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27 November 2015

Überlebt der Stahlsektor Brasiliens seine größte Krise?

Wenn die Auguren Recht behalten und in den nächsten sechs Monaten weitere 7.407 Personen (es wäre interessant, zu erfahren, wo solche "genauen" Zahlen herkommen) der Stahlindustrie ihre Anstellung verlieren, würde sich die Zahl der seit Januar 2014 Entlassenen auf 29.000 (diese Zahl wird von der Presse vernünftigerweise gerundet) belaufen. Und das Instituto Aço Brasil, welches die Stahlkocherbranche, insbesondere die Firmen Usiminas, Gerdau, ArcelorMittal und CSN repräsentiert, sieht auch 2016 keine Besserung, sondern kündigt im Gegenteil einen weiteren Rückgang im Inlandsabsatz um 4 % an.

Am 25.11.15 wurde diese Einschätzung in Brasília der Präsidentin Dilma und ihrem Wirtschaftsminister Levy vorgetragen und um Hilfe gebeten. Diese soll vor allem in einer Zollerhöhung für Stahlimporte aus China bestehen. Am Tag darauf verkündete der Minister für Entwicklung, Industrie und Handel, Armando Monteiro, dass bis zum 15.12. darüber entschieden werden wird.

Aktuell sind 47 Produktionsstätten desaktiviert, darunter 2 Hochöfen, 4 Stahlwerke, 8 Walzwerke und 4 Bergwerke; als Folge davon wurden seit 2014 21.786 Menschen entlassen und 2.266 Arbeitsverträge vorübergehend außer Kraft gesetzt. Die Krise wurde ausgelöst durch die Krise im Fahrzeugbau, bei den Herstellern Weißer Ware und im Bausektor, alle große Stahlverbraucher. Dazu kommt das weltweite Stahlüberangebot, man spricht von 700 Mio. to. Und dann kommt noch, wie schon erwähnt, das Dumpingangebot der chinesischen Stahlerzeuger hinzu!

Wer auch darunter leidet, sind die Hersteller von Maschinen- und Anlagen für den Stahlsektor, der in den letzten Jahren 2,2 Mrd. US$ dringend nötige Investitionen nicht gemacht hat. Diese Investitionen sind naturgemäß nicht für Kapazitätserweiterungen bestimmt, sondern für die Anlagenmodernisierung - einige sind mehr als 40 Jahre alt und tragen dazu bei, dass unser Stahlsektor wenig wettbewerbsfähig ist. Selbst der jetzt günstige Dollarkurs ist nach Branchenmeinung nicht ausreichend, um über den Export neue Kraft zu gewinnen.

Solche modernen Anlagen (in diesen Beispielen von BWG), wie sie in Europa stehen, findet man leider kaum in Brasilien:





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