28 Mai 2007

Brasiliens Geschäftsleute vertrauen auf die Binnenkonjunktur und investieren wie seit 1999 nicht mehr

Laut einer SERASA-Untersuchung von 43.300 Jahresabschlüssen haben brasilianische Firmen so viel wie seit 1999 nicht mehr investiert:


Die absoluten Werte 2006 gegenüber dem Vorjahr weisen ebenfalls sehenswerte Zuwächse aus:


18.800 der analysierten Jahresabschlüsse stammten aus dem Handel, 14.100 aus dem Dienstleistungssektor und 10.400 aus der Industrie. Der Investitionsindex (Investition in % des Nettoumsatzes) betrug, heruntergebrochen auf Sektor und Aktivität (in Klammer Wert von 2005):

DIENSTLEISTUNG
11,7 (10,6) Elektroenergie
12,1 (12,8) Festnetztelefonie
19,4 (27,1) Mobilnetztelefonie
13,7 (12,8) Transport
15,0 (17,2) Gas
13,1 (10,8) Summe

INDUSTRIE
7,9 (5,2) Nahrungsmittel
7,8 (6,1) Petrochemie
6,1 (5,7) Stahlerzeugung
31,1 (14,3) Papier und Zellulose
7,5 (6,7) Summe

HANDEL
1,2 (1,6) kleiner Lebensmitteleinzelhandel
1,4 (1,9) Supermärkte
1,4 (1,2) Lebensmittelgroßhandel
1,3 (1,4) Summe

Als Beispiel für deutsche Investitionen diene die Firma Mauser, größter Hersteller von Kunststoff- und Metallverpackungen Brasiliens, die in diesem Jahr schon 60 Mio. R$ investiert hat, 50 Mio. R$ davon für die Fertigstellung einer neuen Fabrik im Industriepark von Bayer in Belford Roxo in der Nähe Rio de Janeiros, die 300 neue Arbeitsplätze schafft.

Daß Brasilien ein Land der Gegensätze ist, zeigt eine Meldung des Schweizer Wirtschaftsinstitutes, nach der Brasilien aufgrund der ungebrochenen Korruption jährlich auf 1,5 Mrd. US$ verzichtet, die sonst unser BIP weiter vergrößern würden. Hier ist noch ein unbestelltes Feld für unser Parlament und die Regierung.

25 Mai 2007

Sichere Flüge

Ich bin häufig beruflich in Europa und ärgere mich immer, wenn ich vor einem Weiterflug in Frankfurt bis zu 40 Minuten durch eine zusätzliche Sicherheitskontrolle - Schuhe inbegriffen - verliere und so dumme Auskünfte wie "das ist von ganz oben angeordnet" bekomme, wenn ich nach dem Sinn frage. Allerdings habe ich selbst Zweifel bekommen, als ich kürzlich von Zürich nach Stuttgart flog und direkt am Flugsteig, also nach der Handgepäck- und Personenkontrolle, noch schnell ein Mitbringsel für meine Frau kaufen wollte. Denn u.a. wurden die berühmten schweizer Taschenmesser angeboten und auf meine Frage, ob denn dies erlaubt sei, bekam ich die herzige Antwort "natürlich, sonst könnten wir ja unseren Laden dicht machen"! Schweiz, dir geht es besser?!

"Executive Search in Brasilien" oder "Wie besetze ich eine Führungsposition aus der Ferne?"

Wer eine Position im Ausland zu vergeben hat, muß bei der Auswahl eines Bewerbers nicht nur dessen Fach- und Führungskompetenz beurteilen, sondern auch seine Fähigkeit, sich in im Ausland zurechtzufinden, wohlzufühlen und akzeptiert zu werden, denn die interkulturelle Kompetenz hat großen Einfluß auf den Erfolg der ausgesuchten Führungskraft. Wenn schon die sogenannte Firmenkultur von Betrieb zu Betrieb stark unterschiedlich ist und die Integration eines neuen Mitarbeiters manchmal erheblich erschwert, umsomehr tut dies die unterschiedliche Kultur zweier Länder. Deshalb suchen Firmenchefs für die Leitung ihrer Auslandstöchter vermehrt Kandidaten, die bereits im Lande wohnen und arbeiten, wobei diese Einheimische oder Landsmänner sein können, die schon lange im Ausland tätig sind.

In Brasilien, wo wir mehrere Geschäftsführerpositionen besetzen konnten, findet man bei großen deutschen Firmen immer weniger Expatriates, weil diese erstens teuer und zweitens schwierig zu finden sind. Der Expatriate ist nicht nur deshalb teuer, weil er meist mehr verdient als der Brasilianer, sondern weil er oft schon eine auch sprachenbedingte lange Einarbeitungszeit braucht und weil seine Rückführung ebenfalls Geld kostet und diese manchmal aus so prosaischen Gründen wie Probleme mit der Ehefrau, die sich im fremden Land nicht einleben kann, notwendig wird. Deshalb gibt es bei manchen Konzernen die Regel, daß Mitarbeiter der zweiten Führungsebene, die auf Dauer im Ausland bleiben möchten, ihren Gesandtenvertrag nach drei bis fünf Jahren gegen einen einheimischen Vertrag eintauschen müssen.

Wer der Usancen- und Branchenvertrautheit im fremden Land mehr Gewicht zumißt als dem Stallgeruch, sucht deshalb anstelle eines Bewerbers aus dem eigenen Hause einen Einheimischen als Führungskraft, der dann oft das umgekehrte Sprachproblem hat, wenn er die im Mutterhaus gesprochene Sprache nicht beherrscht. Gute Englischkenntnisse beheben dieses Problem, verhindern aber nicht, daß der neue Mann nun im Mutterhaus ein Ausländer ist, der sich eventuell mit der dortigen Landeskultur nicht auskennt.

Hier muß der Personalberater besonders vorsichtig bei der Vorauswahl der Kandidaten und seiner Empfehlung sein, der Berater sollte deshalb unbedingt ein Landeskenner sein und auch die Landessprache beherrschen, wenn er den ausländischen Kandidaten richtig beurteilen will. Gerade in Brasilien kommt erschwerend hinzu, daß es keine Arbeitszeugnisse gibt, man muß sich zunächst auf oft noch nicht einmal vom Bewerber selbst geschriebene Lebensläufe verlassen, dann auf den eigenen Eindruck und nicht zuletzt auf sorgfältig recherchierte Referenzauskünfte. Der Weg, einen Landsmann, der schon lange im Ausland lebt und arbeitet, für die zu vergebene Position zu wählen, ist oft kein Ausweg, sondern ein Irrweg, wie es unsere Praxis zeigt. So kommt ein Einheimischer als vertriebsorientierter Geschäftsführer oder Personalleiter oft besser bei seinen eigenen Landsleuten an als ein Ausländer und erzielt auch besserer Ergebnisse. Wenn es sich um eine technologielastige Position im Produktions- oder Entwicklungsbereich handelt, hat wiederum der Ausländer, speziell der Deutsche, gute Karten, weil ihm der Brasilianer oft mehr zutraut als den eigenen Landsleuten.

Wichtig ist für den Auftraggeber auch, dass er sich auf die Fachkenntnisse des Beraters bei der Arbeitsvertragsgestaltung stützen kann, denn hier muß unbedingt die brasilianische Gesetzgebung berücksichtigt werden. Was es hier zu beachten gilt und welche Hürden bei der Visumserteilung für einen erfolgreichen Bewerber, der als nicht in Brasilien lebender Ausländer keine brasilianische Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung hat, zu nehmen sind, wird in einem anderen Artikel behandelt werden.

23 Mai 2007

Deutsche Exporteure freuen sich, der Real wird immer stärker

€-Kurs der letzten 3 Monate:


€-Kurs vom 23.5.2007:


Das Länderrisiko Brasilien lag übrigens am 21. Mai 2007 bei nur 139 Punkten, dem bisher niedrigsten Wert überhaupt, also der richtige Zeitpunkt zum Investieren! Zu diesem Thema erfahren Sie mehr, wenn Sie in die Überschrift klicken! Mit dem Klick laden Sie meinen Vortrag "Brasilien - Investitionen planen und erfolgreich umsetzen", den ich im April in Zürich gehalten habe. Meinen nächsten Vortrag zum Thema Brasilien halte ich am 21.6.2007 in Mainz, Näheres bei Frau Kim Gronemeier von der IHK Pfalz, Kontakt über kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de.

21 Mai 2007

Eurolatinabüro in Chile


Viele meiner Blogleser wissen, dass ich zusammen mit der IHK Essen den Firmenpool Brasilien / Mercosur aufgebaut habe und diesen für die Kammer jetzt schon über 10 Jahre leite. Bisher stützte ich mich dabei bei Projekten außerhalb Brasiliens in Lateinamerika auf meine Partner Christian V. Schmehlik in Buenos Aires und Eike Ingo Friese in Caracas. Ab 1.6.2007 gesellt sich Malte Medo dazu, der in Valparaíso sitzt. Er ist Diplomingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik und Diplomwirtschaftsingenieur der TU Braunschweig, hat zusätzlich in Kanada studiert und bereits früher in Chile gewohnt, wo er auch die Schule besucht hat. Er ist Spezialist für Industrial Engineering und schließt in Kürze seine Doktorarbeit (Dr.-Ing.) an der TU Braunschweig ab.

Herr Medo kann Poolmitgliedern und Kunden, die mit Eurolatina über ein Direktmandat arbeiten, u.a. bei Projekten aus den Bereichen Fabrikplanung, Qualitätssicherungssysteme, Fabriklogistik, Prozeßoptimierung und Auftragsabwicklung helfen.

06 Mai 2007

Polizistenmorde

Als am 25. April 2007 in Heilbronn eine Polizistin ermordet und ihr Kollege lebensgefährlich verletzt wurde, war ich gerade mit meinem Partner aus Gärtringen in der Nähe Stuttgarts unterwegs. Wir sahen auf den Autobahnen sehr viele Streifenwagen, die an der Großfahndung teilnahmen, wie wir aus dem Autoradio erfuhren.

Heute, wieder in São Paulo, las ich in der Zeitung, daß gestern der fünfzigste in diesem Jahr in Rio de Janeiro ermordete Polizist beigesetzt wurde. Leider sind solche Morde in Brasilien schon Routine geworden, die keine vergleichbare Großfahndung mehr auslösen, auch wenn die Empörung der Polizei nicht kleiner ist als in Deutschland.

Gestern machte ich einen Besuch bei einem Bekannten im Stadtteil Interlagos von São Paulo, der gerade sein neues Haus bezogen hat. Erste Renovierungsmaßnahme war die Installation von acht Fernsehkameras zur Überwachung des Grundstückes, die Einrichtung einer Alarmanlage, die Anbringung von sensorgeschalteten Außenscheinwerfern und die Kontraktierung eines Wachdienstes. Dieser Bekannte ist ein gebranntes Kind, er wohnte einige Jahre in einem Apartment in Porto Alegre, wo seine Familie und alle anderen Bewohner des Hochhauses überfallen wurden.

Traurig, daß man hier zu solchen Vorbeugemaßnahmen gezwungen ist. Aber gut für diejenigen, die daraus ein Geschäft gemacht haben. Bewachungsfirmen gibt es in Hülle und Fülle und wer Alarmanlagen oder Elektrozäune verkaufen möchte, kann sich seine Kunden aussuchen. In Südafrika habe ich eine ähnliche Entwicklung erlebt. Als ich dort Ende 1981 zunächst im Hotel lebte, schrieb ich meiner Frau nach Brasilien, daß hier die Leute morgens ihre Garagen offenließen, damit sie abends nicht das Tor öffnen mußten. Als wir drei Jahre später das Land Richtung Mexiko verließen, ließ niemand mehr sein Garagentor offen, im Gegenteil, Alarmanlagen, die mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale verbunden waren, waren die Regel. Damals hätte keiner in Brasilien für so etwas Geld ausgegeben.

29 April 2007

Von nun an gehts bergauf?


So hat sich der Kurs Euro - Real in den letzten drei Monaten entwickelt, wobei man beachten sollte, daß der Euro zur Zeit Rekordwerte gegenüber dem Dollar aufweist, wobei letzterer sich nach Meinung vieler Analysten schnell wieder erholen wird.

20 April 2007

Firmenkauf in Brasilien

ist wie überall auf der Welt Vertrauenssache und bedingt oft neben einer „normalen“ due diligence auch eine tiefgehende Analyse im Personalbereich. Wer eine Firma kauft, muß sich neben der Wertermittlung auch mit der Frage befassen, auf wen in der Firma er sich verlassen kann und von wem er sich besser trennen sollte.

Aber zuerst einige Überlegungen zur Wertermittlung. Die gebräuchlichen Methoden sind nicht immer anwendbar, auch wenn vieles in den letzten Jahren durch die niedrige Inflation - zur Zeit ca. 3 % im Jahr - und die Stabilität des R$ dabei einfacher geworden ist. Als wir die ersten Firmenwertermittlungen 1988 in Brasilien durchführten, waren z.B. Umrechnungen der Bilanz- und GuV - Werte mit Jahresend- bzw. Mittelkursen nicht möglich, weil sie wegen der Inflation zu völlig falschen Werten führten. Diese Zeiten sind vorüber, aber immer noch verkaufen viele Firmen ihre Waren ohne Rechnung oder kaufen ohne Rechnung ein, um der hohen Steuerbelastung zu entfliehen. Die offizielle Buchhaltung alleine spiegelt in diesen Fällen nicht die Wahrheit wider, sie muß durch eine inoffizielle Buchhaltung ergänzt werden, die die „schwarze Kasse“ der Firma berücksichtigt.

Wir raten in diesen Fällen unseren Kunden dringend vom Kauf einer solchen Firma ab, denn „schwarze Kassen“ sind auch in Brasilien gesetzeswidrig und selbst wenn der Käufer diese Praxis nicht fortführen will, hat er Schwierigkeiten zu erwarten. Denn mit Sicherheit werden die Kunden, die ohne Rechnung bei der Firma einkauften, abspringen, wenn aufgrund der korrekten Steuerabführung auf einmal die Preise höher werden. In einem konkreten Fall, der Übernahme einer Schmelzsicherungsfirma durch einen deutschen Konzern, kam es deshalb nicht zu einem Geschäftsabschluß.

Die Wertermittlung einer Firma stützt sich weitgehend auf die in Zukunft erzielbaren Gewinne, die z.T. aus der Vergangenheit abgeleitet werden. Da gerade kleine und mittlere Unternehmen aber ihre Gewinne nicht exakt ermitteln, um Buchhaltungsaufwand zu sparen, sondern mit einem “angenommen“ Gewinn arbeiten, der pauschal versteuert wird, fehlen oft die nötigen Daten für eine Gewinnprojektion.

Weitere Probleme können sich ergeben, wenn die Firma z.B. vom Einkommen der Arbeitnehmer deren Anteil an den Sozialversicherungsabgaben abzog, aber diese Abzüge nicht an die Sozialversicherung weiterleitete. Das ist zwar kein einfacher Regelverstoß, sondern ein Verbrechen, welches entsprechend strafrechtlich verfolgt wird - wenn es entdeckt wird! Und weil viele Arbeitgeber mit dieser Entdeckung nicht rechnen, kommen solche Fälle immer wieder vor.

Da in Brasilien, welches durchaus kein Niedriglohnland mehr ist, die Lohnnebenkosten ca. 100 % der Bruttobezüge betragen, beschäftigen viele Firmen Mitarbeiter, ohne diese ordnungsgemäß zu registrieren. Da gekündigte Mitarbeiter drei Jahre Zeit haben, ihren ehemaligen Arbeitgeber zu verklagen und solche Arbeitsgerichtsprozesse in der Regel auch gewinnen, hat der Firmenkäufer hier ein weiteres Risiko zu tragen, vor allem, wenn der Erwerber ein „reicher“ Ausländer ist. Hier wittert nämlich der ehemalige Mitarbeiter eine Chance, zu Geld zu kommen und Loyalität gegenüber dem neuen Eigentümer empfindet er dabei sicher nicht. Er läßt sich alleine von der Notwendigkeit leiten, zu Geld zu kommen. Diese Notwendigkeit ergibt sich dabei schon aus der einfachen Tatsache, daß es keine der deutschen vergleichbaren Arbeitslosenversicherung gibt.

An ihrer Stelle existiert eine achtprozentige Abgabe auf den Bruttolohn, die FGTS heißt, Fundo de Garantia por Tempo Servido oder Garantiefond für Beschäftigungsdauer. Das besondere Problem liegt darin, daß bei nicht fristloser Kündigung durch den Arbeitgeber der Arbeitnehmer Zugang zu diesem Geld hat, bei eigener Kündigung bleibt es auf seinem Konto bei der Caixa Econômica Federal, der Bundessparkasse, liegen. Wenn der neue Eigentümer die Notwendigkeit zum Personalabbau sieht, muß er bei einer Entlassung z.Z. 50 % Strafe auf den auf diesem Konto liegenden Betrag zahlen, den der Entlassene zuzüglich zum Wert des Garantiefonds erhält. Das Problem liegt darin, daß diese Strafe nicht nur die Gelder berücksichtigt, die im Rahmen des gekündigten Beschäftigungsverhältnisse deponiert wurden, sondern alle angesammelten und noch nicht ausgezahlten Beträge aus früheren Arbeitsverhältnissen in die Berechnung der Strafe einbezieht. Das kann im Einzelfall sehr teuer werden, solche Risiken müssen also unbedingt bei einer due diligence berücksichtigt werden.

Bei der Beurteilung der Führungskräfte zur Entscheidung über deren Verbleib in der Firma ist der Firmenkäufer auf seinen persönlichen Eindruck angewiesen, Zeugnisse sind in Brasilien völlig unbekannt.

Also Vorsicht beim Firmenkauf, landeskundliche Spezialisten sollten die Firma vor der Übernahme gründlich durchleuchten, damit der Käufer vor Überraschungen sicher ist. Aber diese Schwierigkeiten sollten den Käufer auch nicht abschrecken, es gibt genügend Beispiele für erfolgreiche Übernahmen. Wie wichtig dabei die Persönlichkeit des Käufers ist, zeigen Beispiele aus unserer Praxis, wo Brasilianer ausländische hochverschuldete Firmen kauften und diese in wenigen Monaten ohne zusätzliche Investition nachhaltig sanierten. Ihr Geheimnis - exzellente Personalführung und Motivation ohne Verängstigung oder Verunsicherung der Mitarbeiter. Es gibt aber auch Beispiele, in denen der Verkäufer nach der Übergabe ein Konkurrenzunternehmen aufzog und die besten Leute seiner ehemaligen Firma mitnahm. Wer sich in Brasilien engagieren will, sollte sich daher sehr gründlich mit dem Umfeld seiner neuen Firma vor dem Kauf vertraut machen. Brasilien ist anders!

16 April 2007

R$ zum € unverändert bei über 2,70

15 April 2007

Können zuviele Gesetze aus einem Rechtsstaat einen Unrechtsstaat machen?

Vielleicht nicht gleich Unrecht, aber zumindestens einen ungerechten und unbeweglichen Staat. Brasilien wird von 181.318 Gesetzen, Verordnungen und ähnlichen Rechtsvorschriften mehr geknebelt als geführt. Nur 53.000 dieser 181.318 Gesetze werden tatsächlich angewandt, aber es gibt z.B. ein heute noch gültiges Gesetz, welches brasilianischen Diplomaten vorschreibt, ihre Heirat mit einer Ausländerin vom Außenminister genehmigen zu lassen. Und wenn ein Diplomat seinen brasilianischen Lebensgefährten ehelichen will? Oder eine Diplomatin - zur Zeit der Schaffung des Gesetzes wohl eine undenkbare Möglichkeit - einen Ausländer heiraten möchte? Es gibt ein anderes Gesetzt, von 1921, welches es Ausländern verbietet, brasilianischen Boden zu betreten, wenn sie verstümmelt, behindert, blind, verrückt, bettelarm oder ansteckend krank sind.

Man ist zwar bemüht, die unnützen, überholten, sich teilweise widersprechenden Gesetze für unwirksam zu erklären, aber alleine in der letzten Legislaturperiode kamen 14 Verfassungsergänzungen, 8 Komplementärgesetze, 762 normale Gesetze und 3.687 Dekrete hinzu. Was waren das für paradiesische Zeiten, als Moses die 10 Gebote verkündigte!

PS zum Unrechtsstaat: In den letzten 2 Jahren wurden in Brasilien mindestens 3 Frauen und 30 Männer für Verbrechen verurteilt, die sie nicht begangen hatten.

Brasilien noch zwei Stufen vom INVESTMENT GRADE entfernt



Aber ist das wirklich so wichtig? Brasilien hat am 4.4.07 US$ 500 MIo. aufgenommen und zahlt Zinsen wie Mexiko, welches bereits die Einstufung als "investment grade" erreicht. Offensichtlich orientiert sich der Finanzmarkt mehr am Länderrisiko als an den Einstufungen der Ratinggesellschaften.

Dazu kommt der Wechselkurs; wenn aufgrund eines besseren Ratings noch mehr US$ ins Land fließen, weil dann viele Fonds hier investieren können, deren Statuten die A - Einstufung eines Landes, in dem Geld angelegt werden soll, voraussetzt, wird der R$ noch stärker und unser Export leidet und die Industrieproduktion geht aufgrund steigender Importe zurück, das macht Leute arbeitslos, die von der Regierung unterstützt werden müssen, dazu werden Steuern erhöht, was die Leistungsfähigkeit der Industrie reduziert und die Kaufkraft der Bürger schmälert usw. ... eine sich selbstverstärkende Tendenz mit gefährlichen Folgen.

12 April 2007

Straßenszenen aus São Paulo



Wenn ein weißer Schimmel eine Tautologie ist, was ist dann ein Reifen mit eindeutigem Doppelnamen? Zwar doppelt gemoppelt, aber auf jeden Fall hält zweifach genäht besser! Und Pneutyres braucht man auch nicht zu übersetzen, gut für Export geeignet.



Früher waren es Straßenköter, die im Müll wühlten, deshalb wurden die Müllsäcke auf Pfosten deponiert, aber was nutzt dies, wenn die Pferde die Hunde abgelöst haben?

09 April 2007

Brasilienrisiko auf historischem Tiefstand, und jetzt...?

Am 9. April 2007 lag das Länderrisiko Brasilien kurzzeitig bei 154 Punkten und stieg dann wieder, aber nur um einen Punkt. Am 29. September 2002, als Lula noch ein Schreckgespenst für ausländische Investoren war, erreichte es den bisherigen Höchstwert, 2.436 Punkte. Was sollte jetzt in Verbindung mit dem starkem Real geschehen?

Die brasilianische Industrie sollte aufhören, zu jammern, obwohl sie Grund dazu hat, der Export wird immer schwieriger, die nach wie vor existierenden Zuwachsraten sind vielfach nur auf Grund von Preissteigerungen möglich, d.h. mengenmäßig gibt es Rückgänge. Und der Import beeinträchtigt auch die Industrie, die nicht exportiert, weil sie schon beginnt, einheimische Ware zu ersetzen und damit der Deindustrialisierung Brasiliens Vorschub verleiht. Aber bei der Regierung ist wenig zu holen, also ist Selbsthilfe angesagt.

Da die betroffenen Firmen vielfach von Unternehmern und nicht von angestellten Geschäftsführern geleitet werden, sollten sich diese auch als Unternehmer betätigen und nicht als Unterlasser. Denn es geht um ihre Firma. Und im Fall der angestellten Geschäftsführer geht es um ihren Posten, denn keine Firma - kein Gehalt, so einfach ist das. Für die Brasilianer heißt es also, so schnell wie möglich die verlorene Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen oder die bedrohte abzusichern. Dafür gibt es nur wenige vernünftige Möglichkeiten, eine ist die Erlangung eines Vorsprunges durch Innovation, sei es in der Organisation der Firma, sei es im Produkt- oder im Produktionsbereich, oder durch neue Köpfe. Durch bessere Mitarbeiter, Geschäftsmodelle, Abläufe, Materialien, Produkte oder Produktfunktionen und Fertigungsverfahren läßt sich der Wettbewerbsvorsprung erreichen und halten. Und dazu braucht man neue Technologien und oft auch Geld. Und wenn das Länderrisiko gering ist und die eigene Währung stark, sollte man eigentlich in der Lage sein, Technologie kaufen zu können. Und wenn die Mittel dazu nicht reichen, weil man bereits zuviel Geschäft an ausländische Wettbewerber verloren hat, muß sich eine ausländische Firma mit Geld und Technologie als Partner sichern.

Es gibt natürlich für die brasilianischen Firmen, die über Geld und Chefs mit Unternehmergeist und Unternehmungslust verfügen, noch einen ganz anderen Weg, nämlich Standorte ins Ausland zu verlagern oder sich an Firmen im Ausland zu beteiligen oder diese ganz zu übernehmen. Große Unternehmen wie Gerdau, um nur ein Beispiel zu nennen, machen dies seit Jahren und äußerst erfolgreich!

Und als ausländische Firma mit Geld und Technologie sollte man sich nicht darauf verlassen, daß man auf ewig nach Brasilien exportieren kann, denn oft macht man die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Regierung, die schon heute sehr reformunwillig ist und die Einfuhr durch extremen Bürokratismus erschwert. Also sollte man den Brasilianern und sich selbst helfen, in dem man Stützpunkte im Lande aufbaut. Und am besten mit einheimischen Partnern, die man möglichst mehrheitlich übernehmen sollte, um den Marktzugang und das Sagen zu haben. Und wenn man aus der Investitionsgüterbranche kommt oder Ingenieursdienstleistung verkauft, um so besser, verkaufen Sie Ihren brasilianischen Kunden die dringend benötigten Technologien oder Ideen für die angestrebte Innovation! Und falls möglich, finanzieren Sie den Kauf auch gleich!

Machen Sie Brasilien zum temporären Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit, es lohnt sich!
Wenn Sie Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf!

PS: Was sich nach unserer Erfahrung nicht lohnt, ist mit einem Konkurrenten zusammen nach Brasilien zu gehen. Wenn man auf dem heimischen Markt Konkurrent ist, ist man es auch in Brasilien. Und wenn der Konkurrent aus einem dritten Land kommt, muß man in Brasilien drei Nationalcharaktere unter einen Hut bringen, das hat schon bei der Autolatina nicht geklappt, wo Brasilianer, US-Amerikaner von Ford und Deutsche von VW miteinander auskommen mußten. Ford hatte damals Marktanteil verloren, VW und Ford haben sich gegenseitig in die Karten geguckt und am Ende kam es zur Scheidung. Will man solch' ein Modell, sollte man seine Firma an den Konkurrenten verkaufen, das ist sicherer, zumindestens für den dann ehemaligen Eigentümer.

07 April 2007

Fröhliche Ostern!

Das wünsche ich allen Bloglesern und das können sich viele Brasilianer auch wünschen, denn von Januar 2004 bis Februar 2007 konnten wir dank des starken Reals und der dadurch ermöglichten Importe, die auf die Preise drückten, bei einigen Produkten eine kräftige Deflation verzeichnen:

- 43 % DVD-Spieler
- 28 % Reis
- 27 % Fernsehapparate
- 24 % PCs
- 14 % Sojaöl
- 13 % Margarine
- 11 % Telefonapparate
- 8 % Seife
- 7 % Nudeln

Das bedeutet nicht notwendigerweise, daß wir jetzt nur noch importierte Ware kaufen, sondern in vielen Fällen auch, daß sich die einheimische Industrie der Konkurrenz gestellt hat und durch Rationalisierung etc. wettbewerbsfähig wurde und damit ihr Überleben sicherte. Es gibt natürlich auch Fälle, wo z.B. wie bei der Spielzeugindustrie viele einheimische Produkte durch importierte ersetzt wurden, wobei der Import von der Industrie selbst durchgeführt wird. Und das heißt natürlich auch, daß man sich hier die "holländische Krankheit" geholt hat, was bedeutet, daß die Fabrikation zugunsten des Handels mit Importware zurückgefahren oder eingestellt wurde. Vielleicht nach dem Motto: "Ist der Handel noch so klein, bringt er doch mehr als Arbeit ein"? Denn eine Firma fit für den globalen Wettbewerb zu machen, besonders, wenn es u.a. auch gegen chinesische Konkurrenten geht, und wenn die eigene Regierung einen nur Knüppel zwischen die Beine wirft, ist anstrengender als Händler zu werden.

Es gibt natürlich Grenzen für die "Fitwerdung", vor allem, wenn unlauterer Wettbewerb im Spiel ist, dann kann manchmal eine Industrie nicht mithalten und verschwindet. Oder, wie im Fall der brasilianischen Textilindustrie, rafft selbst eine Regierung Lula sich doch zu Maßnahmen auf, um den Konkurs eines ganzen Sektors zu vermeiden.

03 April 2007

Wohin geht die Reise?

€-Kurs zum R$:


Eigentlich klar, warum Außenhandelsumsätze schwer zu planen sind!

Die letzten 100 Besucher von BRASILIEN AKTUELL

Besucher des Eurolatinasites


Zum Site kommen Sie durch Klicken in die Überschrift.

Heute in São Paulo gesehen

Auf diesem Aufkleber steht in Deutsch und Englisch, daß der Fahrer den Polarkreis überquert hat, aber vermutlich nicht mit diesem Auto:

























Wenn eine Reichsbäckerei (links unten: Imperial Bakery) Fleischmann - Produkte verwendet, liefert sie mit solchen LKWs aus:

02 April 2007

Kann man unter einer linken Regierung in Brasilien Gewinne machen?

Und wie! Economática listet die 20 lukrativsten Firmen Lateinamerikas mit offenem Kapital auf, 11 davon sind brasilianisch:

Petrobras (BRA, Erdöl): US$ 12,123 Milliarden
Companhia Vale do Rio Doce (BRA, Bergbau): US$ 6,282 Milliarden
América Móvil (MEX, Telekommunikation.): US$ 4,015 Milliarden
Banco do Brasil (BRA, Bank): US$ 2,827 Milliarden
Teléfonos de México (MEX, Telekommunikation.): US$ 2,639 Milliarden
Cemex S.A. (MEX, Stahl): US$ 2,375 Milliarden
Bradesco (BRA, Bank): US$ 2,364 Milliarden
Itaúsa (BRA), diversifizierte Holding: US$ 2,098 Milliarden
Tenaris S.A. (ARG, Stahl): US$ 2,059 Milliarden
Banco Itaú (BRA, Bank): US$ 2,015 Milliarden
Grupo México (MEX, Bergbau): US$ 1,528 Milliarden
YPF (ARG, Erdöl): US$ 1,442 Milliarden
Gerdau (BRA, Stahl): US$ 1,347 Milliarden
Telesp (BRA, Telekommunikation): US$ 1,317 Milliarden
AmBev (BRA, Brauerei): US$ 1,313 Milliarden
Southern Peru CC (PER, Bergbau): US$ 1,280 Milliarden
Usiminas (BRA, Stahl): US$ 1,177 Milliarden
Carso Global Teleco (MEX, Telekommunikation.): US$ 1,159 Milliarden
Wal-Mart do México (MEX, Einzelhandel): US$ 1,149 Milliarden
Arcelor Brasil (BRA, Stahl): US$ 1,061 Milliarden

01 April 2007

Céu de Brigadeiro oder Kaiserwetter...

.. anstelle der wörtlichen Übersetzung "Himmel des Luftwaffenkommandanten" herrscht im Augenblick nur meteorologisch über Brasilien, denn Lula ist nicht Helmut Kohl, der bei einem Streik der zivilen Flugkontrolleure diese entließ und durch Militärs ersetzte. Von Lula als ehemaligem Gewerkschaftsführer und Präsident nicht der Brasilianer sondern der Armen und Diskriminierten war dies nicht zu erwarten und folgerichtig wies er den Luftwaffenkommandaten von Camp Davis aus an, die befohlene Verhaftung der Meuterer zurückzunehmen und mit diesen zu verhandeln. Erstes Ergebnis, sie werden nicht bestraft und einer neuen zivilen Luftverkehrskontrollbehörde unterstellt, die wiederum dem Verteidigungsministerium angehören wird. Über tausend Flüge wurden durch die unverantwortliche Aktion der militärischen Flugkontrolleure verzögert oder gestrichen und hunderttausende Passagiere (= Wähler), auch im Ausland, beeinträchtigt. Die USA flogen z.B. Brasilien letzten Freitag einfach nicht mehr an. Dazu kommt der Schaden, der in den Grundpfeilern jeder Streitmacht der Welt angerichtet wurde, nämlich Befehlskette und Disziplin.

Alle Aktionen gegen den Luftverkehr begannen mit dem Zusammenstoß zweier Flugzeuge über brasilianischem Luftraum im letzten Jahr, wobei bei den Untersuchungen klar wurde, daß die Flugkontrolleure, die noch nicht einmal richtig Englisch verstanden und sprachen, einen erheblichen Schuldanteil haben. Die Vermutung liegt nahe, daß jetzt Verwirrung gestiftet wird, um dieser Verantwortung zu entkommen. Und wie durch die Chaostheorie erklärt, reichen wenige radikale Gewerkschaftler (beim Militär!!!), um das Chaos zu schaffen.

Unmittelbare, vom Pulikum nicht bemerkte Folge, ist, daß die großen internationalen Fluggesellschaften ihre Piloten angewiesen haben, die SLOP - Prozedur anzuwenden, was seit Mitte März geschieht. Slop heißt Strategic Lateral Offset Procedure und bedeutet, daß der Pilot links von der ihm zugewiesenen Route fliegt, um einen Zusammenprall mit einer entgegenkommenden Maschinen zu vermeiden, die von den Flugkontrolleuren dieselbe Route, nur in anderer Richtung, zugewiesen bekamen. Bisher war dieses Verfahren nur für den afrikanischen Luftraum üblich.

Nur des Interesses wegens, als der Vorgänger Lulas den US - amerikanischen Präsidenten in Camp Davis besuchte, wurde er von Lula scharf kritisiert. Aber das ist ja nicht das Gleiche, oder?

30 März 2007

R$ - Kurs gegenüber US$ und €

Am 29. März 2007 rutschte der US - Dollar auf seinen niedrigsten Wert gegenüber dem Real in sechs Jahren, nämlich 1 US$ = 2,044 R$. Die Zentralbank interveniert zwar und hat deshalb schon 107 Mrd. US$ Devisenreserven angehäuft, aber wie die Bayern sagen: "Genutzt hats enen niachts". Die echten Bayern mögen einem Berliner, der mal in Schweinfurt, wo man fränkisch spricht, gewohnt hat, diesen Versuch, bayerisch zu schreiben, nachsehen.

Im Zuge dieser Entwicklung stellte das Länderrisiko Brasiliens ebenfalls den bisherigen Rekord ein und sank auf nie gesehene 169 Punkte. Zusammen mit der neuen Methologie der BIP-Messung, die für gute Wachstumswerte sorgte bzw. offensichtlich unzutreffende Werte korrigierte, kann man nur Positives denken, wenn man nicht gerade brasilianischer Exporteur ist.

Die folgenden Kursgraphiken zeigen noch nicht die ganz neuen Werte:







28 März 2007

BIP Brasiliens von 2006 bekanntgegeben

Die Umstellung auf die neue Berechnungsmethode hat sich für Brasiliens Regierung gelohnt, danach hat Brasilien erstmalig die 1 Billion US$ - Schwelle überschritten. Anstelle wie vorher nach der alten Methode ermittelt, um 2,9 % zu wachsen, schaffte es das BIP nach der neuen Methode 3,7 % gegenüber dem Vorjahreswert zuzulegen und 2,322 Billionen R$ zu erreichen. Und das sind bei einem Kurs von aktuell 2,07 R$ = 1 US$ stolze 1,122 Billionen US$. Das paßt zu der Meldung, daß Millionen von Brasilianern zur Mittelklasse aufgestiegen sind, Details dazu schreibe ich aus Zeitmangel später.

23 März 2007

Brasiliens Wirtschaft hebt ab!

Diese Hubschrauberplattform gehört bezeichnender Weise einer Bank, aber das nur nebenbei. Das Foto nahm ich aus dem Fenster eines Büros auf, in dem ich gerade mit einem deutschen Lieferanten des neuen ThyssenKrupp-Stahlwerkes bespreche, wie wir ihm beim Aufbau einer Firma mit Fabrik in Rio helfen können, denn ThyssenKrupp betreibt wie die Autoindustrie eine follow source - Politik. Aber das Abheben ist durchaus übertragen und wörtlich gemeint, denn gestern wurden die neuen BIP-Werte der vergangenen Jahre veröffentlicht, obwohl diese ja eigentlich schon bekannt waren. Aber da Brasilien alle 5 bis 10 Jahre die Kriterien zur Ermittlung des BIP ändert - durchaus aus vernünftigen Gründen - gibt es jetzt neue Werte. Die Änderung war laut Regierung nötig, weil die Struktur der Wirtschaft sich geändert hat, man Zahlen der Volkszählung von 2000 und nicht mehr von 1985 verwenden will und die Zusammensetzung des BIP nach Herkunft jetzt wirklich ermittelt und nicht mehr nur geschätzt wird. Die Opposition ist allerdings der Ansicht, daß die Änderung gemacht wurde, um das Image von Präsident Lula aufzupolieren, dessen Regierung ja wohl einige Wachstumsdefizite aufweist. Aber lassen wir die Zahlen für sich sprechen (Werte von 2006 werden erst nächste Woche publiziert):

BIP in Mrd. US$ von 2005
1. USA 12.486
2. Japan 4.571
3. Deutschland 2.797
4. China 2.225
5. Großbritannien 2.201
6. Frankreich 2.106
7. Italien 1.766
8. Kanada 1.130
9. Spanien 1.1.27
10. Brasilien 882
11. Südkorea 793
12. Indien 775
13. Mexiko 768
14. Rußland 766
15. Australien 708

Damit hat sich Brasilien gegenüber den alten Zahlen um eine Position verbessert.

BIP-Wachstum Brasiliens in %
2000: 4,4
2001: 1,3
2002: 2,7
2003: 1,1
2004: 5,7
2005: 2,9

Der Investitionsanteil in % vom BIP hatte sich parallel in Brasilien so entwickelt:
2000: 16,8
2001: 17,0
2002: 16,4
2003: 15,3
2004: 16,1
2005: 16,3

Das sind niedrige Werte, aber die Zahlen des BIP-Wachstums und des Investitionsanteil für 2004 deuten auf einen starken Produktivitätsanstieg hin, was ja auch nicht schlecht ist.

Investitionen in % vom BIP
1. China: 40,6
2. Indien: 27,4
3. Thailand: 27,4
4. Südkorea: 22,9
5. Mexiko: 22,0
6. Chile: 21,0
7. Rußland: 20,8
8. Kanada: 20,7
9. Südafrika: 18,3
10. Argentinien: 18,0
11.Brasilien: 16,3
12. USA: 15,1

Der Wert für Brasilien sollte bei 25 % liegen, aber was nicht ist, kann ja noch werden!

Einige brasilianische Kennwerte für 2005 (in Klammer die alten Werte)
BIP: 2,148 (1,938) Billionen R$
Prokopfeinkommen: 11.662 (10.520) R$
Staatsverschuldung: 46,4 (51.5) % vom BIP
Steuerlast: 33,7 (37,4) % vom BIP
Investitionen: 16,8 (19,3) % vom BIP

Nur bei der letzten Position verschlechtert sich durch die neue Methodik ein Wert, das findet die Opposition verdächtig. Der Grund ist die zurückgehende Bedeutung der Bauindustrie.

Das BIP setzt sich so zusammen (in Klammern alte Werte):
Industrie: 30,3 (37,9) %
Dienstleistung: 64,0 (54,1) %
Landwirtschaft: 5,6 (8,0) %

Also nicht gerade die typische Entwicklungslandstruktur!

22 März 2007

TAM versus GOL, 2006 galt für diese brasilianischen Fluggesellschaften "Weniger ist mehr"

18 März 2007

Kann der Staat Wachstum garantieren?

Alexandre Marinis meint nein und weist dies durch eine Studie nach. Danach stieg der Anteil der öffentlichen Ausgaben in % des BIP, gemessen jeweils am Ende der Regierungszeit, in Brasilien stetig:

1984 Präsident Figueiredo 7,7 %
1988 Präsident Sarney 19,1 %
1994 Präsident Collor / Präsident Itamar 20,1 %
1998 Präsident Cardoso 21,8 %
2002 Präsident Cardoso 25,2 %
2006 Präsident Lula 30,2 %

Insgesamt hat Marinis die Werte von 215 Ländern von 1971 bis 2005 analysiert und fand heraus, daß der Mittelwert des BIP - Wachstums 4,7 % für die Länder betrug, deren Regierungen bis zu 10 % des BIP ausgaben. Die Länder, die 30 % ausgaben, wuchsen dagegen im Mittel nur um 2,4 %.

Den langen Marsch deutscher Linker durch die Institutionen...

...hat sich Hugo Chávez wohl als Vorbild genommen und angekündigt, daß er das Erziehungswesen des von ihm regierten Landes dazu benutzen wird, den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu verbreiten. Als ersten Schritt hat er einen Rat zur Verbreitung des Sozialismus an den Schulen geschaffen und droht jetzt mit der Verstaatlichung einer Universität.

Brasiliens Lula ist wohl noch nicht so weit, denn sein gerade vorgestellter Erziehungsentwicklungsplan fand sogar berechtigterweise den Beifall der Opposition. Bis 2010 sollen für den PDE - Plano de Desenvolvimento da Educação 8 Mrd. R$ bereitgestellt werden. Fragt sich jetzt nur noch, ob dieses Geld auch ausgegeben wird und wenn ja, wofür. Aber es hat den Anschein, als ob Brasilien weder dem Weg Chávez noch dem Morales folgen wird, ein weiteres Indiz dafür, daß der brasilianische Präsident vor allem ein Verballinker ist, der sein pragmatisches Denken erfolgreich verbirgt und für den Ideologie nur ein Mittel ist, an der Macht zu bleiben.

Dazu paßt der von Lula begrüßte Plan seines Kommunikationsministers, ein Regierungsfernsehen zu schaffen, was sehr nach dem Wunsch einer Perpetuierung der augenblicklichen Machtverhältnisse aussieht. Brasilien sollte sich vielleicht wenigstens hier ein Beispiel an den USA nehmen, die zwar die "Stimme Amerikas" weltweit ertönen lassen, aber nicht im eigenen Lande, weil dies wohlweislich gesetzlich verboten ist.

Wenn Sie mehr über den Einfluß des Sozialismus in Lateinamerika auf das Geschäftsleben wissen wollen, klicken Sie in die Überschrift, die mit meinem Vortrag "Brasilien und Lateinamerika: Wachstumsmärkte trotz sozialistischer Rahmenbedingungen?" verlinkt ist, den ich am 24. April in der Schweiz auf der Internationalen ZfU - Tagung über Zukunfts- und Wachstumsmärkte halten werde. Anmelden können Sie sich zu dem zweitägigen Seminar bei www.zfu.ch/weiterbildung/seminare/zuwt.htm. Am zweiten Tag spreche ich über "Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen".

16 März 2007

Warum Ankündigungen der brasilianischen Regierung mit Vorsicht zu genießen sind

Wenn in Brasilien Gesetzesvorhaben angekündigt werden, wird anschließend die Reaktion der Bevölkerung beobachtet und je nach gefühlter Akzeptanz der Gesetzesentwurf tatsächlich eingebracht oder stillschweigend unter den Tisch gekehrt. Neuestes, noch nicht entschiedenes Beispiel ist der Vorschlag, ein landesweites Regierungsfernsehen einzurichten, um noch besser Propaganda machen zu können, um keine stärkeren Worte zu gebrauchen.

Ein anderer Grund, regierungsseitige Ankündigungen nicht zu ernst zu nehmen und vor allem bei öffentlich genannten Investitionssummen nicht euphorisch zu reagieren, ist die Tatsache, daß die Regierung Lula durchaus Pläne hat, sogar ein Budget für diese vorsieht, aber es an der Umsetzung hapern läßt. So haben wir im Augenblick eine Denguefieberwelle, die in eine Epedimie ausarten kann, aber von den 64,2 Mio. R$, die 2007 für die Bekämpfung von Malaria und Dengue regierungseitig vorgesehen sind, wurden bis dato erst 3 (drei) % ausgegeben. Dabei ist die Situation ernst, alleine im Bundesstaat Mato Grosso do Sul wurden in diesem Jahr schon 35.000 Denguekranke registriert.

15 März 2007

Brasilien bei Verkäufen von Desktop-PCs an dritter Stelle hinter den USA und China

2006 wurden in Brasilien 6 Millionen Desktopcomputer verkauft, wie die Zeitschrift PC WORLD mitteilte. Die Daten wurden von der Marktforschungsfirma IDC erhoben. Also wenigstens eine Disziplin, wo zwei BRIC-Staaten, nämlich Rußland und Indien, von Brasilien überholt wurden. Wobei beachtet werden sollte, daß der Anteil von Laptops immer stärker steigt und irgendwann vielleicht sogar die Desktopcomputer an den Rand drängt.

Der gemeldete Computerverkauf hätte übrigens im Brasilien der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wegen des damaligen Informatikgesetzes, welches die Beschäftigung mit Digitalelektronik Firmen vorbehielt, die von brasilianischem Kapital kontrolliert werden, nicht realisiert werden können. Ein Hoch auf die Öffnung des Marktes und die Globalisierung!

25 Februar 2007

Brasiliens Währungsreserven steigen und der Dollarkurs fällt



In den ersten 14 Arbeitstagen des Februars hat die brasilianische Zentralbank schon 7 Mrd. US$ zur Kursstützung gekauft, im Januar waren es 4,9 Mrd. US$, trotzdem bleibt der Dollar schwach, er zog nur um 0,34 % zum Wochenende an. Hier sehen Sie die Kursentwicklung des uns interessierenden € zum R$ der letzten drei Monate:


Für die letzten zwölf Monate verhielt sich der € so:


Experten machen darauf aufmerksam, daß zwar diese Entwicklung das Länderrisiko Brasilien weiter sinken läßt und das Land daher bald eine bessere Investitionseinstufung erhalten könne, aber der Unterschied der Zinsen im Ausland und in Brasilien läßt die Reserven ab ca. 110 Mrd. US$ zu einem finanziellem Verlustgeschäft für Brasilien werden. Wahrscheinlich wird die weiterhin positive Handelsbilanz und die weiter ins Land strömenden Auslandsgelder den Dollar bald auf 2 R$ abrutschen lassen. Und wenn diese psychologische Schwelle unterschritten wird, weiß niemand, wo der Dollar haltmachen wird. Für den ausländischen Exporteur eine bequeme Lage, für den inländischen eine katastrophale Entwicklung.

Im Januar registrierte die brasilianische Zentralbank 2,41 Mrd. US$ ausländische Direktinvestitionen, fast 64 % mehr als im Januar 2006. Damit wird die Projektion zum Jahresende, die bisher bei 18 Mrd. US$ lag, revisionsbedürftig. Die Direktinvestitionen, von denen einige mehrere hundert Millionen US$ im Einzelfall betragen, betreffen Projekte in den Bereichen Kfz-Herstellung einschließlich Zulieferer, Stahlerzeugung, Agrobusiness, Elektrizitätserzeugung, Gasgewinnung und -verteilung, Bauwirtschaft, Banken und Immobiliengeschäfte. Hoffentlich lassen sich auch deutsche Firmen überzeugen, hier mitzumachen. Denn laut Will Landers von Blacrock Inc., der 5 Mrd. US$ anlegt, ist Brasilien 2007 vom Preis-Gewinn-Verhältnis der zur Zeit attraktivste Markt. Brasilien wachse zwar langsamer als China und Indien, aber seine Firmen seien lukrativer. Seiner Meinung nach werde Brasilien des Status "investment grade" bereits Ende nächsten Jahres erreichen. Für Ibovespa- Anlagen sieht er für 2007 eine 25%ige Rentabilität.

Zum Schluß eine Zahl zum Größenverhältnis China - Brasilien: China verbraucht 10mal mehr Stahl als Brasilien produziert!

24 Februar 2007

Fotos von einem Sommertag in São Paulo






Der BRASILIEN AKTUELL - Blog feiert Geburtstag


Heute vor genau einem Jahr wechselte ich die Erscheinungsform von BRASILIEN AKTUELL und begann als "Blogger". In diesen 12 Monaten hatte BRASILIEN AKTUELL knapp 9.000 Besucher, die die bis dato 161 Beiträge lasen. Sie kamen aus allen Erdteilen, hier sehen Sie z.B. die letzten 100 Orte, an denen BRASILIEN AKTUELL aufgerufen wurde:

BRASILIEN AKTUELL ist mit meiner Firmenhomepage verlinkt, seit dem 21.2.2007 verfolge ich dort in ähnlicher Form die geografische Verteilung der Leser, allerdings kann man hier kumulierte Werte als Cluster sehen, was in einigen Monaten mit mehr Daten interessanter sein wird:

In der jetzigen Form besteht die EUROLATINA-Homepage ebenfalls ca. ein Jahr und hatte bisher fast 4.900 Besucher.

Um die Karten größer zu sehen, reicht ein Klick in das jeweilige Bild (jedenfalls bei meinem Apple und Safari als Browser).

22 Februar 2007

Wie steht es mit der Regierungsfähigkeit Brasiliens?

27 Parteien sind im brasilianischen Parlament vertreten, aber da ein Wechsel zwischen den Parteien völlig normal ist und der Abgeordnete dabei sein Mandat mitnimmt, wird es ebenfalls als völlig normal angesehen, daß Interessensgruppen ihre Mitglieder über Parteigrenzen hinweg finden und daß so abgestimmt wird, wie es das persönliche Interesse erfordert und nicht etwa das Parteiprogramm oder meist noch weniger das nationale Interesse, falls die Abgeordneten überhaupt wissen, was dies ist. Denn nach Auffassung vieler brasilianischer Kommentaristen sind die meisten Abgeordneten mit dem Verständnis der komplexen Verhältnisse ihres Vaterlandes völlig überfordert.

Es gibt im Parlament allein 14 Interessensgruppen, die bei Abstimmungen jeweils mehr als 100 Stimmen auf sich vereinigen können, dabei ist klar, daß ein Abgeordneter mehreren dieser insgesamt 13 Gruppen angehören kann, als da sind: Landwirte, Unternehmer, Gewerkschaftler, ..., Lehrende, Evangelisten, ...usw.

Zusätzlich zu diesen großen Gruppierungen gib es andere, die sich u.a. folgende Themen auf die Fahne geschrieben haben: Freie sexuelle Entfaltung, Capoeira (bras. Kampfsport, ursprünglich von Sklaven ausgeübt, die keine Waffen tragen durften), Verteidiger der Interessen der Grenzstädte, Benutzer von Marineterritorium, Verteidigung der körperlichen Aktivität, Verteidigung des sicheren Verkehrs..., etc. pp.

Da kann man Lula und dem von ihm regierten Volk nur Glück wünschen! Das werden sie nämlich beide nötig haben. Denn heute besteht kaum ein Band zwischen den Repräsentierten und den Repräsentanten, dafür spricht auch, das im vergangenen Jahr 77 % der in Kraft getretenen Gesetze von der Regierung und nicht vom Parlament vorgeschlagen wurden. Der Repräsentant repräsentiert nach der Wahl erst mal sich selbst und diese Einstellung wird so schnell nicht schwinden.

Streitkräfte Brasiliens haben 342.509 aktive Soldaten

HEER: 212.508 Soldaten, Budget 17,1 Mrd. R$

MARINE: 62.070 Soldaten, Budget 9,58 Mrd. R$

LUFTWAFFE: 67.931 Soldaten, Budget 9,02 Mrd. R$

20 Februar 2007

Nasdarovje, Gospodin João da Silva!

Das Wodkamuseum in St. Petersburg sagt seinen deutschen Besuchern: "Vodka hat in Russland eine vielfältige Bedeutung. Sein Verzehr dient der Entspannung, der Kräftigung, der Gesundung, der brüderlichen Vereinigung und was sonst ein akutes Anliegen der Trinkwilligen sein könnte."

Und was könnte wohl der Grund sein, daß der brasilianische João und seine Frau Maria Wodka anstelle einer guten Pinga trinken? Vielleicht kennt ihn Smirnow, denn für diesen Wodkafabrikanten ist Brasilien bereits sein viertgrößter Markt. Die Marke ist die Nr. 1 bei uns und ihr Absatz wuchs letztes Jahr um 30 % gegenüber 2005. Der Konkurrent Orloff konnte immerhin 10 % Zuwachs erzielen, der Importeur Absolut wuchs sogar um 112 %, hält aber nur 1 % Marktanteil. Der Wodkakonsum steigt in Brasilien jährlich um 11 %, damit ist Brasilien der sechstgrößte Wodkamarkt der Welt, das bedeutet zur Zeit einen Verbrauch von 4.500.000 Kästen voller Wodkaflaschen mit einem Verkaufswert von 500.000.000 R$ im Jahr.

Und schon zieht der Markt die Aufmerksamkeit der echten Kenner auf sich, so benutzte der russische Eigentümer von Imperia, der die Internetadresse www.vodka.com für 3 Mio. US$ gekauft hat, einen Karnevalsaufenthalt in Brasilien zu Gesprächen mit Campari über eine Zusammenarbeit.

Ein Grund für das Florieren ist die Vorliebe des brasilianischen Konsumenten (ich will lieber nicht das Wort Trinker benutzen) für Fruchtgetränke auf Wodkabasis, deren Anteil am Wodkaabsatz in Brasilien bereits geschätzte 5 bis 10 % beträgt; zum Vergleich, in den USA sind es 20 %. Und hier ist noch Platz für Innovationen, nur in Brasilien gibt es z.B. Wodka mit Cajúgeschmack.

19 Februar 2007

Das Damoklesschwert über dem Kopf des Arbeitgebers - das brasilianische Arbeitsgericht

In den USA werden jährlich 75.000 Arbeitsgerichtsprozesse angestrengt, in Frankreich 70.000 und in Japan nur 2.500. In Brasilien sind es sage und schreibe 2 Millionen mit steigender Tendenz. 2005 wurde an die Kläger, wobei darunter Arbeitnehmer zu verstehen sind, 7,19 Mrd. R$ gezahlt, in 2006 waren es sogar 13 % mehr. Pro 1.000 R$ Streitwert kostet ein Prozeß die Justizbehörden im Mittel 1.300 R$, also im Jahr 2.000.000 x 1.300 = 2,6 Mrd. R$! Kein Wunder, daß Spezialisten die Arbeitsgesetzgebung als anachronistisch, überholt, detailistisch und irreal bezeichnen und ich füge noch teuer hinzu.

Die Arbeitsgerichtsbarkeit ist keine Ausnahme, zur Zeit warten 35.000.000 (in Worten fünfunddreissigmillionen) Gerichtsprozesse aller Art einschließlich der Arbeitsgerichtsprozesse auf eine Entscheidung, wobei die Wartezeit im Mittel acht Jahre beträgt. Jedes Jahr werden 20 Mio. Prozesse abgeschlossen / eingestellt und es kommen 20 Mio. dazu, d.h. die Anzahl der laufenden Prozesse ändert sich nicht. Daran wird wohl nur eine Justizreform und der massive Einsatz der Informatik etwas ändern, heute sind erst 2,5 Mio. Prozesse in informatisierte Arbeitsabläufe integriert. Da die Hälfte aller Prozesse vom Staat gegen seine ihm Geld schuldenden Bürger angestrengt und bis zur letztmöglichen Instanz durchgefochten werden, auch wenn klar ist, daß der Beklagte gewinnen wird, sind auch noch andere Optimierungsmöglichkeiten vorhanden, die aber ein Umdenken der Regierenden erfordern; mit anderen Worten, es besteht wenig Aussicht auf Besserung.

Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen

Mein angekündigter zweiter Vortrag, den ich auf der ZfU - Tagung am 25. April 2007 über "Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen" halten werde, ist fertig, eine Leseprobe können Sie hier im Blog oder auf der Homepage von EUROLATINA finden. Alternativ können Sie in die Überschrift klicken.

Dies ist der Vortragsinhalt:

Einführung

Eigenheiten des brasilianischen Marktes

• Der Brasilianer als Privat- und Geschäftsmann

• Bürokratie und Korruption

• Steuern

• Firmengründung

• Kontinentaler Binnenmarkt

• Technologie- und Finanzengpässe

• Personal einstellen

• Personal beschäftigen

• Personal entlassen und die Folgen tragen

• Kriminalität

• Importkosten

Finanzierungsmöglichkeiten und Zinsen

Woran viele Firmen scheitern

• Empfohlene Vorgehensweise

• Alternative Markteintrittsmöglichkeiten

• Häufige Fehler beim Marktein- oder -austritt

• Beispiele aus der Praxis

Repatriierung von Gewinnen

18 Februar 2007

Geschäfte mit Lateinamerika trotz sozialistischer Tendenzen?

Am 24. April 2007 werde ich über obiges Thema auf der Internationalen ZfU - Tagung in der Schweiz sprechen. Wenn Sie die Überschrift anklicken, können Sie die ersten drei von fünfzehn Seiten des Vortrages lesen. Wenn Sie die Tagung besuchen, hören Sie den kompletten Vortrag, der folgende Themen berührt:

Brasilien und Lateinamerika: Wachstumsmärkte trotz sozialistischer Rahmenbedingungen?

Einführung
Argentinien
Brasilien
Chile
Venezuela
Risikobewertung Brasiliens
- Auswirkung der Wahlen
- Währungsstabilität
- Bildungssystem
Chancen und Zukunftsbranchen Brasiliens
- Verlagswesen
- Energiesektor
- Infrastruktur
- Stahlerzeugung
- Automobilindustrie
- Biotechnologie
- Bergbau
- Papier und Zellulose
- Agrobusiness
Exportieren oder im Land produzieren?

Ein zweiter Vortrag, den ich auf der ZfU - Tagung am 25. April 2007 über "Brasilien: Investitionen planen und erfolgreich umsetzen" halten werde, ist in Vorbereitung, eine Leseprobe können Sie in einigen Tagen ebenfalls hier im Blog oder auf der Homepage von EUROLATINA finden.

16 Februar 2007

Venezuela, Brasiliens Mercosurpartner, auf dem richtigen Weg?

Am 15.2.2007 hat Hugo Chávez angekündigt, Anfang 2008 drei Nullen des Bolivars zu streichen und die Mehrwertsteuer um 5 Prozentpunkte (3 am 1.3. und 2 am 1.7.) zu senken, um die Inflation, die 17 % im letzten Jahr erreichte, zu bekämpfen. Dieses Jahr soll die Inflation maximal 12 % betragen, aber im Januar betrug sie schon 2 %. Um die Einnahmeausfälle, die durch die Mehrwertsteuerreduzierung verursacht werden und 3,7 Mrd. US$ erreichen können, zu kompensieren, sind neue Steuern geplant, u.a. eine Vermögenssteuer. Die Realisierung wird Cháves leicht fallen, der Präsident kann seit dem 1.2.2007 für andertalb Jahre in 11 Sektoren per Dekret regieren und die Opposition ist parlamentarisch nicht repräsentiert. Der nächste Streich ist auch schon angekündigt, nämlich die Möglichkeit, Firmen der Lebensmittelwertschöpfungskette zu verstaatlichen, wenn es das soziale Interesse erfordert. Und was soziales Interesse ist, bestimmt der Präsident.

Das erinnert etwas an diesen Witz: Das Urteil richtet sich nach dem gesunden Volksempfinden. Was gesundes Volksempfinden ist, bestimmt der Vorsitzende Richter.

Lebensmittel unterliegen übrigens in Venezuela seit 2003 einer staatlichen Preiskontrolle. Auch Argentinien kontrolliert Preise, beide Länder haben wohl von der erfolgreichen Inflationsbekämpfung Brasiliens nichts gelernt.

Zu solchen Nachrichten paßt dann auch der Ausspruch von Lula von gestern, als er, an den bolivianischen Präsidenten Evo Morales gerichtet, sagte: Bevor wir (beide) Staatspräsidenten sind, sind wir zunächst Gewerkschaftsgenossen. Und erklärte sich damit einverstanden, Bolivien, welches die Erdöl- und Erdgasfirmen verstaatlichte, 100 Mio. US$ mehr pro Jahr für seine Erdgaslieferungen zu zahlen. Angeblich, ohne diese Mehrkosten an den Verbraucher weiterzugeben. Weitere Kommentare zur Marktwirtschaft sind hier wohl überflüssig.

14 Februar 2007

10 Jahre Firmenpool Brasilien / Mercosur der IHK Essen



Durch Klicken auf das Bild sehen Sie es vergrößert (jedenfalls funktioniert dies bei meinem Macintosh), durch Klicken in die Überschrift können Sie herunterladen.

Eurolatina verstärkt operative Unterstützung deutscher Firmen in Brasilien

Ausbildungsreform als Eintrittskarte für ein drittes Mandat von Präsident Lula?

Präsident Lula, der sich laut Opposition seit seinem ersten Amtsantritt im permanenten Wahlkampf befindet, werden Ambitionen auf ein drittes Mandat nachgesagt, welches nur durch eine Verfassungsänderung möglich wäre. Um dafür den nötigen Rückhalt zu bekommen, bedarf es guter Gründe. Ein solcher Grund könnte die erfolgreiche Reform des desolaten öffentlichen Schulwesens Brasiliens sein.

Lula hatte diese Reform schon für sein erstes Mandat versprochen, ist aber grandios gescheitert, wie es gerade veröffentlichte Daten seines eigenen Erziehungsministeriums zeigen, nach denen sich die Ausbildungsqualität in den letzten zehn Jahren ernsthaft verschlechert hat. Sein Vorgänger Fernando Henrique Cardoso konnte wenigstens stolz darauf sein, daß es ihm gelang, 97 % der schulpflichtigen Kinder dazu zu bringen, daß sie eine öffentliche Schule besuchten, von denen die Hälfte laut Juan Arias von der Zeitung El Pais vorher eine Schule nie von innen gesehen hatte. Lula, der ein pragmatischer Politiker ohne große Ideologie - die ist im Überfluß in seiner Arbeiterpartei vorhanden - und mit einem sehr feinen Gespür für die Stimmung des Volkes ist, weiß genau, daß nur eine verbesserte Schulausbildung letzendlich die großen sozialen Unterschiede Brasiliens beseitigen helfen kann. Da hilft es auch nicht, daß die öffentlichen Universitäten gut sind, aber die Jugendlichen, die eine schlechte öffentliche Schule besucht haben, die Aufnahmeprüfung nicht schaffen und die Studienplätze den Absolventen teurer Privatschulen vorbehalten sind. Was übrigens zu einer Quotenregelung geführt hat, damit auch Abgänger öffentlicher Schulen und speziell afrikanischer Herkunft mit nicht ausreichender Vorbildung eine öffentliche Universität besuchen können - was zu Spannungen zwischen den Studenten und zum Absinken des Niveaus führt.

Dieses Niveau ist heute bei Kindern nach der Grundschule so niedrig, daß viele laut Erziehungsministerium entweder nicht lesen können oder nicht verstehen, was sie lesen. Da der Mittelschulbesuch nicht vorgeschrieben ist, bleiben viele Kinder auch als Erwachsenen auf diesem Niveau stehen. Mit ein Grund dafür ist die schlechte Bezahlung der Grundschullehrer, die weniger als ein Maurer verdienen. An Schulen, die die Lehrer mit einem vierzehnten oder fünfzehnten leistungsabhängigen Monatsgehalt zu besseren Ergebnissen anreizen, ist das Ausbildungsniveau signifikant besser.

Lulas Projekt sieht eine wesentlich bessere Bezahlung der 2 Millionen Lehrer Brasiliens vor, eine bessere Ausbildung der Lehrer selbst, eine bessere Struktur der Schulen und die Einführung der Mittelschulpflicht. Außerdem soll jedem Schüler einer öffentlichen Schule ein Computerarbeitsplatz zur Verfügung stehen.

Sein Erfolg wird von der Unterstützung der elf Parteien abhängen, die die Regierungskoalition bilden und von der Figur des Erziehungsministers, dessen Name noch nicht feststeht.

13 Februar 2007

Kann man in Brasilien Gewinne machen?

Und wie! Man muß nur in der richtigen Branche sein und viel Geld investiert haben:

Die größte Privatbank des Landes, Bradesco, hat 2006 6,36 Mrd. R$ Gewinn erzielt, wenn man davon Ausgaben für Akquisitionen abzieht, bleiben immer noch über 6 Mrd. R$ übrig. Die zweitgrößte Bank, Itaú, die die BankBoston in Brasilien gekauft hat, kann immerhin 4,3 Mrd. R$ ausweisen.

Das alles sind "peanuts" gegenüber dem Gewinn der Petrobrás, dem größten der letzten 20 Jahre unter allen offenen Kapitalgesellschaften Lateinamerikas, dieser betrug im Vorjahr nämlich satte 25,9 Mrd. R$ bzw. 11,92 Mrd. US$.

Machen Sie es nach!

11 Februar 2007

Black & Decker: Ein Beispiel für den Einfluß des starken R$ auf die Desindustralisierung Brasiliens?

Black & Decker, eine Firma, die nicht vorgestellt werden muß, fährt dieses Jahr die Investitionen, die im Vorjahr 15 Mio. R$ betrugen, auf 8 Mio. R$ zurück. Gleichzeitig schnellte der Anteil der importierten Produkte am Gesamtumsatz von 350 Mio. R$ in Brasilien in andertalb Jahren von 20 auf 35 % hoch, wobei die Importware, darunter Bügeleisen, fast ausschließlich aus China kommt. Die Firma exportiert auch, aber wenn der Kurs nicht wieder bei 1 US$ = 2,50 R$ anlangt, sieht man bei der Black & Decker für den Export "black". Denn wenn die laufenden Exportverträge auslaufen, muß neu angeboten werden und neuer Kurs heißt neue Preise...und es sieht z.Z. so aus, als ob man dann nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird. Was in diesem Fall heißt, daß eine andere Firma der Gruppe liefern wird.

Biokraftstoff - die neue Wachstumsbranche Brasiliens

Petrobrás hat kühne, aber realisierbare Pläne - nämlich Brasilien dazu zu verhelfen, bis 2011 die USA als führende Nation im Verkauf von Biokraftstoff (Etanol und Biodiesel) abzulösen. Dazu wurden bereits vier Schritte unternommen:

1. Gründung der Nipaku, zusammen mit der staatlichen japanischen Nippon Alcohol Hanbai, die brasilianisches Etanol in Japan und anderen asiatischen Staaten verkaufen wird
2. Entscheidung, für den Export des Alkohols eine 600 km lange Alkoholpipeline von Zentralbrasilien bis zum Hafen von Santos zu bauen
3. Bau dreier neuer Biodieselfabriken mit Partern der Privatwirtschaft
4. Intensivierung der angewandten Forschung, um Mamona und Pinhão (Pinienkerne) ebenfalls zur Biodieselproduktion zu nutzen

Brasilien hat alles, um Weltführer zu werden: nachwachsende Rohstoffe für Biodiesel, Zuckerrohr für Etanol, Logistik, 30 Jahre Proálcool - Programm, 300 exportierende erfahrenene Etanolproduzenten. Hoffentlicht hat es auch die richtige Regierung, um diese Chance wahrzunehmen! Und die richtigen privaten Partner, auch aus dem Ausland, die manchmal ihre Chancen nicht erkennen.

Brasilianische Automobilindustrie: "Volldampf voraus"!

Im Januar 2007 wurden soviel Fahrzeuge wie nie zuvor verkauft, 152.900 Einheiten. Der bisherige Rekord von Januar 1997 lag bei 134.800 Einheiten. Die Fahrzeugproduktion ist in Brasilien seit Jahren im Steigen begriffen:

2002 - 1,79 Mio. Fahrzeuge
2003 - 1,82 Mio. Fahrzeuge
2004 - 2,31 Mio. Fahrzeuge
2005 - 2,52 Mio.Fahrzeuge
2006 - 2,61 Mio. Fahrzeuge

Der Inlandsabsatz verzeichnete diese Werte:

2004 - 1,57 Mio. Fahrzeuge
2005 - 1,71 Mio. Fahrzeuge
2006 - 1,93 Mio. Fahrzeuge

Der Exportumsatz wuchs im letzten Jahr durch den Wertzuwachs des R$ um 8,4 %, der Exportabsatz ging aber um 5,8 % zurück.

Für das laufende Jahr schätzt ANFAVEA, der Automobilherstellerverband, einen Inlandsabsatz von 2,08 Mio. Fahrzeugen und die Produktion auf 2,7 Mio. Einheiten.

Fiat, um nur ein Beispiel zu nennen, hat 1.200 neue Mitarbeiter für die Schicht von 00:00 bis 06:00 eingestellt und beschäftigt damit bereits 10.200 Leute. Ford fährt in Camaçarí drei Schichten (Fiesta, EcoSport) und VW in São José dos Pinhais (Fox, Golf). Zulieferanten wie SKF, Saint-Gobain Sekurit und auch kleinere wie Engemet passen sich diesem Rhythmus an und arbeiten ebenfalls im Drei- oder Vierschichtbetrieb.

Damit ist die brasilianische Fahrzeugindustrie wieder zu der Wachstumsbranche geworden, die sie so viele Jahre war, bevor die Krisenzeit begann.

Strafmündigkeit in Brasilien

Brasilien wurde in den letzten Tagen wieder durch barbarische Verbrechen Jugendlicher geschockt, wobei Präsident Lula und sein noch - Justizminister Bastos sich hartnäckig gegen eine Herabsetzung des Alters für Strafmündigkeit wehren. Das m.E. falsche Argument, welches mit Statistiken aus den USA gestützt wird, sagt, daß durch eine Herabsetzung von 18 auf z.B. 16 oder gar (!!!) 14 Jahre die von Jugendlichen begangenen Verbrechen nicht reduziert werden.

Das mag richtig sein oder nicht, aber - obwohl ich auch der Ansicht bin, daß nur Erziehung (Charakterbildung), Ausbildung und menschenwürdiges Umfeld auf Dauer die Situation verbessern werden - die Kritiker verkennen, daß die Gemeinschaft durch das "Wegschließen" der jugendlichen Deliquenten besser geschützt ist. Zwar kann das erste Verbrechen vielleicht nicht durch die Herabsetzung des Alters verhindert werden, aber die Folgeverbrechen. Und hier zeigt die Statistik einwandfrei, daß die viele Verbrecher sofort nach Entlassung aus der Haft wieder straffällig werden oder selbst einen Hafturlaub (Weihnachten!) für das Begehen von Straftaten nutzen. Und da ist die Tatsache, daß jugendliche Vergewaltiger und Mörder nur 3 Jahre in Verwahrung genommen werden, kein großer Trost für die betroffenen Gesellschaft, deren gewählte Führung wohl entweder realitätsfremd ist oder in einer anderen Welt lebt.

Deutschland steigt aus und Brasilien weiter ein ... in's Atomenergiegeschäft

Der Präsident des Bundesenergierates CNPE - Conselho Nacional de Política Energética bestätigte Pläne zum Bau neuer Atomkraftwerke, die der Regierung bereits zur Beratung vorliegen. Danach soll zunächst Angra III fertiggestellt werden und dann ist vom nächsten Jahrzehnt an bis 2030 der Bau weiterer 4 bis 6 Atomkraftwerke in Zentralen ähnlich der von Angra dos Reis vorgesehen. Im Endstadium sollen 5 % des Energiebedarfes Brasilien durch Atomstrom gedeckt werden. Die erste der beiden neuen Zentralen soll am Rio São Francisco entstehen, der zweite Standort ist noch nicht festgelegt.

Angra III soll wohl auf jeden Fall als Überbleibsel des Nuklearprogrammes der Siebzigerjahre gebaut werden, aber für weitere Atomkraftwerke - die wegen der Vermeidung der Verbrennung fossiler Brennstoffe sehr sinnvoll sind, wenn man keine ideologischen Scheuklappen trägt - sind wichtige Voraussetzungen zu schaffen. Neben der Gewährleistung der Betriebssicherheit und der Endlagerung des Atommülls besteht nämlich auch die Notwendigkeit, 500 Millionen US$ in Anlagen zur Herstellung des für den Betrieb der Atommeiler nötigen "Atombrennstoffes" zu investieren. Denn heute deckt Brasilien nur 6 % des Bedarfes an angereicherten Uranbrennstäben aus eigener Fertigung. Die bekannten Uranreserven Brasiliens reichen für 60 Jahre, wenn man den Verbrauch des der Regierung vorliegenden Programmes zugrunde nimmt.

Im Energierat, der sich aus sieben Ministern, einem Vertreter der Bundesstaaten und zwei der Öffentlichkeit besteht, gibt es nur eine Stimme gegen diese Pläne, die ausgerechnet der Ministerin für Umwelt gehört. Andere Kritiker sind nach Bekanntwerden der Stromerzeugungskosten, die für Angra III jetzt mit 138 R$/MWh angegeben werden, und angesichts der UNO-Warnungen vor einem Klimawandel verstummt.

10 Februar 2007

Deutsch wieder Weltsprache?

Zumindestens wird meine Muttersprache in allen Erdteilen verstanden, jedenfalls von meinen Bloglesern, siehe Karte der letzten 100 Orte, von denen BRASILIEN AKTUELL aufgerufen wurde:

09 Februar 2007

Brasilienrisiko und €-Verkaufskurs zum R$

08 Februar 2007

Der Real bleibt stark, sagen brasilianische Spezialisten...

...bzw. sie gehen von einer anhaltenden Dollarschwäche aus. Hintergrund sei die gute Entwicklung der US-Wirtschaft, die Investoren dazu verleitet, sichere Anlagen gegen lukrativere mit höherem Risisko in Schwellenländern, z.B. Brasilien, einzutauschen. Der Dollar ist der 2 R$ - Schwelle gefährlich nahe und diese wurde nur wegen der Stützungskäufe der brasilianischen Zentralbank nicht unterschritten.

Für unsere commodities - Mineralien, Metalle, Lebensmittel - ist dies eine erfreuliche Entwicklung, denn diese werden teurer und deshalb nach wie vor exportiert werden. Unsere Abnehmer in Asien, die diese commodities nicht haben, aber sehr kostengünstig Industriegüter produzieren können, exportieren diese dafür u.a. nach Brasilien und unsere heimische Industrie steht deshalb vor bedeutsamen strukturellen Änderungen.

Fazit ist jedenfalls, daß der Real so schnell nicht an Wert verlieren wird, zumindestens nicht gegenüber dem US-Dollar. Hier Charts zur Kursentwicklung € - R$:

Letzte drei Monate:


Letzte zwölf Monate:


Letzte 5 Jahre: