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27 August 2011

Das liebe Geld

bereitet unserer brasilianischen Bundesregierung Kopfzerbrechen. Denn sie zahlte aufgrund des hohen Leitzinses in den letzten 12 Monaten 224,8 Mrd. R$ oder, mit 2,32 R$ = 1 € umgerechnet, den Rekordwert von 96,897 Mrd. € Zinsen als Folge der hohen Staatsverschuldung. Das sind immerhin 510 € pro Kopf, mehr als zwei Mindestgehälter! Die Verschuldung der öffentlichen Hand liegt aktuell bei 1,54 Billionen R$, was 39,4 % vom BIP entspricht - im Vergleich zu Europa moderat.

Und wir haben ja unsere Währungsreserven, die aber - der Laie staunt, der Fachmann wundert sich - der Banco Central nur Verluste brachten. Denn die Zentralbank kauft Dollar zur Kursstützung, diese bringen aber weniger Ertrag als die verwendeten Reais, darüber hinaus haben diese Verkäufe nicht den gewünschten Effekt, denn der Dollar hört nicht auf zu fallen. Die Kosten für die Dollarkäufe betrugen im ersten Halbjahr 4,56 %, der Ertrag der Reserven lag bei 1,55 %, das macht schon einen Verlust von 15,7 Mrd. R$. Dazu kommt der Kursgewinn des Real, insgesamt verlor die Zentralbank damit 44,5 Mrd. R$ im ersten Halbjahr. Aber sie hat trotzdem Gewinn gemacht, insgesamt 12,2 Mrd. R$.

Kein Wunder, dass bei der gerade aktuellen Wirtschaftsnobelpreisträgertagung in Lindau der Preisträger des Jahres 1999, Robert Mundell, für fixe Wechselkurse zwischen Dollar, Euro, Yen und Yuan warb. Er machte die stark schwankenden Devisenkurse für die meisten großen Wirtschaftskrisen verantwortlich. Die logische Konsequenz seiner Forderung wäre ein Weltgeld (mit Golddeckung?). Aber wenn schon der € nicht funktioniert, wie soll dies eine einheitliche Weltwährung bewerkstelligen? Vielleicht sollten wir dem Beispiel Ecuadors nacheifern und einfach überall den US$ einführen?


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