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03 Juni 2015

Was kostet eine "Perle" in Brasilien?

Ich denke dabei an eine Hausangestellte, die - wenn sie gut ist - schwer wie eine Perle zu finden ist und fast soviel kostet. Als ich 1978 in Brasilien ankam, erhielt eine Haushaltshilfe umgerechnet ca. 100 US$ im Monat, sicher viel zu wenig. Heute muss der Arbeitgeber - sprich Hausfrau - tiefer in die Tasche greifen und findet dazu weniger verfügbare Kandidatinnen oder auch Kandidaten, denn viele streben weg von diesem Beruf. Mit der neuen Gesetzgebung zum Thema Hausangestellte, zu denen auch Gärtner und Chauffeure zählen, kann sich letzteres wieder ändern, denn mit sozialer Absicherung, Urlaub, geregelter Arbeitszeit und bezahlte Überstunden werden diese Berufe wieder attraktiver.

Was kostet jetzt ein Hausmädchen künftig? Wenn es den Mindestlohn von 788 R$ erhält, zieht der Arbeitgeber davon 63,04 R$ ab und zahlt diese Summe an die Sozialversicherung INSS. Zusätzlich legt er den gleichen Betrag oben drauf. Dann muss er noch 63,04 R$ Garantiefond FGTS zahlen, 6,30 R$ für eine Unfallversicherung und 25,22 R$ für einen Entlassungsfond. Damit kostet ihn seine Angestellte 788 R$ Bruttogehalt und 157,60 R$ Abgaben. Seine Angestellte bekommt 788 R$ Bruttolohn - 63,04 R$ Arbeitnehmeranteil INSS ausgezahlt.

Der Haken bei dem Beispiel ist, dass die Hausangestellten, die in der sogenannten Mittel- und Oberschicht arbeiten, dies nicht für den Mindestlohn tun, da müssen schon 1.500 bis 2.000 R$ monatlich brutto drin sein. Was bei einem Umrechnungskurs von fast 3,50 R$ = 1 € bedeutet, dass das Bruttoentgelt 429 bis 571 € beträgt, das wären 2,68 bis 3,57 € pro Stunde bei 160 Stunden im Monat, was immer noch weit unter dem deutschen Mindestlohn liegt. Deshalb relativiere ich meinen ersten Satz, eine gute Hausangestellte ist immer noch - für deutsche Verhältnisse - sehr viel preiswerter (und nützlicher) als eine Perle.

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