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28 Oktober 2010

Hat die holländische Krankheit Brasilien erreicht?


Die FIESP, der Industrieverband São Paulos, meint ja, denn der BIP-Anteil der weiterverarbeitenden Industrie sei von ehemals 27 auf jetzt 15 % gefallen. Schuld wird den Importen gegeben, die durch den überbewerteten Real ungebremst in die Höhe geschnellt seien. Ohne Saisonbereinigung sei der Aktivitätsindex INA im September gegenüber dem August um 0,4 % zurückgegangen.

Brasilien muss deshalb wettbewerbsfähiger werden, aber das wird durch die einengende Arbeitsgesetzgebung, durch die hohe Besteuerung auch der Investitionen in Betriebsmittel und durch die hohen Schuldzinsen, die den Banken Rekordgewinne bescheren, erfolgreich verhindert. Davon will die regierende Arbeiterpartei, die sich vehement gegen weitere Privatisierungen wehrt, obwohl ehemalige Staatsbetriebe jetzt nach ihrer Privatisierung ebenfalls Rekordgewinne einfahren, nicht sehen. Im Gegenteil, die Regierung Lula hat in 8 Jahren keine einzige der grossartig angekündigten Reformen verwirklicht und von der wahrscheinlichen neuen Präsidenten Dilma ist wohl nichts in dieser Richtung zu erwarten. Selbst ausländische Blätter wie der Economist, die sich hüten, in die internen Belange eines Landes einzugreifen bzw. diese zu kritisch zu kommentieren, halten den sozialdemokratischen Gegenkandidaten Serra für die bessere Alternative. aber dieser scheint nach den Vorhersagen keine Chance zu haben, die Wahlgeschenke in Form von Sozialhilfe wiegen zu schwer bei der Masse der armen Wähler.

Dieses Jahr wird die Industrie trotzdem um 10 bis 11 % wachsen, aber dieses Wachstum schöpft das Potential der brasilianischen Industrie angesichts der hohen Nachfrage nicht aus, was durch den Import beweisen wird. 

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