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05 Juni 2010

Staatsgarantien für Autofirmen

Als ich 1978 als technischer Vorstand für den Kfz-Zulieferer Fichtel & Sachs nach Brasilien kam, wurde mir weisgemacht, dass Brasilianer keine viertürigen Autos haben wollten und keine Schiebedächer. Die Wahrheit war, dass es sich für die Kfz-Hersteller nicht rechnete, solche Autos anzubieten und auch keine Notwendigkeit dazu bestand, denn das Land war gegen Wettbewerb abgeschottet, der Autoimport war nämlich verboten. Der kurz darauf bei den Meinungsbildnern und in Folge auch beim Volk in Ungnade gefallene Präsident Collor öffnete das Land für den Import und heute sind Viertürer mit Schiebedach aus Brasiliens Käufergunst nicht mehr wegzudenken.

In Deutschland will (will sie wirklich oder fühlt sie sich getrieben?) die Bundesregierung einem angeschlagenen Autobauer Kredite bzw. Bürgschaften für's Überleben geben - gezahlt im Zweifelsfall u.a. von den Autofahrern Deutschlands, die auch Steuerzahler sind. Ich bin heute in Deutschland angekommen und habe mir ein Auto dieses Herstellers gemietet. Anhand der Fotos können Sie nachvollziehen, warum ich keine Autos dieser Firma kaufen würde. Die Reflexe auf der verchromten Plastikumrandung des Wahlhebels des Automatikgetriebes sind so stark, dass ich sie mit meinem rechten Arm abdecken musste, um nicht geblendet zu werden - trotz Sonnenbrille. Und die Instrumente sind schlichtweg unablesbar - miserabel gemacht! Klein, tief, von verchromtem Plastik umrandet, im Schatten und mit Plastik abgedeckt, was trotz seiner Schräge reflektiert und den Schmutz auf der Oberfläche klar zeigt; was will man mehr als Beweis, dass nie ein Entwicklungsingenieur das Auto gefahren hat? Offensichtlich haben sich hier Designer gegen Ingenieure durchgesetzt oder die Ingenieure verstehen ihr Handwerk nicht. Wer Autos baut, die keiner will, weil sie schlechter als die der Konkurrenz sind, verdient keine Überlebenshilfe. Und er braucht diese Hilfe auch nur, weil seine Autos sich nicht verkaufen, Grund siehe oben!


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