30 Januar 2015

Erholt sich der € gegenüber dem R$?


Heute stand er wieder etwas über 3 R$:
DatumEuroBrasilianischer Real
Freitag 30/01/20151 EUR =3.03388 BRL
Donnerstag 29/01/20151 EUR =2.95182 BRL
Mittwoch 28/01/20151 EUR =2.90815 BRL
Dienstag 27/01/20151 EUR =2.92248 BRL
Montag 26/01/20151 EUR =2.90521 BRL
Sonntag 25/01/20151 EUR =2.86836 BRL
Samstag 24/01/20151 EUR =2.89118 BRL
Freitag 23/01/20151 EUR =2.89118 BRL
Donnerstag 22/01/20151 EUR =2.9496 BRL
Mittwoch 21/01/20151 EUR =3.02103 BRL

Schlagzeilen des Wochenberichtes BRASILIEN vom 30.1.2015 der AHK São Paulo


Öl & Gas
Petrobras lädt ausländische Zulieferer zu Teilnahme an Ausschreibungen ein
23 brasilianische Unternehmen dürfen wegen Korruptionsverdacht derzeit keine neuen Aufträge bekommen
Sete Brasil will Bohrschiffe für Petrobras im Ausland anmieten
Unternehmen verlangt Erlaubnis der Regierung, um Schiffe fristgerecht ausliefern zu können
Energie
Stromversorgung gerät an ihre Grenzen
Reservekapazität lag am 19. Januar nur bei 25% der empfohlenen Menge
Brasilien importiert Strom aus Argentinien, um weiteren Stromausfall zu verhindern
Energieverbrauch des Landes ist seit 2010 deutlich stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung
Wirtschaft
Regierung erhöht Finanz­ und Benzinsteuer
Finanzministerium will durch diese und weitere Maßnahmen dieses Jahr 20 Mrd. R$ mehr einnehmen
Brasilianische Zentralbank erhöht Leitzins um 0,5% auf 12,25%
Durch die dritte Erhöhung in Folge erreicht der Selic den höchsten Stand seit Juli 2011
Biokraftstoffe
Ethanol profitiert von Erhöhung der Benzinsteuer
Verteuerung von herkömmlichem Kraftstoff dürfte Nachfrage nach Biosprit nach oben treiben
Multinationale Konzerne beherrschen 90% des brasilianischen Zucker­ und Ethanolmarktes
Familienbetriebe sterben aus, weil sie zu viele Schulden und zu wenig Geld für Investitionen haben
Kurzmeldung / Statistik
Industrie fürchtet, dass Steuererhöhungen den Investitionen schaden
Steuerlast der Industrie beträgt laut Firjan bereits 45,4% ihrer Wirtschaftsleistung
Tabellen
Statistiken über die brasilianische Wirtschaft 

25 Januar 2015

Benzinpreise in Brasilien vor der Erhöhung durch die trotz gegenteiliger Wahlversprechen angekündigte Steuererhöhung

3,569 R$ kostete mich heute der Liter Normalbenzin in Frade im Bundesstaat Rio de Janeiro

In Taubaté im Bundesstaat São Paulo tankte ich einige Stunden später für 2,899 R$ pro Liter

In São Paulo sah ich dann, dass Normalbenzin hier 3,299 R$ pro Liter kostet, aber ich brauchte nur Wasser zu kaufen, um den Durst von Frau und Hund zu löschen

17 Januar 2015

Divergenz

Das sagt man z. B. zu Linien, die auseinander streben, im Gegensatz zur Konvergenz. Der Export Chinas und Brasiliens wird durch solche divergierenden Linien charakterisiert. 1980 exportierte Brasilien im Werte von 20 Mrd. US$, Chinas Export erreichte 18 Mrd. US$. 2014 exportierte Brasilien für 225 Mrd. US$ Waren und Dienstleistungen, eine schöne Steigerung. Oder doch nicht? China exportierte nur im Dezember 2014 im Werte von 227 Mrd. US$! Also in einem Monat mehr als Brasilien im ganzen Jahr. Das kann man wirklich eine schöne Steigerung nennen!

Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Industrie leidet

Der Kostendruck in Brasilien ist immens. Früher hat das in Deutschland zu ständigen Kostensenkungsaktivitäten geführt. Dazu sollte man den FAZ-Artikel Weichwährung Euro von HOLGER STELTZNER von heute lesen, in dem u.a. die Sätze "In der Vergangenheit wirkten die ständigen Aufwertungen der D-Mark wie eine Produktivitätspeitsche, die Unternehmen zu noch mehr Innovation und Effizienz trieb. Das war zwar unbequem, im Ergebnis aber erfolgreich, weil dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft fortlaufend stieg." stehen.

Der früher überbewertete R$ hat in den letzten Monaten stark an Wert verloren, wie der Euro in den letzten Tagen und Wochen. Dazu schreibt Holger Steltzner "Ein Abwertungswettlauf am Devisenmarkt führt nicht selten zu Wirtschaftskrisen.". Wie wahr!

Als der R$ noch stark war, hat das leider keine Rationalisierungmaßnahmen in unserer brasilianischen Industrie erzwungen, sondern eine Hinwendung zum Import. Dadurch sanken die Stückzahlen der hiesigen Industrie, was die Kosten weiter nach oben trieb - ein Teufelskreislauf, unterstützt von der Regierung, die nur auf - durch Kredite finanzierten - Konsum für den "kleinen Mann" aus war, weil dies Wählerstimmen brachte. Das rächt sich heute.

Wie sieht es mit dem Kostendruck aus? Die Stahlpreise zogen trotz der fallenden Eisenerzpreise zu Anfang des Jahres 2015 um 4 bis 8 % an, Elektroenergie wird bald um 30 % teurer (die politische Preissenkung im letzten Jahr vor den Wahlen hat die Energieerzeugungsstruktur nachhaltig beeinträchtigt) und die Preise für unser Erdöl und seine Derivate sind offensichtlich abgekoppelt von der Preisentwicklung am Weltmarkt. Dazu kommen die hohen Bestände der Industrie, die in der Autoindustrie schon zu Streiks und, im Falle von VW zurückgenommenen, Entlassungen führten.

In diesem Jahr wird es wohl schwerlich zu einer Erholung der Industrie kommen, denn der starke Dollar macht unsere Einfuhren teurer und z.B. die Chemieindustrie hängt stark von Importen auf Dollarbasis ab. Sie wird ausserdem von der Wasserknappheit bedroht, die vor allem durch gestaffelte Preise zur Verbrauchssenkung bekämpft werden soll. Ich erinnere an den Witz, dass Sand in der Sahara fehlen wird, wenn dort die Sozialisten die Verwaltung übernehmen. Es ist das alte Lied, der Mangel wird verwaltet, aber nicht beseitigt. Der Wassermangel hat übrigens auch dazu geführt, dass die teuren Thermokraftwerke eingesetzt werden müssen, weil die Wasserkraftwerke zu wenig Energie  erzeugen.

Gestern kam ich nach Brasilien zurück und erfuhr, dass einige meiner Mitarbeiter für 29 h ununterbrochen ohne Strom auskommen mussten und dass die, die im Norden São Paulos wohnen, tagelang ohne Wasserversorgung. Was privat unbequem ist, ist für die Industrie untragbar.

Disen Vergleich hat CNI veröffentlicht:
Willkommen auf dem vorletzten Platz!

14 Januar 2015

Brasilien - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ... für Banken

Bedingungen für einen Kredit an ein Unternehmen, welches damit ein Auto bezahlen möchte:
Produto:
Giro Protegido
Valor do crédito:
R$ 50.000,00 (95,00% do valor total financiado)
Valor total financiado:
R$ 52.630,62 (100,00% do valor total financiado)
Quantidade de parcelas:
24
Periodicidade de capitalização:
MENSAL
Vencimento da 1a. parcela:
15/02/2015
Valor da parcela:
R$ 2.950,20
Taxa de juros remuneratórios:
2,48% ao mês (30 dias) e 34,17% ao ano (360 dias)
Custo efetivo total(CET):
2,94% ao mês(30 dias) e 42,30% ao ano (365 dias)
Valor do IOF:
R$ 843,00 (1,60% do valor total financiado)
Valor do seguro:
R$ 1.287,62 (2,45% do valor total financiado)
Valor da tarifa de contratação:
R$ 500,00 (0,95% do valor total financiado)
Der Autoverkäufer erhält 50.000 R$ und die Bank innerhalb von 2 Jahren 70.804,80 R$, d.h. der Kredit wird mit 20.804,80 R$ honoriert, was laut Aufstellung 42,30 % pro Jahr bedeutet. Es macht richtig Spaß, in Brasilien Geschäfte zu machen ... wenn man auf der richtigen Seite des Schreibtisches sitzt! Oder Politiker ist? Die es leider zulassen, dass die Inflation bei fast 7 % im Jahr angelangt ist und sie mit einer Hochzinspolitik bekämpft wird!

13 Januar 2015

Der EURO ist in US-DOLLAR kein TEURO mehr

Der R$ verliert an Wert gegenüber dem US-Dollar, 1 US$ kostet schon 2,70 R$


Der Euro kann diese Wertsteigerung des Dollars nicht begleiten, was für den deutschen Export gut ist

Gegenüber dem US-Dollar verliert der Euro erheblich an Wert; Pech für Urlauber, die sich die USA als Reiseziel ausgesucht haben

12 Januar 2015

Eine Arbeiterparteiregierung muss für Arbeiter nicht unbedingt gut sein

Denn auch sie konnte nicht verhindern, dass Mercedes und VW in São Bernado ca. 1.000 Mitarbeiter entlassen mussten, weil der Absatz zurück ging und damit die Produktion gedrosselt werden musste. Dagegen protestierten heute 6.500 Menschen:
Quelle: NILTON FUKUDA/ESTADÃO
Ob die Unterstützung der aktuellen Streiks bei den Autofirmen durch die Demonstranten den Absatz ankurbelt, sei dahingestellt. Besser wäre es wahrscheinlich, den Protest gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zu richten. Insgesamt wurden 12.400 Mitarbeiter der Kfz-Industrie in 2014 entlassen und die amtierende Präsidentin trotzdem wiedergewählt.

Auch in Deutschland gibt es Anlass, gegen die Regierung zu demonstrieren. Hier gibt es jetzt nämlich die sehr sinnvolle Regelung, dass z.B. LKW-Fahrer aus dem Ausland, die durch Deutschland hindurchfahren, während des Transits den in Deutschland gültigen Mindestlohn erhalten müssen. Und dass dem so ist, muss natürlich nachgewiesen werden. Oh, heiliger Bürokratius, was hast du aus dem ehemaligen Wirtschaftswunderland gemacht! 

04 Januar 2015

Die ersten Brasiliennachrichten in 2015

Rousseff will Brasilien zum “Bildungsland” machen 
02.01.15
In ihrer Rede zum Amtsantritt zu ihrer zweiten Legislaturperiode hat die neue und alte Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, am 01.01.2015 den Fahrplan der Regierung dargelegt. Demnach gehören Bildung, die Anhebung der Wirtschaftsleistung, die Bekämpfung der Korruption […] Weiterlesen...
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Brasilien: Rousseff tritt neue Amtsperiode in Brasilien an 
02.01.15
“Marktfreundlichere Politik und die Verbesserung der Beziehungen zu den USA – um diese Themen soll es in der zweiten Amtszeit von Brasiliens Präsidentin Rousseff gehen.” (dw.de) Mehr auf der Internetseite der […] Weiterlesen...
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Lateinamerika: Konservative Kehrtwende in Brasilien 
01.01.15
“Als Dilma Rousseff 2011 in den Regierungspalast einzog, schrieb sie als erste Präsidentin Brasiliens Geschichte. Nun legt sie zum zweiten Mal ihren Amtseid ab. Doch die Aufbruchsstimmung von damals ist verflogen.” (dw.de) Mehr auf der Internetseite der […] Weiterlesen...
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Stromkunden mussten 2014 deutlich draufzahlen 
31.12.14
Das Jahr 2014 wird bei Stromkunden nicht als Jahr der Freude in Erinnerung bleiben. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten und dem Wassermangel, der den Energiepreis erhöht hat, waren die Tariferhöhungen auf die Konten für Licht hoch und erreichten einen […] Weiterlesen...
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Fazit 2014: Kaum Wachstum und eine hohe Inflation 
31.12.14
Ein Wachstum nahe zwei Prozent und eine Inflation von 5,97 Prozent. Das waren die Vorhersagen der Finanzinstitute im Januar dieses Jahres für die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr. Nach den jüngsten Erkenntnissen allerdings wird das Land […] Weiterlesen...
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Rousseff kündigt weitere neue Minister an 
30.12.14
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat kürzlich eine Liste mit weiteren sieben Ministern bekanntgegeben, die im zweiten Mandat ihrer Regierung verantwortlich sein werden. Dabei wurden vier neue Minister angekündigt und drei werden die Ministerien wechseln. Der […] Weiterlesen...
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Rousseff: höchstes Haushaltsdefizit in der Geschichte 
30.12.14
Die Konten von Präsidentin Dilma Rousseff sind im November weiterhin im roten Bereich geblieben. Das sogenannte Konto „Regierung Zentral“ (Staatskasse, Zentralbank und Sozialversicherung) verzeichneten im vergangenen Monat ein Defizit von 6,711 Milliarden Reais – das schlechteste Ergebnis […] Weiterlesen...
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Weihnachten: Umsätze gehen um 1,7 Prozent zurück 
29.12.14
Vom 18. Dezember bis zum 24. Dezember 2014 sind die Umsätze im Weihnachtsgeschäft im ganzen Land Brasilien um 1,7 Prozent gesunken, so teilte das Unternehmen Serasa Experian mit. Dieses Ergebnis sei das schlechteste seit dem Jahr 2003. Am Wochenende […] Weiterlesen...
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Petrobras: Rückgang der Erdölproduktion im November 
29.12.14
Das brasilianische Erdölunternehmen Petrobras produzierte im November dieses Jahres im Tagesdurchschnitt 2,11 Millionen Barrel Erdöl, was einen leichten Rückgang zum Vormonat bedeutet, in dem 2,13 Millionen Barrel produziert wurden. Dieser Rückgang sei […] Weiterlesen...
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Schwellenländer: Währungen unter Druck 
27.12.14
“Nicht nur der Rubel hat Schwierigkeiten. Viele Schwellenländer-Währungen senden aktuell negative Signale. Ein renommierter Experte warnt jetzt vor Krisengefahr und sieht den entscheidenden Faktor in der US-Wirtschaft.” (handelsblatt.com) Mehr auf der Internetseite von […] Weiterlesen...
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Marode Infrastruktur hemmt Brasiliens Wirtschaft

www.dw.de - ‎02.01.2015‎
Brasilien Infrastruktur ist marode. Öffentliche Investitionen müssten in vielen Bereichen dringend erhöht werden. Doch die Regierung setzt auf Sparpläne mit festen Zielvorgaben, das soll den Haushalt sanieren und Investoren anlocken. Viele Brasilianer ...

Brasilien - Venezuela: Biden fordert Freilassung aller politischen Gefangenen

agência latinapress - ‎vor 22 Stunden‎
Dilma Rousseff hat in Brasilien ihre zweite Amtsperiode als Staatschefin angetreten und wurde am 1. Januar im Parlament in Brasília vereidigt. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich US-Vizepräsident Joe Biden und Venezuelas Staatsoberhaupt ...

Abhöraffäre: Treffen von Dilma Rousseff und Joe Biden in Brasilien

T-Online - ‎02.01.2015‎
Washington (dpa) - Mehr als ein Jahr nach der Abhöraffäre um Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff hat sich US-Vizepräsident Joe Biden in Brasília für eine Wiederannäherung beider Länder eingesetzt.

Konservative Kehrtwende in Brasilien

www.dw.de - ‎31.12.2014‎
Konservative Kehrtwende in Brasilien. Als Dilma Rousseff 2011 in den Regierungspalast einzog, schrieb sie als erste Präsidentin Brasiliens Geschichte. Nun hat sie zum zweiten Mal ihren Amtseid abgelegt. Doch die Aufbruchsstimmung von damals ist ...

Automarkt: Starke Nachfrage nach deutschen Premiumautos in Brasilien

WirtschaftsWoche - ‎03.01.2015‎
"Hier ist Feuer unterm Kessel", sagte Jörg Hofmann, Brasilien-Chef von Audi, der WirtschaftsWoche. Audi konnte in diesem Jahr seinen Absatz in Brasilien mehr als verdoppeln, das Land wächst unter den 20 größten Märkten Audis weltweit am schnellsten.

Brasilien und Venezuela wollen gemeinsam für Integration wirken

amerika21.de - ‎vor 3 Stunden‎
Brasília. Die Staatschefs Brasiliens und Venezuelas, Dilma Rousseff und Nicolás Maduro, sind am vergangenen Freitag in der brasilianischen Hauptstadt zu einem Gespräch zusammengetroffen. Es war das erste Treffen der Präsidentin Brasiliensmit einem ...

Drei-Schluchten-Staudamm erzielt Weltrekord bei Stromproduktion

FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - ‎03.01.2015‎
Die 32 Turbinen des chinesischen Staudamms haben zusammengenommen eine Kapazität von 22,5 Millionen Kilowatt - ein Drittel mehr als der von Brasilien und Paraguay betriebene Itaipu-Staudamm am Paraná-Fluss und so viel wie rund 15 moderne ..