23 August 2019

Heuchler aller Länder, vereinigt euch und löscht die Waldbrände in Brasilien!

Oder wie wir Berliner sagen:

Haut se Haut se
Haut se in de die Schnauze
Haut se Haut se
Haut se ins Jesicht
Haut se mit vajnichtem Sinn
immer in de Fresse rin

Gemeint ist dabei natürlich der Paria dieser Welt, Jair Bolsonaro. Und warum?

Vordergründig, weil er verantwortlich gemacht wird für die Waldbrände im Amazonasgebiet. Und die Bilder dazu sind erschreckend genug. Trotzdem stellen sich einige Fragen. Was machen zum Bespiel die Ministerpräsidenten (Gouverneure) der betroffenen Bundesstaaten?

Acre: Gladson Cameli (PP)
Amapá: Waldez Góes (PDT)
Amazonas: Wilson Lima (PSC)
Maranhão: Flávio Dino (PCdoB)
Mato Grosso: Mauro Mendes (DEM)
Pará: Helder Zahluth Barbalho (MDB)
Rondônia: Marcos Rocha (PSL)
Roraima: Antonio Denarium (PLS)
Tocantins: Mauro Carlesse (DEM)

Zunächst haben sie eine Erklärung abgegeben: „Der Amazonas-Block bedauert, dass die Position der brasilianischen Regierung die Aussetzung der Zuwendungen (Norwegens und Deutschlands) verursacht haben. Wir, die Gouverneure von Amazon Legal, sind bedingungslose Verteidiger des Amazon-Fonds “ heißt es in der Mitteilung des Gouverneurs von Amapá, Waldez Góes, Präsident des Interstate Consortium of Sustainable Development von Amazon Legal - einer Gruppe, die sich aus den Regierungen von Acre, Amapá, Amazonas, Maranhão, Mato Grosso, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins zusammensetzt.

Und hintergründig? Sehen wir uns jetzt die Fakten an. Wieviele Waldbrände gibt und gab es in der Region?

Ob das der französische Präsident weiß? Oder Frau Dr. Merkel, die als Naturwissenschaftlerin ja hoffentlich nur mit Fakten und nicht mit Meinungen arbeitet? Hoffnung besteht, siehe diese Schlagzeile aus der FAZ von heute:

An dieser Stelle danke ich Robson Medeiros für den Hinweis auf die gezeigten Graphiken.

Was sagt denn die Presse in Brasilien?
Tut mir Leid, falsches Datum, dieser Artikel ANZAHL DER BRANDHERDE WÄCHST 53% IN 5 JAHREN, SAGT INPE ist vom 11.8.2012, da war noch Dilma Präsidentin.

Wieder daneben gegriffen, dieser Artikel BRASILIEN REGISTRIERT REKORDANZAHL VON BRANDHERDEN AM JAHRESANFANG, SAGT INPE  ist vom 12.3.2015, also noch mal Dilma.

Wieder Pech gehabt, der Artikel BRASILIEN HATTE 70% MEHR BRANDHERDE IN 2014 ALS IM VORJAHR, ZEIGT INPE AN ist vom 17.10.2014, wieder Dilma.

Und wieder ist Bolsonaro außen vor und es trifft Temer. Der Artikel BRASILIEN BEENDET 2017 MIT EINER REKORDANZAHL VON BRANDHERDEN SEIT 1999 ist vom 18.12.2017 und führt aus, dass 272.000 Brandherde ausgemacht wurden, 46% mehr als im Vorjahr.

Jetzt wird es Zeit, darauf hinzuweisen, dass ich ein absoluter Gegner von kriminellen oder fahrlässigen Wald- und sonstigen Bränden bin. Aber wer Brasilien nicht kennt, sollte sich erstmal schlau machen, wie man legitim und mit den vorhandenen Mitteln in einem tropischen Land rodet. 

Und wer als Franzose von Umweltschutz redet, sollte sich daran erinnern, dass Frankreich von 1966 bis 1996 insgesamt 193 Nukleartests in seiner Kolonie (!) Französisch - Polynesien durchgeführt hat und die Bevölkerung von Tahiti einer Strahlenbelastung ausgesetzt hat, die 500mal stärker als die zugelassene Höchstbestrahlung war. Auf den Atollen von Mururoa und Fangataufa sollen heute noch 3.200 to radioaktives Material lagern.

Lesen Sie doch mal diesen Artikel über Umweltschutz à la Republique Française: Touristische Brachflächen in Französisch-Polynesien. Kleines Zitat aus dem Artikel: "Auch wenn die Vegetation in den feuchten Tropen rasch Raum zurückgewinnt, wird die Aufmerksamkeit des achtsamen Beobachters dadurch gefesselt, dass die stillgelegten touristischen Betriebe den öffentlichen Zugang zu beachtlichen Flächen versperren und besonders den Zugang zum Meer einschränken, was soziale Reibungen mit sich bringt, die weit über die Frage nach der touristischen Tragfähigkeit hinausgehen.

Meiner Meinung nach ist der Widerstand der französischen und deutschen Regierung vor allem auf den Einfluß der Agrarlobby dieser Länder und auf die Angst der CDU/CSU vor den Grünen zurückzuführen. Die augenblicklichen Waldbrände sind ein willkommener Anlass, gegen das Freihandelsabkommen Mercosul - EU zu polemisieren, weil man in Europa die starke und äußerst produktive Landwirtschaft Brasiliens fürchtet. Ich wage die Prognose, dass die Welt in der Zukunft Schlange stehen wird, um Nahrungsmittel aus Brasilien kaufen zu dürfen, wenn diese im eigenen Land knapp werden.

Was, wie gesagt, nicht heißen soll, dass die Waldbrände in Brasilien nicht bekämpft werden müssen. Ganz im Gegenteil! Aber ich erinnere mich genau, dass ich schon vor 20 Jahren auf einem Flug von São Paulo nach Corumbá mit meiner Frau nach Cuiabá umgeleitet wurde und wir erst nach vier Stunden Aufenthalt zum ursprünglichen Ziel fliegen konnten, weil dunkle Rauchwolken das Fliegen verhinderten. Und damals war Bolsonaro noch nicht Präsident. Der sich übrigens auch nach meiner Meinung sehr ungeschickt auf dem diplomatischen Parkett bewegt, daran will ich auch keinen Zweifel lassen. Sie kennen ja den Witz: "Mein Mann ist ein Geschickter", sagte die Frau des Botschafters. Ihr Gesprächspartner half ihr sprachlich: "Ihr Mann ist ein Gesandter, Gnädigste, aber kein geschickter."

Und wir sollten auch nicht vergessen, wenn schon Brasilien an den Pranger gestellt wird, dass gleichzeitig ein Gebiet von ca. 4.100 Quadratkilometern in Bolivien brennt. Das entspricht ungefähr einem Quadrat von 64 km x 64 km. Aber Bolivien hat ja einen sozialistischen Präsidenten, deshalb kommt das Land wohl in der veröffentlichen Meinung ungeschoren davon.

Zum Schluß die dringende Empfehlung an Regierende und Regierte, lest dieses Buch!

Auch lesenswert: ENTWALDUNG

Auszug aus obigem Wikepedia-Artikel: "Unter natürlichen Umständen wären Deutschlands Landflächen annähernd vollständig mit Wald bedeckt; heute ist der bewaldete Anteil auf etwa ein Drittel geschrumpft. Dies ist im Wesentlichen auf direkte menschliche Aktivitäten (v. a. Rodungen) zurückzuführen. ... Zeugen einer irreversiblen Entwaldung in Deutschland durch Übernutzung sind bis heute die Heideflächen Norddeutschlands."

20 August 2019

Die Wahrheit über Brasilien


19 August 2019

Norwegen erzieht Brasilien in Sachen Regenwald

40% der bisherigen Zuwendungen Norwegens gehen an NGOs, die hoffentlich wirklich am Regenwald und seiner Erhaltung interessiert sind. Das Interesse Norwegens an der Erhaltung der Wale ist nicht ganz so groß, siehe diesen Link (allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Film das Töten von Walen auf den Färöer zeigt, die zu Dänemark gehören). Und was das am Regenwald angeht, sollte man wissen, dass laut Felipe Fiamenghi
  • der sogenannte "Fundo Amazônia" während der Amtszeit Lulas geschaffen wurde, um Geld für den Schutz des Regenwaldes zu erhalten
  • 93,8% der Gelder aus Norwegen stammen
  • Norwegen Mehrheitsgesellschafter der Bergbaugesellschaft Hydro ist, die in Amazonien agiert und mehr als zweitausend Prozesse wegen Verletzung der Umweltschutzgesetzgebung am Hals haben soll
  • Hydro der brasilianischen Regierung mehr als 14 Mio. R$ unbezahlter Umweltstrafen schulde, u.a. wegen Auslaufens von Giftschlamm in Pará
Das Landnutzungsgesetz im Amazonasgebiet ist eines der restriktivsten der Welt. Während im Süden und Südosten ein Grundeigentümer 20% des einheimischen Waldes auf seinem Besitz erhalten muss, sind es im Norden 80%. Das heißt, von einem Grundstück von 100 Hektar sind nur 20 Hektar für seinen Eigentümer nutzbar. Die Entwaldung dieser 20 Hektar ist gesetzlich erlaubt.

Seit 519 Jahren - Brasilien wurde 1500 entdeckt/erobert/kolonisiert - seien nur 8% der ursprünglichen Vegetation verloren gegangen, ganz im Gegensatz zu Europa! Deshalb auch die Frage vieler Brasilianer, warum Norwegen sein Geld nicht für Wiederaufforstungsprojekte in Europa ausgibt.


Ich empfehle dringend den gutgläubigen Gutmenschen dieser Erde die Lektüre des Buches FACTFULNESS - WIE WIR LERNEN, DIE WELT SO ZU SEHEN, WIE SIE WIRKLICH IST. Die Autoren sind Hans Rosling, Anna Rosling Rönnlund und Ola Rosling. Erschienen ist es bei Ullstein.


Dieser Film zeigt ein ganz anderes Brasilien, nicht wiedererkennbar, wenn man die deutschen Medien und ihre Berichterstattung zum Vergleich heranzieht:


Und wer Portugiesisch versteht, sollte unbedingt hören, was Evaristo de Miranda, Chef der  EMPRAPA TERRITORIAL über das Thema zu sagen hat. Klicken in diesen LINK! Es lohnt sich wirklich. Er hat auch ein Buch darüber geschrieben, siehe Foto links.
Oder sehen Sie sich einen Film über São Paulo an, der diese Stadt nicht heruntermacht, sondern die einzigartige Stellung unter den Metropolen Südamerikas hervorhebt! Klicken Sie in diesen Link, Sie werden es nicht bereuen, mehr über die größte Stadt Südamerikas zu erfahren.

10 August 2019

Der Buhmann der Nation

Diesen Titel kann Bolsonaro wohl in Anspruch nehmen, aber welcher Nation? Der deutschen Nation natürlich! Die FAZ hat ihren Anteil daran, ihre Journalisten sind sich nur noch nicht einig, ob der brasilianische Präsident rechtspopulistisch oder ultrarechts ist:



Die zitierte massive Beschleunigung der Regenwaldzerstörung unter Bolsonaro wird propagiert, ohne die Fakten näher zu untersuchen. Das tut aber ein Biologe in einem Artikel von heute im O ESTADO DE SÃO PAULO:


Und er zeigt zwei Tabellen, die ein differenziertes Bild zeigen, denn in den ersten 5 bzw. 4 Monaten der Amtszeit Bolsonaros ist die Abholzung zurückgegangen:



Wer Portugiesisch versteht, sollte den Artikel von Fernando Reinach lesen und mit den reißerischen Artikeln der FAZ vergleichen. Und man mag Bolsonaro mögen oder nicht, er hat völlig recht, wenn er sagt, dass (nicht nur) die Europäer ihre Umweltsysteme aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Was macht denn Deutschland zum Beispiel gegen das Waldsterben in meinem Heimatland? Und ist dieses "an den Pranger stellen" nicht auch darauf zurückzuführen, dass die Grünen als Partei in Deutschland schon zweitstärkste Kraft sind und vielleicht bald auch die CDU/CSU überholen werden? Und dass die europäische Agrarlobby Brasiliens Landwirtschaft fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, vor allem nach der Aussicht, dass das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosul ratifiziert wird? Und dass interessierte Kräfte verhindern wollen, dass Brasilien die Bodenschätze des Amazonasgebietes nutzt?

Das schreiben Brasilianer im Internet zum Thema Amazonas:

BOLSONARO TÁ DE     👁       👀👁👀👁👀👁👀👁👀👁  💣💣💣💣💣💣💣💣💣💣

👍VOCÊ certamente sabe que a maior reserva de petróleo do mundo é da Venezuela, certo!?
Porém,  você sabia que o maior poço de petróleo da Venezuela, o Santa Elena, fica na fronteira com o Brasil, no Estado de Roraima?
Pois é!!! Isso mesmo !!!
Mas, provavelmente, você não sabia que a parte da Venezuela representa apenas .....30% dessa bacia de petróleo e .....
os 70% está onde!?
No Brasil !!!🇧🇷🇧🇷🇧🇷

Entende agora o porquê de Bolsonaro dizer que Roraima deveria ser o estado mais rico do Brasil?!?!

Outra curiosidade:
A maior bacia de gás do mundo está em Moçambique, com 80 TF e a segunda maior do mundo está no Brasil, precisamente no estado do Paraná, fronteira com o Paraguai, com 70 TF. Essa bacia representa o fornecimento de gás para todos os países da Europa por 100 anos!!!
Mas, estranhamente, em 2012, Dilma decretou área de proteção ambiental toda a área do Paraná.

😳Caiu a ficha agora?

Entenda agora o porquê do BNDES ter financiado a construção do Porto de Mariel em Cuba.

O nióbio é transportado ilegalmente para a Venezuela, depois, via Cuba, chega à China e Rússia. Simples assim.
Agora dá para compreender o porquê  de o PT ter transformado o local em uma reserva indígena???😡

Complementando, vamos refletir:

POR QUE NÃO HÁ  TANTAS ONGs ESTRAGEIRAS NO NORDESTE SECO COMO HÁ  NA AMAZÔNIA?

Você consegue entender isso?

Vítimas da seca!
Quantos? 10 milhões.
Sujeitos à fome?   Sim.
Passam sede?       Sim.
Subnutrição?        Sim.

ONGs estrangeiras ajudando: NENHUMA😡

Índios da Amazônia.
Quantos?        230 mil
Sujeitos à fome?   Não
Passam sede?       Não
Subnutrição?        Não
ONGs estrangeiras ajudando: 350 😱

Provável explicação:
A Amazônia tem ouro, nióbio, petróleo, as maiores jazidas de manganês e ferro do mundo, diamante, esmeraldas, rubis, cobre, zinco, prata, a maior biodiversidade do planeta (o que pode gerar grandes lucros aos laboratórios estrangeiros), madeira nobre e outras inúmeras riquezas que somam 14 trilhões de dólares.

O nordeste não tem tanta riqueza mineral, por isso lá não há ONGs estrangeiras ajudando os necessitados e famintos.

🤔Tente entender:
Há mais ONGs estrangeiras, indigenistas e ambientalistas na Amazônia brasileira do que em todo o continente africano, que sofre com a fome, a sede, as guerras civis, as epidemias de AIDS e Ebola, os massacres e as minas terrestres !!!!

Agora, uma pergunta:

🙄Você não acha isso, no mínimo, muito suspeito?
É uma reflexão interessante ou não é?

👍Que tal repassar para que outros brasileiros saibam ?!

🇧🇷Brasil acima de tudo.
 🙌🙌🙌🙌👏👏👏👏


07 August 2019

Marktforschung in Brasilien

Sind Sie auf der Suche nach zuverlässigen Informationen? Wenn ja, klicken Sie in LINK! Jetzt brauchen Sie mich nur noch anzusprechen!
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Mut zur Lücke oder wie man durch Weglassen seinen Unmut ausdrückt

Ich will nicht vertiefen, warum der Chef des INPE von Bolsonaro entlassen wurde, aber die Überschrift dieses Artikels, die stellvertretend für viele andere steht, schlägt dem Fass den Boden aus:


LINK zum Artikel
NACH DER ENTLASSUNG DES PHYSIKERS ERNENNT DER MINISTER EINEN MILITÄR ALS ÜBERGANGSDIREKTOR DES INPE  schreibt Luciana Amaral von UOL als Überschrift und erklärt erst unten im Artikel die sonstigen Qualifikationen des Militärs. Dieser, Damião, hat einen Abschluss in Luftfahrtwissenschaften von der Air Force Academy, einen MBA in Unternehmensführung vom ITA (Technological Institute of Aeronautics), einen Master in Fernerkundung von INPE und einen Doktortitel in nachhaltiger Entwicklung von der UnB (Universität von Brasilien).

Hätte man das nicht schon in der Überschrift durchklingen lassen können? Aber die Autorin kennt wahrscheinlich auch nicht das Leitmotiv SEMPER FIDELIS des United States Marine Corps. Dann wüsste sie nämlich, warum der Vorgänger Damiãos entlassen wurde und hätte eventuell eine andere Schlagzeile gewählt.

Schlechtes aus Brasilien

Jetzt erwarten Sie sicher Kritik an der Regierung Bolsonaro?! Falsch, ich bin als Vertreter des Volkes der Dichter und Denker mehr besorgt um Goethe, der sich wahrscheinlich gerade im Grab umdreht. Anlass dazu ist die Veranstaltung O CU É LINDO im Goethe-Institut in Salvador, der Haupstadt Bahias. Diese Veranstaltung, auf Deutsch DAS ARSCHLOCH IST SCHÖN, wird vom Kultusministerium des Bundeslandes, welches vom Ministerpräsidenten Rui Costa, Mitglied der Arbeiterpartei PT Lulas, "regiert" wird, finanziell mit 131.000 R$ unterstützt.


Die Fotos der Ausstellung zeige ich Ihnen lieber nicht. Wer wissen will, was der "Künstler" dort darbietet, kann sich ja auf einen Spiegel setzen. Armes Deutschland, welches vom Goetheinstitut so schlecht repräsentiert wird. Aber das hat wohl Tradition, siehe z.B. den Artikel WIE WIR LERNTEN, UNS ÜBER SCHEISSE ZU EMPÖREN.

Aber ich bin ja lernfähig. Wenn das das Thema der Zukunft ist, sollten wir das Institut REICHSRITTER GÖTZ VON BERLICHINGEN - DER MANN MIT DER EISERNEN ZUNGE kreieren, Lula zu seinem Präsidenten ernennen und alles Weitere der PT überlassen. Die hat Brasilien schon einmal in die Scheiße hineingeritten und ist deshalb mit diesem Befähigungsnachweis prädestiniert für eine solche Aufgabe. Und Herrn Goethe bitte ich um Entschuldigung für meine rüden Worte.

06 August 2019

Gutes aus Brasilien

liest man selten, wenn man politisch korrekte Medien zur Information benutzt. Aber wie "politisch korrekt" vermuten läßt, ist das "politisch Korrekte" eben nur politisch korrekt, aber unter dem Gesichtspunkt der Logik betrachtet schlichtweg falsch. Wäre dem nicht so, könnte man ja gleich "korrekt" sagen und der Zusatz "politisch" wäre überflüssig. "Politisch korrekt" ist schlicht das Gegenteil vom Richtigen, welches man aber nicht sagen darf, weil es gegen die herrschenden Regeln verstößt. Und welche Regeln dies sind, bestimmt ... ja, wer bestimmt diese eigentlich? Die Linke? Die Medien? Künstler und Intellektuelle?

Ich weiß es nicht und brauche es auch nicht zu wissen. Mir reicht meine Logik als Ingenieur. Und das Volk der Dichter und Denker, dem ich angehöre, hat mit Nietzsche, Kant, Leibniz, Schopenhauer, ja, selbst Marx und Engels, Philosophen hervorgebracht, die sagten und schrieben, was sie dachten und nicht wie die Katze um den heißen Brei herumschlichen, wenn es um die Wahrheit und die Realität ging. Wobei es eine absolute Wahrheit manchmal nicht gibt oder sie von uns nicht immer erkennbar ist. Aber selbst dann haben diese Philosophen ihre Meinung geäußert ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten, seien es solche von Mehr- oder Minderheiten.

Präsident Bolsonaro ist sicher kein Dichter und Denker, wie man sich die Deutschen vor hundert und mehr Jahren vorstellte. Aber er hält nicht mit seiner Meinung zurück, auch wenn er dabei aneckt und sich auch schon mal widersprochen hat. Aber selbst Adenauer soll, als er darauf hingewiesen wurde, dass er früher zu einem bestimmten Punkt eine gegensätzliche Meinung vertreten hatte, gesagt haben, dass ihn keiner daran hindern könne, klüger zu werden.

Eine gute Nachricht, die allgemein kritisiert wird, ist die, dass aufgrund eines Präsidialerlasses Unternehmen, die bisher ihren Jahresabschluss im Bundesanzeiger und einer großen überregionalen Tageszeitung in Papierform veröffentlichen mussten, dies künftig im Internet machen können. Damit entgehen den Tageszeitungen künftig große Einnahmen, nehmen doch diese Bilanzen oft viele Seiten in Anspruch, was natürlich nicht gerne gesehen wird und deshalb von den Zeitungen als Rache auf ihre Kritik an Bolsonaro dargestellt wird.

Eine zweite gute Nachricht ist die, dass der Präsident die Post privatisieren will. Und wenn Sie künftig mehr Gutes über ein sich wandelndes Brasilien lesen wollen, besuchen Sie diesen Blog und lassen Sie sich positiv überraschen! Und wundern Sie sich nicht, wenn meine Meinung auch nicht politisch korrekt ist, sondern schlichtweg korrekt, meinem Verständnis nach natürlich. Diese Einschränkung will ich gerne hinnehmen.

01 August 2019

Berechtigte Warnung oder Landwirtschaftslobby plus "Sozialisten aller Länder, vereinigt euch!"?


Wenn ich solche sensationshaschende Titelbilder sehe, frage ich mich, was dahinter steckt. Ist es der Wunsch, Präsident Bolsonaro zu schwächen und ihn durch einen linken Regierungschef abzulösen? Oder ist es der Druck der Agrarlobby, die bereits direkt nach Unterzeichung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosul in Tokyo zu lamentieren begonnen hat? Wie übrigens auch die brasilianischen Maschinen- und Anlagenbauer? Jeder fürchtet eben, dass der Konkurrent auf der anderen Atlantikseite wettbewerbsfähiger ist - nicht zu unrecht!

Am 29.6.19 habe ich im Rundbrief BRASILIEN AKTUELL dies geschrieben:

Die Wahrheit über den Umweltschutz
Selbst die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland heuchelt mit und kündigte an, in Osaka klare Worte mit Bolsonaro zu sprechen

Auf meinen Reisen in Brasilien und in Deutschland werde ich immer wieder von meinen deutschen Geschäftspartnern auf die Abholzung des Regenwaldes und die Unterstützung Bolsonaros bei der unverantwortlichen Zerstörung der Umwelt angesprochen. Bis jetzt hat nicht einer dieser Kritiker den Regenwald je gesehen, aber jeder kennt sich trotzdem bestens aus, denn es stand ja in der Zeitung und im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen (ARD, ZDF, DW) konnte man es auch sehen, Brasilien ist ein Umweltsünder par excellence und der brasilianische Präsident eine Unperson. 

Plínio Nastari, Präsident der Agroberatung Datagro und Vertreter der Zivilgesellschaft im Nationalen Rat für Energiepolitik (CNPE) hat in einem offenem Brief mit der Überschrift „Entschuldigung, Frau Merkel“ im O ESTADO DE SÃO PAULO von heute auf ihre Heuchelei geantwortet. Die folgenden Informationen habe ich seiner Stellungnahme entnommen:

Brasilien schützt seine ursprüngliche Flora auf 66,3% seiner Fläche und nutzt nur 9% seiner Fläche für Felder und angepflanzte Wälder. 20,5% der Fläche privater ländlicher Immobilien, 13,1% der Fläche der Schutzgebiete und 13,8% der Reservate der Urbevölkerung Brasiliens sind von ursprünglicher einheimischer Vegetation bedeckt, dafür erhält kein Landwirt irgendeine Entschädigung. In der EU macht dagegen die ursprüngliche Vegetation 0,3% der Gesamtfläche aus! 
44% der Energiematrix Brasiliens bestehen aus erneuerbaren Energien, das Zuckerrohr liefert mit 17% den zweitgrößten Primärenergieanteil nach Erdöl und seinen Derivaten. Im ersten Vierteljahr 2019 hat der Bioalkohol pur oder mit Benzin vermischt 45,6% des Benzinverbrauches ersetzt. Seit 1976, als Bioalkohol erstmalig als Kraftstoff verwendet wurde, wurden bereits 477 Mrd. Liter Benzin (oder 3 Mrd. Barrels) ersetzt und dadurch 506 Mrd. US$ eingespart. Nicht wenig für ein Land mit 12,6 Mrd. Barrels Erdölreserven und Währungsreserven von 383 Mrd. US$. Der Bioalkohol hat in Brasilien auch die krebserregenden Aromate im Benzin ersetzt und die Emission von Kohlenmonoxid, Formaldehyd und flüchtigen organischen Stoffen, die fotochemischen Smog erzeugen, reduziert. Außerdem deckt Brasilien bereits 10% seines Dieselbedarfes mit Biodiesel und wird diesen Anteil bis 2023 auf 15% erhöhen. Deshalb und weil São Paulo die Autonutzung einschränkt (rodízio), ist hier die Luftverschmutzung nicht so hoch wie in Peking, Neu Delhi oder in Mexikostadt.

Ich hoffe, dass diese Zeilen zur Versachlichung beitragen. Brasilien scheint der underdog der Welt zu sein, alle anderen Länder mit Regenwäldern, die diese in einigen Fällen fast völlig abgeholzt haben, sind nie so hart angegangen worden wie Brasilien. Und selbst die größten Umweltverschmutzer werden von der internationalen Presse besser behandelt als meine Wahlheimat.

26 Juli 2019

Brasilien recycelt mit Anlagen von RUF, ERDWICH und SWB!











17 Juli 2019

Brasilien auf dem richtigen Weg



Tut mir Leid, ich habe nachträglich zwei Fehler entdeckt.

Am Anfang des Artikels steht "Eine der Ziele...", es muss natürlich "Eines der Ziele..." heißen. Die letzte Seite beginnt mit "...wird er sich ja nicht mit...". Streichen Sie bitte das "nicht".

03 Juli 2019

WhatsApp is down!


Interessant, dass es die EU und den Mercosul besonders traf. Hat das was mit dem Freihandelsabkommen zu tun? Wer Verschwörungstheorien mag, kann das Thema gerne vertiefen.

Wer sich nur informieren will, welche Dienstleistung nicht funktioniert, sollte DOWN DETECTOR besuchen, sehr interessant!

Schein und Sein

Unter dem übersetzten Titel Fakten versus Wahrnehmungen schrieb Carlos Alberto di Franco über das wahrgenommene und das wahre Brasilien, nachzulesen im O ESTADO DE SÃO PAULO und in der GAZETA DO POVO vom 1.7.2019. In seinem Artikel fragt er u.a. ob Brasiliens Wirtschaft wirklich am Abgrund stehe und zählt dann einige Investitionsvorhaben auf, die dagegen sprechen:

  • Mercado Livre wird 3 Mrd. R$ in Brasilien  noch in 2019 investieren und ein Zentrum in Cajamar - SP eröffnen. Die Investition, die um 50% über der des Vorjahres liegt, dient der Logistik und Finanzdienstleistungen.
  • Brasilien gewinnt gegen China und wird die neue Motorenfabrik von Fiat-Chrysler in Betim - MG beherbergen. Man wird 16 Mrd. R$ bis 2024 in Brasilien investieren und 16.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.
  • Scania wird in seiner LKW-Fabrik in São Bernado do Campo - SP 1,4 Mrd. R$ zwischen 2021 und 2024 investieren.
  • Die Carrefour-Gruppe sieht 2 Mrd. R$ Investitionen in Brasilien vor und will alleine in 2019 mindestens 20 neue Läden in seiner Atacadão-Kette aufmachen.
  • Die Boavista Energia-Gruppe investiert 1,64 Mrd. R$ in die Energieverteilung in Roraima
  • Honda investiert 500 Mio. R$ in seine Motorradfabrik in Manaus und wird damit bis 2021 die Fabrik modernisieren und ihre Produktivität erhöhen
  • Ambev sagt, jetzt sei der richtige Moment, um in Brasilien zu investieren. Die Wiederaufnahme des Wachstumszyklus habe schon begonnen.
  • Die Eigentümergruppe von Air Europa wird eine Luftfahrtlinie in Brasilien gründen. 
  • Japanische Firmen werden in Brasilien investieren, sagt der japanische Botschafter.

Auf einem anderen Blatt steht, dass sowohl die deutschen als auch die französischen Bauernverbände gegen das Freihandelsabkommen mit dem Mercosul wettern, weil sie wissen, dass sie selbst nur mit Fördermitteln überleben können und dass das brasilianische Agrobusiness viel produktiver als das europäische ist. Dafür ist die hiesige Industrie gegenüber der europäischen viel schlechter aufgestellt.



02 Juli 2019

USA und Brasilien werden links - ooops, rechts - liegengelassen

Die Medien in Brasilien und Deutschland ignorieren einfach gute Nachrichten und zu diesen zähle ich das entspannte Verhältnis der Präsidenten von Brasilien und der USA:


Aber wie sagten schon die alten Germanen? Viel Feind, viel Ehr! In diesem Sinne wünsche ich beiden Ländern eine gedeihliche Zusammenarbeit. Deutschland hat sich ja offensichtlich daran gewöhnt, Brasilien als terra non grata zu betrachten und Bolsonaro als persona non grata, von Trump gar nicht zu sprechen. Dabei war Deutschland viele Jahre lang direkt hinter den USA die Nummer 2 der Direktinvestitionen in Brasilien. 

Auf dieses Video machte mich Dieter Hirsch - herzlichen Dank! - aus meiner Heimatstadt Berlin aufmerksam:

Donald Trump Greets Jair Bolsonaro of Brazil in the Oval Office - March 19, 2019

Mein Partner in der EUROLATINA, Holger Sax, der auch seit vielen Jahren unternehmerisch in den USA tätig ist, kümmert sich jetzt dort um Brasilieninteressierte, die hier bei uns geschäftlich tätig werden möchten. Dabei möchte ich eine Lanze für mittelgroße technologisch führende Firmen in Deutschland brechen, deren Chefs sich von den Medien nicht in die Irre führen lassen. Für zwei dieser eigentümergeführten Unternehmen haben wir dieses Jahr schon Niederlassungen in Brasilien gegründet, beide sind bereits tätig und arbeiten erste Aufträge ab. Es geht also auch so. Nicht jeder betreibt Vogel Strauss - Politik und schluckt Sand.

29 Juni 2019

Gute Nachrichten für Brasilien




28 Juni 2019

Freihandelsabkommen EU - Mercosul unterzeichnet






























Trotz aller Unkenrufe und der Nachricht, dass das Treffen zwischen Bolsonaro und Macron abgesagt sei, wurde das Abkommen nach 20 Jahren Verhandeln unterschrieben und Macron und Bolsonaro unterhalten sich 20 Minuten lang in Osaka getrennt von den übrigen G20-Regierungschefs.




Bolsonaro bestätigte dabei, dass Brasilien nicht das Pariser Klimaabkommen verlassen wird und entkräftet damit eines der Bedenken von Frau Dr. Merkel, die öffentlich verkündet hatte, Brasilien "die Leviten zu lesen", um auf diesem Wege vielleicht den Aufstieg der GRÜNEN in Deutschland zur größten Partei rückgängig zu machen. Solche Hauruck-Diplomatie ist ihr offensichtlich erlaubt, dem Hauptmann der Reserve ohne Physikerdiplom aber wohl nicht. Dass dieser aber viel mehr Wählerstimmen als die deutsche Bundeskanzlerin für sich einsammeln konnte, ist für die veröffentlichte Meinung unerheblich, da er aus der falschen politischen Richtung kommt, jedenfalls nach Meinung der meisten Medien.

Hoffentlich nimmt Macron seine Einladung an, Amazonien zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen und dann öffentlich darüber zu reden. Frau Dr. Merkel sollte dies auch in Erwägung ziehen. Aber sie ist wohl jetzt erst mal damit beschäftigt, die misslungene Kandidatur Manfred Webers zum Kommissionspräsidenten zu verkraften und den Abstieg ihrer designierten Nachfolgerin auf der Beliebtheitsskala der Deutschen. Und dann ist da noch der Kohleausstieg, den Brasilien nie machen musste. Mit anderen Worten, jeder kehre erstmal vor seiner eigenen Tür!

27 Juni 2019

Der vernetzte Blogger

Als Apple-Power User werde ich von einigen Freunden, die am Fenster hängen, oft veräppelt, trotzdem zeige ich meinen Lesern mal meinen Arbeitsplatz:

Dank des neuen Betriebssystemes Catalina, welches ich als Betatester ausprobiere, kann jetzt das iPad mit iOS13 drahtlos als Zusatzbildschirm genutzt werden, ich kann also im Büro nahtlos von links nach rechts (und natürlich auch von rechts nach links) mit meinem Trackpadzeiger auf drei Bildschirmen arbeiten, ein Riesenvorteil!

24 Juni 2019

Deutschland unter "ferner liefen" bei Investitionen in Lateinamerika

Der Lateinamerika-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (LADW) sagt, dass Deutschland unter den Schlusslichtern bei Handel und Investitionen in Lateinamerika sei und plädiert für eine Kursänderung. Die Studie „CEO Agenda“ für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika von LADW und McKinsey wurde am 28.5.2019 vorgestellt.

Laden Sie sich die Studie herunter, siehe link oben, es lohnt sich! Das Inhaltsverzeichnis zeigt deutlich, worum es geht:

Introduction ............................................................................................................................ 4

German economic engagement does not reflect opportunities in Latin America and the Caribbean  ..................................................................................................................................................  6
German companies are missing major opportunities in the region today........................................... 6
The region’s economic potential is substantial and slightly rising again ........................................... 9
Companies in the region are highly profitable despite low economic growth ................................. 11
Obstacles could emerge to hamper business success ....................................................................... 14

German companies have many opportunities in the region ............................................. 18
German companies are well-suited to succeed across sectors ..........................................................18
German firms can pursue three main strategies to tap regional opportunities.................................. 21

German companies can now take advantage of the opportunities .................................. 25
Five key success factors can help German companies to thrive in the region ................................. 25
The LADW recommends consistent political engagement for long-term
business success 
............................................................................................................................... 26

Next steps .............................................................................................................................. 28

Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika sei zwar nicht so hoch wie in Asien, aber die Gewinne seien höher als zum Beispiel in China. Vier mittlere Ebitda-Werte zwischen 2000 und 2017 bei tausenden untersuchten Firmen belegen dies: 14% Brasilien, 18% Argentinien, 11% Malaysia, 8% China

Dieses Schaubild aus der Untersuchung zeigt deutlich, worum es geht:


Die Überschrift übersetzt lautet: Niedrige Kosten, hohe Gewinne - Lohnkosten und Gewinnmargen in Lateinamerika im Vergleich zu Deutschland 

Dann geht es über dem ersten Schaubild weiter: Arbeitskräfte billig - Arbeitskosten pro Stunde in der Industrie 2018 (Kosten pro Arbeitsstunde in der Produktion ; BIP pro gearbeiteter Stunde)

Über dem zweiten Schaubild steht Hohe Margen - Ebitda (Mittelwert) zwischen 2000 und 2017 in den größten Industriefirmen, in % (Ordinate)

Unter dem zweiten Schaubild steht reales Wachstum des BIP (Abzisse)

Es sei hervorgehoben, dass Brasilien nur 18% der deutschen Lohnkosten hat, aber trotzdem 26% des deutschen BIP pro Arbeitsstunde erwirtschaftet.

Deutschland hat seine früher herausragende Position als Investor und Handelspartner Brasiliens schon lange verloren und muss sich anstrengen, Land gutzumachen. Dafür bietet Brasilien gerade jetzt viele Möglichkeiten, die mit Vorsicht, aber beherzt, genutzt werden sollten. Deutsche Firmen können hier ihre Expertise für Produktivität und technologischen Vorsprung einbringen.

Deutschland hat heute nur einen Anteil an den bisher gemachten ausländischen Investitionen in Lateinamerika von 2,6%, im Vergleich zu Spanien mit 33,6% ein unbedeutender Wert. Der deutsche Export nach Lateinamerika sei in den vergangenen Jahren um ca. 2% pro Jahr zurückgegangen, vor allem durch die Wirtschaftskrise in Brasilien. China ist in Lateinamerika und besonders in Brasilien auf dem Vormarsch und läßt Länder wie Deutschland weit hinter sich.

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre Firma von der Situation in Lateinamerika und insbesondere in Brasilien profitieren an, sprechen Sie mich an (naumann @ eurolatina.biz), ich vereinbare gerne ein unverbindliches Gespräch mit Ihnen.

Zweierlei Maß: DER SPIEGEL übertrifft sich selbst bei seiner Berichterstattung über Deutschland und Brasilien

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"Zwölf Prozent mehr Anrufe

Immer mehr Frauen melden sich beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sieht darin auch etwas Positives.

Das ist die Überschrift eines Artikels vom 24.6.2019, in dem u.a. steht:

"Im vergangenen Jahr gab es 42.000 Beratungskontakte beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Das seien zwölf Prozent mehr als 2017, wie das Bundesfamilienministerium mitteilte. Die Anzahl der Beratungen stieg damit zum fünften Mal in Folge. In 59 Prozent der Fälle war den Angaben zufolge häusliche Gewalt Anlass für ein Beratungsgespräch.

Die Zahlen bedeuten nicht automatisch, dass es mehr Übergriffe gegeben hat. "Die Zahlen zeigen, immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Das Hilfetelefon erreiche die Betroffenen immer besser."

Misogynie"Der gefährlichste Ort für eine Frau in Brasilien: die eigenen vier Wände"

Häusliche Gewalt ist in Brasilien weit verbreitet - und oft sehr brutal. Nun will die Regierung die Waffengesetze lockern, Exzesse gegen Frauen könnten dadurch noch zunehmen.

Das ist die Überschrift eines Artikels vom 22.6.2019, in dem u.a. steht:

"Für Floresmar Ferreira, Brasiliens bekannteste Frauenrechtlerin, ist der Horror alltäglich: "Männer übergießen ihre Frauen mit Benzin und stecken sie an oder schlagen sie mit Vorschlaghämmern einfach tot." Fast jeden Tag klingle das Nottelefon ihrer Bewegung. "Der gefährlichste Ort für eine Frau in Brasilien ist nicht die Straße, es sind die eigenen vier Wände", sagt sie."

Da ich diesen Artikel bereits am 23.6.2019 kommentiert habe, möchte ich jetzt nur die rhetorische Frage stellen, ob DER SPIEGEL selbst noch an seine Glaubwürdigkeit glaubt und einen Vergleich zwischen den Verhältnissen in Deutschland und Brasilien ziehen:

In einem Artikel über die Anzahl der telefonischen Hilferufe in Brasilien im Fall von Gewalt gegen Frauen steht, dass über 92.000 solcher Anrufe in 2018 getätigt wurden und dass die Anrufe gegenüber dem Vorjahr um fast 30% zugenommen hätten. Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, Brasilien 210 Millionen, Deutschland hatte 42.000 Hilferufe und Brasilien 92.000. In Deutschland kommen also 1976 Einwohner auf einen Hilferuf, in Brasilien 2.283. Aber wenn - siehe meinen Post vom 23.6.2019 - DER SPIEGEL schon juristische Wissenschaftler benötigt, um die Zahl der weiblichen Mordopfer in Brasilien zu berechnen, benötigt er wahrscheinlich Preisträger der Fields-Medaille, um Vergleiche wie den hier gezeigten nachzuvollziehen.

Bevor jetzt jemand kommt und sagt "ja, aber ...", möchte ich noch hinzufügen, ja, ich weiß, dass häusliche Bedrohung in Brasilien häufiger tragisch mit dem Tod einer Frau endet als in Deutschland. Trotzdem wäre es nett, mal zur Abwechslung unaufgeregte Artikel über Brasilien lesen zu dürfen. Einfach sachlich, ehrlich, vollständig und korrekt informieren, ohne Polemik, das würde mir schon reichen.

23 Juni 2019

Moro und Bolsonaro als Verschwörer entlarvt?

So sieht es, wieder mal, DER SPIEGEL:

Justizskandal in BrasilienDer Richter und sein Präsident

Ein Skandal erschüttert Brasilien: Geleakte Aufnahmen stützen den Verdacht, dass Justizminister Sérgio Moro einst zum eigenen Vorteil sein Richteramt missbrauchte - und half, Präsident Bolsonaro ins Amt zu hieven.

Also würde heute eigentlich Lula auf dem Stuhl Bolsonaros sitzen, weil Moro der Staatsanwaltschaft half, Lula zu verurteilen und ihn damit von einer Kandidatur ausschloss. THE INTERCEPT machte es möglich, diese Verschwörung zu entlarven! Oder gab es gar keine Verschwörung?

Nach neunstündiger Anhörung im Senat, der von Moro selbst vorgeschlagen wurde, und die ich am Fernseher verfolgte, ist meine Kommentar dazu, dass unsere Senatoren zu einem hohen Prozentsatz Heuchler sind und dass viele, die ihn zum Rücktritt drängen wollten, ein berechtigtes Interesse daran haben, dass er als Justizminister das Handtuch wirft, weil sie Dreck am Stecken haben und eine Strafverfolgung fürchten müssen.

WIKIPEDIA schreibt: "The Intercept (englisch interception ‚Abfangen‘, ‚Abhören‘) ist eine publizistische Website, die seit dem 10. Februar 2014 online ist. Sie wird von Laura Poitras, Glenn Greenwald und Jeremy Scahill betrieben und wurde von Pierre Omidyar finanziert." Angeblich soll Pierre Omidyar mit 250 Mio. US$ The Intercept unterstützt haben.

In Kürze wird das von der Opposition kritisierte Verhalten Moros gerichtlich bewertet werden. Warten wir das Ergebnis ab. Vorher machte es wenig Sinn, sich zu echauffieren. Und wenn überhaupt, dann über die Tatsache, dass die Hacker ihr angebliches Wissen nur tröpfchenweise publizieren, dass sie dieses illegal erworben und sehr wahrscheinlich manipuliert haben, hat sich doch ein Hacker als Moro ausgegeben und Nachrichten an Staatsanwälte geschickt.

DER SPIEGEL sieht Brasiliens Frauen als äußerst gefährdet an

Kein Wunder, im Artikel "Der gefährlichste Ort für eine Frau in Brasilien: die eigenen vier Wände" schreibt Klaus Ehringfeld dies:

"Für Floresmar Ferreira, Brasiliens bekannteste Frauenrechtlerin, ist der Horror alltäglich: "Männer übergießen ihre Frauen mit Benzin und stecken sie an oder schlagen sie mit Vorschlaghämmern einfach tot." Fast jeden Tag klingle das Nottelefon ihrer Bewegung. "Der gefährlichste Ort für eine Frau in Brasilien ist nicht die Straße, es sind die eigenen vier Wände", sagt sie."
Zunächst eine kleine Korrektur, die Koordinatorin des Frauenforums in Manaus heißt Florismar und nicht Floresmar. Ein Fehler, der verwundert, schreibt doch der Autor aus Manaus, oder? Eben nicht, siehe die Information des Spiegels:


Schön, dass DER SPIEGEL sich einen Korrespondenten für anderthalb Kontinente leisten kann. Aber vielleicht wäre es doch angebracht, einen Mitarbeiter nur für Brasilien zu beschäftigen und diesen vor Ort anzusiedeln? Oder noch besser, jemanden auszuwählen, der hier schon so lange wohnt, dass er die brasilianischen Verhältnisse kennt und beurteilen kann?

Ich wage zu bezweifeln, dass in dem Land, welches ich im November 1978 erstmalig betrat, um zu bleiben, jeden Tag Frauen von ihren Männern mit Benzin übergossen und angezündet oder mit dem Vorschlaghammer zu Tode geprügelt werden. Wenn Frau Ferreira dies tatsächlich gesagt hat, dann sollte man wissen, dass sie ein handfestes politisches Interesse als Gegnerin Bolsonaros hat, mit solchen polemischen Aussagen Stimmung gegen die Regierung zu machen, denn was DER SPIEGEL verschweigt, ist die Tatsache, dass sie dem Diretório Municipal do PT Manaus- Movimento de Mulheres do Amazonas angehört. Nachzulesen im Artikel Feminismo e socialismo: reconstruir uma ação feminista no PT (Feminismus und Sozialismus: Eine feministische Aktion in der PT rekonstruieren).

Eine andere Passage des Artikels von Herrn Ehringfeld: "Die Frauen der Musas-Organisation in Manaus machen diese Erfahrung jeden Tag. Seit dem Erlass des Dekrets stehe die Hilfshotline kaum noch still, berichtet Floresmar Ferreira. "Die Kultur der Gewalt blüht regelrecht auf." Hier wird uns suggeriert, dass das Waffendekret Bolsonaros, welches nie in Kraft getreten ist, dafür gesorgt hat, dass die Gewalt gegen Frauen geradezu explodiert sei, lächerlich und reine Phantasie.

Am 12.6.2019 habe ich Bolsonaro und Moro sind zu radikal bei der Bekämpfung der Kriminalität? gepostet. Hier können Sie mit Statistiken belegt lesen, dass die Kriminalität in Brasilien zurückgegangen ist.

"Nach einer Berechnung des Rechtswissenschaftlers Jefferson Nascimento von der Universität São Paulo wurden allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 207 Frauen Opfer eines Mordes." Toll, meine Anerkennung, da hat ein Jurist ja gute Arbeit geleistet. Er hat berechnet, wieviele Frauen ermordet worden sind. Wenn das Thema nicht so ernst wäre, müsste man lachen. Braucht es jetzt schon Rechtswissenschaftler, um Zahlen zu addieren? Zu meiner Zeit wurde das in der Schule gelehrt, ich war 6 Jahre jung, als mir das Addieren beigebracht wurde - von einer Grundschullehrerin, die sicher keine Wissenschaftlerin war. Ich habe damals trotzdem begriffen, wie man das macht, dieses Addieren. Kurze Hochrechnung, 207 : 2 = 103,5 Morde pro Monat. Multipliziert mit 12 kommen 1.242 Morde an Frauen im Jahr heraus. Wenn man annimmt, dass es 210 Mio. Einwohner in Brasilien gibt und der Einfachheit halber annimmt, dass die Hälfte Frauen sind, kommen wir auf (1.242 : 105.000.000) x 100.000 = 1,2 Morde pro Jahr und hunderttausend Frauen. Da hat sich wohl der Rechtswissenschaftler verrechnet und der Auslandskorrespondent des Spiegels und sein Redakteur keine Plausibilitätsrechnung angestellt.

"4.539 Frauen wurden im Vorjahr in Brasilien ermordetQuelle, publiziert am 10.8.2018. Wo hat DER SPIEGEL seine Zahlen her? Und wenn man bedenkt, dass 2017 insgesamt 63.880 Menschen in Brasilien ermordet wurden, d.h. 7,1% der Opfer waren Frauen, wundert man sich, warum man sich nicht wegen der toten Männer empört.

Den Rest des SPIEGELartikels zu kommentieren, erspare ich mir und meinen Lesern.

Lula wurde übrigens 2003 Präsident. Das ist die Entwicklung der Mordrate in Brasilien:

Aber natürlich hat Bolsonaro Schuld, wer denn sonst?

21 Juni 2019

Ist das der Rechtsradikalinski der internationalen Presse oder der Bolsonaro, wie ihn seine Wähler lieben?

https://youtu.be/Z0j0ljsM-s8

Brasilien hat die Inflation im Griff, die Börse feiert Rekorde und das Länderrisiko sinkt, die US$-Währungsreserven sind seit Jahren unverändert hoch

Aktuelle Inflation in % pro Jahr

Die Inflation sah schon mal viel bedrohlicher aus!


Börsenindex über 100.000, ein Rekord!

Auch das Länderrisiko hält sich in Grenzen

Brasilien hat mehr US$ - Reserven als Deutschland

Aber es soll nicht verschwiegen werden, das Länderrisiko kann noch verbessert werden. Brasilien sollte sich Deutschland zum Vorbild nehmen:

Aber wer weiß, nach der Rentenreform - vielleicht schon in den nächsten zwei Monaten - können wir in Brasilien auf einen kräftigen Wirtschaftswachstumsschub hoffen. Der aber nicht von selbst kommen wird, sowohl die Regierung einschließlich Kongress als auch die Bevölkerung, vor allem die Unternehmer, müssen ihren Teil beitragen.














Aus dem O ESTADO DE SÃO PAULO zusammengefasst die Situation der Börse, des Wechselkurses und des Länderrisikos.

























Der Real hat gegenüber dem EURO seit Mitte Mai 2019 wieder an Wert gewonnen:


Das ist die Kursentwicklung seit der Einführung des Real, seit ca. 10 Jahren schwächelt er, was für den Maschinenimport nicht gut ist:


Aber die Regierung unter Bolsonaro plant, nach der Rentenreform den Import von Maschinen, Anlagen und Computern zu verbilligen, weil dies die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens stärken wird. 

19 Juni 2019

DILMA und GLEISI heimlich in Moskau

Diese Reise wird von der brasilianischen Presse totgeschwiegen:


Aber das russische Parlament berichten offiziell über diesen Besuch:




Was hat der erster stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma mit Gleisi, der Vorsitzenden der brasilianischen PT, Oppositionspartei und erklärte Gegnerin Bolsonaros, und der amtsenthobenen ehemaligen Präsidentin Dilma, ebenfalls PT, über wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Brasilien zu besprechen? Und warum steht darüber nichts in den brasilianischen Zeitungen und warum wird die Reise auch nicht im Fernsehen oder im Radio kommentiert?

Hofft die PT auf (weitere?) Hilfe russischer Hacker, um die Regierung Bolsonaro zu stürzen, den inhaftierten ex-Präsidenten Lula per Amnestie amtsfähig zu machen und auf diese Weise wieder an die Macht zu gelangen? Und was hat Russland davon? Eine weiteres willfähriges Land wie Venezuela?

Spekulieren bringt nichts, also warten wir die Entwicklung ab.

15 Juni 2019

DEUTSCHE WELLE steht nicht für Deutschland...

...sondern für eine bestimmte politische Richtung. Ein besonders krasses Beispiel ist dieses Interview:


Übersetzung:

"Mit Bolsonaro kann man nichts verhandeln"
In einem Interview der DW mit dem Europarlamentsabgeordneten Martin Häusling sagte dieser, dass der brasilianische Präsident nicht die gleichen demokratischen Werte wie die EU teile und es deshalb keine Grundlage gäbe, ein Abkommen mit dem Mercosul zu verhandeln. 

Das ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Dieser Herr ist ein Lobbyist der Agrarwirtschaft und will mit allen Mitteln vermeiden, dass Brasilien und Argentinien noch mehr Fleisch und andere Agrarprodukte nach Europa verkaufen können.

Selbst innerhalb der EU gibt es viele unterschiedliche demokratische und nicht so demokratische Werte, was bisher kein Hindernis war, mit allen Regierungschefs zu sprechen und zu verhandeln. Es gibt eine starke Strömung, die in Richtung "Brasilien muss aus der Völkergemeinschaft ausgestoßen werden, solange Bolsonaro an der Macht ist" geht, nicht zuletzt geschürt von Brasilianern, die im Ausland aus Eigennutz und / oder Verblendung gegen das eigene Land arbeiten. Merkwürdig, dass zum Beispiel gegen den chinesischen Präsidenten keine Vorbehalte geltend gemacht werden, obwohl dieser einer Diktatur vorsteht und China eindeutig zumindest wirtschaftlich die Welt beherrschen will.

Generalstreik am 14.6.19 gegen die Rentenreform

Die FAZ kennt sich aus:
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Wieso eigentlich Bolsonaros Rentenreform? Sein Vorgänger Temer hatte diese bereits begonnen und hätte sie auch beendet, wenn nicht ein übereifriger Generalstaatsanwalt dies mit fadenscheinigen Anschuldigungen, die bis heute unbewiesen sind, verhindert hätte.

Die größte überregionale Zeitung Brasiliens sieht den "Generalstreik" deutlich unaufgeregter:
GREVE CONTRA REFORMA TEM EFEITO LIMITADO

Der Artikel hat es zwar auf die Titelseite geschafft, aber (links außen, dritter Artikel von unten) unter der Überschrift "Streik gegen die Reform hat begrenzten Effekt". Ob die Platzierung (Plazierung sieht meiner Meinung nach viel besser aus, bei Platzierung denken ich immer, hier platzt etwas) des Artikels ein Hinweis auf die politische Orientierung der Streikorganisatoren sein soll, sei dahin gestellt.

"Zehntausende Arbeiter gingen in Brasilien auf die Straße" schrieb die FAZ. Der O ESTADO DE SÃO PAULO schrieb, dass U-Bahn- und Bankmitarbeiter sowie Lehrer streikten, keine Rede von zehntausenden Arbeitern. Die in dieser Zeitung heute veröffentlichten Leserbriefe zu diesem Thema sprechen Bände:

Ich will nur zwei Zuschriften herausgreifen:
Über den gescheiterten "Generalstreik" von gestern, ein Rat an Präsident Bolsonaro: Inspirieren Sie sich an Margaret Thatcher. Die Premierministerin der Vereinigten Königreiches konfrontierte die Gewerkschaften mit eiserner Hand und das Land erlebte eine Periode großer Prosperität. Die Gewerkschaften in Brasilien sind ein Krebs, die unsere Entwicklung blockieren. Das Land hat diese Gewerkschaftkratie satt.
Die gestrige Tat war ein halber Streik ohne Forderungen, eigentlich nur ein Positionierungsakt gegen die Rentenreform. Letzendlich wurden Jair Bolsonaro und der Kongress nicht getroffen, da diese sich weiter um eine Reform bemühen werden. Das heißt, sie (die Gewerkschaften) haben nicht nur ihre Ziele verfehlt, sondern auch Arbeiter aus ganz Brasilien geschädigt, die vergeblich versuchten, zur Arbeit zu gelangen.
Noch ein brasilianischer Kommentar:
Warum der Generalstreik ein Misserfolg war
Die Lähmung limitierte sich grundsätzlich auf die Bediensteten des öffentlichen Dienstes, die unkündbar sind, und auf die Arbeitnehmer der Privatwirtschaft, die durch Streikposten behindert wurden
Besser hätte ich es auch nicht sagen können! 

Dieses Bild schickte mir gestern ein Mitarbeiter, der verspätet zur Arbeit kam, weil er diesem kriminellen Feuer auf der Hauptverkehrsader São Paulo, der Av. 23 de Maio, ausweichen musste:
Ist das Streik oder Terrorismus?
Zwei Fragen noch. Warum schreibt die FAZ
  • "der rechtspopulistische Präsident"??? Reicht nicht "der Präsident"??? Das ist reine Stimmungsmache und keine neutrale Berichterstattung. 
  • "Bisher gehen viele brasilianische Arbeitnehmer bereits mit 55 Jahren in Rente, bei 70% oder mehr ihrer letzten Bezüge."??? Wer früh aus dem Erwerbsleben ausscheidet und das mit hohen Ruhestandsbezügen, sind Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes und Beamte. Der Arbeitnehmer der Privatwirtschaft kann davon nur träumen.
Lesen Sie dies hier:

"Wenn etwas in Brasilien Tradition hat, dann die Selbstverständlichkeit, mit der sich die herrschende Klasse persönlich bereichert. Nach dem Ende der Diktatur im Jahr 1988 waren dies die Politiker. Ihnen ist es zu verdanken, dass Beamte in Brasilien geradezu obszön privilegiert sind. Während Arbeitnehmer aus der Privatwirtschaft im Schnitt umgerechnet 125 Euro und maximal 1.300 Euro Rente erhalten, kommen Beamte und Militärs auf durchschnittlich 600 Euro. Gedeckelt ist sie erst bei umgerechnet 10.000 Euro. Das hat zur Folge, dass drei Millionen Pensionäre aus dem Staatsapparat 40 Prozent der gesamten Altersrente kassieren. Die 24 Millionen privaten Rentenbezieher dagegen teilen sich 60 Prozent der Rentenbezüge. Da muss es nicht verwundern, dass es im Land kocht und brodelt. Michael Temer ist in der Bredouille. Er müsste gerade bei seinesgleichen die Schere ansetzen – bei jener „Elite“, die weniger für Altruismus, sondern vielmehr für ihre Bestechlichkeit bekannt ist. So gesehen ist unser deutsches Rentensystem fast schon ein Goldschatz."


Merkwürdig, dass die FAZ mit keinem Wort auf diese Ungerechtigkeit hinweist.