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26 August 2010

Brasiliens Maschinenbauer brauchen Hilfe

Die Konkurrenz aus dem Ausland ist übermächtig und deshalb bittet der Maschinenbauerverband Abimaq die Regierung um die Erhöhung des Importzolls von 14 auf 35 % für den Fall, dass ähnliche Maschinen und Anlagen im Lande hergestellt werden. Im Juli wurde der höchste monatliche Importwert in 70 Jahren erreicht, 2,253 Milliarden US-Dollar, das sind 52,6 % mehr als im Juli 2009. Die größten Lieferanten im ersten Halbjahr 2010 waren
  1. USA 26 %
  2. Deutschland 12,4 %
  3. China 11,9 %
  4. Japan 7,9 %
  5. Südkorea 3,8 %
  6. Indien 1,8 %
Gegen den niedrigen Zoll von nur 2 % für Maschinen und Anlagen, die in Brasilien nicht hergestellt werden, hat der Chef des Verbandes Luiz Aubert Neto nichts. Das erste Halbjahr 2010 konnte für den Maschinenbausektor nur mit einem negativen Handelsbilanzsaldo von 8,07 2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen werden. Zum Jahresende wird ein Defizit von sogar 13 Milliarden US-Dollar erwartet, das wäre ein absoluter Rekord. Bereits im September wird wahrscheinlich China an Deutschland vorbeiziehen und die Nummer zwei der Exporteure von Maschinenbauprodukten nach Brasilien werden. Dabei stand China im Jahr 2005 noch nicht einmal auf der Liste der 10 größten Lieferländer. Aber auch Südkorea wird Deutschland gefährlich werden, obwohl es heute nur für 3,8 % der brasilianischen Importe an Maschinen und Anlagen verantwortlich ist. 2004 waren es nämlich nur 1,1 % und der Grund für diesen und auch den weiteren Anstieg ist die Qualität, der Preis und die Lieferzeit Südkoreas.

Was weiterhin erschwerend für die brasilianischen Maschinenbauer hinzu kommt, ist das nach wie vor hohe Zinsniveau in Brasilien. Die Bundesentwicklungsbank BNDES bietet einen Kredit mit zehnjähriger Laufzeit für den Kauf von Maschinen im Rahmen des PSI für 5,5 % im Jahr an. In Japan betragen im Vergleich dazu die Zinsen zwischen 1,75 und 2,5 % im Jahr, in Deutschland zwischen 1,5 und 3 % im Jahr, in den Vereinigten Staaten 2,5-4 % im Jahr und in China gibt es Kredite sogar zinslos. Das PSI soll zum Jahresende auslaufen, wenn das tatsächlich geschehen sollte und die Zollsätze nicht erhöht werden, glaubt der Verband an massive Arbeitsplatzverluste. Der Maschinen-und Anlagenbausektor hat von Januar bis Juli 2010 einen Bruttoumsatz von 40,6 Milliarden R$ erzielt, gegenüber dem Vergleichsraum 2009 ist das ein Zuwachs von 15 %, aber gegenüber dem Vergleichsraum 2008 liegt der Wert 11,63 % niedriger.

PSI heißt übrigens Programa de Sustentação de Crescimento, also frei übersetzt Wachstumsunterstützungsprogramm.

PS: Dieser Post wurde von mir mit dem Programm MacSpeech Dictate auf einem iMac erstellt, die Fehlerquote lag dabei unter einem Prozent.

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