15 Dezember 2019

Richter in Deutschland und Brasilien

Brasilien hat z.Z. 18.000 Richter, das bedeutet bei 210 Mio. Einwohnern, dass ein Richter im Mittel für 11.667 Menschen Recht sprechen muss.

Deutschland hat laut Richterbund 28.400 Richter und Staatsanwälte. Nach dieser Aufstellung
sind es 20.739 Richter, also haben wir in Deutschland 7.661 Staatsanwälte. Deutschland hatte 82,79 Mio. Einwohner im 2018, also kommen auf einen Richter 3.991 Menschen, für die er Sorge tragen. muss.

Der FOCUS schreibt, warum das Richteramt in Deutschland unattraktiv ist: Ein Grund für das abflauende Interesse an dem früher so begehrten Richter-Job: das Einkommen. Ein Berufsanfänger in Thüringen verdient im Monat 4157,25 Euro brutto. Eigentlich nicht schlecht, aber gemessen an Gehältern in der freien Wirtschaft fast ein Witz. ... „Große Kanzleien locken Uni-Absolventen mit 120.000 bis 150.000 Euro Einstiegsgehalt pro Jahr“, sagt Pröbstel. „Das sind Regionen, von denen ich als Vorsitzender Richter mit mehr als 30 Berufsjahren nur träumen kann.“ Pröbstel, der eine Jugendkammer leitet, kommt auf 88.000 Euro brutto im Jahr. Im Kampf um die besten Köpfe konkurrieren Gerichte und Staatsanwaltschaften aber nicht nur mit privaten Kanzleien und finanzstarken Unternehmen. Auch die Bundesländer untereinander stehen im direkten Wettbewerb.
Laut Deutschem Richterbund erhielt ein junger lediger Richter in Baden-Württemberg im Jahr 2017 für die gleiche Arbeit fast 6000 Euro weniger als sein Kollege im benachbarten Bayern. Im Saarland verdiente er sogar 11.000 Euro weniger."

Und was verdient ein Richter in Brasilien? Dazu findet man bei GUIA DA CARREIRA eine Information: Außerdem können der monatlichen Vergütung des Richters Boni und Vergünstigungen hinzugefügt werden. Die Gehälter können also zwischen 40.000 und 150.000 R$ liegen. Ein Bericht in der New York Times ergab, dass ein einzelner Richter in São Paulo 771.000 R$ pro Monat erhielt. Der Gerichtshof von Rio Grande do Sul (TJRS) veröffentlicht im Internet die den Richtern gezahlten Gehälter (oder Zulagen), wobei die Prämien nicht berücksichtigt werden. Laut dem TJRS-Transparenzportal haben wir:

Ersatzrichter:
Anfänglich: 22.213,44 R $
Mittelstufe: 24.681,60 R $
Endstufe: 27.101,25 R $

Richter:
Anfänglich: 22.213,44 R $
Mittelstufe: 24.681,60 R $
Endstufe: R $ 27.424,01

Richter der zweiten Instanz: R $ 30.471,11

Ein Berufsanfänger im Bundesstaat Rio Grande do Sul in Brasilien verdient also umgerechnet 4.882 €, also 707 € mehr als sein Kollege in Thüringen. ABER, es gibt immer ein ABER, lesen Sie dazu diese AnmerkungNeben dem Gehalt erhalten die Richter Wohngeld, Essensgeld, Prämien, Krankengeld und andere Vergünstigungen, die Produktivitätsauszahlungen, den Unterricht an Amtsschulen, Führungspositionen und die Ansiedlung in anderen Städten umfassen können. . Laut einem Bericht der Zeitung O Globo vom 23. Oktober verdienen 76% der Richter des Landes über der Obergrenze, und es gibt Fälle, in denen Richter monatlich bis zu 140.000,00 R $ erhalten.

140.000 R$ entsprechen heute der stark abgewerteten brasilianischen Landeswährung 31.000 € im Monat. Da erbleichen unsere Richter in Deutschland vor Neid! Und wenn Sie dann noch lesen müssen, dass die Richter in Brasilien zwei volle Monate jährlich Urlaub haben...

Zum Schluss noch der Beweis, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, wie man in Deutschland sagt. Zwischen 2007 und 2018 wurden in Brasilien 108 Richter bestraft, 65 von ihnen erhielten die Höchststrafe; das heißt, sie wurden zwangspensioniert. 17 davon wurden wegen Bestechlichkeit verurteilt, sie hatten ihre Urteile sozusagen verkauft. Von diesen 17 wurde nur einer vor einem ordentlichem Gericht zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und 8 Monaten verurteilt. Die anderen arbeiten nicht mehr, beziehen aber weiter ihr Gehalt von im Mittel 30.000 R$ im Monat, also 6.600 €.

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