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22 April 2016

Gegensätzliche Meinungen müssen in einer Demokratie erlaubt sein

Deshalb veröffentliche ich diese Meinung eines Deutschen, der in Brasilien gelebt hat:

"Herr Naumann,
ich bin erstaunt, wie sich jemand dieser dummdreisten Sprache der korrupten PMDB-ler anschließen kann. Sie können versuchen zu verschleiern wie Sie wollen, Fakt ist es wurde Recht gebrochen. Man kann allem Anschein nach die Immunität eines nachweislich korrupten Herrn Cunha nicht aufheben, hört aber das Telefon der Präsidentin ab. Wenn das für Sie ein Rechtsstaat ist, dann ist das verwunderlich, aber letzlich Ihre Entscheidung. Der Herr Moro wird von der Opposition bezahlt, um das Wahlergebnis zu korrigieren. Das lässt sich nicht beweisen, ist aber so. Ich bin lange genug Journalist, um zu erkennen wer lügt und wer nicht. Ethik und Moral bleiben in Basilien - wie immer - auf der Strecke. Was zählt ist nicht die Verfassung und nicht die überbordenen Gesetzbücher. Das bestimmende Gesetz ist das "Lei de Gerson" sonst nichts. Sieht man leider auch bei Ihnen.
M.I."

Allerdings erlaube ich mir den Hinweis, dass dies der einzige Leser meines Blogs ist, der sich in diesem Jahr negativ über meine Berichterstattung, bis heute sind es 2.278 posts, über die PT-Regierung und das Amtsenthebungsverfahren gegen Frau Rousseff äußerte. Eine Brasilianerin tat diese vor einigen Jahren, d.h. zwei Kritiker in den 10 Jahren, die BRASILIEN AKTUELL besteht. Damit kann ich leben. Womit ich nicht leben kann, ist die Tatsache, dass Journalisten eine so einseitige Sichtweise haben, denn das Telefon der Präsidentin wurde nicht abgehört, sondern das eines Mitarbeiters Lulas; wenn man nicht beweisen kann, dass Herr Moro von der Opposition bezahlt wird, kann man trotzdem daran glauben, aber dieser Glaube ist rechtlich irrelevant; und wenn man die unter einer PT-Regierung institutionalisierte Korruption nicht wahrhaben will bzw. verschweigt, ist man kein neutraler Berichterstatter. Als Mitarbeiter einer Parteizeitung mag dies hingenommen werden, ein Auslandskorrespondent sollte aber ausgewogen berichten. Ich habe übrigens nie geschrieben, dass die PMDB nur Engel als Mitglieder hätten. Natürlich ist eine Partei verdächtig, die mit der PT koaliert(e) und selbst im Korruptionssumpf steckt und davon profitierte. Aber das ändert doch nichts daran, dass die jetzige Präsidentin in meinen Augen untragbar geworden ist. Und diese Meinung teile ich mit der Mehrheit der Brasilianer.

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