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16 Oktober 2011

Brasilien als Müllhalde der "Ersten" Welt?

Das konnte man am 18.8.2010 in der Zeit Online in einem Artikel von Mauricio Lima lesen:

"MÜLLEXPORT
Brasiliens Behörden entdecken illegalen Müll aus Hamburg
Illegaler Abfall ist aus Hamburg nach Brasilien verschifft worden. Die Behörden dort haben eine Frist gesetzt: Der Müll soll binnen weniger Tage zurück nach Deutschland.
Auch aus anderen Ländern kam bereits illegal importierter Hausmüll nach Brasilien. Diese Ladung stammt aus Großbritannien
Gekennzeichnet war die Ladung als zu recycelnder Polyethylen-Kunststoff, tatsächlich aber handelte es um 22 Tonnen Hausabfälle. Angaben des staatlichen Umweltinstitutes Ibama zufolge kam der Müll bereits in der vergangenen Woche mit einem Schiff der chinesischen Hanjin Shipping im Bundesstaat Rio Grande do Sul an. Exporteur ist demnach das Hongkonger Unternehmen Dashan. In den Ladepapieren stehe, dass das Material aus Tschechien stamme und für die brasilianische Firma Recoplast bestimmt sei. Nach dem Recycling sollte der Kunststoff verkauft werden. 
Ibama-Präsident Abelardo Bayma sagte, die Verschiffung des Mülls verstoße gegen die Baseler Konvention von 1989, die Kontrollmechanismen für den Transport gefährlicher Abfälle vorsehe. "Der Verstoß gegen internationale Abkommen ist ein Affront gegen die Unterzeichnerstaaten und in diesem Fall eine Missachtung Brasiliens und der brasilianischen Gesellschaft." Tatsächlich zählt Haushaltsmüll laut der Vereinbarung zur Gruppe von Abfällen, "die besonderer Prüfung bedürfen".
Die brasilianischen Behörden setzten eine Frist von zehn Tagen für den Rücktransport des Abfalls nach Deutschland. Bereits im vergangenen Sommer hatten sie knapp 1500 Tonnen illegal eingeführten Haushaltsmülls aus Großbritannien beschlagnahmt, darunter Spritzen, Kondome und Windeln sowie Batterien, Essensreste und Kleidung. Auch damals war der Müll falsch als Plastik deklariert gewesen, das in dem südamerikanischen Land hätte recycelt werden sollen."
Genützt hat es nichts, denn jetzt wurden in einem Laden in Santa Cruz do Capibaribe, 205 km von Recife, der Hauptstadt Pernambucos, Hospitalabfälle entdeckt, mit denen fröhlich gehandelt wurde. Unter anderem handelte es sich um ungereinigte Krankenhausbettwäsche und befleckte Arztkittel aus dem Baltimore Washington Medical Center der Universität von Maryland. In Suape, dem Hafen von Recife, wurden in der vergangenen Woche zwei Container mit 46 to solcher Abfälle entdeckt. Am 22.10. sollen dort weitere 14 Container eintreffen, wahrscheinlich ebenfalls mit solchen verunreinigten Wäschestücken gefüllt, die als "Gewebe mit Defekten" deklariert wurden. Und was für Defekte! Die Pest soll die Verantwortlichen holen! Und tut es wahrscheinlich auch. Nur sind meist nicht die Verantwortlichen betroffen, sondern die unschuldigen Käufer der aus diesem Material gefertigten "Waren".

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