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22 April 2011

Ist Brasilien ein Entwicklungsland?

Wenn man an die Reden des Dilma-Vorgängers denkt, sicher nicht, denn wer die Welt mit seiner Weisheit beglücken und zusätzlich von Hunger und Armut befreien will, kommt sicher aus einem wichtigen Land. Und dass Brasilien wirklich wichtig ist, merkt man jeden Tag deutlicher. Die brasilianische Petrobrás ist laut Forbes - Liste die achtgrösste Firma der Welt, Bradesco folgt als Nummer 53 einer Liste von 2.000 Unternehmen in 62 Ländern. 37 davon sind brasilianisch, 18 mexikanisch, 9 chilenisch, 6 kolumbisch, 4 venezolanisch, 2 peruanisch und eine panamaisch. Brasilien führt also unbestritten in Lateinamerika. Dies sind die brasilianischen Firmen der Liste, die Zahl hinter der Firma ist der Rang auf der Forbes-Liste:

  1. Petrobrás 8
  2. Bradesco 46
  3. Vale 53
  4. Itaúsa 122
  5. Oí 445
  6. CSN 551
  7. Usiminas 579
  8. Eletrobrás 614
  9. Cemig 671
  10. Gerdau 695
  11. Companhia Brasileira de Distribuição 731
  12. JBS 766
  13. Ultrapar 797
  14. Braskem 815
  15. CPFL 845
  16. BRF Brasil Foods 941
  17. Bovespa 953
  18. Redecard 1.005
  19. Sabesp 1.142
  20. Cielo 1.174
  21. Embraer 1.178
  22. Fibria Celulose 1.239
  23. Porto Seguro 1.400
  24. Natura 1.412
  25. Banrisul 1.438
  26. Bradespar 1.458
  27. CCR 1.459
  28. TAM 1.487
  29. Copel 1.490
  30. Cosan 1.496
  31. OGX 1.545
  32. Suzao Papel e Celulose 1.656
  33. CESP 1.660
  34. Sul America 1.710
  35. Marfig Group 1.730
  36. WEG 1.822
Um ein Gefühl für Grössenordnungen zu bekommen, sei erwähnt, dass die letzte Firma dieser Liste, die von deutschen Auswanderern in Jaraguá do Sul in Santa Catarina gegründete WEG, weltweit ca. 25.000 Mitarbeiter hat. Bradesco steht übrigens hinter Siemens und vor Apple.

Und ein solches Land, welches einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat beansprucht, sagt auf einmal, nein, wir sind keine Grossmacht, auch kein Schwellenland, nein, wir sind ein Entwicklungsland. Wie China, nebenbei bemerkt, grösster Exporteur der Welt mit ständigem Sitz im UNO-Sicherheitsrat und Empfänger von Entwicklungshilfe der Bundesrepublik Deutschland, bis vor kurzem Exportweltmeister. Und warum macht sich Brasilien kleiner als es ist? Weil die bösen, bösen USA ein Welthandelsabkommen nur unterzeichnen wollen, wenn das arme, arme Brasilien nicht nur exportieren will, sonder auch weiter importiert, aber zum Nulltarif. Das heisst, die USA verlangen, dass Brasilien für 3.200 industrielle Produktlinien den Importzoll herabsetzt oder entfallen lässt. Nur dann ist man bereit, die USA für landwirtschaftliche Produkte aus Brasilien weiter zu öffnen als heute. Und über diese Frage wird seit 10 Jahren diskutiert und immer noch ist kein Ergebnis erzielt worden, denn auch China und Indien wollen auf ihren Entwicklungslandstatus nicht verzichten.

Um die Position Chinas als Entwicklungsland zu unterstreichen, will ich die ersten 10 Länder obiger Forbes - Liste aufführen:
  1. JM Morgan Chase - USA
  2. HSBC - Grossbritannien
  3. GE - USA
  4. Exxon Mobil - USA
  5. Royal Dutch Shell - Holland
  6. PetroChina - China
  7. ICBC - China
  8. Petrobrás - Brasilien
  9. Berkshire Hathaway - USA
  10. Citigroup - USA
Noch eine Frage? Es wäre sicher besser, Brasiliens Industrie schneller über durch Zinssenkungen erschwingliche Investitionen international wettbewerbsfähig zu machen, die durch Korruption umgeleiteten Gelder in die Infrastruktur zu stecken, die Bürokratie im Zollwesen Brasiliens zu eliminieren und alle anderen nötigen Reformen voranzutreiben, als zu lamentieren und immer auf das politisch Korrekte zu schielen. Manchmal ist das politisch Nötige wesentlich wichtiger (und "richtiger")!

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