Seiten
- STARTSEITE
- INDIVIDUELLE BRASILIENREISEN
- MESSEN 2014/15
- HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ÜBER BRASILIEN
- BRASILIENBUCH
- MYTHEN
- VERANSTALTUNGEN
- IN BRASILIEN INVESTIEREN
- ERFOLGREICH IN BRASILIEN SEIN
- FIRMENGRÜNDUNG IN BRASILIEN
- EUROLATINA
- MARKTBEARBEITUNG BRASILIEN
- EMPRESAS ALEMÃS PROCURAM
- ZUR LAGE BRASILIENS AM 1.9.2015
- BRASILIENLITERATUR
- BRASILIEN 2017
- BRASILIEN IN BILDERN
Dieses Blog durchsuchen
23 September 2007
Autos, Autos, Autos...
São Paulo erstickt in Autos, angeblich sollen hier nach Tokio die meisten Fahrzeuge in einer Stadt zirkulieren oder soll man besser im Stau stehen sagen? Es sind wahrscheinlich ca. 6 Mio. Fahrzeuge, die uns in São Paulo Mobilität erlauben sollen, in ganz Indien gibt es nur 8 Mio., davon 2,5 Mio. NKWs. Kalkutta z.B. hat nur 500.000 Fahrzeuge, ein künftiges Paradies für Autoverkäufer? Und in Indien leben fünfmal mehr Menschen als in Brasilien, man stelle sich die Verkehrsverhältnisse vor, wenn dieses Land die relative Autodichte Brasiliens erreicht hat! Von China ganz zu schweigen.
22 September 2007
Trotz Rekordbewertung gegenüber dem US-Dollar schwächelt der EURO gegenüber dem Real
Hubschrauber am Himmel São Paulos werden zur Gefahr
Am Montag dieser Woche mußte der Pilot einer TAM - Maschine im Anflug auf Congonhas, unseren Stadtflughafen, die Landung abbrechen, weil ihm ein Hubschrauber in die Quere kam. Bis 2003 wurde der Hubschrauberverkehr São Paulos nicht zentral gelenkt, deshalb wurden 2003 auch 79 gefährliche Situationen im Zusammenhang mit Hubschraubern registriert. 2004 rückte die Stadt mit fast 500 Hubschraubern, ca. die Hälfte des nationalen Bestandes, auf Platz zwei der weltweiten Rangliste vor, nur von New York übertroffen. Im selben Jahr wurde eine Fläche von 102 Quadratkilometern in der Stadt geschaffen, in der die Hubschrauberflüge überwacht werden. In diesem Gebiet fallen jährlich 200.000 Flüge mit Flugzeugen und 60.000 mit Hubschraubern an. Täglich fliegen 350 der ca. 500 in São Paulo registrierten Hubschrauber über der Stadt und stützen sich dabei auf ein Netz von 210 Hubschrauberlandeplätzen, von denen 131 Unregelmäßigkeiten aufweisen, weil sie nicht den Vorschriften entsprechen oder ihre Lage die Nachbarn lärmmäßig belästigt. Es wurden schon Werte von 95 dB gemessen, obwohl der Grenzwert 70 dB beträgt.
Als ich gestern, aus Deutschland zurückgekehrt, die Stadt durchqueren mußte, um nach Hause zu gelangen, brauchte ich keinen Hubschrauber, der Straßenverkehr war wider Erwarten problemlos. Wer während meines zweiwöchigen Deutschlandaufenthaltes auf Nachricht von mir gewartet hat, kann beruhigt sein, unbeantwortete Anfragen werden nächste Woche bearbeitet! Ebenso werde ich Kontakt mit den Firmen aufnehmen, die sich zu kostenlosen Beratungsgesprächen mit mir bei IHKs einschrieben, aber nicht erschienen sind. Abgesehen davon, daß es unbefriedigend ist, wenn ich fast 10.000 km reise, mir einen Leihwagen nehme und im Hotel übernachte, um in einer IHK gratis über Brasilien Auskunft zu geben und der Vertreter einer interessierten Firma einfach nicht erscheint und ich Leerlauf habe, möchte ich diesen Firmen dennoch Gelegenheit geben, mir ihre Fragen zu stellen. Aber das nächste Mal gibt es einen Termin mit mir vielleicht nur gegen eine "Schutzgebühr", die bei Erscheinen zurückerstattet wird. Vielleicht hilft dies, um gegen "außer Spesen nichts gewesen" anzukämpfen? Ein Besucher, der als letzter auf meiner Terminliste stand, erschien übrigens und sprach mit dem Poolmanagern anderer Länder. Leider wartete er im Gegensatz zu mir nicht bis 18:00, um planmäßig mit mir zu sprechen. Dabei wäre es so einfach gewesen, im Laufe des Tages an meinem Tisch in der gastgebenden IHK vorbeizukommen und sich abzumelden. Wer seine Lieferanten so behandelt, darf sich nicht wundern, wenn diese nicht liefern wollen. Über solche "Erfolgsfaktoren und Erfolgsmenschen" im Brasiliengeschäft können Sie demnächst mehr in meinem Brasilienbuch, welches Anfang 2008 bei Redline in Heidelberg erscheint, lesen.
16 September 2007
2008 werden weltweit ca. 60 Mio. Kfz - Neuzulassungen erwartet!
In diesem Jahr werden es fast 58 Millionen neue Fahrzeuge sein, die für Arbeitsplätze und Staus sorgen werden. Hier die Prognose für 2007 in Mio. Neuzulassungen (also keine Produktionszahlen!):
- 16,51 USA
- 4,64 Japan
- 4,26 China
- 3,47 Deutschland
- 2,35 Großbritannien
- 2,35 Italien
- 2,00 Frankreich
- 1,77 Rußland
- 1,63 Spanien
- 1,62 Kanada
- 1,56 Brasilien
- 1,31 Indien
- 1,14 Mexiko
Bemerkenswert, daß Afrika mit 930 Mio. Einwohnern 2007 nur 0,85 Mio. Neuzulassungen erwartet, während es in Ozeanien mit viel weniger Einwohnern schon 0,73 sind und Holland und Belgien zusammen mit etwas weniger als 27 Mio. Einwohner auf gut eine Million Neuzulassungen kommen werden.
Die BRIC - Länder nehmen laut obiger Tabelle eine sehr unterschiedliche Situation ein und vermutlich wird Brasilien hier bald das Schlußlicht sein, wenn es der Regierung nicht gelingt, durch die Realisierung der längst überfälligen Reformen die Kaufkraft so zu stärken, daß sich mehr Brasilianer ein Auto leisten können. Welches dann wahrscheinlich beim Ersteinstieg als Billigauto ein chinesisches Fabrikat sein und aus Uruguay kommen wird (siehe Blog vom 2.9.: Autos in Brasilien).
07 September 2007
5 Millionen Brasilianer plötzlich verschwunden!
Und die Regierung schlägt daraus noch Gewinn! Ein skrupelloses Manöver Lulas? Nein, seien Sie beruhigt, diesmal geht es nur um die Ehrlichkeit. Die der Steuerzahler nämlich, die bisher erwachsene Abhängige in ihrer Einkommensteuererklärung aufführen konnten, aber nicht nachweisen mußten, daß diese Personen auch existierten oder wirklich wirtschaftlich abhängig sind. Jetzt hat der Fiskus nur darum gebeten, die Steuernummer der Abhängigen neben deren Namen zu schreiben, und siehe da, welch' Wunder, die Anzahl der unterhaltenen Personen verringerte sich über Nacht um 5 Millionen und der Staat zahlt 1 Mrd. R$ weniger Steuern zurück.
05 September 2007
Fälle von Denguefieber nehmen in Brasilien zu
Das Denguefieber, oft falsch Denge Fieber oder Dengefieber geschrieben, auch Siebentagefieber genannt, kann leider nicht durch eine Impfung vermieden und bei Ausbruch auch nicht bekämpft werden, nur die Symptome können gemildert und die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert und unterstützt werden. Da eine Art des Fiebers manchmal zum Tode des Erkrankten führt, sei darauf hingewiesen, daß bis Juli in Brasilien 438.949 Denguekranke erfaßt wurden, daß sind 45 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Also Vorsicht vor dem Übertrager Aedes Aegypti, der sich bevorzugt da aufhält, wo stehendes Wasser vorhanden ist und sei es ein Rest Regenwasser in einem alten Autoreifen oder in einem Teller im Garten, auf dem ein Blumentopf steht. Diese Vorsicht gilt vor allem für Reisende, die die Bundesstaaten Mato Grosso do Sul (72.183 Fälle gegenüber 12.813), Rio de Janeiro (46.857 Fälle gegenüber 28.676) und Paraná (43.691 Fälle gegenüber 4.300) aufsuchen.
Noch ein Hinweis für Leute, die gerne lesen; in seinem Buch "Das Testament" beschreibt John Grisham nicht nur eindrucksvoll plastisch Brasilien, sondern auch, wie der Held, ein alkoholsüchtiger US - Anwalt, am Denguefieber erkrankt und knapp am Tod vorbeischlittert. Wirklich zu empfehlen!
03 September 2007
Kokospalmenverkauf vor der Formel I - Rennstrecke in São Paulo
Neuer Außenhandelsrekord Brasiliens
Das ist wieder eine Bestätigung dafür, daß eine Öffnung für den Import auch den Export fördert, wenn auch der starke Real sich in einer Schrumpfung des Handelsbilanzüberschusses bemerkbar macht. Im August 2007 konnte die brasilianische Außenwirtschaft neue Rekorde verzeichnen, 15,101 Mrd. US$ Export und 11,566 Mrd. US$ Import, aufs Jahr gesehen per August 102,434 Mrd. US$ Export und 74,921 Mrd. US$ Import. Damit beträgt der Handelbilanzüberschuß per August 27,513 Mrd. US$, was allerdings kein Rekordwert mehr ist. Die Prognosen für das laufende Jahr sind günstig, so sehen Volkswirtschaftler einen Handelsbilanzüberschuß von 42,7 Mrd. US$ zum Jahresende voraus, im Vorjahr waren es 46,077 Mrd. US$ und 2008 sollen es 37 Mrd. US$ sein. Das meint jedenfalls die Zentralbank, die ungefähr hundert Finanzinstitute dazu befragt hat.
Schön für deutsche (und andere) Exporteure, im August stieg der Import um 26,7 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, während es beim Export 10,5 % waren.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, Geschäfte mit Brasilien zu machen, sollte nicht die Gelegenheit versäumen, mit mir darüber in Deutschland zu sprechen. Ich werde ab nächster Woche wieder kostenlose Beratungsgespräche in Industrie- und Handelskammern führen, Interessenten im norddeutschen Raum wenden sich bitte für eine Terminvereinbarung an Herrn Slomke von der IHK Essen und im süddeutschen Raum an Herrn Sterzinger vom Eurolatinabüro Gärtringen (bei Stuttgart). Die Termine sind:
10.9. IHK Essen
11.9. IHK Dortmund
12.9. IHK Wuppertal
13.9. IHK Essen
14.9. IHK Essen
18.9. IHK Ludwigshafen (ganztägiges Brasilienseminar, anschließend individuelle Beratungsgespräche, Anmeldung bei Frau Kim Gronemeier)
19.9. IHK Stuttgart
20.9. IHK Stuttgart
Kontakt - E - Mails:
Frau Gronemeier kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de
Herr Slomke tobias.slomke@essen.ihk.de
Herr Sterzinger sterzinger@t-online.de
Schön für deutsche (und andere) Exporteure, im August stieg der Import um 26,7 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, während es beim Export 10,5 % waren.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, Geschäfte mit Brasilien zu machen, sollte nicht die Gelegenheit versäumen, mit mir darüber in Deutschland zu sprechen. Ich werde ab nächster Woche wieder kostenlose Beratungsgespräche in Industrie- und Handelskammern führen, Interessenten im norddeutschen Raum wenden sich bitte für eine Terminvereinbarung an Herrn Slomke von der IHK Essen und im süddeutschen Raum an Herrn Sterzinger vom Eurolatinabüro Gärtringen (bei Stuttgart). Die Termine sind:
10.9. IHK Essen
11.9. IHK Dortmund
12.9. IHK Wuppertal
13.9. IHK Essen
14.9. IHK Essen
18.9. IHK Ludwigshafen (ganztägiges Brasilienseminar, anschließend individuelle Beratungsgespräche, Anmeldung bei Frau Kim Gronemeier)
19.9. IHK Stuttgart
20.9. IHK Stuttgart
Kontakt - E - Mails:
Frau Gronemeier kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de
Herr Slomke tobias.slomke@essen.ihk.de
Herr Sterzinger sterzinger@t-online.de
Produktivität in Brasilien fällt dramatisch
Die ILO (International Labour Organization) hat eine neue Produktivitätsstatistik publiziert, die für Brasilien nicht gerade schmeichelhaft ausgefallen ist, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt eines sehr starken Real. Danach hat die Produktivität von 1980 auf 2005 um 3,4 % im Dienstleistungsbereich abgenommen, in der Industrie betrug der Rückgang 0,9 %, im Transportwesen 1,0 % und nur in der Landwirtschaft nahm die Produktivität um 3,6 % zu. Kein Wunder, daß die ILO glaubt, daß die rotchinesischen Arbeiter zum Ende dieses Jahrzehnts die Kollegen aus Brasilien überholt haben werden. Von 1996 bis 2005 stieg die Wertschöpfung in China von 6.300 auf 12.500 US$ pro Kopf und Jahr, während die brasilianische 2005 zwar noch einen Vorsprung hatte, aber mit einem absoluten Wert von 14.700 US$ betrug die Differenz nur 2.200 US$ pro Kopf und Jahr.
Was mehr als besorgniserregend ist und sicher u.a. die hohen Zinsen als Ursache für fehlende Modernisierungsinvestitionen hat, ist der Rückgang der Produktivität in der brasilianischen Industrie, von 7.100 US$ auf 5.600 US$ pro Kopf und Jahr im Zeitraum 1980 bis 2005. Geradezu katastrophal ist der Rückgang im Einzelhandel während der Periode von 1980 bis 2004, von 3.900 US$ pro Kopf und Jahr auf 1.700 US$.
Viele schimpfen auf die US-Amerikaner, aber der Brasilianer produziert im Vergleich zu seinem US-Kollegen nur 5 % dessen Wertschöpfung!!! Details finden Sie im Site http://www.ilo.org der Weltarbeitsorganisation.
Was mehr als besorgniserregend ist und sicher u.a. die hohen Zinsen als Ursache für fehlende Modernisierungsinvestitionen hat, ist der Rückgang der Produktivität in der brasilianischen Industrie, von 7.100 US$ auf 5.600 US$ pro Kopf und Jahr im Zeitraum 1980 bis 2005. Geradezu katastrophal ist der Rückgang im Einzelhandel während der Periode von 1980 bis 2004, von 3.900 US$ pro Kopf und Jahr auf 1.700 US$.
Viele schimpfen auf die US-Amerikaner, aber der Brasilianer produziert im Vergleich zu seinem US-Kollegen nur 5 % dessen Wertschöpfung!!! Details finden Sie im Site http://www.ilo.org der Weltarbeitsorganisation.
02 September 2007
Auf der Ilha do Bréu in der Nähe des Atomkraftwerkes von Angra gibt es keine Elektrizität, aber tagsüber viel Sonne!
Hier können Sie Urlaub machen oder auch nur einige Stunden verbringen! Die Insel ist so klein, daß man sie in weniger als einer halben Stunde umschwimmen kann. Ein Restaurant sorgt für das leibliche Wohl und Musik und Boote für Unterhaltung. Sogar Delphine und Seeschildkröten können Sie mit etwas Glück sehen. Details finden Sie im Site ILHA DO BRÉU, dazu brauchen Sie nur in die Überschrift zu klicken. Aber erwarten Sie keinen Luxus, nur Natur und Erholung! Etlicher meiner Kunden haben die Insel schon kennengelernt.
Arbeitslosigkeit

Bisher habe ich geglaubt, daß nur die brasilianische Presse, die oft nicht zwischen Millionen und Milliarden (bei uns bilhões) unterscheidet, solche Probleme hat, aber siehe da, auch in Deutschland ist man sich nicht sicher, was große Zahlen angeht. Wobei die Einwohnerzahl Deutschlands eigentlich eine Plausibilitätskontrolle auf Kommasetzung hin erlauben sollte.
Autos in Brasilien
Heute vor fünfzig Jahren wurde die Produktion des VW Kombi in São Bernado de Campos aufgenommen und bis heute laufen die Bullies vom Band, einer nach dem anderen, ohne Unterbrechung, neunzig am Tag, bis dato 1.383.557 Einheiten, immer Marktführer in seinem Segment! 1.290.502 Fahrzeuge wurden im Inland abgesetzt, der Rest in mehr als hundert Länder exportiert.
Er läuft und läuft und läuft, ob man das in fünfzig Jahren vom Effa M 100 auch sagen wird, ist unwahrscheinlich. Dieses Fahrzeug hat seinen Ursprung auf chinesischen Reißbrettern (heute eher CAD - Bildschirmen) und soll ab 2008 in Uruguay, mit einem japanischen Suzuki 1 Liter - Motor von 47 PS ausgerüstet, montiert und nach Brasilien exportert werden. Hier wird der Verkaufspreis 22.980 R$ betragen, ca. 8.500 €, damit wäre der UNO Mille von Fiat als billigstes Auto, er kostet 24.060 R$, enthront. Ausgestattet mit elektrischen Fensterhebern vorne, vier Türen und Airconditioning werden die anfänglich fünftausend jährlich hergestellten und über zehn Händler in Groß - São Paulo vertriebenen Fahrzeuge, die von einer einzigen Kundendienstwerkstätte betreut werden, sicher Käufer finden. Wenn diese sich mit den Unzulänglichkeiten der chinesischen Ingenieurskunst abfinden, wie z.B. der Schwergängigkeit der Lenkung. Aber wer auf den Preis gucken muß, hat keine große Wahlmöglichkeit. Und wenn die Chinesen es den Japanern erfolgreich nachmachen, deren Autos anfänglich auch nicht gerade attraktiv waren, ihre Fahrzeuge kontinuierlich zu verbessern, wächst hier sicher eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Hersteller heran. Und da wir Europäer ja genug Autos in China bauen und den Chinesen Einblick in unsere Fabrikationsgeheimnisse gewähren, sollte dies den Chinesen nicht allzu schwer fallen. Was sagte Lenin noch vom Strick und den Kapitalisten? Aber dieses Thema will ich lieber nicht vertiefen, um nicht eine Polemik heraufzubeschwören.
Er läuft und läuft und läuft, ob man das in fünfzig Jahren vom Effa M 100 auch sagen wird, ist unwahrscheinlich. Dieses Fahrzeug hat seinen Ursprung auf chinesischen Reißbrettern (heute eher CAD - Bildschirmen) und soll ab 2008 in Uruguay, mit einem japanischen Suzuki 1 Liter - Motor von 47 PS ausgerüstet, montiert und nach Brasilien exportert werden. Hier wird der Verkaufspreis 22.980 R$ betragen, ca. 8.500 €, damit wäre der UNO Mille von Fiat als billigstes Auto, er kostet 24.060 R$, enthront. Ausgestattet mit elektrischen Fensterhebern vorne, vier Türen und Airconditioning werden die anfänglich fünftausend jährlich hergestellten und über zehn Händler in Groß - São Paulo vertriebenen Fahrzeuge, die von einer einzigen Kundendienstwerkstätte betreut werden, sicher Käufer finden. Wenn diese sich mit den Unzulänglichkeiten der chinesischen Ingenieurskunst abfinden, wie z.B. der Schwergängigkeit der Lenkung. Aber wer auf den Preis gucken muß, hat keine große Wahlmöglichkeit. Und wenn die Chinesen es den Japanern erfolgreich nachmachen, deren Autos anfänglich auch nicht gerade attraktiv waren, ihre Fahrzeuge kontinuierlich zu verbessern, wächst hier sicher eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Hersteller heran. Und da wir Europäer ja genug Autos in China bauen und den Chinesen Einblick in unsere Fabrikationsgeheimnisse gewähren, sollte dies den Chinesen nicht allzu schwer fallen. Was sagte Lenin noch vom Strick und den Kapitalisten? Aber dieses Thema will ich lieber nicht vertiefen, um nicht eine Polemik heraufzubeschwören.
27 August 2007
Ausbildung und Korruptionstoleranz
Zunächst ohne Wertung einige Ergebnisse einer Studie des Soziologen ALBERTO CARLOS ALMEIDA, zu lesen in seinem Buch "A cabeça do Brasileiro" (Der Kopf des Brasilianers), hier frei übersetzt:
--------------------------------------------------------------------------
UMFRAGEERGEBNISSE
Wenn jemand in ein öffentliches Amt gewählt wird, sollte er es zu seiner Bereicherung verwenden? JA => 17 % im Durchschnitt, 40 % bei den Analphabeten, 3 % bei den Akademikern
Darf ein Beamter (Angestellter des Öffentlichen Dienstes) ein Geschenk einer Firma annehmen, der er geholfen hat, einen Staatsauftrag zu erhalten? JA => 30 % im Durchschnitt, 57 % bei den Analphabeten, 5 % bei den Akademikern
Sollte die Regierung ihre Kritiker zensieren? JA => 20 % im Durchschnitt, 46 % bei den Analphabeten, 7 % bei den Akademikern
Sind Sie gegen (männlichen) Homosexualismus? JA => 89 % im Durchschnitt, 97 % bei den Analphabeten,75 % bei den Akademikern
Sollte die Polizei Geständnisse nötigenfalls herausprügeln? JA => 36 % im Durchschnitt, 51 % bei den Analphabeten, 14 % bei den Akademikern
Sollten Hausangestellte, denen die Benutzung des "normalen" Aufzuges erlaubt wurde, weiterhin den Dienstbotenaufzug benutzen? JA => 56 % im Durchschnitt, 76 % bei den Analphabeten, 28 % bei den Akademikern
--------------------------------------------------------------------------
Interessant, daß die Ausbildungsabstufung Analphabet - Volkschule - Mittelschule - Oberschule - Hochschule sich nahezu linear in den Umfragewerten widerspiegelt, was den Schluß aufdrängt, daß die Brasilianer gut daran täten, soviel Geld wie möglich in die Volks- und Mittelschulausbildung zu stecken, denn nur dadurch werden die Wähler in Brasilien, un- oder wenigstens schwerer von Populisten beeinflußbar, an den Früchten der Demokratie teilhaben. Also, nicht "Linke aller Länder, vereinigt euch!", sonder "Stärkt mir die Mitte(lschicht)!".
Und bevor Brasilianer empörte Kommentare ("Wenn Deutsche anfangen, zu denken" und vom selben Autor dann der Hinweis auf "Korruption bei Siemens") schreiben wie im Fall meines Beitrages über die Pflicht im Bundesstaat São Paulo, die Flagge zu zeigen und die Nationalhymne zu singen und meine damit verbundene Hoffnung, daß der Patriotismus die Korruption mindern wird, der Hinweis, daß obige Zahlen von einem Brasilianer erhoben wurden, der Brasilianer befragte, also ohne ausländischen Einfluss!
--------------------------------------------------------------------------
UMFRAGEERGEBNISSE
Wenn jemand in ein öffentliches Amt gewählt wird, sollte er es zu seiner Bereicherung verwenden? JA => 17 % im Durchschnitt, 40 % bei den Analphabeten, 3 % bei den Akademikern
Darf ein Beamter (Angestellter des Öffentlichen Dienstes) ein Geschenk einer Firma annehmen, der er geholfen hat, einen Staatsauftrag zu erhalten? JA => 30 % im Durchschnitt, 57 % bei den Analphabeten, 5 % bei den Akademikern
Sollte die Regierung ihre Kritiker zensieren? JA => 20 % im Durchschnitt, 46 % bei den Analphabeten, 7 % bei den Akademikern
Sind Sie gegen (männlichen) Homosexualismus? JA => 89 % im Durchschnitt, 97 % bei den Analphabeten,75 % bei den Akademikern
Sollte die Polizei Geständnisse nötigenfalls herausprügeln? JA => 36 % im Durchschnitt, 51 % bei den Analphabeten, 14 % bei den Akademikern
Sollten Hausangestellte, denen die Benutzung des "normalen" Aufzuges erlaubt wurde, weiterhin den Dienstbotenaufzug benutzen? JA => 56 % im Durchschnitt, 76 % bei den Analphabeten, 28 % bei den Akademikern
--------------------------------------------------------------------------
Interessant, daß die Ausbildungsabstufung Analphabet - Volkschule - Mittelschule - Oberschule - Hochschule sich nahezu linear in den Umfragewerten widerspiegelt, was den Schluß aufdrängt, daß die Brasilianer gut daran täten, soviel Geld wie möglich in die Volks- und Mittelschulausbildung zu stecken, denn nur dadurch werden die Wähler in Brasilien, un- oder wenigstens schwerer von Populisten beeinflußbar, an den Früchten der Demokratie teilhaben. Also, nicht "Linke aller Länder, vereinigt euch!", sonder "Stärkt mir die Mitte(lschicht)!".
Und bevor Brasilianer empörte Kommentare ("Wenn Deutsche anfangen, zu denken" und vom selben Autor dann der Hinweis auf "Korruption bei Siemens") schreiben wie im Fall meines Beitrages über die Pflicht im Bundesstaat São Paulo, die Flagge zu zeigen und die Nationalhymne zu singen und meine damit verbundene Hoffnung, daß der Patriotismus die Korruption mindern wird, der Hinweis, daß obige Zahlen von einem Brasilianer erhoben wurden, der Brasilianer befragte, also ohne ausländischen Einfluss!
Lebt Deutschland von der Sozialhilfe?
Wenn man den Zeitungen glaubt, ja. 2,6 Millionen Jugendliche unter 18 Jahren sollen Sozialhilfeniveau haben, die meisten im Osten Deutschlands. Und was ist der Unterschied zu Brasilien? Daß hier in Brasilien die Sozialhilfe, egal unter welchem Namen sie ausbezahlt wird, wohl in Deutschland keine Woche, oft nicht einen Tag, zum Leben reichen würde. Und noch ein Detail, hier in Brasilien gehört der Farbfernseher oder die Waschmaschine nicht zu den lebensnotwendigen Gegenständen, die von der staatlichen Hilfe, d.h. der Solidarität der Steuerzahler, bezahlt werden.
23 August 2007
Lebt Brasilien von der Sozialhilfe?
42,5 Millionen Brasilianer, ca. 22 % der Bevölkerung von 190 Millionen, werden als arm eingestuft. 45,8 Millionen Brasilianer sind Sozialhilfeempfänger, d.h. 24,1 % der Bevölkerung werden durch das Bolsa - Família - Programm finanziell unterstützt. Bei etlichen ist dieses Programm die einzige Einkommensquelle. 16 % der Familienvorstände, die von diesem Programm profitieren, sind komplette und 40 % sind funktionelle Analphabeten. Obwohl 69,2 % der Empfänger in Städten wohnen, haben zwei Drittel keinen Zugang zu Basisdienstleistungen des Staates wie z.B. Abwasserbehandlung. Wenn man jetzt noch bedenkt, daß nur derjenige berechtigt ist, die Hilfe des Programmes zu erhalten, der eine Familie mit einem Prokopfeinkommen von weniger als 120 R$, also ungefähr 45 €, ernährt, kann man sich vorstellen, wie arm viele Brasilianer sind. Und die Hilfe, die ihnen zuteil wird, beträgt zwischen 18 und 112 R$, im Mittel sind es 72 R$. Eine letzte Zahl, das Mindesteinkommen beträgt zur Zeit 380 R$ bzw. 140 € monatlich. Und da glauben viele Menschen in Deutschland, sie hätten Sorgen und Grund zum Klagen! Es gibt bei politischen Beobachtern in Brasilien kein Zweifel, daß diese Situation bzw. das Bolsa - Família - Programm einer der Hauptgründe für die Wiederwahl Lulas zum Staatspräsidenten war, denn ein großer Teil der Nutznießer wohnt im Nordosten Brasiliens, wo Lulas Stammwähler zuhause sind. Und damit mir keiner böse Kommentare schreibt, wie ich sie bei einem früheren Blogbeitrag zu diesem Thema aus Sachsen erhalten hatte, möchte ich noch hinzufügen, daß es für mich in Ordnung ist, wenn man diese Leute unterstützt - aber nicht die nächsten fünfzig Jahre! Da ist das Geld sicher besser angelegt, wenn damit das Schulwesen auf Vordermann gebracht und die Anzahl der Analphabeten verringert wird.
Moody's verbessert Brasiliens Rating
Am heutigen Donnerstag hat Moody's nachgezogen und Brasiliens Rating von Ba2 auf Ba1 verbessert, Fitch und Standard & Poor's hatten die Höhereinstufung schon vor drei Monaten vollzogen. Der nächste Schritt ist jetzt hoffentlich die Einstufung als Investment Grade - wenn die Krise der faulen Immobilienkredite in den USA dieser Hoffnung kein vorzeitiges Ende setzt.
22 August 2007
Vielen Dank, Herr Weyers!
Sehr geehrter Herr Naumann,
ich bin seit ca. einem Jahr ein begeisterter Leser Ihres blogs. Er ist
sachlich, informativ und humorvoll geschrieben.
Ihre Beiträge sind für jeden Brasilien- Freund aufschlußreich und ein MUSS
für alle, die geschäftlich mit Brasilen in Verbindung stehen und/oder die
Absicht haben, in Brasilien zu investieren.
In der Hoffnung, Sie bei Gelegenheit persönlich kennenlernen zu können,
verbleibe ich mit Dank und
freundlichen Grüßen
Werner W. Weyers
--------------------------------------------------
HINWEIS für Herrn Weyers: Ich bin im September wieder zu kostenlosen Beratungsgesprächen in Deutschland und wir könnten uns an folgenden Tagen kennenlernen:
Montag, 10.9. IHK Essen
Dienstag 11.9. IHK Dortmund
Mittwoch 12.9. IHK Wuppertal
Donnerstag 13.9. IHK Essen
Freitag 14.9. IHK Essen
TERMINABSPRACHEN BITTE MIT HERRN SLOMKE tobias.slomke@essen.ihk.de
------------------------------------------------
Dienstag 18.9. IHK Ludwigshafen (ganztägiges Brasilienseminar der IHK Pfalz)
Mittwoch 19.9. IHK Stuttgart
Donnerstag 20.9. IHK Stuttgart
TERMINABSPRACHEN BITTE MIT HERRN STERZINGER sterzinger@t-online.de
ich bin seit ca. einem Jahr ein begeisterter Leser Ihres blogs. Er ist
sachlich, informativ und humorvoll geschrieben.
Ihre Beiträge sind für jeden Brasilien- Freund aufschlußreich und ein MUSS
für alle, die geschäftlich mit Brasilen in Verbindung stehen und/oder die
Absicht haben, in Brasilien zu investieren.
In der Hoffnung, Sie bei Gelegenheit persönlich kennenlernen zu können,
verbleibe ich mit Dank und
freundlichen Grüßen
Werner W. Weyers
--------------------------------------------------
HINWEIS für Herrn Weyers: Ich bin im September wieder zu kostenlosen Beratungsgesprächen in Deutschland und wir könnten uns an folgenden Tagen kennenlernen:
Montag, 10.9. IHK Essen
Dienstag 11.9. IHK Dortmund
Mittwoch 12.9. IHK Wuppertal
Donnerstag 13.9. IHK Essen
Freitag 14.9. IHK Essen
TERMINABSPRACHEN BITTE MIT HERRN SLOMKE tobias.slomke@essen.ihk.de
------------------------------------------------
Dienstag 18.9. IHK Ludwigshafen (ganztägiges Brasilienseminar der IHK Pfalz)
Mittwoch 19.9. IHK Stuttgart
Donnerstag 20.9. IHK Stuttgart
TERMINABSPRACHEN BITTE MIT HERRN STERZINGER sterzinger@t-online.de
18 August 2007
Wettbewerbsstudie Kfz-Industrie vor Abschluß
Die brasilianische Autoindustrie steuert langsam, aber sicher auf die 3 Millionen - Marke zu. Ende August kann man mehr darüber lesen, dann wird nämlich der Sektor eine Studie vorlegen, die es der Regierung möglich machen soll, auf Basis solider Zahlen ein Förderpaket zu schnüren. Bisher geht die Regierung, genauer gesagt, daß Entwicklungsministerium unter Miguel Jorge, dabei von einem Kapazitätsbedarf von 5 Millionen Fahrzeugen in 2011 aus. Um diesen zu schaffen, müßte die heutige Kapazität um 1,5 Millionen Fahrzeuge aufgestockt werden, was Investitionen in der Größenordnung von 12 bis 15 Mrd. US$ bedeutet. Für Maschinen- und Anlagenbauer ein Grund zur Freude, aber noch glauben nicht alle Beteiligten an diese Zahlen.
Die aktuellen Kapazitäten, deren überhasteter Aufbau zu jahrelanger Unterauslastung geführt hatte, sind auch heute noch nicht zur Gänze genutzt, denn 2007 werden voraussichtlich "nur" 2,8 Millionen Fahrzeuge fabriziert werden und 2008 rechnet Sindipeças, der Autoteileherstellerverband, mit 3,1 Millionen.
Einige Ergebnisse der oben genannten Studie sind schon durchgesickert, z.B. schneidet Brasilien bei einem Vergleich mit Deutschland, Rumänien, China, Indien und Mexiko in Sachen Außenattraktivität, was immer dieses Wort bedeuten mag, am schlechtesten ab. Hauptsächliche Bewertungskriterien waren die Infrastruktur des jeweiligen Landes, das Steuersystem, die Exportrentabilität, die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und die Investitionskosten. Und das hier Brasilien nicht führt, wissen wir seit langem. Daß es aber sogar gegen Rumänien verliert, ist doch einigermaßen erstaunlich.
Daß wir unser Potential in Brasilien nicht ausschöpfen, zeigen einige Zahlen:
Wachstum Kfz-Produktion 2001 - 2006
- Brasilien: + 44 %
- China: + 208 %
- Indien: + 148 %
2006 exportierte Brasiliens Autoindustrie 842.000 Einheiten, in diesem Jahr erwartet man einen Rückgang von 11 %. Im Gegensatz dazu sollen die internen Verkäufe um 22 % wachsen, was einen Absatz von 2,35 Millionen Fahrzeuge bedeuten würde. Die Produktion soll um 10 % auf 2,8 Millionen Fahrzeuge steigen.
Mexiko produziert heute weniger Einheiten als Brasilien, will aber 2013 die 5 Millionen - Marke erreichen. Wenn Minister Miguel Jorge Recht behält, schafft dies Brasilien 2 Jahre früher - lassen wir uns überraschen.
Zum Schluß noch zwei Charts zum Nachdenken, nämlich die Kursentwicklung R$ - € der letzten drei Monate und der letzten 5 Jahre, die es Exporteuren nicht gerade leicht machte, ihr Geschäft in den schwarzen Zahlen zu halten:


17 August 2007
Brasilienbuch
Ich bin dabei, ein Buch über Brasilien zu schreiben, in dem vor allem praktische Erfahrungen beim Markteintritt geschildert werden. Wer mir seine eigenen Erfahrungen schicken möchte, sollte diese detailliert beschreiben und dazu sagen, ob die zugehörenden Namen im Buch genannt werden dürfen.
Herzlichen Dank schon jetzt für jeden Beitrag! Auch Berichte über Land und Leute sind willkommen und Erfahrungen von Einwanderern.
Bitte senden Sie Ihre Beiträge an: k.k.naumann@mac.com
Herzlichen Dank schon jetzt für jeden Beitrag! Auch Berichte über Land und Leute sind willkommen und Erfahrungen von Einwanderern.
Bitte senden Sie Ihre Beiträge an: k.k.naumann@mac.com
11 August 2007
Kredit & Debit
Die Immobilienmarktkrise der USA zieht ihre Kreise, die Börsen werden in Mitleidenschaft gezogen, aber Brasilien gibt sich gelassen. Zwar stieg das Länderrisiko Brasiliens kurzzeitig auf über 200 Punkte, aber die Inflation wird in diesem Jahr immer noch unter 4 % bleiben, das Wachstum darüber, der Dollarkurs steigt (liegt aber immer noch unter 2 R$), die Währungsreserven liegen bei 155 Mrd. US$ und der Handelbilanzüberschuß trotz des starken Real bei 50 Mrd. US$.
Dazu kommt, daß die Brasilianer sich nicht so leicht verschulden können wie die Einwohner der USA. Dazu sind unsere Schuldzinsen einfach zu hoch. Wer seine brasilianische Kreditkarte über Gebühr in Anspruch nimmt und dann seine Schulden abstottern muß, hat wirklich schlechte Karten, deshalb werden heute in Brasilien Debitkarten schon mehr benutzt als Kreditkarten. Der Mittelwert eine Transaktion beträgt bei Kreditkarten 77 R$, bei Debitkarten 44 R$. Letzere werden im Durchschnitt 6 mal monatlich benutzt gegenüber 13 mal in den USA. Aber anfänglich benutzten die brasilianischen Debitkarteninhaber diese nur 2 mal monatlich, die Tendenz ist also stark stiegend und bald wird die Debitkarte die Schecks verdrängt haben. Wahrscheinlich zur großen Freude von Tankstellenbetreibern, die häufig ungedeckte Schecks erhalten. Ich zahle übrigens meine Brötchen mit einer Debitkarte, mein Bäcker arbeitet schon lange damit.
Dazu kommt, daß die Brasilianer sich nicht so leicht verschulden können wie die Einwohner der USA. Dazu sind unsere Schuldzinsen einfach zu hoch. Wer seine brasilianische Kreditkarte über Gebühr in Anspruch nimmt und dann seine Schulden abstottern muß, hat wirklich schlechte Karten, deshalb werden heute in Brasilien Debitkarten schon mehr benutzt als Kreditkarten. Der Mittelwert eine Transaktion beträgt bei Kreditkarten 77 R$, bei Debitkarten 44 R$. Letzere werden im Durchschnitt 6 mal monatlich benutzt gegenüber 13 mal in den USA. Aber anfänglich benutzten die brasilianischen Debitkarteninhaber diese nur 2 mal monatlich, die Tendenz ist also stark stiegend und bald wird die Debitkarte die Schecks verdrängt haben. Wahrscheinlich zur großen Freude von Tankstellenbetreibern, die häufig ungedeckte Schecks erhalten. Ich zahle übrigens meine Brötchen mit einer Debitkarte, mein Bäcker arbeitet schon lange damit.
03 August 2007
Danke für die Anerkennung! Damit macht das Schreiben noch mehr Spaß!
27 Juli 2007
Brasilienrisiko steigt
Vor wenigen Tagen wurde der Dollarkurs noch unter 1,80 R$ gesehen und gestern stieg er überraschend (?) auf 1,928 R$, im Gleichschritt mit dem Länderrisiko, welches auf 221 Punkte sprang, nachdem es Anfang Juli unter 140 gefallen war. Auslöser war die Börse, der Ibovespa - Index lag gestern bei 53.893 (-3,76 %), nachdem er am 25.7. noch 56.001 betrug. Das erinnert uns hier in Brasilien an das Sprichwort, wenn die USA husten, liegt Lateinamerika mit Grippe im Bett.
19 Juli 2007
Brasilien nimmt Raumfahrtprogramm wieder auf
Die Agência Espacial Brasileira, eine Art Mini-NASA, hat heute erfolgreich eine 12 m lange und 2,5 to schwere suborbitale Rakete VSB 30 in eine Höhe von 285 km geschickt. Die Rakete wurde in Zusammenarbeit mit Deutschland entwickelt und von der Basisstation Alcântara in Maranhão auf die Reise gebracht, wo 2003 eine Feststoffrakete explodiert war und dabei 21 Personen tötete. An Bord befinden sich wissenschaftliche Experimente zum Studium der Mikrogravität.
Die damalige Explosion und ihre verheerenden Folgen waren z.T. darauf zurückzuführen, daß nicht "nach dem Buch" gearbeitet wurde. Auch bei dem Flugzeugunglück vom 17. Juli 2007 in São Paulo scheint einer der Gründe zu sein, daß die Hauptlandebahn des Stadtflughafens Congonhas nach Aufbringung einer neuen Pistenschicht freigegeben wurde, obwohl die Regenauffangrillen noch nicht eingefräst waren, also wieder Nichtbeachtung von Regeln.
Die Gründe für diese Nichtbeachtung sind vielfältig und reichen von reiner Inkompetenz bis hin zu krimineller Vernachlässigung aufgrund wirtschaftlicher Interessen, oft verbunden mit Korruption und Vetternwirtschaft. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen werden zeigen, was im Fall der TAM - Maschine der eigentliche Grund war. Viele Brasilianer weichen als Konsequenz auf den internationalen Flughafen in Guarulhos bei São Paulo aus, dessen Pisten wesentlich länger sind und im Falle eines Problemes dem Piloten mehr Zeit zur Reaktion geben. In Rio ist die Start- und Landebahn des im Meer liegenden Stadtflughafens Santos Dumont übrigens auch wie in Congonhas sehr kurz, ich selbst saß schon in Flugzeugen, die beim Landeanflug in Rio durchstarteten und einen zweiten Versuch machen mußten. In Congonhas war ich einmal in einer Maschine, die bei schwerem Regen fast auf der daneben liegenden Avenida Bandeirantes landete, ebenfall durchstartete und dann nach Guarulhos flog, übrigens ohne Angabe eines Grundes durch den Piloten. Aber Passagiere werden wohl auf der ganzen Welt wie Kleinkinder behandelt. Wir durften uns damals unser Gepäck nach einer Taxifahrt dann in Congonhas abholen, weil unsere - leere - Maschine dorthin zurückgeflogen wurde, nachdem die Passagiere abgesetzt worden waren.
Bezeichnend ist die Zurückhaltung des Staatspräsidenten, der sich bisher nicht öffentlich zum Flugzeugunglück geäußert hat, wohl aus Sorge, daß dieses seinem Image schaden wird und daher das "auf Tauchstation gehen" die beste Politik ist.
Die damalige Explosion und ihre verheerenden Folgen waren z.T. darauf zurückzuführen, daß nicht "nach dem Buch" gearbeitet wurde. Auch bei dem Flugzeugunglück vom 17. Juli 2007 in São Paulo scheint einer der Gründe zu sein, daß die Hauptlandebahn des Stadtflughafens Congonhas nach Aufbringung einer neuen Pistenschicht freigegeben wurde, obwohl die Regenauffangrillen noch nicht eingefräst waren, also wieder Nichtbeachtung von Regeln.
Die Gründe für diese Nichtbeachtung sind vielfältig und reichen von reiner Inkompetenz bis hin zu krimineller Vernachlässigung aufgrund wirtschaftlicher Interessen, oft verbunden mit Korruption und Vetternwirtschaft. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen werden zeigen, was im Fall der TAM - Maschine der eigentliche Grund war. Viele Brasilianer weichen als Konsequenz auf den internationalen Flughafen in Guarulhos bei São Paulo aus, dessen Pisten wesentlich länger sind und im Falle eines Problemes dem Piloten mehr Zeit zur Reaktion geben. In Rio ist die Start- und Landebahn des im Meer liegenden Stadtflughafens Santos Dumont übrigens auch wie in Congonhas sehr kurz, ich selbst saß schon in Flugzeugen, die beim Landeanflug in Rio durchstarteten und einen zweiten Versuch machen mußten. In Congonhas war ich einmal in einer Maschine, die bei schwerem Regen fast auf der daneben liegenden Avenida Bandeirantes landete, ebenfall durchstartete und dann nach Guarulhos flog, übrigens ohne Angabe eines Grundes durch den Piloten. Aber Passagiere werden wohl auf der ganzen Welt wie Kleinkinder behandelt. Wir durften uns damals unser Gepäck nach einer Taxifahrt dann in Congonhas abholen, weil unsere - leere - Maschine dorthin zurückgeflogen wurde, nachdem die Passagiere abgesetzt worden waren.
Bezeichnend ist die Zurückhaltung des Staatspräsidenten, der sich bisher nicht öffentlich zum Flugzeugunglück geäußert hat, wohl aus Sorge, daß dieses seinem Image schaden wird und daher das "auf Tauchstation gehen" die beste Politik ist.
15 Juli 2007
Gehaltsniveau in Brasilien
Im Mittel verdienten abhängig in Lohn und Brot stehende Brasilianer im Juni 2007 monatlich soviel (brutto) in R$ (Quelle: Deloitte, veröffentlicht im Estado de São Paulo am 15.7.2007):
VERWALTUNG / ALLGEMEINE DIENSTE
Anwalt 3.023 (Anfänger) bis 6.338 (Senior)
Küchenhilfe 654
Verwaltungsassistent 1.558
Verwaltungshilfskraft 1.234
Küchenhilfe 842
Köchin 1.055
Reinigungskraft 678
Leiter der juristischen Abteilung 10.944
Bote 610
Fahrer (Pkw) 1.346
Fahrer (Lkw) 1.090
Cheffahrer 1.765
Portier 807
Empfangsdame 1.085
zweisprachige Sekretärin 3.585
Sekretärin eines Firmenchefs 5.070
Direktionssekretärin 3.925
Zweitsekretärin 1.698
Sekretärin 2.678
Gruppenleiter allgemeine Dienste 4.530
Telefonistin 939
Wächter 1.324
PERSONALVERWALTUNG
Analytiker (von Lebensläufen?) 2.084 (Anfänger) bis 4.192 (Senior)
Personalassistent 1.888
Sozialassistent 2.586
Hilfskrankenpfleger für Arbeitsmedizin 2.011
Hilfskraft Personalwesen 1.390
Arbeitssicherheitsingenieur 5.077
Leiter Personalwesen 11.413
Arbeitsmediziner 5.027
Personalauswahlkraft 2.693
Gruppenleiter Personalverwaltung 6.110
Arbeitssicherheitstechniker 2.433
MARKETING UND VERTRIEB
Marketinganalytiker 3.608
Marketingassistent 2.055
Verkaufsassistent 1.924
Telemarketingkraft 1.322
Assistent Verkaufsverwaltung 1.457
Leiter Vertrieb und Marketing 10.681
Kundendienstleiter 11.340
Produktlinienleiter 13.481
Marketingleiter 11.585
Produktleiter 7.710
Leiter Inlandsvertrieb 13.636
Regionalleiter Inlandsvertrieb 9.370
Telemarketingoperateur 815
Gruppenleiter Verkaufsverwaltung 4.818
Gruppenleiter Kundendienst 5.069
Gruppenleiter Kundenservice 4.932
Gruppenleiter Marketing 5.897
Gruppenleiter Telemarketing 4.057
Gruppenleiter Vertrieb 6.081
Großhandelsverkäufer 3.818
Einzelhandelsverkäufer 2.164
Technischer Verkäufer 4.058
BUCHHALTUNG UND FINANZEN
Buchhalter 2.628 (analista contábil)
Rechnunsgwesen 2.215 (Anfänger) bis 4.666 (Senior) (analista financeiro)
Buchhaltungsassistent 1.918
Rechnungswesenassistent 1.896
Buchhaltungshilfskraft 1.724
Finanzwesenhilfskraft 1.278
Leiter Finanz- und Rechnungswesen 11.768
Buchhaltungsleiter 10.972
Controllingleiter 12.808
Finanzleiter 11.094
Gruppenleiter Buchhaltung 5.685
Gruppenleiter Zahlungsverkehr 5.164
Gruppenleiter Fakturierung 5.646
INFORMATIK
Anwendungsanalytiker 4.934 (analista de negócios)
Netzwerkanalytiker 4.354 (analista de rede)
Systemanalytiker 3.094 (Anfänger) bis 6.382 (Senior)
Techniker Anwenderunterstützung 2.646 (Anfänger) bis 5.737 (Senior)
Leiter Systementwicklung 11.279
Leiter Informatik 11.605
Computeroperator 1.247 (Anfänger) bis 2.903 (Senior)
Gruppenleiter Netzwerksverwaltung 7.184
PRODUKTION, INSTANDHALTUNG, BAUWESEN
Instandhaltungshilfskraft 1.071
Laborant 2.605
Architekt 4.328
Laborhilfskraft 1.318
Hilfsarbeiter 753
Kesselschmied 1.528
Konstrukteur 2.597
Instandhaltungselektriker 1.652
Klempner 1.825
Instandhaltungsingenieur 4.522
Bauingenieur 3.587 (Anfänger) bis 6.952 (Senior)
Betriebsingenieur 4.314
Qualitätsingenieur 4.128
Produktentwicklungsingenieur 2.973 (Anfänger) bis 4.731 (Senior)
Werkzeugmacher 2.465
Werkzeugmacherfräser 3.066
Leiter Qualitätskontrolle 10.964
Leiter Produktentwicklung 10.950
Leiter Engineering 10.212 (Arbeitsvorbereitungsleiter)
Import - Export - Leiter 10.094
Instandhaltungsleiter 9.921
Fertigungsleiter 10.710
Qualitätswesenleiter 10.632
Produktionsleiter 13.106
Fertigungsgruppenleiter 2.444 (Meister)
Schreiner 1.080
Instandhaltungsmechaniker 1.939
Klimaanlagenmechaniker 1.856
Facharbeiter 2.562
Monteur 1.020
Maschinenbediener (automatische Maschinen) 1.317
Produktionsarbeiter 1.1.30
Maurer 788
Instandhaltungslackierer 1.021
Lackierer 1.829
Fertigungsplaner 2.431
Entwickler 4.046
Sägereiarbeiter 1.151
Schweißer 1.921
Gruppenleiter Qualitätskontrolle 5.051
Gruppenleiter Logistik 5.428
Gruppenleiter Instandhaltungselektriker 5.125
Gruppenleiter Instandhaltung allgemein 4.766
Gruppenleiter Instandhaltungsmechaniker 4.396
Baustellengruppenleiter 6.744
Gruppenleiter Produktion 4.798
Bautechniker 1.883
Prozesstechniker 3.234 (Arbeitsvorbereiter)
Elektroniktechniker 2.511
Chemotechniker 2.348
MATERIALWESEN, LOGISTIK
Lagerist 1.494
Import - Export - Analytiker 2.933
Lagerhilfskraft 1.114
Einkaufshilfskraft 1.488
Versandhilfskraft 857
Materialeinkäufer 2.435
Technischer Einkäufer 2.435 (Anfänger) bis 4.528 (Senior)
Einkaufsleiter 10.965
Leiter Logistik 10.093
Gabelstaplerfahrer 1.160
Gruppenleiter Lager 4.414
Lager- und Versandgruppenleiter 4.104
Einkaufsgruppenleiter 5.599
Import - Export - Gruppenleiter 5.827
GESUNDHEITSWESEN
Hilfskrankenpfleger 1.407 (180 h)
Apothekenhilfskraft 953
Leiter Krankenschwesterwesen 4.894
Krankenpfleger - Krankenschwester 2.946
Apotheker 2.514
Ernährungstechniker 2.550
Krankenpflegetechniker 1.877 (180 h)
Zur Umrechnung sei gesagt, daß heute der Euro knapp 2,60 R$ wert ist.
VERWALTUNG / ALLGEMEINE DIENSTE
Anwalt 3.023 (Anfänger) bis 6.338 (Senior)
Küchenhilfe 654
Verwaltungsassistent 1.558
Verwaltungshilfskraft 1.234
Küchenhilfe 842
Köchin 1.055
Reinigungskraft 678
Leiter der juristischen Abteilung 10.944
Bote 610
Fahrer (Pkw) 1.346
Fahrer (Lkw) 1.090
Cheffahrer 1.765
Portier 807
Empfangsdame 1.085
zweisprachige Sekretärin 3.585
Sekretärin eines Firmenchefs 5.070
Direktionssekretärin 3.925
Zweitsekretärin 1.698
Sekretärin 2.678
Gruppenleiter allgemeine Dienste 4.530
Telefonistin 939
Wächter 1.324
PERSONALVERWALTUNG
Analytiker (von Lebensläufen?) 2.084 (Anfänger) bis 4.192 (Senior)
Personalassistent 1.888
Sozialassistent 2.586
Hilfskrankenpfleger für Arbeitsmedizin 2.011
Hilfskraft Personalwesen 1.390
Arbeitssicherheitsingenieur 5.077
Leiter Personalwesen 11.413
Arbeitsmediziner 5.027
Personalauswahlkraft 2.693
Gruppenleiter Personalverwaltung 6.110
Arbeitssicherheitstechniker 2.433
MARKETING UND VERTRIEB
Marketinganalytiker 3.608
Marketingassistent 2.055
Verkaufsassistent 1.924
Telemarketingkraft 1.322
Assistent Verkaufsverwaltung 1.457
Leiter Vertrieb und Marketing 10.681
Kundendienstleiter 11.340
Produktlinienleiter 13.481
Marketingleiter 11.585
Produktleiter 7.710
Leiter Inlandsvertrieb 13.636
Regionalleiter Inlandsvertrieb 9.370
Telemarketingoperateur 815
Gruppenleiter Verkaufsverwaltung 4.818
Gruppenleiter Kundendienst 5.069
Gruppenleiter Kundenservice 4.932
Gruppenleiter Marketing 5.897
Gruppenleiter Telemarketing 4.057
Gruppenleiter Vertrieb 6.081
Großhandelsverkäufer 3.818
Einzelhandelsverkäufer 2.164
Technischer Verkäufer 4.058
BUCHHALTUNG UND FINANZEN
Buchhalter 2.628 (analista contábil)
Rechnunsgwesen 2.215 (Anfänger) bis 4.666 (Senior) (analista financeiro)
Buchhaltungsassistent 1.918
Rechnungswesenassistent 1.896
Buchhaltungshilfskraft 1.724
Finanzwesenhilfskraft 1.278
Leiter Finanz- und Rechnungswesen 11.768
Buchhaltungsleiter 10.972
Controllingleiter 12.808
Finanzleiter 11.094
Gruppenleiter Buchhaltung 5.685
Gruppenleiter Zahlungsverkehr 5.164
Gruppenleiter Fakturierung 5.646
INFORMATIK
Anwendungsanalytiker 4.934 (analista de negócios)
Netzwerkanalytiker 4.354 (analista de rede)
Systemanalytiker 3.094 (Anfänger) bis 6.382 (Senior)
Techniker Anwenderunterstützung 2.646 (Anfänger) bis 5.737 (Senior)
Leiter Systementwicklung 11.279
Leiter Informatik 11.605
Computeroperator 1.247 (Anfänger) bis 2.903 (Senior)
Gruppenleiter Netzwerksverwaltung 7.184
PRODUKTION, INSTANDHALTUNG, BAUWESEN
Instandhaltungshilfskraft 1.071
Laborant 2.605
Architekt 4.328
Laborhilfskraft 1.318
Hilfsarbeiter 753
Kesselschmied 1.528
Konstrukteur 2.597
Instandhaltungselektriker 1.652
Klempner 1.825
Instandhaltungsingenieur 4.522
Bauingenieur 3.587 (Anfänger) bis 6.952 (Senior)
Betriebsingenieur 4.314
Qualitätsingenieur 4.128
Produktentwicklungsingenieur 2.973 (Anfänger) bis 4.731 (Senior)
Werkzeugmacher 2.465
Werkzeugmacherfräser 3.066
Leiter Qualitätskontrolle 10.964
Leiter Produktentwicklung 10.950
Leiter Engineering 10.212 (Arbeitsvorbereitungsleiter)
Import - Export - Leiter 10.094
Instandhaltungsleiter 9.921
Fertigungsleiter 10.710
Qualitätswesenleiter 10.632
Produktionsleiter 13.106
Fertigungsgruppenleiter 2.444 (Meister)
Schreiner 1.080
Instandhaltungsmechaniker 1.939
Klimaanlagenmechaniker 1.856
Facharbeiter 2.562
Monteur 1.020
Maschinenbediener (automatische Maschinen) 1.317
Produktionsarbeiter 1.1.30
Maurer 788
Instandhaltungslackierer 1.021
Lackierer 1.829
Fertigungsplaner 2.431
Entwickler 4.046
Sägereiarbeiter 1.151
Schweißer 1.921
Gruppenleiter Qualitätskontrolle 5.051
Gruppenleiter Logistik 5.428
Gruppenleiter Instandhaltungselektriker 5.125
Gruppenleiter Instandhaltung allgemein 4.766
Gruppenleiter Instandhaltungsmechaniker 4.396
Baustellengruppenleiter 6.744
Gruppenleiter Produktion 4.798
Bautechniker 1.883
Prozesstechniker 3.234 (Arbeitsvorbereiter)
Elektroniktechniker 2.511
Chemotechniker 2.348
MATERIALWESEN, LOGISTIK
Lagerist 1.494
Import - Export - Analytiker 2.933
Lagerhilfskraft 1.114
Einkaufshilfskraft 1.488
Versandhilfskraft 857
Materialeinkäufer 2.435
Technischer Einkäufer 2.435 (Anfänger) bis 4.528 (Senior)
Einkaufsleiter 10.965
Leiter Logistik 10.093
Gabelstaplerfahrer 1.160
Gruppenleiter Lager 4.414
Lager- und Versandgruppenleiter 4.104
Einkaufsgruppenleiter 5.599
Import - Export - Gruppenleiter 5.827
GESUNDHEITSWESEN
Hilfskrankenpfleger 1.407 (180 h)
Apothekenhilfskraft 953
Leiter Krankenschwesterwesen 4.894
Krankenpfleger - Krankenschwester 2.946
Apotheker 2.514
Ernährungstechniker 2.550
Krankenpflegetechniker 1.877 (180 h)
Zur Umrechnung sei gesagt, daß heute der Euro knapp 2,60 R$ wert ist.
Zahl der Arbeitsplätze in Brasilien wächst
Im ersten Halbjahr 2007 überstieg die Zahl der Einstellungen die der Kündigungen um eine Million und das sei extra gesagt, weil es in Brasilien keine Selbstverständlichkeit ist, ohne Berücksichtigung von Schwarzarbeit. Wobei unsere Schattenwirtschaft "nicht registrierte Arbeitsplätze" bietet und die Arbeitnehmer, die von diesem Angebot Gebrauch machen, durchaus im Schatten stehen, weil sie von den Segnungen der Sozialabgaben nicht erreicht werden. Wobei diese sich in Grenzen halten, die Segnungen nämlich, nicht die Abgaben. Nur zur Erinnerung, die Kosten eines Arbeitnehmers liegen für den Arbeitgeber in der Höhe eines zweiten Bruttolohnes für den Beschäftigten. Zweiter Hinweis, in Brasilien wird nicht zwischen Lohn und Gehalt unterschieden und der Begriff trabalhador = Arbeiter ist Synonym für eine Person in einem Arbeitsverhältnis, unabhängig von der Beschäftigung, sei diese die Leitung eines Laboratoriums oder das Spülen von Reagenzgläsern.
Die Neueinstellungen wurden mit Rekordwerten in der Viehzucht und im Bauwesen vorgenommen und erreichten bei der Industrie und im Dienstleistungssektor die zweithöchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen 1992 im CAGED = cadastro geral de empregados e desempregados des Arbeitsministeriums.
Die Neueinstellungen wurden mit Rekordwerten in der Viehzucht und im Bauwesen vorgenommen und erreichten bei der Industrie und im Dienstleistungssektor die zweithöchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen 1992 im CAGED = cadastro geral de empregados e desempregados des Arbeitsministeriums.
13 Juli 2007
Fragen zu Brasilien
Viele Blogleser kommen zu BRASILIEN AKTUELL über Einträge bei Google und anderen Suchmaschinen. Die häufigsten Anfragen betreffen Export nach Brasilien, Marktdaten, Lebenshaltungskosten, Firmendaten u.ä.
Wenn Sie, lieber Leser, im Blog keine Antworten finden, scheuen Sie sich bitte nicht, mir Ihre Fragen direkt zu schicken: kkn@eurolatinainternational.com.br
Im Rahmen meiner Möglichkeiten beantworte ich Ihre Fragen gerne bzw. sage Ihnen, wo Sie eine Antwort finden können.
Wenn Sie, lieber Leser, im Blog keine Antworten finden, scheuen Sie sich bitte nicht, mir Ihre Fragen direkt zu schicken: kkn@eurolatinainternational.com.br
Im Rahmen meiner Möglichkeiten beantworte ich Ihre Fragen gerne bzw. sage Ihnen, wo Sie eine Antwort finden können.
12 Juli 2007
Nationalstolz oder Nationalismus?
Die Stadtverwaltung von São Paulo macht es allen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern der öffentlichen Schulen zur Pflicht, wenigstens einmal in der Woche die brasilianische Flagge zu hissen und die Nationalhymne zu singen. Das Gesetz 14.473 dazu wurde am 11. Juli 2007 im Diário Oficial # 125 veröffentlicht. Hoffentlich hilft diese Maßnahme, den Stolz auf das eigene Land so zu steigern, daß die heutigen Schüler als Erwachsene (d.h. ab 16 Jahren) ihrer Wahlpflicht so nachkommen, daß korrupte Politiker keine Chance mehr haben.
09 Juli 2007
Real - Wechselkurs, Dollar im freien Fall?
Kaum bin ich nach drei Wochen Europa wieder in Brasilien, muß ich lesen, daß heute der US-Dollar mit 1,898 R$ gehandelt wurde. Das ist der niedrigste Dollarkurs seit dem 20.10.2000! Gegenüber dem Höchstkurs hat er ungefähr die Hälfte seines Wertes verloren! Das ist die Kursentwicklung der letzten 5 Jahre:

Und der Euro ist auch nicht mehr das, was er mal war:

Und der Euro ist auch nicht mehr das, was er mal war:
11 Juni 2007
Für heute die letzten Fotos von São Paulo
Bilder, Bilder, Bilder...immer noch aus Sao Paulo
Weitere Bilder von Sao Paulo
Fotos von São Paulo
Das erwartet der "normale" Westeuropäer von Brasilien, aber in São Paulo ist es nicht die Norm!
Hier sehen Sie mich mit einer Phyton, die allerdings aus Indien komt. Für die Tierschützer sei angemerkt, daß sie bei der zuständigen brasilianischen Behörde angemeldet und von ihr registriert und genehmigt wurde.


Wo klickt man in die Eurolatina - Homepage?
2.471 Besucher in der Zeit vom 21.2. bis 11.6.2007:

Entweder spricht in Afrika und Rußland keiner Deutsch oder niemand interessiert sich für Brasilien?! Für ein größeres Bild klicken Sie bitte in das selbige.

Entweder spricht in Afrika und Rußland keiner Deutsch oder niemand interessiert sich für Brasilien?! Für ein größeres Bild klicken Sie bitte in das selbige.
10 Juni 2007
Informatikmarkt in Brasilien wächst ungebremst
2001 wurden nur 4 Mio. PCs in Brasilien verkauft, in diesem Jahr werden es 8,6 Mio. sein. Damit erhöht sich die Anzahl der PCs im Lande von damals 14 Mio. auf 40 Mio. Einheiten. Der Umsatz der Informatikindustrie stieg von 12,8 Mrd. R$ im Jahr 2000 auf 29,4 Mrd. R$ im letzten Jahr. Seit 2004 halbierte sich der Preis von PCs durch den starken R$ und den Wegfall der PSI/Cofins-Abgabe im Rahmen des Regierungsprogrammes "Computer für alle". Brasilien nimmt im PC-Verkauf heute den dritten Platz weltweit nach den USA und China ein. Nur bei den Laptops hapert es noch, da liegen wir auf Platz 8. Ihr Anteil am brasilianischen Computermarkt beträgt nur 10 % gegenüber 50 % in den USA und 70 % in Japan oder, in Lateinamerika, 25 % in Mexiko und 30 % in Chile.
Für die nächsten drei bis fünf Jahre wird ein Wachstumspotential für PCs in Brasilien von jährlich 20 % gesehen, der Laptopmarkt soll sich bis 2010 verdoppeln und dann einen Anteil von 35 % an den gesamten Computerverkäufen erreichen. Es gibt kühne Stimmen, die vorhersagen, daß in Kürze in Brasilien mehr Computer als Fernseher verkauft werden.
Für die nächsten drei bis fünf Jahre wird ein Wachstumspotential für PCs in Brasilien von jährlich 20 % gesehen, der Laptopmarkt soll sich bis 2010 verdoppeln und dann einen Anteil von 35 % an den gesamten Computerverkäufen erreichen. Es gibt kühne Stimmen, die vorhersagen, daß in Kürze in Brasilien mehr Computer als Fernseher verkauft werden.
Schecks verlieren auch in Brasilien an Bedeutung
In Deutschland ist das Zahlen per Scheck völlig ungebräuchlich, d.h. eigentlich für den Normalverbraucher unmöglich. In Brasilien wurden 1994 noch 4,1 Mrd. Schecks ausgestellt, 2006 waren es nur noch 1,7 Mrd. Demgegenüber lag die Anzahl Kreditkartenzahlungen 1994 bei nur 0,18 Mrd, stieg aber im Vorjahr auf 1,99 Mrd.
Ende 2006 gab es 379 Mio. Kredit- und Cashkarten für 190 Mio. Brasilianer, mit denen 4,3 Mrd. Transaktionen im Wert von 246,3 Mrd. R$ ausgeführt wurden. Diese Karten werden von den meisten Leuten, die die Zahlung empfangen, nur oberflächlich angesehen, denn die Standardfrage an den Zahlenden ist hier "Debit oder Kredit?".
Übrigens kann man selbst auf manchen Wochenmärkten z.B seinen Fisch per Kreditkarte bezahlen.
Ende 2006 gab es 379 Mio. Kredit- und Cashkarten für 190 Mio. Brasilianer, mit denen 4,3 Mrd. Transaktionen im Wert von 246,3 Mrd. R$ ausgeführt wurden. Diese Karten werden von den meisten Leuten, die die Zahlung empfangen, nur oberflächlich angesehen, denn die Standardfrage an den Zahlenden ist hier "Debit oder Kredit?".
Übrigens kann man selbst auf manchen Wochenmärkten z.B seinen Fisch per Kreditkarte bezahlen.
Brasilianer kaufen größere Autos
Als ich 1978 in Brasilien ankam und mich wunderte, daß es viele zweitürige Wagen gab, sagte man mir, "die" Brasilianer wollen keine anderen Autos, was mir schon damals wie eine Ausrede der Fahrzeugindustrie vorkam, die die Investitionen für Viertürer scheute. Klimaanlagen, Hydrauliklenkung und andere Annehmlichkeiten mußten teuer extra bezahlt werden und waren dementsprechend selten.
Heute - sicher durch den Druck, den die Importe moderner Fahrzeuge ausübten, und durch die Überseereisen vieler Brasilianer, die im Ausland merkten, wie überholt "unsere" brasilianischen Fahrzeuge waren - ist die Kaufkraft der Autokäufer gestiegen und ihre Modellauswahl hat sich wesentlich geändert. Zwischen 2000 und 2003 lag der Anteil der Kleinwagen mit 1.000 ccm - Motor und Grundausstattung noch bei ca. 60 %, heute sind es nur noch 46 %. Kompaktautos mit stärkerem Motor und kleine Limousinen konnten ihren Anteil von 7 auf 26 % steigern.
Im letzten Jahr wurde das Classic - Modell von GM zu 66 % in der Billigversion, die um die 26.000 R$ kostet, verkauft und nur zu 34 % mit Servolenkung, Kliamanlage und potenter Stereoanlage für 33.500 R$. Heute hat die Basisversion nur noch 40 % Anteil und das besser ausgestattete Modell 60 %. Zu dieser Umkehrung der Verhältnisse hat natürlich auch die bessere, sprich langfristigere und billigere, Finanzierungsmöglichkeit beigetragen und die stabilen wirtschaftlichen Verhältnisse, die das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, die Raten auch zahlen zu können, bestärkt.
Dieses Jahr will die brasilianische Autoindustrie 2,2 Mio. Fahrzeuge verkaufen, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 14,5 %. Der bisherige Höchstwert war 1,9 Mio. Fahrzeuge, die 1997 im Inland abgesetzt wurden. Damals waren 64 % der Autos Kleinwagen.
Heute - sicher durch den Druck, den die Importe moderner Fahrzeuge ausübten, und durch die Überseereisen vieler Brasilianer, die im Ausland merkten, wie überholt "unsere" brasilianischen Fahrzeuge waren - ist die Kaufkraft der Autokäufer gestiegen und ihre Modellauswahl hat sich wesentlich geändert. Zwischen 2000 und 2003 lag der Anteil der Kleinwagen mit 1.000 ccm - Motor und Grundausstattung noch bei ca. 60 %, heute sind es nur noch 46 %. Kompaktautos mit stärkerem Motor und kleine Limousinen konnten ihren Anteil von 7 auf 26 % steigern.
Im letzten Jahr wurde das Classic - Modell von GM zu 66 % in der Billigversion, die um die 26.000 R$ kostet, verkauft und nur zu 34 % mit Servolenkung, Kliamanlage und potenter Stereoanlage für 33.500 R$. Heute hat die Basisversion nur noch 40 % Anteil und das besser ausgestattete Modell 60 %. Zu dieser Umkehrung der Verhältnisse hat natürlich auch die bessere, sprich langfristigere und billigere, Finanzierungsmöglichkeit beigetragen und die stabilen wirtschaftlichen Verhältnisse, die das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, die Raten auch zahlen zu können, bestärkt.
Dieses Jahr will die brasilianische Autoindustrie 2,2 Mio. Fahrzeuge verkaufen, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 14,5 %. Der bisherige Höchstwert war 1,9 Mio. Fahrzeuge, die 1997 im Inland abgesetzt wurden. Damals waren 64 % der Autos Kleinwagen.
Brasilianische Eisenbahnunternehmen investieren wieder
Zwei Projekte alleine werden schon über 1,2 Mrd. R$ erfordern, nämlich der Bau eines Eisenerzförderbandes (10 Mio. Jahrestonnen Förderkapazität!) zwischen Paranapiacaba und Guarujá mit Endstation im Stahlwerk Cosipa sowie der Eisenbahnring von São Paulo, der den Transport zum Hafen von Santos, der für 26 % des brasilianischen Außenhandels gut ist, wesentlich erleichtern wird.
Bis 1020 wird Brasilien zusammen mit den Projekten der Transnordestina und der Ferrovia Norte-Sul 2.000 km neue Schienenwege dazubekommen, die staatliche Entwicklungsbank BNDES projiziert dafür 12,5 Mrd. R$.
Bis 1020 wird Brasilien zusammen mit den Projekten der Transnordestina und der Ferrovia Norte-Sul 2.000 km neue Schienenwege dazubekommen, die staatliche Entwicklungsbank BNDES projiziert dafür 12,5 Mrd. R$.
08 Juni 2007
Länderrisiko Brasilien
Das Länderrisiko, gemessen mit dem Schuldtitelindex für Schwellenländer EMBI+ der JP Morgan - Bank, schwankte heute für Brasilien ganz ungewöhnlich zwischen 133 und 151 Punkten. Es ist sicher gut, die weitere Entwicklung zu beobachten, um keine Trendwende zu verschlafen, obwohl eigentlich nichts auf eine Verschlechterung hindeutet - die Vorzeichen für Brasiliens Wirtschaft sind weiterhin günstig und die Börse schlägt - noch - einen Rekord nach dem anderen. Gurus sehen aber keine gefährliche Blase, hoffentlich irren sie nicht und sie platzt doch.
07 Juni 2007
Personal entlassen und die Folgen tragen
Brasilianische Mitarbeiter sind anders als ihre deutschen Pendants, das muß gerade der ausländische Chef verstehen und berücksichtigen. Je größer der soziale Abstand, desto höflicher sollte er sie behandeln, ein falsches Wort und der Mitarbeiter wirft einem im Affekt alles hin und ist weg. Und da er mit 30 Tagen Frist kündigen kann und der Arbeitgeber ihn in diesen 30 Tagen Gelegenheit für Vorstellungsgespräche geben muß, hat man seinen Mitarbeiter meist sofort verloren, denn wenn man ihn zum Verbleib zwingt, kündigt er auch innerlich.
Es gibt noch eine besondere Art der Kündigung eines Arbeitnehmers, nämlich die provozierte Kündigung durch den Arbeitgeber, damit der Arbeitnehmer an seinen fundo de garantia kommt. Auf ein Sonderkonto des Arbeitnehmers muß nämlich der Arbeitgeber jeden Monat 8 % des Gehaltes einzahlen, die der Arbeitnehmer nur bekommt, wenn ihm gekündigt wird, nicht, wenn er selbst kündigt. Hat er z.B. bei drei anderen Arbeitgebern gekündigt und braucht dieses Geld, dann kommt es durchaus vor, daß er seine Kündigung provoziert. dabei versteht er es, den Bogen nicht zu weit zu spannen, um keine fristlose Kündigung rechtzufertigen. Das Problem für den Arbeitgeber ist die z.Z. 50%ige Strafe, die er auf das im letzten Beschäftigungsverhältnis angesammelte Guthaben zahlen muß, wenn er die Kündigung ausspricht.
Man kann mit 30 Tagen Kündigungsfrist auch jeden Arbeitnehmer entlassen, muß aber die erwähnten 40 % + „vorübergehend“ weitere 10 % des aktuellen FGTS - fundo de garantia por tempo de serviço - Guthabens des Arbeitnehmers (Ausnahme: fristlose Entlassung oder Kündigung durch den Arbeitnehmer) als Strafe zahlen, dazu natürlich für die 30 Tage, in denen der Gekündigte normalerweise nicht mehr arbeitet, die Bezüge einschließlich pro rata temporis das gesetzlich vorgeschriebene 13. Gehalt und das Urlaubsgeld. Das Entlassen kann also teuer werden. Darüber hinaus hat der ex - Arbeitnehmer 3 Jahre Zeit, seinen ex - Arbeitgeber auf Überstundenzahlung etc., etc., etc. zu verklagen, was in Brasilien offensichtlich eine Art Volkssport ist.
In den USA werden jährlich 75.000 Arbeitsgerichtsprozesse angestrengt, in Frankreich 70.000 und in Japan nur 2.500. In Brasilien sind es sage und schreibe 2 Millionen mit steigender Tendenz. 2005 wurde an die Kläger, wobei darunter Arbeitnehmer zu verstehen sind, 7,19 Mrd. R$ gezahlt, in 2006 waren es sogar 13 % mehr. Pro 1.000 R$ Streitwert kostet ein Prozeß die Justizbehörden im Mittel 1.300 R$, also im Jahr 2.000.000 x 1.300 = 2,6 Mrd. R$! Kein Wunder, daß Spezialisten die Arbeitsgesetzgebung als anachronistisch, überholt, zu detailliert und irreal bezeichnen und ich füge noch teuer hinzu.
Es gibt noch eine besondere Art der Kündigung eines Arbeitnehmers, nämlich die provozierte Kündigung durch den Arbeitgeber, damit der Arbeitnehmer an seinen fundo de garantia kommt. Auf ein Sonderkonto des Arbeitnehmers muß nämlich der Arbeitgeber jeden Monat 8 % des Gehaltes einzahlen, die der Arbeitnehmer nur bekommt, wenn ihm gekündigt wird, nicht, wenn er selbst kündigt. Hat er z.B. bei drei anderen Arbeitgebern gekündigt und braucht dieses Geld, dann kommt es durchaus vor, daß er seine Kündigung provoziert. dabei versteht er es, den Bogen nicht zu weit zu spannen, um keine fristlose Kündigung rechtzufertigen. Das Problem für den Arbeitgeber ist die z.Z. 50%ige Strafe, die er auf das im letzten Beschäftigungsverhältnis angesammelte Guthaben zahlen muß, wenn er die Kündigung ausspricht.
Man kann mit 30 Tagen Kündigungsfrist auch jeden Arbeitnehmer entlassen, muß aber die erwähnten 40 % + „vorübergehend“ weitere 10 % des aktuellen FGTS - fundo de garantia por tempo de serviço - Guthabens des Arbeitnehmers (Ausnahme: fristlose Entlassung oder Kündigung durch den Arbeitnehmer) als Strafe zahlen, dazu natürlich für die 30 Tage, in denen der Gekündigte normalerweise nicht mehr arbeitet, die Bezüge einschließlich pro rata temporis das gesetzlich vorgeschriebene 13. Gehalt und das Urlaubsgeld. Das Entlassen kann also teuer werden. Darüber hinaus hat der ex - Arbeitnehmer 3 Jahre Zeit, seinen ex - Arbeitgeber auf Überstundenzahlung etc., etc., etc. zu verklagen, was in Brasilien offensichtlich eine Art Volkssport ist.
In den USA werden jährlich 75.000 Arbeitsgerichtsprozesse angestrengt, in Frankreich 70.000 und in Japan nur 2.500. In Brasilien sind es sage und schreibe 2 Millionen mit steigender Tendenz. 2005 wurde an die Kläger, wobei darunter Arbeitnehmer zu verstehen sind, 7,19 Mrd. R$ gezahlt, in 2006 waren es sogar 13 % mehr. Pro 1.000 R$ Streitwert kostet ein Prozeß die Justizbehörden im Mittel 1.300 R$, also im Jahr 2.000.000 x 1.300 = 2,6 Mrd. R$! Kein Wunder, daß Spezialisten die Arbeitsgesetzgebung als anachronistisch, überholt, zu detailliert und irreal bezeichnen und ich füge noch teuer hinzu.
Personal beschäftigen
„Der“ brasilianische Arbeitnehmer ist meist lernwillig, nimmt lange Arbeitszeiten als selbstverständlich hin, ist aber nicht unbedingt loyal, wenn er woanders mehr verdient. Seine positive lebensbejahende Einstellung trotz widriger Umstände ist eine typische brasilianische Eigenschaft, auch die Vorliebe für „permanentprovisorische“ Problemlösungen. Dabei ist der Brasilianer flexibel und schnell, aber wegen der patriarchalischen Leitung in eigentümergeführten Unternehmen entscheidet er ungern, das ist dem Chef vorbehalten und das muß man bei Verhandlungen berücksichtigen.
Gute Fremdsprachenkenntnisse sind selten und dementsprechend müssen sie gut bezahlt werden. Ausbildungsmängel können durch firmeninterne und externe Kurse beseitigt werden, manche der großen Firmen unterhalten für die Fabrikarbeiter regelrechte Schulen.
Sobald ein Unternehmen fest angestellte Mitarbeiter hat, hat es leider auch Probleme, seien die Mitarbeiter noch so nett, einsatzfreudig und erfolgreich. Diese Probleme bestehen aus hohen Zusatzkosten, denn die Lohnnebenkosten betragen bis zu 100 %, aus erhöhtem Verwaltungsaufwand, je nach Branche und Firmengröße eventuell aus Ärger mit der Gewerkschaft, aus Gerichtprozessen, die von ehemaligen Mitarbeitern angestrengt werden und aus Verhandlungsaufwand für die Festlegung der Kriterien, die zu der im Grundgesetz verankerten Mitarbeitererfolgsbeteiligung benutzt werden und die der Gewerkschaft zur Kenntnis - nicht zur Genehmigung - mitgeteilt werden müssen. Das Wort Erfolgsbeteiligung ist mit Bedacht gewählt worden, es handelt sich nicht um eine Gewinnbeteiligung, sondern um eine Bonuszahlung für den Fall, das vorher vereinbarte Ziele irgendwelcher Art erreicht wurden, z.B. Produktionserhöhung, Absatzsteigerung, Kostensenkung oder Termineinhaltung. Was bedeutet, daß auch, wenn eine Firma Verlust macht, sie diesen Bonus zahlen muß, wenn die vereinbarten Ziele erreicht wurden.
Aus allen diesen Gründen heraus gibt es in Brasilien eine Schattenwirtschaft, die sich auf nicht registrierte Mitarbeiter stützt, für die keine Krankenkassenbeiträge und keine für die Sozialversicherung usw. abgeführt werden. Das bedeutet nicht nur, daß solche Mitarbeiter meist von der Hand in den Mund und, was ihren Arbeitsplatz angeht, höchst unsicher leben, sondern auch, daß solche Unternehmen natürlich eine unlautere Konkurrenz für die Unternehmen, die die Last der 100 % Lohnnebenkosten tragen, darstellen. Und dies erklärt auch, warum der Staat als Arbeitsgeber so beliebt in Brasilien ist. Der zahlt nämlich nominell schlecht, aber durch viele Zusatzleistungen kann der Beamte oder Angestellte des öffentlichen Dienstes seine Bezüge vervielfachen und bekommt außerdem noch eine Pension, die mindestens seinen letzten Bezügen als Aktiver entspricht und oft diese noch durch eine vorhergehende Beförderung übersteigt. Was - dies sei nur am Rande angemerkt - wesentlich zur Notwendigkeit einer Sozialversicherungsreform beiträgt.
Gute Fremdsprachenkenntnisse sind selten und dementsprechend müssen sie gut bezahlt werden. Ausbildungsmängel können durch firmeninterne und externe Kurse beseitigt werden, manche der großen Firmen unterhalten für die Fabrikarbeiter regelrechte Schulen.
Sobald ein Unternehmen fest angestellte Mitarbeiter hat, hat es leider auch Probleme, seien die Mitarbeiter noch so nett, einsatzfreudig und erfolgreich. Diese Probleme bestehen aus hohen Zusatzkosten, denn die Lohnnebenkosten betragen bis zu 100 %, aus erhöhtem Verwaltungsaufwand, je nach Branche und Firmengröße eventuell aus Ärger mit der Gewerkschaft, aus Gerichtprozessen, die von ehemaligen Mitarbeitern angestrengt werden und aus Verhandlungsaufwand für die Festlegung der Kriterien, die zu der im Grundgesetz verankerten Mitarbeitererfolgsbeteiligung benutzt werden und die der Gewerkschaft zur Kenntnis - nicht zur Genehmigung - mitgeteilt werden müssen. Das Wort Erfolgsbeteiligung ist mit Bedacht gewählt worden, es handelt sich nicht um eine Gewinnbeteiligung, sondern um eine Bonuszahlung für den Fall, das vorher vereinbarte Ziele irgendwelcher Art erreicht wurden, z.B. Produktionserhöhung, Absatzsteigerung, Kostensenkung oder Termineinhaltung. Was bedeutet, daß auch, wenn eine Firma Verlust macht, sie diesen Bonus zahlen muß, wenn die vereinbarten Ziele erreicht wurden.
Aus allen diesen Gründen heraus gibt es in Brasilien eine Schattenwirtschaft, die sich auf nicht registrierte Mitarbeiter stützt, für die keine Krankenkassenbeiträge und keine für die Sozialversicherung usw. abgeführt werden. Das bedeutet nicht nur, daß solche Mitarbeiter meist von der Hand in den Mund und, was ihren Arbeitsplatz angeht, höchst unsicher leben, sondern auch, daß solche Unternehmen natürlich eine unlautere Konkurrenz für die Unternehmen, die die Last der 100 % Lohnnebenkosten tragen, darstellen. Und dies erklärt auch, warum der Staat als Arbeitsgeber so beliebt in Brasilien ist. Der zahlt nämlich nominell schlecht, aber durch viele Zusatzleistungen kann der Beamte oder Angestellte des öffentlichen Dienstes seine Bezüge vervielfachen und bekommt außerdem noch eine Pension, die mindestens seinen letzten Bezügen als Aktiver entspricht und oft diese noch durch eine vorhergehende Beförderung übersteigt. Was - dies sei nur am Rande angemerkt - wesentlich zur Notwendigkeit einer Sozialversicherungsreform beiträgt.
Personal einstellen
Die Probleme fangen bei der Personalsuche an, denn auf eine Zeitungsanzeige melden sich manchmal mehrer hundert Bewerber und oft nur auf den Verdacht hin, daß die suchende Firma vielleicht auch ihn, den Bewerber, braucht, obwohl die Anzeige auf eine ganz andere Person zugeschnitten ist. Man sollte sich also nicht wundern, wenn man einen Produktionsingenieur sucht und sich auch ein Buchhalter meldet. Dazu kommt, daß Arbeitgeberzeugnisse völlig unbekannt und ungebräuchlich sind, man also auf Interviews und Referenzen zur Beurteilung der Bewerber angewiesen ist. Auch die Ausbildungszeugnisse sagen wenig aus, wenn sie nicht von einer bekanntermaßen erstklassigen Ausbildungsstätte sind. Aus diesem Grund greifen die meisten Firmen auf Personalberater zurück und diese wiederum nehmen selten zu Anzeigen Zuflucht, sondern versuchen gute Leute, die erfolgreich bei einer Firma arbeiten, aus dieser herauszulösen.
Man hüte sich davor, die Lebensläufe, mit denen man täglich per E-Mail überhäuft wird, allzu ernst zu nehmen, die große Mehrzahl davon ist von professionellen Personalvermittlern geschrieben, die im Auftrag des Kandidaten arbeiten und oft Phantasieprodukte abliefern.
Lebensläufe sind nicht unbedingt nach europäischen Schema aufgebaut, man muß sich durch Details wie Führerscheinnummer, dem Beruf der Frau und dem Studiengang der Kinder sowie irrelevanten Kursen zu den wichtigen Informationen durchkämpfen und findet vielleicht das Alter nicht, weil es schlichtweg nicht angegeben wurden. Lückenhafte Lebensläufe sind nicht selten und Aussagen wie fließendes Englisch sollte man nachprüfen. Viele Arbeitgeber, bei denen der Kandidat manchmal weniger als ein Jahr verweilte, sind kein Ausdruck für job hopping, sondern werden als Ausdruck von Dynamik gewertet. Auch sollte man sich nicht wundern, wenn 5ojährige Ingenieure auch eine abgebrochene Ausbildung als Betriebswirt absolvierten und abends Jura studieren.
Wenn es um die Bezüge geht, sollte man sich nichts vormachen, Brasilien ist kein Billiglohnland, gute Führungskräfte kosten ebensoviel wie in Europa und billige angelernte Arbeitskräfte sind so wenig produktiv, daß man so viele davon braucht, daß man gleich eine gute Kraft einstellen kann.
Man hüte sich davor, die Lebensläufe, mit denen man täglich per E-Mail überhäuft wird, allzu ernst zu nehmen, die große Mehrzahl davon ist von professionellen Personalvermittlern geschrieben, die im Auftrag des Kandidaten arbeiten und oft Phantasieprodukte abliefern.
Lebensläufe sind nicht unbedingt nach europäischen Schema aufgebaut, man muß sich durch Details wie Führerscheinnummer, dem Beruf der Frau und dem Studiengang der Kinder sowie irrelevanten Kursen zu den wichtigen Informationen durchkämpfen und findet vielleicht das Alter nicht, weil es schlichtweg nicht angegeben wurden. Lückenhafte Lebensläufe sind nicht selten und Aussagen wie fließendes Englisch sollte man nachprüfen. Viele Arbeitgeber, bei denen der Kandidat manchmal weniger als ein Jahr verweilte, sind kein Ausdruck für job hopping, sondern werden als Ausdruck von Dynamik gewertet. Auch sollte man sich nicht wundern, wenn 5ojährige Ingenieure auch eine abgebrochene Ausbildung als Betriebswirt absolvierten und abends Jura studieren.
Wenn es um die Bezüge geht, sollte man sich nichts vormachen, Brasilien ist kein Billiglohnland, gute Führungskräfte kosten ebensoviel wie in Europa und billige angelernte Arbeitskräfte sind so wenig produktiv, daß man so viele davon braucht, daß man gleich eine gute Kraft einstellen kann.
Warum Brasilien?
Wenn Sie in die Überschrift klicken, werden Sie es erfahren, dann kommen Sie nämlich zu meinem Vortrag vom 21.6.2007 in Mainz auf dem Außenwirtschaftsforum. Unter http://www.forum-aussenwirtschaft.de können Sie das Programm lesen.
Eine der Gründe, der zu unternehmerischer Aktivität in Brasilien animieren kann, ist die gerade erfolgte Leitzinssenkung auf 12 % im Jahr. Damit sind wir zwar immer noch Weltmeister, denn wir führen die folgende Aufstellung der Realzinsen der nächsten 12 Monate leider immer noch an, aber gegenüber der Vergangheit ist es doch ein Fortschritt:
8,3 % Brasilien
7,6 % Türkei
5,2 % Israel
3,9 % Australien
3,6 % China
Die im täglichen Leben in Brasilien praktizierten Jahreszinsen sehen ganz anders aus:
100 % Handel
223 % Kreditkarte
146 % Überziehungskredit
87 % Bankkredit für natürliche Personen
Und wer von den Banken nichts bekommt, kann Zuflucht bei den Finanzhaien suchen, die Kleinkredite vergeben, für die Lappalie von 265 %.
Aber wir sind auf dem richtigen Weg, der Leitzins wird zum Jahresende voraussichtlich 10,5 anstelle der heutigen 12 % pro Jahr betragen und die Inflation nur 3 % pro Jahr. Und damit kann man - zumindestens in Brasilien - schon zufrieden sein.
Eine der Gründe, der zu unternehmerischer Aktivität in Brasilien animieren kann, ist die gerade erfolgte Leitzinssenkung auf 12 % im Jahr. Damit sind wir zwar immer noch Weltmeister, denn wir führen die folgende Aufstellung der Realzinsen der nächsten 12 Monate leider immer noch an, aber gegenüber der Vergangheit ist es doch ein Fortschritt:
8,3 % Brasilien
7,6 % Türkei
5,2 % Israel
3,9 % Australien
3,6 % China
Die im täglichen Leben in Brasilien praktizierten Jahreszinsen sehen ganz anders aus:
100 % Handel
223 % Kreditkarte
146 % Überziehungskredit
87 % Bankkredit für natürliche Personen
Und wer von den Banken nichts bekommt, kann Zuflucht bei den Finanzhaien suchen, die Kleinkredite vergeben, für die Lappalie von 265 %.
Aber wir sind auf dem richtigen Weg, der Leitzins wird zum Jahresende voraussichtlich 10,5 anstelle der heutigen 12 % pro Jahr betragen und die Inflation nur 3 % pro Jahr. Und damit kann man - zumindestens in Brasilien - schon zufrieden sein.
01 Juni 2007
US$ bei 1,90 R$ - Quo vadis, greenback?
Die Kursentwicklung des US$ zum R$ der letzten 5 Jahre:

Die Kursentwicklung des € zum R$ der letzten 5 Jahre:

Die Kursentwicklung des € zum US$ der letzten 5 Jahre:

Die Kursentwicklung des US$ zum R$ der letzten 12 Monate:

Die Kursentwicklung des € zum US$ der letzten 12 Monate:

Die Erklärung von heute, als der US$ die Marke von 1,90 R$ erreichte, war das Geld, was Mittal nach Brasilien schicken wird. Traurig, wenn eine einzige Firmenübernahme den Kurs einer Währung so merkbar beeinflußt.
Wer mehr wissen will, sollte sich meinen Vortrag auf dem Außenwirtschaftsforum in Mainz am 21.6.2007 über Geschäfte mit und in Brasilien anhören. Und natürlich die Vorträge anderer Personen, die sich auf diesem Feld auskennen. Näheres bei Kim Gronemeier von der IHK Pfalz unter kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de oder unter k.k.naumann@mac.com bei mir.

Die Kursentwicklung des € zum R$ der letzten 5 Jahre:

Die Kursentwicklung des € zum US$ der letzten 5 Jahre:

Die Kursentwicklung des US$ zum R$ der letzten 12 Monate:

Die Kursentwicklung des € zum US$ der letzten 12 Monate:

Die Erklärung von heute, als der US$ die Marke von 1,90 R$ erreichte, war das Geld, was Mittal nach Brasilien schicken wird. Traurig, wenn eine einzige Firmenübernahme den Kurs einer Währung so merkbar beeinflußt.
Wer mehr wissen will, sollte sich meinen Vortrag auf dem Außenwirtschaftsforum in Mainz am 21.6.2007 über Geschäfte mit und in Brasilien anhören. Und natürlich die Vorträge anderer Personen, die sich auf diesem Feld auskennen. Näheres bei Kim Gronemeier von der IHK Pfalz unter kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de oder unter k.k.naumann@mac.com bei mir.
28 Mai 2007
Brasiliens Geschäftsleute vertrauen auf die Binnenkonjunktur und investieren wie seit 1999 nicht mehr
Laut einer SERASA-Untersuchung von 43.300 Jahresabschlüssen haben brasilianische Firmen so viel wie seit 1999 nicht mehr investiert:

Die absoluten Werte 2006 gegenüber dem Vorjahr weisen ebenfalls sehenswerte Zuwächse aus:

18.800 der analysierten Jahresabschlüsse stammten aus dem Handel, 14.100 aus dem Dienstleistungssektor und 10.400 aus der Industrie. Der Investitionsindex (Investition in % des Nettoumsatzes) betrug, heruntergebrochen auf Sektor und Aktivität (in Klammer Wert von 2005):
DIENSTLEISTUNG
11,7 (10,6) Elektroenergie
12,1 (12,8) Festnetztelefonie
19,4 (27,1) Mobilnetztelefonie
13,7 (12,8) Transport
15,0 (17,2) Gas
13,1 (10,8) Summe
INDUSTRIE
7,9 (5,2) Nahrungsmittel
7,8 (6,1) Petrochemie
6,1 (5,7) Stahlerzeugung
31,1 (14,3) Papier und Zellulose
7,5 (6,7) Summe
HANDEL
1,2 (1,6) kleiner Lebensmitteleinzelhandel
1,4 (1,9) Supermärkte
1,4 (1,2) Lebensmittelgroßhandel
1,3 (1,4) Summe
Als Beispiel für deutsche Investitionen diene die Firma Mauser, größter Hersteller von Kunststoff- und Metallverpackungen Brasiliens, die in diesem Jahr schon 60 Mio. R$ investiert hat, 50 Mio. R$ davon für die Fertigstellung einer neuen Fabrik im Industriepark von Bayer in Belford Roxo in der Nähe Rio de Janeiros, die 300 neue Arbeitsplätze schafft.
Daß Brasilien ein Land der Gegensätze ist, zeigt eine Meldung des Schweizer Wirtschaftsinstitutes, nach der Brasilien aufgrund der ungebrochenen Korruption jährlich auf 1,5 Mrd. US$ verzichtet, die sonst unser BIP weiter vergrößern würden. Hier ist noch ein unbestelltes Feld für unser Parlament und die Regierung.

Die absoluten Werte 2006 gegenüber dem Vorjahr weisen ebenfalls sehenswerte Zuwächse aus:

18.800 der analysierten Jahresabschlüsse stammten aus dem Handel, 14.100 aus dem Dienstleistungssektor und 10.400 aus der Industrie. Der Investitionsindex (Investition in % des Nettoumsatzes) betrug, heruntergebrochen auf Sektor und Aktivität (in Klammer Wert von 2005):
DIENSTLEISTUNG
11,7 (10,6) Elektroenergie
12,1 (12,8) Festnetztelefonie
19,4 (27,1) Mobilnetztelefonie
13,7 (12,8) Transport
15,0 (17,2) Gas
13,1 (10,8) Summe
INDUSTRIE
7,9 (5,2) Nahrungsmittel
7,8 (6,1) Petrochemie
6,1 (5,7) Stahlerzeugung
31,1 (14,3) Papier und Zellulose
7,5 (6,7) Summe
HANDEL
1,2 (1,6) kleiner Lebensmitteleinzelhandel
1,4 (1,9) Supermärkte
1,4 (1,2) Lebensmittelgroßhandel
1,3 (1,4) Summe
Als Beispiel für deutsche Investitionen diene die Firma Mauser, größter Hersteller von Kunststoff- und Metallverpackungen Brasiliens, die in diesem Jahr schon 60 Mio. R$ investiert hat, 50 Mio. R$ davon für die Fertigstellung einer neuen Fabrik im Industriepark von Bayer in Belford Roxo in der Nähe Rio de Janeiros, die 300 neue Arbeitsplätze schafft.
Daß Brasilien ein Land der Gegensätze ist, zeigt eine Meldung des Schweizer Wirtschaftsinstitutes, nach der Brasilien aufgrund der ungebrochenen Korruption jährlich auf 1,5 Mrd. US$ verzichtet, die sonst unser BIP weiter vergrößern würden. Hier ist noch ein unbestelltes Feld für unser Parlament und die Regierung.
25 Mai 2007
Sichere Flüge
Ich bin häufig beruflich in Europa und ärgere mich immer, wenn ich vor einem Weiterflug in Frankfurt bis zu 40 Minuten durch eine zusätzliche Sicherheitskontrolle - Schuhe inbegriffen - verliere und so dumme Auskünfte wie "das ist von ganz oben angeordnet" bekomme, wenn ich nach dem Sinn frage. Allerdings habe ich selbst Zweifel bekommen, als ich kürzlich von Zürich nach Stuttgart flog und direkt am Flugsteig, also nach der Handgepäck- und Personenkontrolle, noch schnell ein Mitbringsel für meine Frau kaufen wollte. Denn u.a. wurden die berühmten schweizer Taschenmesser angeboten und auf meine Frage, ob denn dies erlaubt sei, bekam ich die herzige Antwort "natürlich, sonst könnten wir ja unseren Laden dicht machen"! Schweiz, dir geht es besser?!
"Executive Search in Brasilien" oder "Wie besetze ich eine Führungsposition aus der Ferne?"
Wer eine Position im Ausland zu vergeben hat, muß bei der Auswahl eines Bewerbers nicht nur dessen Fach- und Führungskompetenz beurteilen, sondern auch seine Fähigkeit, sich in im Ausland zurechtzufinden, wohlzufühlen und akzeptiert zu werden, denn die interkulturelle Kompetenz hat großen Einfluß auf den Erfolg der ausgesuchten Führungskraft. Wenn schon die sogenannte Firmenkultur von Betrieb zu Betrieb stark unterschiedlich ist und die Integration eines neuen Mitarbeiters manchmal erheblich erschwert, umsomehr tut dies die unterschiedliche Kultur zweier Länder. Deshalb suchen Firmenchefs für die Leitung ihrer Auslandstöchter vermehrt Kandidaten, die bereits im Lande wohnen und arbeiten, wobei diese Einheimische oder Landsmänner sein können, die schon lange im Ausland tätig sind.
In Brasilien, wo wir mehrere Geschäftsführerpositionen besetzen konnten, findet man bei großen deutschen Firmen immer weniger Expatriates, weil diese erstens teuer und zweitens schwierig zu finden sind. Der Expatriate ist nicht nur deshalb teuer, weil er meist mehr verdient als der Brasilianer, sondern weil er oft schon eine auch sprachenbedingte lange Einarbeitungszeit braucht und weil seine Rückführung ebenfalls Geld kostet und diese manchmal aus so prosaischen Gründen wie Probleme mit der Ehefrau, die sich im fremden Land nicht einleben kann, notwendig wird. Deshalb gibt es bei manchen Konzernen die Regel, daß Mitarbeiter der zweiten Führungsebene, die auf Dauer im Ausland bleiben möchten, ihren Gesandtenvertrag nach drei bis fünf Jahren gegen einen einheimischen Vertrag eintauschen müssen.
Wer der Usancen- und Branchenvertrautheit im fremden Land mehr Gewicht zumißt als dem Stallgeruch, sucht deshalb anstelle eines Bewerbers aus dem eigenen Hause einen Einheimischen als Führungskraft, der dann oft das umgekehrte Sprachproblem hat, wenn er die im Mutterhaus gesprochene Sprache nicht beherrscht. Gute Englischkenntnisse beheben dieses Problem, verhindern aber nicht, daß der neue Mann nun im Mutterhaus ein Ausländer ist, der sich eventuell mit der dortigen Landeskultur nicht auskennt.
Hier muß der Personalberater besonders vorsichtig bei der Vorauswahl der Kandidaten und seiner Empfehlung sein, der Berater sollte deshalb unbedingt ein Landeskenner sein und auch die Landessprache beherrschen, wenn er den ausländischen Kandidaten richtig beurteilen will. Gerade in Brasilien kommt erschwerend hinzu, daß es keine Arbeitszeugnisse gibt, man muß sich zunächst auf oft noch nicht einmal vom Bewerber selbst geschriebene Lebensläufe verlassen, dann auf den eigenen Eindruck und nicht zuletzt auf sorgfältig recherchierte Referenzauskünfte. Der Weg, einen Landsmann, der schon lange im Ausland lebt und arbeitet, für die zu vergebene Position zu wählen, ist oft kein Ausweg, sondern ein Irrweg, wie es unsere Praxis zeigt. So kommt ein Einheimischer als vertriebsorientierter Geschäftsführer oder Personalleiter oft besser bei seinen eigenen Landsleuten an als ein Ausländer und erzielt auch besserer Ergebnisse. Wenn es sich um eine technologielastige Position im Produktions- oder Entwicklungsbereich handelt, hat wiederum der Ausländer, speziell der Deutsche, gute Karten, weil ihm der Brasilianer oft mehr zutraut als den eigenen Landsleuten.
Wichtig ist für den Auftraggeber auch, dass er sich auf die Fachkenntnisse des Beraters bei der Arbeitsvertragsgestaltung stützen kann, denn hier muß unbedingt die brasilianische Gesetzgebung berücksichtigt werden. Was es hier zu beachten gilt und welche Hürden bei der Visumserteilung für einen erfolgreichen Bewerber, der als nicht in Brasilien lebender Ausländer keine brasilianische Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung hat, zu nehmen sind, wird in einem anderen Artikel behandelt werden.
In Brasilien, wo wir mehrere Geschäftsführerpositionen besetzen konnten, findet man bei großen deutschen Firmen immer weniger Expatriates, weil diese erstens teuer und zweitens schwierig zu finden sind. Der Expatriate ist nicht nur deshalb teuer, weil er meist mehr verdient als der Brasilianer, sondern weil er oft schon eine auch sprachenbedingte lange Einarbeitungszeit braucht und weil seine Rückführung ebenfalls Geld kostet und diese manchmal aus so prosaischen Gründen wie Probleme mit der Ehefrau, die sich im fremden Land nicht einleben kann, notwendig wird. Deshalb gibt es bei manchen Konzernen die Regel, daß Mitarbeiter der zweiten Führungsebene, die auf Dauer im Ausland bleiben möchten, ihren Gesandtenvertrag nach drei bis fünf Jahren gegen einen einheimischen Vertrag eintauschen müssen.
Wer der Usancen- und Branchenvertrautheit im fremden Land mehr Gewicht zumißt als dem Stallgeruch, sucht deshalb anstelle eines Bewerbers aus dem eigenen Hause einen Einheimischen als Führungskraft, der dann oft das umgekehrte Sprachproblem hat, wenn er die im Mutterhaus gesprochene Sprache nicht beherrscht. Gute Englischkenntnisse beheben dieses Problem, verhindern aber nicht, daß der neue Mann nun im Mutterhaus ein Ausländer ist, der sich eventuell mit der dortigen Landeskultur nicht auskennt.
Hier muß der Personalberater besonders vorsichtig bei der Vorauswahl der Kandidaten und seiner Empfehlung sein, der Berater sollte deshalb unbedingt ein Landeskenner sein und auch die Landessprache beherrschen, wenn er den ausländischen Kandidaten richtig beurteilen will. Gerade in Brasilien kommt erschwerend hinzu, daß es keine Arbeitszeugnisse gibt, man muß sich zunächst auf oft noch nicht einmal vom Bewerber selbst geschriebene Lebensläufe verlassen, dann auf den eigenen Eindruck und nicht zuletzt auf sorgfältig recherchierte Referenzauskünfte. Der Weg, einen Landsmann, der schon lange im Ausland lebt und arbeitet, für die zu vergebene Position zu wählen, ist oft kein Ausweg, sondern ein Irrweg, wie es unsere Praxis zeigt. So kommt ein Einheimischer als vertriebsorientierter Geschäftsführer oder Personalleiter oft besser bei seinen eigenen Landsleuten an als ein Ausländer und erzielt auch besserer Ergebnisse. Wenn es sich um eine technologielastige Position im Produktions- oder Entwicklungsbereich handelt, hat wiederum der Ausländer, speziell der Deutsche, gute Karten, weil ihm der Brasilianer oft mehr zutraut als den eigenen Landsleuten.
Wichtig ist für den Auftraggeber auch, dass er sich auf die Fachkenntnisse des Beraters bei der Arbeitsvertragsgestaltung stützen kann, denn hier muß unbedingt die brasilianische Gesetzgebung berücksichtigt werden. Was es hier zu beachten gilt und welche Hürden bei der Visumserteilung für einen erfolgreichen Bewerber, der als nicht in Brasilien lebender Ausländer keine brasilianische Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung hat, zu nehmen sind, wird in einem anderen Artikel behandelt werden.
23 Mai 2007
Deutsche Exporteure freuen sich, der Real wird immer stärker
€-Kurs der letzten 3 Monate:

€-Kurs vom 23.5.2007:

Das Länderrisiko Brasilien lag übrigens am 21. Mai 2007 bei nur 139 Punkten, dem bisher niedrigsten Wert überhaupt, also der richtige Zeitpunkt zum Investieren! Zu diesem Thema erfahren Sie mehr, wenn Sie in die Überschrift klicken! Mit dem Klick laden Sie meinen Vortrag "Brasilien - Investitionen planen und erfolgreich umsetzen", den ich im April in Zürich gehalten habe. Meinen nächsten Vortrag zum Thema Brasilien halte ich am 21.6.2007 in Mainz, Näheres bei Frau Kim Gronemeier von der IHK Pfalz, Kontakt über kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de.

€-Kurs vom 23.5.2007:

Das Länderrisiko Brasilien lag übrigens am 21. Mai 2007 bei nur 139 Punkten, dem bisher niedrigsten Wert überhaupt, also der richtige Zeitpunkt zum Investieren! Zu diesem Thema erfahren Sie mehr, wenn Sie in die Überschrift klicken! Mit dem Klick laden Sie meinen Vortrag "Brasilien - Investitionen planen und erfolgreich umsetzen", den ich im April in Zürich gehalten habe. Meinen nächsten Vortrag zum Thema Brasilien halte ich am 21.6.2007 in Mainz, Näheres bei Frau Kim Gronemeier von der IHK Pfalz, Kontakt über kim.gronemeier@pfalz.ihk24.de.
21 Mai 2007
Eurolatinabüro in Chile

Viele meiner Blogleser wissen, dass ich zusammen mit der IHK Essen den Firmenpool Brasilien / Mercosur aufgebaut habe und diesen für die Kammer jetzt schon über 10 Jahre leite. Bisher stützte ich mich dabei bei Projekten außerhalb Brasiliens in Lateinamerika auf meine Partner Christian V. Schmehlik in Buenos Aires und Eike Ingo Friese in Caracas. Ab 1.6.2007 gesellt sich Malte Medo dazu, der in Valparaíso sitzt. Er ist Diplomingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik und Diplomwirtschaftsingenieur der TU Braunschweig, hat zusätzlich in Kanada studiert und bereits früher in Chile gewohnt, wo er auch die Schule besucht hat. Er ist Spezialist für Industrial Engineering und schließt in Kürze seine Doktorarbeit (Dr.-Ing.) an der TU Braunschweig ab.
Herr Medo kann Poolmitgliedern und Kunden, die mit Eurolatina über ein Direktmandat arbeiten, u.a. bei Projekten aus den Bereichen Fabrikplanung, Qualitätssicherungssysteme, Fabriklogistik, Prozeßoptimierung und Auftragsabwicklung helfen.
06 Mai 2007
Polizistenmorde
Als am 25. April 2007 in Heilbronn eine Polizistin ermordet und ihr Kollege lebensgefährlich verletzt wurde, war ich gerade mit meinem Partner aus Gärtringen in der Nähe Stuttgarts unterwegs. Wir sahen auf den Autobahnen sehr viele Streifenwagen, die an der Großfahndung teilnahmen, wie wir aus dem Autoradio erfuhren.
Heute, wieder in São Paulo, las ich in der Zeitung, daß gestern der fünfzigste in diesem Jahr in Rio de Janeiro ermordete Polizist beigesetzt wurde. Leider sind solche Morde in Brasilien schon Routine geworden, die keine vergleichbare Großfahndung mehr auslösen, auch wenn die Empörung der Polizei nicht kleiner ist als in Deutschland.
Gestern machte ich einen Besuch bei einem Bekannten im Stadtteil Interlagos von São Paulo, der gerade sein neues Haus bezogen hat. Erste Renovierungsmaßnahme war die Installation von acht Fernsehkameras zur Überwachung des Grundstückes, die Einrichtung einer Alarmanlage, die Anbringung von sensorgeschalteten Außenscheinwerfern und die Kontraktierung eines Wachdienstes. Dieser Bekannte ist ein gebranntes Kind, er wohnte einige Jahre in einem Apartment in Porto Alegre, wo seine Familie und alle anderen Bewohner des Hochhauses überfallen wurden.
Traurig, daß man hier zu solchen Vorbeugemaßnahmen gezwungen ist. Aber gut für diejenigen, die daraus ein Geschäft gemacht haben. Bewachungsfirmen gibt es in Hülle und Fülle und wer Alarmanlagen oder Elektrozäune verkaufen möchte, kann sich seine Kunden aussuchen. In Südafrika habe ich eine ähnliche Entwicklung erlebt. Als ich dort Ende 1981 zunächst im Hotel lebte, schrieb ich meiner Frau nach Brasilien, daß hier die Leute morgens ihre Garagen offenließen, damit sie abends nicht das Tor öffnen mußten. Als wir drei Jahre später das Land Richtung Mexiko verließen, ließ niemand mehr sein Garagentor offen, im Gegenteil, Alarmanlagen, die mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale verbunden waren, waren die Regel. Damals hätte keiner in Brasilien für so etwas Geld ausgegeben.
Heute, wieder in São Paulo, las ich in der Zeitung, daß gestern der fünfzigste in diesem Jahr in Rio de Janeiro ermordete Polizist beigesetzt wurde. Leider sind solche Morde in Brasilien schon Routine geworden, die keine vergleichbare Großfahndung mehr auslösen, auch wenn die Empörung der Polizei nicht kleiner ist als in Deutschland.
Gestern machte ich einen Besuch bei einem Bekannten im Stadtteil Interlagos von São Paulo, der gerade sein neues Haus bezogen hat. Erste Renovierungsmaßnahme war die Installation von acht Fernsehkameras zur Überwachung des Grundstückes, die Einrichtung einer Alarmanlage, die Anbringung von sensorgeschalteten Außenscheinwerfern und die Kontraktierung eines Wachdienstes. Dieser Bekannte ist ein gebranntes Kind, er wohnte einige Jahre in einem Apartment in Porto Alegre, wo seine Familie und alle anderen Bewohner des Hochhauses überfallen wurden.
Traurig, daß man hier zu solchen Vorbeugemaßnahmen gezwungen ist. Aber gut für diejenigen, die daraus ein Geschäft gemacht haben. Bewachungsfirmen gibt es in Hülle und Fülle und wer Alarmanlagen oder Elektrozäune verkaufen möchte, kann sich seine Kunden aussuchen. In Südafrika habe ich eine ähnliche Entwicklung erlebt. Als ich dort Ende 1981 zunächst im Hotel lebte, schrieb ich meiner Frau nach Brasilien, daß hier die Leute morgens ihre Garagen offenließen, damit sie abends nicht das Tor öffnen mußten. Als wir drei Jahre später das Land Richtung Mexiko verließen, ließ niemand mehr sein Garagentor offen, im Gegenteil, Alarmanlagen, die mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale verbunden waren, waren die Regel. Damals hätte keiner in Brasilien für so etwas Geld ausgegeben.
Abonnieren
Posts (Atom)



















