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07 Oktober 2012

Brasilien ist Teil Lateinamerikas, aber

kann mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Spanisch sprechenden Länder der Region nicht mithalten. Es fängt mit einem vermuteten BIP-Wachstum von mageren 1,6 % in diesem Jahr an. Nur wenige Länder Lateinamerikas schaffen dieses Kunststück, 2012 weniger zu wachsen als 2011. Im letzten Jahr wuchs Brasiliens BIP um 2,7 %, das der Region aber um 4,2 %. Aber 2013 soll alles besser werden und Brasilien soll den Mittelwert der Region von 4 % auch erreichen. Aber diese Vorhersage hängt davon ab, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt und darüber will wohl niemand heute eine ernstzunehmende Prognose abgeben. Das weitaus grössere Problem Brasiliens ist hausgemacht; ein Haushalt, der keinen Spielraum hat für Anpassungen an die jeweilige Situation, weil man zu viele fixe Posten hat, die aus wahltaktischen Überlegungen geschaffen wurden und weil man in guten und in schlechten Zeiten das Geld teilweise aus dem Fenster warf und wirft. Wie hieß es doch so schön bei unseren Vätern? Spare in der Not, dann hast du Zeit dazu! Und ohne Not entledigt sich die heutige Regierung der drei Grundsätze, die Präsident Fernando Henrique Cardoso den Erfolg brachten: Gleitender Wechselkurs, Inflationsbegrenzung und Fiskalverantwortung. Heute haben wir einen von der Zentralbank durch Interventionen bei 1 US$ = 2,00 R$ gehaltenen Wechselkurs, eine Toleranz gegenüber Preissteigerungen über dem geplanten Inflationsgrenzwert und eine Missachtung des Gesetzes der fiskalischen Verantwortung, welches besagt, dass Regierungsausgaben gemäß den zur Verfügung stehenden Mitteln geplant und begrenzt sein müssen und nicht einfach durch Kreditaufnahme finanziert werden dürfen.

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