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05 Februar 2011

Brasilianische Devisenreserven auf neuem Höchststand

Anfang 2007 lagen die brasilianischen Devisenreserven noch unter 100 Milliarden US$, am 3. Februar 2011 erreichten sie 299,5 Milliarden US$. Der Tag, an dem die Reserven bei 400 Milliarden US$ stehen werden, scheint nicht mehr fern. Damit stellen sich drei Fragen:
  1.  Kann Brasilien sich diese Devisenreserven von den Kosten her überhaupt leisten?
  2.  Was soll Brasilien mit diesen Devisenreserven machen?
  3.  Hat der Devisenankauf, der die Reserven verursacht, den gewünschten Effekt?
Der Hauptgrund für unsere Devisenreserven ist nicht so sehr der Export, sondern die Ratlosigkeit der Regierung und der Zentralbank dem Wechselkurs gegenüber. Um ein weiteres Ansteigen des Realkurses zu vermeiden, kauft die Zentralbank auf Pump Devisen. Das Problem ist, dass die damit verbundenen brasilianischen Schuldzinsen viel höher als die ausländischen Guthabenzinsen sind.
Das Geld könnte natürlich von Brasilien dazu benutzt werden, sich zum Beispiel in ausländische Unternehmen einzukaufen. Aber Brasilien ist nicht China, wo die Regierung auch in der Wirtschaft den Ton angibt. Ich hoffe wenigstens, dass brasilianische Staatsbetrieben sich nicht im Ausland einkaufen, vor allem nicht in China, weil wir dann wahrscheinlich auch ein bisschen Sozialismus importieren würden. 
Dass die Zentralbank in Brasilien Devisen kauft, um den Kurs der einheimischen Währung niedrig zu halten, ist ein Schuss, der nach hinten losgehen kann. Denn je mehr Devisen wir anhäufen, desto sicherer scheint es den Spekulanten, ihr Geld in Brasilien anzulegen und umso mehr Dollar und Euro werden nach Brasilien fließen - mit dem bekannten Effekt, dass der Kurs des Real steigt. Was die Zentralbank wiederum zum Vorwand nimmt, Dollar zu kaufen...ad infinitum?

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