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30 November 2013

Brasilienseminar Naumann - Titze


 | 00.00 Uhr
Rhein-Kreis Neuss 
Brasiliens Wirtschaft wächst auch ohne WM und Olympia
Rhein-Kreis Neuss: Brasiliens Wirtschaft wächst auch ohne WM und Olympia
Brasilien-Experten: Karlheinz Naumann und Winfried TitzeFOTO: woi

Neuss. Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 lassen gleich zwei Großveranstaltungen die Welt innerhalb kürzester Zeit nach Brasilien blicken. Aber auch ohne die Großereignisse wächst die Wirtschaft in Brasilien rasant.  Von Stefan Reinelt

"Das ist nur ein Nebeneffekt. Auch ohne dies würde Brasilien wirtschaftlich genauso dastehen wie jetzt", sagt Karlheinz Naumann.
Das meint er nicht im negativen Sinne. Brasiliens Wirtschaft wächst seit 15 Jahren, besitzt das sechstgrößte Brutto-Inlandsprodukt, ist der fünftgrößte Absatzmarkt für Autos, größter Fleischexporteur und Hersteller von Flugzeugen der Mittelklasse. Das Wirtschaftswachstum liegt jährlich zwischen 2,5 und vier Prozent. Weltmeisterschaft und Olympiade würden allerdings die Verbesserung der Infrastruktur beschleunigen, so der Experte.
Naumann kam 1978 für das Unternehmen "Fichtel & Sachs" das erste Mal nach Brasilien. Nach Zwischenstationen in Südafrika und Mexiko ließ er sich in Sao Paolo nieder und gründete die Unternehmensberatung "EuroLatina International". Gemeinsam mit dem Neusser Berater Winfried Titze bot er in dieser Woche einen Workshop über die Marktchancen in Brasilien an. Den 15 Teilnehmern erläuterte Naumann die allgemeine Situation und wirtschaftlichen Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in Brasilien.
Der Königsweg sei ein großer Auftrag, so der Unternehmensberater, der normale Weg, einen Händler für das eigene Produkt zu finden. Darauf folgen würden eine Handelsniederlassung, gegebenenfalls die Endmontage eines Produkts in Brasilien und weitere Investitionen vor Ort. Aber auch der reine Export könne für deutsche Unternehmen interessant sein. "In manchen Branchen wie der Elektronik ist die brasilianische Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig. Wenn die Produktivität durch kleine Stückzahlen gering ist, werden die Waren zu teuer. Deswegen kann deren Import günstiger sein als die eigene Herstellung", erklärt Naumann. Tiefer in die Materie ging Winfried Titze in seinem Vortrag am Beispiel der Möbelbranche. Der 53-Jährige hat seine Beratertätigkeit auf diese Industrie spezialisiert, vor fünf Jahren entdeckte er Brasilien für sich. "Durch den Wirtschaftsboom sind vierzig Millionen Brasilianer von der Unter- in die Mittelschicht aufgestiegen. Sie sind bereit, ihr Geld auszugeben, aber es fehlt an Konsumgütern", sagt Titze. Dazu gehören auch Einrichtungsgegenstände für das Zuhause. Der Neusser warnt aber davor zu behaupten, dass damit die Abholzung der Regenwälder einherginge. Holzprodukte unterliegen einer strengen Regulierung. Was Probleme schaffe, sei die Rodung für die Landwirtschaft. So ist Brasilien zum weltgrößten Anbauer von Soja geworden.
Quelle: Neuß-Grevenbroicher Zeitung

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