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28 März 2016

Firmenschließungen bestärken Notwendigkeit einer radikalen Wende in Brasilien

Basta! Es reicht! So kann es nicht weitergehen! Die PT-Regierung, die nur vorgibt, für die Armen und Benachteiligten da zu sein und deren Protagonisten längst selbst zur viel geschmähten Elite gehören - wenn es um Geld und Macht geht, nicht um Kultur und Wissen - zerstört die industrielle Basis Brasiliens. Alleine im Bundesstaat São Paulo schlossen letztes Jahr 4.451 verarbeitende Betriebe ihre Pforten, viele für immer. 2014 waren es 3.584, ein Aderlass, der vielen Menschen eine Dauerarbeitslosigkeit beschert hat. Und das sind nur die Zahlen der Lokomotive des Landes, in anderen Bundesstaaten sieht es nicht viel anders aus. Laut dem IBGE - Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística gingen von November 2015 bis Januar 2016 in Brasilien 1,131 Mio. Arbeitsplätze verloren.

Betroffen sind Firmen mit klingenden Namen wie Eaton, Maxion, Randon in Guarulhos, Polyenka in Americana und Rhodia in Jacareí, aber auch PK Cables in Curitiba und die Corneta in Osasco. Einige dieser Unternehmen haben 80 Jahre lang Brasiliens Aufschwung begleitet, bis PT und ungezügelte Korruption das Land in's Unglück stürzten.

Ich kenne diese Firmen seit 1978, dem Jahr, in dem ich in Brasilien ankam und hätte nie vermutet, dass sie eines Tages gezwungen sein würden, zu schließen. Aber ich hätte auch nie gedacht, dass die Streikposten, die vor der von mir damals geleiteten Fabrik verhinderten, dass die Mitarbeiter arbeiteten, unter dem Kommando eines künftigen Präsidenten der Republik standen.

Morgen ist es soweit, dann sollte deutlich werden, dass die jetzige Regierung keine Chance mehr hat. Sobald die PMDB die Koalition verlässt, werden wahrscheinlich weitere Parteien die Flucht nach vorne ergreifen und dann kann es schnell zum Dominoeffekt kommen. Heute wurde angekündigt, dass die Unternehmerschaft des Landes in zweiseitigen Zeitungsanzeigen die Amtsenthebung der Präsidentin fordern wird. Die schweigende Mehrheit beginnt sich zu artikulieren, endlich!

Schade, dass das Instrument des Konstruktiven Misstrauensvotums in der brasilianischen Gesetzgebung nicht vorgesehen ist, es würde vieles einfacher machen. Wobei sich leider die Frage stellt, wer denn qualifiziert wäre, es erfolgreich anzuwenden. Denn die Korruption hatte zumindest das Land fest im Griff und es fällt schwer, Führungspersönlichkeiten zu finden, die nicht vorbelastet sind, Vorbild sein können, das Vertrauen der Bevölkerung genießen und über die nötige Qualifizierung zur Führung eines komplexen Landes wie Brasilien verfügen.

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