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11 September 2011

Quo vadis, brasilianische Infrastruktur?

Das Weltwirtschaftsforum sagt, dass sie immer schlechter wird. 2010 rutschte Brasilien bereits wegen des Unvermögens der Regierung, Projekte nicht nur zu planen, sondern auch in Realität umzusetzen,  drei Plätze nach hinten und jetzt sogar um 20 auf der globalen Wettbewerbsfähigkeitskala für den Bereich Infrastruktur. Damit liegt das Land jetzt auf Platz 104, ein Armutszeugnis für die Ambitionen, die fünftgrösste Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Und es sieht so aus, als ob der Spruch "Schlimmer als heute, nur morgen!" weiterhin gilt. Zumindest für die Infrastruktur des Landes, deren Rang unter 142 untersuchten Ländern hier für 2009, 2010 und 2011 angegeben ist:

  • 81 -> 84 -> 104 Qualität der Infrastruktur gesamt
  • 106 -> 105 -> 118 Qualität der Fernstrassen
  • 86 -> 87 -> 91 Qualität der Eisenbahninfrastruktur
  • 127 -> 123 -> 130 Qualität der Hafeninfrastruktur
  • 89 -> 93 -> 122 Qualität der Flughafeninfrastruktur
  • 55 -> 63 -> 69 Qualität der Elektroenergieversorgung
  • 61 -> 62 -> 57 Festtelefonlinien
  • ? -> 76 -> 66 Mobiltelefonlinien
Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, ein grosses Land mit grossen Problemen. Und eines der größten ist leider die Korruption, die - nicht allein, aber maßgeblich - dafür sorgt, dass die Verhältnisse sich nicht so schnell und nachhaltig verbessern, wie es ohne sie möglich wäre. Andere Gründe sind u.a. die Besetzung von Positionen im Öffentlichen Dienst und in Staatsbetrieben nach Parteizugehörigkeit und nicht nach Wissen und Können, die mit der Korruption einhergehende üppig wuchernde Bürokratie, die komplizierte Steuergesetzgebung und die hohe Steuerbelastung, die hohen Zinsen und auch der überbewertete Real. Noch eine Anmerkung zu obigen Zahlen. Nur bei der Telekommunikation konnte sich Brasilien verbessern, aber da die Qualität der Datenübertragung nicht analysiert wurde, ist dieses positive Bild unvollständig.

In einem gesonderten Artikel werde ich noch auf ein anderes Problem eingehen. Es geht um den Rückgang der verarbeitenden Industrie in Brasilien, die gegenüber dem Handel mit commodities und dem Dienstleistungssektor immer mehr an Bedeutung verliert.


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