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25 Januar 2014

Nach dem mit Mühe vermiedenen Handelsbilanzdefizit jetzt das nicht versteckbare Zahlungsbilanzdefizit

2013 hat den Vogel abgeschossen, mit 81,374 Mrd. US$ wurde das höchste Leistungsbilanzdefizit der brasilianischen Geschichte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1947 erreicht. Das entspricht 3,66 % vom BIP, war aber schon schlechter, 2001 nämlich mit 4,19 %. Was kein Trost ist, denn immerhin ist das aktuelle Defizit höher als die ausländischen Direktinvestitionen von 64 Mrd. US$ im letzten Jahr.

Und wer hat Schuld? Natürlich die Brasilianer, die 2013 in's Ausland gefahren sind und dort 25,342 Mrd. US$ ausgaben, u.a. viele Regierungsmitglieder einschließlich der Chefin. Und natürlich die Wirtschaft, die nicht genug exportierte und zu viel importierte, was für einen Handelsbilanzüberschuss von 2,558 Mrd. US$ sorgte - ich hatte in einem anderen post bereits erklärt, wie das von unserer einfallsreichen Regierung "hingezaubert" wurde. Nur zum Vergleich, 2012 betrug der Handelsbilanzüberschuss noch 19,395 Mrd. US$.

Die Zentralbank nannte als weiteren Sündenbock die hohen Mietkosten für Ausrüstung (aluguel de equipamentos), erklärte aber nicht näher, was sich dahinter verbirgt. Es handelt sich immerhin um 19,060 Mrd. US$. Ob wohl Leasingkosten für Flugzeuge gemeint sind? Vielleicht kann ein illuminierter Blogleser (die automatische Rechtschreibkorrektur macht aus einem solchen Leser einen Bologneser) uns per Kommentar aufklären?

Die Regierung beruhigt uns auch, im Wahljahr wird alles besser, Dilma Rousseff wird's schon richten; die Zentralbank geht für das laufende Jahr nur noch von einem Defizit von 78 Mrd. US$ aus bzw. 3,53 % vom BIP. Der PT sei es gedankt, dass wir wieder gut schlafen können. Aber trotzdem muss das Defizit finanziert werden, d.h. die Regierung macht mal wieder Schulden. Aber da ist sie in guter Gesellschaft, die Zeiten Adenauers mit dem Juliusturm sind lange vorbei. Für die, die damals nicht dabei waren, als Juliusturm wurden die in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1953 bis 1957 thesaurierten Überschüsse des Bundeshaushaltes bezeichnet.

Gerade lese ich "Brasilien wird bis zum Jahr 2020 zwischen 17,5 und 23,7 Milliarden US-Dollar in Verbesserungen und den Ausbau der Flughafeninfrastruktur aufwenden müssen. Diese Schätzungen basieren auf eine Studie des brasilianischen Verbandes der Fluggesellschaften (Abear). Demnach wird sich das Passagieraufkommen im größten Land Lateinamerikas von 100 Millionen im Jahr 2012 auf 200 Millionen innerhalb der nächsten sechs Jahre erhöhen." Hoffentlich ist dafür auch das Geld da und wenn ja, wird es hoffentlich auch bedarfsgerecht ausgegeben. Um zum Artikel zu gelangen, reicht wie üblich ein KLICK. Rein statistisch gesehen wird in 6 Jahren also jeder der 200 Millionen Brasilianer einmal im Jahr fliegen oder, wenn der Passagier auch an seinen Ausgangsort zurückkehren will, die Hälfte der Bevölkerung.

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