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25 Oktober 2014

Präsidentenwahl in Brasilien: Was sind Meinungsumfragen wert?

Sensus/IstoÉ sagt, dass Aécio 54,6% der Wählerstimmen und Dilma 45,4% auf sich vereint. Das ist das Ergebnis einer Umfrage zwischen dem 21. und 24. Oktober, die 2.000 Personen in 24 Bundesstaaten und 136 Städten/Gemeinden erfasste.

Laut einer Umfrage von Ibope sieht das Bild anders aus, hier hat Dilma 54 % und Aécio 46 % der gültigen Stimmen bzw. 49 % und 41 % aller Stimmen. Befragt wurden 3.010 Wähler in 203 Städten/Gemeinden zwischen dem 20. und 22. Oktober. Laut dieser Umfrage würden 42 % der Wähler auf keinen Fall Aécio und 36 % auf keinen Fall Dilma wählen.

Widersprüchlicher können Umfrageergebnisse nicht sein. Der SPIEGEL sieht das offensichtlich anders, denn dort kann man diese Einschätzung lesen: "Am Donnerstag, vor der finalen TV-Debatte, bescheinigten ihr zwei Institute einen Vorsprung von sechs bis acht Prozent. Eine weitere am Freitag veröffentlichte Umfrage sah dagegen den Herausforderer Neves knapp vorn." Dieser knappe Vorsprung beträgt immerhin 9,2 Prozentpunkte, also mehr als die 8 Prozentpunkte der anderen Umfrage.

Ich komme gerade von einer Dienstreise durch die Bundesstaaten Minas Gerais und Rio de Janeiro zurück - deshalb das Fehlen neuer Posts - und habe mit vielen Brasilianern über die Wahlen gesprochen, von Managern bis hin zu Taxifahrern und frage mich, wie Ibope die Befragten auswählt. Ich habe jedenfalls nur eine Person gefunden, die pro Dilma war, alle anderen lehnten sie kategorisch ab.

Heute um 18:30 (Sommerzeit São Paulo) wird das Ergebnis der letzten Umfrage, die nach der gestrigen Fernsehdebatte der beiden Kandidaten stattfand, bekanntgegeben. Aber wirklich WISSEN, wer der nächste Präsident sein wird, werden wir erst mehr am Sonntag nach dem Schließen der Wahllokale. Nicht nur ich bin gespannt, denn das Ergebnis wird Brasiliens Zukunft wesentlich beeinflussen.
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Und jetzt war es eben soweit, das Ergebnis der letzten Umfrage liegt vor und wurde im ESTADO DE SÃO PAULO veröffentlicht:
votos válidos = gültige Stimmen, votos totais = alle Stimmen

Es zeigt, was ich schon in meinem Buch WIRTSCHAFTSBOOM AM ZUCKERHUT schrieb: Je niedriger die Bildung, desto höher die Korruptionsakzeptanz. In Deutschland wäre ein Regierungschef nach den Anschuldigungen, die gegen Dilma erhoben wurden und nach den wirtschaftlichen und aussenpolitischen Misserfolgen der Regierung schon längst zurückgetreten oder zum Rücktritt gezwungen worden, aber nicht in Brasilien (wenn es sich um eine Linksregierung handelt). 

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