
■ Risikobewertung Brasilien: Auswirkungen der Wahlen,Währungsstabilität, Bildungssystem
■ Argentinien: zurück auf Wachstumskurs?
■ Chile, Venezuela
und
Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen
■ Eigenheiten des brasilianischen Marktes
■ Finanzierungsmöglichkeiten und Personalsuche
■ Woran viele Firmen scheitern
■ Repatrierung von Gewinnen
Brasilien & Lateinamerika: Wachstumsmärkte trotz sozialistischer Rahmenbedingungen?
■ Chancen und Zukunftsbranchen
■ Risikobewertung Brasilien: Auswirkungen der Wahlen,Währungsstabilität, Bildungssystem
■ Argentinien: zurück auf Wachstumskurs?
■ Chile, Venezuela
und
Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen
■ Eigenheiten des brasilianischen Marktes
■ Finanzierungsmöglichkeiten und Personalsuche
■ Woran viele Firmen scheitern
■ Repatrierung von Gewinnen
27 November 2006
Und wo geht der € bis Jahresende hin? Über oder unter 3 R$?
25 November 2006
Kurioses und Interessantes über Brasilien
In Brasiliens Rathäusern waren 2005 38,8 % mehr Personen beschäftigt (womit?) als sechs Jahre zuvor, nämlich 4.767.602. So kann man auch die (wahl)versprochenen Arbeitsplätze schaffen, aber es hat nicht gereicht, um die 10.000.000 voll zu machen, die Lula vor seiner ersten Wahl als Ziel nannte.
Der Vergleich 1999 mit 2005 zeigt eine Zunahme des Zuganges zu digitale Medien, 2005 hatten bereits 46 % (+ 207 %) der Gemeinden Internetprovider und 55 % (+ 57 %) Läden für CDs und DVDs. Aber (es kommt immer ein aber) die Anzahl der Buchläden ist um 11,4 % zurückgegangen. 69 % der brasilianischen Städte haben keine Buchläden und ebenfalls keine Institutionen für "höhere (Schul-)Ausbildung", wobei nicht klar ist, ob die Städte in beiden Fällen identisch sind oder, wie es progressive deutsche Politiker sagen würden, ob die Schnittmenge 100 % beträgt. 91 % der Städte haben übrigens auch kein Kino.
Wenn ich schon bei Wahlversprechen bin, am 5. Oktober 2006 hat die Regierung noch 4 % BIP - Wachstum für 2006 angekündigt, am 31. waren es noch 3,7 % und am 24. November nur noch 3,2 %. Aber der Präsident wurde ja wiedergewählt, da kann man die Wahrheit anschließend ja scheibchenweise verkünden. Wieder ein Beispiel für die berühmte Salamitaktik. Die Nettoeinnahmen der Regierung werden 2006 wahrscheinlich 334,2 Mrd. R$ betragen und das Defizit der Sozialversicherung 42,14 Mrd. R$. Das scheint aber keinen aufzuregen, man ist in Brasilien das Schuldenmachen gewöhnt.
Gott sei Dank glaubt ThyssenKrupp an Brasilien bzw. an die privatisierte Cia. Vale do Rio Doce, von der sie in den nächsten fünfzehn Jahren 8 Mio. to Eisenerz für 7 Mrd. US$ beziehen wird. Bisher hat ThyssenKrupp bereits 15 Mio. to jährlich gekauft. Der neue Liefervertrag soll die Versorgung des neuen Stahlwerkes CSA sichern, sobald dieses die Stahlerzeugung aufnimmt, wird der gesamte Lieferumfang 23 Mio. to jährlich betragen. An der CSA in Rio de Janeiro sind sowohl ThyssenKrupp als auch Cia. Vale do Rio Doce beteiligt. Letztere Firma ist die zweitgrößte Minengesellschaft der Welt, aber der wiedergewählte Präsident Brasiliens hätte sie nicht privatisiert. Und ThyssenKrupp hätte dann wahrscheinlich in die Röhre geguckt, die nach dem Rückzug von Mannesmann jetzt von Valourec nahtlos produziert wird.
Der Vergleich 1999 mit 2005 zeigt eine Zunahme des Zuganges zu digitale Medien, 2005 hatten bereits 46 % (+ 207 %) der Gemeinden Internetprovider und 55 % (+ 57 %) Läden für CDs und DVDs. Aber (es kommt immer ein aber) die Anzahl der Buchläden ist um 11,4 % zurückgegangen. 69 % der brasilianischen Städte haben keine Buchläden und ebenfalls keine Institutionen für "höhere (Schul-)Ausbildung", wobei nicht klar ist, ob die Städte in beiden Fällen identisch sind oder, wie es progressive deutsche Politiker sagen würden, ob die Schnittmenge 100 % beträgt. 91 % der Städte haben übrigens auch kein Kino.
Wenn ich schon bei Wahlversprechen bin, am 5. Oktober 2006 hat die Regierung noch 4 % BIP - Wachstum für 2006 angekündigt, am 31. waren es noch 3,7 % und am 24. November nur noch 3,2 %. Aber der Präsident wurde ja wiedergewählt, da kann man die Wahrheit anschließend ja scheibchenweise verkünden. Wieder ein Beispiel für die berühmte Salamitaktik. Die Nettoeinnahmen der Regierung werden 2006 wahrscheinlich 334,2 Mrd. R$ betragen und das Defizit der Sozialversicherung 42,14 Mrd. R$. Das scheint aber keinen aufzuregen, man ist in Brasilien das Schuldenmachen gewöhnt.
Gott sei Dank glaubt ThyssenKrupp an Brasilien bzw. an die privatisierte Cia. Vale do Rio Doce, von der sie in den nächsten fünfzehn Jahren 8 Mio. to Eisenerz für 7 Mrd. US$ beziehen wird. Bisher hat ThyssenKrupp bereits 15 Mio. to jährlich gekauft. Der neue Liefervertrag soll die Versorgung des neuen Stahlwerkes CSA sichern, sobald dieses die Stahlerzeugung aufnimmt, wird der gesamte Lieferumfang 23 Mio. to jährlich betragen. An der CSA in Rio de Janeiro sind sowohl ThyssenKrupp als auch Cia. Vale do Rio Doce beteiligt. Letztere Firma ist die zweitgrößte Minengesellschaft der Welt, aber der wiedergewählte Präsident Brasiliens hätte sie nicht privatisiert. Und ThyssenKrupp hätte dann wahrscheinlich in die Röhre geguckt, die nach dem Rückzug von Mannesmann jetzt von Valourec nahtlos produziert wird.
24 November 2006
Big Brother läßt grüßen
Datenschützern in Deutschland läuft es sicher kalt den Rücken herunter, wenn Sie lesen, daß Brasilien für alle Kfz eine elektronische Überwachung per "tag" einführt, die es erlaubt, den Standort und die Route eines Fahrzeuges ebenso zu überprüfen wie die Zahlung (in Brasilien eher das Gegenteil) der jährlichen Zulassungsgebühr und Pflichtversicherung sowie von Verkehrsstrafen.
17 November 2006
Standortsuche in Brasilien
Es gibt viele Kriterien, um sich für einen Standort zu entscheiden. Ein wichtiger Grund, eine bestimmte Region zu wählen, ist sicher die wirtschaftliche Aktivität in ihr. Der Norden Brasiliens z.B. steht für 5,3 % des BIP, Zentral-West-Brasilien für 7,5 %, der Nordosten für 14,1 %, der Süden für 18,2 % und der Südosten für 54,9 %. Zu letzterer Region gehört der Bundeststaat São Paulo, der alleine 30,9 % des brasilianischen BIP auf sich konzentriert. Alle Zahlen stammmen von 2004.
Aber die Verhältnisse ändern sich, denn 1985 wurden noch 36,1 % des BIP in São Paulo erzeugt und wenn man nur das industrielle BIP betrachtet, hat der Anteil São Paulos von 52,0 % auf 40,0 % abgenommen. Die Dezentralisierung ist also deutlich zu sehen und manifestiert sich z.B. in einem Ford - Montagewerk in Bahia, was Continental zum Anlaß nahm, dort seine Reifenfabrik zu bauen.
Aber die Verhältnisse ändern sich, denn 1985 wurden noch 36,1 % des BIP in São Paulo erzeugt und wenn man nur das industrielle BIP betrachtet, hat der Anteil São Paulos von 52,0 % auf 40,0 % abgenommen. Die Dezentralisierung ist also deutlich zu sehen und manifestiert sich z.B. in einem Ford - Montagewerk in Bahia, was Continental zum Anlaß nahm, dort seine Reifenfabrik zu bauen.
13 November 2006
AMS - Automatic Manifest System in Brasilien ab 1.12.06
Die brasilianische Steuerbehörde zusammen mit dem Zoll führt SISCOMEX CARGA oder kurz Siscarga ein, ein System, welches dem US-amerikanischen AMS abgeguckt wurde und ab 1.12.06 praktiziert werden soll. Für den deutschen Exporteur heißt dies, daß er ab diesem Datum folgende Daten angeben muß
- das Volumen des Exportes nach Brasilien in Kubikmetern
- die Mercosur-Zolltarifnummer NCM
- die Bundessteuernummer CNPJ des Empfängers / Kommissionärs
- das Volumen des Exportes nach Brasilien in Kubikmetern
- die Mercosur-Zolltarifnummer NCM
- die Bundessteuernummer CNPJ des Empfängers / Kommissionärs
12 November 2006
Alan Garcia in Sao Paulo
Gestern war der peruanische Präsident, der von einem Flugzeug der brasilianischen Luftwaffe abgeholt wurde, in São Paulo und stieg just in dem Hotel ab, in dem ich einen Kunden besuchte. Hier sehen Sie, welch' respektvollen Abstand die Wähler halten müssen, wenn ein Gewählter ins Hotel fährt (der Wagen rechts ist von der Bundespolizei, das Hotel ist 100 m weiter vorne rechts):

Hier wird der Wagen des Präsidenten geparkt, ich mußte deshalb einige Minuten in meinem warten, was zu vielen Entschuldigungen des Hotelmanagers führte, der draußen die ganze Aktion überwachte:

Auf dem Weg zum Hotel wurde ich auch aufgehalten, denn die Polizei überprüfte Motorradfahrer auf Waffen. Wenn Sie genau hinsehen, merken Sie, wie diskret der eine Polizist seine Waffe mit einer Hand verdeckt (klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern):

Hier wird der Wagen des Präsidenten geparkt, ich mußte deshalb einige Minuten in meinem warten, was zu vielen Entschuldigungen des Hotelmanagers führte, der draußen die ganze Aktion überwachte:

Auf dem Weg zum Hotel wurde ich auch aufgehalten, denn die Polizei überprüfte Motorradfahrer auf Waffen. Wenn Sie genau hinsehen, merken Sie, wie diskret der eine Polizist seine Waffe mit einer Hand verdeckt (klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern):
Wechselkurs
Der Wechselkurs beginnt selbst unseren Präsidenten Lula zu beunruhigen. Die Hartwährungsreserven Brasiliens ereichen bereits 80 Mrd. US$ und keiner wagt zu sagen, wo der Kurs ohne dieses Polster wäre. Was ist Ihre Prognose? Hier die Entwicklung des € - R$ - Kurses der letzten 3 Monate und der letzten 5 Jahre als Hilfe:


Eins ist klar, wenn die Regierung die immense Binnenverschuldung abbauen will, braucht sie Geld. Und dies umsoweniger, je niedriger die Zinsen sind. Und mit niedrigen Zinsen kommen weniger US$ ins Land (wir sind trotz € in Brasilien immer noch ein Dollarland) und mit weniger US$ sinkt der Wert des Real. Und die Regierung muß die Zinsen senken, denn sie braucht Wachstum. Und der Präsident steht im Wort, auch wenn auf dieses nicht viele Brasilianer bauen würden.


Eins ist klar, wenn die Regierung die immense Binnenverschuldung abbauen will, braucht sie Geld. Und dies umsoweniger, je niedriger die Zinsen sind. Und mit niedrigen Zinsen kommen weniger US$ ins Land (wir sind trotz € in Brasilien immer noch ein Dollarland) und mit weniger US$ sinkt der Wert des Real. Und die Regierung muß die Zinsen senken, denn sie braucht Wachstum. Und der Präsident steht im Wort, auch wenn auf dieses nicht viele Brasilianer bauen würden.
Brasilien stellt (wieder mal) einen Rekord auf!
Kennen Sie den Weltbankbericht DOING BUSINESS IN 2006 - CREATING JOBS? Wenn nicht, hier finden Sie ihn: http://www.doingbusiness.org/documents/DoingBusines2006_fullreport.pdf
PricewaterhouseCoopers zeigt auf Basis dieses Berichtes, daß eine Firma in Brasilien 40 mal mehr Zeit aufwendet, als eine Firma in der Schweiz, um ihren Steuerverpflichtungen nachzukommen und 8 mal als im Weltdurchschnitt und 5 mal als im lateinamerikanischen Durchschnitt. Damit liegt Brasilien unter den 175 untersuchten Ländern auf dem Spitzenplatz. Das bedeutet, daß bei uns die längste Zeit für die Steuerbürokratie aufgewendet werden muß, auf solchen Rekord kann man wirklich stolz sein!
Kleine Firmen geben danach bis zu 1,7 % ihres Umsatzes für die mit der Zahlung der Steuern einhergehenden Bürokratie aus. Wie gut, daß es ab Mitte 2007 das SUPERSIMPLES - System gibt, was diesen Aufwand für unsere kleinen Firmen reduziert. Und 1,7 % ist m.E. nach ein geschönter Wert, sehe ich doch schon in meiner Firma, welch' Aufwand getrieben werden muß.
Ratschlag für ausländische Firmengründer in Brasilien, fragen Sie uns, wir kümmern uns um die Bürokratie ihres Geschäftes und die Firmengründer um das eigentliche Geschäft. Es lebe die Fremdvergabe, hier macht sie mal wirklich Sinn.
PricewaterhouseCoopers zeigt auf Basis dieses Berichtes, daß eine Firma in Brasilien 40 mal mehr Zeit aufwendet, als eine Firma in der Schweiz, um ihren Steuerverpflichtungen nachzukommen und 8 mal als im Weltdurchschnitt und 5 mal als im lateinamerikanischen Durchschnitt. Damit liegt Brasilien unter den 175 untersuchten Ländern auf dem Spitzenplatz. Das bedeutet, daß bei uns die längste Zeit für die Steuerbürokratie aufgewendet werden muß, auf solchen Rekord kann man wirklich stolz sein!
Kleine Firmen geben danach bis zu 1,7 % ihres Umsatzes für die mit der Zahlung der Steuern einhergehenden Bürokratie aus. Wie gut, daß es ab Mitte 2007 das SUPERSIMPLES - System gibt, was diesen Aufwand für unsere kleinen Firmen reduziert. Und 1,7 % ist m.E. nach ein geschönter Wert, sehe ich doch schon in meiner Firma, welch' Aufwand getrieben werden muß.
Ratschlag für ausländische Firmengründer in Brasilien, fragen Sie uns, wir kümmern uns um die Bürokratie ihres Geschäftes und die Firmengründer um das eigentliche Geschäft. Es lebe die Fremdvergabe, hier macht sie mal wirklich Sinn.
12.11.2006, 17:00 Zeitzone Brasilia: Kommunist übernimmt Präsidentschaft!
Marx und Engels werden heute um 17:00 (20:00 MEZ) in Brasília zitiert werden, wenn der Führer der kommunistischen Partei Brasiliens und Präsident des Abgeordnetenhauses Aldo Rebelo (nomen est omen) von Lula die Präsidentschaft übernimmt. Allerdings nur bis Montagabend, wenn der gewählte und wiedergewählte Präsident von seiner Reise nach Caracas zurückkehrt, die er direkt nach der Amtsübergabe antritt, denn er muß sich ja wohl bei seinem ideologischem Chef Chaves melden. Denn sein Vize ist in den USA, um sich dort behandeln zu lassen (obwohl Lula im Wahlkampf immer wieder darauf hinwies, wie gut unser Gesundheitssystem sei) und in Brasilien muß der jeweilige Präsident sein Amt an den Vize und bei dessen Abwesenheit an den Chef des Abgeordnetenhauses temporär übergeben, wenn er ins Ausland reist. Dieser Anachronismus stammt wahrscheinlich noch aus der Segelschiff- und Postkutschenzeit und führt jetzt dazu, daß ein waschechter Kommunist brasilianischer Präsident wird. Die Generäle, die dies als nicht gewählte Präsidenten zu verhindern wußten, werden sich im Grabe umdrehen! Aber es spricht für unsere Demokratie, daß ein solcher Vorgang (die Übernahme, nicht das Umdrehen) normal ist, obwohl erst zwei zivile Präsidenten in Brasilien vom Volk gewählt wurden und ihre Amtsinsignien an den ebenfalls gewählten Nachfolger übergaben. Dieses Kunststück gelang in den letzten 80 Jahren nämlich nur Jucelino Kubitschek und Fernando Henrique Cardoso. Nicht ganz so normal ist die Tatsache, daß die erste Dame des Landes die italienische Staatsbürgerschaft beantragte und erhielt, um "die Zukunft ihrer Kinder zu sichern". Was weiß sie von ihrem Mann, was wir nicht wissen?
26 Oktober 2006
Erst Erden, dann Eingraben!
Am 27.8.2006 schrieb ich über Erdung und Kupferverbrauch. Aber die Brasilianer wollen noch fortschrittlicher werden und endlich São Paulo nicht mehr wie eine US-amerikanische Kleinstadt aussehen lassen. Das ist sogar in einem Gesetz festgeschrieben, seit 15 Monaten ist die Stadt verpflichtet, alle oberirdischen Leitungen für Energie und Signale einzugraben. Die Ausführungsbestimmungen sollten bis August 2005 veröffentlicht werden, lassen aber - natürlich - auf sich warten. Es gibt eben Gesetze, die "kommen an" und andere, die es nicht tun, hier mangels Masse. Man schätzt nämlich die Investition, die erforderlich ist, um 180.000 km Leitungen unter die Erde (15.000 km Bürgersteige) zu bringen, auf 250 Mrd. R$. Aber ein Anfang ist mit einigen Geschäftsstraßen mit teuren Läden gemacht, jetzt muß nur für den Rest ein Geldgeber gefunden werden. Bis jetzt sieht es so aus, daß der Verbraucher die Zeche zahlen wird, u.a. über höhere Bezugsgebühren. Die Stromanschlußgebühren, die heute bei 250 R$ liegen, werden künftig auf 2.500 R$ steigen - wobei die Erdarbeiten noch nicht dabei sind. Aber die Hersteller der künftig neuen Installationstechnik können sich freuen, hier winkt Umsatz, speziell für deutsche Firmen, die an diese Technik schon gewöhnt sind.
21 Oktober 2006
Mobiltelefonie
Nicht nur die Automobilindustrie kann dieses Jahr zufrieden sein, auch der brasilianische Mobiltelefonmarkt wächst unaufhaltsam zur Freude der Betreiber und Hersteller von Mobiltelefonen. Hier die Fakten (Anzahl Mobiltelefone in Brasilien):
1998 07.400.000 (ohne die führende Null wäre der Eintrag linksbündig!)
1999 15.000.000
2000 23.200.000
2001 28.700.000
2002 34.900.000
2003 46.300.000
2004 65.600.000
2005 86.200.000
2006 99.000.000 (linear hochgerechnet von 95,8 Mio. per September)
Das sind stolze Zahlen, bleibt nur zu hoffen, daß die Tarife so fallen, wie die Anzahl der Mobiltelefonbenutzer gestiegen ist! Übrigens haben wir in Brasilien z.Z. 51 Mobiltelefone für 100 Einwohner, in den USA sind es 68 und in Hong Kong 123. Das liegt wahrscheinlich daran, daß zwar alle Menschen zwei Ohren haben, aber nur die Asiaten beide Gehirnhälften gleichzeitig für die Spracherkennung benutzen, oder?
1998 07.400.000 (ohne die führende Null wäre der Eintrag linksbündig!)
1999 15.000.000
2000 23.200.000
2001 28.700.000
2002 34.900.000
2003 46.300.000
2004 65.600.000
2005 86.200.000
2006 99.000.000 (linear hochgerechnet von 95,8 Mio. per September)
Das sind stolze Zahlen, bleibt nur zu hoffen, daß die Tarife so fallen, wie die Anzahl der Mobiltelefonbenutzer gestiegen ist! Übrigens haben wir in Brasilien z.Z. 51 Mobiltelefone für 100 Einwohner, in den USA sind es 68 und in Hong Kong 123. Das liegt wahrscheinlich daran, daß zwar alle Menschen zwei Ohren haben, aber nur die Asiaten beide Gehirnhälften gleichzeitig für die Spracherkennung benutzen, oder?
Volldampf voraus für die brasilianische Autoindustrie
Endlich mal wieder gute Nachrichten nach den Ankündigungen von Massenentlassungen in Brasiliens Kfz-Industrie. VW will zwar immer noch mit bis zu 6.000 Mitarbeitern weniger auskommen, aber hat vor, in den nächsten fünf Jahren 2,5 Mrd. R$ in Brasilien zu investieren, ein Drittel davon im Werk São Bernado, mit dessen Schließung noch vor kurzem gedroht wurde. So schnell ändern sich die Zeiten manchmal. GM kündigte für das nächste Jahr Investitionen in Höhe von 714 Mio. R$ an und möchte noch nicht vom Mutterhaus genehmigte 1 Mrd. R$ für die Entwicklung zweier Fahrzeuge 2009 und 1010 ausgeben. Das alles vor dem Hintergrund eines Rekordjahres, wenn nichts dazwischen kommt, wird die brasilianische Kfz-Industrie in diesem Jahr 2,64 Mio. Fahrzeuge produzieren. Ein weiterer Grund für unseren Präsidenten Lula, sich damit zu brüsten, daß noch nie in der Geschichte Brasiliens ein Präsident soviele Fahrzeuge produzieren ließ...
17 Oktober 2006
Ausländische Firmen investierten 2005 in Brasilien 15,1 Mrd.US$...
...aber noch mehr in Großbritannien (164,5 Mrd.US$), in den USA (99,4 Mrd.US$), China (72,4 Mrd.US$), Frankreich (63,6 Mrd.US$), Holland (43,6 Mrd.US$), Hong Kong (35,9 Mrd.US$), Kanada (33,8 Mrd.US$), Deutschland (32,7 Mrd.US$), Belgien (23,7 Mrd.US$), Spanien (23 Mrd.US$), Singapur (20,1 Mrd.US$), Italien (20 Mrd.US$) und Mexiko (18,1 Mrd.US$).
Die Investition ausländischer Firmen in Brasilien ging damit gegenüber 2004 um 17 % zurück und wuchs gleichzeitig weltweit um 29 %. Auch diese Zahlen entstammen dem UNCTAD-Bericht (siehe vorherigen Blogeintrag). Auch 2006 wird aller Voraussicht nach der Investitionsrückgang in Brasilien anhalten, auch wenn er "nur" 2 % betragen wird. Eine Erklärung für den Rückgang um 17 % ist die Berücksichtigung der AmBev - Interbrew - Fusion 2004, ein schwacher Trost, wenn man weiß, daß Brasilien seine Ressourcen nicht adäquat nutzt und besser dastehen könnte als auf Platz 14 der Weltrangliste. Aber wenigstens war Brasilien für den Investor das Land unserer Region mit der höchsten Rentabilität.
Die Investition ausländischer Firmen in Brasilien ging damit gegenüber 2004 um 17 % zurück und wuchs gleichzeitig weltweit um 29 %. Auch diese Zahlen entstammen dem UNCTAD-Bericht (siehe vorherigen Blogeintrag). Auch 2006 wird aller Voraussicht nach der Investitionsrückgang in Brasilien anhalten, auch wenn er "nur" 2 % betragen wird. Eine Erklärung für den Rückgang um 17 % ist die Berücksichtigung der AmBev - Interbrew - Fusion 2004, ein schwacher Trost, wenn man weiß, daß Brasilien seine Ressourcen nicht adäquat nutzt und besser dastehen könnte als auf Platz 14 der Weltrangliste. Aber wenigstens war Brasilien für den Investor das Land unserer Region mit der höchsten Rentabilität.
Brasiliens Konzerne investieren im Ausland...
...aber selbst strahlende Gruppen wie Gerdau und WEG, beide von deutschen Auswanderern gegründet, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Brasilianer von den Asiaten überholt worden sind. Das fängt - kleine Abweichung vom Thema - damit an, daß die brasilianischen Devisenreserven den (lokalen) Rekordwert von 74,9 Mrd. US$ erreicht haben, die chinesischen aber fast schon bei einer Billion US$ liegen, der Löwenanteil davon in Form von Schuldverschreibungen. Da sieht man, wer in der Bundesliga und wer in der Regionalliga spielt!
Von den 100 Schwellenlandfirmen, die weltweit am meisten im Ausland investieren, kommen 77 aus Asien. Zwischen 1980 und 1990 hat Brasilien diese Liste angeführt, heute liegt das Land nur noch auf dem sechsten Platz und von den 72 Mrd.US$, die der Privatsektor im Ausland angelegt / festgelegt hat, sind 65 % in Steuerparadiesen gelandet. Argentinien lag 1980 übrigens auf dem dritten Platz und hat heute - trotz beeindruckender relativer BIP-Wachstumsraten (von einem niedrigem Niveau aus!!!) - keine Firma mehr in der Liste der hundert größten Schwellenlandauslandsinvestoren (Das Wort soll uns Deutschen mal einer nachmachen!).
Auch interessant, in der Fortune-Liste der 500 weltgrößten Firmen waren 1990 nur 19 aus Schwellenländern, heute sind es schon 47.
Die brasilianischen Firmen unter den ersten 100 Schwellenlandauslandsinvestoren sind Petrobrás (Platz 12 - 6,2 Mrd. US$), Vale do Rio Doce (Platz 25 - 4 Mrd. US$) und Gerdau (Platz 33 - 3,3 Mrd. US$). Die einzige lateinamerikanische Firma mit Spitzentechnologie ist der brasilianischer Flugzeughersteller Embraer, der aber in der erwähnten Liste mangels ausreichender Auslandsinvestition (trotz Fabrik in China) nicht auftaucht.
Nachzulesen sind die Zahlen im Jahresbericht der UNCTAD - Conferência da ONU para o Comércio e Desenvolvimento.
Von den 100 Schwellenlandfirmen, die weltweit am meisten im Ausland investieren, kommen 77 aus Asien. Zwischen 1980 und 1990 hat Brasilien diese Liste angeführt, heute liegt das Land nur noch auf dem sechsten Platz und von den 72 Mrd.US$, die der Privatsektor im Ausland angelegt / festgelegt hat, sind 65 % in Steuerparadiesen gelandet. Argentinien lag 1980 übrigens auf dem dritten Platz und hat heute - trotz beeindruckender relativer BIP-Wachstumsraten (von einem niedrigem Niveau aus!!!) - keine Firma mehr in der Liste der hundert größten Schwellenlandauslandsinvestoren (Das Wort soll uns Deutschen mal einer nachmachen!).
Auch interessant, in der Fortune-Liste der 500 weltgrößten Firmen waren 1990 nur 19 aus Schwellenländern, heute sind es schon 47.
Die brasilianischen Firmen unter den ersten 100 Schwellenlandauslandsinvestoren sind Petrobrás (Platz 12 - 6,2 Mrd. US$), Vale do Rio Doce (Platz 25 - 4 Mrd. US$) und Gerdau (Platz 33 - 3,3 Mrd. US$). Die einzige lateinamerikanische Firma mit Spitzentechnologie ist der brasilianischer Flugzeughersteller Embraer, der aber in der erwähnten Liste mangels ausreichender Auslandsinvestition (trotz Fabrik in China) nicht auftaucht.
Nachzulesen sind die Zahlen im Jahresbericht der UNCTAD - Conferência da ONU para o Comércio e Desenvolvimento.
08 Oktober 2006
Wechselkurs
Ich bin gerade von einer dreiwöchigen Geschäftsreise zurückgekehrt und möchte Sie, meine Leser, zunächst schnell über die Kursentwicklung des R$ gegenüber dem € unterrichten. Hier sehen Sie, was sich in den letzten drei Monaten und den letzten fünf Jahren getan hat:


Weitere Nachrichten und Kommentare folgen in Kürze.


Weitere Nachrichten und Kommentare folgen in Kürze.
09 September 2006
Inflation, Wahlen, Technologie, Wettbewerbsfähigkeit und andere Probleme
Der IMF-Direktor Rodrigo de Rato warnt vor einer globalen Preissteigerung, die das Weltwirtschaftswachstum bremsen könnte. Zur Zeit kann sich keiner über dieses Wachstum mit seinen Motoren China und Indien beschweren, aber steigende Preise für Erdöl und Rohstoffe können das ändern, auch wenn die Wirtschaft gegenüber dem Erdölpreis erstaunlich "robust" geblieben ist, wie man heute so schön sagt.
In Brasilien hat die Zentralbank offensichtlich immer noch 1.) Angst vor der Inflation und die Regierung 2.) außer dem Leitzins keine andere Mittel zur Inflationsbekämpfung gefunden. Und deshalb erwarten die Auguren (die sich auch irren können) für Ende 2007 einen Leitzins von 12 %. Wobei der Einfluß der ungehemmten Wahlversprechen des (noch und bald wieder) Präsidenten Lula, deren finanziellen Auswirkungen im Regierungshaushalt nicht berücksichtigt sind, unbekannt und zu fürchten sind.
Dieser hat sich gestern übrigens dazu hinreißen lassen, der Opposition vorzuwerfen, sie eifere Hitler nach, der eine neue Rasse (arischer Herrenmenschen?) schaffen wollte, um das Volk nach seinen Vorstellungen zu prägen. Als hervorragender Populist rief er noch "Es gibt sogar Leute, die glauben, Arme sollten nicht wählen dürfen, weil sie mich (Lula) wählen!". Als ob wir in Brasilien nicht schon genug Probleme hätten; jetzt wird noch der Klassenkampf versucht! Und es scheint zu funktionieren, nach der neuesten Umfrage erhält Lula im ersten Wahlgang 48 % (gleichbleibend zur letzten Umfrage) und sein Hauptwidersacher Alckmin 27 %, zwar 5 Prozentpunkte mehr als 11 Tage vorher, aber leider nicht ausreichend. Es kommt manchmal auf kleinste Unterschiede an, Schumacher verlor die Pole Position heute an Raikkonen wegen 0,002 Sekunden!
Bei der Wettbewerbsfähigkeit ist der Abstand größer, nach einer FIESP-Untersuchung von 43 Ländern liegen ganz vorne die USA, gefolgt von Japan, Schweden, Norwegen und Singapur. Brasilien erscheint erst nach anderen lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Chile, Venezuela und Mexiko. Hinter Brasilien tauchen nur die Philippinen, Kolumbien, Türkei, Indien und Indonesien auf. Immerhin hat Brasilien den 38. Platz geschafft, im Vorjahr war es der 39. Im Mittel stieg die Wettbewerbsfähigkeit der untersuchten Länder um 27 %, die Brasiliens aber nur um 15 %. Das bedeutet für die Regierung eine Herausforderung, denn sie muß in ihrem ureigensten Bereich reformieren, damit die Privatwirtschaft die Voraussetzungen erhält, ihren Beitrag zu leisten. Und für ausländische Unternehmer bedeutet dies eine große Chance, denn das Land hungert nach Technologie. Wir haben zwar Inseln der Exzellenz, aber es sind eben nur Inseln und Brasilien ist fast ein Kontinent für sich.
Was überhaupt nicht hilft, die technologische Lücke zu schließen, ist die Situation des brasilianischen Patentamtes INPI in Rio. Zur Zeit warten 550.000 Schutzrechtanträge und -einsprüche auf eine Entscheidung und bis Jahresende wird der Eingang weiterer 35.000 erwartet. Wer eine einfache Marke anmeldet, wartet zur Zeit ca. 6 Jahre auf die endgültige Erteilung des Markenrechts! Wie schlecht das INPI arbeitet, kann einfach gezeigt werden. Einer meiner Kunden, dessen Patente schon ausgelaufen sind, weil er sie vor 45 Jahren anmeldete und die zugrundeliegende Technik bereits Eingang in die einschlägigen Lehrbücher fand, verlor in Brasilien vorübergehend seine Kunden, weil ein brasilianischer Konkurrent ein frisches Patent vorzeigen konnte. Mit diesem drohte er den Käufern, daß sie illegal arbeiten würden, wenn sie in Deutschland Produkte käuften, die er in Brasilien patentiert habe. Erst auf unseren anwaltlichen Einspruch hin nahm der Konkurrrent seine Drohungen zurück. Hätten die Prüfer des Patentamtes ein Fachbuch aufgeschlagen, wäre dies nicht passiert. Schade, daß keine Einsteins beim INPI arbeiten.
Noch ein mehr als überflüssiges Problem. Weil der Mercosur nicht funktioniert, will Uruguay ein Handelsabkommen mit den USA abschließen. Und Brasilien schwingt den großen Knüppel und droht, daß das Land dann den Mercosur verlassen müsse. Dabei reicht eigentlich schon der Ärger, den man im Augenblick mit Indien hat. Denn beide Außenministerien haben komplett unterschiedliche Auffassungen über die Wichtigkeit des jeweils anderen Landes als strategischer Partner. Indien sieht, wie China, Brasilien zunächst als Konkurrent an, während die ideologisch geprägte brasilianische Regierung von einer Einheitsfront der Schwellenländer einschließlich Südafrikas schwärmt. Einheitsfront in erster Linie natürlich gegen die USA.
Wer mehr über Investitionschancen in Brasilien wissen will, sollte das Seminar der IHK Pfalz am 28.9.2006 nicht verpassen, auf dem ich über "Handel mit Brasilien" und "Investieren in Brasilien" sprechen werde. Wer das Land geführt kennenlernen möchte, kann dies auf einer Unternehmerreise der IHK Essen Ende November machen, die nach Rio und São Paulo führt. Zur Vorbereitung spreche ich in der IHK Essen am 25.9. nachmittags zu Interessenten über die brasilianische Wirtschaft, Geschäftsmöglichkeiten und was man in Brasilien beachten sollte.
In Brasilien hat die Zentralbank offensichtlich immer noch 1.) Angst vor der Inflation und die Regierung 2.) außer dem Leitzins keine andere Mittel zur Inflationsbekämpfung gefunden. Und deshalb erwarten die Auguren (die sich auch irren können) für Ende 2007 einen Leitzins von 12 %. Wobei der Einfluß der ungehemmten Wahlversprechen des (noch und bald wieder) Präsidenten Lula, deren finanziellen Auswirkungen im Regierungshaushalt nicht berücksichtigt sind, unbekannt und zu fürchten sind.
Dieser hat sich gestern übrigens dazu hinreißen lassen, der Opposition vorzuwerfen, sie eifere Hitler nach, der eine neue Rasse (arischer Herrenmenschen?) schaffen wollte, um das Volk nach seinen Vorstellungen zu prägen. Als hervorragender Populist rief er noch "Es gibt sogar Leute, die glauben, Arme sollten nicht wählen dürfen, weil sie mich (Lula) wählen!". Als ob wir in Brasilien nicht schon genug Probleme hätten; jetzt wird noch der Klassenkampf versucht! Und es scheint zu funktionieren, nach der neuesten Umfrage erhält Lula im ersten Wahlgang 48 % (gleichbleibend zur letzten Umfrage) und sein Hauptwidersacher Alckmin 27 %, zwar 5 Prozentpunkte mehr als 11 Tage vorher, aber leider nicht ausreichend. Es kommt manchmal auf kleinste Unterschiede an, Schumacher verlor die Pole Position heute an Raikkonen wegen 0,002 Sekunden!
Bei der Wettbewerbsfähigkeit ist der Abstand größer, nach einer FIESP-Untersuchung von 43 Ländern liegen ganz vorne die USA, gefolgt von Japan, Schweden, Norwegen und Singapur. Brasilien erscheint erst nach anderen lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Chile, Venezuela und Mexiko. Hinter Brasilien tauchen nur die Philippinen, Kolumbien, Türkei, Indien und Indonesien auf. Immerhin hat Brasilien den 38. Platz geschafft, im Vorjahr war es der 39. Im Mittel stieg die Wettbewerbsfähigkeit der untersuchten Länder um 27 %, die Brasiliens aber nur um 15 %. Das bedeutet für die Regierung eine Herausforderung, denn sie muß in ihrem ureigensten Bereich reformieren, damit die Privatwirtschaft die Voraussetzungen erhält, ihren Beitrag zu leisten. Und für ausländische Unternehmer bedeutet dies eine große Chance, denn das Land hungert nach Technologie. Wir haben zwar Inseln der Exzellenz, aber es sind eben nur Inseln und Brasilien ist fast ein Kontinent für sich.
Was überhaupt nicht hilft, die technologische Lücke zu schließen, ist die Situation des brasilianischen Patentamtes INPI in Rio. Zur Zeit warten 550.000 Schutzrechtanträge und -einsprüche auf eine Entscheidung und bis Jahresende wird der Eingang weiterer 35.000 erwartet. Wer eine einfache Marke anmeldet, wartet zur Zeit ca. 6 Jahre auf die endgültige Erteilung des Markenrechts! Wie schlecht das INPI arbeitet, kann einfach gezeigt werden. Einer meiner Kunden, dessen Patente schon ausgelaufen sind, weil er sie vor 45 Jahren anmeldete und die zugrundeliegende Technik bereits Eingang in die einschlägigen Lehrbücher fand, verlor in Brasilien vorübergehend seine Kunden, weil ein brasilianischer Konkurrent ein frisches Patent vorzeigen konnte. Mit diesem drohte er den Käufern, daß sie illegal arbeiten würden, wenn sie in Deutschland Produkte käuften, die er in Brasilien patentiert habe. Erst auf unseren anwaltlichen Einspruch hin nahm der Konkurrrent seine Drohungen zurück. Hätten die Prüfer des Patentamtes ein Fachbuch aufgeschlagen, wäre dies nicht passiert. Schade, daß keine Einsteins beim INPI arbeiten.
Noch ein mehr als überflüssiges Problem. Weil der Mercosur nicht funktioniert, will Uruguay ein Handelsabkommen mit den USA abschließen. Und Brasilien schwingt den großen Knüppel und droht, daß das Land dann den Mercosur verlassen müsse. Dabei reicht eigentlich schon der Ärger, den man im Augenblick mit Indien hat. Denn beide Außenministerien haben komplett unterschiedliche Auffassungen über die Wichtigkeit des jeweils anderen Landes als strategischer Partner. Indien sieht, wie China, Brasilien zunächst als Konkurrent an, während die ideologisch geprägte brasilianische Regierung von einer Einheitsfront der Schwellenländer einschließlich Südafrikas schwärmt. Einheitsfront in erster Linie natürlich gegen die USA.
Wer mehr über Investitionschancen in Brasilien wissen will, sollte das Seminar der IHK Pfalz am 28.9.2006 nicht verpassen, auf dem ich über "Handel mit Brasilien" und "Investieren in Brasilien" sprechen werde. Wer das Land geführt kennenlernen möchte, kann dies auf einer Unternehmerreise der IHK Essen Ende November machen, die nach Rio und São Paulo führt. Zur Vorbereitung spreche ich in der IHK Essen am 25.9. nachmittags zu Interessenten über die brasilianische Wirtschaft, Geschäftsmöglichkeiten und was man in Brasilien beachten sollte.
07 September 2006
Lula auf dem Vormarsch, BIP auf dem Rückzug
Eines paßt nicht zum anderen, aber es gibt ja Unsinnskorrelationen. Hier die Werte (nicht die von Lula, sondern von unserer Wirtschaft), wie sie vom Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada IPEA des Planungsministeriums gerade genannt wurden:

Bitte mit Vorsicht zu genießen, was ein Ministerium oder ein ihm zugeordnetes Institut 3 Wochen vor der Präsidentenwahl sagt, muß nicht immer die volle Wahrheit sein!

Bitte mit Vorsicht zu genießen, was ein Ministerium oder ein ihm zugeordnetes Institut 3 Wochen vor der Präsidentenwahl sagt, muß nicht immer die volle Wahrheit sein!
03 September 2006
Gefährlicher Beruf


Hier können Sie einen Fensterputzer bewundern, den ich von der Innenseite meines Hotelfensters in Buenos Aires aufnahm. Das andere Foto zeigt das Edifício Itália, das höchste Gebäude São Paulos. Ob dort auch so gearbeitet wird?
02 September 2006
Adler und (lahme) Enten - Kfz-Industrie in Brasilien
VW steckt in der Krise, Fiat stellt ein und der Fahrzeugabsatz schlägt einen neuen Rekord. Im August setzte die Kfz-Industrie in Brasilien 178.500 Fahrzeuge ab, das ist der höchste Monatsabsatz des Jahres und der zweithöchste Augustabsatz der Geschichte. Selbst VW, die in einem Abmagerungsprozeß stecken, verkauften 37.300 Fahrzeuge, ein Plus von 7,6 % gegenüber dem Juli.
Die Automobilhersteller haben per August einen kumulierten Absatz von 1,205 Mio. Fahrzeuge erzielt, das sind 10,5 % mehr als im Vorjahr. Der Augustabsatz 2006 liegt sogar 17,7 % über dem August 2005. Der wahrscheinliche Grund? Finanzierung. Denn 70 % der Fahrzeuge werden auf Pump gekauft und der nicht rechnende Kunde kann ein Fahrzeug in bis zu 70 Monaten abstottern.
Wie das Jahr abgeschlossen wird, ist schwer zu sagen, denn bei VW wird wegen der Massenentlassungen gestreikt. Eine Folge kann sein, daß auch GM seinen Erzrivalen VW überholt, nachdem dies Fiat schon gelungen ist. Allerdings behauptet VW bis jetzt den Spitzenplatz in der Produktion, aber ein Großteil davon ist für den Export bestimmt und das ist genau eines der Probleme, denn VW macht in diesem Sektor wegen des starken R$ Verluste, muß aber weiterhin vertragsgetreu liefern. Präsident Lula meinte dazu, das "VW-Projekt sei schiefgelaufen", bedauerte dies außerordentlich und kündigte an - ohne ein Datum zu nennen - daß er mit der Geschäftsführung von VW darüber sprechen werde. Als ex-Gewerkschaftsführer, der die schlechte Kostenposition VWs im Werk Anchieta mit verursacht hat, kann er sicher viel zur Erklärung der Situation beitragen, hoffentlich als Staatspräsident auch zu ihrer Lösung.
Die folgenden Bilder sprechen für sich (Absatzzahlen nur in Brasilien, ohne Export):

Die Automobilhersteller haben per August einen kumulierten Absatz von 1,205 Mio. Fahrzeuge erzielt, das sind 10,5 % mehr als im Vorjahr. Der Augustabsatz 2006 liegt sogar 17,7 % über dem August 2005. Der wahrscheinliche Grund? Finanzierung. Denn 70 % der Fahrzeuge werden auf Pump gekauft und der nicht rechnende Kunde kann ein Fahrzeug in bis zu 70 Monaten abstottern.
Wie das Jahr abgeschlossen wird, ist schwer zu sagen, denn bei VW wird wegen der Massenentlassungen gestreikt. Eine Folge kann sein, daß auch GM seinen Erzrivalen VW überholt, nachdem dies Fiat schon gelungen ist. Allerdings behauptet VW bis jetzt den Spitzenplatz in der Produktion, aber ein Großteil davon ist für den Export bestimmt und das ist genau eines der Probleme, denn VW macht in diesem Sektor wegen des starken R$ Verluste, muß aber weiterhin vertragsgetreu liefern. Präsident Lula meinte dazu, das "VW-Projekt sei schiefgelaufen", bedauerte dies außerordentlich und kündigte an - ohne ein Datum zu nennen - daß er mit der Geschäftsführung von VW darüber sprechen werde. Als ex-Gewerkschaftsführer, der die schlechte Kostenposition VWs im Werk Anchieta mit verursacht hat, kann er sicher viel zur Erklärung der Situation beitragen, hoffentlich als Staatspräsident auch zu ihrer Lösung.
Die folgenden Bilder sprechen für sich (Absatzzahlen nur in Brasilien, ohne Export):

30 August 2006
Erfolgreich in Brasilien verkaufen
Oft hat ein deutscher Exporteur das Problem, daß er keinen Vertreter findet oder sein Vertreter nicht zufriedenstellend verkauft. Manche Firmen bezahlen daher bei einer Vertretungsfirma angestellte Mitarbeiter, damit diese sich ausschließlich ihren Produkten widmen, was aber wegen der Entfernung nie garantiert werden kann. Und wenn der Exporteur dies erst am Auftragseingang merkt, ist dies zu spät. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist meine Firma in zwei Bereichen tätig, die schon aus dem Firmennamen hervorgehen:
EUROLATINA INTERNATIONAL - COMÉRCIO EXTERIOR E DESENVOLVIMENTO DE NEGÓCIOS LTDA. oder übersetzt EUROLATINA INTERNATIONAL - AUSSENHANDEL UND GESCHÄFTSENTWICKLUNG LTDA.
Der erste Bereich kümmert sich um EXPORTKOOPERATION mit deutschen Kunden: Der Eurolatinakunde bezahlt einen Vertreter oder Verkäufer, der ausschließlich seine Produkte vertreibt (oder, falls sinnvoll und in Abstimmung, die eines weiteren Exporteurs). EUROLATINA übernimmt die Vertriebspersonalsuche und -verpflichtung, die Bezahlung des Vertriebspersonals gegen Rechnungsstellung an den Kunden, die Planung und Überwachung der Vertriebsaktivitäten mit regelmäßiger deutscher Berichterstattung an den Kunden und stellt einen Arbeitsplatz mit PC, Internet und Telefon zur Verfügung und übernimmt Telefon- und Postdienst im Namen der Kundenfirma. Auf Wunsch koordinieren wir auch alle Importformalitäten, die zur Abwicklung der Kundenaufträge nötig sind, beseitigen dabei auftretende Probleme und pflegen die Kontakte unserer Kunden in Brasilien. Wenn diese ihre Kunden in Brasilien besuchen wollen, übernehmen wir die Vorbereitung eines solchen Besuches von der Abholung am Flughafen angefangen bis hin zur Begleitung bei den Besuchen durch mehrsprachiges Personal und Follow up.
Der zweite Bereich ist der BERATUNG und dem FIRMENPOOL BRASILIEN / MERCOSUR gewidmet. wobei der Firmenpool von uns im Auftrag der Handelskammerorganisation gegründet und jetzt schon fast 10 Jahre geleitet wird. Träger ist seit vielen Jahren die IHK Essen, NRW - Schwerpunktkammer für Lateinamerika.
Beide Bereiche sind büromäßig getrennt, aber Nachbarn im selben Gebäude.
Wer mehr über den Aufbau und die Pflege von Handelsbeziehungen mit Brasilien und über Investitionsmöglichkeiten und -modalitäten hören möchte, kann im September zwei meiner Seminare in Deutschland besuchen:
25.9.06 IHK Essen (nachmittags): Anmeldung bei Herrn Tobias Slomke slomke@essen.ihk.de
28.9.06 IHK Pfalz (ganztägig, zusammen mir RA Parvis Papoli-Barawati): Anmeldung bei Frau Kim Gronemeier kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de
EUROLATINA INTERNATIONAL - COMÉRCIO EXTERIOR E DESENVOLVIMENTO DE NEGÓCIOS LTDA. oder übersetzt EUROLATINA INTERNATIONAL - AUSSENHANDEL UND GESCHÄFTSENTWICKLUNG LTDA.
Der erste Bereich kümmert sich um EXPORTKOOPERATION mit deutschen Kunden: Der Eurolatinakunde bezahlt einen Vertreter oder Verkäufer, der ausschließlich seine Produkte vertreibt (oder, falls sinnvoll und in Abstimmung, die eines weiteren Exporteurs). EUROLATINA übernimmt die Vertriebspersonalsuche und -verpflichtung, die Bezahlung des Vertriebspersonals gegen Rechnungsstellung an den Kunden, die Planung und Überwachung der Vertriebsaktivitäten mit regelmäßiger deutscher Berichterstattung an den Kunden und stellt einen Arbeitsplatz mit PC, Internet und Telefon zur Verfügung und übernimmt Telefon- und Postdienst im Namen der Kundenfirma. Auf Wunsch koordinieren wir auch alle Importformalitäten, die zur Abwicklung der Kundenaufträge nötig sind, beseitigen dabei auftretende Probleme und pflegen die Kontakte unserer Kunden in Brasilien. Wenn diese ihre Kunden in Brasilien besuchen wollen, übernehmen wir die Vorbereitung eines solchen Besuches von der Abholung am Flughafen angefangen bis hin zur Begleitung bei den Besuchen durch mehrsprachiges Personal und Follow up.
Der zweite Bereich ist der BERATUNG und dem FIRMENPOOL BRASILIEN / MERCOSUR gewidmet. wobei der Firmenpool von uns im Auftrag der Handelskammerorganisation gegründet und jetzt schon fast 10 Jahre geleitet wird. Träger ist seit vielen Jahren die IHK Essen, NRW - Schwerpunktkammer für Lateinamerika.
Beide Bereiche sind büromäßig getrennt, aber Nachbarn im selben Gebäude.
Wer mehr über den Aufbau und die Pflege von Handelsbeziehungen mit Brasilien und über Investitionsmöglichkeiten und -modalitäten hören möchte, kann im September zwei meiner Seminare in Deutschland besuchen:
25.9.06 IHK Essen (nachmittags): Anmeldung bei Herrn Tobias Slomke slomke@essen.ihk.de
28.9.06 IHK Pfalz (ganztägig, zusammen mir RA Parvis Papoli-Barawati): Anmeldung bei Frau Kim Gronemeier kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de
Tendenzen der brasilianischen (besser nippogermanischen) Automobilindustrie
Zwei Überschriften aus der heutigen Ausgabe des ESTADO DE SÃO PAULO:
VOLKS BEGINNT DIE ENTLASSUNGEN UND MITARBEITER STREIKEN
Hintergrund: VW hat angekündigt, 1.800 Mitarbeiter ab 21.11.06 zu entlassen und droht damit, falls nötig, das Werk in São Bernado do Campo zu schließen, in dem über 10.000 Menschen arbeiten. Als ein Grund wird die fehlende Wettbewerbsfähigkeit im Export angegeben. Am 21.11.06 endet der Stabilitätspakt mit der Gewerkschaft. Man fühlt sich an eine Baufirma in Deutschland erinnert, die selbst der damalige Bundeskanzler nicht retten konnte.
TOYOTA VERGRÖSSERT FABRIK IN SÃO BERNADO
Hintergrund: Die Firma exportiert Schmiedeteile, u.a. Kurbelwellen, an Fabriken in den USA und muß die entsprechenden Fertigungslinien mit einer Investition von 42 Mio. US$ ausweiten.
Dazu eine persönliche Erinnerung: Als ich als Geschäftsführer eines Automobilteileherstellers mit VW verhandelte, saßen mir oft mindestens 5, manchmal 10 oder sogar 12 Gesprächspartner gegenüber. Bei meinen Gesprächen mit Toyata war es immer nur einer, entweder der Geschäftsführer oder ein Einkäufer bzw. Entwicklungsingenieur. Und bei Toyota habe ich nie auf einen Manager warten müssen, der sich gerade in seinem Büro die Schuhe putzen ließ und während dieser Wartezeit habe ich nie im Nachbarbüro einen japanischen Manager des Mutterhauses gesehen, der gerade den Sportteil der Tageszeitung las. Manchmal fragt man sich, wo unsere Preussen geblieben sind!
VOLKS BEGINNT DIE ENTLASSUNGEN UND MITARBEITER STREIKEN
Hintergrund: VW hat angekündigt, 1.800 Mitarbeiter ab 21.11.06 zu entlassen und droht damit, falls nötig, das Werk in São Bernado do Campo zu schließen, in dem über 10.000 Menschen arbeiten. Als ein Grund wird die fehlende Wettbewerbsfähigkeit im Export angegeben. Am 21.11.06 endet der Stabilitätspakt mit der Gewerkschaft. Man fühlt sich an eine Baufirma in Deutschland erinnert, die selbst der damalige Bundeskanzler nicht retten konnte.
TOYOTA VERGRÖSSERT FABRIK IN SÃO BERNADO
Hintergrund: Die Firma exportiert Schmiedeteile, u.a. Kurbelwellen, an Fabriken in den USA und muß die entsprechenden Fertigungslinien mit einer Investition von 42 Mio. US$ ausweiten.
Dazu eine persönliche Erinnerung: Als ich als Geschäftsführer eines Automobilteileherstellers mit VW verhandelte, saßen mir oft mindestens 5, manchmal 10 oder sogar 12 Gesprächspartner gegenüber. Bei meinen Gesprächen mit Toyata war es immer nur einer, entweder der Geschäftsführer oder ein Einkäufer bzw. Entwicklungsingenieur. Und bei Toyota habe ich nie auf einen Manager warten müssen, der sich gerade in seinem Büro die Schuhe putzen ließ und während dieser Wartezeit habe ich nie im Nachbarbüro einen japanischen Manager des Mutterhauses gesehen, der gerade den Sportteil der Tageszeitung las. Manchmal fragt man sich, wo unsere Preussen geblieben sind!
Abonnieren
Posts (Atom)






