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07 September 2016

Brasilianische Fahrzeugindustrie weiter in Schwierigkeiten

Heute publizierte der O ESTADO DE SÃO PAULO diese aufschlussreichen Graphiken:

Danach lag die Produktion per August 2016 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 20,1% tiefer, beim Absatz betrug der Rückgang 23,1% und der Export nahm um 19,6% ab. Diese Zahlen lassen aber keinen Rückschluss auf die wirtschaftliche Situation Brasiliens zu, denn ein wichtiger Grund war die Produktionsunterbrechung (nicht nur) bei VW wegen des Streites mit dem Lieferanten Prevent. Diese Gruppe hatte auch beim Mutterhaus in Wolfsburg Kopfschmerzen und Schlagzeilen verursacht und verhinderte in Brasilien den Bau von 20.000 bis 30.000 Fahrzeugen. Wobei ich den Zulieferer, ohne seine Gründe näher zu kennen, verstehe, hatte ich doch als Lieferant von Rückenlehnenstrukturen in Brasilien unter einseitigen und rückwirkenden Preisreduzierungen meines größten und anfänglich einzigen Kunden zu leiden und musste mir Kommentare anhören wie "Wenn wir Verlust machen, müssen unsere Lieferanten dies auch tun". Und auf den mit dem Eigentümer abgesprochenen dezenten Hinweis - wie bei Prevent - die Lieferung unterbrechen zu müssen, um die Verluste nicht weiter zu erhöhen, wurde nicht dezent darauf hingewiesen, dass das deutsche Mutterhaus des Lieferanten von Rückenlehnenstrukturen über 50 % des Umsatzes mit VW mache und man auch den Bezug unterbrechen könnte. Viele Leser von Internetforen warfen VW vor, sich unvorsichtigerweise an einen einzigen Lieferanten gebunden zu haben. Manchmal wird umgekehrt ein Schuh daraus, wenn im Zuge einer follow source - Politik ein Lieferant seinem Kunden folgt und am neuen Standort keinen anderen hat. Soviel zur viel beschworenen Partnerschaft von Autoherstellern und Zulieferern.

Übrigens beträgt die Bestandsreichweite der Kfz-Hersteller augenblicklich 34 Tage und liegt damit nahe dem Ideal von 30 Tagen, ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Situation der letzten Monate und eine Erklärung dafür, dass die Autopreise nicht fallen. Und die Zulassungen sind von Juli auf August bei fallender Produktion um 1,4% gestiegen. Am 7.9. hat Mercedes 370 Mitarbeiter entlassen. Diejenigen, die freiwillig ausscheiden, erhalten eine Extraabfindung von 100.000 R$. 

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