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11 Februar 2014

Brasilien im freien Fall

Das ist die Überschrift eines Artikels, in dem Sie u.a. "Die Probleme des Landes zeigen sich insbesondere im Industriesektor, dessen Output in den meisten Monaten seit Mitte 2011 geschrumpft ist. Ursprünglich litt die Produktion unter der starken Aufwertung des Real, die durch die Exporterfolge des Rohstoffsektors sowie durch den Kapitalzufluss aus den Industrieländern (angelockt durch die im vergleich mit den USA und Europa höheren Zinsen) befeuert wurde. Die Reaktion der brasilianischen Regierung: statt auf Strukturreformen zu setzen und die Angebotsbedingungen im Land zu verbessern, wurden Importbeschränkungen eingeführt, Subventionen vergeben und der Kapitalverkehr reguliert." lesen können. Die Präsidentin, die gestern den 34. Geburtstag ihrer Arbeiterpartei feierte, nennt Kritiker, die solche Meinungen äußern, caras de pau, was man wörtlich mit Holzgesicht übersetzen kann und was im übertragenen Sinne einen dreisten Menschen bedeutet, einen mit Chuzpe sozusagen.

Offensichtlich war unsere Präsidentin schon lange nicht mehr bei einer Bank, um einen Kredit aufzunehmen. Hätte sie es getan, wüsste sie um die Situation Brasiliens. Das sind die aktuellen Zinssätze, die sie wohl lieber schweigend übergeht:

KREDIT FÜR EINE NATÜRLICHE PERSON: 93,39 % IM JAHR

KREDIT FÜR EINE JURISTISCHE PERSON: 47,47 % IM JAHR

ÜBERZIEHUNGSKREDIT (cheque especial): 152,66 % IM JAHR

Nachzulesen im ESTADO DE SÃO PAULO vom 11.2.2014 auf Seite B5 unter der Überschrift Juros de operações de crédito sobem com elevação da Selic (Zinsen für Kreditoperationen steigen mit Erhöhung des Leitzinses). Auf Seite B8 können Sie weiterlesen, die Überschrift Cresce Interesse de banco international pelo Brasil (Das Interesse internationaler Banken an Brasilien wächst) bedarf keiner Begründung angesichts der paradiesischen Zinsbedingungen. Paradiesisch natürlich nur für Kreditgeber, nicht für Kreditnehmer. Unsere Zentralbank studiert zur Zeit Anträge von 14 Bankengruppen aus USA, Europa und Asien, die meisten beziehen sich auf die Gründung von Niederlassungen im Garten Eden. Hoffentlich haben wir genug Äpfel!

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