Dieses Blog durchsuchen

Wird geladen...

06 Juli 2011

Anwalt werden ist sehr schwer

könnte man in Abwandelung des Spruches "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr" sagen, wenn man sich folgendes Ergebnis der letzten Prüfung der angehenden brasilianischen Anwälte vor ihrer Standesorganisation OAB ansieht. Von den 610 Ausbildungsstätten für Juristen im Lande konnten 90 nicht einen einzigen Kandidaten vorweisen, der diese Prüfung bestanden hätte! Von den Kandidaten, die die Prüfung im letzten Dezember ablegten, bestanden nur 9,7 %, einen solch' niedrigen Wert hatte es vorher noch nie gegeben. Aber es gibt auch herausragende juristische Schulen, z.B. die an der Universität von Brasília, wo 67,4 % bestanden - der beste Wert von allen, gefolgt von der Bundesuniversität von Juíz de Fora mit 67,3 % und der Bundesuniversität von Minas Gerais mit 65,3 %. die Universität von São Paulo kam mit 63,4 % auf den vierten Platz. Brasilien bietet am Jurastudium Interessierten jedes Jahr 651.000 Ausbildungsplätze, offenichtlich ohne ausreichendes Zulassungsverfahren der angebotenen Kurse.

Kommentare:

  1. Brasilien ist, für mich jedenfalls, eines der faszinierendsten Länder. Im industriellen Bereich allerdings ist es wohl so, dass Brasilien eher ein Ort „angewandter Applikationen“ denn tatsächlich „Innovationsmotor“ ist, zum jetzigen Zeitpunkt zumindest. Um wirklich für die einheimische Wirtschaft nachhaltige Synergie-Effekte durch einen Austausch mit Forschung & Entwicklung zu erzielen, bedarf es einmal der finanziellen Förderung, zum anderen ist es freilich auch eine Zeitfrage, ehedem sich Erfolge einstellen. Vieles in Brasilien ist, auch historisch bedingt, eben anders als in der „alten Welt“. Aber es ist Brasilien zu wünschen, nicht nur im Bereich der sogenannten „commodities“ Führungspositionen inne zu haben.

    AntwortenLöschen
  2. Nun weiß ich nicht, was Ihr Eindruck ist; Mir deuchte, bei den ersten Begegnungen mit dem brasilianischen Hochschulwesen unter anderem, dass gerade ein Rechtsstudium nicht unbedingt etwas ist, worauf hin zwingend eine Zulassung als Anwalt folgen müsste. Viele junge, teils unentschlossene Menschen erachten einen Bachelor-Abschluss in „Recht“ als eine Art solide Basis. Interessanterweise schlagen viele Absolventen ganz bewusst keine solche Karriere ein, sondern verdingen sich in artverwandten Bereichen, sie es im Finanzsektor, sowie in einschlägigen Abteilungen von Industrieunternehmen. Und nicht zuletzt Deutschland verdeutlicht, dass eine Jurastudium oftmalig auch Grundlage einer politischen Karriere sein kann, die Anwaltszulassung jedoch einen nicht unbedingt zwingenden Zusatz darstellen kann. Und zugegeben, die Prüfung, um als Anwalt zugelassen zu werden, mag schwer sein.

    AntwortenLöschen