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16 Oktober 2010

Das Verteufeln der Privatisierung

durch Lula und seine Anhänger ist schon grotesk. Aber in der Vergangenheit hat die sozialdemokratische Opposition sich dadurch in's Bockshorn jagen lassen und Lulas Gegenkandidat Alckmin verlor die Präsidentenwahl, weil er auf die Vorwürfe Lulas, dass seine Partei unter FHC Volkseigentum verschleudert habe, nur mit Ausflüchten antwortete. Dabei hätte er schon damals gute Argumente für die Privatisierung gehabt. Ausserdem hätte er die Privatisierung der VEBs durch die Treuhand als Beispiel anführen können. Oder er hätte diesen Witz erzählt: "Kommt ein Kunde in eine volkseigenene Schlachterei in Ostberlin und verlangt 250 g Mettwurst. "Ham' wa nich", ist die Antwort. Die sich auch nicht ändert, als der Kunde nacheinander - und erfolglos - je 250 g gemischten Aufschnitt, Leberwurst, Salami, Schinken und Zervelatwurst (Ich hätte diese mit C geschrieben, aber mein Rechtschreibeprogramm gab Z vor?!) verlangt. Auf seine verärgerte Frage, was man eigentlich hätte, bekommt er zur Antwort: "Um 18:00 geschlossen". Und als er enttäuscht das Geschäft mit knurrendem Magen verlässt, hört er noch, wie der Verkäufer zu seinem Kollegen sagt: "Mensch, hat der vielleicht ein Gedächtnis!".

Aber zu den Tatsachen, was hat die Privatisierung 1998 in Brasilien gebracht?
  • Zum Beispiel, dass es statt 22,1 Mio. Fixanschlüsse heute 60 Mio. Fixanschlüsse gibt, d.h. 172 % mehr Telefonanschlüsse durch die Privatisierung. Dazu kommt, dass vor der Privatisierung ein Fixanschluss 970 R$ gekostet hat mit 3 Jahren Wartezeit, da es aber keine Anschlüsse gab, musste man 9.000 R$ zahlen, um einen zu bekommen. Heute kostet der Anschluss nichts, man zahlt nur 115 R$ für die Installation und wartet maximal 7 Arbeitstage. 
  • Vor der Privatisierung gab es 7,37 Mio. Mobiltelefone in Brasilien. Ich hatte damals eines für 1.000 US$ gekauft und trug das Gewicht eines Ziegelsteines mit mir herum. Heute gibt es 190 Mio. Mobiltelefone (die mit Vertrag nur noch Cents kosten), also mehr als Brasilien Einwohner hat, darunter iPhones und andere Smartphonemodelle. Steigerungsrate durch Privatisierung: 2.478 %. 
  • Die Firma VALE, damals noch Vale do Rio Doce genannt, war vor der Privatisierung 8,1 Mrd. R$ wert, viel Geld, auch für eine Bergbaugesellschaft. Heute kostet sie aber 272,6 Mrd. R$, also 3.265 % Wertsteigerung durch rückläufige Sozialisierung, sprich Privatisierung. Der Nettogewinn stieg von 756 Mio. R$ auf 10,2 Mrd. R$, 1.249 % Steigerung. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde von 11.000 auf 40.000 erhöht, 264 % Steigerung. Und die Produktion wuchs von 114 Mio. to Eisenerz auf 300 Mio. to, 163 % Steigerung!
  • Embraer, unser Flugzeugfabrikant, mit deren damaligem Präsidenten Osiris Silva ich in Deutschland war, lieferte 1997 genau 4 Flugzeuge aus, 2010 werden es 227 sein, eine Steigerung von 5.575 %. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 6.087 auf 17.009, 179 % Steigerung. Und der Umsatz, der 1997 vor der Privatisierung 764 Mio. US$ betrug, wird dieses Jahr 5 Mrd. US$ erreichen, 555 % Steigerung. Und eine verärgerte Bombardier ist unbezahlbar für Embraer, die übrigens schon der viertgrösste Hersteller der Welt von Zivilflugzeugen ist.
Übrigens hat Lula selbst zwei Banken privatisiert. Noch eine Frage zu diesem Thema, Herr  Staatspräsident und Frau Präsidentenamtskandidatin?

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