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19 Mai 2015

Der Ofen ist aus

Nicht in ganz Brasilien, aber zeit- und teilweise bei Usiminas. Der Stahlkocher wird die Hochöfen Nr. 1 in Cubatão und Ipatinga ab 31.5.15 bzw. 4.6.15 abschalten. Das führt zu einer gewollten Reduzierung der Roheisenerzeugung um 120.000 t/Monat. Das ist aber - nebenbei bemerkt - nicht der Grund, warum CSN darüber nachdenkt, sich der Usiminas-Anteile, die man am Konkurrenten hält, zu entledigen. Das Klima ist nicht gut bei Usiminas, denn im ersten Vierteljahr "erwirtschaftete" man einen Verlust von 235 Mio. R$. Für den Vorjahresvergleichsraum wurde noch ein Gewinn ausgewiesen.  Usiminas kann mit seinen 5 Hochöfen 9,5 Mio. t/a produzieren. Leider sind diese aber augenblicklich nur zu 60 % ausgelastet, weil die Hauptabnehmer des erzeugten Flachstahles ausgerechnet die Kfz-Industrie und die Hersteller von Weißer Ware sind, die selbst unter der Krise leiden.

Ich schrieb eingangs, dass nicht in ganz Brasilien die Lichter ausgegangen sind, denn die von Grupo Cosan kontrollierte Rumo ALL z.B. plant mehr als 7 Mrd. R$ bis 2019 zu investieren. Ambev wird mehr als 25 Mio. R$ in seine Brauerei in Uberlândia investieren.

Die Banco do Brasil erzielte 5,8 Mrd. R$ Nettogewinn im ersten Vierteljahr 2015, eine stolze Zahl. Dafür ging in diesem Zeitraum der Gewinn der börsennotierten (Bovespa) Unternehmen um 41,4 % zurück. Selbst schuld, niemand wird gezwungen, zu fabrizieren, leiht lieber Geld aus! Nur schade, dass man Geld nicht essen kann.

Mercedes macht im Juni in São Bernado do Campo 15 Tage lang dicht, andere Kfz-Firmen planen identische Schritte.

Der chinesische Premier Li Keqiang ist zu Besuch in Brasilien und will hier 53 Mrd. US$ in unsere Infrastruktur investieren. Darüber freut sich die Regierung, die ihn als Retter des Vaterlandes ansieht; aber die hiesige Eisenbahnindustrie zittert vor der chinesischen Konkurrenz. Hätte man in besseren Zeiten in die eigene Produktivität investiert, könnte man den Chinesen gelassen zulächeln.

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