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05 September 2013

Ist die Abwertung des Real genug für die Gesundung der brasilianischen Wirtschaft?

Leider nicht, denn die fehlende internationale Wettbewerbsfähigkeit war nur teilweise durch den überbewerteten R$ bedingt, andere Ursachen sind die hohen Kosten, die man hier CUSTO BRASIL nennt, und die miese Ausbildung vieler Arbeitnehmer sowie deren niedrige Produktivität, bedingt auch durch schlechte Organisation und veraltete Betriebsmittel. Auch der geringe Bedarf mancher Produkte spielt eine Rolle, der sich durch niedrige Stückzahlen manifestiert, die die Kosten in die Höhe schnellen lassen. Und nicht zu vergessen den geringen Entwicklungsgrad vieler nationaler Produkte, bedingt durch fehlende F&E-Anstrengungen. Und die Zeiten sind vorbei, wo man mir z.B. gesagt hat, "der" Brasilianer möchte keine viertürigen Autos und kein Schiebedach. Ausreden helfen nicht mehr, das Land hat seine Abschottung, seit Fernando Collor Präsident war, aufgegeben und heute weiss jeder Brasilianer durch den Import vieler Produkte und durch Auslandsreisen, was an Technologie, Bedienungskomfort, Funktionsvielfalt und Design möglich ist und was dies "draussen" kostet.

Das Weltwirtschaftsforum veröffentlichte gerade wieder die Wettbewerbsfähigkeitsrangliste, in der Brasilien den 48. Platz verlor und auf den 56. abrutschte. Die ersten fünf Positionen werden von der Schweiz, Singapur, Finnland, Deutschland und den USA eingenommen. Die BRICS-Staaten liegen weit zurück. China liegt auf Platz 29, Südafrika auf Platz 53, gefolgt von Brasilien auf Platz 56, Indien auf Platz 60 und Russland auf Platz 64.

In Lateinamerika wird die Liste von Chile auf Platz 34 angeführt, dann kommt Panama auf Platz 40 und Costa Rica auf Platz 54. Vor Brasilien hat sich Mexiko auf Platz 55 hineingequetscht. Argentinien liegt abgeschlagen auf Platz 104 und Venezuela ist das Schlusslicht auf Platz 134. Es lebe der Sozialismus! Selbst das Erdöl verhindert nicht den Niedergang von Marx, Engels und deren lateinamerikanische Genossen.

Brasilien liegt damit übrigens dort, wo wir schon 2009 angelangt waren. Keine Empfehlung für Präsidentin Dilma!

Brasiliens schlechte Platzierung ist bei 11 von 12 Bewertungskriteriengruppen mehr als enttäuschend. Aber hier liegen Chancen, denn es gibt Verbesserungspotential und deutsche Firmen können helfen, dieses auszuschöpfen!

Die Daten des Weltwirtschaftsforums wurden in Brasilien zusammen mit der Fundação Dom Cabral und dem Movimento Brasil Competitivo erarbeitet.

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