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23 November 2016

Armes Land - Reiches Land

Brasilien ist das Land der Zukunft? Eher das Land der Gegensätze. Wie liest man es dieser Tage so schön hier? Reiche regieren Arme. Wie wahr!

Der Bundesstaat Rio Grande do Sul hat den Finanziellen Notstand - calamidade financeira ausgerufen, ein Armutszeugnis. Rio de Janeiro hat es vorgemacht, dort ist die Situation noch schlimmer. Und in beiden Bundesstaaten gehen die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes auf die Straße und protestieren gegen eine Beschneidung ihrer Privilegien. Die Nationale Bank für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung - BNDES hat per Oktober 2016 35% weniger Geld ausgezahlt als im Vorjahresvergleichszeitraum. Ein schlimmes Zeichen, denn diese Mittel werden vor allem für Investitionen benutzt. Dazu passt, dass im Bundesstaat São Paulo im dritten Quartal 2016 bereits 12,8% Arbeitslosigkeit herrschten, im Vorjahresvergleichszeitraum waren es auch schon beachtliche 9,6%.

Das ist das Erbe, was Präsidentin Dilma und die kriminelle Vereinigung von korrupten Politikern und Unternehmern den Brasilianern hinterlassen hat:

Mittleres Jahreseinkommen in US$

Der Global Wealth Report der Credit Suisse informiert auch über die Anzahl der Brasilianer, die in die verschiedenen Einkommensklassen fallen:

Anzahl Bezieher (1000 Personen) von Jahreseinkünften

bis US$ 10.000
von US$ 10.000 bis 100.000
von US$ 100.000 bis 1.000.000
über US$ 1.000.000
Immerhin verdienen 172.000 Brasilianer mehr als eine Million US$ im Jahr, während 72.900.000 Brasilianer maximal auf 10.000 US$ im Jahr kommen.

In den USA gibt es 13,5 Millionen Dollarmillionäre, in Deutschland 1,6 Millionen. 2016 kamen weltweit 596.000 neue Millionäre zu den Reichen hinzu, diese Gruppe umfasst damit aktuell 32,9 Millionen Personen.

Anzahl Dollarmillionäre (1.000 Personen), die 2016 dieses Status erlangten

Japan führt die Liste mit 738.000 neuen Millionären an, in Deutschland sind es 44.000 und in Brasilien immerhin noch 11.000! Da sieht man wieder, wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall - auf der einen Seite kann man in Brasilien noch Millionär werden (hoffentlich ohne zur Korruption greifen zu müssen), auf der anderen Seite gibt es eine nie gesehene Zahl von Arbeitslosen,  die davon träumen, den Gegenwert von 500 US$ im Monat zu verdienen.

Aber dieser Traum ist zumindest in der verarbeitenden Industrie ausgeträumt:

Kapazitätsnutzung in % (historischer Mittelwert 80,9%)


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