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14 Juli 2013

Wer am längeren Hebel sitzt, kann hohe Zinsen nehmen!

Und das sind leider unsere Banken in Brasilien. Der Leitzins, der schon bei 7,25 % angelangt war,  wurde zwar dreimal hintereinander erhöht, ist aber noch einstellig, was in Brasilien schon etwas heissen will. Aber wer glaubt, dass er deshalb nur 8,5 % Leitzins plus ein kleines x zahlt, wenn er einen Kredit aufnimmt, hat sich getäuscht. Das kleine x gilt nämlich nur für die Verzinsung seines Guthabens, bei Krediten wandelt es sich in ein grosses X um. Diese grosse X bedeutet, dass nach wie vor Kreditzinsen in Brasilien bei über 80 % im Jahr liegen! Und der Grund ist einfach, Gelegenheit macht Diebe bzw., um nicht ganz so hart in's Gericht zu gehen mit unseren Finanzinstituten, solange der Kreditnehmer die horrenden Zinsen zahlt und es keinen Wettbewerb gibt, bleibt die Situation, wie sie ist und die Banker lachen sich in's Fäustchen. Die 10 größten Banken Brasiliens stehen für ca. 90 % aller Finanztransaktionen in diesem Lande und machen Werbung für sich mit Argumenten wie "Wir haben Filialen im ganzen Land" oder "Unsere Filialen sind die schönsten", aber nie mit "Bei uns zahlen Sie die niedrigsten Zinsen"! Die Caixa Econômica Federal sagte zum Thema, dass der mittlere Zinssatz für natürliche Personen im Zeitraum von Februar bis Dezember 2012 um 43,5 % gefallen seien. Itaú Unibanco und Santander sagten, dass die Zinsen gefallen seien, ohne Werte zu nennen und Banco do Brasil und Bradesco beantworten die Anfragen der Zeitung O ESTADO DE SÃO PAULO nicht.

Übrigens sind die Banken auf der sicheren Seite, weil sie auf den privaten Kreditnehmer nicht angewiesen sind, denn der grösste Schuldner ist der Staat. 2011 wurden 5,7 % des BIP für Zinsen aufgewendet, nur im bankrotten Island waren es mit 6,2 % mehr.Von 2002 bis 2012 gab der Staat im Mittel 6,33 % des BIP für Zinsen aus, das summiert sich auf 300 Mrd. R$! Und das trotz der Rekordsteuereinnahmen, die nicht zur Verbesserung der Infrastruktur ausgegeben wurden, sondern zur Bezahlung immenser Gehälter und Pensionen im öffentlichen Dienst. 59,9 % aller Ausgaben der Bundesstaaten und 69,7 % der der Gemeinden wurden 2011 für die Bezahlung von Dienstleistungen und Gehälter aufgewendet!

Selbst die Fußballweltmeisterschaft hat bisher nicht die erhoffte und versprochene Infrastrukturverbesserung gebracht. Im ersten Vierteljahr 2013 wurden nur 14,8 Mrd. R$ dafür bereit gestellt, das sind 4,5 % weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres!

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