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14 Dezember 2014

Petrobrás im Sturzflug

Anders kann man den Werte- und Wertverfall des halbstaatlichen Unternehmens, welches nicht vom Staat, sondern von der Partei gelenkt wird, nicht bezeichnen. Der Werteverfall der PT ist unüberseh- und vielleicht auch nicht umkehrbar - auch wenn in Thüringen gerade versucht wird, dass Gegenteil am Beispiel der wundersamen Wandlung der SED-Nachfolgeorganisation "Die Linken" zu einem Koalitionspartner demokratischer (?) Parteien zu beweisen und diesen Versuch mit der Vergabe des Ministerpräsidentenamtes an einen gewandelten (???) Kommunisten zu krönen.

Jeden Tag liest man in den brasilianischen Zeitungen über den größten Korruptionsfall in der Geschichte des Landes, hört man davon in den Nachrichten und in Gesprächen mit Vertretern aller Bevölkerungsschichten Brasiliens, auch das Internet ist "voll" davon. Und trotzdem tut die Regierung so, als ob alles in Ordnung sei.

Der heutige Senator Collor wurde wegen wesentlich kleinerer Vergehen zum Rücktritt vom Präsidentenamt gezwungen - und wer protestiert heute? Wegen der Privatisierung der damaligen Staatsunternehmen unter Fernando Henrique Cardoso gab es Straßenproteste der PT mit Plakaten "FORA FHC". Und wer schreit heute "Dilma raus!"? Schade, dass es ihm nicht vergönnt war, die Petrobrás zu privatisieren! Dieses Unternehmen und die Eletrobrás sind von der PT ausgenommen worden wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans.

Die Sozialistin Dilma hat es geschafft, eine blühende Volkswirtschaft in Richtung Ruin zu treiben und eine unaufgeklärte Bevölkerung hat sie wiedergewählt bzw. durch Fernbleiben von den Wahlurnen ihre Wiederwahl ermöglicht.

Zurück zur Petrobrás; gebeutelt und in den USA auf Schadensersatz verklagt, ist der Aktienwert des Unternehmens von stolzen inflationsbereinigten 737 Mrd. R$ am 21.5.2008 auf heute 127 Mrd. R$ abgestürzt und niemand weiss, wie der Kurs sich entwicklen wird. Für die Petrobrás kommt es knüppeldicke; bewiesene Korruptionsvorwürfe, Führungspersonen - auch von Lieferanten - sowie Geldwäscher in Haft, ein nicht wissender - aber unterrichteter - Vorstand, Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe und jetzt noch der Verfall des Erdölpreises! Aécio Neves sollte froh sein, dass Dilma die Suppe, die sie gekocht hat, selbst auslöffeln muss. Und Dilma muss damit leben, dass ein Damoklesschwert über den Politikern schwebt, die aktiv und passiv an der Korruption bei Petrobrás & Cia. beteiligt waren. Diese Politiker sind weder öffentlich benannt noch angeklagt worden, aber dies wird in Kürze geschehen. Und Dilma weiss nicht, wem sie ein Ministeramt (sie hat 39 zu vergeben) anvertrauen kann, da der Bedachte eventuell kurzfristig zurücktreten muss. Also wird die Bildung der neuen Regierung wohl noch etwas dauern.

Der Wertverlust von 610 Mrd. R$ der Petrobrás entspricht übrigens in etwa dem BIP von Portugal!

Und der nächste Kandidat auf der Liste der "noch nie in der Geschichte Brasiliens" verbuchten Misserfolge unserer presidenta wird die Eletrobrás sein und mit ihr der ganze Energiesektor und besonders der Teil, der sich mit Alkohol als Autokraftstoff befasst. Wir haben zwar die einzigen Flexmotoren der Welt, die serienmässig angeboten werden, aber wir tanken unsere Autos trotzdem fast nur mit Benzin, weil es billiger ist.

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