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02 November 2016

Brasilianische Industrieproduktion erholt sich langsam

Die Industrie allgemein wuchs im September 2016 gegenüber dem Vormonat um 0,5%:

Aber der Absturz um 3,5% im Monat zuvor konnte damit nicht wettgemacht werden. Noch deutlicher wird die ausbleibende Belebung, wenn man sich nur den Sektor der Investitionsgüter ansieht:

Was so aussah wie eine Erholung des Maschinen- und Anlagenbaus entpuppt sich nun als Schwalbe, die keinen Sommer macht, denn ein Rückgang der Produktion dieses Sektors im September gegenüber August 2016 um 5,1% sieht wahrlich nicht wie ein Zeichen steigender Investitionsbereitschaft der brasilianischen Industrie aus.

Dabei kann ich aber darauf hinweisen, dass alle großen Industriefirmen im Augenblick ihre Investitionspläne für 2017 erstellen und dies mit großer Sorgfalt und Beachtung einerseits der finanziellen Möglichkeiten und andererseits der Marktanforderungen. Wobei auch kleinere Industrieunternehmen gerne neue Betriebsmittel hätten. Sobald diese importiert werden müssen, weil sie mit den erwünschten Eigenschaften in Brasilien nicht hergestellt werden, gibt es zwei grundsätzliche Schwierigkeiten, wenn die Investitionsgüter aus Deutschland stammen. Sie sind so teuer, dass der kleine Unternehmer finanziell überfordert ist und sie sind so produktiv, dass der Jahresbedarf des Unternehmens von einer solchen Maschine manchmal in einem Monat produziert werden kann.

Für die Lösung dieser Probleme kann man zwar Hartwährungskredite mit Kursabsicherung bereitstellen und der Käufer kann die überschüssige Kapazität anderen Firmen zur Verfügung stellen. Ersteres ist relativ einfach machbar, aber eine Maschine muss, wenn sie ein anderes Teil produzieren soll, umgerüstet werden und das kostet Zeit und noch viel mehr Geld.

Deshalb möchte ich den deutschen Unternehmern, die ihre Maschinen und Anlagen nach Brasilien auch an kleinere Unternehmen verkaufen wollen, an's Herz legen, eine Tropikalisierung ihrer Produkte für diesen Kundenkreis in Erwägung zu ziehen. Weniger Automation und Bedienungskomfort, Modulbauweise, geringere Leistungsfähigkeit, billigere Materialien etc. können die Lösung sein. So gut wie nötig und nicht so gut wie möglich! Und arbeiten Sie nicht mit Pflichtenheften, die in Deutschland erstellt wurden. Nehmen Sie die Ihrer Kundschaft in Brasilien als Grundlage für Ihre Entwicklungsarbeit.

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